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Medizin | Beiträge ab Seite 184

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Hyperhidrose: Methantheliniumbromid in der gynäkologischen Praxis erstattungsfähig

Mit der Zulassung von VAGANTIN® RIEMSER (Methantheliniumbromid) wird die Therapie der primären axillären Hyperhidrose erstattungsfähig (1). Der seit über 50 Jahren in der Therapie der Hyperhidrose bewährte Wirkstoff kann dadurch Patientinnen, die an einer primären, axillären Hyperhidrose leiden, auf Kassenrezept verordnet werden. Das systemisch wirkende, hormonfreie Anticholinergikum eignet sich sowohl zur Bedarfs- als auch Dauertherapie und erhöht die Lebensqualität der Patientinnen.

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Komplementsystem an immunvermittelter Epilepsie beteiligt

Am Krankheitsverlauf einer immunvermittelten Epilepsie ist das Komplementsystem unseres Immunsystems mitbeteiligt. Bei dieser wirkt das Immunsystem gegen Teile der eigenen Gehirnzellen und verursacht Schädigungen, die in epileptischen Anfällen resultieren können. Diese Schlussfolgerung legt eine vor Kurzem publizierte Einzelfallstudie nahe, die im Rahmen eines vom Wissenschaftsfonds FWF unterstützten Projekts durchgeführt wurde – und die wertvolle Erkenntnisse für die gezielte Behandlung des Patienten liefern konnte.

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EUROFORUM-Jahrestagung zu Biosimilars: Switches und fehlende Registerdaten

Im Rahmen der EUROFORUM-Jahrestagung „Biosimilare Antikörper in der Rheumatologie - Chancen und Herausforderungen für das Gesundheitssystem“ in Berlin wurde eine strenge Überwachung des Wirk- und Sicherheitsprofils von biologischen Nachahmerprodukten, sogenannten Biosimilars, auch nach der Marktzulassung gefordert. Switches von Original-Biologika auf Biosimilars sollten vermieden werden, so die Kernforderungen von Experten. Denn monoklonale Antikörper, wie sie in der Immunologie eingesetzt werden, zählen zu den derzeit komplexesten Biologika (1). Da exakte Kopien bei Biologika ausgeschlossen sind (2), rät Prof. Dr. Franz Hartmann, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie am Agaplesion Medizinisches Versorgungszentrum, Frankfurt am Main, bei diesen Medikamenten nur zu einem Wechsel bei laufender Therapie, wenn dieser medizinisch begründet ist. Zum Aspekt der Extrapolation von Studiendaten äußerte er Bedenken.

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Modifizierte Gallensäure nor-UDCA - Durchbruch in der Behandlung der primär sklerosierenden Cholangitis?

Einen entscheidenden Fortschritt erwartet Prof. Dr. Michael Trauner, Wien, in der Therapie der primär sklerosierenden Cholangitis (PSC) durch den Einsatz der modifizierten Gallensäure nor-UDCA. Vielversprechende Daten einer Phase-II-Studie werden in Kürze in einer Late-breaking-Session auf dem diesjährigen Internationalen Leberkongress der EASL in Barcelona präsentiert. „Wir glauben, dass dies ein Durchbruch in der Behandlung der PSC sein könnte“, so Trauner auf einem Pressegespräch im Rahmen des Symposiums 201. Auch für Patienten mit Fettleber oder mit einer primär biliären Cholangitis* (PBC), die nicht auf die Standardtherapie mit UDCA ansprechen, könnte nor-UDCA eine Option sein. Ein neuer Therapieansatz wird auch bei Colitis ulcerosa verfolgt. Retardiertes Phosphatidylcholin wirkt gezielt gegen die Störung der intestinalen Barriere, die inzwischen als zentrale pathophysiologische Ursache der Colitis ulcerosa gilt.

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Blockade von IL-8 verhindert Invasion von Entzündungszellen in die Leber

Fortgeschrittene, alkoholbedingte und oft lebensbedrohliche Lebererkrankungen könnten schon bald effektiv behandelt werden. Das belegt eine neue Forschungsarbeit des Teams um den Innsbrucker Gastroenterologen Univ.-Prof. Dr. Herbert Tilg. Die Blockade des körpereigenen Botenstoffs Interleukin-8 (IL-8) mittels synthetisch hergestellter Pepducine könnte demnach den entzündlichen Prozess der alkoholischen Fettlebererkrankung stoppen und die mit der Erkrankung verbundene hohe Mortalität senken.

