Freitag, 16. April 2021
Navigation öffnen
Patientenbereich
28. November 2016

Rheumakranke Menschen sollten auf ihren Impfschutz achten

Egal, ob Tetanus oder jährliche Grippeimpfung: Wer an einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung leidet, sollte auf einen guten Impfschutz achten. Darauf weist die Deutsche Rheuma-Liga hin. Ausführliche Informationen rund um das Thema hat der Verband auf den Internetseiten zusammengestellt.
Anzeige:
Eigenwerbung
 
Die Empfehlungen der Experten sind eindeutig: Vor allem chronisch kranke Menschen sollten sich jetzt gegen Grippe impfen lassen, denn sie haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung. "Aus unseren Beratungen von betroffenen Rheuma-Kranken vor Ort wissen wir, dass trotz der Empfehlungen viele Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen vor der Influenza-Impfung und anderen Schutzimpfungen zurückschrecken", weiß Professorin Dr. Erika Gromnica-Ihle, internistische Rheumatologin und Ehrenpräsidentin der Deutschen Rheuma-Liga. "Viele haben Angst, dass die Impfung eine Verschlechterung ihrer Krankheit auslösen könnte", berichtet sie.

Diese Sorge ist unbegründet: Wer in einer Phase niedriger Krankheitsaktivität seinen Impfschutz auffrischen lässt, muss keinen akuten Krankheitsschub befürchten. Dennoch sind viele Patienten verunsichert, ob und wann sie sich impfen lassen dürfen. Professor Dr. Klaus Krüger, Rheumatologe in München und Sprecher der Arzneimittelkommission der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie, stellt klar: "Viele Patienten mit autoimmun-vermittelten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen nehmen dauerhaft Medikamente ein, die in das Immunsystem eingreifen und die chronische Entzündung im Körper eindämmen. Sie dürfen daher keine Lebendimpfstoffe erhalten. Dazu gehören zum Beispiel die Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken." Impfungen gegen Grippe, Diphterie, Tetanus, Pneumokokken und viele andere Krankheiten enthalten dagegen nur inaktivierte, abgetötete Krankheitserreger oder nur Bruchteile davon. "Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen dürfen diese Impfungen meist auch dann erhalten, wenn sie Medikamente nehmen", stellt der Experte klar.

Wichtig sei es, einen Zeitraum zu wählen, in dem es den Patienten gut geht, beziehungsweise den Impfschutz aufzufrischen, bevor ein medikamentöser Eingriff ins Immunsystem startet. Professorin Erika Gromnica-Ihle betont: "Nehmen Sie zum nächsten Termin beim Rheumatologen Ihren Impfpass mit und besprechen mit ihm, welche Schutzimpfungen für Sie persönlich sinnvoll sind."

Besonders wichtig sind Impfungen für rheumakranke Kinder: "Bestimmte Erkrankungen und ihre notwendige medikamentöse Therapie bergen unter anderem ein erhöhtes Risiko für schwere bakterielle Infektionen, wie Hirnhaut- und Lungenentzündung sowie Blutvergiftung", betont Dr. Fabian Speth vom Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie in Garmisch-Partenkirchen. Betroffene Kinder sollten deshalb in Rücksprache mit dem betreuenden Kinderrheumatologen vorbeugend geimpft werden. Das gilt auch für typische Kinderkrankheiten. Zum Teil kann man sogar nachträglich impfen, etwa, wenn ein ungeimpftes Kind Kontakt zu einem Altersgenossen hatte, der an Windpocken oder Masern erkrankt ist. "In diesem Fall kann man unter Umständen eine Notfallimpfung durchführen", erläutert Dr. Speth.

Prof. Dr. Stefan Schewe, Vorstandsmitglied der Deutschen Rheuma-Liga, weist auf die Wichtigkeit der Pneumokokken-Impfung hin: „Neben der Grippe-Impfung jedes Jahr ist vor allem die Pneumokokken-Impfung für jeden wichtig, der eine entzündliche Rheumaerkrankung hat und entweder unter einer Basistherapie steht oder sie beginnen muss. Darüber hinaus sollten sich alle älteren Personen über 60 Jahren dieser Impfung unterziehen, da für beide Gruppen ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit diesem Erreger besteht: Pneumokokken können zu tödlichen Lungenentzündungen und anderen Infektionen führen.“

Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.


Anzeige:
Eigenwerbung
 
Weitere Beiträge zum Thema
Oft unerkannt: Hüftdysplasie beim Erwachsenen
Oft unerkannt: Hüftdysplasie beim Erwachsenen
@Sebastian Kaulitzki / Fotolia.de

Eine leichte Form der Hüftdysplasie – eine Fehlbildung der Hüftgelenkpfanne – bleibt häufig Jahrzehnte lang unerkannt, weil sie zunächst keine Schmerzen verursacht. Bei Erwachsenen kann eine Hüftdysplasie jedoch zur Zerstörung der Hüftpfanne führen. Vor allem sportlich aktive Menschen können davon betroffen sein. Bei unspezifischen Schmerzen im Rücken und in der Leiste empfehlen Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) deshalb anlässlich des Tages der Rückengesundheit am 15....

