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Reise- und Tropenmedizin

Beiträge zum Thema Reise- und Tropenmedizin

Medizin
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Hepatitis A: Prävention bleibt bei Risikogruppen entscheidend

Hepatitis A: Prävention bleibt bei Risikogruppen entscheidend

Hepatitis A ist eine der ältesten bekannten Virushepatitiden [1] und zugleich eine der am meisten unterschätzten. Denn: Verbesserte Hygienebedingungen haben in Europa und Nordamerika zwar zu einem deutlichen Rückgang der Erkrankungen geführt, gleichzeitig jedoch den Anteil nicht immuner Personen erhöht. Dadurch besteht insbesondere bei Reisen in Endemiegebiete oder beim Konsum kontaminierter Lebensmittel weiterhin ein relevantes Infektionsrisiko. In der klinischen Praxis zeigt sich, dass Hepatitis A keineswegs harmlos ist, insbesondere bei Erwachsenen mit Vorerkrankungen oder Immunsuppression. Anhand von drei Kasuistiken wird deutlich, wie unterschiedlich Infektionswege, Krankheitsverläufe und klinische Konsequenzen sein können.
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Medizin
 4 Min|
Malaria-Infektion schädigt Makrophagen in der Milz langfristig

Malaria-Infektion schädigt Makrophagen in der Milz langfristig

Makrophagen, die im Knochenmark gebildet werden, können die Funktion embryonaler Fresszellen nur bedingt übernehmen. Das zeigt eine Studie der Universität Bonn und des Peter Doherty Institute for Infection and Immunity der University of Melbourne. Die Forschenden haben nachgewiesen, dass eine Malaria-Infektion residente CD163-Makrophagen in der Milz dauerhaft schädigt, die für die Reinigung des Blutes und das Recyceln von Eisen zuständig sind und darüber hinaus mit weiteren Zellen der Immunabwehr kommunizieren. Die Ergebnisse könnten nicht nur für wirksamere Malaria-Impfungen interessant sein, sondern auch für die Entwicklung von Medikamenten und Therapien gegen andere Infektionskrankheiten [1].
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Medizin
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Malaria-Einzeldosistherapie vor panafrikanischer klinischer Studie

Forschende des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) haben eine vielversprechende Malariatherapie entwickelt, die mit nur einer einzelnen Dosis auskommt. Sie könnte dazu beitragen, der zunehmenden Resistenz gegen bestehende Medikamente entgegenzuwirken und die Behandlung deutlich zu vereinfachen. Die Vier-Medikamenten-Kombination mit der Bezeichnung SPAP wird derzeit für groß angelegte klinische Studien in mehreren afrikanischen Ländern vorbereitet [1]. Das DZIF-Projekt wird unter anderem von Prof. Ghyslain Mombo-Ngoma geleitet, der für seine Beiträge zur globalen Gesundheitsforschung in die TIME100 Health 2026 aufgenommen wurde.
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Medizin
 5 Min|
Ebola-Virus: Persistenz im Gehirn besser verstehen

Ebola-Virus: Persistenz im Gehirn besser verstehen

Nach einer Infektion kann das Ebola-Virus monate- bis jahrelang unbemerkt im menschlichen Körper überleben, unter anderem indem es sich im zentralen Nervensystem versteckt. Die Gefahr dabei: Die betroffenen Personen können erneut an Ebola erkranken oder auch einen neuen Ebola-Ausbruch auslösen. Mithilfe von Hirnorganoiden haben Forschende des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) und der Icahn School of Medicine am Mount Sinai (ISMMS) zusammen mit weiteren Kollaborationspartner:innen Einblicke in die Mechanismen dieser Persistenz des Ebola-Virus gewonnen. Die Ergebnisse erschienen kürzlich in Nature Microbiology.
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Medizin
 5 Min|
Favipiravir zeigt vielversprechende Ergebnisse bei Lassafieber-Therapie

Favipiravir zeigt vielversprechende Ergebnisse bei Lassafieber-Therapie

Obwohl die Infektionskrankheit Lassafieber zum Tod führen kann, fehlen Therapieoptionen mit bestätigter Wirksamkeit. Forschende des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben nun federführend erstmals eine randomisierte klinische Studie mit dem neuen Wirkstoffkandidaten Favipiravir durchgeführt. Die vielversprechenden Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Medicine erschienen [1].
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Medizin
 3 Min|
Neuer Wirkstoffkandidat gegen resistente Malaria-Erreger entwickelt

Neuer Wirkstoffkandidat gegen resistente Malaria-Erreger entwickelt

Forschende des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) haben in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) einen neuen Wirkstoffkandidaten entwickelt, der Malariaerreger auch dann abtöten kann, wenn bereits bekannte Medikamente nicht mehr wirken. Seine Ergebnisse veröffentlichte das Team nun in der Fachzeitschrift Angewandte Chemie.
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Reise- und Tropenmedizin
 3 Min|
Reisemedizinische Beratung nicht nur bei Fernreisen wichtig

Reisemedizinische Beratung nicht nur bei Fernreisen wichtig

Zum Start der Fernreisesaison rückt die reisemedizinische Beratung wieder in den Fokus. Fragen zur Reiseregion und Reisedauer spielen ebenso wie der Anlass der Reise und die Reisebegleitung eine entscheidende Rolle für die Bewertung des individuellen Gesundheitsrisikos, das mit dem Aufenthalt verbunden ist. Neben den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) und des Auswärtigem Amtes spielen auch nationale Impfempfehlungen und -pflichten sowie lokale Besonderheiten eine wichtige Rolle [1].
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Infektiologie
 4 Min|
Chikungunya, Zika, Dengue & Co – werden Tropenkrankheiten bald auch in unseren Breitengraden heimisch?