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Aufklärungskampagne zur pneumokokken-bedingten Lungenentzündung

"Unverhofft kommt oft“: So heißt die neue Aufklärungskampagne des Pharmaunternehmens Pfizer, welche bundesweit auf die durch Pneumokokken verursachte Lungenentzündung aufmerksam macht. Insbesondere Menschen über 60 Jahre und Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Asthma, COPD, Diabetes oder chronischen Herzerkrankungen sind gefährdet, an dieser Infektionskrankheit zu erkranken, die schwerwiegend verlaufen kann. Um Ärzte bei der Aufklärung ihrer Patienten über Risikofaktoren für die Erkrankung und ihre Folgen zu unterstützen, stellt Pfizer im Rahmen der Kampagne Broschüren und Wartezimmerposter für Arztpraxen und Apotheken zur Verfügung.

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Dialysepatienten können von nahrungsergänzenden Kakao-Flavanolen profitieren

Ein Lichtblick für Dialyse-Patienten: Ein pflanzlicher Bestandteil, der auch in dunkler Schokolade und grünem Tee vorkommen kann, schützt ihre Gefäße. Dies ist deshalb so wichtig, weil ihr meist geschwächtes Herz-/Kreislaufsystem durch die Blutwäsche noch weiter geschädigt wird. Dass ihnen auch nahrungsergänzende Kakao-Flavanole dabei helfen, ihre Blutgefäße besser zu schützen, konnten jetzt erstmals Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) der Kliniken für Kardiologie am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) und des Universitätsklinikums Düsseldorf nachweisen.

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Schwangerschaft: PCO-Syndrom der Mutter steigert Autismus-Risiko des Kindes

Kinder von Müttern mit Polyzystischem Ovariellen Syndrom (PCOS) sind einem höheren Risiko ausgesetzt, eine Störung des autistischen Spektrums zu entwickeln, so das Ergebnis einer epidemiologischen Studie des „Karolinska Institutet“. Frauen mit PCOS haben erhöhte Androgenwerte, auch während einer Schwangerschaft. Diesen Sexualhormonen in einem frühen Lebensstadium ausgesetzt zu sein, könnte ein wichtiger Faktor für die Entwicklung von Autismus (autism spectrum disorders, ASD) bei beiden Geschlechtern sein.

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Ambroxol regt zelluläre Müllabfuhr an: Wirkmechanismus erstmals nachgewiesen

Seit mehr als drei Jahrzehnten wird der Arzneistoff Ambroxol, weithin unter dem Handelsnamen Mucosolvan bekannt, weltweit bei Husten und festsitzendem Sekret in den Atemwegen eingesetzt. Bislang war lediglich geklärt, wie der Wirkstoff Schmerzen mindert. Forscher um Professor Paul Dietl, Leiter des Instituts für Allgemeine Physiologie an der Uni Ulm, konnten nun erstmals den für die Schleimlösung verantwortlichen molekularen Mechanismus nachweisen: Ambroxol stimuliert mithilfe des Botenstoffs Kalzium (Ca2+) die Ausschleusung von Abfallprodukten aus der Zelle.

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Interview: Erste Praxiserfahrungen zum Einsatz von Spiolto Respimat bei COPD

Prof. Dr. Felix Herth ist Medizinischer Geschäftsführer und Chefarzt der Abteilung Innere Medizin - Pneumologie der Thoraxklinik, Universitätsklinikum Heidelberg. Im Interview schildert er seine ersten Erfahrungen zur Therapie mit der neuen COPD-Dauertherapie Spiolto® (Tiotropium/Olodaterol) Respimat®, die seit Mitte August in Deutschland verfügbar ist und erklärt, warum eine frühe, effektive Intervention in der COPD-Therapie so wichtig ist.

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Metabolische Azidose: Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel

Eine stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes wird metabolische Azidose genannt. Die klinische Relevanz der chronischen metabolischen Azidose (cmA) ist für Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion von besonderer Bedeutung (1). Die cmA hat nicht nur systemische Auswirkungen auf den Gesamtorganismus, sondern beeinflusst den Knochenstoffwechsel auf vielfältige Art (Abb. 1). Derzeit finden sich in der wissenschaftlichen Datenbank PubMed bereits 44.521 Arbeiten (Stand 18. Juli 2015) unter diesem Stichwort. In dieser Übersichtsarbeit werden die Auswirkungen der metabolischen Azidose auf den Knochenstoffwechsel dargestellt.
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Darmflora: Übergewicht durch Clostridium ramosum?

