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Medizin | Beiträge ab Seite 155

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Verengte Vena cava schwächt das Herz

Ungefähr die Hälfte des zirkulierenden Blutes wird über die Vena cava inferior, zum Herzen geführt. Bei körperlicher Anstrengung kann dieser Anteil sogar auf Zweidrittel ansteigen. Mit gut 2 cm Durchmesser ist die Vena cava eines der größten Gefäße des Menschen. Bisher herrschte die Auffassung, dass Verengungen der Vena cava durch das Bilden natürlicher Umgehungsgefäße vom Körper kompensiert würden. Eine Studie unter der Leitung von Prof. Nils Kucher, Zürich, konnte nun zeigen, dass auch eine Verengung der Vena cava bei körperlicher Belastung eine Art Herzschwäche auslösen kann. Die Ursache lässt sich jedoch minimalinvasiv behandeln.
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Leichte bis mittelschwere COVID-Erkrankung: Erste Phase-III-Studienergebnisse zu Molnupiravir

Aktueller Stand zu Molnupiravir, einem oral verfügbaren antiviralen Wirkstoffkandidaten: Basierend auf einer geplanten Interimsanalyse von Daten der Phase-II-Studien, Dosisfindungsstudien (Teil 1) von 2 laufenden Placebo-kontrollierten Phase-II/III-Studien, in denen Molnupiravir 2x täglich für 5 Tage bei ambulanten (MOVe-OUT) und stationären Patienten (MOVe-IN) mit COVID-19-Erkrankung verabreicht wurde, und einer zuvor abgeschlossenen Phase-IIa-Dosisfindungsstudie bei ambulanten Patienten, wurde die Entscheidung getroffen, mit der Phase-III-Studie (Teil 2) bei ambulanten Patienten (MOVe-OUT) mit COVID-19-Erkrankung fortzufahren. Darin wird die 2x tägliche Gabe der 800-mg-Dosis von Molnupiravir untersucht. Die Daten aus MOVe-IN deuten darauf hin, dass Molnupiravir wahrscheinlich keinen klinischen Nutzen bei hospitalisierten Patienten zeigt, die schon vor Studieneinschluss im Allgemeinen länger symptomatisch waren. Daher wurde entschieden, nicht mit der Phase-III-Studie bei stationären Patienten (MOVe-IN) fortzufahren.
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Schwere atopischer Dermatitis: Dupilumab nun auch für Kinder von 6-11 Jahre

Eine Systemtherapie mit Dupilumab verbessert Hautläsionen, Juckreiz und die Lebensqualität von Kindern mit schwerer atopischer Dermatitis (1-3). In Deutschland sind 12,4 bis 13,6% der Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren von atopischer Dermatitis betroffen (4). Studien aus dem europäischen Ausland haben gezeigt, dass 11,5 %der Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren von AD betroffen sind, davon leiden 3,4% an einer schweren Form (5). Mit den betroffenen Kindern leiden auch die Eltern und Geschwister (6-8). Zum Beispiel schlafen Eltern schlecht, wenn Säuglinge und Kleinkinder wegen der AD in der Nacht an quälendem Juckreiz leiden, Jugendliche leiden aufgrund des schlechten Hautbildes und sozialer Ausgrenzung, schilderte Prof. Susanne Lau, Charité Universitätsmedizin, Berlin, anlässlich einer Online Fortbildung (6, 9).
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Studie REDUCE-IT: Icosapent-Ethyl senkt signifikant kardiovaskuläre Ereignisse

Auch bei einem leitliniengerechten Management der Risikofaktoren besteht bei vielen kardiovaskulären Risikopatienten weiterhin eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Herz- und Gefäßkomplikationen. Ein Risikoindikator hierfür ist eine Hypertriglyceridämie. Die Ergebnisse der REDUCE-IT Studie zeigten nun, dass durch die Behandlung mit Icosapent-Ethyl (VAZKEPA®) die Wahrscheinlichkeit für kardiovaskuläre Ereignisse signifikant gesenkt werden konnte (1).
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Rhinokonjunktivitis: Phase-II-Studie zu verbessertem Tacrolimus abgeschlossen

Von den initial rekrutierten 64 Patienten haben alle 62 Patienten, die in den Behandlungszyklus eingeschlossen wurden, nun die Behandlung in der klinischen Phase-II-Studie (1) beendet. Die Studie diente der Bewertung von Tacrosolv-Augentropfen bei allergischer Rhinokonjunktivitis. Die randomisierte, Placebo-kontrollierte, doppelblinde Phase-II-Studie wurde durgeführt, um die Sicherheit und Wirksamkeit von 2 unterschiedlichen Tacrosolv-Dosierungen in einem Cross-Over-Design zu bewerten. Bei positiven Ergebnissen plant das Unternehmen die ophthalmische Anwendung von Tacrosolv auf weitere Indikationen über allergische Symptome hinaus, wie Dry Eye Disease (Keratoconjunctivitis sicca) und andere Augenentzündungen, zu erweitern.
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Herzinsuffizienz in Deutschland: Aufbau eines klinischen Patientenregisters

