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27. April 2018 Es ist mehr als nur eine Ausrede: Migräne am Arbeitsplatz

Mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit zur Arbeit? Für viele Migränepatienten ist das Alltag. Ein Großteil der 900.000 an Migräne leidenden Deutschen schleppt sich trotz starker Schmerzen zur Arbeit – aus Angst einen schlechten Eindruck bei Arbeitskollegen und Vorgesetzten zu hinterlassen. Denn wer über Kopfschmerzen klagt, trifft immer noch auf Vorurteile. Nicht selten wird Migräne belächelt und als Ausrede abgetan. Zum Tag der Arbeit berichten Migränepatienten und Nutzer der Kopfschmerz- und Migräne-App M-sense von ihrem Arbeitsalltag und verraten, wie sie sich von Vorurteilen abgrenzen und Akzeptanz bei Chefs und Kollegen erreichen.
„Dieses ständige Unverständnis oder die beiläufigen lächerlichen Bemerkungen über meine Migräne haben mich so weit gebracht, dass ich mich dort nicht mehr wohl gefühlt habe. Ich bin, selbst wenn es mir super ging, nicht mehr gerne auf die Arbeit gegangen“, berichtet Marie. So wie der jungen Grafikerin aus München geht es vielen. Der Arbeitsausfall durch Fehltage aufgrund von Migräneattacken entspricht jedes Jahr der Jahresarbeitszeit von 185.000 Vollerwerbstätigen. Dadurch entstehen auch für Arbeitgeber hohe Kosten. Hinzu kommt eine eingeschränkte Produktivität am Arbeitsplatz, wenn Betroffene sich doch zur Arbeit schleppen. Diese sozioökonomischen Kosten belaufen sich auf mehrere Milliarden Euro pro Jahr.

Diese Kosten sind vermeidbar. Doch Betroffene stoßen noch immer regelmäßig auf Unverständnis am Arbeitsplatz. Oftmals wird ihnen unterstellt, Migräne als Ausrede zu benutzen, um das Wochenende zu verlängern. Oder sie werden belächelt und die Migräne als einfacher Kopfschmerz abgetan. „Es fielen oftmals die Sprüche: Stell Dich nicht so an! Das kann doch nicht so schlimm sein! Und vieles mehr“, erzählt auch Sabine. Seit ihrer Kindheit leidet die 43-jährige Einzelhandelskauffrau unter chronischer Migräne. Sie weiß, dass Migräne und Kopfschmerzen keineswegs miteinander gleichzusetzen sind.

Wer mit sogenannten Spannungskopfschmerzen vertraut ist, kennt das dumpfe Gefühl, dass durch eine verspannte Nacken- und Schultermuskulatur ausgelöst werden kann. Die Kopfschmerzen können durch vorsichtiges Dehnen und Lockern der verhärteten Muskulatur verhindert oder verringert werden. Auch ein geöffnetes Fenster oder leichte bis mittelstarke Medikamente können helfen. Doch bei einer Migräne sieht das anders aus.

Gerade der Arbeitsplatz bietet eine Fülle von Trigger-Faktoren und Reize, die einen Migräneschub auslösen können – sei es der flackernde Bildschirm, das grelle Neonlicht, stickige Luft oder laute Geräusche und Stress. Die Fehlerquote erhöht sich und Arbeitsabläufe verlangsamen sich. An Weiterarbeiten ist dann nicht mehr zu denken. „Das Problem dabei ist, dass ich mich mit einer Migräne nicht auf die Arbeit schleppen kann, wie es die meisten immer denken oder behaupten. Mit Kopfschmerzen kann man trotzdem arbeiten gehen oder etwas unternehmen, was mit einer Migräne aber nahezu unmöglich ist“, erzählt Sabine. Betroffene, die an einer Maschine oder im Straßenverkehr arbeiten, würden sogar sich selbst und andere in Gefahr bringen. So kann es während der Migräne zu neurologischen Ausfällen in Form einer Aura kommen. Begleiterscheinungen sind dann beispielsweise Sehstörungen, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen.

