Dienstag, 23. Mai 2017
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Gesundheitspolitik

22. Mai 2017

BDI fordert sektorübergreifende Notfallversorgung

Durch die Einführung von Triagezentren als sektorübergreifende und flächendeckende Notfalleinrichtungen kann die konkurrierende Situation zwischen Notfallambulanzen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) und Klinik-Notaufnahmen aufgelöst werden. So soll die bislang uneinheitlich organisierte Struktur von Rettungsdiensten, ärztlichem Bereitschaftsdienst und Notaufnahme in Kliniken zum Patientenwohl vereinheitlicht werden. Finanziert werden könnten die Triagezentren über Selektivverträge, wobei die Krankenkassen dazu verpflichtet werden müssten, solche abzuschließen.

Marburger Bund fordert Modernisierung der IT im Krankenhaus

Mehr Chancen als Risiken sieht der Marburger Bund in der digitalen Entwicklung im Gesundheitswesen. „Digitalisierung kann der Verbesserung der Gesundheitsversorgung dienen, wenn sie zum Wohle des Patienten und zum Wohle des Arztes im Sinne einer effektiveren und effizienteren  Berufsausübung eingesetzt wird“, heißt es in einem Beschluss der 131. Hauptversammlung des Verbandes in Freiburg. Die Verfügbarkeit wichtiger Informationen zu Vorerkrankungen, Medikation, stattgefundenen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen, die Erhebung gesundheitsrelevanter Daten durch Sensoren in Alltagsgeräten sowie die Verarbeitung dieser großen Datenmengen könnten Ärztinnen und Ärzte bei ihrer Arbeit unterstützen.

Auswirkungen von Schmerzen auf die Gesellschaft kostet die EU bis zu 441 Milliarden Euro jährlich

Schmerzen sind ein Problem für Individuen sowie eine Herausforderung für Gesundheitssysteme, Volkswirtschaften und die Gesellschaft insgesamt: Jedes Jahr ist etwa jeder fünfte Europäer in Europa von chronischen Schmerzen betroffen. Dazu gehören 153 Millionen Menschen mit Migräne oder anderen beeinträchtigenden Kopfschmerzen, 200 Millionen Personen mit Störungen des Bewegungsapparates und 100 Millionen Menschen, die unter anderen Formen von chronischen Schmerzen leiden.

Entscheidungen zur medizinischen Versorgung zukünftig ohne Arzt?

Mit Unverständnis und großer Sorge sieht die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände e.V. (GFB) die Diskussion um eine anstehende Neubesetzung der Spitze des Gemeinsamen Bundausschusses (G-BA). Medienberichten zufolge sollen zwei der drei unparteiischen Vorsitzenden neu besetzt werden und im Zuge dieser Umstellung soll dort kein Arzt mehr vertreten sein. „Im G-BA wird entschieden, wer, wo und unter welchen Bedingungen was an medizinischer Versorgung für die Bevölkerung erbringen darf“, erläutert Jörg-Andreas Rüggeberg, Facharzt für Chirurgie und Präsident der GFB, den Hintergrund. „Es kann nicht sein, dass solche Entscheidungen ohne ärztlichen Sachverstand getroffen werden.“

Ärztekammer-Präsidentin kritisiert teils exorbitante Preise für Arzneimittel gegen Krebserkrankungen

„Die Versorgung von krebskranken Menschen darf nicht zum Spielball für marktwirtschaftliche Tricksereien werden“, fordert Dr. med. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer. Am 15. Mai hat die Wettbewerbskommissarin der Europäischen Union, Margrethe Vestager, eine offizielle Untersuchung gegen den südafrikanischen Hersteller Aspen Pharma wegen des Verdachts auf überhöhte Preise eingeleitet. Es geht um spezifische Präparate zur Behandlung von onkologischen Erkrankungen.

19. Mai 2017

Gröhe: "Die nächste Gesundheitskrise wird kommen"

Mehr als 11.000 Menschen starben in Westafrika 2014 und 2015 an Ebola. Die Gefahr von Epidemien ist längst nicht gebannt. Die wichtigsten Industrie- und Schwellenländer üben in Berlin den Ernstfall. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) warnt vor dem Ausbruch einer neuen schweren Epidemie. "Die Welt ist noch nicht ausreichend auf den Ausbruch von gefährlichen Krankheiten vorbereitet - das hat Ebola gezeigt", sagte Gröhe vor einem Treffen der G20-Gesundheitsminister an diesem Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Apotheker ohne Grenzen: Arzneimittel müssen sicher sein

In den vergangenen Tagen und Wochen sind Arzneimittelfälschungen und der falsche, resistenzfördernde Einsatz von Antibiotika vermehrt ein Thema in den öffentlichen Medien. Als pharmazeutische Hilfsorganisation sind die Apotheker ohne Grenzen Deutschland (AoG) in vielen Projekten für die Belieferung mit Arzneimitteln verantwortlich, ebenso für deren Qualität. Für die Not- und Entwicklungshilfe bezieht AoG Medikamente aus bekannten Quellen. Die entsprechenden Lieferanten werden von Fachpersonal sorgsam ausgewählt, vor Ort besucht und die Qualität bezogener Chargen regelmäßig in Deutschland kontrolliert.

