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Naloxegol erleichtert die Therapie der Opioid-induzierten Obstipation
Die Mehrzahl der Patienten mit Opioid-induzierter Obstipation sprechen unzureichend auf Laxanzien an. Für sie steht mit dem oralen, peripher wirksamen Opioidrezeptor-Antagonisten Naloxegol eine neue kausale Therapie-Option zur Verfügung. Sie ist frei mit Opioiden kombinierbar und ermöglicht so eine flexible Schmerztherapie.
Forschung zu Altern und Neurogeneration: Oxidative Schädigungen im Cytosol
Die Frage, warum wir altern, ist eine der spannendsten Fragen der Menschheit, bislang aber nicht annähernd geklärt. Wissenschaftler am FMP sind der Antwort näher gekommen. In einer Studie konnten sie erstmals zeigen, dass das Endoplasmatische Retikulum im Alter seine oxidative Eigenschaft verliert. Geht dieses Lebenselixier verloren, können viele Proteine nicht mehr korrekt reifen. Zeitgleich reichern sich oxidative Schädigungen im Cytosol. Dieses Wechselspiel war bisher unbekannt und eröffnet ein neues Verständnis vom Altern, aber auch von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson.
Experten warnen: Pflegereform beseitigt Pflegenotstand nicht
Pflegeverbände und -experten haben an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) appelliert, die Attraktivität der Pflegeberufe deutlich zu steigern.
Sekundärer Wirkverlust unter Biologika-Therapie: Strategien bei Vorliegen von neutralisierenden Antikörpern
Etwa 30% der Patienten mit Rheumatoider Arthritis sprechen nicht auf eine Therapie mit einem TNF-Inhibitor an. Bei rund der Hälfte ist dies auf ein sekundäres Therapieversagen zurückzuführen, das oft durch die Bildung von neutralisierenden Anti-Drug-Antikörpern verursacht wird, und laut Privatdozent Dr. Eugen Feist, Charité Universitätsmedizin Berlin, Rheumatologie/klinische Immunologie, ein relevantes Problem in der Praxis darstellt. Der Bildung von Anti-Drug-Antikörpern kann durch eine Kombinationstherapie mit MTX vorgebeugt werden. Bei MTX-Kontraindikation oder -Unverträglichkeit kann von vornherein ein Biologikum mit geringer Immunogenität gewählt werden. Somit ist das unterschiedliche immunogene Potenzial der TNF-Inhibitoren ein Kriterium, das in die Therapieentscheidung einbezogen werden sollte. Das einzige humane lösliche TNF-α-Rezeptorfusionsprotein Etanercept (Enbrel®) besitzt keine klinisch signifikante Immunogenität.
GKV-Präventionsleitfaden: Mit Achtsamkeit Stress abbauen
"Alles, was ist, dauert drei Sekunden: Eine Sekunde für vorher, eine für nachher, eine für mittendrin", singt der Musiker Peterlicht. Um diese Regel aus der Hirnforschung geht es auch bei der Achtsamkeit. Das Ziel: im Hier und Jetzt zu leben. Wie das geht? Ganz einfach. Yoga kennt heute jeder. Pilates auch. Aber Achtsamkeit? Da zucken viele immer noch mit den Schultern. Dabei ist es eine Technik, die ebenso gut beim Entspannen und Stressabbauen helfen kann. Dafür braucht man nicht einmal eine Matte oder Turnsachen. Eine verbreitete Form des Achtsamkeitstrainings sind MBSR-Kurse. Der GKV-Spitzenverband hat in seinem Präventionsleitfaden inzwischen auch Maßnahmen zur Stärkung der Achtsamkeit aufgenommen
EU-Zulassung für Adalimumab zur Behandlung von Erwachsenen mit aktiver mittelschwerer bis schwerer Acne inversa
AbbVie gibt bekannt, dass Adalimumab (HUMIRA®) die Zulassung zur Behandlung von Erwachsenen mit aktiver mittelschwerer bis schwerer Acne inversa erhalten hat, die unzureichend auf eine konventionelle systemische Therapie angesprochen haben. Adalimumab ist somit das erste und einzige in der Europäischen Union (EU) zugelassene Medikament zur Behandlung der AI.
Aktivierte TRP-Kanäle leiten Schmerzprozesse ein, Kaliumkanal TRESK schwächt sie ab
Schmerzen sind eines der fünf klassischen Merkmale von Entzündungen. Verantwortlich für diese Art von Schmerz sind spezielle Entzündungssubstanzen, die Nervenzellen im betroffenen Gewebe sensibilisieren. In der Folge leitet die Nervenzelle ein elektrisches Signal verstärkt zum Gehirn weiter und löst dort die Schmerzempfindung aus. Tatsächlich ist das Geschehen jedoch deutlich komplexer als bisher bekannt. Wissenschaftlern der Universität Würzburg ist jetzt der Nachweis gelungen, dass diese Entzündungssubstanzen nicht nur Schmerzen verursachen. Professor Erhard Wischmeyer, Privatdozent Dr. Frank Döring und die Diplom-Biologin Sina Kollert vom Physiologischen Institut der Uni konnten zeigen, dass die Substanzen gleichzeitig eine zweite Art von Kanälen in den Nervenzellwänden aktivieren und damit der Schmerzentstehung entgegen wirken. In der Fachzeitschrift Scientific Reports stellen sie ihre Arbeit vor.
