Donnerstag, 30. März 2017
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Gesundheitspolitik

30. März 2017

Ein Viertel der Krankenhäuser in den roten Zahlen

Die Krankenhausstrukturreform hat nach Meinung vieler Kritiker nicht viel gebracht. Das sehen die Krankenhäuser anders. Aber ihnen reicht das Geld noch nicht. Ein Viertel der knapp 2.000 Krankenhäuser in Deutschland schreibt immer noch rote Zahlen. Dennoch sei das Defizit aller Krankenhäuser in den vergangenen Jahren von 40 auf knapp 33% zurückgegangen, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Thomas Reumann, am Mittwoch in Berlin. Er verwies auf die Reserven der gesetzlichen Krankenkassen von 25 Milliarden Euro und fügte hinzu, die Beitragsgelder der Mitglieder müssten eigentlich für die gesundheitliche Versorgung der Bürger genutzt werden.

Erstes Netzwerk zur Angehörigen-Betreuung von Organspendern nimmt Arbeit auf

Angehörige von Organspendern haben jetzt erstmals auch in Deutschland die Möglichkeit, sich vor oder nach ihrer Entscheidung zur Organentnahme vom „Netzwerk Spenderfamilien“ beraten zu lassen. Der neue Verein hat im Rahmen des 134. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) seine Arbeit aufgenommen, der vom 21. bis 24. März 2017 in München stattfand. Als Anschubfinanzierung dienen Spenden in Höhe von 10.000 Euro, die bei einem Benefizlauf anlässlich des Chirurgenkongresses eingenommen wurden.

29. März 2017

DGG: Position der Geriatrie auf den Intensivstationen stärken

Der demografische Wandel macht es zwingend notwendig, dass verstärkt Altersmediziner in die Arbeit auf Intensivstationen eingebunden werden. Die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG) sieht akuten Handlungsbedarf und ruft dazu auf, die internistische Intensivmedizin in Deutschland jetzt zu stärken und weiterzuentwickeln. Mehr als 20% der Menschen auf einer internistischen Intensivstation sind 80 Jahre alt und älter. Es sind klassisch geriatrische, multimorbide Patienten. Sie haben nicht nur ein internistisches Grundproblem, sondern eingeschränkte Mobilität, Verlust der Autonomie – möglicherweise sind es Patienten am Lebensende.

Marburger Bund: Patientensicherheit beginnt bei der Berechnung von Stellenplänen

„Patientensicherheit und Personalknappheit passen nicht zusammen. Diese Erfahrung gibt es weltweit. Eine Reihe von Industrieländern investiert aber mehr in den Personalaufbau, als dass bei uns der Fall ist. So hat eine Befragung im Rahmen der 2011 veröffentlichten RN4Cast-Studie ergeben, dass in deutschen Krankenhäusern eine Pflegefachkraft durchschnittlich 13 Patienten pro Schicht zu versorgen hatte. In den USA waren es hingegen nur 5,3 im Durchschnitt, in den Niederlanden 7, in Schweden 7,7 und in der Schweiz 7,9.

UKJ gründet UniversitätsLungenZentrum

Ob Asthma, chronische Bronchitis oder Lungentumoren: Erkrankungen der Atemwege gehören zu den häufigsten Diagnosen weltweit. Allein in Deutschland sterben jährlich mehr als 50.000 Patienten an bösartigen Lungen- oder Bronchialtumoren „Um der seit Jahren steigenden Zahl an Menschen mit Lungenerkrankungen gerecht zu werden und die Versorgung dieser Patienten weiter zu optimieren, bündeln wir nun die medizinische Kompetenz verschiedener Disziplinen des Universitätsklinikums Jena im UniversitätsLungenZentrum“, so Prof. Dr. Dr. Claus Kroegel, Leiter der Abteilung Pneumologie und Allergologie/Immunologie an der Klinik für Innere Medizin I des Universitätsklinikums Jena (UKJ).

