Journal MED

Aktuelles

Bei der Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose ist eine schnelle Diagnose wichtig, um Nervenschädigungen in Schach zu halten. Hilfreich dabei sind die 2024 überarbeiteten McDonald-Kriterien. Ein Forschungsteam der MHH hat nun in einer Studie untersucht, wie sich die neu hinzugefügten Diagnosepunkte – etwa die Schädigung des Sehnervs – auf die Früherkennung von MS auswirken. Das Ergebnis: Die Erweiterung der Diagnosekriterien trägt erheblich dazu bei, dass sich der Anteil an Erstdiagnosen erhöht. Es werden also mehr MS-Fälle rechtzeitig entdeckt, die zuvor länger unerkannt geblieben sind.
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GLP-1-basierte Medikamente sind innerhalb weniger Jahre weit über die Diabetologie hinaus bekannt geworden. Ausgangspunkt ihrer Entwicklung war die Behandlung des Typ-2-Diabetes. Inzwischen spielen sie auch in der Adipositastherapie eine zentrale Rolle. Ihr Wirkprinzip ist dabei bemerkenswert vielseitig: Sie beeinflussen nicht nur Insulin- und Glucagonsekretion sowie die Magenentleerung, sondern greifen auch in zentrale Mechanismen der Hunger-, Sättigungs- und Belohnungsregulation ein. Gleichzeitig zeigen klinische Studien, dass die Bedeutung der Wirkstoffklasse über Blutzuckerkontrolle und Gewichtsreduktion hinausreicht und zunehmend mögliche Effekte auf verschiedene Organsysteme in den Fokus rücken. Damit stellt sich die Frage, welches therapeutische Potenzial noch in diesem Wirkprinzip steckt und was die nächste Generation GLP-1-basierter Medikamente noch besser machen könnte.
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Medizin
 3 Min|
Epilepsie kann zu häufigem nächtlichem Erwachen führen

Epilepsie kann zu häufigem nächtlichem Erwachen führen

Kurz aufwachen, sich im Bett bewegen und wieder einschlafen: Was wie eine normale Schlafreaktion aussieht, kann bei Menschen mit Epilepsie ein Anfall sein. Solche „epileptischen Arousals“ machten in einer Untersuchung des Universitätsklinikums Freiburg rund ein Viertel aller aufgezeichneten Anfälle aus. Ein Großteil dieser Arousals war mit der üblichen Epilepsie-Diagnostik, einem Elektroenzephalogramm (EEG) auf der Kopfhaut, nicht als Anfall erkennbar. Erst Elektroden direkt im Gehirn zeigten die epileptische Aktivität. Damit könnten bei manchen Patient:innen nächtliche Anfälle unentdeckt bleiben. Die Freiburger Forscher:innen zeigen aber auch einen Weg, über den die Anfälle künftig nicht-invasiv identifiziert werden könnten.
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Gesundheitspolitik
 4 Min|
Obduktion wird durchgeführt, Instrumente liegen auf einem Tisch
Broad Consent der Medizininformatik-Initiative erweitert

Patienteneinwilligung zur Obduktion und Forschungsdatennutzung wird bundesweit standardisiert möglich

Die Plattform für Obduktionen und Pathologie (NATON) des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) hat eine Ergänzung zum bundesweit eingesetzten Broad Consent der Medizininformatik-Initiative (MII) entwickelt: das Modul "Einwilligung zur Obduktion“. Damit können Patient:innen jetzt bundesweit einheitliche ihre Einverständnis zur Obduktion und Forschungsdatennutzung geben.
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Medizin
 4 Min|
Diabetes und Kinderwunsch: Warum Hormontherapie nicht immer die richtige Wahl ist

Diabetes und Kinderwunsch: Warum Hormontherapie nicht immer die richtige Wahl ist

Ein Diabetes mellitus kann die Fruchtbarkeit von Frauen und Männern gleichermaßen beeinträchtigen. Ist bei betroffenen Männern häufig ein niedrigerer Testosteron-Spiegel als Folge des Diabetes der Grund, verursacht die Stoffwechselerkrankung bei Frauen zumeist Zyklusstörungen, ausbleibenden Eisprung oder eine frühzeitige Menopause. Doch in beiden Fällen gilt: Eine Hormontherapie mit Testosteron beziehungsweise Östrogen ist nicht unbedingt die richtige Behandlung. Darauf weist die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hin. Die Fachgesellschaft empfiehlt Betroffenen mit Kinderwunsch, Fragen zur Auswirkung des Diabetes und seiner Therapie frühzeitig mit Spezialist:innen zu besprechen.
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Medizin
 4 Min|
Stechmücke sitzt auf dem Arm eines Mensch, bereit zu stechen