Kosten-Nutzen-Analyse: SPG-Stimulationstherapie ist medikamentöser Behandlung bei Clusterkopfschmerz langfristig überlegen
In einer kürzlich im Journal of Headache Pain veröffentlichten Studie (1) wurde die SPG-Stimulationstherapie mit den gängigen medikamentösen Therapien in Bezug auf Kosten und Nutzen verglichen. Dabei zeigte sich, dass die erstattungsfähige Methode der Standardtherapie mit Medikamenten bei der Behandlung von Clusterkopfschmerz langfristig überlegen ist - aus ökonomischer Sicht und in Bezug auf die Lebensqualität der Betroffenen.
LymeCare-App: Online Symptomtagebuch und mehr
Die iOS-App LymeCare der SymCollect GmbH verbindet ein Symptomtagebuch für Borreliose-Patienten mit einer Betreuungsplattform für den behandelnden Arzt und einer Alarmfunktion, wenn sich der Zustand des Patienten stark verschlechtert. Um die Nutzung des Tagebuchs nicht länger auf Besitzer von Apple-Geräten einzuschränken, hat SymCollect nun auch eine Browserversion von LymeCare ins Internet gestellt.
Mehrzahl der Raucher ist lungenkrank
Deutlich mehr Raucher als bisher angenommen - rund 80 anstatt der mit gängigen Diagnosetests ermittelten ca. 50% - entwickeln eine sogenannte chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), die mit fortschreitenden Lungenschäden einhergeht. Das ist das Ergebnis einer Studie der führenden US-amerikanischen Lungenfachklinik National Jewish Health mit mehr als 8.800 Rauchern, an der auch ein Radiologe des Universitätsklinikums Heidelberg beteiligt war.
Tiotropium/Olodaterol jetzt auch in Deutschland zugelassen
Die deutsche Zulassungsbehörde (BfArM) hat Spiolto® (Tiotropium/Olodaterol) Respimat® als langwirksame Dauertherapie zur einmal täglichen Inhalation für Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) in Deutschland zugelassen. Spiolto® Respimat® führt bei Patienten, die eine COPD-Dauertherapie benötigen, von Anfang an zu signifikanten Verbesserungen der Lungenfunktion, der Lebensqualität und der Atemnot sowie zum reduzierten Verbrauch an Notfallmedikation gegenüber Spiriva® alleine. Alle Patienten, die einer Dauertherapie bedürfen, können unabhängig vom Schweregrad ihrer Erkrankung von einer signifikanten Verbesserung der Lungenfunktion profitieren.
Fettleibigkeit: Chronische Dünndarm-Entzündung und Kolonisierung des Jejunum-Epithels durch T-Zellen
Forscher haben nachgewiesen, dass schwere Adipositas mit Entzündungen des Dünndarms und einer Stärkung der Immunabwehr in diesem Bereich einhergehen, wodurch sich die Krankheit verschlimmert. Die Forscher haben Jejunum-Proben von 185 Patienten mit schwerer Adipositas und von 33 Personen mit Normalgewicht studiert. Das Jejunum ist ein Teil des Dünndarms, der eine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Lipiden und Kohlenhydraten spielt.
COPD-Dauertherapie Tiotropium/Olodaterol in ersten europäischen Ländern zugelassen
Die Zulassungsbehörden in den ersten europäischen Ländern (UK, Irland, Kroatien, Dänemark, Slowakei, Österreich, Norwegen, Rumänien und Spanien) haben Spiolto® (Tiotropium/Olodaterol) Respimat® als langwirksame Dauertherapie zur einmal täglichen Inhalation für Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zugelassen. Die Zulassung in weiteren europäischen Ländern - darunter Deutschland - wird in den kommenden Monaten erwartet.
Hitze treibt Zahl bayerischer Notfall-Patienten in die Höhe
Die extremen Temperaturen treiben die Zahl der Notfall-Patienten in die Höhe. Nach Informationen der DAK-Gesundheit wurden zum Beispiel im Sommer 2013 in Bayern 77 Prozent mehr Menschen wegen direkter Hitzeprobleme in Kliniken eingeliefert wie im Jahr 2011. Laut offizieller Krankenhaus-Statistik des statistischen Bundesamtes wurden vor zwei Jahren im Freistaat insgesamt 396 Patienten mit einem „Sonnenstich“ (Diagnoseschlüssel T67.0) behandelt. Knapp ein Viertel der Betroffenen (96) waren Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 15 Jahren. Im Jahr 2011 gab es insgesamt landesweit nur 224 Hitzeopfer.
