Journal MED

Kardiologie

Medizin
Vorhofohrverschluss bei Vorhofflimmern: Studie zeigt keinen Vorteil gegenüber Medikamenten

Vorhofohrverschluss bei Vorhofflimmern: Studie zeigt keinen Vorteil gegenüber Medikamenten

Der katheterbasierte Verschluss des linken Vorhofohrs gilt als etablierte Alternative zur Hemmung der Blutgerinnung, um lebensbedrohliche Schlaganfälle bei Vorhofflimmern zu verhindern – insbesondere bei Patient:innen mit erhöhtem Blutungsrisiko. Eine jetzt im New England Journal of Medicine veröffentlichte Multicenter-Studie unter Leitung des DHZC in Zusammenarbeit mit dem AFNET e.V. und gefördert durch das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) zeigt jedoch: Bei Hochrisiko-Patient:innen zeigte sich kein Vorteil des katheterbasierten Vorhofohrverschlusses gegenüber einer rein medikamentösen Blutverdünnung [1]. Die Ergebnisse liefern erstmals eine belastbare Grundlage für die klinische Entscheidungsfindung in dieser besonders gefährdeten Patientengruppe.
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Medizin
Blutmarker für Alzheimer könnte auch bei Herz- und Nierenerkrankungen nützlich sein

Blutmarker für Alzheimer könnte auch bei Herz- und Nierenerkrankungen nützlich sein

Ein bestimmtes Eiweiß im Blut, das als früher Hinweis auf Alzheimer gilt, spielt offenbar auch bei anderen Erkrankungen eine Rolle. Forschende des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung (HIH) an der Universität Tübingen haben entdeckt, dass erhöhte Werte des sogenannten phosphorylierten Tau-Proteins (pTau) auch bei zwei weniger bekannten Krankheiten vorkommen, die vorwiegend Herz und Niere betreffen. Diese Ergebnisse eröffnen neue Perspektiven für eine verbesserte Diagnostik und wurden diese Woche im Fachjournal Nature Medicine veröffentlicht [1]. Sie beruhen auf Daten von 280 älteren Menschen aus Deutschland, Italien und den Niederlanden.
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Medizin
Molekularer Schalter für Behandlung nach Herzinfarkt entdeckt

Molekularer Schalter für Behandlung nach Herzinfarkt entdeckt

Mehr als 300.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Herzinfarkt. Der Herzmuskel wird dann nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt, und ein Teil des Gewebes stirbt ab und vernarbt. Zwar kann sich das Herz eines erwachsenen Menschen anders als die Leber kaum regenerieren. Es ist allerdings in der Lage, begrenzte Reparaturvorgänge in Gang zu setzen. Eine wichtige Rolle dabei spielen Makrophagen. Sie beseitigen abgestorbenes Gewebe und setzen die anschließende Selbstheilung in Gang. Doch die Immunzellen sind zwiespältig und können auch negative Prozesse auslösen, die zu chronischer Herzinsuffizienz führen.
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Medizin

Kontrastmittel Gadoquatran zeigt Wirksamkeit bei kardialer MRT

Für das in Entwicklung befindliche, niedrig-dosierte Gadolinium-basierte Kontrastmittel Gadoquatran wurde kürzlich eine Subgruppenanalyse zur kardialen Magnetresonanztomographie (MRT) veröffentlicht. Die Analyse basiert auf einer Subgruppe von Patient:innen aus der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie QUANTI OBR. Diese untersuchte die Wirksamkeit und Sicherheit von Gadoquatran bei Erwachsenen mit bekannten oder vermuteten Erkrankungen – einschließlich kardialer Läsionen –, die sich einer kontrastmittelverstärkten MRT unterzogen.
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Medizin
CHIP-Mutationen erhöhen Herzrisiko bei älteren Patient:innen

CHIP-Mutationen erhöhen Herzrisiko bei älteren Patient:innen

Mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich blutbildende Stammzellen verändern und ungewollte Zellklone produzieren. Man spricht dann von „klonaler Hämatopoese mit unbestimmtem Potenzial", auf Englisch: „clonal hematopoiesis of indeterminate potential“ – abgekürzt CHIP. Einige dieser mutierten Blutzellen stehen im Verdacht, Entzündungsprozesse zu befeuern. Sie können Herz-Kreislauf-Erkrankungen neu auslösen und bereits bestehende kardiovaskuläre Probleme verschärfen. Wissenschaftler:innen des Uniklinikums Freiburg und der Charité – Universitätsmedizin Berlin wollen den genauen Mechanismus bei diesen sogenannten CHIP-Mutationen entschlüsseln, die besonders häufig bei Patient:innen mit Vorhofflimmern vorkommen. Die Deutsche Herzstiftung treibt diese in Fachkreisen viel beachtete Grundlagenforschung jetzt mit Fördergeldern in Höhe von rund 70.000 Euro voran.
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Long COVID: Wie Autoantikörper das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen

