News | Beiträge ab Seite 15
Gesundheitspolitik
DAK: Hunderttausende Kinder als Passivraucher in Autos
Mehr als 750.000 Kinder und Jugendliche werden nach Zahlen der Krankenkasse DAK in privaten Autos mit Zigarettenrauch belastet. 10,9% der Schulkinder sind oft oder sehr oft Tabakrauch im Auto ausgesetzt, rund 36% manchmal, wie aus dem DAK-Präventionsradar hervorgeht. Das Kieler Institut für Therapie-und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) befragte dazu im Schuljahr 2024/2025 mehr als 26.500 Schüler:innen in 14 Bundesländern. Ein weiteres Ergebnis: Kinder und Jugendliche mit einem niedrigen sozialen Status fahren häufiger in einem privaten Auto mit, in dem geraucht wird, als Minderjährige aus höheren sozialen Schichten.
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Medizin
Deutschland-Barometer Depression 2025: 78% der Betroffenen informieren sich online
Die digitale Welt hat sich zu einer zentralen Informationsquelle für viele Menschen – auch im Gesundheitsbereich – entwickelt. Die Auswertung des Deutschland-Barometer Depression 2025 zeigt: 78% der tatsächlich von Depressionen Betroffenen informieren sich online über ihre Erkrankung. Zudem hat sich fast jeder zweite Erwachsene in Deutschland bereits online über Depressionen informiert – unabhängig davon, ob er selbst erkrankt ist oder nicht.
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Medizin
Neue Umfrage zeigt deutliche Lücken in der FSME-Aufklärung und hohen Bedarf an Impfprävention
Der Aufklärungsbedarf über das Zeckenstichrisiko und Vorsorgemaßnahmen ist hoch, wie eine aktuelle Umfrage [1] zeigt: Ein Großteil der Befragten wurde bereits von Zecken gestochen. Dabei weiß fast ein Viertel nicht (23%), ob sie in einem Risikogebiet für die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) leben – und das, obwohl sich die Mehrheit der Befragten häufig in der Natur aufhält. Eine vollständige Impfung bietet laut Robert Koch-Institut (RKI) den zuverlässigsten FSME-Schutz [2]: Es wird empfohlen, jeden Praxisbesuch für die Überprüfung und gegebenenfalls Vervollständigung des Impfstatus zu nutzen [2].
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Gesundheitspolitik
Patientenschützer fordert genug Sprechstunden
Für schnellere Facharzttermine in Deutschland sieht die Deutsche Stiftung Patientenschutz auch die Ärzt:innen selbst gefordert. Vertraglich zugesichert seien wöchentlich 25 Stunden Präsenzzeiten für Kassenpatient:innen, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Diese müssten auch eingehalten werden. Die Patient:innen stattdessen in Krankenhäusern behandeln zu lassen, gehe wegen deren Überlastung dagegen an der Realität vorbei.
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Adipositas
Adipositas ist nicht heilbar, aber immer besser behandelbar
Die medikamentöse Adipositas-Behandlung muss Kassenleistung werden. Das fordert die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in einem im Januar 2026 veröffentlichten Policy Brief [1]. Und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont in einer im Dezember 2025 veröffentlichten Leitlinie, dass GLP-1-Therapien und verwandte Medikamente eine wichtige Innovation zur Behandlung von Patient:innen mit Adipositas sind [2]. Dies kommen jedoch (noch) nicht bei den Patient:innen an: In einer Umfrage äußerte die Mehrheit den Wunsch nach Zugang zur modernen Adipositas-Medizin [3].
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Medizin
Warum Pilze vermehrt zu Krankheitserregern des Menschen werden könnten
Im Zuge des globalen Wandels und den damit verbundenen steigenden Temperaturen nehmen Pilzinfektionen weltweit zu und bedrohen Nutzpflanzen, Wildtiere und zunehmend auch die menschliche Gesundheit. Viele Pilzarten sind völlig harmlos und erfüllen wichtige ökologische Funktionen, wie die Zersetzung organischer Stoffe und die Freisetzung von Nährstoffen in den Boden, als Symbionten vielzelliger Organismen übernehmen sie nützliche Funktionen für den Wirt. Auf der anderen Seite sind einige Arten sogenannte opportunistische Krankheitserreger des Menschen: Insbesondere bei einem geschwächten Immunsystem können solche Pilze den Körper befallen und schwere, sogar lebensbedrohliche Infektionen verursachen.
