Journal MED

Schmerz | Beiträge ab Seite 20

Medizin
 3 Min|

Aktivierte TRP-Kanäle leiten Schmerzprozesse ein, Kaliumkanal TRESK schwächt sie ab

Schmerzen sind eines der fünf klassischen Merkmale von Entzündungen. Verantwortlich für diese Art von Schmerz sind spezielle Entzündungssubstanzen, die Nervenzellen im betroffenen Gewebe sensibilisieren. In der Folge leitet die Nervenzelle ein elektrisches Signal verstärkt zum Gehirn weiter und löst dort die Schmerzempfindung aus. Tatsächlich ist das Geschehen jedoch deutlich komplexer als bisher bekannt. Wissenschaftlern der Universität Würzburg ist jetzt der Nachweis gelungen, dass diese Entzündungssubstanzen nicht nur Schmerzen verursachen. Professor Erhard Wischmeyer, Privatdozent Dr. Frank Döring und die Diplom-Biologin Sina Kollert vom Physiologischen Institut der Uni konnten zeigen, dass die Substanzen gleichzeitig eine zweite Art von Kanälen in den Nervenzellwänden aktivieren und damit der Schmerzentstehung entgegen wirken. In der Fachzeitschrift Scientific Reports stellen sie ihre Arbeit vor.

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 12 Min|

Kreuzbandverletzungen im Sport

Das Kniegelenk gehört zu den am häufigsten durch Verletzungen betroffenen Gelenken im Sport. Ursache dafür ist die vulnerable Stabilität des Kniegelenkes, welche wie in keinem anderen Gelenk des Körpers von Bändern und Muskeln abhängt. Die Verletzung des Vorderen Kreuzbandes (VKB) gehört zu den schwersten Verletzungen im Sport mit einer langen Ausfallzeit. Jedes Jahr erleiden Zehntausende Amateur- und Profi-Sportler in Deutschland diese Verletzung. Frauen sind bis zu 7 Mal häufiger gefährdet eine VKB-Verletzung zu erleiden als Männer, da sie neben einem schwächeren Bandapparat (hormonbedingt) auch eine schwächere Muskulatur haben. Die VKB-Verletzung ist deutlich häufiger als die Verletzung des hinteren Kreuzbandes, jedoch insgesamt deutlich seltener als Verletzungen des Meniskus oder Innenbandes am Knie.
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 12 Min|

Diagnostik und Therapie der Urolithiasis

Die Urolithiasis stellt eine Volkskrankheit dar, die vor allem in den Industrieländern eine steigende Tendenz zeigt. Das Risiko, im Laufe des Lebens an Urolithiasis zu leiden, wird in Europa auf 5-12% geschätzt, wobei Männer (13%) häufiger betroffen sind als Frauen (7%) (1). Hauptverantwortlich hierfür sind alimentäre Faktoren und die steigende Prävalenz der Adipositas (2). Die aktuellsten Daten zur Inzidenz der Urolithiasis in Deutschland wurden auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie 2013 vorgestellt. Hier zeigte sich in einer INFAS-Umfrage unter 10.000 Deutschen zum ersten Mal eine abnehmende Inzidenz. Basierend auf der Studie liegt die aktuelle Inzidenz der Urolithiasis in Deutschland bei 0,4% (Prävalenz 3,2%). Die Rezidivrate ist allerdings unverändert hoch; etwa ein Viertel der Patienten beklagte Rezidive, wobei mehr als die Hälfte hiervon 2 oder mehr Episoden aufwiesen (3). Ca. 75% der Steinbildner könnten eine erneute Steinepisode durch generelle metaphylaktische Maßnahmen wie eine ausreichende Trinkmenge, gesunde Ernährung und adäquate körperliche Aktivität vermeiden (4). Allerdings verzeichnete das US-amerikanische Gesundheitssystem eine steigende Inzidenz der Urolithiasis und somit Zunahme der notärztlichen und stationären Vorstellungen (5). Während Nierensteine oft asymptomatisch sind, führt deren Migration in den Ureter häufig zu akuten Flankenschmerzen und letztlich zur notfallmäßigen, ärztlichen Konsultation.
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 8 Min|

