News | Beiträge ab Seite 151
Medizin
Antibiotikaresistenzen: Tuberkulose-Therapie am Limit?
Die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen erschwert zunehmend die Behandlung der Tuberkulose. Besonders schwer betroffen sind Patient:innen, die an einer multiresistenten Tuberkulose (MDR-TB) erkrankt sind. Hier ist der Erreger gegenüber den besten Tuberkulosemedikamenten, Rifampicin und Isoniazid resistent geworden. Wenn auch die Medikamente 2. Wahl versagen, gibt es oft keine Rettung für die Betroffenen. In einem besonders komplizierten Fall haben die Ärzt:innen der Medizinischen Klinik Borstel, Leibniz Lungenzentrum, einen Patienten, der gegen praktisch alle Tuberkulose-Medikamente resistent war, erstmals mit außergewöhnlich hohen Dosierungen behandelt. Die Therapieform ist jetzt im „Journal of Infection“ beschrieben (1).
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Medizin
Hypercholesterinämie: Mit PCSK9-Inhibitoren das kardiovaskuläre Risiko senken
Der frühzeitige Einsatz von PCSK9-Inhibitoren kann für Patient:innen nach einem kardiovaskulärem Ereignis vorteilhaft sein, um Grunderkrankungen wie die Hypercholesterinämie zu behandeln.
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Medizin
Adipositas-Langzeittherapie: GLP-1-Rezeptor-Agonist Liraglutid vorteilhaft
Amfepramonhaltige Arzneimittel, die zur unterstützenden Kurzzeitbehandlung von Adipositas eingesetzt werden, sind nicht mehr auf dem europäischen Markt erhältlich (1). Eine Unterversorgung von Adipositas-Patient:innen in Deutschland droht dank guter Alternativen wie dem GLP-1-Analogon Liraglutid dennoch nicht.
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Autoimmunerkrankungen
Dupilumab als erste Systemtherapie für PN zugelassen
Die Prurigo nodularis (PN) geht mit extremem Juckreiz einher. Die Krankheitslast ist hoch, die Lebensqualität stark eingeschränkt. Lange waren die Therapieoptionen unzureichend. Um so wichtiger ist die Zulassung von Dupilumab als erste systemische Therapie der PN.
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Gesundheitspolitik
Rentenversicherung bewilligt häufiger ambulante Rehabilitationen
Reha-Leistungen der Rentenversicherung werden immer häufiger ambulant durchgeführt. Zwischen 2002 und 2022 hat sich der Anteil bewilligter ambulanter Rehabilitationen etwa verdreifacht, wie die Deutsche Rentenversicherung der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. 2002 bewilligte die Kasse demnach rund 53.000 ambulante Reha-Leistungen – ein Anteil von 5,6% aller Reha-Leistungen. Im vergangenen Jahr waren es mit rund 170.000 etwa 18% aller Rehabilitationen. In den restlichen Fällen gehen die Patientinnen und Patienten in Reha-Einrichtungen.
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Gesundheitspolitik
Ausbreitung des Chikungunya-Fiebers in Südamerika
Mit großer Besorgnis beobachten die Panamerikanische Gesundheitsorganisation (PAHO) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Ausbreitung des Chikungunya-Fiebers im südamerikanischen Raum. Beide Organisationen haben die betroffenen Staaten aufgefordert, entsprechende Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung dieses Fiebers zu ergreifen, das durch Arboviren ausgelöst wird. Das CRM Centrum für Reisemedizin verweist auf die Bedeutung von Mückenschutz für Reisende in diese Länder.
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Gesundheitspolitik
Prozess wegen Corona-Ausbruchs in Pflegeheim startet
Eine Heimmitarbeiterin soll mit einem gefälschten Impfpass zur Arbeit gegangen sein. Dass sie sich mit Corona angesteckt hat, weiß die Frau zu diesem Zeitpunkt nicht. Die Frage im Prozess: Ist sie der fahrlässigen Tötung schuldig?
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Medizin
Unterdiagnostiziert, unterschätzt, unterbehandelt: Morbus Fabry bei Frauen
„Wir alle haben auf unsere Staatsexamensfestplatte gebrannt: Morbus Fabry ist eine X-chromosomale Erkrankung und wird bei den Frauen wahrscheinlich kein Problem sein. Und das ist eine Annahme, die wahrscheinlich falsch ist“, leitete Prof. Fabian Knebel vom Sana Klinikum Lichtenberg das Symposium „Besonderheiten in der Diagnostik bei Frauen mit seltenen Erkrankungen“ bei den Dresdner Herzkreislauftagen 2023 ein.
