Donnerstag, 26. April 2018
Navigation öffnen
Anzeige:

Gesundheitspolitik

26. April 2018

25. April 2018

Spahn wirbt für Erleichterung von Online-Behandlungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich dafür ausgesprochen, Ärzten auch Fernbehandlungen von Patienten mit Hilfe digitaler Technik zu ermöglichen. "Ich bin dafür, Onlinebehandlungen zu erleichtern, auch bei der Erstbehandlung", sagte der CDU-Politiker der "Thüringer Allgemeinen". Telemedizin könne persönlichen Kontakt nicht ersetzen, daher werde es keinen Zwang dazu geben. "Wir würden lediglich den Alltag vieler Menschen leichter machen." Bei vielen Arztbesuchen gehe es um einfache Klärungen. "Die kann man natürlich auch digital machen, durch eine Onlinesprechstunde."

In der Alten- und Krankenpflege fehlen Fachkräfte

In der Alten- und Krankenpflege sind deutschlandweit mehr als 25.000 Fachkraft-Stellen nicht besetzt. Zudem fehlen rund 10.000 Hilfskräfte, wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach waren 2017 im Schnitt 14.785 offene Stellen für Spezialisten in der Pflege alter Menschen gemeldet, in der Krankenpflege waren es 10.814. "Wir stehen in der Pflege vor einer echten Fachkräftekrise», sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der dpa.

Techniker Krankenkasse will digitale "Gesundheitsakte" starten

Die Techniker Krankenkasse (TK) will mit einer eigenen "elektronischen Gesundheitsakte" neue digitale Lösungen für Patienten voranbringen. Versicherte sollen Daten etwa zu Diagnosen, Impfungen, verordneten Medikamenten oder Röntgenbilder und Laborbefunde in der Akte sehen können, wie die TK am Dienstag in Berlin mitteilte. Dafür sollen bisher dezentral bei Krankenhäusern, Ärzten oder Therapeuten liegende Daten zusammengeführt werden können. Dies soll auch unnötige Doppeluntersuchungen oder Medikamenten-Wechselwirkungen vermeiden.

Organspende: Chirurgen diskutieren Widerspruchslösung

Die Zahl der Herztransplantationen in Deutschland ist wegen des Mangels an Spenderorganen auf ein neues Rekordtief gesunken. Parallel dazu steigt der Einsatz von Herzunterstützungssystemen. Sie bieten bei einer Herzschwäche allerdings keinen gleichwertigen Ersatz für eine Organverpflanzung, wie Experten auf dem 135. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) bemängelten. Herzchirurgen fordern daher die Widerspruchslösung auch für Deutschland.

24. April 2018

Mangelnde Differenzierung bei Arzneimittel-Festbeträgen

Das derzeitige Festbetragssystem differenziert nicht ausreichend nach therapierelevanten Kriterien bei Arzneimitteln. Das Raster für die Eingruppierung ist zu grob, die Höhe der Festbeträge richtet sich im Wesentlichen nach Wirkstoffmenge und Packungsgröße. So erhalten zum Beispiel aufwendig hergestellte und damit teure Darreichungsformen den gleichen Preis wie günstigere. Damit besteht gerade für bestimmte Patientengruppen die Gefahr, ein Arzneimittel nur noch gegen eine Mehrzahlung zu erhalten.

Patientenschützer für einheitliche Standards bei "Digital-Akte"

Patientenschützer und die Verbraucherzentralen pochen auf hohe einheitliche Standards bei neuen digitalen Anwendungen mit Gesundheitsdaten. Das Nutzen einer elektronischen Patientenakte müsse kostenfrei und freiwillig sein, sagte der Gesundheitsexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Kai Vogel, der Deutschen Presse-Agentur. "Jeder Patient muss die Hoheit über seine Daten behalten." Nicht zielführend seien zudem "Insellösungen und Parallelwelten" bei solchen Angeboten.

Niedergelassene Ärzte gründen neuen Kampfverband

Ob Piloten, Lokführer oder Metallarbeiter: Fast jede Berufsgruppe kämpft für angemessene Arbeitsbedingungen, wenn Belastung und Entlohnung nicht mehr zusammenpassen. Die niedergelassenen Ärzte zeigten bislang kaum Zähne – obwohl die Politik selbst in Zeiten des Medizinermangels ständig neue Daumenschrauben anlegt. Eine Gruppe von Ärzten will Politik und Krankenkassen nun mit der Gründung der "Deutschen Ärztegewerkschaft" die Stirn bieten.

SPD setzt Frist im Streit um Abtreibungs-Werbeverbot

Im Streit über das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche erhöht die SPD den Druck auf die Union. Der Parteivorstand beschloss am Sonntag nach dem Bundesparteitag in Wiesbaden eine Frist bis Herbst, wie das Gremium am Montag mitteilte. Wenn bis dahin kein Kompromiss in der Bundesregierung oder zwischen den Fraktionen zum Strafgesetzbuch-Paragrafen 219a gefunden sei, wolle man mit "reformwilligen" Fraktionen oder Abgeordneten gemeinsame Sache machen. Eine Änderung der umstrittenen Regelung für Ärzte solle dann etwa über eine Bundestagsabstimmung ohne Fraktionszwang erreicht werden.

Anspruch auf Screening der Bauchschlagader

Seit 1. Januar haben Männer über 65 Jahre einmalig Anspruch auf eine kostenlose Ultraschall-Untersuchung zur Früherkennung einer ausgeweiteten Bauchschlagader, eines Aneurysmas. Die Krankenkassen laden allerdings nicht per Anschreiben zu der neuen Vorsorge ein. Daher raten Gefäßchirurgen insbesondere Risikopatienten, eigeninitiativ einen Termin zu vereinbaren. Er könne Leben retten, betonten Experten auf einer Pressekonferenz zum 135. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH). Das Screening kann jeder Hausarzt vornehmen, der die entsprechende Ultraschall-Expertise besitzt.

