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„Behaupte-Dich-gegen-Mobbing-Tag" am 22. Februar 2024: Prävention hilft nachweislich

„Behaupte-Dich-gegen-Mobbing-Tag" am 22. Februar 2024: Prävention hilft nachweislich
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Beschimpfen, Beleidigen, Bloßstellen: Auch nach der Corona-Pandemie gehören Gewaltformen, wie Mobbing und Cybermobbing zum Schulalltag. Dies ergab eine aktuelle Befragung im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach ist bundesweit etwa jedes 6. Schulkind (15,7%) von Mobbing betroffen. Jedes 10. (10,1%) gab an, sogar selbst schon Andere gemobbt zu haben. Da Mobbing und Cybermobbing weitreichende Folgen für betroffene Jugendliche haben können, wie Depressionen, Angst- und Schlafstörungen, sind Präventionsprogramme von wesentlicher Bedeutung. Darauf soll der „Behaupte-dich-gegen Mobbing-Tag“ am 22. Februar aufmerksam machen.

 

Mobbing vorbeugen durch Präventionsprogramm „Gemeinsam Klasse sein“

Um an rheinland-pfälzischen Schulen eine Kultur zu etablieren, die sensibel ist für Phänomene des Mobbings und für den Umgang mit ihnen, hat die rheinland-pfälzische Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) gemeinsam mit dem hiesigen Bildungsministerium und dem Pädagogischen Landesinstitut (PL) bereits im Jahr 2010 das Präventionsprogramm „Gemeinsam Klasse sein“ gestartet, welches sich primär an Schüler:innen der 5.-7. Klassenstufe richtet. Nach der Teilnahme an einer Fortbildung, können Schulen die umfangreichen Materialien des Programms nutzen, um bis zu 5 Projekttage zu gestalten. Das Programm gehört zu den erfolgreichsten Präventionsangeboten. Mit Unterstützung des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums und des Pädagogischen Landesinstituts wurden inzwischen rund 1.000 Lehrkräfte sowie Schulsozialarbeiter:innen für die Durchführung ausgebildet, um als Multiplikatoren Strukturen zu etablieren, die dabei helfen, der Entstehung von Mobbing vorzubeugen.

TK-Präventionsprogramm sensibilisiert für Mobbing und Cybermobbing

Unterstützt durch Erklärvideos, Filmclips und weiteren Arbeitsmaterialien werden Mädchen und Jungen sowie Eltern und Lehrkräfte für das Thema sensibilisiert und erfahren, was man gegen diese Gewaltform tun kann und wie sich eine Atmosphäre des respektvollen Miteinanders etablieren lässt, die langfristig vor Mobbing und Cybermobbing schützt. „Gemeinsam Klasse sein“ wird mittlerweile in allen Bundesländern umgesetzt.
 
 

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Großer Teil der Befragungsteilnehmer stammt aus Rheinland-Pfalz

Das war Anlass genug, das Programm einer zweieinhalbjährigen Wirksamkeitsanalyse zu unterziehen, zu deren Zweck 2.888 Fragebögen von Schulkindern und Lehrkräften aus 5 Bundesländern (Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen) ausgewertet wurden. Ein großer Teil der Evaluationsteilnehmer:innen stammt aus Rheinland-Pfalz (34,1%). Befragt hatte man die Schulkinder zu 2 Zeitpunkten, nämlich vor und nach Durchführung von „Gemeinsam Klasse sein“.

Wirksamkeitsanalyse zeigt: Prävention wirkt

Das erfreuliche Ergebnis: Prävention wirkt! So gaben gut 90% der Schüler:innen an, ihr Wissen zu Mobbing und Cybermobbing durch die Teilnahme an „Gemeinsam Klasse sein“ gestärkt zu haben. Rund 87% fühlten sich durch das Programm besser in die Lage versetzt, beginnendes Mobbing zu erkennen und rund 88% würden eher versuchen, einer von Mobbing betroffenen Person zu helfen. Die große Mehrheit der Befragten (74,4%) ging außerdem nach der Teilnahme am Projekt davon aus, dass Mobbing in Zukunft in der Klasse durch das Projekt verhindert würde. Nach Angaben von mehr als 9 von 10 Befragten (91,4%) wurden nach dem Projekt klare Regeln zum sozialen Umgang miteinander festgelegt, zum Beispiel in Klassenchats.

Auch Lehrkräfte fühlen sich durch Präventionsprogramm gestärkt

Die Analyse zeigt zudem, dass auch Lehrkräfte sich nach der Teilnahme am Präventionsprogramm gestärkt fühlen. Sie gingen ebenfalls davon aus, dass sie Mobbingsituationen künftig besser erkennen und entsprechend handeln können. Diese Kompetenz nehmen offenbar auch die Schülerinnen und Schüler war. Denn nach der Teilnahme am Präventionsprogramm gaben mehr als 80% an, Hilfe beim Schulpersonal zu holen, falls sie Mobbing beobachten. Bei eigener Betroffenheit würden sich mehr als 77% an einen Erwachsenen im Schulumfeld wenden.

Depressionen, Schlafstörungen – Mobbing kann weitreichende Folgen haben

Mobbing und Cybermobbing können weitreichende Folgen für betroffene Jugendliche haben. Angststörungen, Depressionen, Schlafstörungen – bis hin zu Suizidgedanken – gehören nicht selten zu den Folgen der täglichen Schikanen. Umso schöner ist nun der wissenschaftliche Nachweis, dass das Programm effektiv wirkt.

Quelle: Techniker Krankenkasse



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