News | Beiträge ab Seite 2
Gesundheitspolitik
Krankenkassen lehnen weitere Belastungen für Patient:innen ab
Die gesetzlichen Krankenkassen warnen beim Sparpaket für die Gesundheitsausgaben vor Verzögerungen und Verschiebungen zulasten der Patient:innen. Der Chef des Spitzenverbandes, Oliver Blatt, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die Versicherten und Arbeitgeber sind genug belastet.„ Daher gebe es für ihn eine klare rote Linie: „Kein Cent mehr Belastung für Patient:innen als in der aktuellen Fassung des Gesetzes vorgesehen.“ Ein Aufschieben der Reform sei keine Option. „Jetzt muss die Ministerin Kurs halten, auch wenn der Druck von allen Seiten enorm ist.“
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Medizin
Depression drückt die Vorfreude, nicht den Genuss
Der im Alltag empfundene und sehr belastende Verlust von Interesse oder Freude an normalerweise positiven Aktivitäten ist ein Kernsymptom einer schweren Depression. Doch bisher ist es unklar, wie genau sich diese Anhedonie, auch bekannt als Belohnungsdefizit, manifestiert. Forschende des Universitätsklinikums Bonn (UKB) und der Universität Bonn sowie des Universitätsklinikums Tübingen haben herausgefunden, dass Personen mit Depressionen Essen nicht als weniger belohnend empfinden, wenn sie es tatsächlich konsumieren. Die Unterschiede zu Personen ohne Depression ergeben sich in der Erwartung: wie sehr sie etwas wollen, bevor sie es erhalten. Dieses verminderte Verlangen hängt auch mit dem klinischen Ausmaß der Anhedonie zusammen. Die Ergebnisse der Studie sind jetzt im Fachjournal Cell Reports Medicine erschienen [1].
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Gesundheitspolitik
E-Krankschreibung nicht Hauptgrund für mehr Fehltage
Entgegen der weit verbreiteten Annahme ist die Zahl der Krankheitstage nach Erhebungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nicht in erster Linie wegen der elektronischen Krankschreibung stark angestiegen. Die Forscher:innen halten zwei andere Gründe für bedeutsamer: Zum einen hätten Atemwegserkrankungen zugenommen, zum anderen bleibe ein Teil der Beschäftigten bei ansteckenden Krankheiten eher zu Hause als früher. Diese Menschen seien seit der Corona-Pandemie vorsichtiger geworden.
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Medizin
DGHNO 2026
Gentherapie bei angeborener Schwerhörigkeit von FDA zugelassen
Für Kinder und Jugendliche, deren Taubheit oder Schwerhörigkeit auf einer Veränderung des Otoferlin-Gens beruht, ist in den USA nun eine Therapie zugelassen. Auch in Tübingen wurden im Rahmen einer Studie Patient:innen mit diesem Gendefekt im Ohr operiert.
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Gesundheitspolitik
Kampf gegen Arzneimittel-Engpässe: EU fördert Medikamenten-Herstellung in Europa
Im Kampf gegen Engpässe bei lebenswichtigen Medikamenten in der EU haben sich Unterhändler:innen in Brüssel auf Regeln geeinigt, um die Produktion von Arzneimitteln leichter mit öffentlichen Geldern unterstützen zu können. Das teilten die Vertreter:innen des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten mit. Europa soll dadurch weniger abhängig von einzelnen Lieferant:innen und der Herstellung außerhalb des Kontinents werden.
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Medizin
RSV-Welle hält weiter an – Impfung kann die Anzahl RSV-bedingter Hospitalisierungen bei älteren Erwachsenen verringern
In der aktuellen Saison 2025/26 für Atemwegserkrankungen sind die Fallzahlen der Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) erneut auf einem hohen Niveau – so läuft seit der 2. Kalenderwoche (KW) 2026 die anhaltende RSV-Welle,1 gezeichnet von einem intensiven Infektionsgeschehen. Seit KW 40 letzten Jahres wurden bereits mehr als 64.000 labordiagnostische RSV-Fälle gemeldet (Stand: 15. KW 2026).2
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Gesundheitspolitik
Neue Erkenntnisse zur pathologischen Gefäßneubildung im Auge
Die krankhafte Neubildung von Blutgefäßen im Auge ist ein zentraler Faktor bei Erkrankungen der Netzhaut wie der diabetischen Retinopathie oder der altersbedingten Makuladegeneration, die zu einem dauerhaftem Sehverlust und Erblindung führen können. Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Professor Dr. Jens Kroll von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg hat nun einen bislang unbekannten molekularen Mechanismus aufgeklärt, der zur krankhaften Neubildung von Blutgefäßen im Auge beiträgt. Die Wissenschaftler:innen vermuten, dass dies ein Ansatzpunkt für neue, zielgerichtete Therapien sein könnte. Da es bereits für andere Erkrankungen zugelassene Medikamente gibt, die an diesem Mechanismus angreifen, erscheint dieser Ansatz als sehr vielversprechend. Die Ergebnisse der internationalen Studie wurden aktuell im Fachjournal Nature Communications veröffentlicht.
