Donnerstag, 23. Februar 2017
Navigation öffnen
Anzeige:

Gesundheitspolitik

23. Februar 2017

Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus wächst

In Deutschland steigt die Zahl der Menschen, die an Diabetes leiden. Waren 2009 noch 8,9% der gesetzlich Versicherten betroffen, hat sich dieser Anteil bis zum Jahr 2015 auf 9,8% erhöht. Eine halbe Million Menschen erhalten pro Jahr zum ersten Mal die Diagnose Diabetes mellitus. Dies belegt erstmals eine neue Studie der Wissenschaftler vom Versorgungsatlas auf der Basis ambulanter Versorgungsdaten. Auffallend sind die ausgeprägten Unterschiede zwischen den neuen und alten Bundesländern sowie auf der Kreisebene.

Apotheker ohne Grenzen müssen Philippinen verlassen

Der deutsche Botschafter auf den Philippinen hat Hilfsorganisationen mit Nachdruck gebeten, ihre deutschen Mitarbeiter wegen akuter Terrorgefahr aus Mindanao abzuziehen. Es heißt, es lägen Hinweise vor, dass Ausländer derzeit sehr gefährdet seien und im Fokus von Terrororganisation, wie dem IS-Ableger Abu Sayyaff stünden. Da gerade Friedensgespräche mit Präsident Duterte gescheitert seien, werden auch Unruhen seitens kommunistischer Rebellen befürchtet.

22. Februar 2017

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung unterliegt Vergaberecht

Sterbende haben seit 2007 einen Rechtsanspruch auf ambulante Palliativversorgung zuhause im Kreise ihrer Familien. Bisher gibt es aber keine flächendeckende Versorgung. Krankenkassen verzögern Verhandlungen mit SAPV-Teams. Durch ein Urteil des OLG Düsseldorf droht nun die europaweite Ausschreibung dieser Leistungen. Die Bundesarbeitsgemeinschaft SAPV e.V. warnt vor einer „Industrialisierung“ der ambulanten Versorgung Sterbender.

Versicherung kann Arzt von Kostenerstattung ausschließen

Eine private Krankenversicherung kann einzelne Ärzte von der Kostenerstattung ausschließen. Das ist zum Beispiel möglich, wenn diese deutlich umfangreichere und dadurch teurere "Übermaßbehandlungen" durchführen oder verordnen als andere Praxen. Die Krankenversicherung darf dem versicherten Patienten dann mitteilen, dass Rechnungen des jeweiligen Arztes nicht übernommen werden. Das hat das Landgericht Dortmund entschieden, wie die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet (AZ: 2 O 59/15).

Migräne und Kopfschmerzen: Zertifizierte Medizin-App M-sense

Bei der Vorstellung des Arztreports 2017 der BARMER sorgte vor allem ein Topic für Überraschungen: Immer mehr junge Erwachsene leiden unter Kopfschmerzen.  Der Anteil der 18- bis 27-Jährigen mit Migräne-Diagnose ist laut BARMER Arztreport von 2005 bis 2015 um 50% gestiegen. Alarmierend ist auch die Verordnungsrate von Migränemitteln: hier ist ein Anstieg von 58% zu verzeichnen – und Migränemittel-Missbrauch kann zu Dauerkopfschmerz führen. Die BARMER GEK setzt nun auf eine App.

Künstliche Intelligenz: Bayerische Staatsbibliothek testet semantisches Recherche-Werkzeug

Die Bayerische Staatsbibliothek testet den „Discovery Service“ Yewno als zusätzliche thematische Suchmaschine für digitale Volltexte. Die Software arbeitet auf Basis von künstlicher Intelligenz und maschinellen Lernens. Als erste europäische Einrichtung stellt die Bayerische Staatsbibliothek die neue Recherchetechnologie in einer dreimonatigen Pilot-Phase ihren Nutzern zur Verfügung. Über ein Antwortformular können diese ihr Feedback an das Projektteam schicken.

21. Februar 2017

NeuroIntensivmediziner: „Die Versorgung muss besser werden“

In der NeuroIntensivmedizin muss weiter an der Versorgungsqualität gearbeitet werden. Zu diesem Ergebnis kommt Prof. Dr. Otto Busse, langjähriger Generalsekretär der DGNI. Über einen Zeitraum von drei Jahren wurden 320 Intensivstationen begangen. „Wir wollten hier genau wissen, wie die ärztliche Versorgung in der NeuroIntensivmedizin aktuell aussieht“, sagt Busse. Das Ergebnis spricht eine klare Sprache: Nicht nur die ärztliche Versorgung, sondern auch die Weiterbildungsmöglichkeiten sind verbesserungswürdig.

Verdi-Aktionstag gegen Überlastung in Pflege

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Maria Klein-Schmeink, hat ein Sofortprogramm für neue Pflegestellen in Krankenhäusern gefordert. Anlässlich eines Verdi-Aktionstages zur Pflege im Krankenhaus am Dienstag sagte sie: "Damit Pflegekräfte entlastet werden können, ist mehr Personal nötig. Wir fordern deswegen die Bundesregierung auf, als Sofortmaßnahme ein neues Pflegestellenprogramm aufzulegen." Die Zahl der Stellen sollte sich an der 1997 abgeschafften Pflegepersonalregelung orientieren. "Für diese zusätzlichen Mittel muss es eine Zweckbindung geben, damit das Geld auch wirklich für neues Pflegepersonal verwendet wird."

