Journal MED

News

Menschen mit Diabetes und psychischen Begleiterkrankungen werden seltener leitliniengerecht medizinisch kontrolliert als Menschen mit Diabetes ohne psychische Begleiterkrankungen. Eine neue systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse mit Daten von über 5,5 Millionen Menschen zeigt erhebliche Versorgungsunterschiede – mit potenziell gravierenden Folgen für die Lebenserwartung. Die an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg durchgeführte Metaanalyse ist im höchst renommierten Fachjournal The Lancet Psychiatry erschienen.
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Gesundheitspolitik

Warken prüft Regeln für telefonische Krankschreibung

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung überprüfen. Die Regierungsparteien hätten sich im Koalitionsvertrag darauf verständigt, Missbrauch auszuschließen, sagte die CDU-Politikerin dem „Tagesspiegel“. „Genau das werden wir angehen und die aktuellen Regelungen auf den Prüfstand stellen. Wir brauchen praktikable Lösungen“, sagte Warken.
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Medizin
Spinale Muskelatrophie: Europäische Kommission erweitert Zulassung für höherdosierte Nusinersen-Therapie

Spinale Muskelatrophie: Europäische Kommission erweitert Zulassung für höherdosierte Nusinersen-Therapie

Die Europäische Kommission hat die Zulassung für eine höherdosierte Therapie mit Nusinersen zur Behandlung der 5q-assoziierten Spinalen Muskelatrophie (5q-SMA) erteilt. Damit wurde die Zulassung des Antisense-Oligonukleotids erweitert: Das neue Dosierungsschema umfasst eine kürzere Aufsättigungsphase mit zwei Aufsättigungsdosen von je 50 mg/5 ml im Abstand von 14 Tagen und anschließend alle vier Monate eine Erhaltungsdosis von 28 mg/5 ml. Patient:innen, die von der bestehenden 12/12-mg-Dosis auf die höhere Dosierung umgestellt werden, erhalten anstelle der nächsten 12-mg-Dosis eine 50-mg-Dosis, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 28 mg alle vier Monate [1].
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Medizin

Aktualisierung der Impfstrategie bei Multipler Sklerose vor und bei Immuntherapie

Die neuen Empfehlungen zur Impfstrategie bei Multipler Sklerose betonen die dringende Notwendigkeit einer proaktiven und frühzeitigen Impfung. Idealerweise sollte diese vor Beginn einer immunmodulatorischen Therapie erfolgen, um schwere Infektionen und Krankheitsrisiken zu minimieren, die den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen können. Dabei ist es essenziell, die Fragen hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit von Impfungen im Rahmen der Immuntherapie allgemein und individuell für jeden Patienten hinreichend zu klären. Als Hilfestellung für den Praxisalltag hat das krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose e.V. (KKNMS) in diesem Zusammenhang die Pocketcard Impfen aktualisiert [1].
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Gesundheitspolitik
Hausärzt:innen gegen Bestellregeln von Grippeimpfstoff

Hausärzt:innen gegen Bestellregeln von Grippeimpfstoff

Weil sie Grippeimpfstoffe lange im Voraus bestellen müssen, können Arztpraxen nach eigenen Angaben nicht schnell genug auf eine höhere Nachfrage reagieren. Hausärzt:innen fordern daher, von finanziellen Risiken bei solchen Bestellungen befreit zu werden. „Unsere Praxen haben aktuell keinerlei Möglichkeit, auf eine stärkere Nachfrage angemessen zu reagieren. Grund ist die extrem rigide Bestellregelung, die uns keinerlei Flexibilität erlaubt“, betonen Nicola Buhlinger-Göpfarth und Markus Beier, Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
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Medizin
Ionenkanal als Ansatzpunkt für Wirkstoffe gegen Parkinson

Ionenkanal als Ansatzpunkt für Wirkstoffe gegen Parkinson

Lysosomen sind die Recycling-Zentren menschlicher Zellen. Im Inneren der membranumschlossenen Bläschen werden größere Moleküle zerlegt. Fehlfunktionen können neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson zur Folge haben. Forschende der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS), der LMU München, der TU Darmstadt und des Unternehmens Nanion Technologies haben nun die Funktionsweise des Ionenkanals TMEM175 entschlüsselt, der entscheidend an der Regulation der Abbauprozesse beteiligt ist. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Wirkstoffen zur Behandlung oder Vorbeugung der Parkinson-Krankheit.
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Medizin

Aktualisierter Cochrane Review: Wirksamkeit von Cannabis-haltigen Arzneimitteln bei Nervenschmerzen unklar

Medikamente auf Cannabis-Basis helfen bei chronischen Nervenschmerzen möglicherweise nicht oder nur wenigen Menschen, verursachen aber möglicherweise häufig unerwünschte Wirkungen. Das zeigt ein jetzt veröffentlichter, aktualisierter Cochrane Review. Allerdings ist die Studienlage derzeit unbefriedigend. Forschende fordern daher weitere Untersuchungen mit mehr Teilnehmenden und längerer Laufzeit, um das Verhältnis von potenziellem Nutzen und Risiken besser einschätzen zu können.
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Medizin

Hämophilie A-Therapie: Fokus verschiebt sich auf Gelenkgesundheit und körperliche Aktivität

