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Medizin
Remimazolam erweitert Optionen in Sedierung und Anästhesie

Remimazolam erweitert Optionen in Sedierung und Anästhesie

Neue Wirkstoffe sind in der Anästhesiologie eine Rarität. Erstmals seit der Einführung von Propofol steht in Deutschland nun seit Januar 2026 ein intravenöses Anästhetikum der neuen Generation zur Verfügung – Remimazolam. Das ultrakurzwirksame Benzodiazepin zeichnet sich durch die Kombination aus guter Steuerbarkeit und Verträglichkeit aus. Die besonderen pharmakokinetischen und -dynamischen Eigenschaften von Remimazolam machen die Substanz zu einer vielversprechenden Option für ein breites Spektrum an Anwendungen, sowohl im Operationssaal als auch für viele Eingriffe im ambulanten Bereich. Remimazolam ist in der Europäischen Union in zwei Dosierungen zugelassen: 20 mg zur prozeduralen Sedierung und 50 mg zur intravenösen Einleitung und Aufrechterhaltung einer Allgemeinanästhesie bei erwachsenen Patient:innen [1, 2].
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Medizin
Epigenetische Marker ermöglichen präzisere Risikoabschätzung bei Prädiabetes

Epigenetische Marker ermöglichen präzisere Risikoabschätzung bei Prädiabetes

Prädiabetes ist eine äußerst heterogene Stoffwechselstörung. Wissenschaftler:innen mehrerer Partnerinstitute des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) e.V. haben jetzt mit künstlicher Intelligenz (KI) epigenetische Marker identifiziert, die auf ein erhöhtes Risiko für Folgeerkrankungen hinweisen. Bereits eine einfache Blutprobe könnte ausreichen, um Hochrisikopersonen für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes und seiner Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Die Studie zeigt, wie datengetriebene Ansätze und molekulare Medizin bei der Diagnostik ineinandergreifen.
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Gesundheitspolitik

Drohender Engpass bei Antibiotika

Wegen drohender kritischer Lieferengpässe bei bestimmten Antibiotika greifen für sie jetzt Sonderregeln zum Sichern der Versorgung. Das Bundesgesundheitsministerium gab bei Arzneimitteln mit dem Wirkstoff Benzylpenicillin-Benzathin, die gespritzt werden, einen Versorgungsmangel bekannt. Diese Feststellung erlaubt nun befristet Abweichungen von Vorgaben, um ein leichteres Ausweichen auf importierte Produkte zu ermöglichen.
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Gesundheitspolitik
Hoher Krankenstand kostet Wirtschaft 160 Milliarden

Hoher Krankenstand kostet Wirtschaft 160 Milliarden

Die häufigen Ausfälle von Beschäftigten wegen Krankheit kosten die deutsche Wirtschaft Milliarden. „Seit vier Jahren ist der Krankenstand auf einem weit überdurchschnittlichen Niveau mit erheblichen wirtschaftlichen Konsequenzen“, heißt es in einer Studie des Pharmaverbands VFA, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Arbeitnehmer:innen in Deutschland seien häufiger krank als in anderen Ländern.
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Medizin
MERS-Impfstoff zeigt langanhaltende Immunantwort

MERS-Impfstoffkandidat zeigt langanhaltende Immunantwort

Eine neue Studie zeigt erstmals, dass ein experimenteller Impfstoff gegen das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) auch zwei Jahre nach Auffrischungsimpfung eine stabile und funktionsfähige Immunantwort im Menschen auslöst. Die Ergebnisse markieren einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem wirksamen Impfstoff gegen MERS und stärken die wissenschaftliche Grundlage für die Pandemieprävention. Die klinische Langzeitstudie wurde von einem internationalen Forschungsteam des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) durchgeführt, durch das DZIF und die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) gefördert und in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht [1].
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Gesundheitspolitik
Auftakt für die Zuerst-zum-Hausarzt-Reform

Auftakt für die Zuerst-zum-Hausarzt-Reform

Wie schnell kann man zur Orthopädin oder zum Hautarzt gehen? Häufig müssen Kassenpatient:innen darauf wochenlang warten. Für verlässlichere Termine bei Fachärzt:innen soll nach Plänen der schwarz-roten Koalition künftig eine gezieltere Patientensteuerung sorgen. Und zwar nach der Maxime: in der Regel erst einmal in die Hausarztpraxis. Gesundheitsministerin Nina Warken CDU) lädt am Dienstag zum Auftakt für einen Dialog mit den Akteur:innen von Ärztevertretern bis zu den Krankenkassen. Die oppositionellen Grünen sehen ein großes Potenzial, warnen aber vor neuen Überlastungen.
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Medizin
Vedolizumab zeigt bei frühem Morbus Crohn besonders starke Effekte

