Journal MED

Aktuelles | Beiträge ab Seite 2

Im Rahmen der Diabetes-Herbsttagung 2025 stand die schmerzhafte diabetische Polyneuropathie im Fokus eines interdisziplinären Symposiums. Drei Experten aus Forschung, Praxis und Schmerzmedizin beleuchteten die Erkrankung aus unterschiedlichen Blickwinkeln – von den pathophysiologischen Grundlagen über Diagnostik bis hin zu modernen Therapieansätzen. Ziel war es, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen zu verbinden, um Wege zu einer besseren Versorgung und Lebensqualität für Betroffene aufzuzeigen.
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Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat am 8. Januar 2026 eine aktualisierte Empfehlung zur Pneumokokken-Impfung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren mit Risikofaktoren veröffentlicht. Entsprechend der seit 2023 gültigen Empfehlung für Erwachsene wird auch bei ihnen nun die einmalige Indikationsimpfung mit dem 20-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff PCV20 empfohlen [1]. Eine alleinige oder sequenzielle Impfung sowie Auffrischung mit dem 23-valenten Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff (PPSV23) wird nicht mehr empfohlen. Die STIKO begründet ihre Empfehlung mit der größeren Serotypenabdeckung durch PCV20 im Vergleich zu PCV13 und PCV15 sowie einer vermutlich besseren Wirksamkeit bzw. längeren Schutzdauer im Vergleich zu PPSV23. Zudem vereinheitlicht das neue Impfschema die Empfehlung zur Indikationsimpfung über alle Altersgruppen hinweg. Die PCV20-Impfung für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren wird erst nach Aufnahme in die Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) zur Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung [1].
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Komplementinhibitoren werden erfolgreich zur Therapie verschiedener Autoimmunerkrankungen eingesetzt [1]. Aufgrund ihres Wirkmechanismus ist jedoch das Risiko für eine Infektion mit bekapselten Bakterien erhöht und insbesondere die Vorbeugung einer Infektion mit Meningokokken von großer Bedeutung. Doch wie gestaltet sich die Meningokokkenprophylaxe im Rahmen einer komplementinhibierenden Therapie von Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen konkret? Eine Gruppe aus fünfzehn Expert:innen hat hierzu ein Konsensuspapier erarbeitet, das in der August-Ausgabe 2025 der Online-Zeitschrift DGNeurologie veröffentlicht wurde [2]. Die unter Federführung von Prof. Dr. Achim Berthele, Leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie des TUM Universitätsklinikum München, entstandene Publikation stellt einen wichtigen Beitrag für eine effektive und sichere Behandlung neurologischer Erkrankungen in der DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz)-Region dar.
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Ärzt:innen in Deutschland verschreiben einer Analyse zufolge heute seltener Antibiotika als noch vor gut 15 Jahren. Seit 2010 sind die Verschreibungen um knapp ein Viertel (rund 24%) zurückgegangen, wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) berichtete. Während es im Jahr 2010 rechnerisch 559 Verordnungen pro 1.000 gesetzliche Versicherte gab, waren es 2024 noch 426. Die Auswertung basiert auf vertragsärztlichen Abrechnungsdaten aller gesetzlichen Krankenkassen und wurde am Freitag im „Deutschen Ärzteblatt“ veröffentlicht.
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Medizin
Chronische Nierenkrankheit früh erkennen und Dialyse vermeiden

Chronische Nierenkrankheit früh erkennen und Dialyse vermeiden

Die chronische Nierenkrankheit (CKD) galt lange als schleichend fortschreitend und kaum aufzuhalten. Mehrere aktuelle Studien zeigen nun: Dieses Bild ist überholt. Moderne medikamentöse Therapien können das Fortschreiten der Erkrankung deutlich bremsen – und in vielen Fällen sogar einen langfristigen Stillstand der Nierenschädigung erreichen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine frühzeitige Diagnose. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN) fordert daher ein konsequentes, modernes Nierenscreening – insbesondere bei Risikogruppen.
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Schwerpunkte
Hashimoto ganzheitlich betrachten: Wie Ernährung, Darmgesundheit und Bewegung die Autoimmunerkrankung beeinflussen

Hashimoto ganzheitlich betrachten: Wie Ernährung, Darmgesundheit und Bewegung die Autoimmunerkrankung beeinflussen

