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21. Februar 2017

HIV – noch keine Heilung in Sicht, aber erfolgreiches „In-Schach-Halten“

Das menschliche Immundefizienzvirus (HIV, human immunodeficiency virus) gehört zur Familie der Retroviren und verursacht das erworbene Immunschwächesyndrom (AIDS, acquired immunodeficiency syndrome). Die Ansteckung mit dem HIV verläuft über infektiöse Körperflüssigkeiten, wie z.B. Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit und Flüssigkeit auf der Enddarmschleimhaut. 2-4 Wochen nach einer Infektion treten bei Patienten meist Beschwerden, wie z.B. Fieber, Nachtschweiß, Diarrhoe, Abgeschlagenheit, Lymphknotenschwellungen und Hautausschläge, auf. Da diese Symptome der einer Grippe ähneln, wird die HIV-Infektion in diesem Stadium oft nicht erkannt. Das Virus kann sich unbemerkt vermehren. Bleibt die Krankheit unbehandelt und versagt das Immunsystem des Erkrankten, bildet sich das Vollbild AIDS aus, mit Lungenentzündungen, Mykosen oder Krebs.

Das HIV nutzt das CD4-Molekül und bestimmte Chemokin-Rezeptoren, um in Helfer-T-Zellen einzudringen und diese zu ihrer eigenen Vermehrung zu nutzen. Dadurch werden die Helfer-T-Zellen zerstört und betroffene Patienten werden anfällig für normalerweise ungefährliche Infektionen.

Eine HIV-Infektion kann durch Immunassays (ELISA), die die vom menschlichen Immunsystem gebildeten Antikörper gegen das Virus detektieren, nachgewiesen werden. Moderne Tests der 4. Generation erfassen zusätzlich das p24-Antigen des HIV-1-Virus. Zur Bestätigung des Testergebnisses oder bei unsicheren Testergebnissen kann zusätzlich ein Western-Blot durchgeführt werden, mit dem ebenfalls HIV-spezifische Antikörper nachgewiesen werden können. Eine RT-PCR zum Nachweis von ist eines der schnellsten und genausten Nachweisverfahren einer HIV-Infektion.

Die AIDS-Pandemie hat bereits mehr als 25 Millionen Menschenleben gefordert. Allerdings gibt es mittlerweile Medikamente, die eine Vermehrung des HIV im Körper verhindern können, so dass viele HIV-Patienten relativ lange mit dem Virus leben können und es nicht mehr zum Stadium AIDS kommen muss. Eine Heilung gibt es bisher allerdings nicht.

Aktuell existieren 6 Medikamentenklassen (mit >25 zugelassenen Medikamenten) zur Behandlung von HIV:
• Reverse-Transkriptase-Inhibitoren: Nukleosidale (NRTI) sowie
• nicht-nukleosidale Reverse-Transkriptase-Inhibitoren ( NNRTI), die das Enzym Reverse Transkriptase blockieren.
• Integrase-Inhibitoren: hemmen den Einbau der HIV-DNA in die menschliche DNA
• Protease-Inhibitoren (PI): hemmen die Virus-Protease und somit die Produktion neuer Virusbausteine
• Entry-Inhibitoren (CCR5s) oder auch Fusionsinhibitoren wie Maraviroc verhindern, dass das HIV an die CD4-Zellmembran bindet und in diese eindringt.

Für die  antiretrovirale Therapie ART werden jeweils mehrere Medikationen dieser Medikamentenklassen kombiniert, um das Virus in allen Szenarien der Vermehrung oder des Eintritts in die Wirtszelle zu schädigen.
Literatur:

1. Alberts B, Johnson A, Lewis J et al. Molekularbiologie der Zelle. Übersetzung herausgegeben von U Schäfer. 5. Auflage 2011. Wiley-VCH Verlag.
2. Pantaleo G, Graziosi C, Fauci AS. New concepts in the immunopathogenesis of human immunodeficiency virus (HIV) infection. New Engl J Med 1993;328:327-35.
3. https://www.aidshilfe.de Stand November 2016.

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