Journal MED

Aktuelles

Das E. coli-Bakterium vom Typ K1 gehört bei vielen Menschen zur normalen Darmflora, kann aber bei der Geburt auf Neugeborene übertragen werden und gefährliche Hirnhautentzündungen auslösen. Diese gehören zu den gefährlichsten Infektionen im frühen Leben und verlaufen häufig lebensbedrohlich. Besonders Frühgeborene sind betroffen – in Industrieländern jedes 500. frühgeborene Kind. Eine Impfung ist schwierig zu entwickeln, da die Außenhülle des Erregers der von Körperzellen ähnelt. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun einen Durchbruch erzielt, indem sie auf einen natürlichen Feind des Erregers setzen – ein spezielles Virus aus dem Abwasser, das E. coli K1 zwingt, seine schützende Hülle abzustreifen und dadurch bekämpfbar macht.
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Zum World Asthma Day 2026 stand die Global Initiative for Asthma (GINA) unter dem Motto „Access to anti-inflammatory inhalers for everyone with asthma – still an urgent need”. Passend dazu hat GINA ihre Strategie zur Asthmabehandlung 2026 aktualisiert und bringt relevante Neuerungen – von der Bedarfsmedikation bis zur Biologika-Auswahl. GINA betont damit explizit die Bedeutung inhalativer Kortikosteroide (ICS) für Asthmapatient:innen weltweit mit dem Ziel, Atemwegsentzündung zu behandeln, Asthmamortalität zu senken und die Krankheitslast durch Exazerbationen zu reduzieren [1, 2].
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Medizin
Herzpflaster verbessert Pumpfunktion bei Herzschwäche

Herzpflaster verbessert Pumpfunktion bei Herzschwäche

Forschenden der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) ist ein wichtiger Fortschritt bei der Behandlung schwerer Herzschwäche gelungen: Erstmals konnte in einer klinischen Studie gezeigt werden, dass im Labor gezüchtetes Herzmuskelgewebe die Pumpfunktion geschädigter Herzen verbessern kann. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal New England Journal of Medicine veröffentlicht. Die Studie ist Teil eines Forschungsprogramms des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK). Unterstützt wird die Entwicklung zudem durch das Göttinger Biotechnologieunternehmen Repairon GmbH.
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Medizin

Alzheimer: Donanemab kann kognitiven und funktionellen Abbau über 3 Jahre verlangsamen

Neu veröffentlichte Langzeitdaten aus der Phase-III-Studie TRAILBLAZER-ALZ 2 zur frühen symptomatischen Alzheimer-Krankheit zeigen für die in der EU indizierte Population, dass der unter Donanemab erzielte klinische Effekt über einen Zeitraum von 3 Jahren weiter zunahm, obwohl Patient:innen nach Entfernung der Amyloid-Plaques, spätestens aber nach 18 Monaten, auf Placebo umgestellt wurden. Zudem zeigten die 3-Jahres-Daten keine neuen Sicherheitssignale [1].
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Gesundheitspolitik

AOK: Kinderkrankentage nehmen meistens Frauen

Wenn erkrankte Kinder betreut werden müssen, bleiben dafür laut einer Auswertung der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) nach wie vor meistens berufstätige Frauen zu Hause. Fast drei Viertel der Kinderkrankentage (73%) im vergangenen Jahr nahmen weibliche Kassenmitglieder, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK nach eigenen Versichertendaten ermittelte. Der Anteil der Männer lag bundesweit bei 27%. In Bayern war er am niedrigsten mit 23%, am höchsten in Sachsen mit fast 31%.
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Gesundheitspolitik

Einbeziehen von Vermögen in Pflegefinanzierung

Im Ringen um eine finanzielle Stabilisierung der Pflege werden Vorbehalte gegen ein stärkeres Einbeziehen eigenen Vermögens deutlich. „Wer fordert, selbstgenutztes Wohneigentum oder private Rücklagen künftig stärker zur Finanzierung von Pflege heranzuziehen, muss den Menschen ehrlich sagen, was das konkret bedeutet“, sagte SPD-Gesundheitsexperte Christos Pantazis den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Für viele Familien sei das Eigenheim „keine Luxusreserve“. Menschen erwarteten Sicherheit, wenn sie im Alter auf Pflege angewiesen sind - nicht die Sorge, ihre Lebensleistung zu verlieren.
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Schwerpunkte
Warum moderne Infektionsmedizin mehr braucht als neue Antibiotika

