News | Beiträge ab Seite 201
Gesundheitspolitik
Datenschatz im Gesundheitsbereich soll in der EU gehoben werden
EU-Bürger sollen ihre Gesundheitsdaten künftig ganz einfach in allen Ländern der Europäischen Union nutzen können. Die EU-Kommission präsentierte dazu einen Vorschlag, wonach ein „Europäischer Gesundheitsdatenraum“ geschaffen werden soll. Patientinnen und Patienten könnten ihre Krankengeschichte, Testergebnisse oder Verschreibungen dann mit Krankenhäusern und Ärzten in der gesamten EU teilen, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides in Straßburg. EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas sagte: „Das ist revolutionär.“
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Gesundheitspolitik
Abtreibungsrecht: Tausende demonstrieren in New York
Tausende Menschen haben in der US-Metropole New York gegen die möglicherweise drastische Einschränkung des Abtreibungsrechts demonstriert. Menschenmassen füllten am Dienstag den Foley Square in Downtown Manhattan – die Teilnehmer signalisierten mit grünen Kleidern ihre Unterstützung für weibliche Selbstbestimmung. Auf Plakaten stand unter anderem „Frauenfeindlichkeit tötet mehr Menschen als Abtreibung“ oder „Stoppt den Krieg gegen Frauen“.
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Gesundheitspolitik
Kasse entsteht Millionenschaden durch betrügerische Pflegedienste
Betrügerische ambulante Pflegedienste haben bei der KKH Kaufmännischen Krankenkasse im vergangenen Jahr einen Millionenschaden verursacht. Die Pflegedienste erschwindelten sich nach Angaben der Kasse knapp 3,4 Millionen Euro zulasten der Kranken- und Pflegeversicherung. Insgesamt sei im vergangenen Jahr der KHH ein Schaden von 4,7 Millionen Euro durch Abrechnungsbetrug entstanden – so viel wie in keinem Jahr zuvor. Die KKH gehört mit mehr als 1,6 Millionen Versicherten bundesweit zu den größten gesetzlichen Krankenkassen.
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Gesundheitspolitik
EU-Parlament will strengere Grenzwerte für gefährliche Chemikalien
Die Grenzwerte für bestimmte besonders schädliche Chemikalien in Abfällen sollen in der EU gesenkt werden. Das EU-Parlament hat am Dienstag in Straßburg einem entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission zugestimmt, aber gleichzeitig noch strengere Werte für einige Stoffe vorgeschlagen. Dabei geht es beispielsweise um Perfluoroctansäure (PFOA), die den Angaben zufolge etwa in wasserdichten Textilien und Feuerlöschschaumstoffen enthalten ist.
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Praxismanagement
Homeoffice in der Arztpraxis?
Terminvorbereitung durch Zusendung von digitalen Anamnese- und Aufklärungsbögen, Patientenaufnahme in der Praxis – dies sind nur einige, aber doch wesentliche Aufgaben, die MFA in der Praxis übernehmen. Diese Aufgaben sind standardisiert und können mit der richtigen Software auch im Homeoffice von den MFA erledigt werden. Dies unterstützt in Zeiten von Corona die notwendigen Kontaktbeschränkungen in der Praxis und erhöht somit die Sicherheit von Mitarbeiter:innen und Patient:innen. Darüberhinaus ist es eine Lösungsmöglichkeit mit dem Mangel an medizinischen Fachangestellten auf dem deutschen Arbeitsmarkt umzugehen, da Homeoffice zunehmend attraktiver wird.
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Medizin
DGIM: Wie Datenschutz in Deutschland Patient:innen gefährdet
Deutschland steht bei der Digitalisierung des Gesundheitssystems weit hinter anderen Ländern zurück. Der Bedarf an Weiterentwicklung und Anpassung ist mittlerweile auf allen Ebenen – IT-technologisch, organisatorisch, rechtlich – höchst dringlich. Besonders deutlich wird das beim Blick auf den aktuell in Deutschland praktizierten Datenschutz – der mitunter buchstäblich Menschenleben gefährdet, weil etwa der Austausch wichtiger Patient:innendaten zwischen Klinikabteilungen oder die Auswertung von Daten zu Studienzwecken erschwert oder verhindert werden. Auf der Pressekonferenz anlässlich des 128. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) am 2. Mai 2022 diskutieren Kongress-Präsident Markus M. Lerch, der Vorstandsvorsitzende der Charité Heyo K. Kroemer, der Moderator und Wissenschaftsjournalist Eckart von Hirschhausen und die Sprecherin der Jungen DGIM Anahita Fathi über die dringlichsten „Baustellen“ der digitalen Transformation, aber auch über damit verbundene Chancen und Herausforderungen für Patient:innen und Ärzteschaft.
