Mittwoch, 21. August 2019
Navigation öffnen

Patientenbereich

27. April 2018 Händehygiene im Universitätsklinikum Regensburg erlangt Goldstatus

Die „Aktion Saubere Hände“ hat das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) als einziges Universitätsklinikum in Bayern mit dem Gold-Zertifikat ausgezeichnet. Damit gehört das UKR in Sachen Händehygiene nachgewiesenermaßen zu den besten Klinika in Deutschland.
Eine gute Händehygiene ist im Krankenhaus die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung von Infektionen und zur Verbreitung von multiresistenten Keimen. Im Universitätsklinikum Regensburg hat die Händehygiene nun Goldstatus erreicht: Die „Aktion Saubere Hände“, eine nationale Kampagne zur Verbesserung des Händedesinfektionsverhaltens in deutschen Gesundheitseinrichtungen, hat dem UKR das Gold-Zertifikat verliehen. „Um dieses Zertifikat zu erhalten, mussten wir einen umfangreichen Anforderungskatalog erfüllen. Wir sind sehr stolz, als einziges Universitätsklinikum in Bayern und als eines der wenigen Universitätsklinika in Deutschland über diesen hohen Standard bei der Händedesinfektion zu verfügen!“, freut sich Professor Dr. Wulf Schneider, Inhaber der Professur für Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Regensburg.
 
Professor Dr. Wulf Schneider, Inhaber der Professur für Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Regensburg (UKR), und Professor Dr. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor UKR, mit dem Gold-Zertifikat der „Aktion Saubere Hände“. © UKR/Johannes Beutler
Professor Dr. Wulf Schneider, Inhaber der Professur für Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum Regensburg (UKR), und Professor Dr. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor UKR, mit dem Gold-Zertifikat der „Aktion Saubere Hände“. © UKR/Johannes Beutler


Hohe Anforderungen an Gold-Zertifizierung

Die „Aktion Saubere Hände“ vergibt seit 2011 für die Händehygiene in Gesundheitseinrichtungen Zertifikate in Gold, Silber und Bronze. Die Anforderungen an das Gold-Zertifikat sind besonders hoch: So muss ein Krankenhaus unter anderem angeben, in welchem Umfang sich Ärzte und Pflegekräfte die Hände desinfizieren. Aus diesem Grund haben die Mitarbeiter der Krankenhaushygiene des UKR zwei Jahre lang auf allen sechs Intensivstationen und auf sechs Allgemeinstationen die Händehygiene bei rund 3.000 Patientenkontakten dokumentiert. Auch die Etablierung einer Lenkungsgruppe, die Einbeziehung des Klinikumsvorstands, regelmäßige Fortbildungen der Mitarbeiter zur Händedesinfektion und die Information von Patienten über die Bedeutung der Händehygiene für die Vermeidung von Infektionen gehören zu den nachzuweisenden Maßnahmen. Eines der wichtigsten Kriterien für die Vergabe des Zertifikats ist außerdem der durchschnittliche Händedesinfektionsmittelverbrauch auf den Stationen pro Patient, der über einem bestimmten Referenzwert liegen muss.

„Gold bekommt nur, wer im Vergleich mit den anderen teilnehmenden Kliniken beim Verbrauch von Händedesinfektionsmitteln im oberen Viertel liegt. Auf unseren IMC-Stationen gehören wir sogar zu den oberen 10 Prozent. Jetzt heißt es dran bleiben, um diesen hohen Standard zu halten und weiter auszubauen“, fordert Professor Schneider. Denn das Siegel gilt lediglich für zwei Jahre. Danach muss das UKR erneut belegen, dass seine Mitarbeiter verglichen mit denen in anderen Klinika eine außergewöhnlich gute Händedesinfektion aufweisen.