Warum moderne Infektionsmedizin mehr braucht als neue Antibiotika

Die Antibiotika-Resistenz ist heute eine der zentralen Herausforderungen in der Medizin. Gemeint ist die Fähigkeit von Mikroorganismen, antimikrobiellen Wirkstoffen auszuweichen, sodass Infektionen persistieren, schwerer behandelbar werden und mit erhöhter Morbidität und Mortalität einhergehen [1]. Was früher als kalkulierbare Routineinfektion galt, kann heute bei Patient:innen mit Komorbiditäten, Immunsuppression oder wiederholten Krankenhausaufenthalten rasch zur therapeutischen Herausforderung werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt die antimikrobielle Resistenz zu den wichtigsten globalen Gesundheitsbedrohungen. In Europa werden jährlich mehr als 35.000 Todesfälle direkt mit resistenten Erregern assoziiert [2].
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Medizin
Weltnichtrauchertag: Rauchen schadet auch dem Gehirn

Zum Weltnichtrauchertag: Rauchen schadet auch dem Gehirn

Rauchen schädigt nicht nur Lunge und Herz – auch das Gehirn leidet massiv unter Tabakkonsum. Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall, Demenz, ALS, Migräne oder Polyneuropathien treten bei Raucherinnen und Rauchern häufiger auf oder verlaufen z.T. schwerer. Viele dieser Zusammenhänge sind in der Öffentlichkeit bislang kaum bekannt. Zum Weltnichtrauchertag 2026 am 31. Mai macht die Deutsche Gesellschaft für Neurologie auf die oft unterschätzten neurologischen Folgen des Rauchens aufmerksam.
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Gesundheitspolitik
Konzept für Pflegereform von Bundesgesundheitsministerin Warken verzögert sich

Konzept für Pflegereform von Bundesgesundheitsministerin Warken verzögert sich

Das von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) angekündigte Reformkonzept für die Pflegeversicherung verzögert sich. „Wir sind dabei schon weit vorangekommen, aber ein paar Detailfragen sind noch offen", sagte ein Ministeriumssprecher auf Nachfrage in Berlin. Über diese werde regierungsintern diskutiert, dann werde es schnellstmöglich vorgelegt. Einen Zeitplan nannte der Sprecher mit Verweis auf laufende Abstimmungen nicht. Es gehe um eine große Reform mit finanziellen wie strukturellen Themen.
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Gesundheitspolitik
Geflüchtete stoßen auf Hürden bei Arztbesuchen

Geflüchtete stoßen auf Hürden bei Arztbesuchen

Wer nach Deutschland flüchtet, stößt vor allem in den ersten Jahren nach der Ankunft auf Hürden beim Zugang zur Gesundheitsversorgung. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), für die in den Jahren 2023 und 2024 Geflüchtete, die zwischen 2013 und 2022 eingereist waren, befragt wurden. Neben langen Wartezeiten erschwerten auch finanzielle Belastungen und teils große Entfernungen eine rasche Behandlung. Zudem fällt es vielen Geflüchteten demnach schwer, sich im deutschen Gesundheitssystem zu orientieren.
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Medizin
Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Entzündungen treiben Atherosklerose an – und können sie zugleich begrenzen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Entzündungen treiben Atherosklerose an – und können sie zugleich begrenzen

Herz und Gehirn sind auf eine kontinuierliche Sauerstoffversorgung angewiesen. Schon kurze Unterbrechungen des Blutflusses können schwerwiegende Folgen haben – etwa dann, wenn ein Gefäß durch Ablagerungen verengt oder verschlossen wird. Besonders anfällig für solche Ablagerungen sind die Verzweigungen der Blutgefäße. Dort lagern sich Fette wie Cholesterin leichter in der Gefäßwand ab. Es entsteht Atherosklerose – eine schleichende Veränderung der Arterien, die Herzinfarkte und Schlaganfälle begünstigt.
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Medizin
Immuno-Infrarot-Sensor erkennt Alzheimer und Parkinson im Blut

Immuno-Infrarot-Sensor erkennt Alzheimer und Parkinson im Blut

Für Alzheimer stehen inzwischen erstmals therapeutisch wirksame Medikamente zur Verfügung. Auch für Parkinson existieren wirksame symptomatische Therapien. Voraussetzung für eine erfolgreichen Behandlung ist jedoch eine frühzeitige Diagnose – idealerweise durch einen einfachen Bluttest im Rahmen der Vorsorge, noch bevor klinische Symptome auftreten. Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Klaus Gerwert aus der Ruhr-Universität Bochum hat einen solchen Bluttest entwickelt. Grundlage ist der sogenannte Immuno-Infrarot-Sensor, eine neuartige Plattformtechnologie.
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