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Medizin | Beiträge ab Seite 93

Medizin

Ozanimod: Serologische Reaktion auf COVID-19-Impfung bei MS und hohe anhaltende Wirksamkeit bei CU

Retrospektive Analysen der offenen Phase-III-Extensionsstudie DAYBREAK zeigen eine serologische Reaktion auf eine COVID-19-Impfung bei > 90% der mit Ozanimod behandelten Patient:innen (1). Alle unerwünschten Ereignisse in Zusammenhang mit COVID-19 bei geimpften Studienteilnehmer:innen waren nicht schwerwiegend. Auch zur Behandlung von Patient:innen mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa (CU) findet Ozanimod Anwendung. Bei Post-hoc-Analysen aus der Phase-III-Studie True North wurde gezeigt, dass bei einer vorübergehenden Unterbrechung der Behandlung mit Ozanimod bei CU die Krankheitskontrolle für bis zu 8 Wochen aufrechterhalten werden kann (2).
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Frühzeitige Behandlung von COVID-19 mit monoklonalen Antikörpern: Neue Daten aus dem Behandlungsalltag

Real-World-Daten aus der OpenSAFELY-Studie bestätigen die anhaltende Schutzfunktion des monoklonalen Antikörpers Sotrovimab auch bei geimpften Hochrisikopatient:innen in der „Omikron-Ära“ und zeigen, dass Sotrovimab das Risiko für schwere COVID-19 Verläufe reduzieren kann (1). Daten aus dem Versorgungsalltag geben einen wichtigen Kontext zu in-vitro Neutralisationsdaten zur Überprüfung der Wirksamkeit von Therapeutika im Laborversuch (1).
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Europäische Kommission erteilt Zulassung von TAK-003 zur Prävention von Dengue bei Personen ab 4 Jahren

Die Europäische Kommission hat TAK-003 zur Prävention von Dengue-Erkrankungen für Personen ab 4 Jahren unabhängig vom Serostatus zugelassen (1,2). TAK-003 ist der einzige in der EU zugelassene Dengue-Impfstoff, der unabhängig von einer früheren Dengue-Exposition verwendet werden kann und für Reisende in Deutschland zur Verfügung stehen wird. In der klinischen Phase-III-Studie TIDES verhinderte TAK-003 bei einer Beobachtungsdauer von 4,5 Jahren insgesamt 84% der Krankenhauseinweisungen und 61% der symptomatischen Dengue-Erkrankungen, ohne dass bedeutende Sicherheitsrisiken identifiziert wurden (3,4,5).
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Multiple Sklerose: Neue Therapiestrategien mit BTK-Inhibitoren in Sicht

„Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir heute die MS immer besser behandeln können, aber es bleibt noch vieles zu tun, wenn es in die Progression geht“, erklärte Prof. Ralf Gold, Direktor der neurologischen Klinik, St. Josef Spital, Kliniken der Ruhr Universität Bochum bei einem Symposium anlässlich der „neurowoche 2022“ in Berlin. Ziel müsse es sein, nicht nur akute Krankheitsschübe zu verhindern, sondern auch Neurodegeneration und Hirnatrophie zu verlangsamen. Mit den Bruton-Tyrosinkinase (BTK)-Inhibitoren wie Tolebrutinib, Evobrutinib und Fenebrutinib, die derzeit in klinischen Studien untersucht werden, steht eine neue Therapieoption bei MS zur Verfügung.
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COVID-19: Unterschiedlich langanhaltende Immunantworten bei Kindern und Erwachsenen

Welche Art der Immunantwort Kinder und Erwachsene nach einer milden oder asymptomatischen Infektion mit SARS-CoV-2 ausbilden, haben Forscher:innen der Universitätskliniken Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm in einer gemeinsamen Studie untersucht. Es zeigte sich, dass bei Kindern selbst nach 12 Monaten noch eine Immunantwort nachweisbar war, diese aber über die Zeit deutlich an Stärke verloren hat. Während bei Erwachsenen die Immunantwort vor allem von Gedächtnis-B- und -T-Zellen getragen wird, übernehmen bei Kindern spezifische Serum-Antikörper, die von Plasmazellen produziert werden, eine zentrale Funktion. Die Studie erschien am 28. November 2022 im internationalen Fachmagazin Nature Communications. (1)
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Finerenon vermindert kardiorenales Risiko bei CKD bei Typ-2-Diabetes

