Journal MED

Aktuelles

Patient:innen mit Hereditärem Angioödem (HAE) leiden an rezidivierenden Schwellungsattacken der Haut, kolikartigen Abdominalschmerzen und lebensbedrohlichen Kehlkopfschwellungen.1 Die Lebensqualität ist selbst bei Patient:innen mit einer niedrigen Attackenrate stark eingeschränkt.2 Neue Studiendaten zeigen, dass der vollständig humane monoklonale Antikörper, der die proteolytische Aktivität von aktivem Plasmakallikrein und damit die Freisetzung von Bradykinin hemmt, auch diesen Patient:innen eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität sowie der Krankheitskontrolle und eine erhebliche Attackenreduktion ermöglichen kann.2
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Morbus Crohn verläuft chronisch progredient, mit dem Risiko struktureller Schäden, Hospitalisierungen und Operationen [1]. Frühere Studien zu Biologika, insbesondere Anti-TNFα-Therapien, legen nahe, dass ein früher Einsatz fortgeschrittener Therapien zu besseren Verläufen führen kann [2]. Für Vedolizumab, das selektiv das Integrin α4β7 blockiert und so die Migration von Lymphozyten in die Darmmukosa hemmt, lagen bislang jedoch keine prospektiven Daten vor, die Patient:innen mit frühem versus spätem Morbus Crohn systematisch vergleichen. Genau dies war Ziel der LOVE-CD-Studie [3].
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Der frühzeitige Einsatz von Depot-Antipsychotika steigert die Chance auf langfristigen Behandlungserfolg bei Schizophrenie, erklärte Prof. Dr. Christoph U. Correll, Berlin, bei einem Satellitensymposium [1] zur DGPPN-Jahrestagung 2025. Für das schnell wirksame Depot Risperidon ISM® liegt jetzt neue Evidenz unter klinischen Alltagsbedingungen vor. Die prospektive, nicht-interventionelle RESHAPE-Studie hat die Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Schizophrenie-Patient:innen, die aufgrund eines Rückfalls stationär behandelt wurden, untersucht [2]. Ersten Erkenntnissen nach profitieren Patient:innen mit Risperidon ISM® auch unter Routinebedingungen, u. a. von einem schnellen Wirkeintritt und einer raschen Verbesserung der Funktionsfähigkeit, sagte Prof. Dr. Thomas Messer, Pfaffenhofen [3, 4].
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Infektiologie

Frühzeitige HPV-Impfung bietet die besten Aussichten auf Krebsverhinderung

Dass gegen Krebs geimpft werden kann, zählt zu den großen Fortschritten der modernen Medizin. Dass aber gerade einmal 55% der 15-jährigen Mädchen von dem wirksamen und sicheren Schutz vor Zervixkarzinomen Gebrauch machen, erscheint kaum nachvollziehbar. 19 Jahre nach Einführung der Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) stagnieren gemäß regelmäßig erhobenen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) die Quoten einer vollständigen Immunisierung. Dabei wäre die HPV-Impfung noch vor der Pubertät, aus zwei Gründen am effektivsten, HPV-assoziierte Krebserkrankungen von vornherein zu verhindern, betonte Prof. Dr. Martina Prelog von der Universitäts-Kinderklinik Würzburg.
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Medizin
Verändert Social Media die psychische Diagnostik?

Verändert Social Media die psychische Diagnostik?

Immer mehr junge Erwachsene suchen eine psychologische Abklärung mit einer vorgefassten Erwartung an die Diagnose – oder haben sich sogar selbst schon eine gegeben. Eine neue Studie, an der 93 in Österreich zugelassene Klinische Psycholog:innen teilnahmen, zeigt: Selbst- und Wunschdiagnosen – häufig ADHS oder Autismus betreffend – treten heute deutlich häufiger auf als noch vor wenigen Jahren. Besonders oft ist dies bei jungen Frauen mit höherer Bildung und intensiver Social-Media-Nutzung der Fall. Manche reagieren auf unerwartete Ergebnisse der Testungen mit „Diagnose-Shopping". Unter Leitung der Karl Landsteiner Privatuniversität (KL Krems) wurde untersucht, wie diese Dynamik diagnostische Routinegespräche verändert – und aufgezeigt, dass die Kommunikation in der psychosozialen Versorgung nachgeschärft werden muss.
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Medizin
Zoster-Impfung senkt das Demenzrisiko und kann womöglich das Fortschreiten einer Demenz verlangsamen