Auf der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2025 wurden neue Daten präsentiert, die den Fokus in der Behandlung von Hämophilie A verschieben. Weg von der reinen Blutungsrate hin zu funktionellen Endpunkten wie Gelenkgesundheit und physische Belastbarkeit [1]. Zudem bietet der vielversprechende Wirkstoff-Kandidat NXT007 einen spannenden Ausblick auf die nächste Generation therapeutischer Innovationen in der Therapie der Hämophilie A [2, 3].
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Gesundheitspolitik
Krankenkassen: Reform muss bei den Ausgaben ansetzen

Krankenkassen: Reform muss bei den Ausgaben ansetzen

Die gesetzlichen Krankenkassen haben vor Reformen im Gesundheitswesen zulasten der Versicherten gewarnt. Der Chef des Spitzenverbands der Krankenkassen, Oliver Blatt, sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe zu Vorschlägen wie einer Wiedereinführung der Praxisgebühr oder einer höheren Zuzahlung der Versicherten bei Krankenhausaufenthalten: „All diese Vorschläge eint, dass sie den Weg des geringsten Widerstandes suchen und alle zulasten von Patient:innen und Beitragszahlenden gehen.“ Die Kassen seien der Ansicht, dass es grundlegende Strukturreformen brauche, die bei den Ausgaben ansetzen.
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Medizin

EU-Zulassung für Pegcetacoplan zur Behandlung von C3G und pIC-MPGN

Am 16. Januar 2026 erteilte die Europäische Kommission die Zulassung für Pegcetacoplan zur Behandlung von erwachsenen und jugendlichen Patient:innen im Alter von 12 bis 17 Jahren mit C3-Glomerulopathie (C3G) oder primärer immunkomplexvermittelter membranoproliferativer Glomerulonephritis (pIC-MPGN). Die Anwendung erfolgt in Kombination mit einem Renin-Angiotensin-System (RAS)-Inhibitor, es sei denn, dieser wird nicht vertragen oder ist kontraindiziert.
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Medizin
Mundbakterien im Darm verschlimmern chronische Lebererkrankung

Mundbakterien im Darm verschlimmern chronische Lebererkrankung

Ob im Darm, im Mund oder auf der Haut: Der Körper ist von verschiedenen, meist nützlichen Bakterien besiedelt, deren Zusammensetzung sich in den jeweiligen Körperregionen unterscheidet. Ein Forschungsteam unter Leitung der Technischen Universität München (TUM) und des King's College London hat nun deutliche Hinweise darauf gefunden, dass bei chronischer Lebererkrankung Bakterien aus dem Mund den Darm besiedeln. Es hat auch aufgedeckt, wie sich dadurch das Krankheitsbild verschlechtern kann.
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Medizin
Blutmarker BD-tau macht Hirnschädigung nach Schlaganfall messbar

Blutmarker BD-tau macht Hirnschädigung nach Schlaganfall messbar

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall – doch wie stark das Gehirn in den Stunden und Tagen danach weiter geschädigt wird, lässt sich bislang nur begrenzt und punktuell mit Bildgebung erfassen. Für viele andere Organe gibt es Bluttests, die akute Verletzungen anzeigen, für das Gehirn fehlte bislang ein vergleichbarer Marker. Forschende am LMU Klinikum München und internationale Partner zeigen nun, dass ein neuer Blutmarker – Brain-derived Tau (BD-tau) – das Ausmaß der Hirnschädigung nach einem ischämischen Schlaganfall über die Zeit abbilden kann. Die Arbeit mit den Erstautoren Dr. Naomi Vlegels und Nicoló Luca Knuth wurde im Fachblatt Science Translational Medicine veröffentlicht [1].
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Medizin

Löst das Epstein-Barr-Virus Multiple Sklerose aus?

Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass das Epstein-Barr-Virus eine Rolle bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose (MS) spielen könnte. Eine zentrale Frage bleibt jedoch offen: Fast jeder Mensch infiziert sich früh im Leben mit diesem Virus, doch nur wenige entwickeln später MS. Ein Team um Dr. Nicholas Sanderson und Prof. Dr. Tobias Derfuss vom Departement Biomedizin der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel berichtet nun in der Fachzeitschrift Cell über neue Erkenntnisse, die zur Lösung dieses Rätsels beitragen [1].
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Medizin
Handekzeme vorbeugen: Aktualisierte S2k-Leitlinie zu „beruflichen Hautmitteln"

Handekzeme vorbeugen: Aktualisierte S2k-Leitlinie zu „beruflichen Hautmitteln"

Berufstätige, deren Haut viel Kontakt zu Wasser, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, Kühlschmierstoffen oder anderen Reizstoffen hat, sind vermehrt von Handekzemen betroffen, da solche Tätigkeiten die Hautbarriere schädigen und Ekzeme auslösen oder verschlimmern können. Berufliche Hautmittel (Hautschutz-, Hautreinigungs- und Hautpflegemittel), die für den Einsatz am Arbeitsplatz vorgesehen sind, können hier vorbeugen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Prävention am Arbeitsplatz. Das unter Federführung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) erstellte Update der Leitlinie „Berufliche Hautmittel" gibt einen Entscheidungsrahmen für die Verwendung von beruflichen Hautmitteln am Arbeitsplatz. Die aktualisierte Leitlinie hat die Zielsetzung, die Prävention beruflich bedingter Handekzeme zu verbessern.
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