Donnerstag, 8. Dezember 2022
Navigation öffnen
Medizin

COVID-19: Kinder entwickeln langfristige Immunität

COVID-19: Kinder entwickeln langfristige Immunität
© peterschreiber.media - stock.adobe.com
Wie verläuft eine COVID-19-Infektion bei Kindern, sind sie nach einem milden Verlauf geschützt und welche Rolle spielen sie im Pandemiegeschehen als Erkrankte, Infektionsherde und -verstärker? Diese zentralen Fragen haben Wissenschaftler*innen der Universitätsklinika in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm sowie des Naturwissenschaftlichen und Medizinischen Instituts NMI in Reutlingen in der vom Land Baden-Württemberg initiierten und finanzierten COVID-19-Kinder-Studie untersucht. Sie zeigten, dass Kinder sich innerhalb der Familien deutlich seltener ansteckten als Erwachsene und der Verlauf meist deutlich milder war. Gleichzeitig war die Immunantwort bei Kindern im Schnitt stärker und hielt länger an als bei Erwachsenen, unabhängig davon, ob Symptome auftraten. Die Ergebnisse sind am 23. Juli 2021 als Preprint veröffentlicht worden.

Weniger Symptome, besserer Immunschutz

Für die Studie wurden 328 Familien mit mindestens einem an COVID-19 erkrankten Mitglied mehrfach untersucht. Insgesamt nahmen 548 Kinder im Alter zwischen 6 und 14 Jahren und 717 Erwachsene teil. In Familien mit einer infizierten Person steckten sich Kinder (34%) deutlich seltener an als Erwachsene (58%) und waren – im Fall einer Infektion – 5-mal häufiger ohne Krankheitszeichen (Erwachsene: 9%, Kinder: 45%). Trotzdem zeigten die Kinder 11 bis 12 Monate nach der Infektion stärkere und länger anhaltende spezifische Antikörperspiegel als Erwachsene. Das galt unabhängig davon, ob Krankheitszeichen bestanden oder nicht. Die kindlichen Antikörper sind gut wirksam gegenüber verschiedenen Virusvarianten, so dass auch nicht sichtbar erkrankte Kinder nach einer Infektion geschützt sein sollten. Keines der infizierten Kinder musste im Krankenhaus behandelt werden.
 
 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

SARS-CoV-2: Wie funktioniert die körpereigene Abwehr?

Erschienen am 07.07.2021Die Aktivierungsinduzierte Cytidin-Deaminase (AID) und APOBEC-Proteine stellen gemeinsam mit ihren vielfältigen Wirkmechanismen einen wichtigen Faktor des körpereigenen...

Erschienen am 07.07.2021Die Aktivierungsinduzierte Cytidin-Deaminase (AID) und APOBEC-Proteine stellen gemeinsam mit ihren...

©Romolo Tavani - stock.adobe.com

Krankheitszeichen unterscheiden sich

Auch bei den berichteten Beschwerden unterschieden sich Erwachsene und Kinder. Während bei Erwachsenen Fieber, Husten, Durchfall und Geschmacksstörungen gleichermaßen ein guter Hinweis auf eine Infektion waren, waren bei Kindern nur Geschmacksstörungen ein deutlicher Hinweis auf eine COVID-19-Infektion (in 87%). Husten und Fieber waren erst mit steigendem Alter ab etwa 12 Jahren ein Hinweis auf eine Infektion. Zusammengefasst zeigt sich: Von COVID-19 genesene Kinder entwickeln trotz eines oft sehr milden oder sogar symptomfreien Verlaufs eine sehr wirksame und anhaltende Immunabwehr gegen neue Coronavirus-Infektionen. Es gibt Anzeichen, dass die kindliche Immunabwehr die von Erwachsenen sogar übertrifft.
 
 

Lesen Sie mehr zu diesem Thema:

COVID-19: Infektion kann schwere Gehirnentzündung auslösen

Erschienen am 19.07.2021Während, aber auch nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kann es zu schweren neurologischen Symptomen kommen. Typisch ist beispielsweise der Verlust des Geschmacks- und...

Erschienen am 19.07.2021Während, aber auch nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kann es zu schweren neurologischen...

©peterschreiber.media - stock.adobe.com

Quelle: Universitätsklinikum Freiburg

Literatur:

Typically asymptomatic but with robust antibody formation: Children’s unique humoral immune response to SARS-CoV-2, DOI: 10.1101/2021.07.20.21260863, Link zur Studie: https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2021.07.20.21260863v1.

 



Sie können folgenden Inhalt einem Kollegen empfehlen:

"COVID-19: Kinder entwickeln langfristige Immunität"

Bitte tragen Sie auch die Absenderdaten vollständig ein, damit Sie der Empfänger erkennen kann.

Die mit (*) gekennzeichneten Angaben müssen eingetragen werden!

Die Verwendung Ihrer Daten für den Newsletter können Sie jederzeit mit Wirkung für die Zukunft gegenüber der MedtriX GmbH - Geschäftsbereich rs media widersprechen ohne dass Kosten entstehen. Nutzen Sie hierfür etwaige Abmeldelinks im Newsletter oder schreiben Sie eine E-Mail an: info[at]rsmedia-verlag.de.