Journal MED

Aktuelles

Auf dem 21. Kongress der European Crohn's and Colitis Organisation (ECCO) in Stockholm präsentierte Eli Lilly neue Langzeitdaten zu Mirikizumab [1] bei Morbus Crohn (MC): 91% der behandelten Patient:innen konnten eine in Woche 52 erzielte steroidfreie klinische Remission bis Woche 152 aufrechterhalten [2]. Mirikizumab ist damit der bislang erste und einzige Interleukin(IL)-23p19-Inhibitor mit nachgewiesener, anhaltender Wirksamkeit über drei Jahre bei MC und gleichzeitig über vier Jahre bei Colitis ulcerosa (CU) – verbunden mit einem überzeugenden Sicherheitsprofil [2-4]. In beiden Indikationen zeigen aktuell vorgestellte Daten darüber hinaus, dass Hospitalisierungs- und Operationsraten im Langzeitverlauf deutlich reduziert werden können [5, 6].
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In vielen Regionen Deutschlands besteht ein hohes Risiko, sich durch einen Zeckenstich mit dem Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)-Virus zu infizieren. Seit Beginn der Erfassung dieser Risikogebiete sind fast in jedem Jahr neue Regionen dazugekommen, so auch dieses Jahr. Nach aktuellen Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) zählen zwei neue Regionen, darunter der Landkreis Nordsachsen in Sachsen und der Stadtkreis Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt, ab sofort dazu [1]. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den FSME-Fallzahlen wider: 693 gemeldete Erkrankungen im Jahr 2025 markieren den dritthöchsten Wert seit Beginn der Erfassung. Die FSME-Impfung bietet den zuverlässigsten Schutz vor einer FSME-Infektion. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie allen Personen, die in einem FSME-Risikogebiet leben oder einen Aufenthalt dorthin planen und mit Zecken in Kontakt kommen können [2].
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Medizin
Nährstoff-Timing beeinflusst Genaktivität im Fettgewebe

Nährstoff-Timing beeinflusst Genaktivität im Fettgewebe

Ob wir morgens eher Kohlenhydrate oder Fette essen, könnte mitbestimmen, wie unser Stoffwechsel arbeitet. Prof. Olga Ramich vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin hat gemeinsam mit ihrem Team nun erstmals am Menschen gezeigt, dass die zeitliche Verteilung der Aufnahme von Kohlenhydraten und Fetten die Aktivität von mehr als tausend Genen im Fettgewebe über den Tag hinweg verändert – darunter Gene, die den Zucker- und Fettstoffwechsel sowie Entzündungsprozesse steuern. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Food Research International veröffentlicht [1].
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Medizin
Warum sich das Immunsystem über Jahrzehnte an Impfungen erinnert

Warum sich das Immunsystem über Jahrzehnte an Impfungen erinnert

Warum kann sich das menschliche Immunsystem oft ein Leben lang an eine Impfung erinnern? Forschende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und des Uniklinikums Erlangen sind dieser Frage nachgegangen. Ihre Studie liefert eine überraschend klare Antwort: Die Abwehr-Zellen, die für das immunologische Gedächtnis verantwortlich sind, schalten demnach frühzeitig in eine Art Standby-Modus. In diesem Zustand können sie viele Jahrzehnte überleben. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Nature Immunology veröffentlicht [1].
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Gesundheitspolitik
Mehrheit der Bundesbürger findet Zuckersteuer positiv

Mehrheit der Bundesbürger findet Zuckersteuer positiv

Die Idee einer Steuer auf zuckerhaltige Getränke stößt in der Bevölkerung einer Umfrage zufolge auf große Zustimmung. 60% der Befragten bewerten eine Steuer positiv, deren Höhe mit dem Zuckergehalt des Getränks steigt, wie eine repräsentative Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag von „web.de News“ ergab. 33% lehnen den Vorstoß demnach ab, 7% können sich nicht entscheiden.
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Medizin

