Freitag, 20. April 2018
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Aktuelle Infos für Ärzte

19. April 2018

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com
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Neues Positionspapier zu Anämie-Grenzwerten

„Anämie beim älteren Menschen ist keine normale Alterserscheinung, sondern gehört abgeklärt“, sagt Dr. Gabriele Röhrig, Leiterin der Arbeitsgruppe Anämie im Alter der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und Oberärztin im Medizinischen Versorgungszentrum Medicum Köln Ost, wo sie gerade das Zentrum für spezialisierte geriatrische Diagnostik (ZGD) aufbaut. Zusammen mit 3 weiteren Wissenschaftlern aus Köln, Hamburg und Mannheim hat sie nun die Belege dafür zusammengetragen, dass bei älteren Patienten dieselben Grenzwerte für Blutanalysen gelten wie bei jüngeren Patienten. Die Forschungsergebnisse wurden jetzt in einem neuen Positionspapier veröffentlicht.

© mapoli-photo / Fotolia.com
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Weit verbreiteter Jodmangel mindert die Intelligenz bei Kindern

Der Mikronährstoff Jod ist essentiell für die Entwicklung von Intelligenz bei Kindern und Jugendlichen. Mit der Krakauer Erklärung zu Jod (Kraków Declaration on Iodine) fordern Wissenschaftler des EU-geförderten Projektes EUthyroid und mehrere Interessengruppen Entscheidungsträger in Europa auf, jetzt politische Maßnahmen zu setzen, die dem weitverbreiteten Jodmangel entgegenwirken. Gestern präsentierten europäische Wissenschaftler aus 27 Ländern in Krakau (Polen) ihre Ergebnisse zu dem derzeitigen Stand von Jodmangelerkrankungen, die innerhalb des Projekts EUthyroid (Projektnummer: 634453) entstanden sind, das vom Horizon2020 Forschungs- und Innovationsprogramm gefördert wurde.

Primäre Biliäre Cholangitis: Langzeitbehandlung mit Obeticholsäure mit Stabilisierung von Fibrosen assoziiert

Beim Internationalen Leberkongresses 2018 (EASL) wurden neue Daten zur Langzeitbehandlung mit Obeticholsäure (OCA) von Patienten mit Primär Biliärer Cholangitis (PBC) bekannt gegeben. Leberbiopsiedaten aus der Substudie der Phase-III-Studie POISE bestätigen, dass Obeticholsäure das Potenzial besitzt, die Entwicklung einer Fibrose und Zirrhose aufgrund Primär Biliärer Cholangitis (PBC) umzukehren oder aufzuhalten.  

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com
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TRIBUTE-Studie: Evidenz für die Dreifach-Therapie bei COPD-Patienten

Studiendaten, die u.a. im Rahmen von Zulassungsverfahren für neue Produkte erhoben wurden, haben jüngst viel Bewegung in die Behandlung der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) gebracht. Sie zeigen, dass bereits vortherapierte COPD-Patienten mit einer Vorgeschichte von Exazerbationen von einer Dreifach-Kombination der 3 bewährten Wirkprinzipien LAMA, LABA und ICS in einem Inhalator profitieren können. Während die Bronchodilatation durch einen Muskarin-Antagonisten (LAMA) und einen Beta-2-Agonisten (LABA) erfolgt, wirkt das inhalative Kortikosteroid (ICS) entzündungshemmend. Neue Studienergebnisse zu Dreifach-Fixkombinationen zeigen, dass die Behandlung mit einer ICS-haltigen Dreifach-Therapie Exazerbationen wirksamer verhindert als duale Kombinationstherapien (ICS/LABA, LAMA/LABA) (1,2).

18. April 2018

Pulmonale Alveolarproteinose: Therapieansatz mit hochpotenten induzierten pluripotenten Stammzellen

Zellen von Patienten so zu verändern, dass sie defekte oder fehlende Zellen des Patienten ersetzen können – diesem Ziel sind Forscher ein Stück näher gekommen. Sie beschäftigten sich mit der erblichen Pulmonalen Alveolarproteinose (PAP). Bei dieser seltenen, lebensgefährlichen Erkrankung sind die Makrophagen in der Lunge defekt. Um diese zu ersetzen, stellten die Forscher aus reifen menschlichen Zellen hochpotente induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen) her. Sie ließen diese im Labor zu Fresszellen heranreifen, um sie dann in die Lungen erkrankter Mäuse zu transplantieren. Bei den Mäusen war das Immunsystem so verändert worden, dass es dem des Menschen ähnelte und das Anwachsen der Zellen in der Lunge erleichterte. Der Erfolg kann sich sehen lassen: Die Zellen passten sich dem Lungenmilieu an, die Erkrankung verbesserte sich, und es traten keine wesentlichen Nebenwirkungen auf.

