Freitag, 20. Oktober 2017
Navigation öffnen
Anzeige:

Gesundheitspolitik

20. Oktober 2017

Brexit: Weitreichende Folgen für Arzneimittelbranche

Mit dem Brexit kommen auf Arzneimittel-Hersteller vor allem in den Bereichen Im- und Export, klinische Studien sowie bei der Wahl des Firmensitzes weitreichende Änderungen zu. Das sagt Dr. Elmar Kroth, Geschäftsführer Wissenschaft beim Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH), vor dem Hintergrund der am Freitag stattfindenden Gespräche der EU-Staats- und Regierungschefs zu dem Thema. Großbritannien wird zum 30. März 2019 aus der EU ausscheiden und damit für die EU-Mitgliedstaaten zu einem Drittland werden. Der BAH appelliert daher an die politisch Verantwortlichen, pragmatische Lösungen zu finden. Die Arzneimittelindustrie ist gut beraten, sich schon jetzt auf den Brexit vorzubereiten.

Selbstverwaltung beschließt Krankenhausentgeltkataloge 2018

Der GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) haben für das Jahr 2018 den Fallpauschalenkatalog (DRG-Katalog) für Krankenhäuser vereinbart. Der DRG-Katalog ist seit dem Jahr 2004 die verbindliche Abrechnungsgrundlage für aktuell rund 20 Millionen stationäre Fälle und steuert ein Finanzierungsvolumen von über 70 Milliarden Euro. Zugleich haben sich die drei Vertragspartner über den pauschalierenden, tagesbezogenen Entgeltkatalog für psychiatrische und psychosomatische Einrichtungen (PEPP-Entgeltkatalog 2018) verständigt. Der PEPP-Katalog kann seit 2013 von den Krankenhäusern optional zur Abrechnung angewendet werden. Ab 2018 ist eine verpflichtende budgetneutrale Anwendung vorgesehen.

Gutachten: Reformbedarf beim Ausgleichssystem der Krankenkassen

Wegen Manipulationsvorwürfen raten Experten des Bundesversicherungsamtes zu einer Reform des Finanzausgleichs zwischen den Krankenkassen. Das geht aus einem Sondergutachten des Wissenschaftlichen Beirats hervor, das am Donnerstag in Bonn vorgestellt wurde. In der von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in Auftrag gegebenen Untersuchung heißt es unter anderem, es gebe "Belege für manipulative Aktivitäten der Krankenkassen". Deshalb raten die Wissenschaftler zu einem zentralen Register für Verträge zwischen Kassen und Vertragsärzten sowie zur Einführung einheitlicher Codierrichtlinien.

17. Oktober 2017

BVMed veröffentlicht Hinweise zur Umsetzung des Entlassmanagements bei Hilfsmittelbedarf

Der Bundesverband Medizintechnologie, BVMed, hat ausführliche Hinweise zur Umsetzung des Entlassmanagements bei Hilfsmittelbedarf in Form eines FAQ-Katalogs veröffentlicht. Zum 1. Oktober 2017 ist der Rahmenvertrag zwischen GKV-Spitzenverband, KBV und DKG in Kraft getreten, der Einzelheiten zum neuen Entlassmanagement regelt. Viele Kliniken sind allerdings weiterhin verunsichert, wie insbesondere im Hilfsmittelbereich der Anspruch der Patienten umgesetzt werden kann. Zum Hilfsmittelbereich bieten der Rahmenvertrag und die Auslegungshilfen von DKG und KBV nur wenig konkrete Hilfe, so dass der BVMed mit den FAQs Informationen zu den Besonderheiten der Hilfsmittelversorgung beim Entlassmanagement ergänzt.

