News | Beiträge ab Seite 123
Gesundheitspolitik
Hilfsmittel-Regelungen: BVMed für Stärkung der Qualitätsaspekte und gegen Ausschreibungen
In der Diskussion um gesetzliche Anpassungen bei den Hilfsmittel-Regelungen positioniert sich der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) klar für eine Ausweitung von Qualitätsaspekten und gegen die Wiedereinführung von Ausschreibungen, wie sie vom GKV-Spitzenverband gefordert wurde. Der BVMed vertritt im Hilfsmittel- und Homecare-Bereich sowohl die Hersteller- als auch die Leistungserbringer-Seite. „Es ist gut und wichtig, dass wir weitere Anpassungen zur Vermeidung von Fehlentwicklungen in der Hilfsmittel-Versorgung diskutieren. Ausschreibungen sind dabei aber keine Option mehr, sondern aus gutem Grund abgeschafft worden. Wir sollten die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen“, kommentiert BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Dr. Marc-Pierre Möll die aktuelle Diskussion.
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Gesundheitspolitik
VDAB zu geplanten Protesten: Verdi für Ende der flächendeckenden Versorgung
Anlässlich der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) am 5. Juli 2023 in Friedrichshafen fordert Verdi mit der Abschaffung des privaten Unternehmertums unter dem Motto „Kein Weg zu weit für gute Pflege“ das Ende der flächendeckenden Versorgung. Unter dem Deckmantel, man wolle gemeinsam für Verbesserungen einstehen, wird gefordert, die Kommerzialisierung, Deregulierung und Privatisierung zu überwinden.
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Gesundheitspolitik
GMK-Vorsitzender gegen Klinik-Ranking
Die geplante Einteilung der Kliniken in drei Qualitätslevel lehnt der Vorsitzende der Gesundheitsminister-Konferenz (GMK), Baden-Württembergs Ressortchef Manne Lucha (Grüne), ab. „Für uns ist es wichtig, dass klar ist, dass es künftig an jedem Standort hoch qualifizierte Medizin gibt – und kein Ranking“, sagte Lucha der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart.
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Gesundheitspolitik
DGOU: Lauterbach plant Krankenhausreform ohne Berücksichtigung der speziellen Unfallchirurgie
Orthopäden und Unfallchirurgen sind fassungslos: In den aktuellen Plänen der Bundesregierung zur Krankenhausreform soll die spezielle Traumatologie nicht berücksichtig werden – trotz der hohen Zahl stationärer Behandlungen nach Unfällen. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) verweist deshalb auf ihre erfolgreichen Strukturen der Qualitätsinitiative TraumaNetzwerk DGU®, mit denen es gelungen ist, die Sterblichkeit nach schweren Unfällen zu senken und fordert deren Einbettung. Um auch in Zukunft die Schwer- und Mehrfachverletzten auf Spitzenniveau behandeln zu können, bedarf es einer zusätzlichen Leistungsgruppe „Spezielle Traumatologie“ im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie. „Ein Schulkind, das durch ein Auto schwerverletzt wird, muss genauso hochkompetent behandelt werden wie ein älterer Mensch mit Oberschenkelhalsbruch. Die Versorgung muss schnell, wohnortnah und auf höchstem medizinischen Niveau erfolgen. Denn es hängt entscheidend von der Qualität der unfallchirurgischen Behandlung ab, ob ein Mensch wieder in sein normales Leben zurückfindet oder dauerhaft von Schmerzen, Bewegungseinschränkung und Berufsunfähigkeit geplagt wird“, sagt der stellvertretende DGOU-Präsident Prof. Dr. Steffen Ruchholtz.
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Medizin
Preis der Deutschen Leberstiftung – CRISPR/Cas in der Therapie der Hämochromatose
Jedes Jahr wird eine wegweisende Arbeit mit dem Preis der Deutschen Leberstiftung ausgezeichnet. 2023 geht der Publikations-Preis der Deutschen Leberstiftung an eine Veröffentlichung, die sich mit dem Einsatz der CRISPR/Cas-Technologie zur Reparatur der C282Y-Mutation bei Hämochromatose beschäftigt, um die Erbkrankheit mit Hilfe einer gezielten Genkorrektur zu behandeln. Dieser Forschungsansatz könnte auch eine Behandlungsmöglichkeit für andere angeborene Erkrankungen sein, deren Ursache ein einzelnes schadhaftes Gen ist.
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COPD
COPD: Bei Exazerbation an Triple-Therapie denken
Exazerbationen sind bei der chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) häufig mit Mortalität verbunden und deshalb ist es so wichtig, dass dies bei der Behandlung berücksichtigt wird. Bei einer Exazerbation sollte neben der Kombination aus LAMA/LABA auch ICS (inhalatives Kortikosteroid) eingesetzt werden.