Die chronische Nierenerkrankung (CKD) gilt als eine der häufigsten Komplikationen bei Typ-2-Diabetes (T2D) und trägt beträchtlich zur Morbidität und Mortalität bei. Die Lebenserwartung von Patienten mit CKD bei T2D ist im Vergleich zu Gesunden um bis zu 16 Jahre verkürzt (1). Die CKD ist mit einer Verschlechterung der Nierenfunktion verbunden, die ohne adäquate Therapie in einer terminalen Niereninsuffizienz mit Dialysepflicht, Nierentransplantation oder Tod enden kann. Zudem erhöht sich das kardiovaskuläre Risiko (2,3). Oftmals kommt es zur Progression der CKD bei T2D trotz bestehender Therapien (4). Welche neuen Therapieansätze bei diesen Patient:innen dazu beitragen können, das Restrisiko für kardiorenale Ereignisse zu reduzieren, diskutierten Experten bei einem Symposium unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Monika Kellerer, Stuttgart, anlässlich der 16. Herbsttagung der DDG in Kooperation mit der 51. Jahrestagung der DGA.
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FILOSOPHY: Neue Real-World- und Verträglichkeitsdaten zu Filgotinib

Das belgische Biopharma-Unternehmen Galapagos stellte auf dem diesjährigen Jahreskongress des American College of Rheumatology (ACR 2022) umfassende neue Daten zu dem präferenziellen Januskinase 1 (JAK1)-Inhibitor Filgotinib vor – darunter erste Ergebnisse der prospektiven Beobachtungsstudie FILOSOPHY (FILgotinib Observational Study Of Patient Health-related outcomes). Interimsdaten daraus umfassten die ersten 200 Patient:innen mit mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis (RA) und zeigten, dass Filgotinib bereits eine Woche nach Behandlungsbeginn zu einer raschen Linderung der Schmerz- und Fatigue-Symptomatik führte (1). Überdies konnte bereits im 1. Monat die Krankheitskontrolle verbessert werden.
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ACP-Therapie in Orthopädie und Sportmedizin

Die Behandlung mit autologem conditioniertem Plasma (ACP) ist inzwischen ein anerkannter Therapiebaustein und aus dem Alltag der Mannschaftsärzt:innen von Bundesligavereinen, sowie europaweit bei den Sportärzt:innen, nicht mehr wegzudenken (1). Der Einsatz hat sich vor allem bei arthrotischen Erkrankungen sowie im Bereich von Sportverletzungen etabliert. ACP bietet eine langfristig wirksame Alternative zu Therapieansätzen mit Kortikoiden oder Analgetika. Die Eigenbluttherapie ist dabei nicht nur eine wichtige Säule der konservativen Therapien, sondern wird auch im Rahmen innovativer, knorpelerhaltender Operationsstrategien eingesetzt (2).
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JAK-Inhibitor Tofacitinib bei aktiver AS – Aktuelle Daten bestätigen Wirksamkeit

Bei der Therapie der aktiven ankylosierenden Spondylitis (AS) verfügt der orale Januskinase-Inhibitor (JAKi) Tofacitinib über eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit (1). Ein Jahr nach Zulassung von Tofacitinib in dieser Indikation wurden auf dem Kongress des American College of Rheumatology (ACR) verschiedene Post-hoc-Analysen vorgestellt (2-6). Die Ergebnisse zeigen unter anderem, dass Tofacitinib auch bei vorbehandelten Patient:innen mit AS wirksam ist (2).
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Woher kam Omikron? Internationale Studie entschlüsselt Entstehung der SARS-CoV-2-Variante