Chikungunya, Zika, Dengue & Co – werden Tropenkrankheiten bald auch in unseren Breitengraden heimisch?

Reise- und Mückensaison fallen in diesen Tagen und Wochen zusammen. Und damit häufen sich neuerdings auch die autochthonen Fälle von Infektionskrankheiten, die man vormals nur auf Reisen in exotische Gefilde erwerben konnte. Ob und wann sich die epidemiologische Lage tatsächlich derart verändert, dass Tropenkrankheiten auch hierzulande heimisch werden, hängt maßgeblich davon ab, welche Verbreitung diejenigen Mückenarten finden, die als Vektoren für die Übertragung der jeweiligen Viren in Frage kommen. Insofern können die bislang noch vereinzelt aufgetretenen autochthonen Krankheitsfälle, wie jüngst im Elsass, sowohl als Warnung als auch als Entwarnung aufgefasst werden.
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Medizin
 3 Min|
Zum Start der Hauptreisesaison bei Erwachsenen ab 60 Jahren an Impfschutz gegen Pneumokokken denken

Zum Start der Hauptreisesaison bei Erwachsenen ab 60 Jahren an Impfschutz gegen Pneumokokken denken

Pneumokokken (Streptococcus pneumoniae) stellen für Menschen ab 60 Jahren ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar: Ihr altersbedingt schwächer werdendes Immunsystem kann ein Einfallstor für schwere Infektionskrankheiten, wie z. B. eine bakterielle Pneumonie, sein [1, 2]. Aktuelle Daten des Robert Koch-Instituts zeigen, dass die Krankheitslast durch Pneumokokken in Deutschland weiterhin hoch ist [3, 4]. Mit Beginn der Urlaubszeit kommt ein weiterer Faktor hinzu: Menschen, die ins Ausland reisen, sind noch einmal besonders gefährdet. Denn z. B. in südlichen und östlichen Ländern Europas – darunter beliebte Reiseziele wie Frankreich, Zypern oder die Türkei – besteht ein erhöhtes Risiko, sich mit Antibiotika-resistenten Pneumokokken zu infizieren [5, 6]. Dies betrifft zunehmend auch ältere Urlauber:innen, die reiselustig die Welt erkunden [7]. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Menschen ab 60 Jahren standardmäßig einmalig mit dem 20-valenten Konjugatimpfstoff PCV20 gegen Pneumokokken zu impfen [8]. Rechtzeitig vor einer Auslandsreise gilt dies laut STIKO in dieser Altersgruppe erst recht [5].
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Infektiologie
 3 Min|
Adjuvantierter Totimpfstoff zum Schutz vor Chikungunya-Komplikationen

Adjuvantierter Totimpfstoff zum Schutz vor Chikungunya-Komplikationen

Die Palette der Impfstoffe zum Schutz vor Infektionskrankheiten auf Reisen ist jetzt um einen weiteren Kandidaten bereichert worden. Nach EU-Zulassung einer attenuierten Lebendvakzine gegen Chikungunya bereits im Juni vergangenen Jahres steht gegen diese über Tigermücken übertragbare Infektionskrankheit inzwischen nach Zulassung im Februar dieses Jahres auch ein adjuvantierter Totimpfstoff zur Verfügung. Erkrankungen nach Infektion mit dem Chikungunya-Virus (CHIKV) nehmen zwar in den seltensten Fällen (< 0,1%) ein letales Ende und verlaufen überwiegend selbstlimitierend. 2 von 5 Betroffenen erleiden jedoch einen chronischen Verlauf mit rheumatologischen Beschwerden, die wochen-, monate- und sogar jahrelang anhalten können. Eine erste Impfempfehlung der Deutschen Gesellschaft für Reisemedizin (DFR) liegt bereits vor.
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Reise- und Tropenmedizin
 4 Min|
Sex auf Reisen: Risikobewusstsein richtig einschätzen und Prophylaxe einleiten

Sex auf Reisen: Risikobewusstsein richtig einschätzen und Prophylaxe einleiten

Wie nahe Gesundheitsrisiken und Lebensfreude beieinander liegen wird kaum deutlicher als bei (Fern-)Reisen. Es muss nicht gleich der Sextourismus sein, der das Risiko einer Infektion mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) ungemein erhöht. Es reicht bereits eine sexuelle Beziehung mit einer Urlaubsbekanntschaft, um aus ganz normalen menschlichen Bedürfnissen ein – unkalkulierbares – Risiko für den weiteren Lebensverlauf zu machen. Neben HBV zählt auch das Hepatitis A-Virus (HAV) zu den impfpräventablen Infektionsrisiken auf Reisen, dessen sexuelle Übertragbarkeit aufgrund der vorherrschend Nahrungsmittel-assoziierten Übertragung mitunter übersehen wird.
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Infektiologie
 2 Min|
Mit Hilfe eines neuen epigenetischen Inhibitors kann der Lebenszyklus des Malaria-Erregers Plasmodium falciparum gestört werden.

