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Medizin | Beiträge ab Seite 56

Medizin

Zahl der Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen auf Rekordtief

Rauschtrinken kommt bei Jugendlichen offenbar immer mehr aus der Mode: Die Fälle von exzessivem Alkoholkonsum bei den 12- bis 18-Jährigen sind laut Daten der KKH Kaufmännische Krankenkasse auf ein Rekordtief gesunken. Demnach wurden 2022 bundesweit hochgerechnet rund 10.680 Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppe wegen einer akuten Alkoholvergiftung in einer Klinik behandelt. Das sind 5% weniger als 2021 und 13% weniger als 2020. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 (rund 17.950 Betroffene) wurde sogar einen Rückgang um 40,5% verzeichnet. Damit sind die Fälle von exzessivem, stationär behandeltem Alkoholkonsum bei Heranwachsenden nicht nur das 3. Jahr in Folge gesunken, sondern auch auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2006. Zum Vergleich: Der Höchstwert wurde im Jahr 2012 mit hochgerechnet rund 22.260 Fällen registriert.
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Friedreich-Ataxie: Erste Therapie verfügbar

Mit Omaveloxolon wurde die erste und bisher einzige Therapie für Menschen mit Friedreich-Ataxie (FA) ab einem Alter von 16 Jahren in Deutschland eingeführt (1, 2). Die FA ist eine seltene Multisystemerkrankung und die häufigste Form der erblichen Ataxien (3). Unbehandelt haben die meisten Menschen mit FA eine durchschnittliche Lebenserwartung von 37 Jahren und sind ca. 10 bis 15 Jahre nach Auftreten erster Symptome auf einen Rollstuhl angewiesen (4, 5). Omaveloxolon kann das Fortschreiten der Erkrankung signifikant verlangsamen und das Ausüben von Alltagsfähigkeiten verbessern (6). Für Menschen mit FA kann dies zu einer besseren Lebensqualität und Selbstständigkeit führen.
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COVID-19: Rheuma-Medikamente könnten zu milderem Verlauf führen

Entgegen früherer Befürchtungen erkranken Rheuma-Patient:innen bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht schwerer an COVID-19 als andere Menschen in Deutschland. Einige zur Basistherapie eingesetzte Medikamente könnten den Verlauf sogar günstig beeinflussen. Dies zeigt eine Analyse des COVID-19-Rheuma.de-Registers der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), die jetzt publiziert wurde (1).
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Tryptophan: Potentieller neuer Biomarker zur Erkennung von Entzündungserkrankungen

Bei Menschen mit chronischen Darmentzündungen wird die essentielle Aminosäure Tryptophan deutlich stärker als bei Gesunden verbraucht. Das haben vorangegangene Forschungsarbeiten, auch unter Beteiligung von Mitgliedern des Exzellenzclusters „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI), gezeigt. Weitere Studien konnten dies ebenfalls bei einzelnen anderen Entzündungskrankheiten finden. Nun haben Forschende des PMI-Clusters in einer systematischen Analyse zeigen können, dass dieser Tryptophanverbrauch als Folge der Entzündung bei einer Vielzahl chronischer Entzündungserkrankungen vorliegt. Ihre Ergebnisse haben die Forschenden vor kurzem im Fachjournal eBioMedicine veröffentlicht (1).
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Gedächtnistest per Smartphone kann Vorzeichen von Alzheimer erkennen

Mit speziellen Testaufgaben auf dem Smartphone lassen sich leichte kognitive Beeinträchtigungen (MCI), die auf eine Alzheimer-Erkrankung hindeuten können, mit hoher Genauigkeit erkennen. Das berichten Forschende des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in einer Studie (1). Die Ergebnisse unterstreichen das Potenzial mobiler Apps für die Alzheimer-Forschung, klinische Studien und die medizinische Routineversorgung. Die hier untersuchte App wird inzwischen Arztpraxen angeboten, um die Früherkennung von Gedächtnisproblemen zu unterstützen.
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Zulassungsempfehlung für Bimekizumab zur Behandlung von Erwachsenen mit aktiver mittelschwerer bis schwerer Acne inversa

