News | Beiträge ab Seite 18
Medizin
GLP-1-Agonisten: Gewichtsverlust bei Adipositas in Cochrane-Reviews bestätigt
Drei neue Cochrane Reviews zeigen: Die als „Abnehmspritzen" bekannten Wirkstoffe Tirzepatid, Semaglutid und Liraglutid führen bei Menschen mit schwerem Übergewicht zu einer medizinisch bedeutsamen Gewichtsabnahme, solange die Therapie beibehalten wird. Allerdings wurden fast alle der randomisiert kontrollierten Studien, die in den drei Cochrane Reviews ausgewertet wurden, von den Herstellern der Präparate finanziert und durchgeführt. Diese potentiellen Interessenkonflikte schränken die Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse ein. Die Cochrane-Autor:innen fordern daher mehr unabhängige Forschung.
Lesen Sie mehr
Gesundheitspolitik
AOK: Mehr Spezialisierung bei schwierigen OPs
Für bestimmte schwierige Klinik-Eingriffe gelten Anforderungen an die Erfahrung damit - und diese „Mindestmengen“ zeigen nach Angaben der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) im nächsten Jahr weiter Wirkung für bessere Behandlungsaussichten. Operationen etwa an der Bauchspeicheldrüse oder zum Einsetzen künstlicher Kniegelenke sind dadurch 2026 in weniger Krankenhäusern möglich, wie aus einer neuen Auswertung der AOK hervorgeht.
Lesen Sie mehr
Medizin
Real-World-Daten bestätigen hohe Effektivität der RSV-Impfung im Versorgungsalltag
Im vergangenen Herbst und Winter verzeichnete das Robert Koch-Institut (RKI) 67.000 laborbestätigte RSV-bedingte Atemwegsinfektionen, wobei das RKI und viele weitere Expert:innen von einer noch deutlich höheren Krankheitslast ausgehen [1, 2]. Für Erwachsene mit Vorerkrankungen sowie für ältere Erwachsene birgt eine RSV-Infektion ein hohes Risiko, da ihr Immunsystem eine Erkrankung nicht mehr richtig abwehren kann [3]. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt seit etwas mehr als einem Jahr die RSV-Impfung für Erwachsene ab 75 Jahren sowie für Erwachsene im Alter von 60 bis 74 Jahren, die mit einer schweren Grunderkrankung und/oder in Einrichtungen der Pflege leben [4, 5]. Um diese Menschen zu schützen, gilt es jetzt gegen RSV zu impfen. Aktuelle Real-World-Daten unterstreichen die Effektivität und Sicherheit der RSV-Impfung im Versorgungsalltag [6, 7]. Bei einer virtuellen Fachpressekonferenz wurde erörtert, worauf es bei der RSV-Prävention ankommt.
Lesen Sie mehr
Medizin
Geballtes Wissen rund um schwangerschaftsbedingte Herzschwäche
Die peripartale Herzschwäche (PPCM) ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung, die zuvor herzgesunde Frauen wenige Wochen vor oder nach der Geburt eines Kindes treffen kann. Dabei kommt es zu einer stark eingeschränkten Pumpleistung der linken Herzkammer. PPCM betrifft eine unter 1.500 bis 2.000 Schwangeren. Sie ereilt Betroffene ohne Vorwarnung und kann binnen kurzer Zeit zu schwerem Herzversagen und sogar zum Tode führen. Die Anzeichen ähneln Beschwerden, die gegen Ende einer Schwangerschaft und kurz nach einer Entbindung häufiger vorkommen: Abgeschlagenheit, Atemnot, Husten, Gewichtszunahme, besonders durch Wassereinlagerungen in Lunge und Unterschenkeln, sowie Herzrasen. PPCM wird daher oft nicht erkannt und tritt vermutlich häufiger auf als angenommen.
Lesen Sie mehr
Medizin
Schwierigkeiten bei Emotionsregulation in der Schwangerschaft können auf Depression hinweisen
Eine Studie des Universitätsklinikums Tübingen in Zusammenarbeit mit der schwedischen Uppsala Universität belegt erstmals in großem Maßstab, dass Schwierigkeiten mit der Emotionsregulation bereits während der Schwangerschaft auf ein erhöhtes Risiko für depressive Symptome hinweisen können – sowohl in der Schwangerschaft selbst als auch in den Monaten nach der Geburt. Die Ergebnisse eröffnen neue Chancen für eine frühe Erkennung und Prävention perinataler Depressionen durch einfache Screening-Instrumente. Die Studie wurde in dem renommierten Fachjournal Nature Mental Health veröffentlicht.
Lesen Sie mehr
Gesundheitspolitik
Bundesverfassungsgericht kippt Triage-Regelungen
Wer kommt zuerst dran, wenn in einer Notlage nicht genug Intensivbetten da sind? Das Bundesverfassungsgericht hat gesetzliche Regelungen zur sogenannten Triage unter die Lupe genommen.