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Gesundheitspolitik
Patientenschützer für Klinikreformen zunächst auf dem Land
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz dringt trotz Protesten auf Reformen bei der Aufstellung der Kliniken. „Es ist überfällig, dass die deutschen Krankenhäuser sich jetzt endlich auf den Bedarf der kranken Menschen ausrichten“, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Personelle Ressourcen kämen bisher nicht dort zum Einsatz, wo Patienten sie bräuchten. Um den ländlichen Raum zu stärken, solle Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) eine geplante Reform der Notfallversorgung zunächst dort an den Start bringen. Damit bekämen nicht nur Patienten eine effiziente stationäre Versorgung in der Fläche. Auch die Länder könnten beweisen, wie ernst sie die Stärkung der Landkreise nähmen.
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Gesundheitspolitik
Pflicht zu Lagerhaltung für bestimmte Medikamente geplant
Zum Vermeiden von Engpässen bei wichtigen Medikamenten sollen nach Plänen des Bundesgesundheitsministeriums auch neue Regeln für Vorräte als Sicherheitspuffer kommen. Zum Auffangen kurzfristiger Störungen in der Lieferkette oder kurzzeitiger größerer Mehrbedarfe werde „eine Pflicht zur mehrmonatigen Lagerhaltung“ eingeführt, heißt es in einem Referentenentwurf für ein geplantes Gesetz. Demnach sollen Krankenkassen und Pharmabranche in Rabattverträgen generell eine „kontinuierliche, versorgungsnahe Bevorratung“ von bestimmten Arzneimitteln vereinbaren – und zwar in Deutschland oder der EU und für eine Menge, die durchschnittlich in 3 Monaten abgegeben wird.
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Gesundheitspolitik
Krankenhäuser fordern drastische Beschränkung der Pflege-Leiharbeit
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) fordert entschiedene Reformen zur Begrenzung der Leiharbeit in der Pflege. Mit einem Positionspapier macht der Verband auf die zunehmenden Probleme aufmerksam, die die Leiharbeit mit sich bringt. Dazu erklärt der Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gaß:
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Medizin
Long-COVID: Aktualisierte Leitlinie für Patient:innen, Angehörige und pflegende Personen
5 bis 10% aller Corona-Infizierten in Deutschland leiden heute unter einem Long/Post-COVID-Syndrom, das durch Symptome wie anhaltender Husten, Atemnot und Erschöpfung gekennzeichnet ist. Häufig treten auch Kreislauf-, Denk-, Schlaf- und Konzentrationsschwierigkeiten auf, verbunden mit Stimmungsschwankungen. Noch ist weitgehend unbekannt, wie es zu diesen Symptomen kommt, Medikamente gegen das Long/Post-COVID-Syndrom gibt es noch nicht. Hilfe bietet jetzt eine aktualisierte Patientenleitlinie, die sich gezielt an Betroffene, Angehörige und Pflegende richtet. „Wir beantworten mit dieser Arbeit in verständlicher Sprache die wichtigsten Fragen zu den wesentlichen Beschwerden, ihren potenziellen Ursachen und den möglichen Therapieansätzen. Unser Ziel ist, den Behandlungsprozess deutlich zu verbessern“, sagt Dr. Christian Gogoll, Koordinator der Patientenleitlinie unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Die jetzt neu publizierte Arbeit beantwortet die 50 wichtigsten Fragen rund um das Long-/Post-COVID-Syndrom. Daneben gibt es Antworten auf dringende Fragen zur fehlenden Belastbarkeit und Erschöpfung sowie Atemnot – aber auch Themengebiete wie Riech- und Schmeckstörungen, Herzerkrankungen, belastende Schmerzen, Augenprobleme und Haarausfall werden beleuchtet. Unter den 32 Autor:innen sind Ärzt:innen sowie Therapeut:innen und zum Teil selbst betroffene Erwachsene sowie Eltern von betroffenen Kindern und Jugendlichen. Unterstützt wird die Leitlinienarbeit von 25 medizinischen Fachgesellschaften und 4 Betroffenenorganisationen.
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News
Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen erreichen neuen Höchststand
Laut DAK-Psychreport 2022 erreichten die Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen im Jahr 2021 einen neuen Höchststand. Frauen wiesen dabei mit 351,9 Fehltagen je 100 Versicherte rund 60% mehr Fehltage auf als Männer. Insgesamt hat sich die Anzahl der Fehltage seit 1997 mehr als vervierfacht.