Vedolizumab zeigt bei frühem Morbus Crohn besonders starke Effekte

Morbus Crohn verläuft chronisch progredient, mit dem Risiko struktureller Schäden, Hospitalisierungen und Operationen [1]. Frühere Studien zu Biologika, insbesondere Anti-TNFα-Therapien, legen nahe, dass ein früher Einsatz fortgeschrittener Therapien zu besseren Verläufen führen kann [2]. Für Vedolizumab, das selektiv das Integrin α4β7 blockiert und so die Migration von Lymphozyten in die Darmmukosa hemmt, lagen bislang jedoch keine prospektiven Daten vor, die Patient:innen mit frühem versus spätem Morbus Crohn systematisch vergleichen. Genau dies war Ziel der LOVE-CD-Studie [3].
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Medizin

Neue Studiendaten: Antikörper gegen Plasmakallikrein kann Lebensqualität und Krankheitskontrolle auch bei HAE-Patient:innen mit niedriger Attackenrate verbessern

Patient:innen mit Hereditärem Angioödem (HAE) leiden an rezidivierenden Schwellungsattacken der Haut, kolikartigen Abdominalschmerzen und lebensbedrohlichen Kehlkopfschwellungen.1 Die Lebensqualität ist selbst bei Patient:innen mit einer niedrigen Attackenrate stark eingeschränkt.2 Neue Studiendaten zeigen, dass der vollständig humane monoklonale Antikörper, der die proteolytische Aktivität von aktivem Plasmakallikrein und damit die Freisetzung von Bradykinin hemmt, auch diesen Patient:innen eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität sowie der Krankheitskontrolle und eine erhebliche Attackenreduktion ermöglichen kann.2
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Medizin
RESHAPE-Studie: Erstmals Real-World-Daten zum klinischen Akuteinsatz von Risperidon ISM®bei exazerbierter Schizophrenie
DGPPN 2025

Erstmals Real-World-Daten zum klinischen Akuteinsatz von Risperidon ISM® bei exazerbierter Schizophrenie

Der frühzeitige Einsatz von Depot-Antipsychotika steigert die Chance auf langfristigen Behandlungserfolg bei Schizophrenie, erklärte Prof. Dr. Christoph U. Correll, Berlin, bei einem Satellitensymposium [1] zur DGPPN-Jahrestagung 2025. Für das schnell wirksame Depot Risperidon ISM® liegt jetzt neue Evidenz unter klinischen Alltagsbedingungen vor. Die prospektive, nicht-interventionelle RESHAPE-Studie hat die Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Schizophrenie-Patient:innen, die aufgrund eines Rückfalls stationär behandelt wurden, untersucht [2]. Ersten Erkenntnissen nach profitieren Patient:innen mit Risperidon ISM® auch unter Routinebedingungen, u. a. von einem schnellen Wirkeintritt und einer raschen Verbesserung der Funktionsfähigkeit, sagte Prof. Dr. Thomas Messer, Pfaffenhofen [3, 4].
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Infektiologie

Frühzeitige HPV-Impfung bietet die besten Aussichten auf Krebsverhinderung

Dass gegen Krebs geimpft werden kann, zählt zu den großen Fortschritten der modernen Medizin. Dass aber gerade einmal 55% der 15-jährigen Mädchen von dem wirksamen und sicheren Schutz vor Zervixkarzinomen Gebrauch machen, erscheint kaum nachvollziehbar. 19 Jahre nach Einführung der Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) stagnieren gemäß regelmäßig erhobenen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) die Quoten einer vollständigen Immunisierung. Dabei wäre die HPV-Impfung noch vor der Pubertät, aus zwei Gründen am effektivsten, HPV-assoziierte Krebserkrankungen von vornherein zu verhindern, betonte Prof. Dr. Martina Prelog von der Universitäts-Kinderklinik Würzburg.
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Medizin
Verändert Social Media die psychische Diagnostik?

Verändert Social Media die psychische Diagnostik?

Immer mehr junge Erwachsene suchen eine psychologische Abklärung mit einer vorgefassten Erwartung an die Diagnose – oder haben sich sogar selbst schon eine gegeben. Eine neue Studie, an der 93 in Österreich zugelassene klinische Psycholog:innen teilnahmen, zeigt: Selbst- und Wunschdiagnosen – häufig ADHS oder Autismus betreffend – treten heute deutlich häufiger auf als noch vor wenigen Jahren. Besonders oft ist dies bei jungen Frauen mit höherer Bildung und intensiver Social-Media-Nutzung der Fall. Manche reagieren auf unerwartete Ergebnisse der Testungen mit „Diagnose-Shopping". Unter Leitung der Karl Landsteiner Privatuniversität (KL Krems) wurde untersucht, wie diese Dynamik diagnostische Routinegespräche verändert – und aufgezeigt, dass die Kommunikation in der psychosozialen Versorgung nachgeschärft werden muss.
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Medizin
Zoster-Impfung senkt das Demenzrisiko und kann womöglich das Fortschreiten einer Demenz verlangsamen