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat eine positive Stellungnahme abgegeben, in der er die Erteilung der Marktzulassung für Bimekizumab in der EU für die Behandlung von aktiver mittelschwerer bis schwerer Hidradenitis suppurativa (HS; Acne inversa) bei Erwachsenen empfiehlt, die auf eine konventionelle systemische HS-Therapie nicht ausreichend ansprechen. Im Falle einer Zulassung ist Bimekizumab der erste IL-17A- und IL-17F-Inhibitor in der EU für die Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer HS.
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Schilddrüsendiagnostik per Ultraschall – Sonografische Abklärung statt invasiver Eingriffe

Schilddrüsenerkrankungen gehören zu den Volkskrankheiten: Neben Funktionsstörungen der Hormondrüse, die rund jeden 3. Erwachsenen betreffen (1), sind auch Knotenbildungen ausgesprochen häufig. Sie lassen sich bei mehr als der Hälfte aller Erwachsenen nachweisen (2). Oft werden die knotigen Veränderungen durch Zufall entdeckt, bereiten keinerlei Beschwerden und sind in den allermeisten Fällen harmlos. Um schnell diagnostische Sicherheit zu erlangen, ist eine Untersuchung mit hochauflösendem Ultraschall unverzichtbar. Wie die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) mitteilt, gilt dies sowohl für die erste optische Beurteilung der Knoten als auch für eine Punktion, die unter Ultraschallkontrolle zielgerichteter und sicherer erfolgen kann.
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Thrombosen früher erkennen: Ortsunabhängige Venenfunktionsmessung

Mit Hilfe eines kleinen Sensors frühzeitig Schäden an den tiefen Beinvenen erkennen und schwerwiegende Folgen vermeiden: veinXam des Fraunhofer IGD macht das möglich. Die Lösung überwacht die Venenfunktionen ortsunabhängig, indem Sensoren kontinuierlich den Blutfluss in den tiefen Beinvenen messen. Das System lässt sich auch in einen Kompressionsstrumpf integrieren, den viele Menschen ohnehin dauerhaft tragen müssen. Stellt das System krankhafte Veränderungen fest, sendet es eine Benachrichtigung an eine App oder bei stationären Aufenthalten an das Pflegepersonal. So können Thrombosen früher erkannt und schneller behandelt werden.
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Dynamik kardialer Biomarker nach Herzoperation: OP-Effekt oder Herzinfarkt?

Um mehr Erkenntnisse für ein effizienteres Testverfahren zu gewinnen, untersucht ein Forschungsteam des Universitären Herz- und Gefäßzentrums Hamburg die Dynamik kardialer Biomarker nach herzchirurgischen Eingriffen. Das Forschungsvorhaben „B-ACS – Biomarkers After Cardiac Surgery“ wurde mit der Dr. Rusche-Projektförderung der Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF) auf der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) ausgezeichnet.
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Gehirn aus dem 3D-Drucker kann Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen vorantreiben

In einem gemeinsamen Projekt der medizinischen Universität Wien und der TU Wien wurde das weltweit erste 3D-gedruckte „Gehirn-Phantom“ entwickelt, das dem Aufbau von Gehirnfasern nachempfunden ist und mit einer speziellen Variante von Magnetresonanztomografie (dMRT) bildlich dargestellt werden kann. Wie ein wissenschaftliches Team nun im Rahmen einer Studie gezeigt hat, kann mit Hilfe dieser Gehirnmodelle die Erforschung von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Multiple Sklerose vorangetrieben werden. Die Forschungsarbeit wurde in der Fachzeitschrift „Advanced Materials Technologies“ publiziert (1).
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Krankenhaus-Pneumonie: Update der S3-Leitlinie

Lungenentzündungen zählen zu den häufigsten im Krankenhaus erworbenen Infektionen und sind mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden. Um die Erkrankung bei Betroffenen schneller zu erkennen und wesentlich besser behandeln zu können, gibt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) jetzt ein rund 100 Seiten umfassendes Update der S3-Leitlinie „Epidemiologie, Diagnostik und Therapie erwachsener Patienten mit nosokomialer Pneumonie“ heraus.
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DGP fordert ein Verbot von Aromastoffen in E-Zigaretten

