Mittwoch, 23. Mai 2018
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Gesundheitspolitik

23. Mai 2018

Ausgabenbegrenzung trifft Ärzte vor allem bei der Behandlung von multimorbiden Versicherten

Wie verteilen sich die Ausgaben für die ambulante ärztliche Versorgung auf die gesetzlich Versicherten? Dieser Frage ist das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) in einer Auswertung von ärztlichen Abrechnungsdaten des Jahres 2015 nachgegangen. Es wurde hierfür nur die sogenannte morbiditätsbedingte Gesamtvergütung (MGV) herangezogen, die einen wesentlichen Teil der ärztlichen Vergütung ausmacht, aber in ihrer Höhe gesetzlich begrenzt ist.

Koalition einigt sich auf Programm für mehr Pflegekräfte

Die große Koalition hat sich auf Eckpunkte geeinigt, um angesichts des Personalnotstands in der Pflege für zusätzliche Stellen und bessere Arbeitsbedingungen zu sorgen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Mittwoch in Berlin, das Programm habe ein Volumen von jährlich rund einer Milliarde Euro, die überwiegend von der gesetzlichen Krankenversicherung zu finanzieren seien. So sollen in der Altenpflege gestaffelt nach Größe der Einrichtung 13.000 zusätzliche Stellen geschaffen werden – im Koalitionsvertrag waren noch 8.000 genannt. Das Paket soll zum 1. Januar 2019 in Kraft treten.

Studie zu Algorithmen: Mehrheit der Deutschen fühlt sich unbehaglich

Fast die Hälfte der Deutschen kann mit dem Begriff Algorithmus nichts anfangen. Das ist das Ergebnis einer von der Bertelsmann-Stiftung am Mittwoch in Gütersloh vorgestellten Studie. Zwar haben demnach drei Viertel der Befragten das Wort schon einmal gehört, aber nur jeder Zehnte kann erklären, wie Algorithmen funktionieren. Fast die Hälfte weiß, dass im Internet mit der Hilfe von den mathematischen Formeln zum Beispiel bei Facebook, Google und Twitter auf den einzelnen passgenau zugeschnitte Werbung eingeblendet wird. Dass aber Algorithmen auch bei Bewerbungen oder Krankheitsdiagnosen eingesetzt werden, weiß nur etwa ein Drittel der Deutschen.

22. Mai 2018

Ärztepräsident fordert Neustart für elektronische Gesundheitskarte

Bundesärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat einen Neustart für die elektronische Gesundheitskarte gefordert. "Das System der elektronischen Gesundheitskarte ist völlig veraltet. Wir sollten am besten einmal den Reset-Knopf drücken und über ein neues System nachdenken", sagte er der "Rheinischen Post" am Dienstag. Die Gesundheitskarte sei ersonnen worden, "bevor die Versicherten Smartphones hatten". Dies müsse bei der weiteren Digitalisierung im Gesundheitswesen berücksichtigt werden.

Telemedizin: Kommt jetzt die digitale Sprechstunde?

Der Mehrheitsbeschluss des Deutschen Ärztetages Anfang Mai zur Änderung der ärztlichen Berufsordnung stieß die Umsetzung der Fernbehandlung nun endlich auch auf gesetzlicher Ebene an. Ab sofort ist die ausschließliche Behandlung über Kommunikationsmedien im Einzelfall möglich. Es ist nun Aufgabe der Landesärztekammern, eine rechtsverbindliche Berufsordnung zur Fernbehandlung zu schaffen. Jetzt liegt es an den Ländern sowie Patienten und Ärzten, sich nicht vor dem Fortschritt zu verschließen, sondern die Telemedizin für Behandlungen sinnvoll einzusetzen.

Spahn: Zusätzliches in der Pflege kostet auch zusätzlich

Wegen zunehmender Leistungen der Pflegeversicherung sind laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) höhere Beiträge unvermeidbar. Es sei ja gewollt, dass Pflegebedürftige und Angehörige von der Gesellschaft mehr unterstützt werden als bisher, sagte Spahn am Freitag im Bundestag. Deswegen zeige sich, "dass Zusätzliches eben auch zusätzlich kostet". So gebe es beispielsweise mehr Hilfen für Demenzkranke. Eins zeichne sich insgesamt schon ab, wie man auch ehrlich sagen müsse: "Der Pflegeversicherungsbeitrag wird erhöht werden müssen, spätestens ab dem nächsten Jahr." Spahn hat schon eine Größenordnung von "mindestens 0,2 Prozentpunkten" ins Spiel gebracht.