AstraZeneca baut gemeinsam mit der Helios Kliniken Gruppe ein klinisches Patientenregister für Herzinsuffizienz auf. Das Register soll zukünftig wichtige Daten zur Herzinsuffizienz aus dem deutschen Versorgungsalltag verfügbar machen, um die Behandlungsqualität deutschlandweit zu verbessern. Der Aufbau des Registers wird von AstraZeneca langfristig finanziell unterstützt, während die inhaltliche Ausrichtung, Durchführung und Auswertung ausschließlich durch Helios erfolgt.
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Neue Funktionen im Darm-Mikrobiom entdeckt

Ein internationales Team aus Wissenschaftlern hat neue metabolische Fähigkeiten von Darmbakterien entschlüsselt. Die Forscher haben erstmals analysiert, wie Mikroben im Darm den pflanzlichen Schwefelzucker Sulfoquinovose verarbeiten. Sulfoquinovose steckt in allen grünen Gemüsesorten wie Spinat und Salat. Die Studie ergab, dass spezialisierte Bakterien bei der Verwertung des Schwefelzuckers kooperieren und dabei Schwefelwasserstoff produzieren. Dieses Gas – bekannt für seinen Geruch nach faulen Eiern – hat ambivalente Effekte auf die Gesundheit: In niedriger Konzentration wirkt es entzündungshemmend. Große Mengen Schwefelwasserstoff im Darm werden wiederum mit Erkrankungen wie Krebs in Verbindung gebracht.
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Pulmonal-arterielle Hypertonie (PAH): Riociguat bessert unzureichende Leistungsfähigkeit unter PDE5-Hemmer

Die mangelnde Bildung von zyklischem GMP (cGMP) durch das Enzym lösliche Guanylatzyklase (sGC) in den glatten Muskelzellen der Pulmonalgefäße ist ein entscheidender Pathomechanismus bei pulmonal-arterieller Hypertonie. Wenn eine initiale Therapie mit PDE5-Hemmern (PDE5i) wie Sildenafil oder Tadalafil oder Endothelinrezeptor-Antagonisten (ERA) nicht ausreicht, besteht Bedarf für eine Therapieeskalation. Hierzu eignet sich nach aktuellen Daten Riociguat, ein Stimulator der löslichen Guanylatzyklase, besonders gut. Er kann für PAH-Patienten mit intermediärem Risiko unter PDE5i eine sinnvolle Option sein.
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BIU 2.0: Universitäre Grundlagenforschung trifft Pharmaindustrie

Bereits seit 2011 verbindet das BIU BioCenter universitäre Grundlagenforschung mit der Entwicklungskompetenz eines führenden Pharmaunternehmens. Jetzt haben die starken regionalen Partner, Universität Ulm und Boehringer Ingelheim, die nächste Förderphase mit jährlich 800.000 Euro vertraglich abgesichert – BIU 2.0. Auch in den kommenden Jahren wird im Forschungsverbund insbesondere zu molekularbiologischen Grundlagen häufiger Krankheitsbilder geforscht. Immer mit den Zielen, die Diagnostik zu verbessern und neue Therapieansätze zu entwickeln.
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Funktionelle Plastizität an Synapsen durch Vitamin A

Neurowissenschaftlerinnen und -wissenschaftler sind sich darüber einig, dass sich das Gehirn eines Menschen fortlaufend verändert, sich neu vernetzt und Umweltreizen anpasst. So lernt der Mensch Neues und schafft Erinnerungen. Diese Adaption und Formbarkeit wird als Plastizität bezeichnet. „Medizinerinnen und Mediziner haben schon länger vermutet, dass auch beim Menschen Umbauprozesse an den Kontaktstellen zwischen Nervenzellen, also direkt an den Synapsen, stattfinden. Bislang konnte solch eine koordinierte Anpassung von Struktur und Funktion aber nur in Tierversuchen nachgewiesen werden“, sagt Prof. Dr. Andreas Vlachos vom Institut für Anatomie und Zellbiologie der Universität Freiburg. Doch jetzt hat Vlachos gemeinsam mit Prof. Dr. Jürgen Beck, Leiter der Klinik für Neurochirurgie am Universitätsklinikum Freiburg, den experimentellen Beweis für synaptische Plastizität beim Menschen erbracht.
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Hyperkaliämie: Anhaltende Kaliumreduktion unter Natriumzirconiumcyclosilicat

Seit dem 1. April 2021 ist der hoch selektive Kaliumbinder Natriumzirconiumcyclosilicat auch in Deutschland erhältlich. Damit steht eine neue Möglichkeit zur Behandlung von PatientInnen mit Hyperkaliämie zur Verfügung, welche die Kalium-Konzentration im Serum rasch und anhaltend reduzieren kann und zudem gut verträglich ist. Natriumzirconiumcyclosilicat hilft, schwere Komplikationen einer Hyperkaliämie zu vermeiden und die Versorgung bei einem breiten Patientenkollektiv unabhängig von Komorbiditäten, der Einnahme von Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS)-Inhibitoren oder dem Ausgangs-Serumkaliumwert zu verbessern.
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Diabetesmanagement: INPUT jetzt mit Patientenleitfaden

