Journal MED

Infotheken | Beiträge ab Seite 9

Infektiologie
 4 Min|
Chikungunya, Zika, Dengue & Co – werden Tropenkrankheiten bald auch in unseren Breitengraden heimisch?

Chikungunya, Zika, Dengue & Co – werden Tropenkrankheiten bald auch in unseren Breitengraden heimisch?

Reise- und Mückensaison fallen in diesen Tagen und Wochen zusammen. Und damit häufen sich neuerdings auch die autochthonen Fälle von Infektionskrankheiten, die man vormals nur auf Reisen in exotische Gefilde erwerben konnte. Ob und wann sich die epidemiologische Lage tatsächlich derart verändert, dass Tropenkrankheiten auch hierzulande heimisch werden, hängt maßgeblich davon ab, welche Verbreitung diejenigen Mückenarten finden, die als Vektoren für die Übertragung der jeweiligen Viren in Frage kommen. Insofern können die bislang noch vereinzelt aufgetretenen autochthonen Krankheitsfälle, wie jüngst im Elsass, sowohl als Warnung als auch als Entwarnung aufgefasst werden.
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Medizin
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Anwendung von Guselkumab bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Anwendung von Guselkumab bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

Der IL23-Inhibitor Guselkumab hat seit April bzw. Mai die Zulassung für die Behandlung erwachsener Patient:innen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Guselkumab ist indiziert bei mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa (CU), die auf eine konventionelle Therapie oder Biologikatherapie unzureichend angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder diese nicht vertragen haben. Darüber hinaus ist Guselkumab indiziert für die Behandlung erwachsener Patient:innen mit mittelschwerem bis schwerem aktiven Morbus Crohn (MC), die ebenfalls auf eine konventionelle Therapie oder Biologikatherapie unzureichend angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder diese nicht vertragen haben.
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Medizin
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Zum Start der Hauptreisesaison bei Erwachsenen ab 60 Jahren an Impfschutz gegen Pneumokokken denken

Zum Start der Hauptreisesaison bei Erwachsenen ab 60 Jahren an Impfschutz gegen Pneumokokken denken

Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) stellen für Menschen ab 60 Jahren ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar: Ihr altersbedingt schwächer werdendes Immunsystem kann ein Einfallstor für schwere Infektionskrankheiten, wie z. B. eine bakterielle Pneumonie, sein [1, 2]. Aktuelle Daten des Robert Koch-Instituts zeigen, dass die Krankheitslast durch Pneumokokken in Deutschland weiterhin hoch ist [3, 4]. Mit Beginn der Urlaubszeit kommt ein weiterer Faktor hinzu: Menschen, die ins Ausland reisen, sind noch einmal besonders gefährdet. Denn z. B. in südlichen und östlichen Ländern Europas – darunter beliebte Reiseziele wie Frankreich, Zypern oder die Türkei – besteht ein erhöhtes Risiko, sich mit Antibiotika-resistenten Pneumokokken zu infizieren [5, 6]. Dies betrifft zunehmend auch ältere Urlauber:innen, die reiselustig die Welt erkunden [7]. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Menschen ab 60 Jahren standardmäßig einmalig mit dem 20-valenten Konjugatimpfstoff PCV20 gegen Pneumokokken zu impfen [8]. Rechtzeitig vor einer Auslandsreise gilt dies laut STIKO in dieser Altersgruppe erst recht [5].
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Medizin
 3 Min|
Trainingskonzept für ARVC-Patient:innen: Sichere Bewegung trotz Herztod-Risiko

Trainingskonzept für ARVC-Patient:innen: Sichere Bewegung trotz Herztod-Risiko

Die arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie (ARVC) ist eine seltene genetische Erkrankung des Herzmuskels. Betroffene haben ein deutlich erhöhtes Risiko für potenziell tödliche Herzrhythmusstörungen – insbesondere bei intensiver körperlicher Belastung. Gleichzeitig ist Bewegung für viele Patient:innen ein wichtiger Bestandteil ihrer Lebensqualität. Ein Team aus Kardiolog:innen und Sportwissenschaftler:innen an der Technischen Universität München (TUM) entwickelt daher ein gezieltes Trainingskonzept für Menschen mit ARVC. Ziel ist es, ein sicheres Bewegungskonzept zu schaffen, das gesundheitliche Vorteile bietet, ohne das Risiko zu erhöhen.
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Kardiologie
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ATTR-CM: Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Schlüssel

ATTR-CM: Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Schlüssel

Bei der Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie (ATTR-CM) kommt es durch die Ablagerung von Amyloidfibrillen zu einer fortschreitenden Schädigung des Herzens. Die Häufigkeit der Erkrankung wird meist unterschätzt. Um die Dunkelziffer noch nicht diagnostizierter ATTR-CM-Patient:innen weiter zu mindern und eine kausale Therapie einleiten zu können, ist eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Hausärzt:innen und Kardiolog:innen besonders wichtig.
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Medizin
 2 Min|

Akute venöse Thromboembolie: Apixaban überzeugt mit günstigerem Sicherheitsprofil im Versorgungsalltag

