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Medizin
Optimales Zielnetzwerk für Hirnstimulation bei Parkinson gefunden
Die Tiefe Hirnstimulation (THS) verbessert motorischen Symptome der Parkinson-Krankheit, wenn ein spezifisches Gehirnnetzwerk moduliert wird, das maßgeblich im schnellen Beta-Frequenzbereich (20 bis 35 Hz) aktiv ist. Zu diesem Ergebnis kam ein interdisziplinäres Team von Neurowissenschaftler:innen und Kliniker:innen der Universitätskliniken Köln und Düsseldorf sowie der Harvard Medical School und der Charité Berlin. Die Studie „The Deep Brain Stimulation Response Network in Parkinson's Disease Operates in the High Beta Band" im Fachjournal Brain schlägt erstmals eine Brücke zwischen zwei bislang getrennten Forschungsbereichen im Kontext der THS, der Elektrophysiologie und der Bildgebungsforschung.
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Medizin
Progressive multifokale Leukenzephalopathie: T-Zellen bestimmen Erfolg von Immuntherapie
Die progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) ist eine seltene, aber schwerwiegende Gehirninfektion. Sie zerstört allmählich das Hirngewebe und führt häufig innerhalb von wenigen Wochen zum Tod. Ausgelöst wird sie vom humanen Polyomavirus 2 – auch bezeichnet als John-Cunningham-(JC-)Virus. Im Kern betrifft PML Menschen mit geschwächten Immunzellen, insbesondere T-Lymphozyten. Eine Behandlungsmöglichkeit ist der Einsatz sogenannter Immuncheckpoint-Inhibitoren (ICI). Diese aus der Krebsmedizin bekannte Therapie schaltet das Immunsystem sozusagen wieder scharf. Die Behandlung ist jedoch nicht immer erfolgreich und kann zudem schwere Nebenwirkungen haben. Welche Patient:innen davon profitieren und welche nicht, lässt sich vor einer ICI-Therapie bislang nicht absehen. Ein interdisziplinäres Team der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) um Prof. Dr. Thomas Skripuletz, Oberarzt an der Klinik für Neurologie mit Klinischer Neurophysiologie hat nun Biomarker gefunden, die ein Ansprechen auf die Immuntherapie vorhersagen können [1].
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Medizin
Morbus Huntington: Wie beschädigte Huntingtin-Proteine abgebaut werden
Für die Huntington-Erkrankung gibt es bislang keine Heilung. Durch eine genetische Veränderung bilden sich schadhafte Proteine, die sich ansammeln und zu den typischen Symptomen führen. Ein Team der Humangenetik der Ruhr-Universität Bochum hat gezeigt, welche Rolle eine gezielte Ubiquitin-Markierung an zwei Positionen des mutierten Huntingtin-Proteins für dessen Abbau und Verteilung in der Zelle spielt. Die Erkenntnisse könnten einen Ansatz für ein künftiges therapeutisches Eingreifen bieten. Das Bochumer Team um Prof. Dr. Huu Phuc Nguyen arbeitete zusammen mit dem israelischen Forscher Prof. Dr. Aaron Ciechanover, der für seine Arbeiten zum Abbausystem von Proteinen 2004 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde.
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Gesundheitspolitik
Grünen-Experte: Rettungsdienst an Belastungsgrenze
Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen fordert die Umsetzung dringender Verbesserungen beim Rettungsdienst in Deutschland. Die Notfallversorgung sei „an der Belastungsgrenze und strukturell völlig zersplittert“, sagte der Bundestagsabgeordnete der Deutschen Presse-Agentur zum europäischen Tag des Notrufs. „Ob Menschen im Notfall schnell und richtig versorgt werden, hängt noch immer viel zu oft von der Postleitzahl ab.“ Eine lebensrettende Reform befinde sich aber weiter in der Warteschleife.
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Gesundheitspolitik
Rechnungshof: Milliarden für Ärzt:innen bringen nichts
Trotz Mehrausgaben im Milliardenbereich für eine bessere Terminvergabe bei den Ärzt:innen hat sich die Versorgungslage für die Versicherten laut Bundesrechnungshof verschlechtert. Das entsprechende Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) von 2019 sollte mit zusätzlichen Vergütungsregelungen Wartezeiten für Versicherte reduzieren. „Dies wurde nicht erreicht“, so der Rechnungshof in einem neuen Bericht. Er liegt der Deutschen Presse-Agentur vor, „Politico“ berichtete zuerst darüber.
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Medizin
Zulassungserweiterung: Adjuvantierter RSV-Impfstoff jetzt für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen
Die Europäische Kommission hat die Zulassung des adjuvantierten Impfstoffs gegen das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) erweitert. Bislang war dieser Impfstoff für alle Menschen ab 60 Jahren sowie für Personen ab 50 Jahren mit bestimmten Risikofaktoren zur Prävention von RSV-bedingten Erkrankungen der unteren Atemwege (LRTD) zugelassen. Nun können damit alle Erwachsenen ab 18 Jahren gegen RSV immunisiert werden. Die Zulassung beruht auf Studiendaten zur Immunogenität des adjuvantierten Impfstoffs und zeigen, dass dieser in der Altersklasse der 18- bis 49-Jährigen derjenigen in der Altersklasse 60 plus nicht unterlegen ist.
