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Medizin | Beiträge ab Seite 106

Medizin

Neuer Therapieansatz bei Colitis ulcerosa: S1P-Rezeptor-Modulatoren

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie die Colitis ulcerosa (CU) sind mit einer hohen Krankheitslast und erheblichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität assoziiert (1). Trotz eines mittlerweile breiten Spektrums an Behandlungsmöglichkeiten besteht bei mittelschwerer bis schwerer aktiver CU weiterhin ein hoher Bedarf an neuen, einfach anzuwendenden Therapeutika mit schnellem Wirkeintritt, langanhaltender Wirksamkeit und guter Verträglichkeit (2). Im Rahmen eines Symposiums* auf dem Kongress Viszeralmedizin 2022 gaben Experten einen Überblick über die neuartige Substanzklasse der Sphingosin-1-Phosphat (S1P)-Rezeptor-Modulatoren und ihre Wirkweise. Die Ergebnisse einer Phase-III-Studie mit dem bislang noch nicht zugelassenen S1P-Rezeptor-Modulator Etrasimod deuten darauf hin, dass Patient:innen mit mittelschwerer bis schwerer CU unter der selektiven Modulation von S1P-Rezeptoren eine klinische Remission und eine Abheilung der Mukosa erreichen können (3).
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Appell von der 34. DGA-Jahrestagung: Andrologische Erkrankungen sind nicht zu unterschätzende Volkskrankheiten

Nach 2 Online-Kongressen blickt die Deutsche Gesellschaft für Andrologie e.V. (DGA) auf eine erfolgreiche 34. Jahrestagung in Präsenz zurück: Vom 8. bis 10. September 2022 diskutierten in Gießen mehr als 140 Androlog:innen aus Forschung und Klinik, vor allem aus den Fachgruppen Urologie, Endokrinologie und Dermatologie sowie der Reproduktionsmedizin wieder persönlich vor Ort Aktuelles aus ihrem interdisziplinären Fachgebiet. Aus der Universitätsstadt kommt der Appell, andrologische Erkrankungen in ihrer gesellschaftlichen Bedeutung nicht zu unterschätzen, aber auch die Nachricht über ein erstes Programm des Bundes zur Forschungsförderung für die reproduktive Gesundheit.
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Typ-2-Diabetes: iGlarLixi zur Therapieoptimierung bei unzureichender BOT

Menschen mit Typ-2-Diabetes, die mit einer basalunterstützten oralen Therapie (BOT) ihre Behandlungsziele nicht (mehr) erreichen, benötigen weitere Therapieoptionen. Im Rahmen einer Fachpressekonferenz nannte Prof. Dr. Matthias Blüher, Diabetologe aus Leipzig, 3 Therapieoptionen: entweder Mischinsulin oder eine intensivierte Insulintherapie (Basal/Bolus (ICT/BOTplus), 2-4 Injektionen pro Tag) oder ein Basalinsulin und zusätzlich ein GLP-1-RA (Glukagon-ähnliches-Peptid-1-Rezeptoragonist). Idealerweise im selben Pen. Denn damit ist nur eine Injektion pro Tag notwendig. In Deutschland steht hierfür die Fixkombination aus Insulin glargin 100 E/ml und Lixisenatid (kurz: iGlarLixi) zur Verfügung. Der (30-60)-Pen erlaubt die Gabe von 30 bis 60 Einheiten Insulin glargin zusammen mit 10 bis 20 Mikrogramm Lixisenatid einmal täglich (1). Nach den randomisiert-kontrollierten Zulassungsstudien wurde iGlarLixi in Real-World-Studien unter Praxisbedingungen untersucht.
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Darmkrebsrisiko bei Menschen mit Diabetes Typ 2 doppelt so hoch

Krebs ist die häufigste Todesursache bei Menschen mit Diabetes Typ 2. Krebsprävention und -früherkennung sind für Betroffene daher besonders wichtig. Doch wird sie gerade von dieser Patientengruppe – insbesondere bei Darmkrebs – zu selten in Anspruch genommen, kritisieren die Arbeitsgemeinschaft „Diabetes und Krebs“ der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) sowie die Stiftung „LebensBlicke“. Die Darmkrebsfrüherkennung per Stuhltest (IFOBT) ist unkompliziert und schnell zu Hause durchführbar. Zusätzlich erstatten einige Krankenkassen seit etwa einem Jahr auch jüngeren Hochrisiko-Patient:innen unter 50 Jahren Vorsorgekoloskopien, die Darmkrebs und seine Vorstufen noch zuverlässiger als IFOBTs aufspüren und verhindern. Die DDG und die Stiftung „LebensBlicke“ fordern Ärzt:innen dazu auf, ihre Patient:innen vermehrt über diese niederschwelligen Vorsorgemöglichkeiten aufzuklären und raten Betroffenen zur Wahrnehmung dieser Angebote.
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sGC-Stimulator Vericiguat überzeugt bei chronischer Herzinsuffizienz nach Dekompensation

Patient:innen mit chronischer Herzinsuffizienz und reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) nach Dekompensation bilden ein Patient:innenkollektiv mit besonders hohem Risiko für weitere Verschlechterung und Mortalität. Um der Komplexität der Erkrankung gerecht zu werden, unterscheiden die aktuellen US-Leitlinien zur Diagnostik und Therapie die Herzinsuffizienz mittlerweile unterschiedliche Krankheitsstadien und Herzinsuffizienz-Klassen (1). Auf Basis der positiven Daten der VICTORIA-Studie (2) empfehlen die aktuellen Leitlinien (IIB) der European Society of Cardiology (ESC) Vericiguat für Patienten mit einer sich verschlechternden HFrEF trotz Basistherapie (3).
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Medizin

Ansprechen auf Golimumab bei Erwachsenen mit aktiver moderater bis schwerer Colitis ulcerosa

Die regelmäßige Fernüberwachung von 2 Komponenten des Mayo-Scores – Stuhlhäufigkeit und rektale Blutungen nach Angaben der Patient:innen – ist ein aussagekräftiges Maß zur Beurteilung des klinischen Ansprechens auf Golimumab (GLM) bei Patient:innen mit aktiver moderater bis schwerer Colitis ulcerosa (CU). Dies ergab die Real-World-Studie GO OBSERVE, die in ambulanten Kliniken in Europa durchgeführt wurde.