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Gesundheitspolitik
Krankenkasse startet Informationsportal zur Digitalisierung für Versicherte
Die Mobil Krankenkasse und das Beratungs- und Schulungsunternehmen DG Digitales Gesundheitswesen haben sich darauf verständigt, ein Informationsportal zu entwickeln, das zur Förderung der digitalen Gesundheitskompetenz von Versicherten beiträgt. Geplant ist eine Lösung, die auch von anderen Krankenversicherungen genutzt werden kann, um den Wissensstand bei den Versicherten nachhaltig zu erhöhen und den gesetzlichen Qualifizierungsverpflichtungen von Krankenkassen im Zusammenhang mit dem Paragrafen 20k SGB V gerecht zu werden.
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Medizin
Impflücken bei Pertussis und Herpes zoster schließen
Die Impfkampagne gegen COVID-19 ist eine der größten in der Geschichte der Menschheit. Trotz mancher Lücken ist sie ein Erfolg. So liegt hierzulande die Quote für die Grundimmunisierung bei den ab 60-Jährigen bei 88,7% (1). Gleichzeitig hat sich die Kampagne trotz leichter Zuwächse noch nicht so positiv wie erhofft auf andere von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Impfungen für die Altersgruppe, wie gegen Pertussis oder Herpes zoster ausgewirkt (2). Wie sich dieses Bild ändern und eine höhere Durchimpfung erreichen lassen kann, darüber diskutierten Expert:innen auf dem 128. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e.V. (DGIM).
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Medizin
Quo vadis, Digitalisierung der Medizin?
Die Digitalisierung der Medizin hat das Potential, die medizinische Versorgung zu revolutionieren. Das erklärte Ziel der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin e. V. (DGIM) als größte medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft in Europa ist deshalb, die Digitalisierung aktiv mitzugestalten und voranzutreiben. Eine erfolgreiche Umsetzung kann aus Sicht der DGIM jedoch nur gelingen, wenn auch Ärzt:innen am digitalen Wandel auf allen Ebenen aktiv beteiligt sind. Neben der gestalterischen Teilhabe gehört dazu eine ausreichende digitale Kompetenz in der Breite der Ärzteschaft.
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Medizin
Bayerische Pilotstudie Vroni identifiziert 76 Kinder mit FH
Das Deutsche Herzzentrum München (DHM) veröffentlicht neue und ermutigende Zwischenergebnisse aus der bayerischen Pilotstudie Vroni zur Vorsorge und Früherkennung der „Familiären Hypercholesterinämie“ (FH). Die erbliche Stoffwechselkrankheit wurde bisher bei 76 von 8.100 getesteten Kindern festgestellt. Unbehandelt laufen sie Gefahr, als junge Erwachsene einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Die nun frühzeitig diagnostizierten jungen Patient:innen – und ihre ebenfalls betroffenen Elternteile oder Geschwister – können an einem speziellen Schulungs- und Behandlungsprogramm teilnehmen, das großes Leid verhindern kann.
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Herzinsuffizienz
Herzinsuffizienz: Wie werden Komorbiditäten Leitlinien-gerecht behandelt?
Komorbiditäten bei Herzinsuffizienz, Behandlungsstrategien nach den ESC-Leitlinien 2021, Erfassung der Lebensqualität sowie körperliches Training – das waren die Themen eines Symposiums im Rahmen der 88. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK).
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Gesundheitspolitik
Kein neuer Corona-Toter gemeldet – Nullwert liegt an Meldepraxis
Erstmals seit September 2020 haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) keinen einzigen neuen Corona-Todesfall binnen 24 Stunden übermittelt. Allerdings melden derzeit – anders als in der ersten Phase der Pandemie – nur wenige Bundesländer am Wochenende neue Fälle, die Daten werden später nachgereicht. Die RKI-Zahlen von Montag zu Todesfällen sind also wenig aussagekräftig. Zur Einordnung: Im Mittel der vergangenen 7 Tage wurden 182 Todesfälle pro Tag an das RKI gemeldet. Dass kein einziger Corona-Toter innerhalb eines Tages gemeldet wurde, war zuletzt am 21. September 2020 der Fall. Es geht um Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind.
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Gesundheitspolitik
Kretschmann warnt vor Selbstbetrug beim Schutz von Gesundheitsdaten
Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat eindringlich vor deutschem Selbstbetrug beim Umgang mit Patientendaten in der Medizin gewarnt. „Wir sind die Weltmeister im Datenschutz in Deutschland“, sagte der Grünen-Politiker am Freitag bei einem Besuch des weltgrößten Pharmakonzerns Roche im schweizerischen Basel. Das sei auch gut so, dürfe aber nicht dazu führen, dass klinische Studien ins Ausland verlegt würden. „Wenn bei uns die Standards zu hoch sind, dann geht man nach Peru – das ist ja eine Art Datenkolonialismus. Das ist Selbstbetrug und eine Selbstlüge.“ Das müsse überwunden werden.
