Journal MED

Infektiologie

Beiträge zum Thema Infektiologie

Die Europäische Kommission hat die Zulassung des adjuvantierten Impfstoffs gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) erweitert. Bislang war dieser Impfstoff für alle Menschen ab 60 Jahren sowie für Personen ab 50 Jahren mit bestimmten Risikofaktoren zur Prävention von RSV-bedingten Erkrankungen der unteren Atemwege (LRTD) zugelassen. Nun können damit alle Erwachsenen ab 18 Jahren gegen RSV immunisiert werden. Die Zulassung beruht auf Studiendaten zur Immunogenität des adjuvantierten Impfstoffs und zeigen, dass dieser in der Altersklasse der 18- bis 49-Jährigen derjenigen in der Altersklasse 60 plus nicht unterlegen ist.
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Medizin
Post-COVID: Energiestoffwechsel im Gehirn gestört

Post-COVID: Energiestoffwechsel im Gehirn gestört

Konzentrationsprobleme, „Brain Fog", verlangsamtes Denken: Kognitive Beschwerden gehören zu den häufigsten und belastenden Symptomen des Post-COVID-Syndroms. Forschende des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) haben nun Hinweise darauf gefunden, dass bei Betroffenen der Energiestoffwechsel im Gehirn messbar verändert ist. In einer Studie mit einer speziellen Magnetresonanztomographie-Methode zeigte sich bei Patient:innen mit Post-COVID ein verändertes Verhältnis wichtiger Energieträger im Gehirn und dieses stand in Zusammenhang mit der Leistung in kognitiven Tests.
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Medizin
Neue Umfrage zeigt deutliche Lücken in der FSME-Aufklärung und hohen Bedarf an Impfprävention

Neue Umfrage zeigt deutliche Lücken in der FSME-Aufklärung und hohen Bedarf an Impfprävention

Der Aufklärungsbedarf über das Zeckenstichrisiko und Vorsorgemaßnahmen ist hoch, wie eine aktuelle Umfrage [1] zeigt: Ein Großteil der Befragten wurde bereits von Zecken gestochen. Dabei weiß fast ein Viertel nicht (23%), ob sie in einem Risikogebiet für die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) leben – und das, obwohl sich die Mehrheit der Befragten häufig in der Natur aufhält. Eine vollständige Impfung bietet laut Robert Koch-Institut (RKI) den zuverlässigsten FSME-Schutz [2]: Es wird empfohlen, jeden Praxisbesuch für die Überprüfung und gegebenenfalls Vervollständigung des Impfstatus zu nutzen [2].
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Medizin
Warum Pilze vermehrt zu Krankheitserregern des Menschen werden könnten

Warum Pilze vermehrt zu Krankheitserregern des Menschen werden könnten

Im Zuge des globalen Wandels und den damit verbundenen steigenden Temperaturen nehmen Pilzinfektionen weltweit zu und bedrohen Nutzpflanzen, Wildtiere und zunehmend auch die menschliche Gesundheit. Viele Pilzarten sind völlig harmlos und erfüllen wichtige ökologische Funktionen, wie die Zersetzung organischer Stoffe und die Freisetzung von Nährstoffen in den Boden, als Symbionten vielzelliger Organismen übernehmen sie nützliche Funktionen für den Wirt. Auf der anderen Seite sind einige Arten sogenannte opportunistische Krankheitserreger des Menschen: Insbesondere bei einem geschwächten Immunsystem können solche Pilze den Körper befallen und schwere, sogar lebensbedrohliche Infektionen verursachen.
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Medizin
Long COVID: Immunzellen-Zustand hängt mit Symptomen zusammen