Long COVID: Wie Autoantikörper das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen

Viele Menschen fühlen sich Monate nach einer Corona-Infektion noch immer erschöpft, kämpfen mit Herzrasen, Schwindel oder Blutdruckschwankungen. Diese Beschwerden werden heute unter Long COVID oder Post-COVID-Syndrom (PCS) zusammengefasst. Eine neue Studie von Prof. Dr. Boris Schmitz, Prof. Dr. Frank C. Mooren und ihrem Team vom Lehrstuhl für Rehabilitationswissenschaften der Universität Witten/Herdecke (UW/H) bringt nun mehr Klarheit in eine der zentralen Fragen: Warum bleiben manche Menschen so lange krank? Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass bestimmte Autoantikörper dabei eine wichtige Rolle spielen könnten.
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Medizin
Herzinfarkt: Neue Therapie durch Ribonukleinsäure-Hemmung

Herzinfarkt: Neue Therapie durch Ribonukleinsäure-Hemmung

Eine internationale Forschungsgruppe um Prof. Dr. Klaus T. Preissner, Senior Scientist am Kerckhoff Herzforschungsinstitut mit der Justus-Liebig-Universität Gießen gGmbH, hat wichtige neue Erkenntnisse über die Rolle von extrazellulären Ribonukleinsäuren (exRNA) bei Herzinfarkt und Entzündung gewonnen. Die Studie zeigt, dass exRNA unter bestimmten Bedingungen von einem harmlosen Alarmmolekül zu einem schädigenden Krankmacher und Entzündungsmediator werden kann. Sie ist in der Fachzeitschrift „Pharmacological Research" veröffentlicht worden [1].
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Gemeinsame Ursache von Thrombosen und Aortenaneurysmen entdeckt |

Gemeinsame Ursache von Thrombosen und Aortenaneurysmen entdeckt

Einem Forschungsteam der Klinik für Gefäß- und Endovaskularchirurgie des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) ist es gelungen nachzuweisen, wie die Interaktion verschiedener Blutzellen sowohl zur Entstehung einer Thrombose als auch eines Bauchaortenaneurysmas führen kann. Die CD36–TSP-1-vermittelte Interaktion von Thrombozyten und Erythrozyten ist unmittelbar an der Bildung beider Erkrankungen beteiligt. Die Ergebnisse dieser Studie, die unter der Leitung von Prof. Dr. Margitta Elvers und Prof. Dr. Markus Wagenhäuser entstand, wurden kürzlich in der Fachzeitschrift Circulation Research publiziert [1].
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Nikotin bleibt ein global bedeutsamer Herz-Kreislauf-Risikofaktor

Ein internationales Forschungsteam führender Herz- und Gefäßexpert:innen hat eine umfassende wissenschaftliche Analyse zur Rolle von Nikotin als Herz-Gefäß-Risikofaktor veröffentlicht [1]. Im Zentrum der Analyse steht die weltweite Krankheitslast. Sie besagt, dass jedes Jahr 7,7 Millionen Menschen am aktiven Rauchen und weitere 1,3 Millionen durch passives Rauchen sterben. Die meisten dieser Todesfälle sind auf Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Die Analyse zeigt deutlich, dass das Risiko nicht allein von der Tabakverbrennung ausgeht. Vielmehr belastet das Nikotin selbst Herz und Gefäße – und zwar unabhängig davon, ob es über klassischen Tabakrauch, E-Zigaretten-Dampf, Heat-not-burn-Aerosole oder über die Mundschleimhaut mittels Nikotinbeuteln und anderen smokeless oral nicotine products (ONPs) aufgenommen wird.
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Medizin
AHA 2025

Fortgeschrittene Herzinsuffizienz: Positive klinische Ergebnisse zum Einsatz des Herzpflasters

Im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der American Heart Association (AHA) in New Orleans wurden neue Ergebnisse der klinischen Studie BioVAT-HF-DZHK201 zum „Herzpflaster“ vorgestellt. Die Studie untersucht, unter welchen Bedingungen künstliches Herzgewebe in der Behandlung von Patient:innen mit Herzschwäche im Endstadium – einer terminalen Herzinsuffizienz – sicher eingesetzt werden kann. Die Daten zeigen, dass die BioVAT-Transplantate gut vertragen wurden und ein angemessenes Sicherheitsprofil aufweisen.
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Kardiologie
Lipide unter Kontrolle – schon vor dem ersten Infarkt

Lipide unter Kontrolle – schon vor dem ersten Infarkt

Patient:innen mit sehr hohem oder extrem hohem kardiovaskulärem Risiko benötigen oftmals mehr als „nur“ ein Statin und Ezetimib, um ihre Lipidziele zu erreichen. Eine solche Risikokonstellation kann auch schon vor dem ersten Myokardinfarkt oder Schlaganfall vorliegen. Auf einer Pressekonferenz wurden unter anderem aktuelle Daten zur effektiven Lipidsenkung mit dem PCSK9-Inhibitor Alirocumab präsentiert.
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Medizin
Enlicitid Decanoat: Signifikante LDL-Cholesterinsenkung bei heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie
AHA Kongress 2025