Ausgaben für Gesundheit wachsen um 4,5%

Die Ausgaben für Gesundheit steigen in Deutschland immer stärker. 2015 flossen insgesamt 344,2 Milliarden Euro in den Sektor. Das waren 4,5% (15 Milliarden Euro) mehr als im Jahr davor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte. 2014 hatte die Steigerungsrate bei 4,2% gelegen, 2013 bei 4%. Die Gesundheitsausgaben hätten das vierte Jahr in Folge auch stärker zugenommen als das Bruttoinlandsprodukt. Auf jeden Einwohner entfielen 2015 statistisch gesehen 4.213 Euro (2014: 4.050 Euro).

Tabakwerbeverbot: Wirtschaftsinteressen blockieren Jugendschutz

Um Kinder und Jugendliche vor dem Einstieg in die Raucherkarriere schützen zu können und Rauchern den Ausstieg aus der Nikotinsucht zu erleichtern, sieht die Deutsche Herzstiftung ein gesetzliches Verbot von Zigarettenwerbung im öffentlichen Raum als die entscheidende Maßnahme. „Dafür muss aber das längst überfällige Verbot der Zigarettenwerbung in den Außenbereichen und in den Kinos in einem Gesetz festgeschrieben werden. Leider verhindern diesen notwendigen Schritt immer noch Bundestagsabgeordnete mit Lobbyinteressen in der Zigarettenindustrie“, kritisiert Prof. Dr. med. Helmut Gohlke, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung.

Medizinische Maßnahmen gegen den Patientenwillen – Breite gesellschaftliche Diskussion notwendig

Was tun, wenn Menschen sich aufgrund einer schweren Erkrankung akut gefährden, aber eine hilfreiche medizinische Behandlung ablehnen? Der Deutsche Ethikrat diskutiert an diesem Donnerstag in einer öffentlichen Anhörung die ethischen und rechtlichen Implikationen des Selbstbestimmungsrechts in der Patientenversorgung. Die DGPPN begrüßt und unterstützt diesen Schritt, weil es eines breiten und kontinuierlichen gesellschaftlichen Diskurses bedarf, ob und wann sich die Medizin über den Willen von Patienten hinwegsetzen darf.

Zurück
  ...  

Das könnte Sie auch interessieren

Pilotprojekt: Stuhlkarten-Screening mit einfacher Farbkarte

Genial einfach: Anfang Dezember 2016 wurden 100.000 so genannte Stuhlkarten zur Früherkennung der Gallengangatresie an alle stationären niedersächsischen Geburtskliniken verschickt und dort von Kinderärzten, Gynäkologen und Hebammen in das „Gelbe Heft“ eingelegt. „Dieses Projekt ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie mit einfachen Mitteln und ohne großen technischen Aufwand ein maximaler Erfolg erzielt werden kann. Mit übersichtlich gestalteten Karten wird es Eltern leicht gemacht, sich über die Gesundheit ihres neugeborenen Kindes ein Bild zu machen – und so bei Krankheitssymptomen dafür sorgen zu können, dass ihr Kind rasch behandelt und dessen Leben solange wie möglich erhalten werden kann,“ erklärte die Niedersächsische Gesundheitsministerin Cornelia Rundt am Donnerstag, 19. Januar 2017, bei einem Pressegespräch in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Experten der Klinik für Kinderchirurgie und der Techniker Krankenkasse stellten mit Unterstützung der Ärztekammer Niedersachsen die Einführung des bundesweit einmaligen Pilotprojektes vor.

Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern

Rund 100.000 Kinder in Bayern sind von Asthma betroffen, so der aktuelle bayerische Kindergesundheitsbericht. "Das ist nicht nur für die Kleinen belastend, sondern auch für deren Familien", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern. Mütter, Väter oder Geschwister kommen oft körperlich und psychisch an ihre Grenzen. Hinzu kommt, dass vier von fünf der betroffenen Eltern keine Angebote zur Familienentlastung kennen. "Wir möchten das ändern und mit dem Projekt 'Beratung von Eltern chronisch kranker Kinder im Internet - kurz BEcKI' digital niederschwellige Hilfe anbieten", so Bredl. Partner ist das Universitätsklinikum Ulm, das gemeinsam mit der TK die Kooperation ab sofort auf Bayern ausweitet.

Mit Online-Selbsthilfe von Selfapy Wege aus der Trauer finden

Der Verlust eines geliebten Menschen – ganz gleich ob unvermittelt oder nach einem schweren Leidensweg – reißt Hinterbliebenen den Boden unter den Füßen weg. Nicht selten wird der Schmerz zur unerträglichen Belastung, die Trauer nimmt überhand und ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Leere stellt sich ein, während der Alltag unerträglich wird. Das Online Selbsthilfe Portal Selfapy nimmt sich der Hilflosigkeit Betroffener an und zeigt Wege aus dem Kummer auf. Individuelle Kursangebote und das Erlernen spezieller Bewältigungsmechanismen helfen Angehörigen dabei, den Schmerz zu verarbeiten, das Ohnmachtsgefühl zu überwinden und mittels sozialer Kontakte, zurück in den Alltag zu finden.

Neue Version der Patientenleitlinie "Unipolare Depression" veröffentlicht

Depressionen sind weltweit häufige Erkrankungen. Allein in Deutschland sind innerhalb eines Jahres rund 6,2 Millionen Menschen betroffen. Gleichzeitig ist die Dunkelziffer hoch: Oft werden depressive Erkrankungen nicht festgestellt, weil Betroffene keine fachliche Hilfe suchen oder die Krankheit nicht erkannt wird. Dabei stehen heute evidenzbasierte Therapieverfahren zur Verfügung, mit denen sich Depressionen in den meisten Fällen gut behandeln lassen.