Menschen mit Diabetes nutzen vermehrt moderne Technologien wie Insulinpumpen und kontinuierliche Glukosemessung. Aber wie lernen sie, damit umzugehen? Das Schulungs- und Behandlungsprogramm für Insulinpumpentherapie INPUT ist das erste evaluierte und produktneutrale Schulungsprogramm weltweit, das sich speziell an Patienten mit Insulinpumpentherapie richtet. Natürlich wurde auch darauf geachtet, dass die kontinuierliche Glukosemessung (CGM) und die Möglichkeit zur automatisierten Basalratensteuerung ebenfalls im Programm integriert sind. Ganz aktuell im INPUT-Portfolio ist ein umfangreicher Patientenleitfaden, der Betroffenen helfen kann, mehr Kontrolle über den eigenen Glukoseverlauf und ihren Diabetes zu bekommen.
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Atopische Dermatitis, Asthma und CRSwNP – Typ-2-Erkrankungen interdisziplinär behandeln

„Atopische Dermatitis (AD), Asthma und chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) – diese Erkrankungen haben nur auf den ersten Blick nichts gemeinsam. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass sie verschiedene Manifestationen einer Typ-2-Inflammation sein können“, erklärte Professor Dr. Tilo Biedermann, München, und ergänzte: „Das zunehmende Wissen um die Gemeinsamkeiten in der Pathophysiologie macht deutlich, wie wichtig die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei der Behandlung von Typ-2-Erkrankungen ist.“ Um diese Zusammenarbeit zu unterstützen, referierten und diskutierten beim Jahressymposium ADVENT (Advances in Type 2 Inflammatory Diseases) hochrangige Experten aus der Dermatologie, Pneumologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Pädiatrie.
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Festbeträge für subkutane TNF-Inhibitoren zum 01. April 2021

Zum 01. April 2021 treten für subkutane TNF-Inhibitoren Festbeträge in Kraft (1). Der Festbetrag regelt den maximalen Erstattungsbetrag, den gesetzliche Krankenkassen für ein Arzneimittel übernehmen. AbbVie senkt zu diesem Datum die Preise für alle Humira®-Darreichungsformen um bis zu 49% (nach Apothekenverkaufspreis) ab. Dies gilt auch für die 20 mg/0,2 ml-Darreichungsform, für die als Kinderdarreichungsform kein Festbetrag gilt.

„Mit der freiwilligen Senkung des Preises auf Festbetragsniveau möchten wir auch in Zukunft dazu beitragen, dass ein bewährtes Medikament möglichst frei von wirtschaftlichen Zwängen zum Wohle von Patienten eingesetzt werden kann“, sagt Olaf Weppner, AbbVie.
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Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie: 1 Jahr Tafamidis

Nach mehr als einem Jahr Zulassung etabliert sich Tafamidis (Vyndaqel®) 61 mg bei der Behandlung der Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie (ATTR-CM) zunehmend im klinischen Alltag. Der Transthyretin-Stabilisator wurde in der Europäischen Union im Februar 2020 als erste und bislang einzige kausale Therapieoption zur Behandlung der ATTR-CM – sowohl für die mutationsbedingte, hereditäre Form als auch für den altersbedingten Wildtyp – zugelassen (1). Angesichts der guten Wirksamkeit und Verträglichkeit der Substanz ziehen Experten eine positive Bilanz. Dringender Handlungsbedarf besteht bei der frühen Diagnostik, die durch eine verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit optimiert werden kann.
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Sportlerleiste: Symptome – Therapie – Nachbehandlung

Leistenschmerz bei Sportlern ist keine Bagatelle. Der plötzliche Ausfall eines professionellen Athleten kann nicht nur für seine eigene berufliche Karriere, sondern auch für seine Mannschaft enorme Folgen haben. Besonders hoch ist die Quote dieser Verletzung im Fußball und Eishockey. Während bei Eishockeyspielern eine Leistenverletzung in zwischen 13 bis 20%der Fälle bekannt ist, liegt die Inzidenz unter männlichen Fußballspielern für chronischen Leistenschmerz bei bis zu 18%. Eine zuverlässige Diagnose, was wirklich den Leistenschmerz auslöst, ist oft sehr schwierig, aber wichtig.
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Typ-2-Diabetes: Therapiepotenzial ausschöpfen mit Semaglutid

Semaglutid (Ozempic® ) ist ein 1x pro Woche injizierbares Analogon zum humanen Glucagon-like Peptide 1 (GLP-1), das für die Behandlung von Typ 2 Diabetes entwickelt wurde. Im Rahmen einer virtuellen Presseveranstaltung diskutierten Fachleute der Kardiologie, Diabetologie und Allgemeinmedizin den Stellenwert von Semaglutid im Kontext aktueller Leitlinienempfehlungen und berichteten aus dem Praxisalltag und der Erfahrung nach einem Jahr mit dem GLP-1 Rezeptoragonisten (RA).
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