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Medizin | Beiträge ab Seite 63

Medizin

Multiple Sklerose: BTK-Inhibitor Tolebrutinib

Das Verständnis zum Krankheitsverlauf bei der Multiplen Sklerose (MS) erlebt derzeit einen Wandel. Neurolog:innen diskutierten anlässlich des 96. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) 2023 in Berlin die schleichende Zunahme der MS-Symptomatik unabhängig von Schüben, die auf schwelende neuroinflammatorische Prozesse im ZNS zurückgeführt wird. „Die schubunabhängige Progression kann klinisch relevante Ausmaße für viele MS-Patient:innen annehmen“, betonte Dr. med. Boris-Alexander Kallmann, niedergelassener Neurologe in Bamberg. Als einen vielversprechenden Ansatz zur Reduktion der schwelenden und akuten Neuroinflammation wurde u.a. der ZNS-gängige BTK-Inhibitor (Bruton-Tyrosinkinase; BTK) Tolebrutinib vorgestellt, der aktuell in einem umfassenden klinischen Phase-III-Studienprogramm für alle Subtypen der MS untersucht wird.
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Medizin

Chronische Insomnie: Daridorexant zeigt auch im Praxisalltag gute Wirksamkeit

„Mit Daridorexant steht uns seit 1 Jahr etwas vollkommen Neues in der Regulation des Schlafes zur Verfügung“, so Prof.Dr. Göran Hajak, Bamberg, im Rahmen einer Pressekonferenz. Dass Daridorexant neben den positiven Zulassungsdaten auch im Praxisalltag überzeugt, stellte der Neurologe Dr. Stefan Ries, Odenwald, anhand einer aktuellen Kasuistik dar: Eine 41 Jahre alte berufstätige Frau litt seit 2018 an einer chronischen Insomnie, seit ca. 2020 war ein zeitnahes Einschlafen ohne Medikamente nicht mehr möglich. Mit keiner der zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Therapieoptionen konnte die Situation nachhaltig verbessert werden. „Seit Anfang 2023 nimmt sie Daridorexant ein und profitiert davon mit einem erholsamen Schlaf ohne Überhang am nächsten Morgen“, erklärte Ries.
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Medizin

Mittelschwere bis schwere Atopische Dermatitis: Zulassung für Lebrikizumab

Die Europäische Kommission hat Lebrikizumab für die Behandlung von erwachsenen und jugendlichen Patient:innen (ab 12 Jahre mit einem Körpergewicht von mindestens 40 kg) mit mittelschwerer bis schwerer Atopischer Dermatitis (AD), die für eine systemische Therapie in Betracht kommen, zugelassen. Der Hersteller wird die Markteinführung in Deutschland beginnen und in weiteren europäischen Ländern im Jahr 2024 fortsetzen.
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Medizin

Rheuma: Umfassender Impfschutz unerlässlich

Die Zahl der Atemwegserkrankungen liegt bereits deutlich höher als für die Jahreszeit üblich. Auch wenn die COVID-19-Pandemie offiziell beendet ist, spielt der Erreger SARS-CoV-2 in dieser Saison noch eine führende Rolle. Für Menschen mit eingeschränkter Immunfunktion wird daher eine weitere COVID-19-Auffrischimpfung empfohlen. Warum der erneute Booster – möglichst mit einem an die Omikron-Variante angepassten Impfstoff – daher auch für Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wichtig ist und worauf diese noch achten sollten, erklären Expert:innen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e. V. (DGRh).
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Hereditäre Polyneuropathien: „Red flags“ – Diagnostik – Kasuistik

Polyneuropathien (PN) gehören zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen; darin waren sich die Expert:innen bei einem Symposium im Rahmen des DGN-Kongresses einig. Neben erworbenen PN, etwa durch Diabetes, Alkohol, Chemotherapien oder Immunerkrankungen, dürfen auch die hereditären PN nicht übersehen werden. Sie sind offenbar häufiger als gedacht. Die genaue Ätiologie einer PN ist bedeutsam, um im Falle einer behandelbaren Ursache – etwa bei der Transthyretin(ATTR)-Amyloidose – den Start einer wirksamen kausalen Therapie nicht zu versäumen.
 
