Sonntag, 14. Juli 2024
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Medizin

Hämophilie – eine Aufgabe für die Schmerzmedizin

Hämophilie – eine Aufgabe für die Schmerzmedizin
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Das Innovationsforum Schmerzmedizin der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) fand Ende September als Hybrid-Kongress statt. Mehr als 400 Ärzt:innen nahmen an der CME-zertifizierten Fortbildung teil. Themen des ersten Tages waren z. B. „Hämophilie – eine Aufgabe für die Schmerzmedizin“ sowie Patient:innenkommunikation und Behandlungserwartungen in der Schmerztherapie.

Schmerzen bei Hämophilie zu wenig beachtet

„Mit dem DGS-Innovationsforum geben wir insbesondere Allgemeinmediziner:innen, Internist:innen, Orthopäd:innen, Neurolog:innen, Anästhesist:innen und Schmerzmediziner:innen die Möglichkeit, ihr Fachwissen zu vertiefen und neue Impulse für ihre tägliche Arbeit zu erhalten“, so DGS-Präsident Dr. med. Johannes Horlemann. Die Hämophilie ist ein neues Thema der jährlich stattfindenden Fortbildungsveranstaltung. „Schmerzen werden bei dieser seltenen Erkrankung unzureichend erfasst und behandelt. Darauf wollen wir aufmerksam machen“, erklärte Horlemann.
 
 

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Was hat Hämophilie mit Schmerzen zu tun?

Hämophilie ist eine genetisch bedingte, bisher nicht heilbare Erkrankung, die sich aber gut behandeln lässt. Bei der Hämophilie treten spontane innere Blutungen, meist in den Gelenken (80 %) auf. Akute Schmerzen – verbunden mit Schwellungen und Bewegungseinschränkungen – sind die Folge. Wiederholte Blutungen können Entzündungsreaktionen, Knorpeldegenerationen und Gelenkdeformationen bedingen. Diese so genannte hämophile Arthropathie kann wiederum zu chronischen Schmerzen führen. Mittels Prävention, Physiotherapie, Sport, Medikamenten, individueller Schmerztherapie oder auch mit einem chirurgischen Eingriff als letzte Option, lassen sich die Schmerzen wirksam behandeln. Durch eine prophylaktische Substitution von Gerinnungsfaktoren – angepasst an die Lebenssituation des Patienten – kann zudem das Auftreten der hämophilen Arthropathie deutlich verzögert und abgemildert werden. DGS-Präsident Dr. Horlemann betonte, dass Ärzte bei der medikamentösen Therapie auf die Dauerverträglichkeit achten sollten. „Wenn ich mich für ein Nicht-Opioid entscheide, dann gilt der Leitsatz: Geringste effektive Dosis für die kürzeste Zeit.“ Horlemanns Appell: „Wir Schmerzmediziner sollten die Patienten niemals aufgeben, sondern uns intensiv um sie bemühen und intensiv mit Hämophiliebehandlern zusammenarbeiten.“

Schmerz und Hämophilie: Positive Patient:innenkommunikation steigert Therapieerfolg

Zeit nehmen, zuhören, Informationen einholen, Informationen anbieten, beraten und auf Nebenwirkungen vorbereiten – darauf kommt es in der Patientenkommunikation an.
So kann eine positive Aufklärung den Behandlungserfolg entscheidend beeinflussen. Auch Empathie und Zuwendung dienen als Wirkverstärker und haben einen positiven Effekt auf Krankheitssymptome. Die Wertschätzung von Therapien unterstützt ebenfalls die Wirkung und auch die Adhärenz. Ausschlaggebend für den Therapieerfolg kann darüber hinaus auch die Art der Präsentation – das so genannte Framing – sein. So werden beispielsweise Nebenwirkungen in einem positiven Kontext als weniger bedrohlich wahrgenommen. Zudem gilt es, unbeabsichtigte negative Suggestionen und unbeabsichtigte Verunsicherungen in der Patientenkommunikation zu vermeiden.
 

Deutscher Schmerz- und Palliativtag 2023 – Digital. Interaktiv. Live.

Zum Abschluss des Innovationsforums gaben DGS-Präsident Dr. med. Johannes Horlemann und DGS-Vizepräsident PD Dr. med. Michael A. Überall einen Ausblick auf den Deutschen Schmerz- und Palliativtag 2023. Dieser findet unter dem Motto „Sorgen und Versorgen: Schmerzmedizin konkret“ vom 14.-18. März 2023 online statt. Neu in 2023 sind Vorträge in englischer Sprache und die virtuelle Poster-Ausstellung.

Quelle: DGS



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