Donnerstag, 29. Juni 2017
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Gesundheitspolitik

29. Juni 2017

Streit um Mischpreise für AMNOG-Arzneimittel

Das Signal des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg an den Gesetzgeber ist eindeutig: Er ist aufgefordert, den Umgang mit dem „Mischpreis“ zu klären Dr. Norbert Gerbsch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI): „Ohne eine Klarstellung im SGB V ist zu befürchten, dass neue Arzneimittel auch dann nicht verordnet werden, wenn sie für bestimmte Patientengruppen einen Zusatznutzen gezeigt haben.“

BAH zum Mischpreisurteil: Gesetzeslücke schließen, Verunsicherung vermeiden

Das gestern gefällte Urteil des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg zum Mischpreis gefährdet die Versorgung mit innovativen Arzneimitteln und erfordert dringend den Handlungsbedarf seitens des Gesetzgebers. Er muss nun klarstellen, dass der verhandelte oder festgesetzte Erstattungsbetrag auch weiterhin für alle Patienten und zugelassenen Anwendungsgebiete gültig ist. Denn zum einen stellt er ohnehin schon einen Kompromiss zwischen Herstellern und Krankenkassen dar. Und zum anderen berücksichtigt er in seiner Höhe ja gerade den gestaffelten Nutzen.

28. Juni 2017

27. Juni 2017

Gröhe: Wissen der Laien über Erste Hilfe im Notfall verbessern

Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat dazu aufgerufen, das Wissen der Bürger über die notwendigen ersten Hilfsmaßnahmen in Notfällen zu verbessern. Jeder könne zum Lebensretter werden, erklärte Gröhe anlässlich einer Auftaktveranstaltung der Betriebskrankenkassen (BKK) zur bundesweiten Vermittlung von Notfallwissen am Montagabend in Berlin. Dafür müsse aber grundlegendes Notfallwissen besser und dauerhaft vermittelt werden.

Nur ein Prozent der Seltenen Erkrankungen bisher medikamentös behandelbar

Beim Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) stößt die von der Barmer befeuerte Kosten-Nutzen-Debatte bei Orphan Drugs auf Unverständnis. „Noch immer sind nur etwa ein Prozent der rund 8.000 seltenen Erkrankungen medikamentös behandelbar. Für diese Menschen ist die Forschung und Entwicklung von sogenannten Orphan Drugs eine große Hoffnung“, so Dr. Norbert Gerbsch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des BPI. Die Kasse wirft der Industrie Kostentreiberei vor, fordert Preis-Leistungsbewertungen und schürt gleichzeitig die Ängste der Patienten vor angeblich unsicheren Medikamenten. „Das ist zynisch den Betroffenen gegenüber“, so Gerbsch. „Gesundheitsversorgung ist keine Supermarktware.“

Neurologische Erkrankungen auf dem Vormarsch

Ein starkes Bekenntnis zu Europa kommt von der European Academy of Neurology (EAN), die derzeit ihren 3. Kongress in Amsterdam abhält. "Ich bin besorgt über antieuropäische Tendenzen und eine kurzsichtige Beschränkung auf nationale Interessen, insbesondere bei Forschungsprojekten. Die weltweite Zunahme von neurologischen Erkrankungen ist wie der Klimawandel eine Herausforderung, die von keinem Land allein bewältigt werden kann", betonte EAN-Präsident Prof. Dr. Günther Deuschl (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel).

Krankenkassen zu Jahresstart mit Plus von 612 Millionen

Die Rekordbeschäftigung füllt die Sozialkassen – auch die der Krankenversicherung. Schön für Gesundheitsminister Gröhe, gerade im Wahljahr. Doch die meisten Krankenkassen dringen auf ein neues Geldverteilsystem. Eine anhaltend gute Konjunktur und hohe Beschäftigung spült viel Geld in die Kassen der gesetzlichen Krankenversicherung. Im ersten Quartal dieses Jahres erwirtschafteten die Krankenkassen nach Angaben des Gesundheitsministeriums ein Plus von rund 612 Millionen Euro. Damit stiegen deren Finanzreserven auf 16,7 Milliarden Euro. Das geht aus den offiziellen Zahlen des Ministeriums für das erste Quartal hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Der Markt für Bio-Medikamente in Deutschland auf Wachstumspfad