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Medizin

Künstliche Intelligenz in der Rheumatologie

Durch die Kooperation mit Scienta Lab, einem innovativen KI-Unternehmen mit Sitz in Frankreich, schlägt medac neue Wege ein. Mit Hilfe seiner einzigartigen proprietären KI-Technologie nutzt Scienta Lab multimodale Daten, um immunentzündliche Erkrankungen und deren Variabilität auf Patient:innenebene besser zu verstehen. Durch diese Kooperation möchte medac bisherige Erkenntnisse zum Therapiealltag betroffener Patient:innen vertiefen und erweitern.
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Medizin

Hepatitis B: Impfung von STIKO als Reiseimpfung empfohlen

Nachdem die Reisetätigkeit der Deutschen pandemiebedingt zurückgegangen war, entschieden sich in 2022 13,1% der Deutschen für eine Fernreise als Haupturlaubsziel (1). Damit werden die Reise- und Tropenmedizin wieder wichtiger. Eine der verbreitetsten Virusinfektionen ist Hepatitis B. Der Virus kann – je nach Krankheitsverlauf – zu einer chronischen Hepatitis, einer Leberzirrhose oder einem hepatozellulärem Karzinom (HCC) führen (2). Anders als die Standard-Dosierungsschemata der bisher zur Verfügung stehenden Hepatitis-B-Virus-Impfstoffe liegt bei dem in Deutschland vertriebenen, rekombinanten, adjuvantierten Impfstoff HEPLISAV B nur ein Monat zwischen den 2 zur Grundimmunisierung nötigen Dosen (2, 3). Somit ist mit HEPLISAV B auch ein kurzfristiger Schutz vor Fernreisen möglich. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt den Impfschutz gegen Hepatitis B für Reisende, wobei eine individuelle Gefährdungsbeurteilung erforderlich ist (4).
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Medizin

Herzoperation bei Kindern mit Ein-Kammer-Herz: Wie wirkt sich die OP im Erwachsenenalter aus?

Jedes 100. Kind kommt mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Etwa 1% dieser Kinder werden mit nur einer funktionsfähigen Herzkammer geboren, einem der schwerwiegendsten Herzfehler. Für Kinder mit Ein-Kammer-Herz ist zwar eine vollständige Heilung nicht möglich. Doch dank der medizinischen Entwicklung und einer speziellen mehrstufigen Operationstechnik in den ersten Lebensjahren ist das Überleben und Wachstum dieser Kinder möglich. „Mit Hilfe der aus 2 bis 3 chirurgischen Eingriffen bestehenden Fontan-Operation lässt sich die Herz-Kreislauf-Funktion verbessern“, erklärt der Herzchirurg und Forscher Dr. med. Thibault Schaeffer von der Klinik für Chirurgie angeborener Herzfehler und Kinderherzchirurgie am Deutschen Herzzentrum München (DHM).
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Medizin

COVID und Influenza: Impfung für Personen über 60 Jahre dringend empfohlen

COVID ist für viele Senior:innen und vor allem hochaltrige Patient:innen gerade wieder ein Problem. Kombiniert mit saisonalen Infekten wie Grippe, Pneumokokken oder auch Keuchhusten werden derzeit viele Ü60-Jährige stationär in den Kliniken behandelt. Auch die sehr schweren Verläufe sehen Mediziner:innen derzeit vor allem bei älteren Menschen – der durchschnittliche COVID-19-Patient auf der Intensivstation ist 75 Jahre und älter, denn 85% der Patient:innen sind hochbetagt.
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Medizin

Neuer Ursprung von Stammzellen bei Patient:innen mit Hirnschäden entdeckt

Neurologische Erkrankungen wie Trauma, Schlaganfall, Epilepsie und verschiedene neurodegenerative Krankheiten führen zu einem unumkehrbaren Verlust von Nervenzellen, den Neuronen. Damit beinträchtigen sie die Gehirnfunktion stark. Obwohl diese Erkrankungen weltweit stetig zunehmen, fehlen immer noch effektive Behandlungsoptionen. Die Ursachen sind zum einen, dass verlorene Nervenzellen nicht ersetzt werden können und zum anderen, dass Zellen um die Verletzung herum möglicherweise nicht förderlich für die Genesung sind.
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Colitis ulcerosa

Multiple Sklerose und Colitis ulcerosa: Effektive Therapien für langfristigen Behandlungserfolg früh einsetzen

Der selektive Sphingosin-1-Phosphat(S1P)-Rezeptor-Modulator Ozanimod wird zur Therapie der schubförmig remittierender Multiplen Sklerose (RRMS) und bei mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa (CU) angewendet. Mit der ersten Interimsanalyse der nicht-interventionellen Studie (NIS) OzEAN liegen erstmals Real-World-Daten zu Ozanimod bei RRMS vor. Bei einem Fachpressegespräch plädierten Expert:innen aus Neurologie und Gastroenterologie für einen frühzeitigen Therapiebeginn mit Ozanimod, um einen langfristigen Behandlungserfolg zu erzielen.
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Psoriasis