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Diabetologie
Neue Entwicklungen in der Diabetestherapie
Neue Wirkstoffe in der Diabetestherapie und der derzeitige Stand der Stammzellforschung – das waren unter anderem die Themen einer Pressekonferenz.
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Gesundheitspolitik
Prozesse gegen Impfstoffhersteller BioNTech und AstraZeneca beginnen
Gleich zwei Gerichte beschäftigen sich ab Montag mit Schadenersatzklagen gegen Hersteller von Corona-Impfstoffen. Das Landgericht im baden-württembergischen Rottweil (13.30 Uhr) verhandelt die Klage eines 58-Jährigen wegen eines gesundheitlichen Schadens, den dieser auf eine Corona-Impfung von BioNTech zurückführt. Der Mann wirft dem Pharmakonzern vor, dass er infolge der Corona-Impfung unter einer massiven Sehkraft-Verschlechterung auf dem rechten Auge leide. Er verlangt 150.000 Euro Schmerzensgeld. Zudem soll festgestellt werden, dass BioNTech zum Ersatz von möglichen materiellen Schäden verpflichtet wird.
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Gesundheitspolitik
Stiftung Patientenschutz gegen Verschieben von Sterbehilfe-Entscheid
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat sich gegen ein Verschieben der vorgesehenen Parlamentsabstimmung zur Sterbehilfe gewandt. Es sei richtig und wichtig, dass der Bundestag jetzt über eine mögliche gesetzliche Regelung der Suizidbeihilfe entscheide, sagte Vorstand Eugen Brysch. „Eine Verschiebung wird keine neuen Erkenntnisse für die Bundestagsabgeordneten bringen. Denn im Kern hat jedes Mitglied abzuwägen, ob die vorgesehenen Pflichtberatungen die Selbstbestimmung der Sterbewilligen schützen können.“
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Gesundheitspolitik
Lauterbach erwartet Einigung auf Klinik-Eckpunkte bis 10. Juli
Im Ringen um eine Neuaufstellung der Kliniken baut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach trotz weiter strittiger Fragen auf eine baldige Verständigung mit den Ländern. Man sei viel weiter gekommen, sagte der SPD-Politiker nach gemeinsamen Beratungen am Donnerstag in Berlin. „Es sind noch ein paar Punkte offen, aber in den wichtigsten Punkten sehe ich doch mehr Gemeinsamkeit als Konflikt.“ Vorgesehen seien nun noch weitere Gespräche bei der Gesundheitsministerkonferenz in der kommenden Woche und dann eine abschließende Runde am 10. Juli auch mit den Koalitionsfraktionen.
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Gesundheitspolitik
Tödliche Erkrankung: Arzneimittelsicherheit hat laut BSG Vorrang
Versicherte haben bei einer regelmäßig tödlich verlaufenden Krankheit keinen Anspruch auf die Versorgung mit einem Arzneimittel, das die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) zur Behandlung dieser Erkrankung nicht zugelassen hat. Das hat das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschieden.
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Medizin
Zulassung von Mavacamten zur Behandlung der symptomatischen hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie
Die Europäische Kommission hat die Zulassung von Mavacamten (2,5 mg-, 5 mg-, 10 mg- und 15 mg-Kapseln) zur Behandlung der symptomatischen (New York Heart Association Klassifizierung, NYHA, Klasse II–III) hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie (HOCM) bei erwachsenen Patient:innen erteilt. Damit ist Mavacamten der erste allosterische, reversible und selektive kardiale Myosin-Inhibitor, der ursächlich auf die zugrundeliegenden Pathomechanismen der HOCM zielt und in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zugelassen ist. Die Zulassung von Mavacamten basiert auf positiven Wirksamkeits- und Sicherheitsergebnissen aus den beiden Phase-III-Studien EXPLORER-HCM und VALOR-HCM.
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Medizin
DGS-Umfrage: Zwischenergebnis zeigt hohe Bereitschaft bei Ärzt:innen zu Suizidassistenz
Von 444 Ärzt:innen befürworten rund 82% den ärztlich assistierten Suizid – ca. 18% lehnen die Unterstützung beim Sterben gänzlich ab. So lautet das Zwischenergebnis einer Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) zum ärztlich assistierten Suizid. Seit September 2022 ist die Umfrage online. Noch bis September 2023 können Ärzti:nnen teilnehmen. Besonders für Palliativpatient:innen, deren Versorgung nicht erfolgreich war, sowie für chronisch Erkrankte ist die Bereitschaft zum ärztlich assistierten Suizid hoch.
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Influenza
Influenza-Impfung: Menschen ab 60 profitieren von Hochdosis-Impfstoff
Ältere Menschen haben durch eine Influenza-Infektion ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe und Komplikationen. Speziell für Menschen ab 60 Jahren wurde der 1. und einzige 4-fach hochdosierte tetravalente Influenza-Impfstoff entwickelt, der nunmehr seit 2 Jahren zugelassen ist. Die Evidenz aus klinischen Studien und die Erfahrungen mit dem von der STIKO empfohlenen Hochdosis-Impfstoff im klinischen Alltag sind gut. Dennoch ist die Influenza-Impfrate in Deutschland nach wie vor zu niedrig.
