Montag, 24. September 2018
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Aktuelle Infos für Ärzte

21. September 2018

Breite Evidenz und langjährige Praxiserfahrung mit Tocilizumab bei RA und RZA

Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) bietet sich durch die Behandlung mit Tocilizumab (RoACTEMRA®) die Chance auf eine effektive Krankheitskontrolle: Früh eingesetzt – direkt nach Versagen von krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARD) – zeigt der Interleukin (IL)-6-Rezeptorinhibitor als Mono- wie auch Kombinationstherapie mit Methotrexat (MTX) gute Ansprechraten und führt schnell zu einer Remission (1). Unter einer Tocilizumab-Monotherapie erreichten die Patienten dabei eine signifikant längere Verweildauer als unter einer Tumor-Nekrose-Faktor-Inhibitor (TNFi)-Kombinationstherapie mit MTX (2,3). Dies bestätigen aktuelle Daten einer Interimsanalyse der ARATA-Studie (4), die anlässlich des 46. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) in Mannheim präsentiert wurden. Eine Vorreiterrolle spielt Tocilizumab in der Indikation der Riesenzellarteriitis (RZA)  – seit September 2017 steht der IL-6R-Inhibitor als erstes Biologikum zur Behandlung der RZA zur Verfügung und ermöglicht ein neuartiges Therapiemanagement (5).

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com
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Menopause: Liegt es an den Eizellen?

Es ist nach wie vor ein ungelöstes Rätsel: Warum kommen Frauen in die Menopause? Bislang gibt es unter EvolutionsbiologInnen widersprüchliche Theorien. AnthropologInnen um Susanne Huber und Martin Fieder von der Universität Wien formulieren jetzt eine weitere Erklärung: Die Menopause könnte evolutionsbiologisch die Folge der begrenzten Haltbarkeit der Eizellen sein. Die aktuelle Studie erscheint im renommierten Fachjournal "Scientific Reports".

© Kateryna_Kon / Fotolia.com
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Wehrt die Leber durch Coxsackie-Viren verursachte Herzmuskelentzündungen ab?

Herzmuskelentzündungen können viele Ursachen haben: Gifte, Infektionen oder Autoimmunreaktionen. Die weitaus häufigsten Auslöser für Herzmuskelentzündungen sind Viren – in Europa und den USA meist das Coxsackie-Virus. Forschende am TWINCORE haben sich auf die Spuren des Coxsackie-Virus begeben und kürzlich eine erstaunliche Entdeckung im Journal PLoS Pathogens veröffentlicht: Eine entscheidende Abwehrreaktion während der Coxsackie-Virus Infektion vermitteln Hepatozyten – die Zellen, aus denen unsere Leber aufgebaut ist. Das ist ein wichtiger Baustein, um durch Coxsackie-Viren ausgelöste  Herzmuskelentzündungen besser zu verstehen.

20. September 2018

© VadimGuzhva / Fotolia.com
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Tag des Kinderkrankenhauses am 23. September 2018

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und benötigen eine spezielle medizinische Versorgung in kinderspezifisch ausgerichteten Krankenhäusern. Kinderstationen leiden besonders unter der zunehmenden Ökonomisierung der Medizin. „Nach wie vor werden kindgerechte Leistungen vergleichsweise schlecht vergütet – die konservative und operative Kindermedizin sitzen dabei im gleichen Boot“, erklärt Prof. Dr. Dr. Peter Schmittenbecher, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie e.V. (DGKCH) und Leiter der Kinderchirurgischen Klinik des Städtischen Klinikums Karlsruhe. „Darauf soll der Tag des Kinderkrankenhauses erneut hinweisen, der aber zunächst ein Tag der Freude ist – können wir uns doch eines prinzipiell sehr hohen Qualitätsstandards in der Kindermedizin erfreuen.“

KRONOS: Dreifachkombination bei (mittel-)schwerer COPD mit positiven Effekten auf Lungenfunktion und Exazerbationshäufigkeit

Die Ergebnisse der Phase-III-Studie KRONOS zum Einsatz der Dreifachkombination PT010 wurden anlässlich des diesjährigen Kongresses der European Respiratory Society (ERS) in Paris präsentiert und parallel in The Lancet Respiratory Medicine veröffentlicht (1). In KRONOS wurden Wirksamkeit und Sicherheit der Dreifachkombination PT010 (Budesonid/Glycopyrronium/Formoterolfumarat) bei Patienten mit mittelschwerer bis sehr schwerer chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) – unabhängig von der Exazerbationshistorie – gegen Bevespi AerosphereTM* (2), Symbicort® Turbohaler®** (3) und PT009*** getestet. Insgesamt wurden 8 der 9 primären Lungenfunktionsendpunkte sowie ein wichtiger sekundärer Endpunkt erreicht: Dieser zeigte eine statistisch signifikante Reduktion der Rate an mittelschweren oder schweren Exazerbationen im Vergleich zu Bevespi Aerosphere (2) (52%) bei einer Patientenpopulation ohne Exazerbationen in den vorangegangenen 12 Monaten. Eine numerische Verringerung von Exazerbationen konnte außerdem gegenüber PT009 und Symbicort Turbohaler (3) (18% bzw. 17%) nachgewiesen werden.

© Alexander Raths / Fotolia.com
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Reden ist Gold! Online-Schulung hilft beim Arzt-Patienten-Gespräch

Eine an der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden entwickelte Online-Schulung hilft beim Arzt-Patienten-Gespräch: Das gemeinsam mit europäischen Projektpartnern entstandene Kommunikationstraining ist in mehreren Sprachen frei verfügbar und bietet Ärzten das nötige Wissen für schwierige Gesprächssituationen oder in der Kommunikation mit unterschiedlichen Patientengruppen.

