Dienstag, 22. Januar 2019
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Aktuelle Infos für Ärzte

21. Januar 2019

© nechaevkon / Fotolia.com
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Malaria vivax: Medikament soll Leberparasiten verhindern

Malaria vivax ist eine schwere Krankheit, die mit mit hohem Fieber einhergeht und unbehandelt Betroffene wochen- oder monatelang bettlägerig machen kann.  Aber auch nach einer erfolgreichen Behandlung bestehen weiterhin Probleme: Obwohl die derzeit verwendeten Medikamente das Blutstadium von Malaria vivax erfolgreich behandeln, können sie nicht verhindern, dass Malaria-Parasiten in die Leber eindringen und die Krankheit über viele Jahre wiederholt auftritt . Eine internationale, multizentrische Forschungsgruppe, mit großer Beteiligung der MedUni Wien, hat nun in einer Phase-III-Studie gezeigt, dass eine einzige Dosis des Medikaments Tafenoquin ausreicht, um zu verhindern, dass sich dieses „trojanische Pferd“ in der Leber festsetzt.

Amyotrophe Lateralsklerose: Flüssigmedikation bei Schluckbeschwerden

Schluckstörungen gehören zu den häufigsten Beschwerden bei amyotropher Lateralsklerose (ALS). Sie sind für die Patienten sehr belastend und können die ALS-Therapie mit Tabletten erschweren. Der Wirkstoff steht seit dem Jahr 2016 in flüssiger Form zur Verfügung. Die Suspension hat eine nektarartige Konsistenz und einen minimierten betäubenden Effekt (1). Sie ist direkt gebrauchsfertig und über die mitgelieferte Dosierspritze genau dosierbar.

Deutsch-chinesisches Forschungsprojekt: Bessere Immuntherapie bei Hepatitis B

Chronische Infektionen mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) stehen im Mittelpunkt eines Forschungsprojekts von Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Huazhong-Universität (HUST) in Wuhan/China. Unterstützt wird das internationale Forscherteam über ein neues Förderprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der chinesischen National Natural Science Foundation (NSFC).

© anna / Fotolia.com
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Schwangerschafts-Kardiomyopathie: Zeitnahe Diagnostik ist essentiell

Kurzatmigkeit, Abgeschlagenheit und geschwollene Beine: Gegen Ende der Schwangerschaft oder nach der Geburt erscheinen solche Symptome bei einer Frau nicht ungewöhnlich. Sie können aber Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein, der schwangerschaftsbedingten Herzschwäche, medizinisch peripartale Kardiomyopathie (PPCM) oder Schwangerschafts-Kardiomyopathie genannt. „Ein möglicher Auslöser für diese Form der Herzschwäche ist das Stillhormon Prolaktin, das über eine komplexe molekulare Kette das Herz schädigt“, sagt Kardiologe Prof. Dr. med. Johann Bauersachs vom Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung und Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

18. Januar 2019

Schlaganfall: Besserer Schutz durch duale Plättchenhemmung

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) schließen sich einer vor kurzem im BMJ publizierten Praxisempfehlung an, nach einem „Mini-Schlaganfall“ (transitorische ischämische Attacke, kurz TIA) oder einem leichten ischämischen Schlaganfall für eine begrenzte Zeit eine Kombinationstherapie mit den zwei Blutplättchenhemmern Aspirin und Clopidrogrel durchzuführen. Derzeitige Praxis ist es, die Patienten nur mit einem Thrombozyten-Aggregationshemmer zu behandeln, um das Risiko eines zweiten Schlaganfalls zu senken. „Doch doppelt hält besser“, so die Experten. Schließlich kann so die Rate an Schlaganfallrezidiven deutlich reduziert werden.

© abidika / Fotolia.com
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Diabetes mellitus: Häufigkeit in Krankenhäusern wird unterschätzt

Offizielle Statistiken zu Diabetes mellitus in deutschen Krankenhäusern erfassen aufgrund methodischer Schwächen nicht das wirkliche Ausmaß der Erkrankung. Auch Diabetes als Todesursache wird offenbar weitestgehend unterschätzt. Das gibt der Fachbeirat Diabetes des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg jetzt in einer aktuellen Stellungnahme bekannt. Dabei bezieht er sich auf eine systematische Untersuchung am Universitätsklinikum Tübingen. Diese zeigt, dass tatsächlich doppelt so viele Patienten mit Diabetes in baden-württembergischen Kliniken versorgt werden als bislang angenommen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) warnt daher vor einem Mangel an diabetologischem Fachpersonal und finanziellen Kürzungen in diesem Bereich.