Lesen Sie mehr
Medizin
Blutmarker-Kombination verbessert ALS-Diagnostik deutlich
Die Diagnose der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) bleibt trotz moderner Bildgebung und genetischer Tests eine Herausforderung, insbesondere bei der Abgrenzung zu klinisch ähnlichen neurodegenerativen Erkrankungen. Eine neue Studie unter Federführung des Universitätsklinikums Bonn (UKB) in Kooperation mit dem Alfried Krupp Krankenhaus Essen zeigt nun, dass die Kombination zweier Blut-Biomarker – Neurofilament-Leichtketten (sNfL) und kardiales Troponin T (cTnT) – die diagnostische Genauigkeit bei ALS signifikant erhöht. Die Studienergebnisse wurden jetzt in der Fachzeitschrift „Annals of Neurology" veröffentlicht [1].
Lesen Sie mehr
Medizin
Frühe symptomatische Alzheimer-Krankheit: Donanemab in Deutschland verfügbar
Nur wenige Wochen nach Zulassung durch die Europäische Kommission ist Donanemab [1] seit Anfang November auch in Deutschland erhältlich. Damit steht Patient:innen mit einer frühen symptomatischen Alzheimer-Krankheit eine weitere dringend benötigte Behandlungsoption zur Verfügung. Erste Behandlungen mit dem Antikörper haben bereits begonnen.
Lesen Sie mehr
Medizin
Vericiguat: EU-Zulassung für zweistufiges Dosierungsschema
Die Europäische Kommission hat das in der Phase-IIb-Studie VELOCITY untersuchte zweistufige Dosierungsschema für Vericiguat zugelassen. Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 5 mg statt 2,5 mg Vericiguat einmal täglich bei Patient:innen mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) nach kürzlichem Dekompensationsereignis. Dies verkürzt die Titration von ursprünglich zwei auf nur einen Titrationsschritt und vereinfacht das Therapieschema in der klinischen Praxis.
Lesen Sie mehr
Gesundheitspolitik
Kassen warnen: Höhere Beiträge trotz Sparpakets
Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) warnen vor weiter steigenden Beiträgen im neuen Jahr auch mit dem vorgesehenen Sparpaket der Bundesregierung. Die vorgelegten Eingriffe reichten „absehbar nicht aus, Zusatzbeitragserhöhungen im Jahr 2026zu verhindern“, schreibt die Techniker Krankenkasse in einer Stellungnahme für eine Anhörung zu den Gesetzesplänen am Montag im Bundestag. Der Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) erklärt, wegen des nötigen Auffüllens von Rücklagen würden „etliche Kassen auch im kommenden Jahr Beitragssatzanpassungen vornehmen müssen“.
Lesen Sie mehr
Medizin
Kardiale MRT bei KHK: Sinnvolle Ergänzung zur Diagnostik
Die kardiale Magnetresonanztomografie (MRT) ist ein geeignetes nicht invasives Verfahren zur funktionellen Diagnostik bei Patient:innen, bei denen sich nach einer Basisdiagnostik der Verdacht auf chronische koronare Herzkrankheit (KHK) oder Verdacht auf das Fortschreiten einer schon bekannten KHK ergibt: Die kardiale MRT hat eine mindestens vergleichbare Treffergenauigkeit (diagnostische Güte) wie die SPECT (Single Photon Emission Computed Tomography) im Erkennen von KHK. Allerdings kommt die kardiale MRT dabei ohne Strahlenbelastung für die Betroffenen aus.
Lesen Sie mehr
Gesundheitspolitik
Medizinischer Dienst ermittelt 3.700 Behandlungsfehler im Jahr 2024
Im vergangenen Jahr hat der Medizinische Dienst in rund 3.700 Fällen Behandlungsfehler festgestellt. In rund 2.800 dieser Fälle (76%) erlitten Patient:innen dadurch einen gesundheitlichen Schaden, wie aus dem Jahresbericht 2024 der Gutachter der Krankenkassen hervorgeht. Ein Drittel davon seien dauerhafte Schäden. Zudem seien rund 75 Todesfälle durch medizinische Fehler ermittelt worden.
Lesen Sie mehr
Medizin
Neue Diagnostikplattform erkennt Impflücken und Antibiotikaresistenzen
Ein Tropfen Blut genügt, um zu sehen, ob der Impfschutz hält: Forschende am Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben gemeinsam mit drei Thüringer Diagnostikunternehmen eine neue Mikroarray-Plattform entwickelt, die helfen soll, Impflücken aufzudecken und antibiotikaresistente Erreger schneller zu erkennen. Die Innovation entstand am InfectoGnostics Forschungscampus Jena und soll zwei zentrale Herausforderungen der öffentlichen Gesundheit adressieren: den Überblick über den Impfschutz und die gezielte Diagnose resistenter Infektionen.