Novo Nordisk stellt Vertrieb des Basalinsulins degludec in Deutschland Ende September ein
Novo Nordisk wird den Vertrieb seines innovativen Basalinsulins Insulin degludec (Tresiba®) in Deutschland Ende September 2015 einstellen. Das Unternehmen reagiert damit auf das Ergebnis des AMNOG-Prozesses zu dem Diabetesmedikament, der jetzt mit der Entscheidung der Schiedsstelle abgeschlossen wurde. Das Sicherheitsprofil von Tresiba® ist unverändert positiv. „Wir bedauern diesen Schritt sehr“, sagt die deutsche Geschäftsführerin Krisja Vermeylen: „Wir sehen uns durch den Spruch der Schiedsstelle dazu gezwungen, der im Wesentlichen den Forderungen des GKV-Spitzenverbands entspricht und den künftigen Listenpreis auf die Höhe der Kosten einer Therapie mit Humaninsulin festgesetzt hat.“
Sonnencreme bremst Vitamin-D-Produktion: Frauenärzte der GenoGyn raten auch im Sommer zu ergänzenden Präparaten
Die Sonne wird gesucht, weil sie der Seele guttut. Der positive Nebeneffekt, dass die menschliche Haut unter dem Einfluss von Sonnenlicht das besonders wichtige Vitamin D selbst erzeugt, wird gern mitgenommen. Aber was geschieht, wenn Sonnenschutzmittel benutzt werden? Wird trotzdem Vitamin D produziert? "Solche Fragen gehören in diesen Wochen zu den häufigsten in unseren Praxen, denn viele Patientinnen wissen um die große Bedeutung von Vitamin D für die Gesundheit, etwa für den Knochenstoffwechsel", sagt Dr. Jürgen Klinghammer, Vorsitzender der frauenärztlichen Genossenschaft GenoGyn. Seine Antwort auf die Frage nach ausreichender körpereigener Vitamin-D-Produktion beim parallelen Einsatz wirksamer Sonnenschutzmittel ist ein eindeutiges Nein.
Vorbereitung auf das Medizinstudium: Bewerbungsphase für neues Studienprogramm MedPrep an der Jacobs University in Bremen läuft
Studienplätze in Medizin sind begehrt. Das "Medical Preparatory Program", das die Jacobs University in diesem Jahr erstmals anbietet, führt gezielt auf ein solches Studium hin. Die Teilnehmer des Programms sammeln praktische Erfahrungen, vertiefen ihre Kenntnisse in relevanten Fächern und werden fit gemacht für die speziellen Eingangstests des Medizinstudiums. Bis zum 15. August können sich Interessierte noch bewerben.
Frauenärzte der GenoGyn kritisieren: Präventionsgesetz vergibt große Potenziale
Drei Bundesregierungen haben vergeblich versucht, der Prävention eine gesetzliche Grundlage zu geben; die Große Koalition hat es nun geschafft: Heute hat der Bundestag das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention verabschiedet. "So sehr wir dieses Gesetz begrüßen, so sehr kritisieren wir dessen mangelhafte Ausgestaltung, allem voran die fehlende Einbindung der Frauenärzte", sagt Dr. Jürgen Klinghammer, Gynäkologe und geschäftsführender Vorstand der Ärzteorganisation GenoGyn, die sich seit 2008 für eine erweiterte Primärprävention in den gynäkologischen Praxen einsetzt und in eigenen zertifizierten Fortbildungen bereits über 330 Ärzte in Präventionsmedizin qualifiziert hat.
Darmbakterien kooperieren, wenn das Leben hart wird
Forscher des Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LCSB) der Universität Luxemburg haben mit Hilfe von Computer-Modellierungen herausgefunden, wie Darmbakterien auf Veränderungen in ihrer Umgebung - etwa Abnahme des Sauerstoffgehalts oder des Nahrungsangebots - reagieren: Mikroorganismen, die sonst konkurrieren oder sich sogar gegenseitig verdrängen, können unter veränderten Lebensbedingungen auf einen kooperativen Lebensstil umschalten: Sie produzieren dann Substanzen, die anderen Arten das Leben erleichtern und ihnen sogar beim Überleben helfen. So stabilisiert sich die gesamte Lebensgemeinschaft - und passt sich gemeinsam erfolgreich der neuen Situation an.
Prmt5 Gen reguliert Aktivität und Funktion von Muskelstammzellen bei geschädigtem Skelettmuskel
Im Vergleich zu vielen anderen Organen hat die Skelettmuskulatur ein hohes Regenerationspotenzial. Bei einer Schädigung des Muskels beginnen zwischen einzelnen Muskelfasern angesiedelte Muskelstammzellen, die auch als Satellitenzellen bezeichnet werden, sich in kürzester Zeit zu teilen und die geschädigten Muskelzellen zu ersetzen. Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung in Bad Nauheim haben entdeckt, dass ein als Prmt5 bezeichnetes Protein die Aktivität dieser Stammzellen wesentlich reguliert. Nun soll in weiteren Studien untersucht werden, welche Rolle das Prmt5 bei Muskelerkrankungen spielt.