UKR rüstet gegen Krankenhauskeime auf

In Deutschland werden aktuell etwa 18 Millionen Menschen pro Jahr vollstationär behandelt. Je nach Art und Umfang sind medizinische Eingriffe mit einem spezifischen Infektionsrisiko verbunden. Im Jahr 2016 wurden rund 1.600 nosokomiale Ausbrüche, also gehäuft auftretende Krankenhausinfektionen, an das Robert-Koch-Institut gemeldet. Den zunehmenden Problemen durch nosokomiale Infektionen mit antibiotikaresistenten Bakterien steht bundesweit ein erheblicher Mangel an Ärzten mit krankenhaushygienischer und infektiologischer Expertise gegenüber.

„Als Krankenhaus der Maximalversorgung müssen wir alles tun, um unsere kranken und schwerstkranken Patienten und natürlich auch unsere Mitarbeiter vor vermeidbaren Infektionen und gefährlichen Keimen zu schützen. Wir haben am UKR nicht nur die erste Professur für Krankenhaushygiene in Bayern etabliert, sondern verfügen nun auch nachweislich über einen sehr guten Standard bei der Händedesinfektion. Mittelfristig wollen wir eine eigene Abteilung für Krankenhaushygiene etablieren und ein ‚Zentrum für Krankenhaushygiene Ostbayern‘ aufbauen“, erläutert Professor Dr. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Regensburg, die Strategie des UKR gegen Krankenhausinfektionen. Am Institut für Klinische Mikrobiologie und Hygiene Regensburg stellt die Krankenhaushygiene schon heute den am stärksten wachsenden Teilbereich dar. Neben drittmittelgeförderten Forschungsprojekten unter anderem zur Bedeutung von antimikrobiellen Oberflächen werden 20 externe Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen in Bayern mit insgesamt über 3.000 Betten in allen wesentlichen Hygiene-Aspekten vom Hygieneteam betreut, das damit im ostbayerischen Raum in Hygienefragen eine führende Stellung einnimmt und auch die Forschung auf diesem Gebiet, zum Beispiel bei der Analyse der Übertragung von multiresistenten Erregern mit modernen Nachweismethoden, weiter voranbringen will.
 
Professor Dr. Wulf Schneider ist Experte für Hygienefragen im Universitätsklinikum Regensburg.© UKR/Ulla Lohse
Professor Dr. Wulf Schneider ist Experte für Hygienefragen im Universitätsklinikum Regensburg.© UKR/Ulla Lohse
 

Universitätsklinikum Regensburg


Weitere Beiträge zum Thema

Herzrhythmusstörungen: Wann Herzstolpern gefährlich wird

Herzrhythmusstörungen: Wann Herzstolpern gefährlich wird
© psdesign1 - stock.adobe.com

Schlägt das Herz unregelmäßig und „stolpert“, sprechen Herzmediziner von Palpitationen. Das Stolperherz umfasst verschiedene Herzrhythmusstörungen, die ohne Vorwarnung auftreten können. Schlägt das Herz plötzlich anders als gewohnt, wird das von den meisten als beängstigend empfunden. „Ist mein Herz in Gefahr?“, fragen sich Betroffene, wenn kräftiges Herzklopfen, Herzrasen oder Aussetzer des Herzschlags wie aus dem Nichts kommen. „Herzstolpern beschreibt das unangenehme Wahrnehmen des Herzschlags, der...

Reha-Maßnahme bei Diabetes Typ 2 – so geht‘s

Reha-Maßnahme bei Diabetes Typ 2 – so geht‘s
© Robert Kneschke - stock.adobe.com

Sie wissen nicht, wie Sie am Arbeitsplatz mit Ihrer Diabeteserkrankung umgehen sollen? Sie bekommen Ihren Langzeit-Blutzuckerwert HbA1c nicht in den Griff oder leiden zusätzlich unter Depressionen? Sie müssten dringend abnehmen, sich mehr bewegen und gesund ernähren? Dann könnte eine medizinische Rehabilitation die richtige Maßnahme für Sie sein. Was bei der Antragstellung zu beachten ist, erklären Experten. 