Zoster-Impfung senkt das Demenzrisiko und kann womöglich das Fortschreiten einer Demenz verlangsamen

Kann die Impfung gegen das Varizella-Zoster-Virus (VZV), welches Windpocken und Gürtelrose auslöst, vor einer Demenz schützen? Im Jahr 2025 sind zwei große Studien – eine aus UK, eine andere aus Australien – publiziert worden, die beide quasi ein „Real-Life-Experiment“ waren und einen eindrucksvollen Nachweis liefern. Nun bestätigt eine aktuelle Publikation den beobachteten Effekt. Zwar wurde in allen Studien ein Lebendimpfstoff verwendet, der inzwischen in Deutschland und anderen Ländern nicht mehr verwendet wird, dennoch gehen DGN-Expert:innen von einem ähnlichen Effekt des neuen rekombinanten Vakzins aus und raten Menschen ab 60 Jahren zur Impfung.
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Medizin
DDG-Herbsttagung 2025

Diabetische Polyneuropathie: Unterschätzte Folgeerkrankung mit hoher Belastung

Im Rahmen der Diabetes-Herbsttagung 2025 stand die schmerzhafte diabetische Polyneuropathie im Fokus eines interdisziplinären Symposiums. Drei Experten aus Forschung, Praxis und Schmerzmedizin beleuchteten die Erkrankung aus unterschiedlichen Blickwinkeln – von den pathophysiologischen Grundlagen über Diagnostik bis hin zu modernen Therapieansätzen. Ziel war es, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen zu verbinden, um Wege zu einer besseren Versorgung und Lebensqualität für Betroffene aufzuzeigen.
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Medizin
Pneumokokken-Impfung: STIKO empfiehlt PCV20 für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren

Pneumokokken-Impfung: STIKO empfiehlt PCV20 für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat am 8. Januar 2026 eine aktualisierte Empfehlung zur Pneumokokken-Impfung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren mit Risikofaktoren veröffentlicht. Entsprechend der seit 2023 gültigen Empfehlung für Erwachsene wird auch bei ihnen nun die einmalige Indikationsimpfung mit dem 20-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff PCV20 empfohlen [1]. Eine alleinige oder sequenzielle Impfung sowie Auffrischung mit dem 23-valenten Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff (PPSV23) wird nicht mehr empfohlen. Die STIKO begründet ihre Empfehlung mit der größeren Serotypenabdeckung durch PCV20 im Vergleich zu PCV13 und PCV15 sowie einer vermutlich besseren Wirksamkeit bzw. längeren Schutzdauer im Vergleich zu PPSV23. Zudem vereinheitlicht das neue Impfschema die Empfehlung zur Indikationsimpfung über alle Altersgruppen hinweg. Die PCV20-Impfung für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren wird erst nach Aufnahme in die Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) zur Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung [1].
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Medizin
Neue Empfehlungen: Meningokokken-Prophylaxe unter Komplementinhibitor-Therapie

Neue Empfehlungen: Meningokokken-Prophylaxe unter Komplementinhibitor-Therapie

Komplementinhibitoren werden erfolgreich zur Therapie verschiedener Autoimmunerkrankungen eingesetzt [1]. Aufgrund ihres Wirkmechanismus ist jedoch das Risiko für eine Infektion mit bekapselten Bakterien erhöht und insbesondere die Vorbeugung einer Infektion mit Meningokokken von großer Bedeutung. Doch wie gestaltet sich die Meningokokkenprophylaxe im Rahmen einer komplementinhibierenden Therapie von Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen konkret? Eine Gruppe aus fünfzehn Expert:innen hat hierzu ein Konsensuspapier erarbeitet, das in der August-Ausgabe 2025 der Online-Zeitschrift DGNeurologie veröffentlicht wurde [2]. Die unter Federführung von Prof. Dr. Achim Berthele, Leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie des TUM Universitätsklinikum München, entstandene Publikation stellt einen wichtigen Beitrag für eine effektive und sichere Behandlung neurologischer Erkrankungen in der DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz)-Region dar.
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Gesundheitspolitik

Ärzte verschreiben weniger Antibiotika als früher

Ärzt:innen in Deutschland verschreiben einer Analyse zufolge heute seltener Antibiotika als noch vor gut 15 Jahren. Seit 2010 sind die Verschreibungen um knapp ein Viertel (rund 24%) zurückgegangen, wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) berichtete. Während es im Jahr 2010 rechnerisch 559 Verordnungen pro 1.000 gesetzliche Versicherte gab, waren es 2024 noch 426. Die Auswertung basiert auf vertragsärztlichen Abrechnungsdaten aller gesetzlichen Krankenkassen und wurde am Freitag im „Deutschen Ärzteblatt“ veröffentlicht.
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Medizin
Chronische Nierenkrankheit früh erkennen und Dialyse vermeiden