Psoriasis: Neuer oraler Ansatz zur systemischen Therapie

Die Psoriasis imponiert nicht nur als entzündliche Erkrankung der Haut, sondern auch durch die Beteiligung einer Vielzahl weiterer Organe und Kompartimente des ganzen Körpers. So kommt die komplexe, chronisch systemische Inflammation insbesondere auch darin zum Ausdruck, dass drei Viertel aller Psoriasis-Patient:innen über mindestens eine weitere komorbide Ausprägung ihres Krankheitsbildes klagen. Dennoch geben 2 von 5 Patient:innen zu Protokoll, dass ihnen bislang systemische Behandlungen nicht angeboten wurden. Sie erhielten stattdessen allenfalls nur topische Anwendungen. Mit der Verfügbarkeit eines neuen Therapieansatzes könnte sich dieser Missstand jetzt aber grundlegend ändern. Denn die Inhibition der Tyrosinkinase 2 (TYK2) mittels Deucravacitinib ist dank ihrer oralen Applikationsform niederschwellig einsetzbar und kommt vielen Bedenken ängstlicher Patient:innen gegenüber einem Einsatz von Biologika entgegen.
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Medizin

Grippe-Impfung: Darauf sollten Herzpatient:innen achten

Für Patient:innen mit Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern, koronare Herzkrankheit (KHK), Herzklappenerkrankungen oder Herzinsuffizienz ist es besonders wichtig, das Herz vor einer zusätzlichen Schädigung durch eine Influenza zu schützen. Zum einen ist ihr Risiko, schwer an der Grippe zu erkranken oder eine Folgeinfektion zu erleiden, deutlich erhöht. Und eine Influenza wirkt sich bei etwa jedem zehnten Erkrankten zusätzlich auch auf das Herz aus, z.B. in Form einer Myokarditis. „Auch ein Entgleisen der Herzschwäche bis hin zur Krankenhauseinweisung kann durch einen schweren Krankheitsverlauf einer Grippevirus- oder Pneumokokkeninfektion verursacht sein. Menschen mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung sollten sich gegen das Influenzavirus und gegen Pneumokokken, die Haupterreger einer Lungenentzündung, impfen lassen“, betont der Kardiologe und Intensivmediziner Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. Eine Pneumokokken-Impfung wird auch Menschen ab 60 Jahren oder Jüngeren mit einem besonderen Gesundheitsrisiko wie eine chronische Lungenerkrankung empfohlen.
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Medizin

DiGA Oviva Direkt für Adipositas wird zukünftig vergütet

Die Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) Oviva Direkt für Adipositas wird zukünftig mit 220,90 EUR (inkl. MwSt.) je 90 Tage Verordnungsdauer vergütet. Der neu verhandelte Vergütungsbetrag der App-begleiteten Therapie pro gesetzlich versicherter Person ist Resultat eines konstruktiven Dialogs zwischen Oviva und dem GKV-Spitzenverband. Die festgelegte Vergütung reflektiert dabei den Wert der fast 10-jährigen Erfahrung des Unternehmens sowie die klinisch bewiesene Wirksamkeit des digitalen Therapieprogramms. Die Vereinbarung markiert einen wichtigen Meilenstein für die Mission des Unternehmens, betroffenen Menschen langfristig ein evidenzbasiertes Therapieangebot bereitzustellen. Der verhandelte Preis liegt auch im Bereich der Preise anderer DiGA, zum Vergleich: Der aktuelle Durchschnittspreis aller dauerhaft zugelassenen DiGAs liegt aktuell bei 223 EUR (inkl. MwSt.).
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Medizin

LASH + Dexpanthenol beschleunigen Wundheilung

Beim Laser-assisted skin healing (LASH) wird unmittelbar nach einem dermatochirurgischen Eingriff der Wundheilungsprozess durch eine Laserbehandlung modifiziert. Durchgeführt wird die LASH zum Beispiel mit einem nicht ablativen Er(Erbium):Glass- oder einem Diodenlaser mit dem Ziel, hypertrophen bzw. stark geröteten Narben vorzubeugen (1, 2). Für ein besseres Verständnis der biologischen Effekte von Lasersystemen bei Operationswunden und einer optimierten Anwendung führte die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jens Malte Baron, Aachen, Untersuchungen an humanäquivalenten 3D-Hautmodellen durch. Die Ergebnisse wurden am 19. Oktober 2023 im renommierten Journal Lasers in Surgery and Medicine publiziert (1).
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