Helfen kann die Kopfschmerz- und Migräne-App M-sense. Die zertifizierte Medizin-App trackt nicht nur die Auslöser und Symptome der Migräneattacken, sondern analysiert aufgrund dieser Daten auch das individuelle Kopfschmerzmuster. Über einen Chatbot erhalten Nutzer individuelle Einblicke mithilfe derer sie ihren Therapieverlauf neu ausrichten können. Über 100.000 konnte M-sense bereits verzeichnen. Viele Migräne-Betroffene nutzen nun täglich M-sense und beugen unter anderem mit Entspannungsverfahren ihren Migräneattacken vor. „Aufgrund der Natur der Migräne fallen Betroffene auch kurzfristig und mitten in der Arbeitszeit aus,“ beschreibt Markus Dahlem ein Hauptproblem. Der M-sense-Gründer und Migräneforscher stellt auch gleich die Lösung vor: „Wir entwickelten deswegen eine akute Hilfe in M-sense: durch eine in-App-geführte Tiefenentspannung werden bildliche Vorstellungen vor dem inneren Auge hervorgerufen, die aktiv im Körper positive Veränderungen bewirken und Schmerzen lindern.“ So können Betroffene ihre Migräne auch auf der Arbeit mit nicht-medikamentösen Mitteln therapieren und die Attackenstärke oft signifikant reduzieren.

Die falsche Lösung ist es in jedem Fall, sich unnötig zur Arbeit zu schleppen: „Meistens bin ich morgens mit Migräne aufgewacht und jedes Mal habe ich mit mir gekämpft, ob ich arbeiten gehe oder nicht. Wenn ich dann gegangen bin, dann kam ich immer später und konnte auch höchstens 2 bis 3 Stunden bleiben und musste dann wieder nach Hause“, so Anja, Lehrerin aus Kiel. Stattdessen sollten Betroffene sich lieber die benötige Ruhe gönnen. In den meisten Fällen dauert eine Migräneattacke rund 24 Stunden und ist nach ein bis maximal drei Tagen komplett überwunden. Die Arbeitsunfähigkeit können sich Patienten ohne Probleme von ihrem Hausarzt attestieren lassen.

Doch Außenstehende, die nicht unter Migräne leiden und weder Auslöser, Häufigkeit, noch Stärke der Migräneattacken kennen, könne diese nur schwer einschätzen und verstehen. Viele Arbeitnehmer befürchten deshalb, ihr Vorgesetzter halte ihre Migräne lediglich für eine Ausrede. Tatsächlich unterschätzen sowohl Arbeitskollegen, als auch Arbeitgeber das Migräneleiden oft und nehmen es nicht ernst. So auch bei Marie: „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Chef lange gedacht hat, ich nutze meine Migräne als Ausrede. Er weiß aber zum Glück auch, dass ich eine zuverlässige Mitarbeiterin bin, die pflichtbewusst ist und der es dann zusätzlich zu schaffen macht, wenn sie krank ist. Das heißt, er hat in den letzten Jahren immer mehr verstanden, dass ich dann sehr leide und nicht blaumache.“ So sei es wichtig, von Beginn das offene Gespräch zu suchen und wichtige Fragen rund um Leistungsschwankungen und Ausfällen zu klären. Denn erst, wenn sämtliche Vorurteile beseitigt sind, kann gemeinsam nach Lösungen gesucht werden. Das kann auch Anja berichten: „Tatsächlich hat mich ein Kollege auf M-sense gebracht. Die App ist eine einfache und unkomplizierte Lösung, die ich auch auf der Arbeit mühelos nutzen kann. Außerdem bin ich nicht mehr so abhängig von meinen Medikamenten wie vorher. Stattdessen probiere ich es erstmal mit Progressiver Muskelentspannung – das lässt sich in den Pausen gut dazwischenschieben und ich muss nicht den ganzen Unterricht entfallen lassen.“

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