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Medizin
Kreuz-/Rückenschmerzen: Praxisalltag vs. Nationale VersorgungsLeitlinie
Die Zahl der Patient:innen, die unter akuten Kreuz-/Rückenschmerzen leiden, befindet sich seit Jahren auf einem hohen Niveau (1). Der Nationalen VersorgungsLeitlinie „Nicht-spezifischer Kreuzschmerz“ zufolge sollen diese in erster Linie mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) behandelt werden (2). Die Praxis zeigt allerdings auch, dass auf diese Weise einem Großteil der Betroffenen nicht adäquat geholfen werden kann, so PD Dr. med. Michael A. Überall, Nürnberg. Aktuelle Studienergebnisse, die auf einem Symposium im Rahmen des Deutschen Schmerz- und Palliativtags präsentiert wurden, weisen nun für das Muskelrelaxans Pridinol im Vergleich zu NSAR eine hochsignifikant überlegene Wirksamkeit bei signifikant besserer Verträglichkeit nach (3, 4).
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News
Zeckenbiss
2022: über 135.000 Borreliose-Neudiagnosen bei der GKV gemeldet
Veränderte klimatische Bedingungen begünstigen die Ausbreitung von Zecken als Überträger von Infektionskrankheiten. Trotz leichtem Rückgang der Lyme-Borreliose-Inzidenz von 8% im Vergleich zum Vorjahr weisen die Bundeländer Sachsen, Thüringen und Bayerns eine besonders hohe Diagnoseprävalenz auf.
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Medizin
Zeckenbiss
2022: über 135.000 Borreliose-Neudiagnosen bei der GKV gemeldet
Veränderte klimatische Bedingungen begünstigen die Ausbreitung von Zecken als Überträger von Infektionskrankheiten. Trotz leichtem Rückgang der Lyme-Borreliose-Inzidenz von 8% im Vergleich zum Vorjahr weisen die Bundeländer Sachsen, Thüringen und Bayerns eine besonders hohe Diagnoseprävalenz auf.
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Medizin
Hirnstamm-Screening bei Schlaganfall-Patient:innen: Mit Ultraschall frühzeitig Post-Stroke-Depressionen erkennen
Depressionen gehören zu den häufigsten Komplikationen eines Schlaganfalls. Bisher konnte man nicht sicher voraussagen, welche Patient:innen eine sogenannte Post-Stroke-Depression entwickeln werden. Jetzt gibt es jedoch Hinweise darauf, dass es dafür einen Risikofaktor geben könnte, den man per Ultraschall ermitteln kann. Aktuelle sonografische Untersuchungen der ersten hierzu geführten prospektiven Studie „PROMoSD“ zeigen bei einigen Schlaganfallpatient:innen Veränderungen am Hirnstamm, die mit einer deutlichen Erhöhung des Post-Stroke-Depressionsrisiko einhergehen. Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) begrüßt diese vielversprechenden Erkenntnisse. Im Rahmen eines Hirnstamm-Screenings könnten Risikopatient:innen in Zukunft frühzeitig erkannt und behandelt werden. Das schonende Verfahren ist leicht durchzuführen, flächendeckend verfügbar und kostengünstig.
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Medizin
Wie Ernährung die Rheumatherapie unterstützen kann
Gibt es eine Ernährungsweise, die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen entgegenwirkt? Und gibt es umgekehrt Nahrungsmittel, die Rheuma-Erkrankte besser nicht zu sich nehmen sollten? Empfehlungen zu diesen Fragen füllen viele Buch- und Internetseiten. Wissenschaftliche Belege dafür, dass die Rheumaaktivität sich über die Ernährung beeinflussen ließe, sind dagegen rar. Der Nutzen von Ernährungsinterventionen ist daher auch in Fachkreisen umstritten. Expert:innen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e. V. (DGRh) haben sich nun des Themas angenommen, Studien ausgewertet und daraus wissenschaftlich fundierte Empfehlungen abgeleitet. Die überzeugendsten Belege gibt es demnach für den Nutzen einer mediterranen Ernährung.
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Medizin
Neuropathien bei Diabetes: Welche Rolle spielt der Vitamin-B1-Status?
Etwa jeder dritte Diabetes-Patient entwickelt eine Neuropathie. Diese kann ausgeprägte Schmerzen und Missempfindungen sowie schmerzlose Ulzera an den Füßen nach sich ziehen. Experten betonten beim Diabetes Kongress die Bedeutung eines multimodalen Therapieansatzes, der die komplexe Pathogenese der Erkrankung berücksichtigt. Dabei scheint die Vitamin-B1-Versorgung eine wichtige Rolle zu spielen.
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