Dienstag, 28. Mai 2024
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Gesundheitspolitik

WHO-Resolution Meilenstein zur weltweiten Stärkung der Rehabilitation

WHO-Resolution Meilenstein zur weltweiten Stärkung der Rehabilitation
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Weltweit erhält bis zur Hälfte der Bevölkerung nicht die Rehabilitation, die sie benötigt. Das will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun ändern. Ihre Resolution zur „Stärkung der Rehabilitation in den Gesundheitssystemen“ wurde jetzt auf der 76. Weltgesundheitsversammlung von allen 194 Mitgliedsstaaten unterzeichnet. Diesen Erfolg bezeichnet die WHO als bahnbrechend. Der Bundesvorsitzende BDH Bundesverband Rehabilitation Peter Weiß spricht von einem Meilenstein, dem jetzt Taten auch in Deutschland folgen müssen.

Bedeutung von Rehabilitation wird oft unterschätzt

„Auch in unserem deutschen Gesundheitssystem wird die Bedeutung von Rehabilitation oft unterschätzt. Zugangswege sind kompliziert und Widerspruchsverfahren mit den Kostenträgern oftmals unnötig. Viel zu oft verzögert das notwendige Gesundheitsprozesse. Auch die aktuelle Reform der Strukturierung und Finanzierung der Krankenhäuser zeigt deutlich, dass das, was moderne Reha nach medizinischen Leitlinien für die Gesundheit der Bevölkerung leistet, immer noch unter dem Radar der Politik läuft. Das muss sich dringend ändern“, so Weiß.

Rehabilitationsbedarf der WHO-Mitgliedsländer

Ende 2022 hatte die WHO eine umfassende Publikation vorgelegt, in der sie den Rehabilitationsbedarf in jedem ihrer Mitgliedsländer erhob. Für Deutschland fand sie heraus, dass fast 38,5 Millionen Menschen eine Erkrankung haben, mit der sie von Rehabilitation profitieren können. Nachweislich lassen sich gesundheitliche Folgerisiken und akute Krankenhausaufenthalte verringern.

„Besonders häufig sind Erkrankungen des Bewegungsapparates, gefolgt von sensorischen Störungen. An dritter Stelle stehen neurologische Erkrankungen, die oft zu stärkeren Alltagseinschränkungen führen. Die WHO spricht von über 3,3 Millionen Menschen (8,6%) für Deutschland. Mit zunehmender Tendenz, auch weil unsere Gesellschaft älter wird“, konkretisiert Prof. Thomas Platz, BDH-Forschungsdirektor, Greifswald.

Er begrüßt ausdrücklich das WHO-Programm „Rehabilitation 2030“, mit der die Entwicklung fachlicher Leitlinien und Ressourcen sowie die Entwicklung realisierbarer Ziele und Indikatoren festgeschrieben werden sollen.
 
 

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Frührehabilitation ist entscheidend

Prof. Thomas Platz betont: „Mit unseren Erfahrungen aus den fünf BDH-Kliniken für Neurorehabilitation, unter anderem in der Versorgung von Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, unterstützen wir, dass die WHO zukünftig Rehabilitations- und Hilfstechnologien auch in die medizinischen Notfallteams der Organisation integrieren möchte, die in Krisensituationen eingesetzt werden. Wir wissen, wie wichtig für unsere Patientinnen und Patienten eine früh einsetzende qualitativ hochwertige multiprofessionelle medizinische Rehabilitation für deren weitere Lebensqualität ist. Und es bedarf der strukturierten rehabilitativen Versorgung von der Klinik bis in die Häuslichkeit. Hier gibt es auch in Deutschland Verbesserungsbedarf."

Peter Weiß fordert: „Frührehabilitation muss auch in zukünftigen Krankenhausplanungen ausreichend finanziert werden. Sie ist ein bedeutsamer Baustein zur Gewährleistung der Menschenrechte, einschließlich der bestmöglichen körperlichen und geistigen Gesundheit. Die Umsetzung der WHO-Resolution muss deshalb weltweit und auch in Deutschland zu einer politischen Priorität werden."
 
 

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Quelle: BDH Bundesverband Rehabilitation e.V.

Literatur:

World Health Organization. Regional Office for Europe. (‎2022)‎. The need for rehabilitation services in the WHO European Region. World Health Organization. Regional Office for Europe. https://apps.who.int/iris/handle/10665/364705. Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0 IGO


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