Krankenkassen geben mehr für freiwillige Angebote aus

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für freiwillige Leistungen haben sich in den vergangenen vier Jahren fast verdoppelt. Das geht nach einem Bericht der "Berliner Zeitung" aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums hervor, die die Linken-Gesundheitspolitikerin Birgit Wöllert angefordert hat. Demnach gaben die Krankenkassen 2016 für die sogenannten Satzungsleistungen 1,5 Milliarden Euro aus. Im Jahr 2012 waren es lediglich 780 Millionen Euro, also etwas mehr als die Hälfte.

Kompromiss zur Reform der Pflegeberufe aufgeschoben

Minister Gröhe war vorige Woche noch zuversichtlich: die Reform der Pflegeberufe kommt rasch. Zunächst sieht es auch nach einem Kompromiss der Koalition aus. Doch dann steht die Union alleine da. Die große Koalition hat einen bereits sicher geglaubten Kompromiss zur Reform der Pflegeberufe noch einmal aufgeschoben. Ein kurzfristig von der Union angesetzter Auftritt von Vertretern beider Koalitionsfraktionen in Berlin wurde am Dienstag überraschend wieder abgesagt. Die Unionsfraktion hatte zuvor einen Kompromiss angekündigt.

Auswirkungen des Klimawandels auf den Wasserhaushalt

Durch den Klimawandel steigen nicht nur die Temperaturen - auch der Wasserhaushalt verändert sich. Niederschlag, Verdunstung und Grundwasserneubildung werden in Zukunft einem neuen Rhythmus gehorchen. Welche Folgen diese Veränderungen für Wasserstände, Ökosysteme, aber auch für Nutzer wie etwa die Landwirtschaft haben, haben Forscher des Climate Service Center Germany (GERICS) in einem neuen Bericht zusammengestellt. Unter den Autoren ist Stefan Hagemann vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg.

28. März 2017

Studie: Drei Viertel der Deutschen wünschen sich mehr Mitbestimmung im Gesundheitssystem

Wer konkret über die Leistungsansprüche von gesetzlich Krankenversicherten entscheidet, ist unter den Deutschen kaum bekannt – der entsprechende Leistungskatalog bleibt für die meisten ein Buch mit sieben Siegeln. Das zeigt die Umfrage „Transparenz von Kassenleistungen“ der Coloplast GmbH. Für die repräsentative Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Toluna 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren.

Arzneimittelversandhandel: Rezeptfreie Produkte seit Herbst 2016 verstärkt im Aufwind

Seit der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Oktober 2016 ein Urteil zur Preisbindung bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gesprochen hat, gibt es in Deutschland eine heftige Diskussion über das Für und Wider eines Versandhandelsverbots rezeptpflichtiger Medikamente. Erste Analysen von QuintilesIMS ab dem Zeitpunkt des Rechtsspruchs zeigen auf Basis von Fakten aus dem Markt, dass eine Erkältungswelle seit Herbst 2016 das Bestellgeschäft bei rezeptfreien Präparaten gestärkt hat. Bei rezeptpflichtigen Medikamenten erhöht sich der monatliche Absatz nur wenig.

Bessere Vernetzung zwischen Hausärzten und Schmerzmedizinern gefordert

Für einen besseren Austausch zwischen Hausärzten und Schmerzmedizinern sprach sich beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag Dipl. med. Ingrid Dänschel, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, aus. Ein Ansatzpunkt seien gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen für Hausärzte und Schmerzmediziner. Rund 95% der Deutschen haben einen Hausarzt. Diese oft intensive Arzt-Patienten-Beziehung dauert durchschnittlich 14 Jahre, „und damit länger als so manche Ehe“, sagte Dipl. med. Ingrid Dänschel, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, beim Deutschen Schmerz- und Palliativtag.