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse und eine der häufigsten Ursachen für eine Schilddrüsenunterfunktion. Neben hormonellen Veränderungen spielen immunologische Prozesse, Entzündungen und individuelle Lebensstilfaktoren eine zentrale Rolle im Krankheitsverlauf. Zunehmend rückt auch der Einfluss des Darms und der Ernährung in den Fokus, da sie das Immunsystem und die Entzündungsaktivität maßgeblich mitsteuern. Auch der Versorgungsstatus mit Vitaminen und Mineralstoffen kann Symptome sowie Krankheitsaktivität beeinflussen. Darüber hinaus wird deutlich, dass Hashimoto nicht nur die Schilddrüse betrifft, sondern vielfältige weitere Auswirkungen auf den Körper und das Wohlbefinden haben kann.
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Medizin
Bluthochdruck: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen weder Therapie noch gesunde Ernährung

Bluthochdruck: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen weder Therapie noch gesunde Ernährung

Nahrungsergänzungsmittel leisten oft weniger, als sie versprechen. Sie unterliegen keiner Zulassung oder Prüfung auf Wirksamkeit und Sicherheit. Im schlimmsten Fall können sie sogar zu gesundheitlichen Schäden führen. „Das gilt auch für Nahrungsergänzungsmittel, die damit werben, den Blutdruck zu senken“, warnt Prof. Dr. Markus van der Giet, Vorstand der Deutschen Hochdruckliga e. V. „Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruckerkrankungen sollten Nahrungsergänzungsmittel auf keinen Fall als Ersatz für blutdrucksenkende Medikamente einnehmen.“ Zur Vorbeugung von Bluthochdruck empfiehlt die medizinische Fachgesellschaft eine gesunde Ernährung.
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Gesundheitspolitik

USA nicht mehr in der WHO: weniger Geld, fehlende Expertise

US-Präsident Donald Trump hat vor einem Jahr als eine seiner ersten Amtshandlungen den Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfügt. Nach einer Vereinbarung zwischen den USA und der WHO wurde der Austritt nun ein Jahr nach Einreichung der Kündigung wirksam. Theoretisch ist zwar eine in der Vereinbarung genannte Bedingung für den Austritt gar nicht erfüllt. Die USA hätten ihre bisherigen Beiträge voll zahlen müssen, was nicht geschehen ist. Aber die WHO hat keine Handhabe, um das Geld einzufordern oder den Austritt zu verweigern.
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Gesundheitspolitik
Schärfere Regeln bei Online-Krankschreibungen

Schärfere Regeln bei Online-Krankschreibungen

Angesichts der Debatte um die Krankentage deutscher Arbeitnehmer:innen fordert der Hausärztinnen- und Hausärzteverband schärfere Regeln für Online-Krankschreibungen. „Die Bundesregierung muss kommerziellen Online-Anbietern von Krankschreibungen endlich einen Riegel vorschieben“, sagte der Verbandsvorsitzende Markus Beier der „Rheinischen Post“. „Während sich Hausarztpraxen an klare Regeln halten, wird es kommerziellen Anbietern ermöglicht, schnelles Geld mit Pseudo-Attesten zu machen.“ Es sei seiner Ansicht nicht offensichtlich, dass es den Anbietern nicht um Versorgung, sondern um Geldmacherei gehe.
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Medizin
Darmmikrobiom sagt Komplikationen nach Pankreatitis voraus

Darmmikrobiom sagt Komplikationen nach Pankreatitis voraus

Ein europaweite Studie unter Leitung der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) zeigt, dass die mikrobielle Zusammensetzung des Darms, das sogenannte Darmmikrobiom, Langzeitkomplikationen nach einer schweren akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung vorhersagen kann. Dazu wurde das Darmmikrobiom bei Krankenhausaufnahme analysiert und basierend auf diesen Daten ein computergestütztes Modell entwickelt, das spätere Komplikationen mit den mikrobiellen Veränderungen in Zusammenhang setzt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Gut veröffentlicht [1].
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Medizin
Menschen mit psychischen Erkrankungen erhalten schlechtere Diabetesversorgung

Menschen mit psychischen Erkrankungen erhalten schlechtere Diabetesversorgung

Menschen mit Diabetes und psychischen Begleiterkrankungen werden seltener leitliniengerecht medizinisch kontrolliert als Menschen mit Diabetes ohne psychische Begleiterkrankungen. Eine neue systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse mit Daten von über 5,5 Millionen Menschen zeigt erhebliche Versorgungsunterschiede – mit potenziell gravierenden Folgen für die Lebenserwartung. Die an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg durchgeführte Metaanalyse ist im Fachjournal The Lancet Psychiatry erschienen.
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Gesundheitspolitik