West-Nil-Fieber: Nachwuchs-Forschende modellieren Ausbreitung in Deutschland

Wissenschaftler:innen am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) kalkulieren mit Hilfe unterschiedlicher mathematischer Modelle die zu erwartende Ausbreitung des West-Nil-Virus in Deutschland. Außerdem entwickeln sie Vorhersagemodelle, die berechnen, wie sich Stechmückenpopulationen entwickeln und welche Überwachungs- und Präventionsmaßnahmen am vielversprechendsten sind.
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Gesundheitspolitik
 2 Min|
Organspende: Mehr als 200 Abgeordnete für die Widerspruchsregelung

Organspende: Mehr als 200 Abgeordnete für die Widerspruchsregelung

Im Ringen um mehr Organspenden unterstützen mehr als 200 Bundestagsabgeordnete einen fraktionsübergreifenden Gesetzentwurf zur Einführung einer Widerspruchsregelung. Der Grünen-Gesundheitspolitiker Armin Grau als Mit-Initiator sprach von einem starken Signal, insbesondere für die mehr als 8.000 Menschen auf der Warteliste. Mit der Widerspruchslösung werde sich die Chance auf ein Spenderorgan für viele Menschen erhöhen.
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Medizin
 3 Min|
Neuer Ansatz für sicheren Thromboseschutz

Neuer Ansatz für sicheren Thromboseschutz

Ein Forschungsteam der Experimentellen Biomedizin I des UKW präsentiert in der Fachzeitschrift Signal Transduction and Targeted Therapy einen neuartigen Ansatz zur Vorbeugung von arteriellen Thrombosen und entzündlichen Gewebeschäden, sogenannten thrombo-inflammatorischen Erkrankungen, ohne das Blutungsrisiko zu erhöhen. Anstatt den Thrombozytenrezeptor Glykoprotein VI zu blockieren, haben die Forschenden ihn teilweise herunterreguliert. Eine gezielte Verringerung der Rezeptordichte auf der Oberfläche der Blutplättchen könnte krankhafte Signale zur Bildung von Blutgerinnseln abschwächen und gleichzeitig die normale Blutgerinnung weitgehend erhalten.
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Medizin
 2 Min|
Blutwert weist auf erhöhten Behandlungsbedarf bei Lungenentzündung hin

Blutwert weist auf erhöhten Behandlungsbedarf bei Lungenentzündung hin

Eine Lungenentzündung zählt trotz guter Behandlungsmöglichkeiten weiterhin zu den häufigsten infektionsbedingten Todesursachen. Marburger Forschende haben nun einen Weg gefunden, früher vorherzusagen, welche Patient:innen ein höheres Risiko für eine Behandlung auf der Intensivstation haben oder länger im Krankenhaus bleiben werden. Das Forschungsteam um Dr. Barbara Weckler und Prof. Dr. Bernd Schmeck vom Institut für Lungenforschung der Philipps-Universität hat einen bereits routinemäßig bestimmten Blutwert identifiziert, der dabei helfen könnte. Ihre Studienergebnisse veröffentlichen die Forschenden in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins CHEST.
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Gesundheitspolitik
 4 Min|

Was tut die Bundesregierung gegen die Hitzetoten?

Zehntausende Menschenleben hat die Hitze in diesem Jahr nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts allein in Deutschland gekostet. Erkennbaren Alarm löst das innerhalb der Bundesregierung allerdings nicht aus, zur Empörung von Grünen und Linken. „Ich werde selbstverständlich auch in den nächsten Tagen und Wochen, wenn sich diese Wetterentwicklungen fortsetzen, die Lage weiter beobachten und dazu gegebenenfalls auch öffentlich etwas sagen“, stellte Kanzler Friedrich Merz (CDU) bei seiner Sommerpressekonferenz Mitte Juli in Aussicht. Passiert ist seither nichts.
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