 
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Medizin

Was sind die ersten Anzeichen von COPD?

Rund 8% der Bevölkerung in Deutschland leiden an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Die dauerhaft atemwegsverengende Lungenerkrankung ist weltweit eine der großen und zudem wachsenden Volkskrankheiten. Dennoch wissen viele Menschen vergleichsweise wenig über die Erkrankung und es gibt seit Jahrzehnten keine nennenswerten Fortschritte in der COPD-Diagnostik und -Therapie. Ein neues Positionspapier gibt jetzt Denk- und Handlungsanstöße, wie dieser Zustand geändert werden könnte – mehr als 4 Jahre hat eine Kommission aus 29 internationalen COPD-Spezialistinnen und -Spezialisten zusammen daran gearbeitet. „Dieses Positionspapier ist mutig und wegweisend in vielerlei Hinsicht. Es macht die enorme epidemiologische, gesellschaftliche und auch volkswirtschaftliche Bedeutung von COPD klar. Es zeigt, auch im Vergleich mit anderen Volkskrankheiten, wie wenig wir dennoch in der Bekämpfung bisher geschafft haben. Und das Wichtigste: Es macht konkrete Lösungsvorschläge, wie wir es schaffen könnten“, sagt Prof. Wolfram Windisch, Stellvertretender Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) sowie Chefarzt der Lungenklinik Köln-Merheim.
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Medizin

Neue Daten zu Molnupiravir bei COVID: Was leistet der Wirkstoff bei Omikron?

Es wurden neue Daten aus 2 Real-World-Evidence-Studien zur Bewertung von Molnupiravir, einem oralen antiviralen, im Zulassungsprozess befindlichen COVID-19-Medikament veröffentlicht. Die PANORAMIC-Studie wurde von der University of Oxford während der vorherrschenden Omikron-Variante des SARS-CoV-2-Virus in Großbritannien an hochgradig geimpften Erwachsenen, die größtenteils jünger als 65 Jahre alt waren, durchgeführt. Die Clalit-Studie wurde von Forschenden in Israel an überwiegend älteren Erwachsenen mit chronischen Vorerkrankungen durchgeführt, die anfällig für schwere COVID-19-Erkrankungen sind. Auch hier war Omikron der vorherrschende Stamm.
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Medizin

Digitale Sprechstunde „Ask an Expert“ zur Polycythaemia Vera

Das Leben mit Polycythaemia Vera (PV) stellt Betroffene vor viele Herausforderungen. Unsicherheiten in Bezug auf die Behandlungsmöglichkeiten oder den Krankheitsverlauf sind an der Tagesordnung – und nicht immer ist bei dieser seltenen Erkrankung eine Expertin/ein Experte verfügbar, um alle Fragen zu beantworten. Die digitale Sprechstunde „Ask an Expert“ zur Polycythaemia Vera gibt Betroffenen die Möglichkeit, ihre individuellen Fragen an erfahrene Experten auf dem Fachgebiet der myeloproliferativen Erkrankungen am 21. November 2022 zu stellen.
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Medizin

SAPV: Förderpreis der DGP 2022

Im Rahmen des 14. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat DGP-Präsidentin Prof. Dr. Claudia Bausewein den diesjährigen Förderpreis der Fachgesellschaft in Form zweier gleichwertiger erster Preise verliehen. Jurypräsident Prof. Dr. Roman Rolke würdigte die beiden Arbeiten, welche – bei methodischen wie thematischen Unterschieden – in den Jurybewertungen gleichauf lagen: „Eine Auszeichnung beider Arbeiten zeigt das große Forschungsspektrum und macht 2 relevante und essenzielle Forschungsgebiete der Palliativversorgung sichtbar, konkret die Themen Wirksamkeit der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) sowie Umgang mit Todeswünschen in der Palliativversorgung.“
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Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz: Leitlinien-gerechter Einsatz von RAASi

Bei kardio-renalen Patient:innen steht der Erhalt einer lebenswichtigen Leitlinien-gerechten Standardtherapie mit Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems (RAASi) wie ACE-Hemmern, Sartanen, Spironolacton oder Sacubitril/Valsartan im Fokus. Denn diese kann bei Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz und Diabetes mellitus die Organprotektivität steigern, die Krankheitsprogression verlangsamen und das Mortalitätsrisiko senken.
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Medizin

Den Reset-Knopf drücken: Wie sich eine Autoimmunerkrankung auflöst

An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) wurden weltweit erstmalig mehrere Patient:innen mit schweren Formen einer Autoimmunerkrankung mit körpereigenen gen-modifizierten Immunzellen – CAR T Zellen – behandelt. Diese Behandlung erwies sich zum Erstaunen der Ärzte wie eine Art „Reset-Knopf“: Unmittelbar nach der Therapie löste sich die Autoimmunerkrankung völlig und nachhaltig auf.
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