Adipositas: Neue Studienergebnisse zu Häufigkeit und Gesundheitsrisiken

Eine internationale Forschungsgruppe hat untersucht, wie viele Menschen von präklinischer und klinischer Adipositas betroffen sind und welche Gesundheitsrisiken damit verbunden sind. Das Team unter der Leitung von Prof. Matthias Schulze vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) fand heraus, dass nahezu alle Menschen mit Adipositas, also einem Body Mass Index (BMI) von mindestens 30 kg/m², weitere messbare Anzeichen erhöhter Körperfettmasse aufweisen und rund 80% der Betroffenen bereits gesundheitliche Folgeprobleme haben. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht [1].
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Medizin
Epilepsie: Wie Wearables und Sensoren Anfälle, Alltag und Therapie verändern
DGKN 2026

Epilepsie: Wie Wearables und Sensoren Anfälle, Alltag und Therapie verändern

Das Therapiemonitoring bei kurzzeitigen, wiederkehrenden Symptomen wie epileptischen Anfällen ist bislang schwierig und stützt sich häufig auf fehleranfällige Symptomtagebücher und punktuelle Untersuchungen ohne klaren zeitlichen Bezug zur Krankheitsdynamik. Epileptische Anfälle können potenziell lebensbedrohlich sein und zu schweren Verletzungen oder zum plötzlichen Epilepsietod (sudden unexpected death in epilepsy, SUDEP) führen. Klinisch geprüfte Wearables zur Detektion könnten das Risiko reduzieren [1].
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Medizin
Molekularer Schalter für Behandlung nach Herzinfarkt entdeckt

Molekularer Schalter für Behandlung nach Herzinfarkt entdeckt

Mehr als 300.000 Menschen erleiden in Deutschland jedes Jahr einen Herzinfarkt. Der Herzmuskel wird dann nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt, und ein Teil des Gewebes stirbt ab und vernarbt. Zwar kann sich das Herz eines erwachsenen Menschen anders als die Leber kaum regenerieren. Es ist allerdings in der Lage, begrenzte Reparaturvorgänge in Gang zu setzen. Eine wichtige Rolle dabei spielen Makrophagen. Sie beseitigen abgestorbenes Gewebe und setzen die anschließende Selbstheilung in Gang. Doch die Immunzellen sind zwiespältig und können auch negative Prozesse auslösen, die zu chronischer Herzinsuffizienz führen.
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Hämatologie
GTH-Kongress

Non-Faktor-Therapie mit Marstacimab bei der Hämophilie: Positive Erfahrungen im Praxisalltag

Seit einem Jahr steht Marstacimab zur Routineprophylaxe bei Patient:innen mit schwerer Hämophilie A oder B ohne Hemmkörper ab zwölf Jahren in Deutschland zur Verfügung. Mittlerweile werden bereits 30 Patient:innen mit dem monoklonalen Antikörper gegen den Tissue Factor Pathway Inhibitor (TFPI) behandelt. Er wird einmal wöchentlich mittels Fertigpen in fixer Dosierung subkutan injiziert und hat damit das Potenzial, die Behandlungslast der Betroffenen zu verringern.
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Gesundheitspolitik

Koalition ringt um Nachbesserungen an Klinikreform

Die schwarz-rote Koalition ringt um geplante Nachbesserungen an der umstrittenen Krankenhausreform. Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) verwies in Berlin auf laufende Gespräche mit den Ländern. „Wir wollen gerne ein Gesetz, das eine Mehrheit im Bundestag und im Bundesrat findet“, sagte er vor einer Fraktionssitzung. „Wenn es eine Woche länger dauert, dafür aber gemeinsam getragen wird, dann ist das eine gut investierte Woche.“
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Medizin
Inebilizumab erhält EU-Zulassung bei Myasthenia gravis

