News | Beiträge ab Seite 271
Novo Nordisk stellt Vertrieb des Basalinsulins degludec in Deutschland Ende September ein
Novo Nordisk wird den Vertrieb seines innovativen Basalinsulins Insulin degludec (Tresiba®) in Deutschland Ende September 2015 einstellen. Das Unternehmen reagiert damit auf das Ergebnis des AMNOG-Prozesses zu dem Diabetesmedikament, der jetzt mit der Entscheidung der Schiedsstelle abgeschlossen wurde. Das Sicherheitsprofil von Tresiba® ist unverändert positiv. „Wir bedauern diesen Schritt sehr“, sagt die deutsche Geschäftsführerin Krisja Vermeylen: „Wir sehen uns durch den Spruch der Schiedsstelle dazu gezwungen, der im Wesentlichen den Forderungen des GKV-Spitzenverbands entspricht und den künftigen Listenpreis auf die Höhe der Kosten einer Therapie mit Humaninsulin festgesetzt hat.“
Sonnencreme bremst Vitamin-D-Produktion: Frauenärzte der GenoGyn raten auch im Sommer zu ergänzenden Präparaten
Die Sonne wird gesucht, weil sie der Seele guttut. Der positive Nebeneffekt, dass die menschliche Haut unter dem Einfluss von Sonnenlicht das besonders wichtige Vitamin D selbst erzeugt, wird gern mitgenommen. Aber was geschieht, wenn Sonnenschutzmittel benutzt werden? Wird trotzdem Vitamin D produziert? "Solche Fragen gehören in diesen Wochen zu den häufigsten in unseren Praxen, denn viele Patientinnen wissen um die große Bedeutung von Vitamin D für die Gesundheit, etwa für den Knochenstoffwechsel", sagt Dr. Jürgen Klinghammer, Vorsitzender der frauenärztlichen Genossenschaft GenoGyn. Seine Antwort auf die Frage nach ausreichender körpereigener Vitamin-D-Produktion beim parallelen Einsatz wirksamer Sonnenschutzmittel ist ein eindeutiges Nein.
Vorbereitung auf das Medizinstudium: Bewerbungsphase für neues Studienprogramm MedPrep an der Jacobs University in Bremen läuft
Studienplätze in Medizin sind begehrt. Das "Medical Preparatory Program", das die Jacobs University in diesem Jahr erstmals anbietet, führt gezielt auf ein solches Studium hin. Die Teilnehmer des Programms sammeln praktische Erfahrungen, vertiefen ihre Kenntnisse in relevanten Fächern und werden fit gemacht für die speziellen Eingangstests des Medizinstudiums. Bis zum 15. August können sich Interessierte noch bewerben.
Frauenärzte der GenoGyn kritisieren: Präventionsgesetz vergibt große Potenziale
Drei Bundesregierungen haben vergeblich versucht, der Prävention eine gesetzliche Grundlage zu geben; die Große Koalition hat es nun geschafft: Heute hat der Bundestag das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention verabschiedet. "So sehr wir dieses Gesetz begrüßen, so sehr kritisieren wir dessen mangelhafte Ausgestaltung, allem voran die fehlende Einbindung der Frauenärzte", sagt Dr. Jürgen Klinghammer, Gynäkologe und geschäftsführender Vorstand der Ärzteorganisation GenoGyn, die sich seit 2008 für eine erweiterte Primärprävention in den gynäkologischen Praxen einsetzt und in eigenen zertifizierten Fortbildungen bereits über 330 Ärzte in Präventionsmedizin qualifiziert hat.
Darmbakterien kooperieren, wenn das Leben hart wird
Forscher des Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB) der Universität Luxemburg haben mit Hilfe von Computer-Modellierungen herausgefunden, wie Darmbakterien auf Veränderungen in ihrer Umgebung - etwa Abnahme des Sauerstoffgehalts oder des Nahrungsangebots - reagieren: Mikroorganismen, die sonst konkurrieren oder sich sogar gegenseitig verdrängen, können unter veränderten Lebensbedingungen auf einen kooperativen Lebensstil umschalten: Sie produzieren dann Substanzen, die anderen Arten das Leben erleichtern und ihnen sogar beim Überleben helfen. So stabilisiert sich die gesamte Lebensgemeinschaft - und passt sich gemeinsam erfolgreich der neuen Situation an.
Prmt5 Gen reguliert Aktivität und Funktion von Muskelstammzellen bei geschädigtem Skelettmuskel
Im Vergleich zu vielen anderen Organen hat die Skelettmuskulatur ein hohes Regenerationspotenzial. Bei einer Schädigung des Muskels beginnen zwischen einzelnen Muskelfasern angesiedelte Muskelstammzellen, die auch als Satellitenzellen bezeichnet werden, sich in kürzester Zeit zu teilen und die geschädigten Muskelzellen zu ersetzen. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim haben entdeckt, dass ein als Prmt5 bezeichnetes Protein die Aktivität dieser Stammzellen wesentlich reguliert. Nun soll in weiteren Studien untersucht werden, welche Rolle das Prmt5 bei Muskelerkrankungen spielt.