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Medizin
SGLT2-Hemmer: Prävention von Übergewicht, Fettleber oder Diabetes
In der Therapie von Patient:innen mit Diabetes mellitus Typ 2 werden seit einigen Jahren erfolgreich SGLT2 (Sodium-glucose cotransporter)-Hemmer eingesetzt. Auch zur Behandlung der chronischen Herz- und Niereninsuffizienz finden diese Antidiabetika breite Anwendung. Mit den neuesten Forschungsergebnissen eines Teams um die Endokrinologin und Diabetologin Susanne Kaser von der Univ.-Klinik für Innere Medizin I kann SGLT2-Hemmern nun auch eine bislang unerforschte Funktion für die Vorbeugung von Übergewicht, Fettleber oder Diabetes zugeschrieben werden.
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Medizin
COPD: Erhöhtes Sterberisiko nach Operation
COPD-Patient:innen, bei denen groß angelegte chirurgische Eingriffe durchgeführt werden, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit im Jahr nach der Operation zu versterben. Zusätzlich verursachen sie höhere medizinische Kosten als vergleichbare Patient:innen ohne das Lungenleiden. Laut dem Anästhesiologen Ashwin Sankar von der Unity Health Toronto und der University of Toronto sind COPD-Patient:innen häufig gebrechlich und leiden unter vielen gesundheitlichen Problemen. Daher sollte sich ihre Versorgung rund um die OP nicht nur auf COPD konzentrieren, sondern alle ihre Erkrankungen umfassen.
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Gesundheitspolitik
Neuer Hinweis geplant: „Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt“
In der Medikamentenwerbung soll der vorgeschriebene Warntext geändert werden, der auf weitere Nachfragemöglichkeiten hinweist. Künftig solle der Satz lauten: „Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder fragen Sie in Ihrer Apotheke“, heißt es in einem Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums. Bisher lautet die Formulierung: „...und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“.
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Gesundheitspolitik
Aromaverbot soll auf Tabakerhitzer ausgeweitet werden
Im Kampf gegen gesundheitsschädliches Rauchen soll ein Verbot für Aromen mit Geschmack oder Geruch etwa von Früchten und Vanille ausgeweitet werden. Das Bundeskabinett brachte einen Gesetzentwurf des zuständigen Ministers Cem Özdemir (Grüne) auf den Weg, wonach solche Aromen und Aromastoffe auch bei Tabakerhitzern untersagt werden sollen. Bisher gilt schon ein Verbot für Zigaretten und Tabak zum Selbstdrehen, zum Beispiel für Menthol-Zigaretten.
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Medizin
COVID-19: Nirmatrelvir/Ritonavir senkt Hospitalisierungsrisiko
Nirmatrelvir/Ritonavir hat die Wahrscheinlichkeit eines Krankenhausaufenthalts oder Todes aufgrund von COVID-19 bei Personen mit dem Risiko einer schweren Erkrankung deutlich reduziert. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Kevin Schwartz von Public Health Ontario und ICES Central. Die Expert:innen haben die Wirksamkeit von Nirmatrelvir/Ritonavir zur Verhinderung von schweren Erkrankungen während der Coronavirus-Variante Omikron untersucht.
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Medizin
Spesolimab zur Prävention von GPP-Schüben: Klinische Studie erreicht primären und wichtigsten sekundären Endpunkt
In der EFFISAYIL 2 Studie konnte Spesolimab das Auftreten von neuen Schüben der Generalisierten Pustulösen Psoriasis (GPP) für bis zu 48 Wochen verhindern (1, 2). Die Ergebnisse bauen auf den Daten der EFFISAYIL 1 Studie auf. Diese belegt eine schnelle und anhaltende Pustel- und Hautabheilung bei erwachsenen Patient:innen mit GPP-Schüben, die mit Spesolimab behandelt wurden (3). GPP ist eine systemische Hauterkrankung, deren Verlauf schwer vorherzusehen ist. Sie unterscheidet sich sowohl im Krankheitsmechanismus als auch im Schweregrad von der Plaque-Psoriasis (4).
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Gesundheitspolitik
Weitere Masken- und Testpflichten sollen zum 1. März enden
Bei den Alltagsauflagen zum Eindämmen der Corona-Pandemie stehen die Zeichen schon länger auf Entspannung. Nach dem Aus der Maskenpflicht im ICE sollen weitere Lockerungen folgen – aber noch nicht für alle.
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