„Lebensqualität mit einer Nierenerkrankung” – Eingeschränkte Nierenfunktion bei Diabetes mellitus früh erkennen und behandeln
„Lebensqualität mit einer Nierenerkrankung” – Eingeschränkte Nierenfunktion bei Diabetes mellitus früh erkennen und behandeln
©SciePro - stock.adobe.com

Nierenkrankheiten sind bei Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes nach wie vor eine häufige Begleit- und Folgeerkrankung. Jeder dritte Patient, der eine Nierenersatztherapie benötigt, hat als Ursache für das chronische Nierenversagen einen Diabetes mellitus. Die Mehrheit dieser Betroffenen sind Menschen mit Typ-2-Diabetes, teils kommen aber auch Menschen mit Typ-1-Diabetes an die Dialyse. Insgesamt sind Schätzungen zufolge in Deutschland etwa 30.000 bis 40.000 Menschen mit Diabetes auf die Dialyse angewiesen. Bei manchen ist sogar eine Nierentransplantation notwendig...

Im Fakten-Check: 7 Vorurteile über die Darmkrebsvorsorge
Im Fakten-Check: 7 Vorurteile über die Darmkrebsvorsorge
©cryonoid_media / Fotolia.de

Die gesetzliche Vorsorge-Darmspiegelung ist mittlerweile 19 Jahre alt und hat sich auch seit ihrer Einführung 2002 stetig weiterentwickelt. Trotzdem existieren immer noch Vorurteile und Mythen über diese Untersuchung. Und manches hat sich regelrecht in eine Art kollektives Gedächtnis eingebrannt: So denken immer noch viele, dass man vor der Untersuchung tagelang Diät halten und unzählige Liter Abführmittel trinken müsse. Wie falsch es sein kann, die Vorsorge aufgrund dieser Vorbehalte hinauszuzögern, zeigt diese Auswertung: Aktuell erkranken rund...

Weltglaukomtag am 12. März 2021: Lasern als Alternative zu Augentropfen bei grünem Star
Weltglaukomtag am 12. März 2021: Lasern als Alternative zu Augentropfen bei grünem Star
©Sergey Nivens - stock.adobe.com

Der grüne Star ist eine der häufigsten Ursachen für Erblindung in der westlichen Welt, in Deutschland sind etwa eine Million Menschen betroffen. Um das Fortschreiten des Augenleidens aufzuhalten, werden meistens Augentropfen eingesetzt. Neue Studien belegen, dass eine Laserbehandlung ähnlich wirkungsvoll sein kann wie eine medikamentöse Behandlung. Anlässlich des Weltglaukomtages empfehlen Experten der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) daher, Lasern als Alternative zu Augentropfen bei einigen Formen des grünen Stares anzubieten, die noch...

Das könnte Sie auch interessieren

Patienten-Information.de im neuen Design – seriöse Gesundheitsinformationen leichter finden

Patienten-Information.de im neuen Design – seriöse Gesundheitsinformationen leichter finden
© LIGHTFIELD STUDIOS - stock.adobe.com

Die Webseite präsentiert sich im modernen Design und mit übersichtlicher Struktur. Die neu gestaltete Startseite ermöglicht einen schnellen Sucheinstieg zu rund 100 Krankheitsbildern und Gesundheitsthemen. Alle Inhalte sind kostenlos, werbefrei und leicht verständlich. Außerdem beruhen sie auf aktuellen Forschungsergebnissen. So können Patientinnen und Patienten gemeinsam mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt gute Entscheidungen bei Gesundheitsfragen treffen.   

Oft unerkannt: Hüftdysplasie beim Erwachsenen

Oft unerkannt: Hüftdysplasie beim Erwachsenen
@Sebastian Kaulitzki / Fotolia.de

Eine leichte Form der Hüftdysplasie – eine Fehlbildung der Hüftgelenkpfanne – bleibt häufig Jahrzehnte lang unerkannt, weil sie zunächst keine Schmerzen verursacht. Bei Erwachsenen kann eine Hüftdysplasie jedoch zur Zerstörung der Hüftpfanne führen. Vor allem sportlich aktive Menschen können davon betroffen sein. Bei unspezifischen Schmerzen im Rücken und in der Leiste empfehlen Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) deshalb anlässlich des Tages der Rückengesundheit am 15....

Rezeptfreie Schmerzmittel: Packungsbeilage beachten und Apotheker fragen

Rezeptfreie Schmerzmittel: Packungsbeilage beachten und Apotheker fragen
© Nenov Brothers / Fotolia.com

Rezeptfreie Schmerzmittel sind wirksam und sicher. „Sie sollten jedoch – wie alle anderen Arzneimittel – strikt nach Packungsbeilage eingenommen werden“, sagt Dr. Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft beim Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH). Er reagiert damit auf den Fernsehbeitrag des ARD-Magazins Plusminus vom 13.09.2017, der rezeptfreie Schmerzmittel als gefährlich darstellt.

Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"Rheumakranke Menschen sollten auf ihren Impfschutz achten"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der Medical Tribune Verlagsgesellschaft mbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.


EILMELDUNGEN zu SARS-CoV-2 und COVID-19
  • Impfen in der Hausarztpraxis: Spezifische Bestellung des COVID-Impfstoffs möglich
  • Impfen in der Hausarztpraxis: Spezifische Bestellung des COVID-Impfstoffs möglich