Warken prüft Regeln für telefonische Krankschreibung

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung überprüfen. Die Regierungsparteien hätten sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, Missbrauch auszuschließen, sagte die CDU-Politikerin dem „Tagesspiegel“. „Genau das werden wir angehen und die aktuellen Regelungen auf den Prüfstand stellen. Wir brauchen praktikable Lösungen“, sagte Warken.
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Medizin
Spinale Muskelatrophie: Europäische Kommission erweitert Zulassung für höherdosierte Nusinersen-Therapie

Spinale Muskelatrophie: Europäische Kommission erweitert Zulassung für höherdosierte Nusinersen-Therapie

Die Europäische Kommission hat die Zulassung für eine höherdosierte Therapie mit Nusinersen zur Behandlung der 5q-assoziierten Spinalen Muskelatrophie (5q-SMA) erteilt. Damit wurde die Zulassung des Antisense-Oligonukleotids erweitert: Das neue Dosierungsschema umfasst eine kürzere Aufsättigungsphase mit zwei Aufsättigungsdosen von je 50 mg/5 ml im Abstand von 14 Tagen und anschließend alle vier Monate eine Erhaltungsdosis von 28 mg/5 ml. Patient:innen, die von der bestehenden 12/12-mg-Dosis auf die höhere Dosierung umgestellt werden, erhalten anstelle der nächsten 12-mg-Dosis eine 50-mg-Dosis, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 28 mg alle vier Monate [1].
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Medizin

Aktualisierung der Impfstrategie bei Multipler Sklerose vor und bei Immuntherapie

Die neuen Empfehlungen zur Impfstrategie bei Multipler Sklerose (MS) betonen die dringende Notwendigkeit einer proaktiven und frühzeitigen Impfung. Idealerweise sollte diese vor Beginn einer immunmodulatorischen Therapie erfolgen, um schwere Infektionen und Krankheitsrisiken zu minimieren, die den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen können. Dabei ist es essenziell, die Fragen hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit von Impfungen im Rahmen der Immuntherapie allgemein und individuell für jeden Patienten hinreichend zu klären. Als Hilfestellung für den Praxisalltag hat das krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose e.V. (KKNMS) in diesem Zusammenhang die Pocketcard Impfen aktualisiert [1].
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Gesundheitspolitik
Hausärzt:innen gegen Bestellregeln von Grippeimpfstoff

Hausärzt:innen gegen Bestellregeln von Grippeimpfstoff

Weil sie Grippeimpfstoffe lange im Voraus bestellen müssen, können Arztpraxen nach eigenen Angaben nicht schnell genug auf eine höhere Nachfrage reagieren. Hausärzt:innen fordern daher, von finanziellen Risiken bei solchen Bestellungen befreit zu werden. „Unsere Praxen haben aktuell keinerlei Möglichkeit, auf eine stärkere Nachfrage angemessen zu reagieren. Grund ist die extrem rigide Bestellregelung, die uns keinerlei Flexibilität erlaubt“, betonen Nicola Buhlinger-Göpfarth und Markus Beier, Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
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Medizin
Ionenkanal als Ansatzpunkt für Wirkstoffe gegen Parkinson

Ionenkanal als Ansatzpunkt für Wirkstoffe gegen Parkinson

Lysosomen sind die Recycling-Zentren menschlicher Zellen. Im Inneren der membranumschlossenen Bläschen werden größere Moleküle zerlegt. Fehlfunktionen können neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson zur Folge haben. Forschende der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS), der LMU München, der TU Darmstadt und des Unternehmens Nanion Technologies haben nun die Funktionsweise des Ionenkanals TMEM175 entschlüsselt, der entscheidend an der Regulation der Abbauprozesse beteiligt ist. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Wirkstoffen zur Behandlung oder Vorbeugung der Parkinson-Krankheit.
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Medizin

Aktualisierter Cochrane Review: Wirksamkeit von Cannabis-haltigen Arzneimitteln bei Nervenschmerzen unklar

Medikamente auf Cannabis-Basis helfen bei chronischen Nervenschmerzen möglicherweise nicht oder nur wenigen Menschen, verursachen aber möglicherweise häufig unerwünschte Wirkungen. Das zeigt ein jetzt veröffentlichter, aktualisierter Cochrane Review. Allerdings ist die Studienlage derzeit unbefriedigend. Forschende fordern daher weitere Untersuchungen mit mehr Teilnehmenden und längerer Laufzeit, um das Verhältnis von potenziellem Nutzen und Risiken besser einschätzen zu können.
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