Mehr allergische Reaktionen nach Wespenstichen

Mehr allergische Reaktionen nach Wespenstichen
© abet - stock.adobe.com

Experten warnen in diesen Tagen in den Medien vor einem extremen Wespen-Sommer 2019. Normalerweise gehen uns die schwarz-gelben Insekten erst im August und September auf die Nerven, doch dank der Saharahitze gehen Fachleute nun von einer verfrühten Saison mit mehr Wespen aus. In den vergangenen beiden Sommern hielt sich die Plage laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse dagegen in Grenzen: Demnach wurde knapp jeder Fünfte von rund 1.000 Befragten mindestens einmal von einer Wespe gestochen. Nur 13 Prozent der Betroffenen sagten, dass...

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein

Essstörungen bei Diabetes können lebensgefährlich sein
© weixx - stock.adobe.com

Essstörungen treten bei jungen Patientinnen mit Typ-1-Diabetes zwei- bis dreimal häufiger auf als bei gesunden Frauen. Die Betroffenen hoffen, Gewicht zu verlieren, indem sie zeitweise darauf verzichten, sich Insulin zu spritzen. Damit riskieren sie unumkehrbare Schäden an Nerven und Gefäßen und im schlimmsten Fall sogar ihr Leben. Anlässlich einer gemeinsamen Pressekonferenz am 18. Juni in Berlin rufen Diabetes- und Hormonexperten dazu auf, die Kombination dieser beiden Erkrankungen stärker in den Fokus zu rücken. Insbesondere Ärzte und...

Das könnte Sie auch interessieren

Wissen ist das beste Beruhigungsmittel – Das Blog zur Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense

Wissen ist das beste Beruhigungsmittel – Das Blog zur Migräne- und Kopfschmerz-App M-sense
© Newsenselab GmbH

Nur wer die wesentlichen Vorgänge von Migräne- und Kopfschmerz-Attacken in seinem Körper versteht, erlangt genug Orientierung und Kompetenz im Umgang mit seiner Krankheit. Darum haben wir von der Migräne und Kopfschmerz-App M-sense ein Blog gestartet, in dem wir unsere Expertise teilen und diskutieren: von aktuellen Studien bis zur weiterführenden Link-Sammlung, von Erfahrungen, Rückschlägen und Hilfe. Doch vor allem möchten wir hier Wissen, Kompetenz und Verständnis vermitteln. Die M-sense-Nutzer sollen ebenfalls zu Wort kommen,...

Myome – Eine Ursache für unerfüllten Kinderwunsch

Myome – Eine Ursache für unerfüllten Kinderwunsch
© Sandra Thiele / fotolia.com

Myome sind die häufigsten gutartigen Tumore der weiblichen Geschlechtsorgane: Es wird geschätzt, dass zwischen 20 und 40 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind. Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Jörg B. Engel und Dr. med. Eva Velten bietet das Myomzentrum am Krankenhaus Nordwest Betroffenen kompetente Beratung, modernste Diagnostik und zielgerichtete Behandlungsmöglichkeiten. Patientinnen, bei denen ein Myom der Grund für den unerfüllten Kinderwunsch ist, erhalten Unterstützung und Hilfestellungen.

Migräne: „World Brain Day“ widmet sich individualisierter Therapie

Migräne: „World Brain Day“ widmet sich individualisierter Therapie
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Der „World Brain Day“ widmet sich am 22. Juli dem Thema Migräne. In Deutschland sind etwa 10% der Bevölkerung von Migräne betroffen, Frauen etwa doppelt so häufig wie Männer. Doch viele werden nicht diagnostiziert und ärztlich behandelt – sie therapieren sich stattdessen lieber selbst. Nicht selten führt das zu Chronifizierung und neuen Kopfschmerzen, denn Schmerzmedikamente können bei häufiger Einnahme Kopfschmerzen verursachen oder verstärken. Dabei lasse sich durch eine leitliniengerechte und individualisierte Therapie...

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Händehygiene im Universitätsklinikum Regensburg erlangt Goldstatus"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der rsmedia GmbH widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.