Montag, 5. Dezember 2022
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Medizin

S2k-Leitlinie Rosacea: Was hat sich geändert?

S2k-Leitlinie Rosacea: Was hat sich geändert?
© Alessandro Grandini - stock.adobe.com
Rötungen und sichtbare Äderchen im Gesicht, Papeln und Pusteln, Entzündungen an den Augen und Lidern: Die Symptome der Rosazea, einer weit verbreiteten chronisch-entzündlichen Hauterkrankung, sind gut erkennbar und oft aufgrund der ästhetischen Komponente eine Bürde für die Betroffenen. Die S2k-Leitlinie Rosazea der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) erläutert die neue symptomorientierte Einteilung nach Phänotypen, erklärt wie die Rosazea von anderen Dermatosen wie z. B. Akne abgegrenzt wird und welche medikamentösen, chirurgischen und photomedizinischen Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Was sind die Schwerpunkte der Rosazea-Leitlinie?

  • Augenbeteiligung (okuläre Rosazea)
  • Rolle psychosozialer Aspekte
  • Ratschläge für die Haut- und Körperpflege der Patient:innen

Wie häufig ist Rosazea?

Rosazea ist eine chronisch-entzündliche, nicht ansteckende Hauterkrankung. Genaue Zahlen zur Häufigkeit gibt es nicht. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland etwa 2 bis 5% Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Die Rosazea tritt meist im mittleren Alter auf und ist durch bleibende Rötung oder anfallsartig auftretende Rötung (Flush) sowie sichtbare Blutgefäße (Teleangiektasien) gekennzeichnet.
 
 

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Welche Symptome zeigen sich unter Rosacea?

Papeln, Pusteln und auch Schwellungen können hinzukommen. Die Dermatose tritt an Wangen, Kinn, Stirn und Nase, seltener an Kopfhaut, Nacken oder im Brustbereich auf. Während anfangs die Symptome therapeutisch gut zu beeinflussen sind, werden die Schübe im Laufe der Zeit bei manchen Patient:innen schwerer. Auch die Augen können betroffen sein. „Die Rosacea ist eine komplexe Dermatose, deren frühere Einteilung nach Subtypen obsolet ist“, betont der Leitlinienkoordinator Dr. med. Dr. rer. biol. hum. Benjamin Clanner-Engelshofen.

Neue S2k-Leitlinie unterteilt Rosacea nach Phänotypen

Die neue S2k-Leitlinie empfiehlt eine symptomorientierte Einteilung nach Phänotypen. „Das ist die Basis für eine individualisierte Diagnostik und Therapie“, so Clanner-Engelshofen, Hautarzt an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie, LMU München. Vorgestellt werden in der Leitlinie die vielen Sonderformen der Rosacea und zahlreiche Differentialdiagnosen, einschließlich der diagnostischen Möglichkeiten zur Abgrenzung.
 
 

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Okuläre Rosacea: Tipps für Lidrandhygiene

Die jetzt erschienene S2k-Leitlinie Rosacea erweitert die vorangehenden Empfehlungen. Neu ist beispielsweise das Kapitel zur Augenbeteiligung. „Von einer okulären Rosacea sind 50% der Patient:innen betroffen. Hier gibt die Leitlinie konkrete Hinweise zur medikamentösen Therapie, aber auch – gerichtet an die Betroffenen – Tipps für eine gute Lidrandhygiene“, sagt Clanner-Engelshofen.

Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten in der S2k-Leitlinie Rosacea

Kapitelweise beschreiben und diskutieren die Leitlinienautor:innen detailliert sämtliche Behandlungsmöglichkeiten unter Berücksichtigung der aktuellen Studienlage:
 
  • topische Therapie,
  • systemische Therapie,
  • kombinierte Therapie,
  • alternative Therapien (PDT, Laser, IPL, Chirurgie),
  • Therapie spezieller Formen,
  • Therapie der okulären Rosacea und
  • dermokosmetische Maßnahmen. 

Welche Hautpflege bei Rosacea?

Ein weiteres Kapitel ist der Dermokosmetik gewidmet. Hier erfahren Patient:innen, wie sie selbst dermokosmetisch ihrer Haut helfen können. Die Haut sollte schonend gereinigt werden, zum Beispiel mit lauwarmem Wasser und ph-neutralen Waschsubstanzen. „Alles, was die Haut irritiert, wie starkes Reiben, Peelings und durchblutungsfördernde Stoffe, sollte vermieden werden“, betont Clanner-Engelshofen. Zu empfehlen sind weiterhin Kosmetika mit aktiven Inhaltsstoffen zur Besserung der Beschwerden und die tägliche Anwendung eines Breitspektrum-Sonnenschutzes.

S2k-Leitlinie Rosacea richtet sich vor allem auch an Ophthalmolog:innen

Die neue S2k-Leitlinie richtet sich nicht nur an Hautärzt:innen, sondern enthält viele wichtige Empfehlungen für Mediziner:innen angrenzender Fachbereiche. „Wir würden uns freuen, wenn diese Leitlinie vor allem auch in der Allgemeinmedizin und der Ophthalmologie wahrgenommen würde“, fasst Professor Dr. med. Michael Hertl, Präsident der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG), zusammen.
 
Leitlinie Rosacea

Quelle: DDG



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