FSME-Risikogebiete in Deutschland weiten sich aus – Impfschutz wird immer wichtiger
In vielen Regionen Deutschlands besteht ein hohes Risiko, sich durch einen Zeckenstich mit dem Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-Virus zu infizieren. Seit Beginn der Erfassung dieser Risikogebiete sind fast in jedem Jahr neue Regionen dazugekommen, so auch dieses Jahr. Nach aktuellen Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zählen zwei neue Regionen, darunter der Landkreis Nordsachsen in Sachsen und der Stadtkreis Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt, ab sofort dazu [1]. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den FSME-Fallzahlen wider: 693 gemeldete Erkrankungen im Jahr 2025 markieren den dritthöchsten Wert seit Beginn der Erfassung. Die FSME-Impfung bietet den zuverlässigsten Schutz vor einer FSME-Infektion. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie allen Personen, die in einem FSME-Risikogebiet leben oder einen Aufenthalt dorthin planen und mit Zecken in Kontakt kommen können [2].
Impfquoten bleiben trotz steigender Fallzahlen niedrig
FSME breitet sich in Deutschland immer weiter aus – mit insgesamt 185 FSME-Risikogebieten ist inzwischen fast die Hälfte aller deutschen Stadt- und Landkreise betroffen [1]. Die Ausweitung der Risikogebiete und die in den letzten Jahren ansteigenden Fallzahlen zeigen deutlich, dass der Schutz gegen FSME immer wichtiger wird. Dennoch bleiben die FSME-Impfquoten in den Risikogebieten auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorjahren. Im Jahr 2024 lag die Gesamtimpfquote bei Kindern und Jugendlichen bei 30%, bei Erwachsenen lediglich bei 19% [3]. Das RKI empfiehlt daher, jeden Praxisbesuch für die Überprüfung und gegebenenfalls Vervollständigung des Impfstatus zu nutzen [2].
FSME kann zu schwerwiegenden Verläufen führen
FSME ist eine Erkrankung der Hirnhäute und des zentralen Nervensystems, die zu schwerwiegenden Verläufen führen kann. Folgen einer Infektion können bleibende Schäden wie Lähmungen oder Schluck- und Sprechstörungen sein [4]. Rund 90% der FSME-Betroffenen benötigen eine stationäre Behandlung im Krankenhaus. In Deutschland verläuft etwa jede fünfte FSME-Erkrankung schwer [5]. FSME ist nicht mit Medikamenten heilbar und kann bei schweren Verläufen tödlich enden.
Ganzjährige Zeckenaktivität: schon jetzt mit Immunisierung beginnen
Die durch einen Zeckenstich übertragene Krankheit ist daher ein ernstzunehmendes Risiko – und das nicht erst im Frühling. Zecken können bereits bei Temperaturen um die 5 bis 7 °C aktiv sein [6]. Die ersten FSME-Fälle wurden auch in 2026 schon im Januar gemeldet [7]. Milder werdende Winter und kürzere Frostperioden begünstigen diese frühe Zeckenaktivität. 2025 war eines der wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen mit einem milden, trockenen und sonnenscheinreichen Winter. Es ist deshalb wichtig, ganzjährig für einen vollständigen Impfschutz zu sorgen und bereits jetzt mit der FSME-Immunisierung der Patient:innen zu beginnen sowie unvollständige Impfserien abzuschließen.
Quelle:Pfizer
Literatur:
- (1)
Robert Koch-Institut (RKI). FSME-Risikogebiete in Deutschland. Stand: 26.02.2026. Epid Bull. 2026;9:1–23.
- (2)
RKI. Empfehlungen der Ständigen Impfkommission beim RKI 2026. Stand: 22.01.2026. Epid Bull. 2026;4:1–79.
- (3)
RKI. Epid Bull. 2025;50:7-9.
- (4)
Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Leitlinien Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), abrufbar unter: https://www.dgn.org/leitlinie/fruhsommer-meningoenzephalitis-fsme, letzter Zugriff: 02.03.2026.
- (5)
Müller T. Wie FSME in Deutschland verläuft. CME. 2024;21:30.
- (6)
Probst J. et al. Winter activity of questing ticks (Ixodes ricinus and Dermacentor reticulatus) in Germany – Evi-dence from quasi-natural tick plots, field studies and a tick submission study. Ticks Tick Borne Dis.2023;14(6):102225.
- (7)
RKI. Epid Bull. 2026;5:35.