Neuer Einspruch gegen Patent auf teuren Hepatitis-C-Wirkstoff

Nicht-Regierungsorganisationen kämpfen weiter gegen Patente auf Sofosbuvir, ein sehr wirksames, aber teures Medikament gegen die Leberentzündung Hepatitis C. Die Organisation Ärzte der Welt, Ärzte ohne Grenzen und knapp 30 andere Organisationen reichten am Montag beim Europäischen Patentamt (EPA) einen Einspruch gegen ein neues Patent auf Sofosbuvir ein. Sie wollen damit die Herstellung von kostengünstigeren Generika ermöglichen.

Deutsche Krebshilfe und ADP geben einfache UV-Schutztipps

Endlich Frühling. Die Cafés und Parks füllen sich, das Fahrrad wird aus dem Keller geholt, Groß und Klein genießen Licht und Wärme der Sonne. Vergessen wird dabei schnell die UV-Strahlung, die in hoher Dosis krebserregend ist. Im Frühjahr kann eine stellenweise Verdünnung der Ozonschicht vereinzelt zu ungewöhnlich hohen UV-Werten führen. Die Freude am Frühling muss das nicht trüben: „Genießen Sie das schöne Wetter, aber vermeiden Sie Sonnenbrände und Hautrötungen.“, rät Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. „Orientieren Sie sich am UV-Index, der im Internet abrufbar ist. Dieser gibt die Stärke der UV-Strahlung sowie passende Schutzmaßnahmen an.“

27. März 2017

Angst vor Geldsorgen und gesundheitlichen Problemen im Alter

Wer in der Mitte des Lebens steht, blickt häufig noch nicht so genau aufs eigene Alter - wenn allerdings doch, dann kommen Ängste hoch. Viele fürchten auch akute Geldsorgen im Rentenalter. Mehr als ein Drittel der Bundesbürger zwischen 40 und 55 Jahren geht von einer schlechten eigenen Finanzlage im Alter von 75 aus. Jeder vierte dieser Altersgruppe schätzt seine finanzielle Lage im Alter aber als gut oder sehr gut ein, wie aus einer Studie des Sinus-Institutes im Auftrag des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft hervorgeht. Der Rest gab an, es nicht zu wissen oder eine mittlere Lage zu erwarten.

Marburger Bund fordert 5,9% mehr Gehalt für Ärzte an Unikliniken

Der Marburger Bund fordert in den am Montag in Berlin begonnenen Tarifverhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) für die Ärztinnen und Ärzte in Universitätskliniken eine lineare Erhöhung der Gehälter um 5,9% und eine Anhebung der tariflichen Zuschläge für Überstunden und Nachtarbeit. Während der Zuschlag für Überstunden künftig 20 statt 15% betragen soll, fordert der MB für Nachtarbeit eine Erhöhung des Zuschlags von 20 auf 25%. Der Ärzte-Tarifvertrag (TV-Ärzte) findet auf die Arbeitsverhältnisse von bundesweit mehr als 20.000 Ärztinnen und Ärzten in 20 landeseigenen Universitätsklinika Anwendung.

Inklusion am Arbeitsplatz: Neues Startup Diversicon hilft Autisten bei Eingliederung in den Arbeitsmarkt

Im Jahr 2008 sitzt Dirk Müller-Remus in einer Selbsthilfegruppe für Menschen im Autismus-Spektrum. Er ist selbst Vater eines Sohnes mit Autismus. Die Betroffenen berichten über ihren beruflichen Werdegang. Fast alle haben Abitur, viele haben studiert. Dennoch sind alle arbeitslos, so wie 85% der 800.000 Autisten in Deutschland. „Autisten haben Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion und Kommunikation. Das führt zu Problemen bei der Arbeitsplatzsuche, obwohl sie so viele wertvolle Talente haben“, sagt Dirk Müller-Remus. Anfang 2017 gründete er deshalb in Berlin mit René Kuhlemann Diversicon, eine neue Social-Business-Plattform, die Menschen im Autismus-Spektrum bei ihrem Gang in den Arbeitsmarkt unterstützt. Mit einem Crowdinvesting will er gemeinsam mit vielen Schwarminvestoren seine Idee weiter aufbauen – und am Erfolg teilhaben lassen.

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