Sonntag, 21. Oktober 2018
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Gesundheitspolitik

18. Oktober 2018

DDG: „Nur verpflichtende Maßnahmen sind effektiv im Kampf gegen Fehlernährung“

Fertiggerichte sollen künftig schrittweise weniger Fett, Salz und Zucker enthalten. Darauf einigte sich Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) gemeinsam mit mehreren Branchenverbänden. Die Grundsatzvereinbarung überlässt es den Unternehmen jedoch selbst, welche Zielvorgaben sie sich setzen und welche Maßnahmen sie ergreifen, um eine gesunde Ernährung zu fördern. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) begrüßt zwar die die Initiative der Bundesministerin, kritisiert jedoch die bisherige Unverbindlichkeit der Pläne: „Freiwillige Maßnahmen greifen zu kurz. Die Nationale Reduktionsstrategie muss für die Industrie verpflichtend sein“, so Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland, Präsident der DDG.  

Mehr Therapien für Menschen mit geistiger Behinderung

Menschen mit geistiger Behinderung können sich künftig leichter auf Kassenkosten mit Psychotherapie behandeln lassen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken am Donnerstag in Berlin entschieden. Der Ausschuss ist das höchste Entscheidungsgremium des deutschen Gesundheitswesens. Laut dem Beschluss können Menschen mit Intelligenzminderungen bei einer ambulanten Psychotherapie zusätzliche Zeiteinheiten zulasten ihrer Krankenkasse erhalten. Bis zu zehn psychotherapeutische Sprechstunden-Einheiten je Krankheitsfall werden demnach bezahlt.

Krankenversicherte werden dauerhaft entlastet

Die Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen sollen dauerhaft davor geschützt werden, steigende Gesundheitskosten allein tragen zu müssen. Denn mit einem Gesetz, das an diesem Donnerstag im Bundestag verabschiedet werden soll, soll zu einer gleichmäßigen Aufteilung dieser Versicherungskosten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zurückgekehrt werden. Der Gesundheitsexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Kai Helge Vogel, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Das ist eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft."

16. Oktober 2018

Nationale Diabetes-Strategie der Bundesregierung kommt nicht in Gang

Auf Initiative des AOK-Bundesverbands findet am 17. Oktober 2018 der 2. Deutsche Zuckerreduktionsgipfel in Berlin statt. Unter Mitwirkung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wollen Fachleute eine gesamtgesellschaftliche Strategie finden, um den Zucker-, aber auch Salz- und Fettkonsum der Bevölkerung zu reduzieren. Auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) beteiligt sich an der Expertenrunde. Sie weist jedoch zugleich darauf hin, dass nicht nur Ernährungsprävention wichtig ist, um Diabetes Typ 2 und Adipositas zu bekämpfen. Die im Koalitionsvertrag angekündigte Nationale Diabetes-Strategie lässt bis heute mit konkreten Maßnahmen auf sich warten.

Spahn will mehr Transparenz über Qualität in Krankenhäusern

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will mehr Transparenz über die medizinische Qualität in Krankenhäusern. Er habe nicht den Eindruck, dass Unterschiede zwischen Kliniken für Patienten wirklich einfach zu erkennen seien, sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel" am Dienstag. Dabei gehe es neben dem vorgehaltenen Personal und Geräten um "Ergebnisqualität", die vergleichbar gemacht werden müsse. "Wenn man weiß, dass in einer bestimmten Klinik das Risiko von Inkontinenz nach Prostataoperationen nur halb so groß ist wie anderswo, dann fahren ältere Herren auch mal 200 oder 300 Kilometer." Schlechtere Häuser würden so gezwungen, besser zu werden.

Hausärzte verstärken Informationen über Organspenden

Über Organspenden sollen sich Patienten künftig verstärkt bei Hausärzten informieren können. Dies sei ein sehr persönliches Thema und für viele mit Fragen und Unsicherheiten verbunden, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, am Dienstag. Hausärzte, die ihre Patienten in der Regel seit vielen Jahren kennen, könnten sie bei dieser wichtigen Entscheidung begleiten und über Fakten aufklären. In einer neuen Kooperation mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sollen im November rund 30.000 Praxen Informationsmaterial erhalten.

