Freitag, 2. Dezember 2022
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Gesundheitspolitik

Corona und die Bewältigung der Folgen in den Schulen

Die Pandemie verstärkt in hohem Maß Phänomene und Tendenzen, die uns seit langem im schulischen Kontext begegnen. Das zurückliegende Schuljahr hat innerhalb der Schulpsychologie gezeigt:
  • Eine Zunahme emotionaler und psychischer Belastungen bei Schülerinnen und Schülern und ihren Familien.
  • Eine Verstärkung bereits bestehender Ungleichheiten von Bildungschancen und sozialer Teilhabe.
  • Eine Zunahme der Belastungen von Lehrkräften durch den Wechsel von Präsenz und Fernunterricht, unzureichende technische Ausstattungen, Ungewissheit und eigene Gesundheitsrisiken.
Grundbedürfnisse von Kindern und Jugendlichen nach Kontakten zu Gleichaltrigen sowie individueller Unterstützung beim Lernen wurden wiederholt durch Schulschließungen massiv eingeschränkt. Aktuelle Studien und Befragungen haben ergeben, dass sich die tägliche Lernzeit der Schülerinnen und Schüler durch die Schulschließungen halbiert hat, von 7 auf 3 Stunden. Stattdessen hat sich die Beschäftigung mit Computerspielen, Fernsehen und Smartphones auf durchschnittlich 5 Stunden täglich erhöht. Die Schülerinnen und Schüler zeigen zunehmende Auffälligkeiten, wie Schulabsentismus, Verhaltensprobleme, psychosomatische und depressive Symptome, Ängste, Abhängigkeit von elektronischen Medien bis hin zu behandlungsbedürftigen psychischen Störungen. Besonders trifft es diejenigen Schülerinnen und Schüler, die bereits vor der Pandemie belastet waren.
 
 

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Erschienen am 13.09.2021DAK-Sonderanalyse untersucht Auswirkungen der Corona-Pandemie in der Krankenhausversorgung 2020.

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©Victor– stock.adobe.com
Mit Beginn des neuen Schuljahres sind diese Folgen nicht verschwunden. Es ist jetzt an der Zeit sich nachhaltig Gedanken zur Bewältigung der komplexen psychosozialen Folgen der Corona-Krise zu machen. Neben den wichtigen Maßnahmen für den Infektionsschutz sollte auch ein nachhaltiger Maßnahmenplan für die psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern sowie ihren Eltern, Lehrkräften und nichtlehrendem Personal erarbeitet werden. Prävention und Intervention müssen Hand in Hand gedacht werden.

Insbesondere die Kultusministerkonferenz ist in der Verantwortung, den Ausbau des schulpsychologischen Angebots dringend zu regulieren, damit in allen Bundesländern ein gleichwertiger Zugang zu schulpsychologischer Beratung und Unterstützung vorliegt.

Mehr Psychologie in die Schulen

Schulpsychologinnen und Schulpsychologen unterstützen die schulische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und leisten einen wesentlichen Beitrag bei der Bewältigung der vielfältigen und tiefgreifenden Folgen der Pandemie. Schulpsychologische Arbeit setzt dabei u. a. an folgenden Schwerpunkten an:
 
  1. Individuelle psychologische Beratung und Unterstützung besonders betroffener Schülerinnen und Schüler und ihrer Eltern.
  2. Beratung zu pädagogisch-psychologischen (Präventions-)Maßnahmen im Umgang mit Motivationsverlust, Schulabsentismus, Ängsten und Sorgen bei Schülerinnen und Schülern
  3. Beratung und Unterstützung von Lehrkräften (Supervision, Coaching, Fortbildung), besonders vor dem Hintergrund der z.T. belastenden Pandemie-Erfahrungen.
     
     
     

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    ©Iakov Filimonov – stock.adobe.com

24. Bundeskongress für Schulpsychologie vom 20. bis 24. September 2021

Im kommenden Jahr werden 100 Jahre Schulpsychologie in Deutschland gefeiert werden und der 24. Bundeskongress gibt den Startschuss für das Jubiläumsjahr 2022. Seit ihren Anfängen hat sich die Schulpsychologie durch konstruktive Lösungen zu vielfältigsten historischen und gesellschaftlichen Herausforderungen hervorgetan. Corona ist eine solche hochaktuelle historische Herausforderung für alle Menschen in und um Schule, auch für die schulpsychologische Profession selbst.

Weitere Informationen, Details und Anmeldung zum Kongress unter: https://www.bdp-schulpsychologie.de/aktuell/buko/2021/

Quelle: Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen e.V.


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