TK: Zeitarbeit schlägt auf die Gesundheit

Zeitarbeiter in Rheinland-Pfalz haben deutlich höhere Fehlzeiten als konventionell Beschäftigte. Im Schnitt waren sie im vergangenen Jahr eine Arbeitswoche länger krankgeschrieben. Die Beschäftigten über alle Branchen hinweg fehlten statistisch gesehen rund 15 Tage, die Zeitarbeiter dagegen 20 Tage. Das ergab eine aktuelle Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK). Seit April 2017 gilt das neue Arbeitnehmerüberlassungsgesetz. Es soll den Missbrauch von Zeitarbeit und Werkverträgen eindämmen. Unter anderem sollen Zeitarbeiter höchstens 18 Monate an einen Arbeitgeber ausgeliehen werden und nach neun Monaten den gleichen Lohn wie die Festangestellten des Betriebs bekommen.

18. Mai 2017

Todesrisiken für Patienten durch mangelnde Klinik-Erfahrung

Krankenhäuser sollten Patienten weniger Risiken aussetzen. Versicherte sollten klar sehen können, welche Klinik wie gut ist. Doch längst sind Experten ernüchtert von Gröhes Klinikreform. Krankenhauspatienten in Deutschland sind aus Expertensicht wegen Reformblockaden des Gesundheitswesens unnötig hohen Todesrisiken ausgesetzt. So behandelten viele Kliniken Patienten in Bereichen, in denen sie weniger Erfahrungen als andere Häuser haben, sagte der Klinikexperte Marcel Weigand der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. In Krankenhäusern mit wenig Erfahrung steige das "Letalitätsrisiko" dramatisch, so Weigand - also die Gefahr zu sterben.

17. Mai 2017

G-20-Gipfel der Gesundheitsminister: Die größten Gesundheitsprobleme fehlen auf der Agenda

Am 19./20. Mai 2017 treffen sich erstmals die Gesundheitsminister der zwanzig führenden Industrie- und Schwellenländer in Berlin zu einem Gesundheitsgipfel. Schwerpunkte der Konferenz sollen die Verbesserung des Krisenmanagements bei infektiösen Krankheitsausbrüchen und der Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen sein. Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) begrüßt die Initiative der Bundesregierung, Gesundheit erstmalig zu einem G-20-Thema zu machen. Allerdings weist sie darauf hin, dass die wichtigsten Krankheiten, die weltweit die meisten vorzeitigen Todesopfer fordern, nicht auf der Tagesordnung stehen. DANK fordert die Bundesregierung darum auf, die Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten wie Herz-Kreislaufleiden, Krebs, Diabetes und chronische Atemwegserkrankungen (COPD) auf die Agenda zu setzen.

Marburger Bund fordert Personalvorgaben für Pflege und Ärzte

Der Marburger Bund begrüßt, dass Pflegepersonaluntergrenzen als Maßnahme zur Qualitätssicherung gesetzlich verankert werden sollen und fordert entsprechende Mindestvorgaben auch für den ärztlichen Dienst. „Eine ausreichende Qualität medizinischer und pflegerischer Leistungen kann nur mit einer ausreichenden Personalausstattung einhergehen“, bekräftigt der Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte in seiner Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung des Bundestagsausschusses für Gesundheit zu Pflegepersonaluntergrenzen.

DGP: Palliativdienste im Krankenhaus angemessen finanzieren

Seit Anfang des Jahres können krankenhausindividuelle Zusatzentgelte für multiprofessionelle, mobile Palliativdienste im Krankenhaus verhandelt werden - diese Option für schwerstkranke und sterbende Patienten auf sämtlichen Stationen eines Krankenhauses bedeutet einen erheblichen Fortschritt in der stationären Versorgung schwerkranker Menschen, betont die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Allerdings warnt die DGP nach ersten Rückmeldungen aus laufenden Verhandlungen davor, dieses absolut notwendige Angebot für Patienten und Angehörige „zu billig zu verkaufen“. Eine qualitativ hochwertige und patientenzugewandte Palliativversorgung setze eine angemessene Finanzierung voraus.

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