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News | Beiträge ab Seite 46

Die positive Einstellung zum Thema Organ- und Gewebespende in der Bevölkerung ist mit 85% so hoch wie nie zuvor: Das ist eine zentrale Aussage der Repräsentativbefragung „Wissen, Einstellung und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende in Deutschland 2024“, deren erste Ergebnisse die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) jetzt veröffentlicht hat.
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Gesundheitspolitik

Weniger Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftungen

Die Zahl der Fälle von Rauschtrinken und Komasaufen unter Kindern und Jugendlichen ist nach einer Krankenkassenstudie auf ein Rekordtief gesunken. 2023 wurden bundesweit rund 7.650 Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 18 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung in einer Klinik behandelt – fast 28% weniger als 2022. Das ist der zweitniedrigste Stand seit der ersten Erhebung von 2006. Nur zwischen 2019 und dem ersten Corona-Jahr 2020 wurde mit 30% ein noch stärkerer Rückgang verzeichnet.
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Medizin
Junge

Autismus: Einfluss von Mutationen der α2δ Proteine auf die Entwicklung des Nervensystems

In einer aktuellen Studie über Mutationen in Proteinen des Nervensystems, die mit Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) assoziiert sind (α2δ-1 und α2δ-3), konnte gezeigt werden, wie diese die Funktion des Nervensystems beeinflussen. Die Mutationen reduzieren sowohl die Expression der Proteine in den Zellmembranen als auch deren Lokalisation in Synapsen. Auf die Aktivität von Kalziumkanälen oder die transsynaptischen Signalwege haben sie hingegen keinen Einfluss. Die im Rahmen des Forschungsschwerpunkts „Mental Health and Neuroscience“ an der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (KL Krems) durchgeführte Studie zeigt, dass kleine Veränderungen von Proteinfunktionen die Bildung von Synapsen und das Nervensystem beeinflussen könnten. Die Ergebnisse unterstreichen auch den Bedarf an neuen experimentellen Werkzeugen und könnten neue Ansatzpunkte für die gezielte Behandlung von ASS liefern.
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Medizin

Obinutuzumab-Regime ist Standardtherapie bei Lupus Nephritis signifikant überlegen

Aktuelle Daten der Phase-III-Studie REGENCY belegen, dass die Hinzunahme von Obinutuzumab zur aktuellen Standardtherapie aus Mycophenolat Mofetil (MMF) plus Glukokortikoide das renale Ansprechen von Patient:innen mit Lupus Nephritis signifikant und klinisch relevant verbessert. Fast die Hälfte der Patient:innen erreichte unter dem Obinutuzumab-Regime ein vollständiges renales Ansprechen (1, 2). Lupus-Nephritis ist eine Nierenentzündung, die im Rahmen des systemischen Lupus erythematodes (SLE) auftritt.
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Medizin

Zulassung von Acoramidis zur Behandlung der Transthyretin-Amyloidose mit Kardiomyopathie

Die Europäische Kommission hat die Marktzulassung für Acoramidis zur Behandlung der Wildtyp- oder Hereditären-Transthyretin-Amyloidose bei erwachsenen Patient:innen mit Kardiomyopathie (ATTR-CM) in der EU erteilt. ATTR-CM ist eine fortschreitende tödliche Erkrankung, die sich als infiltrative, restriktive Kardiomyopathie mit Herzinsuffizienz darstellt. Patient:innen mit ATTR-CM sind einem ständigen Risiko der Krankheitsprogression ausgesetzt, die durch fortdauernde Amyloidablagerungen im Herzen hervorgerufen wird. Acoramidis ist ein selektiver, niedermolekularer oral einzunehmender, nahezu vollständiger (≥90%) Stabilisator von Transthyretin (TTR).
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Medizin

