Dienstag, 28. Mai 2024
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Medizin

Parkinson: Handys und Watches für Diagnose – Wissenschaftler:innen erhalten durch Nutzungsdaten deutlich tieferen Einblick

Parkinson: Handys und Watches für Diagnose – Wissenschaftler:innen erhalten durch Nutzungsdaten deutlich tieferen Einblick
© Orawan - stock.adobe.com
Handelsübliche Smartphones und Armbanduhren wie die Apple Watch können Schlüsselmerkmale einer unbehandelten Parkinson-Erkrankung im Frühstadium erkennen, wie eine Studie unter der Leitung der Neurologin Jamie Adams vom University of Rochester Medical Center zeigt. Diese Technologien könnten den Ärzt:innen objektivere und nachhaltigere Mittel zur Erforschung der Krankheit an die Hand geben. Außerdem könnten neue Therapien schneller auf den Markt kommen. Dies gilt insbesondere für Patient:innen in frühen Krankheitsstadien.

Parkinson: Komplexität der Erkrankung erweist sich als Hürde für neue Behandlungsansätze

Obwohl Parkinson die weltweit am schnellsten zunehmende Erkrankung des Gehirns ist, stammen die meisten Medikamente zur Behandlung noch aus dem letzten Jahrhundert. Dies ist auf eine Reihe von Faktoren zurückzuführen. Die Komplexität der Erkrankung und die Grenzen der derzeit möglichen Interventionen haben sich als Hindernisse für neue Behandlungsansätze erwiesen.

Unterschiedlich schwerer Verlauf der Parkinson-Krankheit

Das Auftreten und der Schweregrad der Symptome sowie der Krankheitsverlauf können zudem individuell sehr unterschiedlich sein. Darüber hinaus sind die Instrumente, die traditionell zur Überwachung der Krankheit eingesetzt werden, subjektive und episodische Beobachtungen. Dies erlaubt nur einen begrenzten Einblick in die Auswirkungen der Parkinson-Krankheit auf den Alltag der Betroffenen.
 
 

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Smartphone-Apps können Schwere der Parkinson-Symptome genau einschätzen

Bereits 2015 entwickelte der Neurologe Ray Dorsey vom URMC gemeinsam mit dem CHeT-Team „Sage Bionetworks“. In der Folge nutzten rund 15.000 Personen die App „mPower“ bei Apple. Inzwischen haben Studien gezeigt, dass mPower und eine weitere Android-App die Schwere der Parkinson-Symptome genau einschätzen können. Dorsey ist nun auch Hauptautor der aktuellen Studie.

„WATCH-PD“-Studie: Handys und Watches verfolgen motorische, sprachliche und kognitive Fähigkeiten

Im Rahmen der „WATCH-PD“-Studie rekrutierten die Forschenden 82 Personen mit einer unbehandelten Erkrankung im Frühstadium und 50 altersgerechte gesunde Kontrollpersonen. Die Teilnehmenden wurden 12 Monate lang beobachtet. Während der standardisierten Untersuchungen im Krankenhaus trugen die Proband:innen Sensoren in Forschungsqualität, eine Apple Watch und ein iPhone.
Zu Hause trugen sie die Smartwatch nach jedem Krankenhausbesuch 7 Tage lang und führten damit eine Reihe von Aufgaben durch. Diese umfassten motorische, sprachliche und kognitive Fähigkeiten. Die App verfolgte die Geschwindigkeit der Finger auf dem Display, die Leistung bei kognitiven Aufgaben und beim Sprechen. Die Smartwatch erfasste die Armbewegungen, die Dauer des Zitterns und die Gangcharakteristika.
 
 

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Unterschiede zwischen den Parkinson-Betroffenen und der Kontrollgruppe im motorischen Bereich

Im motorischen Bereich konnten die Forschenden Unterschiede zwischen den Betroffenen und der Kontrollgruppe feststellen. Das Team arbeitet bereits an einer Studie, in der die Teilnehmenden über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Ziel ist es, herauszufinden, welche digitalen Messverfahren empfindlich genug sind, um den Forschenden dabei zu helfen, herauszufinden, ob ein experimenteller Behandlungsansatz einen signifikanten Einfluss auf das Fortschreiten der Krankheit hat. Einzelheiten wurden in "Npj Parkinson's Disease" veröffentlicht.
University of Rochester Medical Center 
CHeT-Team
Sage Bionetworks

Quelle: pressetext



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