17. Mai 2018

DDG begrüßt Präventionsforderungen und Sicherstellung der Diabetologie

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) begrüßt nachdrücklich die präventionspolitischen Forderungen des 121. Deutschen Ärztetages. Hierzu gehören insbesondere gesetzgeberische Maßnahmen wie eine Zuckerabgabe und Lebensmittelkennzeichnung, um den Verzehr ungesunder Lebensmittel vor allem bei Kindern und Jugendlichen zu reduzieren. „Die DDG setzt sich seit Jahren für verhältnispräventive Maßnahmen ein“, erklärt DDG-Präsident Professor Dr. med. Dirk Müller-Wieland. „Dazu zählt ein gestuftes Mehrwertsteuersystem für gesunde und ungesunde Lebensmittel, die viele Kalorien enthalten, ohne satt zu machen.“

DIVI lehnt Stellungnahme zu Nierenersatzverfahren auf Intensivstationen ab

Nahezu 50% der Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt werden, weisen in Abhängigkeit von bestehenden Komorbiditäten und der aktuellen Erkrankung ein akutes Nierenversagen („acute kidney injury“, AKI) auf. Bis zu 25% dieser Patienten müssen mit einer extrakorporalen Nierenersatztherapie häufig im Rahmen eines Multiorganversagens behandelt werden. Die Sterblichkeit dieser kritisch kranken Patienten ist hoch. Es ist selbstverständlich und wird in der Praxis auch so gelebt, dass im interdisziplinären Dialog alle Maßnahmen festgelegt und durchgeführt werden, um diese Patienten optimal zu behandeln.

16. Mai 2018

Merkel für Anbindung von Gesundheitsdaten an "Bürgerportal"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) unterstützt eine Anbindung von Gesundheitsdaten an das geplante zentrale Bürgerportal. "Wir brauchen die konsequente Digitalisierung von Verwaltung – und im übrigen kompatibel mit der Gesundheitskarte", sagte Merkel am Mittwoch im Bundestag. Sie griff damit einen entsprechenden Vorstoß von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf. "Wir brauchen einen Zugang der Bürger für alle Verwaltungsleistungen", betonte die Kanzlerin. Dies sei natürlich "eine große Kraftanstrengung".

Umweltschützer: Zustand der Gewässer in Deutschland ist alarmierend

Die meisten Flüsse und Seen in Deutschland sind nach Einschätzung von Umweltschützern in einem schlechten Zustand. Insgesamt 92% der Gewässer seien durch Schadstoffe und Baumaßnahmen belastet, heißt es in einem Bericht des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). "Der BUND-Gewässerreport macht klar, dass sich die Politik endlich bewegen muss, damit unser Wasser noch zu retten ist", sagte der Vorsitzende Hubert Weiger am Mittwoch in Berlin.

Stärkung der ärztlichen Prävention und Gesundheitsförderung in Betrieben

Die beiden Beschlüsse des 121. Deutsche Ärztetages, „Ärztliche Kompetenzen im Arbeitsschutz zwingend erhalten“ und „Keine Substitution ärztlicher Tätigkeiten im Betrieb durch Nichtärzte“ werden von der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) uneingeschränkt begrüßt und nachhaltig unterstützt. Beide Entschließungsanträge gehören zu einem großen Katalog von Entscheidungen, die die Delegierten des Deutsche Ärztetages verabschiedet haben. Der 121. Deutsche Ärztetag war in diesem Jahr vom 8. bis 11. Mai 2018 in Erfurt zu Gast.

Arbeitsunfähigkeitstage bei Diagnose Depression

Wer an einer Depression leidet, ist davon meist über längere Zeit betroffen und unterliegt einem hohen Leidensdruck. Eine neuere Untersuchung von IQVIA in Zusammenarbeit mit Experten aus Wissenschaft und Praxis(1) zur Gesundheitsversorgung im Alltag weist auf einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Diagnose, dem Alter der Betroffenen und der Dauer ihrer Arbeitsunfähigkeit (AU) hin, insbesondere, wenn Probleme am Arbeitsplatz dokumentiert werden.

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