Myasthenia gravis: Neue Anwendungsmöglichkeiten für Rozanolixizumab

Für das Arzneimittel Rozanolixizumab, welches als Zusatzbehandlung zur Standardtherapie von generalisierter Myasthenia gravis (gMG) verwendet wird, werden bald neue Anwendungen möglich sein. Das Medikament kann zukünftig auch von den Patient:innen selbst oder von einer Betreuungsperson verabreicht werden. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat eine positive Stellungnahme dazu abgegeben.
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Gesundheitspolitik

Kassen skeptisch bei Verbesserung für Patienten

Patientenvertreter und Krankenkassen äußern sich skeptisch, dass beschlossene Anreize und Erleichterungen für Hausarztpraxen in der Versorgung vor Ort Wirkung zeigen. „Mit dem Gesetz wird die Vergütung der Ärztinnen und Ärzte auf jeden Fall verbessert“, sagte die stellvertretende Chefin des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen, Stefanie Stoff-Ahnis, der Deutschen Presse-Agentur. „Doch ob sich auch für die Patientinnen und Patienten etwas verbessert, steht in den Sternen.“
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Gesundheitspolitik

Legalisierung von Abtreibungen vorerst gescheitert

Ein Gesetzesvorhaben zur Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen in den ersten 12 Wochen ist vorerst gescheitert. Der Rechtsausschuss des Bundestags entschied, keine Abstimmung über den entsprechenden Gesetzentwurf im Bundestag zu ermöglichen. Dafür wäre eine Sondersitzung des Ausschusses nötig gewesen - für die es, unter anderem durch den Widerstand von Union und FDP, keine Mehrheit gab. Bis zum Abend hatte der Ausschuss überdie umstrittene Materie debattiert.
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Medizin

ATTR-Amyloidose: Früherkennung und interdisziplinäre Versorgung entscheidend für Therapieerfolg

Die hereditäre Transthyretin-Amyloidose (ATTRv-Amyloidose) ist eine seltene, aber oft unterdiagnostizierte Erkrankung mit kardiologischen und neurologischen Manifestationen. Da die Symptomatik häufig gemischt auftritt, ist eine interdisziplinäre Diagnostik entscheidend. Neue Screening-Methoden können helfen, die Erkrankung frühzeitig zu erkennen und gezielte Therapien einzuleiten. Eine frühe Diagnose und spezialisierte Behandlungszentren tragen maßgeblich zur Prognoseverbesserung bei.
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Medizin
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Mehrzahl älterer Menschen nicht ausreichend über RSV-Risiken informiert – ärztliche Empfehlung entscheidend für Impfbereitschaft

Die Grippewelle nimmt in Deutschland Fahrt auf und zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Andere wichtige Erreger von Atemwegsinfektionen wie das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) rücken in den Hintergrund. Diese können bei älteren Menschen, vor allem solchen mit schweren Grunderkrankungen, zu ernsthaften gesundheitlichen Konsequenzen führen. Eine Impfung gegen RSV kann diese Risiken jedoch deutlich minimieren (1). In einer 2024 durchführten Online-Umfrage des Meinungs- und Marktforschungsinstituts Ipsos wurden 1.000 Menschen über 50 Jahre in Deutschland zu ihren Kenntnissen bezüglich des RS-Virus befragt (2).
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Medizin
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Mögliche Erklärung für Entzündungen trotz vielversprechender Therapien

Mukoviszidose schädigt das Immunsystem früh

Trotz neuer Medikamente kommt es bei Mukoviszidose, auch als zystische Fibrose bekannt, häufig zu bleibenden Lungenschäden. Ein Team um Forschende der Technischen Universität München (TUM) hat jetzt herausgefunden, dass die Erkrankung vermutlich schon bei Neugeborenen Veränderungen im Immunsystem bewirkt. Diese sorgen für häufige Entzündungen und werden von den Medikamenten nicht beeinflusst.
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Hepatitis D: Wenn das Immunsystem aus dem Ruder läuft