Hypoglykämie: Geringe Variabilität in der Glukosesenkung sorgt für niedriges Risiko

Insuline zur Diabetesbehandlung werden immer besser. Doch ein Problem haben sie alle: Sie werden subkutan gespritzt und sind damit erst einmal am falschen Wirkort. Zu viel Insulin in der Peripherie kann ein erhöhtes Hypoglykämierisiko bedingen, da es dort zu einer vermehrten Glukoseaufnahme kommt, betonte Professor Dr. Thomas Forst, Mannheim, anlässlich des Symposiums „Insuline heute und in der Zukunft“ im Rahmen der Diabetes Herbsttagung 2018. Diesem Effekt wirken Analoginsuline entgegen, die besonders schnell absorbiert werden, wie das langwirksame Basalinsulin Insulin degludec.

© Daniela Staerk / Fotolia.com
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Glutenunverträglichkeit: Forscher entdecken Biomarker

Viele Menschen entscheiden sich für eine glutenfreie Ernährung. Während einige glauben, sie würden Gluten nicht vertragen, hören andere, dass das Klebereiweiß z.B. im Brot schädlich sei. Tatsächlich ist die Materie komplex – es gibt viele medizinische Fakten, aber auch viele Halbwahrheiten. Im englischen Sprachraum wird eine Glutenunverträglichkeit ohne Zöliakieerkrankung präzise als non-celiac gluten sensitivity definiert – kurz NCGS.

17. Januar 2019

© SerrNovik / Fotolia.com
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Rheuma: Hohes Risiko für Begleiterkrankungen

Menschen mit Gelenkrheuma haben oft auch ein erhöhtes Risiko für eine Reihe anderer Erkrankungen. Sowohl Herz-Kreislauf-Erkrankungen, als auch Erkrankungen des Bewegungsapparats, der Lunge oder der Psyche sind unter Rheumapatienten häufiger als unter gleichaltrigen Vergleichspersonen ohne rheumatoide Arthritis. Mit Sorge betrachtet die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) zudem, dass Rheumapatienten weniger gut rheumatologisch versorgt sind, je mehr Begleiterkrankungen sie haben. Die DGRh setzt sich deshalb intensiv dafür ein, dass alle Patienten mit einem Verdacht auf Rheuma umgehend an einen Rheumatologen überwiesen und dort mitbetreut werden.  

Asthma: Leitfaden für Anticholinergikum

Tiotropium ist das einzige langwirksame Anticholinergikum, das zur Behandlung von Patienten mit Asthma zugelassen ist. Die Globale Initiative für Asthma (GINA) bietet mit einem neuen Pocket Guide Unterstützung, um schweres Asthma zu diagnostizieren und zu behandeln. Der Leitfaden richtet sich an Allgemeinmediziner, Pneumologen und andere Mediziner, die am Management von Jugendlichen und Erwachsenen mit schwer behandelbarem oder schwerem Asthma beteiligt sind (1).

© ©Milan Lipowski / Fotolia.com
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Plaque-Psoriasis: Interleukin (IL)-23-Hemmer zeigt Überlegenheit in Phase-III-Studie

Auf dem dritten Inflammatory Skin Disease Summit (ISDS) in Wien wurden die Ergebnisse der Phase-III-Studie ECLIPSE vorgestellt, die die Wirksamkeit von Guselkumab in Bezug auf Plaque-Psoriasis untersuchte. Im primären Endpunkt, dem PASI 90-Ansprechen* zu Woche 48, erwies sich Guselkumab als signifikant und klinisch relevant überlegen gegenüber Secukinumab. Es sind die ersten Daten eines direkten Vergleichs zwischen dem Interleukin (IL)-23-Hemmer und dem IL-17-Inhibitor.

