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17. Oktober 2019

Wenn das Herz stockt: Herzinfarkt erkennen und behandeln

Nach wie vor stellen Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems in Deutschland die häufigste Todesursache dar. Dennoch lässt sich in den vergangenen Jahren ein deutlicher Mortalitätsrückgang verzeichnen. Laut Deutschem Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V. ist die Zahl der Todesfälle rückläufig und hat sich seit dem Jahr 1980 sogar halbiert. „Aufgrund der guten Notfallversorgung können wir viele Patienten schnell und zielgerichtet behandeln“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Fehske, Chefarzt der Kardiologie und Inneren Medizin im St. Vinzenz-Hospital in Köln. Ein wichtiger Faktor bei der Behandlung stellt jedoch die Zeit dar. Daher gilt es die Symptome zu erkennen und rechtzeitig den Notruf zu tätigen.
 
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Ursachen kennen

Bei einem Herzinfarkt sterben Teile des Herzmuskels ab. Die Ursache dafür liegt darin, dass der Muskel über mehrere Stunden keine ausreichende Blut- und Sauerstoffversorgung erhält. Häufig liegt dem eine fetthaltige und teilweise verkalkte Ablagerung, sogenannte Plaques, und damit eine Verengung einer oder mehrerer Herzkranzgefäße zugrunde. Mediziner bezeichnen diese Verkalkung der Gefäße als Arteriosklerose. Hierbei sind die Blutgefäße stark verengt oder sogar ganz verschlossen. Da Nikotin, sowie erhöhte Blutzucker- und -fettwerte zu einer Verengung der Blutgefäße führen, gehören Raucher, Diabetiker und Menschen mit hohen Blutfettwerten zur Risikogruppe. Darüber hinaus ist ein Herzinfarkt bei Männern laut Deutscher Gesellschaft für Kardiologie zweimal häufiger als bei Frauen.

Symptome bemerken

Zu den bekanntesten Symptomen des Herzinfarktes gehören stechende Schmerzen im Brustkorb, die länger als 5 Minuten andauern. Sie können in andere Bereiche, wie den Arm – vor allem in den linken, seltener in beide oder in den rechten – ausstrahlen. „Schmerzen äußern sich aber in einigen Fällen auch als ein brennendes Gefühl, Druck oder Schweregefühl im Brustbereich“, erklärt Dr. Fehske. Allerdings gibt es unspezifische Symptome, die nicht in erster Linie auf einen Herzinfarkt schließen lassen, wie zum Beispiel kalter Schweiß, Blässe, Übelkeit und Atemnot. Sie können zusammen mit den für einen Herzinfarkt typischen Schmerzen auftreten. In einigen Fällen leiden Betroffene aber lediglich unter unspezifischen Symptomen, sodass sie nicht sofort auf einen Herzinfarkt schließen. Vor allem Frauen schließen bei Schmerzen in der Brust häufig eher auf den Busen und suchen daher zu spät oder gar nicht einen Mediziner auf. Dabei leiden Frauen innerhalb der Risikogruppen sowohl der Diabetiker als auch der Raucher an einem noch stärkeren Herzinfarktrisiko als Männer. Zusätzlich wirkt eine ständige hohe psychische Belastung gesundheitsschädigend. Frauen managen in ihrer Familie häufig die gesamte Organisation, stemmen den Haushalt und sind darüber hinaus berufstätig. Nehmen sie dann keine Rücksicht auf ihre eigenen Bedürfnisse und räumen sich Zeit für sich selbst frei, steigt auch dadurch das Herzinfarktrisiko.

Schnell reagieren

Sobald Betroffene eines oder mehrere der Symptome bemerken, sollten sie die Notrufnummer wählen oder einen Arzt aufsuchen. Besonders wichtig ist es in diesem Fall, Ruhe zu bewahren und nicht durch unnötiges Warten Zeit verstreichen zu lassen. Darüber hinaus sollten sich Patienten auf keinen Fall durch Freunde oder Familie mit dem Auto ins Krankenhaus fahren lassen oder sich sogar selbst ans Steuer setzen. Dr. Fehske erklärt: „Allein in einem Krankenwagen kann man den Patienten bereits auf dem Weg ins Krankenhaus angemessen versorgen.“ In der Notfallambulanz orientiert sich der Mediziner neben den von Patienten beschriebenen Symptomen am Blutdruck und hört Herz und Lunge ab. Weitere wichtige Ergebnisse liefert das sogenannte Elektrokardiogramm, kurz EKG. Damit das Herz nicht weitere Schäden erleidet, weiten Ärzte das verschlossene Gefäß mit einem Herzkatheter und setzen eine Gefäßstütze, einen sogenannten Stent, der den erneuten Verschluss zudem verhindert. Auch eine medikamentöse Auflösung durch die intravenöse Gabe von Medikamenten kann die Blutgerinnsel auflösen.

Vorbeugemaßnahmen ergreifen

Ein Herzinfarkt kann sich in manchen Fällen bereits vorab ankündigen. Leiden Patienten wiederholt bei psychischem Stress oder hoher Belastung unter Schmerzen im Brustbereich, die wieder verschwinden, sollten sie dies mit einem Arzt abklären. Außerdem gibt es einige Faktoren zu beachten, um das Risiko eines Herzinfarktes möglichst gering zu halten. Neben einem Rauchstopp gehört auch eine ausgewogene Ernährung zu einem gesunden und damit herzfreundlichen Lebensstil. So lassen sich die Quellen, die zu einer Verstopfung der Arterien führen, minimieren. Zusätzlich gilt es auf die psychische Gesundheit zu achten. „Auch wenn es im Alltag häufig schwierig erscheint, gehört Stressreduzierung und das Einräumen von Ruhephasen zu den wichtigsten Vorkehrungen zur Prävention eines Herzinfarktes“, so Fehske abschließend.

St. Vinzenz Hospital Köln


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