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) fordert ein Verbot für Aromastoffe in E-Zigaretten. Grundlage dafür sind aktuelle Erkenntnisse des Instituts für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel (IFT-Nord). Neueste wissenschaftliche Daten zeigen, dass Aromen den Raucheinstieg erleichtern, das Suchtpotenzial erhöhen oder durch tieferes Inhalieren die Aufnahme toxischer Substanzen deutlich steigern. „Diese Aromen haben ein erhebliches Schadenspotenzial und müssen schnellstmöglich vom Markt genommen werden“, sagt Prof. Wolfram Windisch, Präsident der DGP. Die Fachgesellschaft stellte ein Positionspapier vor, das vor allem mit Blick auf Jugendliche von der Politik eine strengere Regulierung des Verkaufs von E-Zigaretten fordert.
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Plaque-Psoriasis: Finale Daten der LIMMitless-Studie

Auf der 82. Jahrestagung der American Academy of Dermatology (AAD) in San Diego wurden finale Daten der Langzeitstudie LIMMitless zur langfristigen Therapie mit Risankizumab präsentiert. LIMMitless ist eine multizentrische open-label Phase-III-Studie, welche die langfristige Sicherheit und Wirksamkeit einer kontinuierlichen Behandlung mit Risankizumab über 304 Wochen bei Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, bewertet. Die abschließenden Daten zeigen, dass eine langfristige kontinuierliche Behandlung mit Risankizumab gut vertragen wird (1). Zusätzlich bietet die Langzeittherapie eine anhaltend hohe Wirksamkeit mit dauerhaften Verbesserungen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität – unabhängig von den demografischen oder krankheitsbezogenen Ausgangswerten der Patient:innen (2).
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Etrasimod: Ein vielversprechender Beitrag zur Therapie von Colitis ulcerosa und isolierter Proktitis

Mit dem Sphingosin-1-Phosphat (S1P)-Rezeptor-Modulator Etrasimod wurde kürzlich in Europa eine neue Option für die Behandlung der mittelschweren bis schweren aktiven Colitis ulcerosa (CU) zugelassen, die als erste innovative nicht-biologische Therapie bei Patient:innen ab 16 Jahren indiziert ist (1). Die Phase-III-Studien ELEVATE UC 12 und ELEVATE UC 52 zeigen die Wirksamkeit, eine schnelle Symptomverbesserung und ein bislang über 2,5 Jahre gutes Sicherheitsprofil (2,3). Zudem ist Etrasimod die einzige Therapie mit belegter klinischer Remission bei isolierter Proktitis (IP) (4). Etrasimod könnte dazu beitragen, die bestehenden Lücken bei der Therapie der CU sowie der IP weiter zu schließen.
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Künstliche Intelligenz macht den Bedarf an Blutprodukten besser planbar

Blutprodukte sind eine knappe medizinische Ressource. Ihre Verfügbarkeit hängt von der Spendebereitschaft Freiwilliger ab. Zudem sind sie nur kurze Zeit haltbar, und der Bedarf unterliegt starken Schwankungen. Künstliche Intelligenz (KI) kann helfen, den Bestand an Blutprodukten effizient zu verwalten und den Bedarf vorauszusagen. Auch bei der Auswahl von geeignetem Spenderblut können Digitalisierung und KI einen wichtigen Beitrag leisten, wie die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) mitteilt. Hierfür werden derzeit innovative Konzepte der Blutgruppentypisierung entwickelt und ein Nationales Transfusionsregister aufgebaut.
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Pneumologie-Kongress in Mannheim gestartet

„Pneumologie – sektorenübergreifend, modern und lebendig“ so das Motto des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP), welcher am 20. März im Congress Center Rosengarten in Mannheim startete. In rund 100 wissenschaftlichen Vorträgen, Podiumsdiskussionen, Posterpräsentationen, einem Science Slam, spannenden Fallkonferenzen wie auch zahlreichen Preisverleihungen werden bis 24. März der aktuelle Stand der Forschung wie auch die neuesten Entwicklungen in der Lungenmedizin manifestiert, präsentiert und diskutiert.
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