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06. April 2021

Falsches Sitzen im Homeoffice und zu wenig Bewegung: Klinikum Nürnberg gibt Tipps für einen gesunden Rücken!

Statistiken zufolge ging im vergangenen Jahr jeder 12. Fehltag in Deutschland* auf das Konto von Rückenschmerzen. Spätestens seitdem rund ein Viertel der Berufstätigen mit dem Laptop im Esszimmer sitzt und „Homeoffice macht“, nimmt die Zahl der Menschen mit Beschwerden im Kreuz zu. Anlässlich des Tags der Rückengesundheit erklärt Dr. med. Sabine Rikart, Oberärztin der Abteilung für Physikalische Therapie im Klinikum Nürnberg, wie schon Kleinigkeiten Rückenschmerzen vermeiden oder zumindest lindern können.
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Sitzen ist das neue Rauchen – so sagen viele. Auch Dr. Sabine Rikart kann bestätigen, dass Bewegungsmangel zu Verspannungen und Schmerzen im Rücken führt. 80% bis 90% der Rückenschmerzen haben keine medizinische Ursache wie zum Beispiel einen Bandscheibenvorfall oder einen Tumor. Sie sind stattdessen das Produkt von Haltungsschäden und einseitiger Körperbelastung“, so die Medizinerin. „Wir sitzen zu viel, wir sitzen falsch, wir schauen nach unten aufs Handy oder schräg auf den Bildschirm - und vor allem bewegen wir uns zu wenig.“
 

Da wird der Esstisch zum Büro und das Wohnzimmer zum Konferenzraum

Zwischen 80 und 100 Rückenschmerz-PatientInnen sieht Dr. Rikart jeden Monat im Konsiliardienst und in ihrer Sprechstunde im Ambulanten BehandlungsCentrum am Standort Nord – Tendenz steigend. „Seit Beginn der Corona-Pandemie klagen PatientInnen immer öfter über Beschwerden. Viele arbeiten zu Hause, ohne dass sie über einen ergonomisch angepassten Arbeitsplatz verfügen.“ Da wird der Esstisch zum Büro, das Zoom-Meeting findet im Wohnzimmersessel statt, und auch die kleinen Bewegungspausen wie der Gang zum Drucker fallen weg. Häufig wird die Mittagspause ganz ausgesetzt – zum Beispiel, wenn parallel die Kinder beim Homeschooling unterstützt werden müssen.
 

Fünf Tipps für ein rückenfreundliches Arbeiten im Homeoffice

Nun werden sich nicht alle Arbeitnehmer ein optimales Büro zu Hause einrichten können. Für diese hat Dr. Rikart ein paar Tipps, die dabei helfen, das Arbeiten im Homeoffice so rückenfreundlich wie möglich zu machen. Ihr Fazit: „Bewegung, egal in welcher Form, ist das A und O.“
 
  • Tipp 1: Laptop auf Augenhöhe bringen – zum Beispiel einen Karton oder mehrere Bücher darunterlegen.
  • Tipp 2: Den Stuhl so einstellen, dass die Beine und die Knie einen 90-Grad-Winkel bilden. Zur Not auch eine Fußbank oder eine andere Unterlage einsetzen.
  • Tipp 3: Am besten 2 bis dreimal pro Stunde die Position wechseln – Experten sprechen von dynamischem Sitzen. Zur Erinnerung kann auch ein Wecker gestellt werden.
  • Tipp 4: Die Arme nicht zu eng am Körper halten; das entlastet die Schultern. Die Maus sollte deswegen am besten neben der Tastatur platziert sein.
  • Tipp 5: Sport machen, regelmäßig bewegte Pausen zur Dehnung und Lockerung der Muskeln einlegen.

Wenn die Schmerzen bleiben

Nicht immer sind Rückenschmerzen mit einer Portion Bewegung heilbar. Für PatientInnen mit chronischen Schmerzen hält das Klinikum Nürnberg ein spezielles, multimodales Schmerzbewältigungsprogramm bereit. In der interdisziplinären Schmerztagesklinik werden PatientInnen mit chronischen, nicht tumorabhängigen Schmerzen behandelt. An dem mehrwöchigen Programm sind ExpertInnen aus der Anästhesiologie, der operativen Intensivmedizin, der Klinik für Neurologie, der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie aus der Klinik für Psychosomatischen und Psychotherapeutischen Medizin beteiligt. Ein weiteres Angebot für PatientInnen mit komplexen Schmerzerkrankungen ist die sogenannte „multimodal-nicht-operative Komplexbehandlung des Bewegungssystems“. Hierbei verbringen die PatientInnen 2 Wochen stationär in der Klinik. In kleinen Gruppen trainieren sie mit verschiedenen Methoden von Reflextherapie bis Entspannungsverfahren gegen den Schmerz an.

Klinikum Nürnberg

Literatur:

* https://www.journalmed.de/patientenbereich/lesen/Rueckenschmerzen_Ein_Drittel_der_Deutschen_geht_mehrfach_nicht_zur_Arbeit


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