Long COVID: Immunzellen-Zustand hängt mit Symptomen zusammen

Wie Long COVID entsteht, ist noch weitestgehend unverstanden. Neue molekulare Zusammenhänge werden durch eine aktuelle Studie, die federführend am Zentrum für Individualisierte Infektionsmedizin (Centre for Individualised Infection Medicine, CiiM) entstanden ist, beleuchtet. Mit ihrem Ansatz, in einzelnen Zellen verschiedene molekulare Ebenen zu untersuchen, konnten die Forschenden einen spezifischen Zustand im Inneren einer Immunzelle ausmachen, der in direktem Zusammenhang mit erhöhten Entzündungsmarkern, Fatigue und Atemwegsproblemen bei Patient:innen mit Long COVID stand. Die Studie ist im Fachmagazin Nature Immunology erschienen [1]. Das CiiM ist eine gemeinsame Einrichtung des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).
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Medizin
MERS-Impfstoff zeigt langanhaltende Immunantwort

MERS-Impfstoffkandidat zeigt langanhaltende Immunantwort

Eine neue Studie zeigt erstmals, dass ein experimenteller Impfstoff gegen das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) auch zwei Jahre nach Auffrischungsimpfung eine stabile und funktionsfähige Immunantwort im Menschen auslöst. Die Ergebnisse markieren einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem wirksamen Impfstoff gegen MERS und stärken die wissenschaftliche Grundlage für die Pandemieprävention. Die klinische Langzeitstudie wurde von einem internationalen Forschungsteam des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) durchgeführt, durch das DZIF und die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) gefördert und in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht [1].
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Infektiologie

Frühzeitige HPV-Impfung bietet die besten Aussichten auf Krebsverhinderung

Dass gegen Krebs geimpft werden kann, zählt zu den großen Fortschritten der modernen Medizin. Dass aber gerade einmal 55% der 15-jährigen Mädchen von dem wirksamen und sicheren Schutz vor Zervixkarzinomen Gebrauch machen, erscheint kaum nachvollziehbar. 19 Jahre nach Einführung der Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) stagnieren gemäß regelmäßig erhobenen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) die Quoten einer vollständigen Immunisierung. Dabei wäre die HPV-Impfung noch vor der Pubertät, aus zwei Gründen am effektivsten, HPV-assoziierte Krebserkrankungen von vornherein zu verhindern, betonte Prof. Dr. Martina Prelog von der Universitäts-Kinderklinik Würzburg.
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Medizin
Zoster-Impfung senkt das Demenzrisiko und kann womöglich das Fortschreiten einer Demenz verlangsamen

Zoster-Impfung senkt das Demenzrisiko und kann womöglich das Fortschreiten einer Demenz verlangsamen

Kann die Impfung gegen das Varizella-Zoster-Virus (VZV), welches Windpocken und Gürtelrose auslöst, vor einer Demenz schützen? Im Jahr 2025 sind zwei große Studien – eine aus UK, eine andere aus Australien – publiziert worden, die beide quasi ein „Real-Life-Experiment“ waren und einen eindrucksvollen Nachweis liefern. Nun bestätigt eine aktuelle Publikation den beobachteten Effekt. Zwar wurde in allen Studien ein Lebendimpfstoff verwendet, der inzwischen in Deutschland und anderen Ländern nicht mehr verwendet wird, dennoch gehen DGN-Expert:innen von einem ähnlichen Effekt des neuen rekombinanten Vakzins aus und raten Menschen ab 60 Jahren zur Impfung.
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Medizin
Pneumokokken-Impfung: STIKO empfiehlt PCV20 für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren

Pneumokokken-Impfung: STIKO empfiehlt PCV20 für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat am 8. Januar 2026 eine aktualisierte Empfehlung zur Pneumokokken-Impfung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren mit Risikofaktoren veröffentlicht. Entsprechend der seit 2023 gültigen Empfehlung für Erwachsene wird auch bei ihnen nun die einmalige Indikationsimpfung mit dem 20-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff PCV20 empfohlen [1]. Eine alleinige oder sequenzielle Impfung sowie Auffrischung mit dem 23-valenten Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff (PPSV23) wird nicht mehr empfohlen. Die STIKO begründet ihre Empfehlung mit der größeren Serotypenabdeckung durch PCV20 im Vergleich zu PCV13 und PCV15 sowie einer vermutlich besseren Wirksamkeit bzw. längeren Schutzdauer im Vergleich zu PPSV23. Zudem vereinheitlicht das neue Impfschema die Empfehlung zur Indikationsimpfung über alle Altersgruppen hinweg. Die PCV20-Impfung für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren wird erst nach Aufnahme in die Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) zur Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung [1].
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Medizin
Neue Empfehlungen: Meningokokken-Prophylaxe unter Komplementinhibitor-Therapie

Neue Empfehlungen: Meningokokken-Prophylaxe unter Komplementinhibitor-Therapie

Komplementinhibitoren werden erfolgreich zur Therapie verschiedener Autoimmunerkrankungen eingesetzt [1]. Aufgrund ihres Wirkmechanismus ist jedoch das Risiko für eine Infektion mit bekapselten Bakterien erhöht und insbesondere die Vorbeugung einer Infektion mit Meningokokken von großer Bedeutung. Doch wie gestaltet sich die Meningokokkenprophylaxe im Rahmen einer komplementinhibierenden Therapie von Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen konkret? Eine Gruppe aus fünfzehn Expert:innen hat hierzu ein Konsensuspapier erarbeitet, das in der August-Ausgabe 2025 der Online-Zeitschrift DGNeurologie veröffentlicht wurde [2]. Die unter Federführung von Prof. Dr. Achim Berthele, Leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie des TUM Universitätsklinikum München, entstandene Publikation stellt einen wichtigen Beitrag für eine effektive und sichere Behandlung neurologischer Erkrankungen in der DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz)-Region dar.
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Medizin
Prostata-Infektionen: Forschende entschlüsseln bakteriellen Angriffsweg

Prostata-Infektionen: Forschende entschlüsseln bakteriellen Angriffsweg

Die bakterielle Prostatitis, eine Infektion der Prostata, die in erster Linie durch Escherichia coli (E. coli) verursacht wird, ist ein häufiges Gesundheitsproblem bei Männern. Weltweit sind etwa 1% aller Männer im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Die Infektion entsteht, wenn Bakterien aus der Harnröhre oder der Blase in die Prostata gelangen. Die Behandlung der bakteriellen Prostatitis ist nach wie vor schwierig, da die Patient:innen oft lange Antibiotikabehandlungen mit hohen Dosen benötigen. Trotz Behandlung erleiden mehr als die Hälfte der Patient:innen innerhalb eines Jahres einen Rückfall. Seit langem vermuten Forschende, dass Bakterien in die Prostatazellen eindringen, um zu überleben und dem Immunsystem und Antibiotika zu entkommen. Bislang fehlten jedoch direkte Beweise für diese Überlebensstrategie.
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Medizin
Long COVID: Wie Autoantikörper das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen

Long COVID: Wie Autoantikörper das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen

Viele Menschen fühlen sich Monate nach einer Corona-Infektion noch immer erschöpft, kämpfen mit Herzrasen, Schwindel oder Blutdruckschwankungen. Diese Beschwerden werden heute unter Long COVID oder Post-COVID-Syndrom (PCS) zusammengefasst. Eine neue Studie von Prof. Dr. Boris Schmitz, Prof. Dr. Frank C. Mooren und ihrem Team vom Lehrstuhl für Rehabilitationswissenschaften der Universität Witten/Herdecke (UW/H) bringt nun mehr Klarheit in eine der zentralen Fragen: Warum bleiben manche Menschen so lange krank? Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass bestimmte Autoantikörper dabei eine wichtige Rolle spielen könnten.
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Medizin