Chronische Nierenkrankheit früh erkennen und Dialyse vermeiden

Die chronische Nierenkrankheit (CKD) galt lange als schleichend fortschreitend und kaum aufzuhalten. Mehrere aktuelle Studien zeigen nun: Dieses Bild ist überholt. Moderne medikamentöse Therapien können das Fortschreiten der Erkrankung deutlich bremsen – und in vielen Fällen sogar einen langfristigen Stillstand der Nierenschädigung erreichen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine frühzeitige Diagnose. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN) fordert daher ein konsequentes, modernes Nierenscreening – insbesondere bei Risikogruppen.
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Schwerpunkte
Hashimoto ganzheitlich betrachten: Wie Ernährung, Darmgesundheit und Bewegung die Autoimmunerkrankung beeinflussen

Hashimoto ganzheitlich betrachten: Wie Ernährung, Darmgesundheit und Bewegung die Autoimmunerkrankung beeinflussen

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse und eine der häufigsten Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion. Neben hormonellen Veränderungen spielen immunologische Prozesse, Entzündungen und individuelle Lebensstilfaktoren eine zentrale Rolle im Krankheitsverlauf. Zunehmend rückt auch der Einfluss des Darms und der Ernährung in den Fokus, da sie das Immunsystem und die Entzündungsaktivität maßgeblich mitsteuern. Auch der Versorgungsstatus mit Vitaminen und Mineralstoffen kann Symptome sowie Krankheitsaktivität beeinflussen. Darüber hinaus wird deutlich, dass Hashimoto nicht nur die Schilddrüse betrifft, sondern vielfältige weitere Auswirkungen auf den Körper und das Wohlbefinden haben kann.
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Medizin
Bluthochdruck: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen weder Therapie noch gesunde Ernährung

Bluthochdruck: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen weder Therapie noch gesunde Ernährung

Nahrungsergänzungsmittel leisten oft weniger, als sie versprechen. Sie unterliegen keiner Zulassung oder Prüfung auf Wirksamkeit und Sicherheit. Im schlimmsten Fall können sie sogar zu gesundheitlichen Schäden führen. „Das gilt auch für Nahrungsergänzungsmittel, die damit werben, den Blutdruck zu senken“, warnt Prof. Dr. Markus van der Giet, Vorstand der Deutschen Hochdruckliga e. V. „Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruckerkrankungen sollten Nahrungsergänzungsmittel auf keinen Fall als Ersatz für blutdrucksenkende Medikamente einnehmen.“ Zur Vorbeugung von Bluthochdruck empfiehlt die medizinische Fachgesellschaft eine gesunde Ernährung.
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Gesundheitspolitik

USA nicht mehr in der WHO: weniger Geld, fehlende Expertise

US-Präsident Donald Trump hat vor einem Jahr als eine seiner ersten Amtshandlungen den Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfügt. Nach einer Vereinbarung zwischen den USA und der WHO wurde der Austritt nun ein Jahr nach Einreichung der Kündigung wirksam. Theoretisch ist zwar eine in der Vereinbarung genannte Bedingung für den Austritt gar nicht erfüllt. Die USA hätten ihre bisherigen Beiträge voll zahlen müssen, was nicht geschehen ist. Aber die WHO hat keine Handhabe, um das Geld einzufordern oder den Austritt zu verweigern.
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Gesundheitspolitik
Schärfere Regeln bei Online-Krankschreibungen

Schärfere Regeln bei Online-Krankschreibungen

Angesichts der Debatte um die Krankentage deutscher Arbeitnehmer:innen fordert der Hausärztinnen- und Hausärzteverband schärfere Regeln für Online-Krankschreibungen. „Die Bundesregierung muss kommerziellen Online-Anbietern von Krankschreibungen endlich einen Riegel vorschieben“, sagte der Verbandsvorsitzende Markus Beier der „Rheinischen Post“. „Während sich Hausarztpraxen an klare Regeln halten, wird es kommerziellen Anbietern ermöglicht, schnelles Geld mit Pseudo-Attesten zu machen.“ Es sei seiner Ansicht nicht offensichtlich, dass es den Anbietern nicht um Versorgung, sondern um Geldmacherei gehe.
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