Glutenunverträglichkeit

Eine Glutenunverträglichkeit äußert sich vielfältig. Nach Verzehr von Weizenprodukten werden von den Patienten innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen gastrointestinale sowie extragastrointestinale Beschwerden beschrieben, die sich unter einer glutenfreien Ernährung verbessern. Während der Diagnose einer Zöliakie oder einer Weizenallergie klare Parameter zugrunde liegen, stellt die Nicht-Zöliakie-nicht-Weizenallergie-Glutenunverträglichkeit eine Ausschlussdiagnose dar. Die genaue Ursache für diese Erkrankung ist noch völlig offen.
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Medizin
 2 Min|

Vorsicht vor Überdosierung: Schmerzmittel können den Nieren schaden

Die Nieren sind die wahren Hochleistungssportler unseres Körpers: Rund 180 Liter Flüssigkeit werden täglich durch sie gesäubert. Doch jeder Sportler kann an seine Grenzen kommen. „Durch die langfristige und hoch dosierte Einnahme von Schmerzmitteln können die Nieren ernste, sogar irreparable Schäden nehmen“, erklärt Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER GEK, anlässlich des morgigen Weltnierentags.

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 15 Min|

Tuberkulose: Diagnostik und Therapie

Tuberkulose (TB, früher auch Schwindsucht genannt) ist eine Infektionskrankheit, welche durch Bakterien des Mycobakterium tuberculosis (M. tuberculosis)-Komplex verursacht wird. Die Erkrankung wird durch Aerosole von Mensch zu Mensch übertragen, Eintrittspforte ist in der Regel die Lunge. Bei Diagnose einer Tuberkulose besteht eine Meldepflicht an das zuständige Gesundheitsamt. Hierfür ist ein Keimnachweis nicht notwendig. Bei gut 20% der in Deutschland diagnostizierten Lungentuberkulosen werden keine Mykobakterien nachgewiesen (2).  Das bearbeitende mikrobiologische Labor meldet zusätzlich den Nachweis säurefester Stäbchen im Ausstrichpräparat, die positive Kultur mit Nachweis von M. tuberculosis-Komplex sowie das Ergebnis der Resistenztestung an das Gesundheitsamt.
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Medizin
 3 Min|

Etoricoxib zur Behandlung von Akutschmerz nach Zahnoperationen

Etoricoxib ist ein nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAR), das vor allem zur Behandlung von Schmerzen bei Menschen mit degenerativen oder entzündlichen Gelenkerkrankungen wie Arthrose oder rheumatoider Arthritis eingesetzt wird. Seit April 2012 ist Etoricoxib auch zur kurzzeitigen Behandlung (3 Tage) mäßig starker Schmerzen nach Zahnoperationen zugelassen. Die Zulassungerweiterung basiert auf den Daten der klinischen Studie TOPAR6, in der Etoricoxib bei postoperativen Zahnschmerzen mit anderen Therapien verglichen wurde.
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 20 Min|

Varizellen und Zoster in der Praxis

Der Erreger der Varizellen und des Zosters, das Varicella-Zoster-Virus (VZV), gehört zu den häufigsten Viren, die beim Menschen vorkommen. Er ist hoch kontagiös und wird überwiegend durch Rachentröpfchen übertragen. Nach Exposition erkranken über 90 von 100 empfänglichen Personen. Infektionsquelle sind akut an Varizellen erkrankte oder infizierte Personen am Ende der Inkubationszeit. Diese scheiden das Virus ab dem 5. Tag vor Ausbruch des Exanthems über Speichel oder Konjunktivalflüssigkeit aus. Hoch infektiös ist auch die Bläschenflüssigkeit der Hauteffloreszenzen. Der Kontakt mit einem Zoster kann ebenfalls zu Varizellen führen, wobei das Infektionsrisiko deutlich niedriger ist, da nur die Bläschenflüssigkeit infektiös ist.
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 18 Min|

Cluster Kopfschmerzen und andere Trigemino-Autonome Kopfschmerzen

Nach der neuen IHS-Klassifikation werden in einer neu definierten Gruppe die Trigemino-autonomen Kopfschmerzen (TAK) zusammengefasst (1). Alle Kopfschmerzsyndrome dieser Gruppe haben zwei Dinge gemeinsam: die meist kurzdauernden Schmerzattacken und die fakultativ vorhandenen autonomen Begleitsymptome (2). Die autonomen Begleitsymptome wie Lakrimation, konjunktivale Injektion, Rhinorrhoe, nasale Kongestion und Lidschwellung treten streng ipsilateral zum Schmerz auf (3) und fehlen in nur 3% der Fälle.
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