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Medizin
Post-COVID: Energiestoffwechsel im Gehirn gestört
Konzentrationsprobleme, „Brain Fog", verlangsamtes Denken: Kognitive Beschwerden gehören zu den häufigsten und belastenden Symptomen des Post-COVID-Syndroms. Forschende des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) haben nun Hinweise darauf gefunden, dass bei Betroffenen der Energiestoffwechsel im Gehirn messbar verändert ist. In einer Studie mit einer speziellen Magnetresonanztomographie-Methode zeigte sich bei Patient:innen mit Post-COVID ein verändertes Verhältnis wichtiger Energieträger im Gehirn und dieses stand in Zusammenhang mit der Leistung in kognitiven Tests.
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Medizin
Asundexian reduziert sekundäre Schlaganfälle um 26% ohne erhöhtes Blutungsrisiko
Auf der International Stroke Conference präsentierte Ergebnisse der Phase-III-Studie OCEANIC-STROKE zeigen, dass Asundexian ischämische Schlaganfälle bei Patient:innen nach einem nicht-kardioembolischen ischämischen Schlaganfall oder einer Hochrisiko-Transitorischen ischämischen Attacke (TIA) im Vergleich zu Placebo signifikant um 26% reduziert, ohne das Risiko schwerer ISTH-Blutungen (International Society on Thrombosis and Hemostasis) zu erhöhen.
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Gesundheitspolitik
DAK: Hunderttausende Kinder als Passivraucher in Autos
Mehr als 750.000 Kinder und Jugendliche werden nach Zahlen der Krankenkasse DAK in privaten Autos mit Zigarettenrauch belastet. 10,9% der Schulkinder sind oft oder sehr oft Tabakrauch im Auto ausgesetzt, rund 36% manchmal, wie aus dem DAK-Präventionsradar hervorgeht. Das Kieler Institut für Therapie-und Gesundheitsforschung (IFT-Nord) befragte dazu im Schuljahr 2024/2025 mehr als 26.500 Schüler:innen in 14 Bundesländern. Ein weiteres Ergebnis: Kinder und Jugendliche mit einem niedrigen sozialen Status fahren häufiger in einem privaten Auto mit, in dem geraucht wird, als Minderjährige aus höheren sozialen Schichten.
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Medizin
Deutschland-Barometer Depression 2025: 78% der Betroffenen informieren sich online
Die digitale Welt hat sich zu einer zentralen Informationsquelle für viele Menschen – auch im Gesundheitsbereich – entwickelt. Die Auswertung des Deutschland-Barometer Depression 2025 zeigt: 78% der tatsächlich von Depressionen Betroffenen informieren sich online über ihre Erkrankung. Zudem hat sich fast jeder zweite Erwachsene in Deutschland bereits online über Depressionen informiert – unabhängig davon, ob er selbst erkrankt ist oder nicht.
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Medizin
Neue Umfrage zeigt deutliche Lücken in der FSME-Aufklärung und hohen Bedarf an Impfprävention
Der Aufklärungsbedarf über das Zeckenstichrisiko und Vorsorgemaßnahmen ist hoch, wie eine aktuelle Umfrage [1] zeigt: Ein Großteil der Befragten wurde bereits von Zecken gestochen. Dabei weiß fast ein Viertel nicht (23%), ob sie in einem Risikogebiet für die von Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) leben – und das, obwohl sich die Mehrheit der Befragten häufig in der Natur aufhält. Eine vollständige Impfung bietet laut Robert Koch-Institut (RKI) den zuverlässigsten FSME-Schutz [2]: Es wird empfohlen, jeden Praxisbesuch für die Überprüfung und gegebenenfalls Vervollständigung des Impfstatus zu nutzen [2].
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Gesundheitspolitik
Patientenschützer fordert genug Sprechstunden
Für schnellere Facharzttermine in Deutschland sieht die Deutsche Stiftung Patientenschutz auch die Ärzt:innen selbst gefordert. Vertraglich zugesichert seien wöchentlich 25 Stunden Präsenzzeiten für Kassenpatient:innen, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Diese müssten auch eingehalten werden. Die Patient:innen stattdessen in Krankenhäusern behandeln zu lassen, gehe wegen deren Überlastung dagegen an der Realität vorbei.