Enlicitid Decanoat: Signifikante LDL-Cholesterinsenkung bei heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie

Anlässlich des diesjährigen Kongresses der American Heart Association (AHA) wurden erste Ergebnisse der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie CORALreef HeFH präsentiert. Die Behandlung mit Enlicitid Decanoat, einem in der Entwicklung befindlichen, einmal täglich oral einzunehmenden PCSK9-Inhibitor, führte bei Erwachsenen mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie zu einer statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Reduktion des LDL-Cholesterins von 59,4% verglichen mit Placebo in Woche 24. Die Daten wurden im Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht.
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Colchicin reduziert Schlaganfälle und Herzinfarkte bei Herz-Kreislauf-Patient:innen in Cochrane-Review

Colchicin reduziert Schlaganfälle und Herzinfarkte bei Herz-Kreislauf-Patient:innen in Cochrane-Review

Nehmen Menschen mit arteriosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine niedrige Dosis des alten Gicht-Mittels Colchicin ein, verringert das ihr Risiko, erneut einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden: So lässt sich das Ergebnis eines neuen Cochrane Reviews zusammenfassen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind hierzulande die häufigste Todesursache. Da könnte Colchicin eine leicht verfügbare und kostengünstige weitere Behandlungsoption für Patient:innen mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko sein.
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Vorhofflimmern: Gestörte Kalzium-Kommunikation bringt das Herz aus dem Takt

Vorhofflimmern: Gestörte Kalzium-Kommunikation bringt das Herz aus dem Takt

Eine gemeinsame Studie der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und des Universitätsklinikums Würzburg liefert neue Einblicke, warum Herzmuskelzellen bei Vorhofflimmern aus dem Rhythmus geraten. Eine gestörte Kalzium-Kommunikation zwischen zentralen Zellstrukturen des Herzens könnte dabei ein entscheidender Mechanismus sein. Die Ergebnisse sind im Fachjournal Circulation Research veröffentlicht.
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Geballtes Wissen rund um schwangerschaftsbedingte Herzschwäche

Geballtes Wissen rund um schwangerschaftsbedingte Herzschwäche

Die peripartale Herzschwäche (PPCM) ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung, die zuvor herzgesunde Frauen wenige Wochen vor oder nach der Geburt eines Kindes treffen kann. Dabei kommt es zu einer stark eingeschränkten Pumpleistung der linken Herzkammer. PPCM betrifft eine unter 1.500 bis 2.000 Schwangeren. Sie ereilt Betroffene ohne Vorwarnung und kann binnen kurzer Zeit zu schwerem Herzversagen und sogar zum Tode führen. Die Anzeichen ähneln Beschwerden, die gegen Ende einer Schwangerschaft und kurz nach einer Entbindung häufiger vorkommen: Abgeschlagenheit, Atemnot, Husten, Gewichtszunahme, besonders durch Wassereinlagerungen in Lunge und Unterschenkeln, sowie Herzrasen. PPCM wird daher oft nicht erkannt und tritt vermutlich häufiger auf als angenommen.
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Vericiguat: EU-Zulassung für zweistufiges Dosierungsschema

Vericiguat: EU-Zulassung für zweistufiges Dosierungsschema

Die Europäische Kommission hat das in der Phase-IIb-Studie VELOCITY untersuchte zweistufige Dosierungsschema für Vericiguat zugelassen. Die empfohlene Anfangsdosis beträgt 5 mg statt 2,5 mg Vericiguat einmal täglich bei Patient:innen mit Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF) nach kürzlichem Dekompensationsereignis. Dies verkürzt die Titration von ursprünglich zwei auf nur einen Titrationsschritt und vereinfacht das Therapieschema in der klinischen Praxis.
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Medizin
Kardiale MRT bei KHK: Sinnvolle Ergänzung zur Diagnostik

Kardiale MRT bei KHK: Sinnvolle Ergänzung zur Diagnostik

Die kardiale Magnetresonanztomografie (MRT) ist ein geeignetes nicht invasives Verfahren zur funktionellen Diagnostik bei Patient:innen, bei denen sich nach einer Basisdiagnostik der Verdacht auf chronische koronare Herzkrankheit (KHK) oder Verdacht auf das Fortschreiten einer schon bekannten KHK ergibt: Die kardiale MRT hat eine mindestens vergleichbare Treffergenauigkeit (diagnostische Güte) wie die SPECT (Single Photon Emission Computed Tomography) im Erkennen von KHK. Allerdings kommt die kardiale MRT dabei ohne Strahlenbelastung für die Betroffenen aus.
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