23. April 2018

Werte der Labordiagnostik sichtbar machen

Überall in Deutschland rund um die Uhr erreichbar und für die Patienten im Einsatz. So könnte die Kurzdefinition des Facharztes für Laboratoriumsmedizin in Deutschland lauten. Zwar steht der Laborarzt in aller Regel nicht in direktem Patientenkontakt, gehört jedoch zur am zweithäufigsten konsultierten Facharztgruppe nach den Hausärzten. Dabei ist die Labormedizin eine der Grundlagen für medizinisches Handeln: Zwei Drittel aller medizinischen Diagnosestellungen beruhen auf labormedizinischen Untersuchungen oder werden durch diese bestätigt.

Arbeitgeber warnen: Neue Pflegeausbildung überfordert Berufsanfänger

Arbeitgeber-Präsident Ingo Kramer hat vor einer Verschärfung des Pflegenotstandes durch überzogene Ausbildungsanforderungen für Pflegekräfte gewarnt. "Wir brauchen junge Menschen mit normalen Schulnoten aber viel Herzenswärme und Geduld gerade in der Altenpflege", sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) am Montag der "Bild"-Zeitung. "Wenn wir sie mit Anforderungen eines Studiums "Medizin light" abschrecken und überfordern, verschärfen wir den Pflegenotstand."

Spahn verspricht Beitragsentlastung in Milliardenhöhe

Gleich mit seinem ersten großen Gesetzentwurf verspricht Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sinkende Beiträge – und legt sich mit den Chefs großer Krankenkassen an. Kassen mit hohen Finanzreserven sollen ihr Geldpolster innerhalb von bis zu fünf Jahren bis zu einer Obergrenze abschmelzen. Dafür haben sie ein probates Mittel: Die Senkung des Zusatzbeitrags, der ab Anfang 2019 nicht mehr allein von den Kassenmitgliedern, sondern von Arbeitgebern und -nehmern zu gleichen Teilen bezahlt werden soll. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD steht über einen Zwangsabbau von Kassenreserven nichts – entsprechend kontrovers sind die Reaktionen.

Marburger Bund: Stufenkonzept des G-BA ohne verlässliche Folgenabschätzung

„Der Gemeinsame Bundesausschuss hat einen Beschluss gefasst, der in etlichen Kliniken Besorgnisse auslösen wird. Dem von gesundheitsökonomischen Auguren und Krankenkassen geforderten Kahlschlag kann aber wirksam entgegengewirkt werden, wenn die Länder ihrer Verantwortung für eine Basisnotfallversorgung in strukturschwachen Gebieten gerecht werden“, kommentierte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, den Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zu einem gestuften System von Notfallstrukturen in Krankenhäusern.

Zurück
  ...  

Das könnte Sie auch interessieren

Pilotprojekt: Stuhlkarten-Screening mit einfacher Farbkarte

Genial einfach: Anfang Dezember 2016 wurden 100.000 so genannte Stuhlkarten zur Früherkennung der Gallengangatresie an alle stationären niedersächsischen Geburtskliniken verschickt und dort von Kinderärzten, Gynäkologen und Hebammen in das „Gelbe Heft“ eingelegt. „Dieses Projekt ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie mit einfachen Mitteln und ohne großen technischen Aufwand ein maximaler Erfolg erzielt werden kann. Mit übersichtlich gestalteten Karten wird es Eltern leicht gemacht, sich über die Gesundheit ihres neugeborenen Kindes ein Bild zu machen – und so bei Krankheitssymptomen dafür sorgen zu können, dass ihr Kind rasch behandelt und dessen Leben solange wie möglich erhalten werden kann,“ erklärte die Niedersächsische Gesundheitsministerin Cornelia Rundt am Donnerstag, 19. Januar 2017, bei einem Pressegespräch in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Experten der Klinik für Kinderchirurgie und der Techniker Krankenkasse stellten mit Unterstützung der Ärztekammer Niedersachsen die Einführung des bundesweit einmaligen Pilotprojektes vor.

Neue Version der Patientenleitlinie "Unipolare Depression" veröffentlicht

Depressionen sind weltweit häufige Erkrankungen. Allein in Deutschland sind innerhalb eines Jahres rund 6,2 Millionen Menschen betroffen. Gleichzeitig ist die Dunkelziffer hoch: Oft werden depressive Erkrankungen nicht festgestellt, weil Betroffene keine fachliche Hilfe suchen oder die Krankheit nicht erkannt wird. Dabei stehen heute evidenzbasierte Therapieverfahren zur Verfügung, mit denen sich Depressionen in den meisten Fällen gut behandeln lassen.

Patientenbroschüre informiert über Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern

Die bewährte Patientenbroschüre „Schlaganfallrisiko bei Vorhofflimmern. Erkennen. Handeln. Vorbeugen“ ist jetzt in einer überarbeiteten Neuauflage verfügbar. In patientengerechter Sprache erfahren Betroffene und ihre Angehörigen, was Vorhofflimmern ist, wie es behandelt wird und wie sie selbst das individuelle Schlaganfallrisiko senken können. Die Neuauflage hat durch das Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband (IHF) e. V. das IHF -Patientensiegel „Zertifizierte Inhalte – Für Patienten empfohlen“ erhalten. Ab sofort kann die Broschüre kostenfrei über die Webseite www.schlaganfall-verhindern.de bestellt und heruntergeladen werden.