AGO und DGGG beziehen Stellung zur Morcellation bei der Entfernung von Tumoren der Gebärmutter
Eine Zerkleinerung des Gewebes in der Bauchhöhle, Morcellation genannt, ermöglicht eine schonende Entfernung von gutartigen Tumoren der Gebärmutter im Rahmen einer Bauchspiegelung, die kaum Narben hinterlässt. Die Gefahr, dass dabei ein bösartiger Tumor zerkleinert wird und die Morcellation zur Ausbreitung führt, ist aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO), eine selbstständige Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) und der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), gering. Die laparoskopische Uterusmorcellation bleibe eine wichtige Behandlungsoption, die nach der Aufklärung der Patientin weiter eingesetzt werden kann, heißt es in einer aktuell publizierten Stellungnahme verschiedener Arbeitsgemeinschaften der DGGG.
Abwechslung in der Ernährungstherapie: Herzhafte Trinknahrung
Ab sofort gibt es von Fresenius Kabi Deutschland eine vollbilanzierte, hochkalorische Trinknahrung, Fresubin® Soup, in drei leckeren, herzhaften Geschmacksrichtungen: Tomate, Karotte und Grünes Gemüse. Die verzehrfertige Nahrung schmeckt erwärmt am besten. Die Zubereitung ist direkt im praktischen, mikrowellengeeigneten Becher möglich. Der Spezialist für Ernährungstherapie, Infusionen, Arzneimittel und Medizinprodukte vervollständigt damit sein Angebot für Patienten mit einem drohenden oder bestehenden Ernährungsdefizit, die einen erhöhten Energiebedarf haben. Fresubin® Soup ist erstattungsfähig.
Laumann: Bürokratie in der Pflege ist Motivationskiller
Pflegepersonal soll von Dokumentationspflichten entlastet werden und damit mehr Zeit für die Patienten bekommen. Bisher müssten in der Pflegedokumentation viel zu viele Abläufe festgehalten werden, die im Alltag ganz normal seien, sagte der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), am Montag in Berlin. Künftig solle die Dokumentation auf das "wirklich Notwendige" beschränkt werden.
Ultrafeine Partikel führen zu eingeschränkter Herzfunktion
Ultrafeine Partikel in der Umgebungsluft verändern schon nach wenigen Minuten die Herzvariabilität und führen so zu einem erhöhten Risiko insbesondere für Menschen mit gesundheitlicher Vorbelastung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Epidemiologie am Helmholtz Zentrum München, die im März dieses Jahres veröffentlicht wurde. Erhöhte Konzentrationen ultrafeiner Partikel kommen vor allem im dichten Straßenverkehr vor und damit in den stark besiedelten Innenstadtbereichen. Die Herzratenvariabilität beschreibt die Anpassungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems an aktuelle Erfordernisse und wird durch das autonome Nervensystem gesteuert.
Kausale Behandlungsoption unterstützt die Regeneration peripherer Nervenschädigungen
Eine aktuelle Studie untersuchte die additive, neurotrope Behandlung von Patienten mit schmerzhaften peripheren Nervenschädigungen unterschiedlicher Ursache. Innerhalb von zwei Monaten kam es zu einer erheblichen Reduktion der Schmerzen und neuropathischen Begleitsymptome (1). Der Leipziger Neurochirurg Dr. Jörg Döhnert hat die Studie und ihre Bedeutung für den Praxisalltag genauer unter die Lupe genommen. Im Rahmen eines Reviews erläutert der Experte, dass sich hinter peripheren Nervenschädigungen, wie den Wirbelsäulen-Syndromen, häufig eine Schädigung der Myelinschicht verbirgt. Die additive Gabe von Uridinmonophosphat (UMP) zusammen mit Vitamin B12 und Folsäure (Keltican® forte) unterstützt gezielt die körpereigenen Reparaturprozesse und greift so an der Beschwerden-Ursache an. Döhnert plädiert für eine kausale Behandlung sobald sich die ersten Hinweise auf eine Strukturschädigung peripherer Nerven bemerkbar machen.
Uniklinik Jena: Erste Professur für Notfallmedizin in Deutschland
Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) hat deutschlandweit die erste Professur für Notfallmedizin an einer Uniklinik besetzt: Anfang April trat Prof. Wilhelm Behringer sein Amt an. Er leitet damit auch das Zentrum für Notfallmedizin am einzigen Thüringer Universitätsklinikum.
Atomoxetin als erste und einzige Fertiglösung für die ADHS-Therapie
Das Nicht-Stimulanz Atomoxetin steht nun zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) seit dem 15. April 2015 auch als Fertiglösung zur Verfügung. Die neue Strattera® Lösung wurde entwickelt, um die Adhärenz von Patienten zu verbessern, die eine flüssige Darreichungsform bevorzugen, z. B. aufgrund von Schwierigkeiten, Kapseln oder Tabletten zu schlucken.