Die Behandlung der akuten venösen Thromboembolie (VTE) erfordert eine wirksame und zugleich sichere Antikoagulation. Neue Versorgungsdaten aus den USA und Europa ergänzen die Ergebnisse der klinischen AMPLIFY-Studie und liefern praxisrelevante Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Apixaban im Vergleich zu anderen oralen Antikoagulanzien.
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Rheumatologie
 2 Min|
Sarilumab verbessert gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Polymyalgia rheumatica

Sarilumab verbessert gesundheitsbezogene Lebensqualität bei Polymyalgia rheumatica

Bei Patient:innen mit rezidivierender Polymyalgia rheumatica bleibt die Krankheitsaktivität unter Glukokortikoid-Monotherapie häufig unzureichend kontrolliert. Eine internationale, randomisierte Phase-III-Studie hat nun den Einfluss von Sarilumab auf patientenberichtete Lebensqualitätsparameter untersucht. Die Ergebnisse sprechen für den gezielten Einsatz von Sarilumab im Rahmen eines treat-to-target-Ansatzes.
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Medizin
 2 Min|
Stammzelltransplantation fördert Remyelinisierung bei chronischer MS im Mausmodell

Stammzelltransplantation fördert Remyelinisierung bei chronischer MS im Mausmodell

Induzierte neurale Stammzellen (iNSCs) konnten im Tiermodell chronische Gewebeschäden im zentralen Nervensystem regenerieren. Das zeigen Forschende der Universitäten Cambridge und Innsbruck in einer aktuellen Publikation. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass stammzellbasierte Ansätze zur Remyelinisierung bei chronisch-progredienter Multipler Sklerose (MS) therapeutisch relevant sein könnten.
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Medizin
JOURNAL HÄMATOLOGIE

Erste Gentherapie bei Hämophilie B in Deutschland gestartet

Am 1. Juli 2025 wurde an der Medizinischen Hochschule Hannover der erste Hämophilie-B-Patient in Deutschland mit der Gentherapie Etranacogen dezaparvovec behandelt. Die einmalige Infusion ist für Erwachsene mit schwerer oder mittelschwerer Hämophilie B zugelassen, sofern keine Hemmkörper gegen Faktor IX vorliegen. Es handelt sich um die erste in Europa zugelassene Gentherapie, die auf eine langfristige Expression des Gerinnungsfaktors IX abzielt [1].
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Medizin
 2 Min|
Schlaganfallprophylaxe bei älteren Patient:innen mit Vorhofflimmern

Schlaganfallprophylaxe bei älteren Patient:innen mit Vorhofflimmern: Apixaban zeigt günstiges Sicherheitsprofil

Die Zahl älterer Patient:innen mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern (VHF) steigt kontinuierlich – ebenso das Risiko für Schlaganfälle und Blutungskomplikationen. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Wahl eines geeigneten oralen Antikoagulans zur Schlaganfallprophylaxe zunehmend an Bedeutung. Aktuelle Versorgungsdaten aus Großbritannien und den USA liefern neue Erkenntnisse zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Apixaban im Vergleich zu Edoxaban und Rivaroxaban und ergänzen damit die Daten aus der klinischen Forschung.
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Gesundheitspolitik
 3 Min|

Deutschland ist auf extreme Hitzeereignisse nicht ausreichend vorbereitet

Deutschland ist auf extreme Hitzeereignisse wie einen Hitzedom und anhaltende Temperaturen von mehr als 40 Grad bislang unzureichend vorbereitet. Zu diesem Schluss kommen Experten der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) in einer neuen Analyse. „Wenn keine ausreichenden Vorbereitungen getroffen werden, können in extremen Hitzefällen Zehntausende Todesfälle binnen weniger Tage die Folge sein – und die wären zu vermeiden“, sagt DGG-Präsident Professor Markus Gosch. Eine neue Arbeit dokumentiert erschreckende Versäumnisse in der deutschen Hitzevorsorge [1]. „Während andere Länder bereits katastrophale Hitzewellen erlebt haben, fehlen in Deutschland grundlegende Vorbereitungen für solche Extremereignisse“, sagt der federführende Autor Prof. Clemens Becker, Leiter der „Unit Digitale Geriatrie“ am Universitätsklinikum Heidelberg.
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Medizin
JOURNAL HÄMATOLOGIE | EHA 2025

Dauerhafter Nutzen von Exa-cel bei Sichelzellanämie und Beta-Thalassämie bestätigt

Die Follow-up-Daten der Zulassungsstudien bestätigen für Patient:innen mit schwerer Sichelzellkrankheit (SCD) oder transfusionsabhängiger Beta-Thalassämie (TDT) weiterhin den dauerhaften Nutzen der neuartigen Therapie mit Exagamglogene autotemcel (Exa-cel). Die Ergebnisse wurden im Rahmen des Kongresses der European Hematology Association (EHA) 2025 präsentiert [1, 2]. Die Europäische Kommission hatte das Verfahren im Dezember 2023 zur Behandlung von Patient:innen mit Sichelzellkrankheit und Beta-Thalassämie zugelassen. Diese Zulassung basiert auf den Daten der Studien CLIMB-111 und CLIMB-121 [3, 4].
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