Lesen Sie mehr
Gesundheitspolitik
WHO Europa beschließt Gesundheitsagenda 2030
Deutschland und die weiteren 52 Mitgliedstaaten der Region Europa der Weltgesundheitsorganisation WHO haben sich auf eine gemeinsame Vision für ihre Gesundheitspolitik der kommenden Jahre verständigt. Das sogenannte Zweite Europäische Arbeitsprogramm 2026-2030 (EPW2) wurde von den Ländern auf der Jahressitzung des WHO-Regionalkomitees in Kopenhagen einstimmig angenommen, wie die Organisation mitteilte.
Lesen Sie mehr
Medizin
Rheumatoide Arthritis: Upadacitinib überzeugt nach TNF-Inhibitor-Versagen
In der Phase-IIIb/IV-Studie SELECT-SWITCH wurden die Wirksamkeit und Sicherheit von Upadacitinib gegenüber Adalimumab bei erwachsenen Patient:innen mit mittelschwerer bis schwerer rheumatoider Arthritis unter bestehender Basistherapie mit Methotrexat (MTX) verglichen. Insgesamt erreichten zu Woche 12 nahezu doppelt so viele Patient:innen unter Upadacitinib eine Remission oder niedrige Krankheitsaktivität, ohne dass neue Sicherheitssignale beobachtet wurden. Die Ergebnisse bestärken, dass nach TNFi-Versagen ein Wechsel auf Upadacitinib Vorteile für Patient:innen bringt, verglichen mit einer weiteren TNFi-Therapie
Lesen Sie mehr
Gesundheitspolitik
„Pille danach“ in England ab sofort kostenlos erhältlich
Die „Pille danach" ist in England ab sofort kostenlos in Apotheken erhältlich. In fast 10.000 Apotheken im Land können die Menschen das Notfallmedikament nun ohne vorherigen Besuch bei einem Arzt oder einer Ärztin oder in einer Klinik und ohne Bezahlung bekommen, wie die Nachrichtenagentur PA berichtet.
Lesen Sie mehr
Medizin
STIKO empfiehlt Meningokokken-Impfung für Kinder ab zwölf Jahren
Meningokokken-Erkrankungen sind in Deutschland selten, aber potenziell lebensbedrohlich. Besonders Jugendliche sind betroffen - daher sollen Kinder vor dem Risikoalter geimpft werden, rät die STIKO.
Lesen Sie mehr
Medizin
Alzheimer: Protein CLIC1 steuert Immunzellen im Gehirn
Die Bedeutung des Immunsystems wird wissenschaftlich immer besser verstanden und rückt auch bei Alzheimer zunehmend in den Fokus. In einer neuen Studie hat ein Forschungsteam um Prof. Dr. Christian Madry vom Institut für Neurophysiologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin das Protein CLIC1 als zentralen Schalter in den Immunzellen des Gehirns, den Mikrogliazellen identifiziert. Die Ergebnisse wurden jetzt im Fachjournal Science Advances veröffentlicht. Gefördert wurde die Studie unter anderem von der gemeinnützigen Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI).
Lesen Sie mehr
Gesundheitspolitik
E-Patientenakten füllen sich
Die Verwendung elektronischer Patientenakten (ePA) zieht einen Monat nach Beginn des verpflichtenden Einsatzes für Ärztinnen und Ärzte an. Im Oktober wurden 10,6 Millionen Dokumente hochgeladen, wie aus Daten der mehrheitlich bundeseigenen Digitalagentur Gematik hervorgeht. Insgesamt gibt es demnach inzwischen 37 Millionen Uploads in die neuen E-Akten, wovon etwas mehr als die Hälfte auf medizinische Befunde und Berichte entfällt.
Lesen Sie mehr
Medizin
Tabletten bei Schluckstörungen: Im Ganzen sicherer als zerkleinert
Schlaganfallpatient:innen mit Schluckstörungen werden Tabletten seit Jahrzehnten meist zerkleinert verabreicht – um ein Verschlucken zu vermeiden. Neue klinische Daten stellen diese Praxis nun infrage. Eine Studie an Betroffenen zeigt: Ganze Tabletten, die mit weichen Speisen wie Apfelmus verabreicht werden, konnten oft problemlos geschluckt werden – ohne Hinweise auf Eindringen von Speisebestandteilen in die Atemwege. Zerstoßene Tabletten hingegen hinterließen deutlich mehr Rückstände im Rachen, was die Aufnahme der Wirkstoffe beeinträchtigen und Komplikationen begünstigen könnte. Die Untersuchung der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (KL Krems) macht deutlich: Das routinemäßige Zerkleinern fester Arzneimittel gehört auf den Prüfstand. Eine differenziertere Vorgehensweise könnte Medikationsfehler reduzieren und die Arzneimittelsicherheit in der Schlaganfallversorgung verbessern.
Lesen Sie mehr