Malaria – die Epigenetik als neuer Angriffspunkt

Malaria zählt mit über 600.000 Todesfällen pro Jahr nach wie vor zu den weltweit größten Gesundheitsbedrohungen. Eine zentrale Rolle im Überleben und der Anpassung des Erregers Plasmodium falciparum spielt die Regulation der Genexpression während seines Lebenszyklus. Eine aktuelle Studie hat das Chromatin-Remodelling-Enzym PfSnf2L als essenziellen Regulator für die asexuelle Vermehrung und sexuelle Differenzierung von P. falciparum identifiziert. Mit Hilfe eines epigenetischen Inhibitors konnte das Enzym gehemmt und der Parasit abgetötet werden (1).
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Reise- und Tropenmedizin
 12 Min|

Infektionsschutz vor Fernreisen – eine Oper in 3 Akten mit Ouvertüre und Finale

Dieser Beitrag wurde mit der Absicht verfasst, eine Orientierungshilfe für die reisemedizinische Beratung im Praxisalltag von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zu bieten, die keine spezielle tropenmedizinische Zusatzqualifikation erworben haben. Im Vordergrund stehen deshalb die wichtigsten impfpräventablen Infektionskrankheiten und ihre systematische Einordnung in verschiedene Kategorien. Diese beziehen sich zum einen auf das Klientel der Reisewilligen – ob sie nun mit einem Beratungswunsch in die Praxis kommen oder aber unabhängig davon proaktiv auf ihre Präventionsmöglichkeiten hin vom Praxispersonal angesprochen werden. In dieser Hinsicht erscheinen das Alter und der Gesundheitsstatus der zu beratenden Personen von Belang zu sein. Zum anderen sind Reiseziel, -dauer und -stil von besonderer Bedeutung für die Beurteilung, in welche gesundheitliche Risikokategorie der geplante Urlaub einzuordnen ist. Und drittens erscheint es sinnvoll, die Gesundheitsrisiken insbesondere vor Reisen in die Tropen oder Subtropen hinsichtlich ihrer Seltenheit im Verhältnis zu ihrem dennoch erforderlichen Beratungsbedarf einzuordnen und zu kategorisieren.
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Medizin
 4 Min|

Dengue auf dem Vormarsch – weltweit und auch schon in Europa angekommen

Dass Dengue mit weit über 1.000 bekannten Erkrankungen bei Reiserückkehrern bereits zur Jahresmitte 2024 zu den häufigsten Gesundheitsrisiken auf Fernreisen zählt, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Weniger bekannt ist, dass die Dunkelziffer nach Schätzungen weltweit mit einem Faktor von 10 bis 15 enorm hoch ist. Und ganz neu ist, dass inzwischen auch schon vor autochthonen Übertragungen in unseren Breitengraden gewarnt wird – sogar mit ersten konkreten Hinweisen auf empfohlene Schutzmaßnahmen. Umso unverständlicher erscheint es, dass die derzeit gültigen Impfempfehlungen zu Missverständnissen und Irritationen führen.
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Medizin
 3 Min|

Impfschutz vor Fernreisen: seltene Risiken – aber dramatische Konsequenzen

Mit 2 impfpräventablen Infektionskrankheiten, die auf Fernreisen durch ungünstigen Kontakt mit großen und kleinen Lebewesen erworben werden können, beschäftigte sich ein Symposium im Rahmen des 25. Forums Reisen und Gesundheit des Centrums für Reisemedizin (CRM) in Berlin: Tollwut und Dengue. Das Risiko ist zwar für beide Infektionskrankheiten gering, gemeinsam ist ihnen aber auch, dass es für sie postexpositionell keinerlei Interventionsmöglichkeiten gibt, weshalb vor Antritt einer Reise in entsprechende Risikogebiete stets ein möglichst vollständiger Impfschutz angestrebt werden sollte.
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Medizin
 3 Min|

Zulassungsempfehlung für ersten Chikungunya-Impfstoff in der EU

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat ein positives Votum für die Zulassung des ersten Impfstoffes gegen das Chikungunya-Fieber in der EU ausgesprochen. Chikungunya führt vor allem in den Tropen zu größeren Ausbrüchen. Die Gefahr einer Infektion ist in den vergangenen Jahren aber auch im Mittelmeerraum deutlich angestiegen. Die Entscheidung der Kommission wird für das dritte Quartal 2024 erwartet.
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