Gentechnisch hergestellte Medikamente, sogenannte Biopharmazeutika, sind auf dem Arzneimittelmarkt weiter auf dem Vormarsch. Ihr Marktanteil nahm 2016 knapp ein Viertel des deutschen Arzneimittelmarktes ein, im Jahr zuvor waren es noch knapp 23%, wie der Verband Forschende Pharma-Unternehmen (vfa) am Montag in Berlin mitteilte. Der Umsatz mit diesen – zumeist sehr innovativen – Medikamenten wuchs von 8,2 Milliarden Euro 2015 auf 9,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr, wie aus dem Biotech-Report weiter hervorgeht.

26. Juni 2017

Italiens Ärzte verweigern Abtreibungen – oft aus Karrieregründen

Abzutreiben wird in Italien immer schwieriger. Frauen werden unter Druck gesetzt. Alarmierend viele Ärzte verweigern Schwangerschaftsabbrüche. Sogar die Vereinten Nationen haben sich schon eingeschaltet. Giulia F. war in der 13. Woche schwanger, als eine vorgeburtliche Kontrolle ergab, dass ihr Sohn Missbildungen und keine Chance auf ein Leben nach der Geburt hatte. In mehreren römischen Krankenhäusern wurde sie abgewiesen, bevor sie einen der insgesamt sieben Ärzte fand, die den Eingriff in der umliegenden Region Latium überhaupt noch machen.

CSU-Gesundheitsexperte will Fonds für Opfer von Ärztefehlern

CSU-Gesundheitsexperte Reiner Meier will einen Entschädigungsfonds für die Opfer von Ärztefehlern. Dieser Fonds solle beispielsweise greifen, wenn ein Behandlungsfehler zwar offensichtlich sei, juristisch aber nicht nachgewiesen werden könne, heißt es in einem Bericht der "Welt am Sonntag". "Es steht für mich außer Frage, dass wir die Patienten in dieser Situation nicht allein lassen dürfen. Ein Fonds kann hier dringend notwendige Unterstützung leisten", sagte Meier der Zeitung.

Ausgabenschub bei Krebsmedikamenten – Barmer verlangt Kosten-Debatte

Früher waren es einige Tausend Euro – heute sind es oft Hunderttausende: So viel kostet eine Krebsbehandlung. Die Krankenkassen sind alarmiert. Die Medikamente für die knapp eine halbe Million Menschen, die in Deutschland jährlich an Krebs erkranken, werden immer teurer. Deutschland ist dabei international Spitzenreiter, wie aus einem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Arzneimittelreport der Krankenkasse Barmer hervorgeht. Es müsse diskutiert werden, "ob die Preise in Deutschland gerechtfertigt sind", forderte Barmer-Chef Christoph Straub.

Private Krankenversicherung derzeit in ruhigem Fahrwasser

Die Private Krankenversicherung (PKV) sieht sich derzeit in einem eher ruhigen Fahrwasser. Das könnte sich allerdings ändern, wenn sich nach der Bundestagswahl eine Regierungskonstellation ergeben würde, die eine Bürgerversicherung für alle anstrebe, machte der Vorsitzende des PKV-Verbandes, Uwe Laue, am Donnerstag in Berlin am Rande der Jahrestagung deutlich. SPD, Linke und Grünen wollen die Private Krankenversicherung abschaffen und plädieren in unterschiedlichen Ausführungen für eine gesetzliche Krankenversicherung für alle.

Viele Krebspatienten leben heute länger und besser

"Wir sind Zeugen bedeutender Fortschritte bei der Krebstherapie. Die Lebenserwartung von Krebspatienten nach der Diagnose ihrer Krankheit ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen, teilweise um mehrere Jahre. So kehren zwei Drittel der Krebsüberlebenden wieder ins Arbeitsleben zurück. Die Fortschritte der Arzneimitteltherapie haben daran einen wesentlichen Anteil. Neue Arzneimittel verbessern bisherige Therapien und machen auch solche Tumorarten behandelbar, bei denen es bislang kaum ursächliche Behandlungsmöglichkeiten gab," sagt Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des vfa.

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