Hepatitis D-Viren (HDV) verursachen die schwerste Form unter den chronischen, virusbedingten Hepatitis-Erkrankungen. Seit Mitte 2023 ist der Wirkstoff Bulevirtid als bislang einzige Therapiemöglichkeit in der EU zugelassen. Das Medikament heftet sich an die Bindungsstelle, die den Andockpunkt für die Virushüllen an der Leberzelle blockiert. Da dieser nun besetzt ist, können die HD-Viren nicht mehr in die Zelle gelangen. Gleichzeitig lindert Bulevirtid die Leberentzündung bereits früh während der Behandlung, wenn die Viruslast noch relativ hoch ist. Forschende der Klinik für Gastroenterologie Hepatologie, Infektiologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun untersucht, wie Bulevirtid das Immunsystem beeinflusst (1).s
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Medizin
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Neue S3-Leitlinie: Brustschmerz in der hausärztlichen Praxis

Brustschmerzen gehören zu den häufigsten Beratungsanlässen in der hausärztlichen Praxis. Die Gründe sind äußerst vielfältig – der oft befürchtete Herzinfarkt ist eher selten die Ursache. Trotzdem ist es wichtig, sich schnell orientieren und gefährliche Verläufe ausschließen zu können. Diese Orientierung vermittelt die neue S3-Leitlinie „Brustschmerz“ (1), die die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) als Update Ende letzten Jahres veröffentlicht hat.
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Gesundheitspolitik

Experte zu Merz-Vorschlag: Gesundheitsdaten werden zur Ware

Thüringens Landesdatenschutzbeauftragter Tino Melzer sieht den Rabatt-Vorschlag von CDU-Chef Friedrich Merz für Nutzer der elektronischen Patientenakte kritisch. „Es könnte eine diskriminierende Wirkung haben für diejenigen, die sagen: Ich empfinde den Schutz meiner Daten anders“, sagte Melzer der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Der Jurist warnte davor, dass „Gesundheitsdaten als Ware gehandelt werden“. „Ich glaube einfach, dass das der falsche Ansatz ist.“
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Medizin
Depressionen

Trotz Depressionen schnell zurück an den Arbeitsplatz

Psychische Erkrankungen, vor allem Depressionen, stellen die zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit (AU) dar. Unsichere Erstdiagnosen und lange Wartezeiten auf Psychotherapien verzögern die Behandlung und verschlechtern die Prognose. Die Rückkehr an den Arbeitsplatz rückt in weite Ferne. Doch lange AU-Zeiten belasten nicht nur das Sozialsystem, sie haben oft auch negative Auswirkungen auf die Genesung der Betroffenen. Mit dem Projekt PRO*ACTIVE geht die Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) einen neuen Weg: Das Programm soll die schnelle Wiedereingliederung von Patient:innen mit Depressionen in den Arbeitsprozess proaktiv fördern. Das Projekt startet im Herbst dieses Jahres und wird vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) mit rund 4,2 Millionen Euro gefördert. Projektpartner sind die AOK Niedersachsen sowie das MHH-Institut für Biometrie und das MHH-Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung.
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Medizin
ADHS

Bewährter Wirkstoff: Lisdexamfetamin-Lösung bei ADHS

Seit Dezember 2024 ist eine 10 mg/ml Lösung als erste und einzige Lisdexamfetamin-Zubereitung in flüssiger Form auf dem Markt. Dies ermöglicht eine patientenindividuelle Dosisanpassung im Milligrammbereich (1). Die 10 mg/ml Lösung ist indiziert zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) bei Kindern ab einem Alter von 6 Jahren, wenn das Ansprechen auf eine zuvor erhaltene Behandlung mit Methylphenidat als klinisch unzureichend angesehen wird (1). Seit dem 13.01.2025 ergänzen auch die Hartkapseln in der gleichen Indikation in 6 verschiedenen Wirkstärken das Portfolio (2). So können die betroffenen Kinder nach unzureichendem Ansprechen auf eine Methylphenidat-Therapie, aber auch Erwachsene zur Fortsetzungsbehandlung der bestehenden Therapie, individuell und bedarfsgerecht versorgt werden.
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