Einfluss des Immunzell-Fettsäurestoffwechsels auf die Tuberkulose-Abwehr

Dass der Fettsäurestoffwechsel die Funktion von Immunzellen beeinflusst – etwa von T-Zellen – ist inzwischen bekannt und belegt. Aber welche konkrete Bedeutung haben Veränderungen im Metabolismus von Immunzellen bei einer Infektion? Wissenschaftler am TWINCORE wollten genau wissen, welche Folgen eine Veränderung des Fettsäurestoffwechsels der beteiligten Immunzellen bei einer Infektion mit Mycobacterium tuberculosis hat. Besonders Makrophagen und Dendritische Zellen in der Lunge sind an der ersten Abwehr einer Tuberkulose beteiligt und standen im Fokus der Untersuchungen.

Spannender Ansatzpunkt im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen

Jährlich sterben laut WHO rund 700.000 Menschen an den Folgen von Antibiotikaresistenzen, in Deutschland sind es rund 6.000 Menschen, denen mit Antibiotika nicht gegen bakterielle Infekte geholfen werden kann. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es einen Punkt im Herstellungsweg der Proteine gibt, an dem Bakterien diesen regulieren können. Das könnte ein Ansatzpunkt für die Entwicklung neuer Antibiotika sein und dabei helfen, Antibiotikaresistenzen zu überwinden.

LAMA/LABA-Kombinationen sind wesentliche Säule der COPD-Therapie

In der Therapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) vollzieht sich ein Paradigmenwechsel. Fixkombinationen aus einem langwirksamen Anticholinergikum (LAMA) und einem Beta-2-Agonisten (LABA) haben dabei einen zentralen Stellenwert, erläuterten führende Experten im Rahmen einer Fachpressekonferenz auf dem 59. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Diese Erkenntnisse beruhen auf den Empfehlungen des GOLD-Positionspapiers (Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease) 2018 und der kürzlich veröffentlichten deutschen Leitlinie zur Therapie von Patienten mit COPD.

© JPC-PROD / Fotolia.com
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Darmflora als Bindeglied zwischen Kochsalzkonsum und Bluthochdruck

Bis zu 5 Gramm pro Tag – mehr Kochsalz sollte ein gesunder Erwachsener nicht zu sich nehmen, so die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In Deutschland und anderen westlichen Ländern wird dieser Wert jedoch regelmäßig überschritten, vor allem Fertigprodukte enthalten deutlich zu viel Salz. In der Folge steigt das Risiko für Bluthochdruck, eine der am weitesten verbreiteten Volkskrankheiten. Doch auf welche Weise das Salz den Blutdruck in die Höhe treibt, ist bislang weitgehend unklar. Eine von Dr. med. Nicola Wilck von der Berliner Charité vorgelegte Arbeit gibt Hinweise darauf, dass Veränderungen der Darmflora hierbei eine wesentliche Rolle spielen. Für die kürzlich im Wissenschaftsmagazin „Nature“ veröffentlichte Studie erhält Wilck den diesjährigen Theodor-Frerichs-Preis, den die DGIM verliehen hat.

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Über 6 Millionen an Osteoporose erkrankt

6,3 Millionen Menschen leiden heute in Deutschland an Osteoporose.(1) Jede vierte Frau über 50 Jahren ist betroffen, jeder 17. Mann.1 Jedes Jahr erkranken rund 885.000 Menschen neu an der Volkskrankheit.(1) Häufig bleibt jedoch die Krankheit unerkannt und unbehandelt. Nur 25 Prozent der Erkrankten werden in Deutschland medikamentös behandelt.(2) Im Vergleich: In Frankreich erhalten fast 60 Prozent der Erkrankten, in Spanien über 80 Prozent eine Osteoporose-Therapie.(2) Diagnose- sowie Behandlungsmöglichkeiten werden in Deutschland nicht ausreichend genutzt, warnen Experten anlässlich des Welt Osteoporose Tags am 20. Oktober.