Inebilizumab erhält EU-Zulassung bei Myasthenia gravis

Die Europäische Kommission hat die Indikationserweiterung für Inebilizumab genehmigt [1]. Das Medikament ist nun als Zusatzbehandlung zur Standardtherapie für Erwachsene mit generalisierter Myasthenia gravis zugelassen, die positiv auf anti-Acetylcholinrezeptor (AChR)- oder anti-Muskel-spezifische Tyrosinkinase (MuSK)-Antikörper getestet wurden. Die neu zugelassene Indikationserweiterung kann Patient:innen eine neue, zielgerichtete Behandlungsoption bieten – mit dem Potenzial einer langfristigen Krankheitskontrolle durch zweimal jährliche Erhaltungsdosierungen nach zwei anfänglichen Initialdosierungen [1].
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Medizin
Patient:innen mit seltenen endokrinologischen Erkrankungen warten oft jahrelang
Cushing-Syndrom: Vier Jahre bis zur Diagnose

Patient:innen mit seltenen endokrinologischen Erkrankungen warten oft jahrelang

Vier Jahre lang warten Menschen, die am lebensbedrohlichen Cushing-Syndrom leiden, im Schnitt auf die richtige Diagnose. Die Folgen für die Betroffenen: Komplizierte Verläufe und ein bis zu dreifach erhöhtes Sterberisiko. Eine heute veröffentlichte Übersichtsarbeit zur Versorgungslage in der Endokrinologie hat jetzt Ausmaß und Ursachen von Versorgungslücken bei seltenen hormonellen Erkrankungen herausgearbeitet. Ein entscheidender Faktor: Im Vergleich zu anderen europäischen Gesundheitssystemen gibt es hierzulande deutlich weniger Fachärzt:innen für Endokrinologie. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE) fordert deshalb gemeinsam mit den Autor:innen der Arbeit mehr Weiterbildungsstellen, eine bessere Vernetzung der Versorgung und eine gezielte Stärkung der Früherkennung.
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Medizin

Neue S3-Leitlinie Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung

In der neuen S3-Leitlinie „Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung" haben die beteiligten Fachgesellschaften und Berufsgruppen sowie die Vertreterinnen der Zielgruppe, also der Stillenden, zwei neue Empfehlungen zur Stilldauer verabschiedet. Die Leitlinie ist im Rahmen der Nationalen Strategie zur Stillförderung entstanden. Koordiniert wurde sie von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ), der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) und der Deutschen Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V. (DGHWi). Die Leitlinie empfiehlt, reifgeborene Kinder in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich oder überwiegend zu stillen. Darüber hinaus wird eine Gesamtstilldauer von mindestens zwölf Monaten empfohlen.
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Patienteninfos

Wie gut hilft Intervallfasten beim Abnehmen?

Intervallfasten liegt seit einiger Zeit sehr im Trend. Es soll angeblich Gewicht reduzieren und den Stoffwechsel positiv beeinflussen. Eine neue veröffentlichte Übersichtsarbeit geht der Frage nach wie stark Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas durch Intervallfasten abnehmen. Dabei konnte gezeigt werden, dass Intervallfasten nicht wirksamer ist als andere Diäten, aber wahrscheinlich etwas mehr als ohne gezielte Ernährungsintervention [1].
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Gesundheitspolitik
Fachärzteverband wehrt sich gegen Schuldzuweisungen

Fachärzteverband wehrt sich gegen Schuldzuweisungen

Die Auseinandersetzung um Sinn und Kosten bei vom Hausarzt vermittelten Facharztterminen wird nach Ansicht des BFAV-Vorstandes zu einem „für Patienten schädlichen Kesseltreiben“ gegen Kolleg:innen missbraucht. Es wird gefordert, angebliche Doppelvergütungen einzusparen. Mit diesem „Terminzwang-Diktat“, so BFAV-Vorstand Dr. Klaus Holler werden „Freiberuflichkeit und Leistung inzwischen selbst von den Parteien der Mitte mit Füssen getreten.“ Statistiken werden schamlos frisiert, kritisiert Holler die Verbreitung von gezielten Falschinformationen über die Vergütung und Terminvergabe von Fachärzt:innen.
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