Donnerstag, 13. Juni 2024
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Medizin

Süßstoff Xylit erhöht das kardiovaskuläre Risiko

Süßstoff Xylit erhöht das kardiovaskuläre Risiko
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Höhere Werte des Süßstoffs Xylit im Blut sind mit einem deutlich erhöhten Risiko für schwere Herzerkrankungen und Schlaganfälle verbunden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus den USA, die jetzt im „European Heart Journal“ veröffentlicht wurde.

Xylit wird als natürlicher Süßstoff beworben

Xylit, häufig auch als Birkenzucker bezeichnet, wird als kalorienarmer Süßstoff in verschiedenen Lebensmitteln und Getränken verwendet. In der Lebensmittelindustrie wird Xylit geschätzt, weil es die Textur, Feuchtigkeit und Haltbarkeit von Produkten verbessert, ohne einen Nachgeschmack wie andere Süßstoffe zu hinterlassen. Es wird daher in großen Mengen verkauft und als natürlicher Süßstoff beworben, da es in geringen Mengen auch in Obst oder Gemüse vorkommt und vom Körper produziert werden kann.

Verwendung von Xylit als Zuckerersatz und als Mittel gegen Karies

Künstliche Süßstoffe wie Xylit werden von Gesundheitsbehörden der USA und der Europäischen Union als „Generally Recognized as Safe" (GRAS) eingestuft. Ihr Einsatz wurde von mehreren Leitlinienorganisationen für Personen empfohlen, die an Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden. Außerdem soll Xylit einigen Untersuchungen zufolge eine karieshemmende Wirkung haben. Daher wird der Süßstoff nicht nur als Ersatz für Zucker, sondern auch als zusätzliches Mittel gegen Karies vermarktet, etwa als Zusatz von Zahncremes, Lutschtabletten oder Kaugummis.

Konsum von Xylit erhöht das kardiovaskuläre Risiko

Dr. Marco Witkowski, Kardiologe am Deutschen Herzzentrum der Charité (DHZC) und Erstautor der Studie, hat während eines mehrjährigen Forschungsaufenthalts an der Cleveland Clinic in Ohio, USA, untersucht, ob der Konsum von Xylit das Risiko für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und für Schlaganfälle erhöht. Dazu wurden zunächst Blutproben von insgesamt mehr als 3.300 Herz-Kreislauf-Patient:innen analysiert. Diese Patient:innen wurden daraufhin über einen Zeitraum von 3 Jahren beobachtet. In diesem Zeitraum kam es bei Patient:innen mit hohen Xylit-Konzentrationen im Blut signifikant häufiger zu Schlaganfällen, kardialen Ereignissen wie einem Herzinfarkt oder zu einem Todesfall. Konkret wurde festgestellt, dass das Risiko für schwerwiegende kardiale Ereignisse bei erhöhten Xylit-Werten im Blut um 57% erhöht war (1).
 
 

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Erschienen am 23.05.2023Menschliche Immunzellen reagieren auf Süßstoffe. Mehr dazu erfahren Sie hier!

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Xylit fördert die Bildung von Blutgerinnseln

Dieser Zusammenhang konnte in der Folge weiter erhärtet werden: In Laborversuchen wie auch bei Tests mit gesunden Studienteilnehmer:innen zeigte sich, dass Xylit die Reaktivität von Blutplättchen erhöht, was die Bildung von Blutgerinnseln fördert und somit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern kann.

Erhöhtes Risiko auch im Zusammenhang mit Erythrit

Bereits 2023 hatte Witkowski in einer Studie gezeigt, dass der Süßstoff Erythrit ebenfalls mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall verbunden ist (2). Die Ergebnisse der beiden Studien verdeutlichen die möglichen Risiken der Gruppe der Zuckeralkohole, zu denen unter anderem Xylit und Erythrit gehören. Angesichts der weit verbreiteten Verwendung von Xylit in Lebensmitteln und Zahnpflegeprodukten halten es die Autor:innen der Studie für wichtig, die potenziellen Gesundheitsrisiken weiter zu untersuchen.

Quelle: Deutsches Herzzentrum der Charité

Literatur:

(1) Witkowski M. et al. Xylitol is prothrombotic and associated with cardiovascular risk, Europ. Heart Journal 2024, abrufbar unter: https://academic.oup.com/eurheartj/advance-article-abstract/doi/10.1093/eurheartj/ehae244/7683453, letzter Zugriff: 07.06.2024.
(2) Witkowski M. et al. The artificial sweetener erythritol and cardiovascular event risk, Nature Medicine 2023, abrufbar unter: https://www.nature.com/articles/s41591-023-02223-9, letzter Zugriff: 07.06.2024.



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