Vor einem Jahr wurde sie erstmals in Südafrika entdeckt: eine neue Variante von SARS-CoV-2, die später als Omikron bekannt wurde und sich in kürzester Zeit über den ganzen Erdball verbreitete. Bis heute ist unklar, wo und wann dieses Virus genau aufkam. Eine jetzt im Fachmagazin Science veröffentlichte Studie der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung mit afrikanischen Kooperationspartnern zeigt: Omikron-Vorläufer gab es auf dem afrikanischen Kontinent schon deutlich vor dem ersten Nachweis von Omikron. Demnach ist die Virusvariante schrittweise über mehrere Monate in verschiedenen Ländern Afrikas entstanden.
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Einsatz von Smartphones kann Detektionsrate von Vorhofflimmern bei Älteren mehr als verdoppeln

Vorhofflimmern (VHF) erhöht das Schlaganfall- und Mortalitätsrisiko, allerdings tritt es oft asymptomatisch auf (1). Die Folge: VHF bleibt bei vielen Betroffenen unentdeckt und sie erhalten keine effektive Schlaganfallprophylaxe. Ein VHF-Screening mit Smartphones kann die Detektions- und Behandlungsrate bei Personen ab 60 Jahren im Vergleich zur Regelversorgung mehr als verdoppeln, wie die kürzlich vorgestellte, randomisierte Studie eBRAVE-AF gezeigt hat (2).
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Schnell wirksames Insulin lispro zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen in der EU zugelassen

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat die Zulassung der weiterentwickelten Formulierung von Insulin lispro um die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen erweitert. Damit kann das Medikament jetzt in der Konzentration U100 bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern mit Diabetes mellitus ab einem Alter von 1 Jahr verordnet werden (1). In der Phase-3-Studie PRONTO-Peds wurde seine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit in der pädiatrischen Patient:innengruppe gezeigt (2).
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Stumme Hirninfarkte: Unbemerkt, aber nicht harmlos

Sprach- und Sehstörungen, Lähmungserscheinungen – die Folgen eines Schlaganfalls sind häufig gravierend. Der Hirninfarkt ist in der Regel ein lebensveränderndes, einschneidendes Erlebnis – dieser kann aber auch unbemerkt verlaufen. Solche „stummen Ereignisse“ sind dennoch nicht ungefährlich. Nach mehreren Ereignissen dieser Art kann die Gedächtnisleistung des Betroffenen stark leiden. Zudem steigt nach einem stummen Hirninfarkt das Risiko erheblich, erneut eine Durchblutungsstörung zu erleiden. Expert:innen der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) machen darauf aufmerksam, dass solche Ereignisse ernst genommen und professionell behandelt werden müssen.
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Neue Informations-Webseite für Patient:innen mit Colitis ulcerosa

„Leben mit CU – das ist mein Normal“: Unter diesem Motto wurde ein neues Patientenportal gelauncht. Auf der Webseite erhalten Betroffene mit der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa (CU) ab sofort umfassende Informationen über die CU, ihre Diagnose und Therapiemöglichkeiten. Außerdem stehen zusätzliche Angebote zur Verfügung, die beim selbstbestimmten Umgang mit der Erkrankung im Alltag unterstützen sollen – denn die CU verändert diesen oft erheblich (1, 2).
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Baricitinib: Ausgewogenes Verträglichkeitsprofil in Studien und Praxis bestätigt

Im Zuge der aktuellen Sicherheitsüberprüfung der Klasse der JAK-Inhibitoren seitens der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) ordneten die Experten Prof. Dr. Michael Sticherling, Erlangen, und PD Dr. Dr. Felix Lauffer, München, im Rahmen einer Webkonferenz das Sicherheitsprofil des JAK-Inhibitors Baricitinib (1), für die Dermatologie ein. Mit Verweis auf neue Analysen und Publikationen zur Sicherheit von Baricitinib über alle Indikationen sowie speziell bei der atopischen Dermatitis und der jüngsten Indikation der Alopecia areata zogen sie ein positives Fazit. Angesichts des großen Datenschatzes und bisheriger Langzeiterfahrung bescheinigten sie dem JAK-Inhibitor ein ausgewogenes Nutzen-Risiko-Profil – in Studien wie in der klinischen Routine.
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