© thodonal / Fotolia.com
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Stress beeinflusst Regulation des Blutflusses im Gehirn

Verschiedene Studien mit bildgebenden Verfahren deuten auf einen Zusammenhang zwischen chronischem Stress und Veränderungen in den Hirnregionen hin, die Stressreaktionen koordinieren. Während akute Stressreaktionen der Anpassung des Organismus daran dienen, kann chronischer Stress zu psychiatrischen Erkrankungen führen. Um herauszufinden, was das Gleichgewicht stört, haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie das Zusammenwirken zwischen akutem Stress und dem Prozess, der den Blutfluss zu bestimmten Gehirnbereichen reguliert, untersucht.

19. September 2018

Colitis ulcerosa und Morbus Crohn: 4 Jahre Erfahrung mit Vedolizumab als Firstline-Biologikum

Bei Colitis ulcerosa (CU) und Morbus Crohn (MC) sollte möglichst in einem frühen Krankheitsstadium, im „window of opportunity“, eine geeignete Therapie mit guter Wirksamkeit zum Einsatz kommen, um Krankheitsprogression und Komplikationen zu verhindern (1). Der seit 2014 in Europa zugelassene darmselektiv wirkende (2) α4β7-Integrin-Antagonist Vedolizumab (Entyvio®*) nimmt hierbei im Therapiealgorithmus einen wichtigen Stellenwert ein. Klinische Studien bestätigen Vedolizumab eine gute Langzeit-Wirksamkeit und -Sicherheit in der Therapie von erwachsenen CU- und MC-Patienten und untermauern zudem den Einsatz bei Biologika-naiven Patienten (3-5). Real-World-Daten unterstützen diese Ergebnisse und geben neue Impulse für die moderne Behandlung dieser Erkrankungen (6-10). Vedolizumab wird sowohl in den Europäischen CU- und MC-Leitlinien (11,12) als auch in der neuen S3-Leitlinie Colitis ulcerosa (13) der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) u.a. als ein Firstline-Biologikum empfohlen.

Muskelrelaxanzien erhöhen das Risiko von Lungenkomplikationen

Für einige Operationen ist es notwendig, Muskeln während der Narkose mit Medikamenten zu entspannen. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass damit Risiken für die Lungenfunktion verbunden sind. POPULAR, eine prospektive Beobachtungsstudie unter Leitung der Technischen Universität München (TUM) gefördert von der Europäischen Gesellschaft für Anästhesiologie (ESA) bestätigt den Zusammenhang zwischen Muskelrelaxanzien und postoperativen Lungenkomplikationen (1).

© WavebreakMediaMicro / Fotolia.com
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Kreuzschmerz klug behandeln: Welche Therapie ist sinnvoll und wann?

Fast jeder Mensch leidet mindestens einmal im Leben an Kreuzschmerzen. Wie man diagnostisch vorgeht und wie man behandelt ist im Wesentlichen abhängig von der Schmerzursache. Maßgeblich hierfür sind zwei Leitlinien. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz wurde unter Beteiligung von Orthopäden und Unfallchirurgen überarbeitet und 2017 aktualisiert. Neu erschien zur Ergänzung in 2018 die unter Federführung von Orthopäden und Unfallchirurgen erstellte Leitlinie Spezifischer Kreuzschmerz. Wie Arzt und Patient bei Kreuzschmerzen am besten vorgehen, erklären Experten auf einer Pressekonferenz, die am 24. Oktober im Rahmen des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) 2018 in Berlin stattfindet.

Ziel HCV-Eliminierung: Die letzten medizinischen Hürden sind genommen

Die chronische Hepatitis-C-Virus(HCV)-Infektion hat heute auf einfache, gut verträgliche Weise eine hohe Chance auf Heilung. In der Regel können mit den heute zur Verfügung stehenden pangenotypischen Therapieregimen Heilungsraten von mehr als 95% erzielt werden (1). Für die größte Patientengruppe, therapienaive Patienten ohne Zirrhose, lassen sich zum Beispiel mit Sofosbuvir/Velpatasvir (Epclusa®) SVR12-Raten von bis zu 100% erzielen, mit einem Nebenwirkungsprofil ähnlich Placebo-Niveau (2-4). Zudem können Patienten über alle Genotypen und Fibrosestadien hinweg behandelt werden (1-5). Für mit interferonfreier DAA-Kombinationstherapie (inkl. NS5A-Inhibitoren) vorbehandelte Patienten ohne und mit kompensierter Zirrhose, die lange Zeit schwierig zu behandeln waren, steht schließlich als bislang einziges zugelassenes Medikament Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir (Vosevi®) zur Verfügung (6). Mit diesen Optionen ist die Elimination der Hepatitis C noch realistischer geworden. Was jetzt noch gefragt ist, ist eine einheitliche Screening-Strategie und eine stärkere Unterstützung durch die Politik. 

© fotoliaxrender / Fotolia.com
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Biophysikalische Grundlagen von weißen Blutkörperchen untersucht

In unserem Blut schwimmen Millionen weißer Blutkörperchen, die Eindringlinge wie Bakterien oder Tumorzellen bekämpfen. Bestimmte Arten weißer Blutkörperchen (Neutrophile) schleusen ihr eigenes Erbgut aus, um diese Fremdkörper einzufangen und zu töten. Dieser Vorgang nennt sich NETose. Bislang war allerdings unklar, wie das Erbgut überhaupt aus dem Zellkern und der Zelle herausgelangt. Ein Forscherteam der Universität und Universitätsmedizin Göttingen (UMG) hat nun die biophysikalischen Prozesse untersucht, die die Freisetzung des Erbguts kontrollieren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Communications erschienen.

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