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Masern

20. Mai 2019

© Dr_Kateryna / Fotolia.com

Allgemeines

Die Masern sind eine Infektionskrankheit, die durch das Masernvirus hervorgerufen wird und vor allem Kinder betrifft. Neben den charakteristischen roten Hautflecken ruft das Virus Fieber und einen erheblich geschwächten Zustand hervor. Es können außerdem potenziell lebensbedrohliche Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen auftreten. Die Krankheit ist hochansteckend und deshalb in den meisten Ländern meldepflichtig. Die WHO strebt bereits seit Jahren die weltweite Ausrottung der Krankheit an. In der Vergangenheit wurde dieses Ziel bereits fast erreicht und die Zahl der Erkrankungen konnte durch Impfungen um 95% reduziert werden. Nord- und Südamerika hatten die Masern 2014 de facto ausgerottet. Allerdings kam es in den USA im April 2019 zu einem neuen Höchststand von Masernfällen seit dem Jahr 2000. Auch in Deutschland kam es in den letzten Jahren aufgrund von unzureichenden Impfquoten zu größeren Masernausbrüchen, was eine Debatte um die Wiedereinführung einer Impfpflicht auslöste. In der DDR bestand diese bereits ab den 1970er Jahren. Jedoch hat die Impfpflicht aufgrund des im Grundgesetz verankerten Persönlichkeitsrechts sehr viele Kritiker. Im April 2019 beschloss nun das Land Brandenburg als erstes Bundesland die Masern-Impfpflicht für Kinder. 

Krankheitsbild

Die Übertragung des Virus erfolgt durch Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt. Daraufhin dringt das Masernvirus über die Epithelzellen der Schleimhaut des Atemtrakts oder über die Bindehaut der Augen in den Körper ein, vermehrt sich in den Lymphknoten und breitet sich nach 48 Stunden über die Blutbahn aus. Etwa 5-7 Tage nach der Ausbreitung des Virus kommt es dann zum ersten Auftreten und der anschließenden Infektion des Atemtraktes, wodurch schnupfenartige Symptome sowie akute Bronchitis und eine Entzündung der Mundschleimhaut mit Koplik-Flecken ausgelöst werden. Diese Phase der Krankheit bezeichnet man als das Vorläuferstadium (Prodromalstadium). Zu diesem Zeitpunkt tritt die höchste Infektiosität auf. Das Virus ist jedoch schon 3-5 Tage vor dem Ausbruch der Infektion und bis zu 4 Tage danach ansteckend. Daraufhin folgt mit dem Hauptstadium (Exanthemstadium) das zweite Stadium der Krankheit. In dieser Phase steigt das Fieber sehr stark an und kann Temperaturen bis 41°C erreichen. Außerdem entwickelt sich der charakteristische rote Hautausschlag, der nach ca. 7 Tagen wieder verblasst. Die Schwächung des Immunsystems kann ab diesem Zeitpunkt noch bis zu 6 Wochen lang anhalten, sodass der Patient in dieser Zeit sehr anfällig für andere Infektionen ist.

Diagnose

Eine Diagnose anhand der Krankheitssymptome ist bei Masern grundsätzlich möglich. Allerdings ähneln die Symptome denen von Röteln, Ringröteln und Scharlach sehr stark und es besteht die Gefahr einer Fehldiagnose. Deshalb muss der Masernverdacht durch eine Laboruntersuchung bestätigt werden. Die gebräuchlichste Methode ist hierbei der Nachweis spezifischer Antikörper gegen das Masernvirus im Blut, es wird aber in seltenen Fällen auch eine Diagnose durch den Nachweis des viralen Erbguts oder der Anzüchtung von Masernviren durchgeführt. 

Behandlung

Es gibt keine spezifische Behandlung gegen eine ausgebrochene Masernerkrankung. Nach einer einmal durchgemachten Erkrankung entsteht aufgrund der dabei gebildeten Antikörper Immunität gegen eine erneute Infektion. Kinder ab dem 12. Monat können gegen Masern geimpft werden. Obwohl das Impfen mit einem Einzelwirkstoff möglich ist, verwendet man in Deutschland hauptsächlich einen Kombinationsimpfstoff, mit dem gegen Masern, Mumps, Röteln und manchmal auch Windpocken geimpft wird. Es handelt sich dabei um einen Lebendimpfstoff, welcher aus abgeschwächten Krankheitserregern besteht und den Körper dazu anregt, dieselben Antikörper, die sonst bei einer Infektion gebildet werden, zu produzieren. Um eine ausreichende Immunität zu erreichen, sind jedoch 2 Impfungen nötig, die in einem Abstand von ca. 4 Wochen durchgeführt werden sollten. Sollte ein Kind nicht im empfohlenen Alter geimpft werden, kann diese Impfung bis zum 18. Lebensjahr nachgeholt werden. 

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