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Gesundheitspolitik
Weniger Steuern auf Arzneien, mehr auf Tabak
Die Krankenkasse DAK-Gesundheit schlägt angesichts drohender neuer Finanzlücken bei den gesetzlichen Krankenversicherungen im nächsten Jahr eine Erhöhung der Steuern auf Tabak und Alkohol vor. Damit sollte eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel und Hilfsmittel von 19% auf 7% finanziert werden, wie ein Stufenplan der Kasse vorsieht. Für die Ausgaben der Krankenkassen sollte außerdem bis zum Ende der Wahlperiode 2029 festgelegt werden, dass sie nur im Einklang mit den Einnahmen steigen.
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Medizin
Neue medizinische Leitlinie zu Hallux valgus
Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) präsentiert neue Behandlungsrichtlinien zum Hallux valgus. Die sogenannte Ballenzehe an der Fußinnenseite gehört zu den häufigsten Fußerkrankungen: Sie behindert die Mobilität und wird mit der Zeit immer auffälliger.
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Gesundheitspolitik
Zum Facharzttermin in sechs Wochen: Warken gelobt Besserung
Patient:innen müssen immer länger auf einen Facharzttermin warten. Die Wartezeiten sind nach aktuellen Zahlen auf sechs Wochen im Schnitt angestiegen. Der Ruf nach Verbesserungen wird lauter. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verspricht den Versicherten künftig schnellere Termine bei tatsächlichem Bedarf. „Wenn ein schneller Termin medizinisch notwendig ist, so soll er auch gewährt werden“, sagte Warken in Berlin.
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Bioökonomie
Algen für die Wundheilung
In Medizin, Pharmazie und Kosmetik werden immer mehr biologisch aktive Verbindungen aus natürlichen Quellen genutzt. So wird auch die Behandlung chronischer Wunden durch Flüssigkeit-absorbierende Materialien wie Hydrokolloide aus Algen bereichert. Die Studienlage mit Blick auf den Nutzen ist noch unübersichtlich.
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Gesundheitspolitik
CDU gegen Zahnarztkosten-Vorstoß
Der Vorschlag des CDU-Wirtschaftsrats nach Streichung der Krankenkassen-Zahnarzt-Bezahlung wird in der CDU bis in die Führung hinein breit abgelehnt. „Einzelne Vorschläge wie die jüngste Debatte um die Zahnarztkosten sind nicht zielführend“, sagte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann dem „stern“. CDU-Gesundheitsministerin Nina Warken stellte fest: „Die Forderung, Zahnbehandlungen aus dem Leistungskatalog der GKV zu streichen, wird nicht umgesetzt.“ Bereits der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer hatte gesagt: „Derartige Pläne gibt es in der Bundesregierung nicht.“
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Medizin
Neue Studiendaten zur Gentherapie bei Sichelzellkrankheit und Beta-Thalassämie bei Kindern
Auf der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) wurden erstmals klinische Daten zur Gentherapie mit Exagamglogene autotemcel (Exa-cel) bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren mit schwerer Sichelzellkrankheit (SCD) oder transfusionsabhängiger Beta-Thalassämie (TDT) präsentiert. Zudem wurden Follow-up-Daten aus Studien mit Patient:innen ab zwölf Jahren vorgestellt. Exa-cel ist eine nicht-virale, ex vivo, auf CRISPR/Cas9-Geneditierung basierende Zelltherapie für geeignete Patient:innen mit SCD oder TDT, bei der die Patienten-eigenen hämatopoetischen Stamm- und Vorläuferzellen in der erythroid-spezifischen Enhancer-Regiondes BCL11A-Gens durch einen präzisen Doppelstrangbruch editiert werden.
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Medizin
Digitale Technologien bei Schizophrenie: Neue Erkenntnisse zur Diagnostik
Forscher:innen am Institut für Systemische Neurowissenschaften der Medizinischen Universität Innsbruck zeigen in einer systematischen Übersichtsarbeit das ungenutzte Potenzial digitaler Technologien bei Schizophrenie. Sie erklären, wie Smartphones und Wearables die Diagnostik und Vorhersage von Schizophrenie-Spektrum-Störungen revolutionieren könnten und wo die aktuellen Grenzen liegen. Das Fachjournal npj Digital Medicine hat die Studie kürzlich veröffentlicht [1].