Besserer Therapie-Erfolg bei Asthma und COPD mit einem Inhalator, der Fehler verzeiht
Bisher scheitert die Therapie chronisch obstruktiver Lungenerkrankungen oft an komplizierten Inhalatoren: Bis zu 80 % der Patienten machen Fehler bei der Applikation. Gefragt sind deshalb einfache Devices wie der Trockenpulver-Inhalator Spiromax®.
Neuer Rekord: 6 Millionen registrierte Spender in Deutschland
"Die 6-Millionen-Marke bei den registrierten Blutstammzellspendern wurde geknackt" freut sich Dr. Carlheinz Müller, Geschäftsführer des Zentralen Knochenmarkspender-Registers Deutschland (ZKRD). Für Patienten, die an Leukämie oder einer anderen Erkrankung des blutbildenden Systems leiden, bedeutet diese Spendenbereitschaft enorm viel. Jeder registrierte Spender erhöht die Chance der Patienten, den für sie genau passenden Spender zu finden. "Dass es in Deutschland so viele hochmotivierte Spender gibt, haben wir dem unermüdlichen Einsatz der 27 Spenderdateien und deren zahllosen ehrenamtlichen Helfern zu verdanken", so Müller.
Infobus von „Herzenssache Schlaganfall“ tourt durch Deutschland
Jährlich erleiden hierzulande rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Dabei könnten sich 50 bis 70% aller Schlaganfall-Erkrankungen durch gezielte Vorsorgemaßnahmen und die Förderung einer gesunden Lebensweise verhindern lassen. Die von Boehringer Ingelheim initiierte und in Kooperation mit der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe (SDSH) sowie der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) umgesetzte bundesweite Aufklärungskampagne „Herzenssache Schlaganfall“ setzt genau hier an: Ziel ist es, den Informationsstand über Ursachen, Risikofaktoren und Vorsorgeoptionen in der Bevölkerung deutlich zu verbessern und somit die Anzahl der Schlaganfälle zu reduzieren.
Adipositas: Gefährliche Ausschüttung von Zytokinen im Fettgewebe
Das Fettgewebe von Menschen mit starkem Übergewicht (Adipositas) ist mehr als nur ein Energiespeicher. Es mischt sich in den Stoffwechsel, die Immunabwehr und sogar in die Psyche der Betroffenen ein. Eine interdisziplinäre Studie des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen der Universität Leipzig konnte zeigen, dass bei Adipositas mehr Signalstoffe des Immunsystems im Fettgewebe produziert und ins Blut abgegeben werden als bisher angenommen. Diese so genannten Zytokine können dann im gesamten Körper zu entzündlichen Prozessen führen.
Systematischer Review zur Bedeutung von Keratolytika und Emollentien bei Psoriasis: Innovatives physikalisches Wirkprinzip - verträgliche Alternativen zu Salicylsäure
Die topische Therapie mit Emollentien und Keratolytika ist integraler Bestandteil im Management der Psoriasis. Doch die Datenlage ist dünn, wie ein aktueller systematischer Review (1) nun zeigte, der sich auf 60 Publikationen zwischen 1983 und 2013 stützt. Als am besten untersuchtes Keratolytikum wurde Salicylsäure identifiziert. Die Autoren des Reviews, Dr. Arnd Jacobi, Prof. Dr. Matthias Augustin und Dr. Anke Mayer vom Institut für Versorgungsforschung in der Dermatologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf, betonen aber gleichzeitig die erheblichen Limitationen der Salicylsäure aufgrund ihrer systemischen Toxizität.
Hirnforscher belegt Erfolg der Musiktherapie bei Tinnitus: Gehirn verändert sich binnen fünf Tagen
Der Hirnforscher Christoph Krick an der Universität des Saarlandes hat untersucht, warum eine Musiktherapie bei Tinnitus so gut wirkt. Die von Heidelberger Forschern entwickelte Therapie hilft dabei, lästige Ohrgeräusche buchstäblich "wegzusummen". 80% der Patienten empfanden nach dieser Behandlung den Tinnitus nicht mehr als quälend, bei acht Prozent verschwand er ganz. Über Aufnahmen im Magnetresonanz-Tomographen (MRT) konnte Krick nachweisen, dass sich schon nach fünf Tagen die Gehirnstrukturen verändern. Der Lernfortschritt während der Musiktherapie reorganisiert jenes Hirngewebe im Gehörkortex, das aufgrund der Tinnitus-Störung zunächst abgebaut wurde.
DGP 2015: Roflumilast reduziert COPD-Exazerbationen und Hospitalisierungen on Top zu Triple-Therapie
Das Risikomanagement ist ein wichtiges Therapieziel bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD. Neue Studiendaten belegen, dass Roflumilast (Daxas®) die wesentlichen Risiken wie die Zahl an mittleren und schweren Exazerbationen sowie die Zahl an Hospitalisierungen nochmals signifikant reduzieren kann, wenn Patienten bereits eine maximale Therapie bestehend aus LABA, LAMA und ICS erhalten. Die Ergebnisse der REACT-Studie wurden weltweit zum ersten Mal auf dem 56. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) vorgestellt.