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Gesundheitspolitik
Corona: Baltenstaaten wenden sich wegen Impfstoff-Überschuss an EU
Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben sich wegen eines sich abzeichnenden Überschusses an Corona-Impfstoff an die EU-Kommission gewandt. In einem gemeinsamen Brief riefen die Regierungschefs der 3 EU- und Nato-Länder die Brüsseler Behörde dazu auf, Gespräche mit den Herstellern aufzunehmen, um die bestehenden Lieferverträge zugunsten der EU-Mitgliedstaaten zu ändern.
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Gesundheitspolitik
Digitale Kurzsichtigkeit der Kranken- und Altenpflege?
Der wachsende Einsatz smarter Kontroll- und Monitoring-Tools in der Pflege entkoppelt diese zunehmend von ethisch-moralischen Erwägungen – das ist die Kernthese einer jetzt international veröffentlichten Analyse eines Wissenschaftlers der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems (Österreich). Die in Nursing Philosophy erschienene Argumentation legt den Rollenwandel, der sich für Pflegende durch digitales Monitoring und KI-basierende Entscheidungsprozesse ergibt, überzeugend dar: Pflegebedürftige als Menschen mit individuellen Bedürfnissen wahrzunehmen, könnte standardisierten, „smarten“ Entscheidungsprozessen zum Opfer fallen. Das Einbinden von Pflegepersonal in die Entwicklung von Kontrolltechnologien oder eine neue Definition des Pflegeberufs könnte aber Abhilfe schaffen.
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Medizin
Löst ein gestörtes Mikrobiom SLE aus?
Der menschliche Darm beherbergt ein ganzes Ökosystem von Bakterien, Pilzen, Viren und anderen Mikroorganismen. Mit bis zu 2 Kilogramm Gewicht ist diese Lebensgemeinschaft quasi ein Organ im Organ – und als solches in der Lage, die Gesundheit „seines“ Menschen zu beeinflussen. Neue Forschungen weisen dem Mikrobiom auch eine Rolle bei der Entstehung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen zu, wie die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) mitteilt.
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News
Genug getrunken?
Mehr als 107.000 Krankenhausbehandlungen wegen akutem Flüssigkeitsmangel hat das Statistische Bundesamt im Jahr 2020 registriert. Die Anzahl der Betroffenen hat sich somit innerhalb der letzten 20 Jahre verdreifacht, wie die Infografik zeigt.
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Medizin
1 Jahr Inclisiran: Update zu Management und Forschung
Die small interfering RNA (siRNA) Inclisiran ist seit dem 1. Februar 2021 in Deutschland verfügbar und damit seit etwa einem Jahr zur Behandlung von Erwachsenen mit primärer Hypercholesterinämie (heterozygot familiär und nicht-familiär) oder gemischter Dyslipidämie zusätzlich zu einer Statin-Basistherapie und/oder anderen lipidsenkenden Therapien im Einsatz. Bei einer von Novartis organisierten hybriden Fachpresseveranstaltung stellten Prof. Dr. Volker J. J. Schettler, Göttingen, und Dr. Ulrike Schatz, Dresden, praktische Erfahrungen mit der siRNA bei verschiedenen Patient:innengruppen vor (2). Dr. Schatz präsentierte zudem das Studiendesign der im April gestarteten Phase-IV-Studie VICTORION-Difference (2).
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Medizin
Immunsystem im Gehirn: Immunzellen an den Blutgefäßen reifen erst nach der Geburt aus
Was ins Gehirn gelangt und was nicht, wird streng kontrolliert. Makrophagen ummanteln die Hirnblutgefäße und verstärken die Blut-Hirn-Schranke. Diese Zellen reifen erst nach der Geburt nach einem festgelegten schrittweisen Entwicklungsprogramm vollständig aus, wie Wissenschaftler:innen vom Institut für Neuropathologie des Universitätsklinikums Freiburg gemeinsam mit einem internationalen Forschungsteam nun nachgewiesen haben (1).
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Medizin
JAKademie 2.0: Aktuelle Therapiestrategien bei rheumatoider Arthritis und Colitis ulcerosa
Chronisch-entzündliche Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis oder die Colitis ulcerosa weisen verschiedene Parallelen sowohl in ihrer Pathogenese als auch bei der Behandlung auf. Aus diesem Grund fand die diesjährige JAKademie erstmals mit einem interdisziplinären Fokus statt. Die Besonderheit: Die vielfältigen Schwerpunktthemen rund um die namensgebenden Januskinase (JAK)-Inhibitoren wurden dabei jeweils von Expert:innen aus beiden Fachbereichen beleuchtet. Ein Ansatz mit Mehrwert, denn durch die unterschiedlichen Perspektiven kristallisierten sich weitere Überschneidungen heraus.
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