Keuchhustenimpfung in der Schwangerschaft stärkt die Abwehr bei Neugeborenen

2024 wurden in Deutschland die meisten Keuchhustenfälle seit Einführung der Meldepflicht 2013 verzeichnet. Mit fast 122 Fällen pro 100.000 Einwohner waren Säuglinge unter einem Jahr am stärksten betroffen. Für 2025 erwarten Expert:innen ähnlich hohe Fallzahlen. Schutz vor der hochansteckenden Erkrankung in den ersten Lebensmonaten bietet eine Impfung werdender Mütter gegen den Keuchhusten-Erreger, das Bakterium Bordetella pertussis. Eine internationale Studie unter Leitung von Charité und Universität Radboud zeigt die Effektivität der indirekten Immunisierung. Sie ist jetzt in The Lancet Microbe erschienen [1].
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Medizin

Antibiotikaresistenz: Vorhersage mit KI weniger zuverlässig als angenommen

Um Antibiotikaresistenzen bei Krankheitserregern vorherzusagen, greifen Fachleute zunehmend auf maschinelles Lernen zurück. Mit dessen Hilfe lassen sich anhand der Genetik eines Erregers Resistenzmechanismen erkennen. Die Ergebnisse sind allerdings mit Vorsicht zu betrachten: Forschende des Würzburger Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI) konnten nachweisen, dass die Modelle häufig weniger zuverlässig sind als angenommen. Ihre Erkenntnisse wurden im Fachmagazin PLOS Biology veröffentlicht [1]. Sie tragen dazu bei, verlässlichere Werkzeuge zur Vorhersage und Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen zu entwickeln.
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Medizin

Real-World-Daten zeigen: RSV-Schutz nach Impfung auch in der zweiten Saison hoch

Neueste Versorgungsdaten aus Kalifornien konnten die Effektivität eines Impfstoffs gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) nicht nur in der ersten, sondern auch in der zweiten Saison nach der Impfung feststellen [1]. Die Impfung weist somit eine hohe Effektivität gegen RSV-assoziierte Erkrankungen der unteren Atemwege bei ≥ 60-Jährigen, die eine Hospitalisierung oder Behandlung in der Notaufnahme erfordern, auf.
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Medizin

Neue STIKO-Empfehlung: MenACWY-Impfung ersetzt MenC-Impfung

Mit ihrem Beschluss vom 30. Oktober 2025 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) ihre Impfempfehlungen zur Prävention invasiver Meningokokken-Erkrankungen (IME) aktualisiert: Die bisherige Standardimpfung gegen Meningokokken C (MenC) für Kleinkinder im Alter von zwölf Monaten sowie die mögliche Nachholimpfung bis zu einem Alter von < 18 Jahren entfällt fortan [1, 2]. Stattdessen empfiehlt die STIKO nun eine einmalige Standardimpfung, unabhängig vom Impfstatus, gegen Meningokokken der Serogruppen A, C, W und Y (MenACWY) bei allen älteren Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 14 Jahren. Diese soll bis zum 25. Geburtstag nachgeholt werden.
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Infektiologie

Schneller, flexibler und anhaltender FSME-Impfschutz auch schon für Kinder ab 1 Jahr

Ob nun als Stich oder Biss bezeichnet, die Übertragung von Krankheitserregern durch Zecken löst mitunter schwerwiegende Infektionskrankheiten aus, die allerdings im Falle der Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) durch Impfung vermeidbar sind. Angesichts der stetig steigenden Infektionszahlen und der schlecht zu kalkulierenden allgemeinen Präventionsmaßnahmen zum Schutz vor Zeckenbefall erscheint eine rechtzeitige wirksame Immunisierung gegen FSME immer wichtiger. Das betonte Prof. Dr. Jörg Schelling, München, und verwies in diesem Zusammenhang auf die Möglichkeit per Schnell-Schema eine vollständige Grundimmunisierung mit drei Impfdosen innerhalb von drei Wochen zu gewährleisten. Dieses beschleunigte Impfschema zu den Tagen 0, 7 und 21 könne inzwischen auch bei Kindern ab 1 Jahr eingesetzt werden.
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