Finanztest: Pflegezusatzversicherung ist nicht immer eine gute Wahl

Wer für den Pflegefall vorsorgen will, schließt oft eine Pflegezusatzversicherung ab. Das Ziel: eine mögliche Versorgungslücke zu schließen. Doch private Pflegezusatzversicherungen sind nicht in jedem Fall sinnvoll. Pflege ist oft teuer. Vor hohen finanziellen Belastungen kann eine private Pflegezusatzversicherung schützen. Allerdings ist eine solche Police nach Ansicht der Stiftung Warentest nur sinnvoll, wenn Versicherte die Beiträge lebenslang aufbringen können. Zu diesem Ergebnis kommen die Experten nach der Untersuchung von 31 Pflegetagegeldtarifen und vier Pflegekostentarifen für die Zeitschrift "Finanztest" (Heft 11/2017).

13. Oktober 2017

Pflege zu Hause organisieren – Tipps für die ersten Schritte

Wenn ein naher Angehöriger pflegebedürftig wird und auf keinen Fall in ein Heim möchte, dann muss auf die Schnelle viel organisiert werden. Von jetzt auf gleich kann es passieren. Ein Sturz oder ein Unfall mit komplizierten Brüchen, ein langer Krankenhausaufenthalt – und danach ist nichts mehr wie es war. Der Betroffene kann den Alltag alleine nicht mehr bewältigen, ist pflegebedürftig, will aber unter keinen Umständen ins Heim. Schließlich ist es zu Hause, in der vertrauten Umgebung, am schönsten. Jetzt müssen die Angehörigen handeln und die Pflege daheim organisieren. Das sind die ersten Schritte:

Welthospiztag: "Für eine bedarfsgerechte Hospiz- und Palliativversorgung“

Am 14. Oktober findet der Welthospiztag unter dem Motto „Für eine bedarfsgerechte Hospiz- und Palliativversorgung.“ statt. Damit wird in diesem Jahr eine Brücke zum internationalen Motto geschlagen, welches „Universal Health Coverage and Palliativ Care – Don´t leave those suffering behind“ lautet. Jeder Mensch soll  eine grundlegende Gesundheitsversorgung erhalten, und das schließt Hospiz- und Palliativangebote ein. Der Deutsche Kinderhospizverein (DKHV e.V.) macht an diesem Tag auf die besonderen Belange und Bedarfe von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit lebensverkürzender Erkrankung sowie ihrer Familien aufmerksam.

Krankenkassenbeiträge werden 2018 voraussichtlich gesenkt

Mal gute Nachrichten für Beitragszahler. Im kommenden Jahr können sie darauf hoffen, dass sie weniger für die Krankenversicherung zahlen müssen und ihnen daher mehr im Geldbeutel bleibt. Rekordbeschäftigung und Konjunktur bescheren den Beitragszahlern im kommenden Jahr aller Voraussicht nach eine leichte Entlastung bei der gesetzliche Krankenversicherung. Der zuständige Schätzerkreis beschloss am Donnerstag, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag von derzeit 1,1% auf 1,0% reduziert werden soll.

Urteil: Wechsel der Altersrente nicht möglich

Im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung haben Versicherte oft die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Rentenarten zu wählen. Oft ist dies auch mit einem unterschiedlichen Rentenbeginn oder einer veränderten Höhe verbunden. Allerdings ist man an seine Entscheidung gebunden, sobald der Rentenbescheid bindend wird. Hat man sich für eine Rente mit Abschlägen entschieden, kann man diese später nicht einfach in eine ohne Abschläge umwandeln.

12. Oktober 2017

Infektionen auf internationaler Ebene bekämpfen

Ab Sonntag treffen sich mehr als 1.600 Wissenschaftler, Politiker, Wirtschaftsvertreter sowie Bürger aus über 80 Ländern zum jährlichen World Health Summit in Berlin. Gemeinsam diskutieren die Experten über globale Fragen des Gesundheitsmanagements und der Gesundheitsversorgung, erarbeiten zukünftige Strategien zum weltumfassenden Gesundheitsschutz und sprechen Handlungsempfehlungen aus. Das ambitionierte Ziel der Gipfelteilnehmer ist, die weltweite Gesundheit durch einen offenen Dialog und konstruktive Zusammenarbeit zu verbessern.

