Samstag, 25. Mai 2024
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Medizin

Ultraschall verringert Parkinson-Symptome

Ultraschall verringert Parkinson-Symptome
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Eine minimal-invasive Ultraschalltherapie reduziert bei Parkinson-Patient:innen das Zittern der Extremitäten und verbessert die allgemeine Beweglichkeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine klinische Studie unter der Leitung der University of Maryland School of Medicine (1). An der Studie nahmen 94 Parkinson-Patient:innen teil, die nach dem Zufallsprinzip in 2 Gruppen eingeteilt wurden. Die eine Gruppe erhielt eine gezielte Ultraschallbehandlung in einem bestimmten Bereich des Gehirns, die andere nur eine Scheinbehandlung.

Fast 70% der Behandelten sprechen auf die Ultraschalltherapie an

Die Forschenden verwendeten ein Gerät namens Exablate Neuro, das bereits vor einem Jahr von der US-amerikanischen Food and Drug Administration zugelassen wurde. Fast 70% der so Behandelten sprachen nach 3 Monaten erfolgreich auf die Therapie an. In der 2. Gruppe waren es nur 32%. 2/3 der Teilnehmer:innen, die zu Beginn auf die Therapie angesprochen hatten, zeigten auch ein Jahr später noch positive Reaktionen. Die Patient:innen wurden am University of Maryland Medical Center und an 15 weiteren Zentren in Nordamerika, Asien und Europa behandelt.

Exablate Neuro: Ultraschallenergie wird auf den Globus pallidus gerichtet

„Es ist auch kein Einschnitt erforderlich. Das bedeutet, es gibt kein Risiko einer schweren Infektion oder von Blutungen im Gehirn“, so Studienleiter Howard Eisenberg. Die Behandlung mit fokussiertem Ultraschall erfolgt ohne Narkose und ohne Krankenhausaufenthalt. Die Patient:innen liegen bei vollem Bewusstsein in einem Kernspintomographen. Sie tragen einen Transducer-Helm. Die Ultraschallenergie wird durch den Schädel auf den Globus pallidus gerichtet. Dabei handelt es sich um eine Struktur tief im Gehirn, die willkürliche Bewegungen ermöglicht.
 
 

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Exablate Neuro verbessert Zittern und Mobilität bei Parkinson-Patient:innen

Mit dem MRT wird in Echtzeit eine Karte der Temperatur im Gehirn erstellt. So lässt sich das Ziel genau ansteuern und eine entsprechende Temperatur anwenden. Während der Behandlung sind die Patient:innen wach und geben Feedback. An der Studie nahmen Patient:innen mit mittelschwerer Parkinson-Krankheit teil, die nicht gut auf Medikamente ansprachen. Die behandelten Personen zeigten sofortige Verbesserungen von mindestens 3 Punkten in einer Standardbewertung. Bewertet wurden das Zittern, die Gehfähigkeit und die Steifheit der Beine und Arme. In der Kontrollgruppe betrug die Verbesserung nur 0,3 Punkte.

Nebenwirkungen von Parkinson-Medikamente werden reduziert

Auch die Nebenwirkungen der Parkinson-Medikamente gingen nach Angaben der Expert:innen zurück. Die Studienteilnehmer:innen wurden 3 und 12 Monate nach der Behandlung erneut untersucht. Insgesamt sollen sie 5 Jahre lang beobachtet werden, um herauszufinden, wie lange die Behandlung wirkt und wie die Krankheit fortschreitet.

Nebenwirkungen der Therapie verschwinden nach einigen Wochen

Zu den Nebenwirkungen der Behandlung gehören Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Sie verschwanden in der Regel nach 1 bis 2 Tagen. Einige Patient:innen litten unter Sprachstörungen, Gehbehinderungen und Geschmacksverlust. Diese Nebenwirkungen verschwanden jedoch in der Regel nach einigen Wochen, so die Wissenschaftler:innen. Die Studie wurde von Insightec, dem Hersteller von Exablate Neuro, finanziert. Die Ergebnisse wurden im New England Journal of Medicine veröffentlicht (1). Derzeit führt das Team um Eisenberg eine klinische Studie durch, in der der Einsatz des Geräts auf beiden Seiten des Gehirns getestet wird.

Quelle: pressetext

Literatur:

(1) Krishna V. et al. Trial of Globus Pallidus Focused Ultrasound Ablation in Parkinson’s Disease, N Engl J Med 2023; 388:683-693, Doi: 10.1056/NEJMoa2202721.



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