Eins ist mittlerweile sicher: Die Darmflora beeinflusst unser Gewicht. Die langjährige Annahme, das Verhältnis der Bakterienstämme Firmicutes zu Bacteroidetes stehe in einem Zusammenhang mit dem Body Mass Index (BMI), ist jedoch widerlegt. Jüngste Forschungsarbeiten drehen sich nun um die Frage, ob und wie Darmbakterien unseren Energiestoffwechsel - und somit unser Gewicht - beeinflussen können. Neue Erkenntnisse um das Bakterium Clostridium ramosum liefern einen vielversprechenden Ansatz.

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ARTS-HF-Studie: Drittgenerations-Mineralokortikoidrezeptor-Antagonist Finerenon zeigt geringere Gesamtmortalität und weniger Hospitalisierungen

Auf dem Europäischen Kardiologie-Kongress 2015 in London wurde die ARTS-HF-Studie mit Finerenon, einem neuen Mineralokortikoidrezeptor-Antagonisten (MRA) vorgestellt. Bei >1.000 Patienten, Durchschnittsalter 71 Jahre, mit Verschlechterung einer Herzinsuffizienz und Typ-2-Diabetes und/oder chronischer Nierenkrankheit bewirkte Finerenon zwar keine stärkere Reduktion des primären Endpunktes NT-proBNP als Eplerenon, jedoch signifikant bessere Resultate beim kombinierten sekundären Endpunkt aus Gesamtmortalität, kardiovaskulärer Hospitalisation sowie Krankenhausaufnahme wegen zunehmender Herzinsuffizienz (1).

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Fuchsbandwurm: Risiko für Leib und Leber

Bis vor einigen Jahren wurde die Infektion, die durch das Larvenstadium des Fuchsbandwurms ausgelöst wird, hauptsächlich bei Landwirten oder Jägern diagnostiziert. Doch zunehmend sind auch Städter betroffen: Als Kulturfolger passt sich der Fuchs dem Stadtleben an und hinterlässt seinen Kot, der Bandwurmeier enthalten kann und oft monatelang ansteckend bleibt, in Sandkästen oder auf Gemüsebeeten. Einmal vom Menschen - zum Beispiel durch unzureichend gewaschene Nahrung - aufgenommen, wandern die Eier vermutlich über den Zwölffingerdarm in die Leber. Der genaue Übertragungsweg ist aber noch nicht eindeutig geklärt und ob eine Person erkrankt, scheint auch genetisch bedingt zu sein. Im Falle einer Ansteckung breitet sich die potentiell tödliche Krankheit zunächst schleichend aus: Unbehandelt wird die Leber zerstört - in seltenen Fällen sind auch Lunge und Gehirn betroffen. „Oft wird die Diagnose erst nach Jahren gestellt. Patienten klagen teilweise über Oberbauchschmerzen, Gelbsucht oder bei ärztlichen Untersuchungen wird eine Raumforderung in der Leber festgestellt“, weiß Dr. Andreas Hillenbrand, Oberarzt in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie.

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Medizin-Nobelpreis für Naturstoffe: Auftrieb für die Phytomedizin

Die diesjährige Vergabe des Medizin-Nobelpreises wird in Fachkreisen als großartige Entscheidung für die Pflanzenheilkunde angesehen. Es sei bemerkenswert und ein großes Glück für das gesamte Feld der Phytomedizin, dass der Naturstoff Artemisinin durch die Preisverleihung ins Scheinwerferlicht der akademischen und der allgemeinen Öffentlichkeit gelangt, so Univ.-Prof. Dr. Thomas Efferth von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). „Das Nobelkomitee hat mit seiner Entscheidung die Naturstoffe in den Fokus gerückt und damit ein wichtiges Signal für künftige Forschungsfelder und Aufgaben gegeben“ teilte der Mainzer Wissenschaftler mit, der selbst auf dem Gebiet arbeitet.

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Kakao-Flavanole erhalten die kardiovaskuläre Gesundheit während des Alterungsprozesses

Zwei aktuell publizierte Studien in Age und dem British Journal of Nutrition (BJN) zeigen, dass Kakao-Flavanole die Herz- und Gefäßfunktion verbessern und die Beanspruchung des Herzens während des Alterungsprozesses verringert. Die Studien liefern damit neue Daten, die darauf hinweisen, dass die regelmäßige Aufnahme von Kakao-Flavanolen das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen senkt. Flavanole sind sekundäre Pflanzenstoffe der Kakaobohne, die zur Gruppe der Polyphenole gehören.

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