GKV, PKV und DKG vereinbaren DRG- und PEPP-Katalog

Der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) haben für das Jahr 2019 den Fallpauschalenkatalog (DRG-Katalog) für Krankenhäuser vereinbart. Der DRG-Katalog ist seit dem Jahr 2004 verbindliche Abrechnungsgrundlage für rund 20 Millionen stationäre Fälle pro Kalenderjahr und steuert ein Finanzierungsvolumen von ca. 70 Milliarden Euro. Ebenfalls wurde eine Verständigung über den pauschalierenden, tagesbezogenen Entgeltkatalog für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen (PEPP-Entgeltkatalog 2019) erzielt. Nach der verpflichtenden Einführung des neuen Vergütungssystems in 2018 werden ab dem kommenden Jahr die Leistungen ausschließlich über den neuen Entgeltkatalog abgerechnet.

Mit Telemedizin und Apps schmerzmedizinische Versorgung verbessern

Menschen mit Schmerzen werden in Deutschland nicht ausreichend versorgt. Das belegt die jedes Jahr steigende Zahl der Patienten mit chronischen Schmerzen. Da in der Schmerzmedizin vorwiegend kommunikative und medikamentöse Wirkfaktoren eine Rolle spielen, sehen Experten in der Telemedizin und in Apps ein großes Potential, um die schmerztherapeutische Versorgung zu verbessern. Allerdings brauche es nicht nur mehr Forschungsprojekte, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Gesundheits- und Medizin-Apps zu bewerten, sondern auch Standards zum Datenschutz und zur Datensouveränität sowie zur Steuerung von Risiken dieser neuen Anwendungen, fordern Schmerzexperten im Vorfeld des Deutschen Schmerzkongresses 2018 vom 17. bis 20. Oktober in Mannheim.

15. Oktober 2018

Einigung auf digitale Standards bei E-Patientenakte

Krankenkassen und Ärzte haben sich mit dem Gesundheitsministerium einem Bericht zufolge auf ein Grundkonzept für die elektronische Patientenakte geeinigt. Die Akteure im Gesundheitswesen hätten die Schaffung gemeinsamer Standards verabredet, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf eine dreiseitige Absichtserklärung. Sollten sich Kassen und Ärzte wie in der Vergangenheit gegenseitig blockieren, wolle Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Ausgestaltung der Digitalakte an sich ziehen. Die elektronische Patientenakte soll allen gesetzlich Versicherten bis spätestens 2021 zur Verfügung stehen.

Merkel: Globale Gesundheitspolitik ist im Interesse Deutschlands

Kurz vor Beginn des zehnten Weltgesundheitsgipfels in Berlin hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bedeutung einer weltumspannenden Gesundheitspolitik betont. Die rasante Ausbreitung des Ebola-Fiebers 2014 habe gezeigt, dass "wir alle miteinander verbunden sind", sagt Merkel am Samstag in ihrer im Internet verbreiteten wöchentlichen Videobotschaft. Daher sei es auch im Interesse Deutschlands, dass Warnsysteme aufgebaut werden, damit sich Pandemien und Epidemien nicht weltweit ausbreiteten. Zudem könne Deutschland den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen und die Entwicklung neuer Medikamente "niemals als Land alleine" erreichen. Dazu seien internationale Forschung und Entwicklung nötig.

Ärzte befürworten parlamentarische Debatte über Bluttests

Die Bundesärztekammer befürwortet eine im Bundestag angestrebte Klärung ethischer Fragen bei Bluttests für Schwangere etwa auf ein Down-Syndrom des Kindes. "Da man mit diesen Tests potenziell ein weites Spektrum an genetischen Erkrankungen abprüfen kann, muss man sich fragen: Was darf man machen, was soll die Kasse bezahlen?", sagte Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery der Deutschen Presse-Agentur. "Da ist für uns eine parlamentarische Debatte ausgesprochen wichtig."

Einzigartige Infrastruktur für Deep Learning

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) erhält als erste Institution in Europa einen NVIDIA DGX-2 Supercomputer, der als die derzeit leistungsfähigste Rechenmaschine der Welt für moderne KI-Verfahren gilt. Jensen Huang, Gründer CEO von NVIDIA, stellte diesen gestern in seiner Keynote auf der GPU Technology Conference Europe GTC in München vor und verwies auf die herausragende Arbeit des DFKI im Bereich der Satellitenbildanalyse.

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