Mittwoch, 24. April 2024
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Gastroenterologie

von Dr. rer. nat. Marion Adam

Gastroenterologie
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Die Gastroenterologie beschäftigt sich mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Die meisten Magen-Darm-Erkrankungen können verhindert und/oder behandelt werden (1, 2).
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Was ist Gastroenterologie?

Die Gastroenterologie befasst sich mit den Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Die Refluxkrankheit, Durchfall und Darmkrebs sind Beispiele für Magen-Darm-Erkrankungen (1, 2).
Der Schwerpunkt dieses Fachgebiets liegt auf der Untersuchung und Behandlung von:
 
  • Speiseröhre
  • Magen
  • Dünndarm
  • Dickdarm und Mastdarm
  • Bauchspeicheldrüse
  • Gallenblase
  • Gallenwegen
  • Leber
Dazu gehört ein detailliertes Verständnis der normalen Funktionsweise des Magen-Darm-Trakts, der Verdauung und Aufnahme von Nährstoffen in den Körper, der Entfernung von Abfallstoffen aus dem System und der Funktion der Leber als Verdauungsorgan. Im Grunde genommen gehören alle normalen Aktivitäten und Erkrankungen des Verdauungstraktes zum Fachgebiet der Gastroenterologie.
Die Gastroenterologie schließt die Hepatologie (Diagnostik und Behandlung von Lebererkrankungen und Erkrankungen der Gallenwege) mit ein und befasst sich auch mit der gastroenterologischen Onkologie.
 
 
 

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Zielgerichtete Therapie von funktionellen gastrointestinalen Erkrankungen

Erschienen am 04.05.2022FGE zielgerichtet behandeln. Dies war einer der Schwerpunkte des DGIM 2022. Lesen Sie hier die Details!

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Was sind Beispiele für gastroenterologische Erkrankungen?

Zu den gastroenterologische Erkrankungen gehören (1):
 
  • Dickdarmpolypen und Tumoren des Darms
  • gastroösophagealer Reflux (Sodbrennen)
  • Erkrankungen des Magens, z.B. Gastritis und Magengeschwüre
  • Ösophagitis: Entzündung der Speiseröhre
  • Kolitis: akute oder chronische Darmentzündungen
  • Erkrankungen der Gallenblase und der Gallenwege, z.B. Cholangitis, Gallensteine
  • Erkrankungen der Leber, z.B. Hepatitis
  • Ernährungsprobleme
  • Reizdarmsyndrom
  • Pankreatitis: Entzündungen der Bauchspeicheldrüse
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn
  • Bei Magen-Darm-Erkrankungen können funktionelle und strukturelle Störungen unterschieden werden.

Was sind funktionelle Störungen des Verdauungstraktes?

Bei funktionellen Störungen erscheint der Magen-Darm-Trakt bei der Untersuchung in Ordnung, die Patient:innen leiden jedoch unter Symptomen. Die Symptome gehen häufig darauf zurück, dass sich der Verdauungstrakt der betroffenen Patient:innen nicht richtig „bewegt“. Dies sind die häufigsten Probleme, die den Magen-Darm-Trakt, einschließlich Dickdarm und Mastdarm, betreffen.

Häufige Beispiele für funktionelle Störungen:
 
  • Verstopfung
  • Reizdarmsyndrom
  • Übelkeit
  • Lebensmittelvergiftung
  • Blähungen
  • Refluxkrankheit
  • Durchfall
Faktoren, die den Gastrointestinaltrakt und seine Motilität (Beweglichkeit) stören können:
 
  • ballaststoffarme Ernährung
  • zu wenig Bewegung
  • Verzehr großer Mengen von Milchprodukten
  • Stress
  • Widerstand gegen den Stuhldrang, möglicherweise aufgrund von Hämorrhoiden
  • Einnahme bestimmter Medikamente
  • Schwangerschaft

Was sind strukturelle Störungen des des Gastrointestinaltraktes?

Bei strukturellen Störungen treten bei der Untersuchung sichtbare Unregelmäßigkeiten im Magen-Darm-Trakt auf. Manchmal muss die strukturelle Anomalie chirurgisch entfernt werden.
Häufige Beispiele für strukturelle Störungen:
 
  • Verstopfung
  • Reizdarmsyndrom
  • Hämorrhoiden
    • innere
    • äußere
  • Analfissuren
  • perianale Abszesse
  • Analfistel
  • Andere perianale Infektionen
  • Divertikelkrankheiten
  • Darmpolypen und Darmkrebs
  • Kolitis: akut oder chronisch verlaufende Entzündungen des Darms

Welche Methoden zur Diagnostik verwenden Gastroenterologen?

Zu den wichtigsten diagnostischen Methoden in der Gastroenterologie gehört die Endoskopie. Mit einer endoskopischen Untersuchung können Ärztinnen oder Ärzte innere Strukturen der Patient:innen mit Hilfe eines flexiblen Beobachtungsrohrs (Endoskop) untersucht werden. Die Patient:innen erhalten in einigen Fällen vor der Untersuchung ein Medikament zur Berunhigung und um Schmerzen zu vermeiden (2, 3).

Die häufigsten eingesetzten endoskopischen Verfahren sind:
 
  • Speiseröhre (Ösophagoskopie)
  • Magen (Magenspiegelung, Gastroskopie)
  • Teil des Dünndarms (obere Gastrointestinalendoskopie)
  • Mastdarm (Rektoskopie)
  • untere Teile des Dickdarms, der Mastdarm und der After (Sigmoidoskopie)
  • Dickdarm (Darmspiegelung, Koloskopie)
Weitere Methoden zur Diagnostik von gastroenterologischen Störungen:
 
  • Ultraschall
  • Funktionsstestungen des Magen-Darm-Traktes
  • Laboruntersuchungen

Welche Behandlungen gibt es in der Gastroenterologie?

Die Therapie gastroenterologischer Erkrankungen unterscheidet sich je nach Krankheitsbild und reicht von medikamentösen Therapien über Lebensumstellungen bis hin zu Operationen. Auch endoskopische Behandlungen von bös- oder gutartigen Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes nehmen heutzutage eine immer größere Rolle ein. Hierbei spricht man von der interventionellen Endoskopie. Die Endoskopie kann auch zur Behandlung vieler gastroenterologischer Krankheiten eingesetzt werden, da die Ärztin oder der Arzt durch den Schlauch Instrumente einführen kann (3).

Weitere Informationen zu gastroenterologische Erkrankungen finden Sie auf unseren Übersichtsseiten.
 
 
 

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Erschienen am 01.11.2018FODMAPs wurden neben Gluten, als Auslöser der sogenannten „Gluten- oder Weizensensitivität“ identifiziert – lesen Sie mehr im Schwerpunktthema auf journalmed.de!

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Redaktion journalmed.de

Literatur:

(1) Gastrointestinal diseases. https://my.clevelandclinic.org/health/articles/7040-gastrointestinal-diseases. Abgerufen am 04.04.2023.
(2) Was bedeutet Gastroenterologie? https://dasgastroenterologieportal.de/Was_bedeutet_Gastroenterologie.html. Abgerufen am 04.04.2023.
(3) Interventionelle Endoskopie. https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/verfahren/interventionelle-endoskopie-216047. Abgerufen am 04.04.2023.

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