Kampf gegen Infektionen und Resistenzen

Selbst "einfache" Infektionserkrankungen können heutzutage wieder zu einer tödlichen Bedrohung werden. Immer neue Antibiotika-Resistenzen stellen die Medizin weltweit vor große Herausforderungen. Neue Medikamente werden dringend benötigt. Die größte Hürde bei der Entwicklung neuer Medikamente und Wirkstoffe ist der Schritt vom Labor in die klinische Prüfung – jene Lücke zwischen der Entdeckung neuer Substanzen und der Weiterentwicklung zu Arzneimittelkandidaten durch die pharmazeutische Industrie.

Keine Normung von Gesundheitsdienstleistungen

Das Thema Normung von Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen steht zunehmend im Fokus der Diskussionen auf EU-Ebene. Vorangetrieben wird die Normung in diesem Bereich durch das private Europäische Komitee für Normung (CEN), einem Zusammenschluss der mitgliedstaatlichen Normsetzungsorganisationen. Auf einer gemeinsamen Konferenz in der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der EU in Brüssel haben sich die Deutsche Sozialversicherung, vertreten durch den GKV-Spitzenverband, die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Bundesärztekammer klar dagegen ausgesprochen, europäische Normen im Gesundheitsdienstleistungsbereich festzusetzen.

Krankenhäuser sollen DRG-Zuschlag für Obduktionen erhalten

Rückwirkend ab 1.1.2017 könnten Krankenhäuser zur Qualitätssicherung durch Obduktionen einen Zuschlag zu ihren DRGs* erhalten. Damit hat der Gesetzgeber die Obduktion erstmals als Instrument der Qualitätssicherung im Krankenhaus anerkannt und für eine gesonderte Vergütung gesorgt. Dies ist außerordentlich begrüßenswert und nimmt eine langjährige Forderung der Ärzteschaft auf. Der Spitzenverband der Krankenkassen und die Deutsche Krankenhausgesellschaft haben jetzt einen entsprechenden Umsetzungsvertrag geschlossen, dessen Regelungen die Erreichung des Ziels stark behindern:

Bewegungsmangel kann auch den Gelenken schaden

Ob Digital Natives, Schulkinder oder Büroarbeiter: Ein sitzender Lebensstil kann Knie- und Hüftgelenksarthrosen begünstigen. Gelenkknorpel wird spröde und baut sich ab, wenn im Rahmen von Bewegung nicht regelmäßig Nährstoffe und Flüssigkeit in seine Oberfläche gepumpt werden. Schmerzhafte Arthrosen und Bewegungseinschränkungen können die Folge sein. Menschen jeden Alters sollten sich deshalb täglich ausreichend bewegen, sagt die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik (AE). Die Fachgesellschaft möchte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Bewegungsmangel nicht nur Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und Krebs begünstigt (1), sondern auch den Gelenken schaden kann.

Zurück
  ...  

Das könnte Sie auch interessieren

Rückenschmerzen: Ein Drittel der Deutschen geht mehrfach im Jahr nicht zur Arbeit

Laut einer aktuellen GfK-Umfrage hat mehr als die Hälfte aller Deutschen mindestens zehnmal im Jahr Rückenschmerzen. Die von der Medserena AG beauftragte GfK-Umfrage zeigt, dass 34,5 Prozent aller Deutschen an bis zu sieben Tagen im Jahr aufgrund von Rückenschmerzen nicht ihren alltäglichen Aufgaben nachgehen. Betrachtet man die befragten Berufsgruppen genauer, so liegt der höchste Anteil bei den Angestellten (36,7 Prozent). Das verursacht Jahr für Jahr einen hohen wirtschaftlichen Schaden für die Arbeitgeber. Nur durch verbesserte medizinische Untersuchungsmethoden und zielgerichtete Therapien kann das kostspielige Problem des deutschen Rückenleidens gelöst werden.