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Ernährung und Lebensstil
Versorgungsprobleme an der Wurzel packen mit Value-Based Care
Im deutschen Gesundheitssystem wird viel Geld ausgegeben, trotzdem liegt die mittlere Lebenserwartung EU-weit nur im Mittelfeld. Ein Grund dafür sind systematische Fehlanreize. Kann ein neuer sektorenunabhängiger Versorgungsbereich, der sich an Value-based Healthcare orientiert, dieses Dilemma beheben? Vieles spricht dafür, wie die Diskussion eines Impulspapiers beim Kongress des Bundesverbands Managed Care (BMC) in Berlin zeigte.
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Gesundheitspolitik
Push-Mitteilungen bei E-Patientenakten geplant
Die neuen elektronischen Patientenakten (ePA) sollen für Versicherte attraktiver werden. Ab Herbst soll es in der App eine Funktion mit Push-Benachrichtigungen geben, wie das Bundesgesundheitsministerium auf eine Kleine Anfrage der Grünen antwortete. „Dadurch erhalten Versicherte umgehend die Information zu neuen Dokumenten und Inhalten in ihrer ePA und können sich aktiv damit befassen.“ Ab Jahresende soll für Ärzt:innen außerdem eine Volltextsuche verfügbar sein, was einen großen Mehrwert im Praxisalltag biete.
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Ernährung und Lebensstil
Prävention: Gesund leben einfach machen – aber wie?
Zehn Jahre nach dem Inkrafttreten des Präventionsgesetzes ist die Bilanz ernüchternd. Im aktuellen Public Health Index (PHI) landete Deutschland im Vergleich mit anderen europäischen Ländern auf den hinteren Plätzen. Das Thema hat großen Rückhalt in Politik und Bevölkerung. Warum sind die Ergebnisse dann so schlecht? Dieser Frage gingen die Teilnehmer:innen einer Podiumsdiskussion auf dem Kongress des Bundesverbands Managed Care e.V. (BMC) in Berlin nach.
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Medizin
Geschlechtersensible Medizin: Luxus oder Notwendigkeit?
Frauen und Männer sind anders krank. Diese klinisch sehr relevanten Unterschiede beeinflussen die Versorgung maßgeblich. Das macht das Geschlecht zu einem zentralen medizinischen Faktor und eine geschlechtersensible Medizin unverzichtbar.
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Medizin
Studie validiert nicht-invasive Blutzuckermessung per Laser
In einer klinischen Studie am Institut für Diabetes-Technologie in Ulm wurde nachgewiesen, dass der Blutzucker mithilfe einer neuen Lasertechnologie nicht-invasiv gemessen werden kann. Dabei zeigte sich, dass die Methode ein vergleichbares Niveau wie kommerziell zugelassene Geräte erreicht.
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Gesundheitspolitik
500 Millionen für Postinfektions-Erkrankungen
Die Bundesregierung will gemeinsam mit der Wissenschaft und Betroffenenvertreter:innen die Erforschung von Folgeerkrankungen von Infektionen vorantreiben. Forschungsministerin Dorothee Bär rief dazu gemeinsam mit Expert:innen in Berlin eine sogenannte nationale Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen aus. Die CSU-Politikerin kündigte für die kommenden zehn Jahre Forschungsmittel in Höhe von 500 Millionen Euro aus dem laufenden Haushalt ihres Ministeriums an.
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Medizin
Neue Leitlinie zu Narkolepsie soll Versorgung verbessern
Plötzliche Einschlafattacken am Tag, eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit, ein gestörter Nachtschlaf oder ein schlagartiger Verlust der Muskelspannung bei starken Emotionen: Narkolepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, die oft erhebliche Auswirkungen auf Alltag, Schule, Beruf und soziale Teilhabe hat. Betroffen sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. Da es sich um eine seltene Erkrankung handelt, wird sie häufig spät erkannt und ist vielen Mediziner:innen außerhalb spezialisierter Zentren nur eingeschränkt vertraut.
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