16. Januar 2019

Nano-Partikel: Einfluss auf Magen- und Darmflora

Das Darm-Mikrobiom leistet nicht nur unverzichtbare Dienste bei der Verdauung, sondern spielt auch bei verschiedensten Krankheiten eine Rolle. Neue Erkenntnisse über den Einfluss von Nanopartikeln auf Darm-Mikroorganismen haben nun Forscher unter Federführung der Universitätsmedizin Mainz erzielt: Die Kleinstpartikel binden an Darm-Mikroorganismen und beeinflussen so deren Lebenszyklus. Die Forscher beobachteten beispielsweise, dass eine Infektion durch den am Magenkrebs beteiligten Krankheitserreger Helicobacter pylori zurückging, nachdem sich Nanopartikel daran angelagert hatten. Diese Erkenntnisse dienen sowohl als Grundlage für weitere epidemiologische Untersuchungen als auch der Entwicklung „probiotischer Nanopartikel“.

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Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern

Rund 100.000 Kinder in Bayern sind von Asthma betroffen, so der aktuelle bayerische Kindergesundheitsbericht. "Das ist nicht nur für die Kleinen belastend, sondern auch für deren Familien", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern. Mütter, Väter oder Geschwister kommen oft körperlich und psychisch an ihre Grenzen. Hinzu kommt, dass vier von fünf der betroffenen Eltern keine Angebote zur Familienentlastung kennen. "Wir möchten das ändern und mit dem Projekt 'Beratung von Eltern chronisch kranker Kinder im Internet - kurz BEcKI' digital niederschwellige Hilfe anbieten", so Bredl. Partner ist das Universitätsklinikum Ulm, das gemeinsam mit der TK die Kooperation ab sofort auf Bayern ausweitet.

Diabetes – eine unterschätzte Herausforderung in der Pflege

Die stetig steigende Zahl an pflegebedürftigen Menschen mit Diabetes stellt eine wachsende Herausforderung dar. Mit dem Kompaktkurs „Basisqualifikation Diabetes Pflege DDG“ bietet die DDG praktische Hilfe und vermittelt Sicherheit bei der Pflege von Patienten mit Diabetes. Von der DDG qualifizierte Trainer bieten diese Kurse überregional an. Eine Liste der Trainer ist auf der Website abrufbar. Die Trainerteams verfügen sowohl über diabetologisch-ärztliche als auch über Diabetes beratende und pflegerische Qualifikationen. Die Fortbildung für Pflegende umfasst 16 Stunden und kostet 275 Euro. Vermittelt werden vor allem Kompetenzen, um die Pflegeanamnese und die Pflege- bzw. Maßnahmenplanung diabetesbezogen zu erheben bzw. zu gestalten. Zudem geht es darum, Notfälle, Komplikationen und Folgeerkrankungen im Zusammenhang mit einer Diabeteserkrankung zu vermeiden bzw. zu minimieren.

Verbraucherschutz: Blei und Cadmium in Modeschmuck, Pestizide in Kräutern

Erneut gerieten preiswerte Modeschmuckartikel ins Visier der Überwachungsbehörden. Nachdem das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im vergangenen Jahr auf die erhöhten Nickelgehalte in den untersuchten Proben hingewiesen hatte, kritisierte das Bundesamt die Funde von Blei und Cadmium oberhalb der geltenden Grenzwerte. BVL-Präsident Helmut Tschiersky stellte dazu fest: „Die Hersteller und Importeure von Modeschmuck müssen eindeutig mehr tun, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden.“ Nach mehreren Einzelfunden von preiswertem Modeschmuck mit erhöhten Blei- und Cadmiumgehalten ist die Produktgruppe im Jahr 2015 verstärkt durch die amtliche Überwachung kontrolliert worden. Von den 262 durch die Kontrolleure genommenen Proben wiesen 32 Proben (12 Prozent) Bleiwerte oberhalb des geltenden Höchstgehalts von 500 mg/kg auf. Bei einer untersuchten Kette waren die beiden Karabinerhaken sogar vollständig aus Blei gefertigt. Bei 26 Proben (10 Prozent) überschritt der Cadmiumgehalt den Grenzwert von 100 mg/kg.