Zoster-Impfung senkt das Demenzrisiko und kann womöglich das Fortschreiten einer Demenz verlangsamen

Kann die Impfung gegen das Varizella-Zoster-Virus (VZV), welches Windpocken und Gürtelrose auslöst, vor einer Demenz schützen? Im Jahr 2025 sind zwei große Studien – eine aus UK, eine andere aus Australien – publiziert worden, die beide quasi ein „Real-Life-Experiment“ waren und einen eindrucksvollen Nachweis liefern. Nun bestätigt eine aktuelle Publikation den beobachteten Effekt. Zwar wurde in allen Studien ein Lebendimpfstoff verwendet, der inzwischen in Deutschland und anderen Ländern nicht mehr verwendet wird, dennoch gehen DGN-Expert:innen von einem ähnlichen Effekt des neuen rekombinanten Vakzins aus und raten Menschen ab 60 Jahren zur Impfung.
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Medizin
DDG-Herbsttagung 2025

Diabetische Polyneuropathie: Unterschätzte Folgeerkrankung mit hoher Belastung

Im Rahmen der Diabetes-Herbsttagung 2025 stand die schmerzhafte diabetische Polyneuropathie im Fokus eines interdisziplinären Symposiums. Drei Experten aus Forschung, Praxis und Schmerzmedizin beleuchteten die Erkrankung aus unterschiedlichen Blickwinkeln – von den pathophysiologischen Grundlagen über Diagnostik bis hin zu modernen Therapieansätzen. Ziel war es, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen zu verbinden, um Wege zu einer besseren Versorgung und Lebensqualität für Betroffene aufzuzeigen.
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Medizin
Pneumokokken-Impfung: STIKO empfiehlt PCV20 für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren

Pneumokokken-Impfung: STIKO empfiehlt PCV20 für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat am 8. Januar 2026 eine aktualisierte Empfehlung zur Pneumokokken-Impfung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren mit Risikofaktoren veröffentlicht. Entsprechend der seit 2023 gültigen Empfehlung für Erwachsene wird auch bei ihnen nun die einmalige Indikationsimpfung mit dem 20-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff PCV20 empfohlen [1]. Eine alleinige oder sequenzielle Impfung sowie Auffrischung mit dem 23-valenten Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff (PPSV23) wird nicht mehr empfohlen. Die STIKO begründet ihre Empfehlung mit der größeren Serotypenabdeckung durch PCV20 im Vergleich zu PCV13 und PCV15 sowie einer vermutlich besseren Wirksamkeit bzw. längeren Schutzdauer im Vergleich zu PPSV23. Zudem vereinheitlicht das neue Impfschema die Empfehlung zur Indikationsimpfung über alle Altersgruppen hinweg. Die PCV20-Impfung für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren wird erst nach Aufnahme in die Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) zur Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung [1].
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Medizin
Neue Empfehlungen: Meningokokken-Prophylaxe unter Komplementinhibitor-Therapie

Neue Empfehlungen: Meningokokken-Prophylaxe unter Komplementinhibitor-Therapie

Komplementinhibitoren werden erfolgreich zur Therapie verschiedener Autoimmunerkrankungen eingesetzt [1]. Aufgrund ihres Wirkmechanismus ist jedoch das Risiko für eine Infektion mit bekapselten Bakterien erhöht und insbesondere die Vorbeugung einer Infektion mit Meningokokken von großer Bedeutung. Doch wie gestaltet sich die Meningokokkenprophylaxe im Rahmen einer komplementinhibierenden Therapie von Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen konkret? Eine Gruppe aus fünfzehn Expert:innen hat hierzu ein Konsensuspapier erarbeitet, das in der August-Ausgabe 2025 der Online-Zeitschrift DGNeurologie veröffentlicht wurde [2]. Die unter Federführung von Prof. Dr. Achim Berthele, Leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie des TUM Universitätsklinikum München, entstandene Publikation stellt einen wichtigen Beitrag für eine effektive und sichere Behandlung neurologischer Erkrankungen in der DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz)-Region dar.
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Gesundheitspolitik

Ärzte verschreiben weniger Antibiotika als früher

Ärzt:innen in Deutschland verschreiben einer Analyse zufolge heute seltener Antibiotika als noch vor gut 15 Jahren. Seit 2010 sind die Verschreibungen um knapp ein Viertel (rund 24%) zurückgegangen, wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) berichtete. Während es im Jahr 2010 rechnerisch 559 Verordnungen pro 1.000 gesetzliche Versicherte gab, waren es 2024 noch 426. Die Auswertung basiert auf vertragsärztlichen Abrechnungsdaten aller gesetzlichen Krankenkassen und wurde am Freitag im „Deutschen Ärzteblatt“ veröffentlicht.
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