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Adipositas
Adipositas ist nicht heilbar, aber immer besser behandelbar
Die medikamentöse Adipositas-Behandlung muss Kassenleistung werden. Das fordert die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina in einem im Januar 2026 veröffentlichten Policy Brief [1]. Und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont in einer im Dezember 2025 veröffentlichten Leitlinie, dass GLP-1-Therapien und verwandte Medikamente eine wichtige Innovation zur Behandlung von Patient:innen mit Adipositas sind [2]. Dies kommen jedoch (noch) nicht bei den Patient:innen an: In einer Umfrage äußerte die Mehrheit den Wunsch nach Zugang zur modernen Adipositas-Medizin [3].
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Medizin
Warum Pilze vermehrt zu Krankheitserregern des Menschen werden könnten
Im Zuge des globalen Wandels und den damit verbundenen steigenden Temperaturen nehmen Pilzinfektionen weltweit zu und bedrohen Nutzpflanzen, Wildtiere und zunehmend auch die menschliche Gesundheit. Viele Pilzarten sind völlig harmlos und erfüllen wichtige ökologische Funktionen, wie die Zersetzung organischer Stoffe und die Freisetzung von Nährstoffen in den Boden, als Symbionten vielzelliger Organismen übernehmen sie nützliche Funktionen für den Wirt. Auf der anderen Seite sind einige Arten sogenannte opportunistische Krankheitserreger des Menschen: Insbesondere bei einem geschwächten Immunsystem können solche Pilze den Körper befallen und schwere, sogar lebensbedrohliche Infektionen verursachen.
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Gesundheitspolitik
Weniger Steuern auf Arzneien, mehr auf Tabak
Die Krankenkasse DAK-Gesundheit schlägt angesichts drohender neuer Finanzlücken bei den gesetzlichen Krankenversicherungen im nächsten Jahr eine Erhöhung der Steuern auf Tabak und Alkohol vor. Damit sollte eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel und Hilfsmittel von 19% auf 7% finanziert werden, wie ein Stufenplan der Kasse vorsieht. Für die Ausgaben der Krankenkassen sollte außerdem bis zum Ende der Wahlperiode 2029 festgelegt werden, dass sie nur im Einklang mit den Einnahmen steigen.
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Medizin
Neue medizinische Leitlinie zu Hallux valgus
Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) präsentiert neue Behandlungsrichtlinien zum Hallux valgus. Die sogenannte Ballenzehe an der Fußinnenseite gehört zu den häufigsten Fußerkrankungen: Sie behindert die Mobilität und wird mit der Zeit immer auffälliger.
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Gesundheitspolitik
Zum Facharzttermin in sechs Wochen: Warken gelobt Besserung
Patient:innen müssen immer länger auf einen Facharzttermin warten. Die Wartezeiten sind nach aktuellen Zahlen auf sechs Wochen im Schnitt angestiegen. Der Ruf nach Verbesserungen wird lauter. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verspricht den Versicherten künftig schnellere Termine bei tatsächlichem Bedarf. „Wenn ein schneller Termin medizinisch notwendig ist, so soll er auch gewährt werden“, sagte Warken in Berlin.
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Bioökonomie / circular economy
Algen für die Wundheilung
In Medizin, Pharmazie und Kosmetik werden immer mehr biologisch aktive Verbindungen aus natürlichen Quellen genutzt. So wird auch die Behandlung chronischer Wunden durch Flüssigkeit-absorbierende Materialien wie Hydrokolloide aus Algen bereichert. Die Studienlage mit Blick auf den Nutzen ist noch unübersichtlich.
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Gesundheitspolitik
CDU gegen Zahnarztkosten-Vorstoß
Der Vorschlag des CDU-Wirtschaftsrats nach Streichung der Krankenkassen-Zahnarzt-Bezahlung wird in der CDU bis in die Führung hinein breit abgelehnt. „Einzelne Vorschläge wie die jüngste Debatte um die Zahnarztkosten sind nicht zielführend“, sagte CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann dem „stern“. CDU-Gesundheitsministerin Nina Warken stellte fest: „Die Forderung, Zahnbehandlungen aus dem Leistungskatalog der GKV zu streichen, wird nicht umgesetzt.“ Bereits der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer hatte gesagt: „Derartige Pläne gibt es in der Bundesregierung nicht.“
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Medizin
Neue Studiendaten zur Gentherapie bei Sichelzellkrankheit und Beta-Thalassämie bei Kindern
Auf der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) wurden erstmals klinische Daten zur Gentherapie mit Exagamglogene autotemcel (Exa-cel) bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren mit schwerer Sichelzellkrankheit (SCD) oder transfusionsabhängiger Beta-Thalassämie (TDT) präsentiert. Zudem wurden Follow-up-Daten aus Studien mit Patient:innen ab zwölf Jahren vorgestellt. Exa-cel ist eine nicht-virale, ex vivo, auf CRISPR/Cas9-Geneditierung basierende Zelltherapie für geeignete Patient:innen mit SCD oder TDT, bei der die Patienten-eigenen hämatopoetischen Stamm- und Vorläuferzellen in der erythroid-spezifischen Enhancer-Regiondes BCL11A-Gens durch einen präzisen Doppelstrangbruch editiert werden.
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