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Medizin
CRISPR-System hemmt Hepatitis-E-Virus in menschlichen Zellen
Forschende der Ruhr-Universität Bochum haben ein neuartiges antivirales Konzept entwickelt: Mithilfe des CRISPR/Cas13-Systems konnten sie die Vermehrung des Hepatitis-E-Virus in menschlichen Zellen gezielt unterdrücken. Hepatitis E ist weltweit eine häufige Ursache für akute Leberentzündungen, doch wirksame spezifische Therapien fehlen bislang. Das Team der Abteilung Molekulare und Medizinische Virologie zeigte, dass sich das Virus mit einem RNA-gerichteten CRISPR-System bekämpfen lässt. Die Ergebnisse, die am 4. Mai 2026 in der Zeitschrift JHEP Reports veröffentlicht sind, eröffnen neue Perspektiven für die Entwicklung antiviraler Strategien [1].
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Medizin
DGP 2026
COPD-Therapie: Die Relevanz nicht-medikamentöser Maßnahmen
Für die Mortalitätsreduktion bei COPD besteht neben medikamentösen Interventionen auch Evidenz für nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Tabakentwöhnung und pneumologische Rehabilitation [1]. Was gilt es hierbei für die Praxis zu berücksichtigen?
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Medizin
Blutwäsche bei Präeklampsie erfolgreich getestet
Für die Behandlung von Präeklampsie, eine schwerwiegende Erkrankung in der Schwangerschaft, gibt es bislang keine kausale Therapie. In einer internationalen Pilotstudie unter wesentlicher Beteiligung der Universitätsmedizin Leipzig ist nun erstmals ein therapeutischer Ansatz erfolgreich an Patient:innen erprobt worden: Eine spezielle Form der Blutwäsche kann das krankheitsauslösende Protein entfernen [1].
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Medizin
Wie Immunzellen Alzheimer beeinflussen: T-Zellen rücken ins Zentrum der Forschung
Eine Studie der Universitätsmedizin Mannheim zeigt, dass bestimmte T-Zellen gezielt auf Amyloid-Ablagerungen im Gehirn reagieren und Entzündungsprozesse bei Alzheimer vorantreiben könnten. Die jetzt in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichte Studie zeigt, dass nicht nur angeborene Immunzellen, sondern auch spezialisierte T-Zellen eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung entzündlicher Prozesse im erkrankten Gehirn spielen und eröffnet neue Ansätze für zeitlich abgestimmte Therapien [1].
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Pneumonie
DGP 2026
Neue S3-Leitlinie: Was tun bei schwer zu behandelnder Pneumonie?
Resistente Lungenpathogene stellen oftmals eine Herausforderung im Behandlungsalltag dar. So gehen z.B. Infektionen durch Pseudomonas aeruginosa häufig mit einer sogenannten Difficult-to-Treat Resistance (DTR) einher. Unterstützung bietet nun die neue S3-Leitlinie zur Antibiotikatherapie schwerer Infektionen mit multiresistenten Bakterien [1].
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Gesundheitspolitik
Ärztepräsident fordert Aufschub für Sparpaket
Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert einen Aufschub für die Verabschiedung des Sparpakets zur finanziellen Stabilisierung der gesetzlichen Krankenkassen. Es soll eigentlich noch vor der parlamentarischen Sommerpause vom Bundestag verabschiedet werden. Reinhardt sagte nun dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Ein so weitreichendes Gesetz kann man nicht mit der Brechstange durchdrücken.“ Vor dem heute beginnenden Ärztetag mahnte er: „Vor der Sommerpause sollte gar nichts entschieden werden.“ Alle Beteiligten brauchten ausreichend Zeit, die vorgesehenen Maßnahmen auf ihre Auswirkungen für die Patientenversorgung zu prüfen, argumentierte der Ärztepräsident. „Stattdessen sollte die Bundesgesundheitsministerin alle Beteiligten, auch den Bundesfinanzminister, an einen Tisch bringen, um tragfähige Alternativkonzepte entlang klar definierter Zielmarken zu entwickeln“, schlug Reinhardt vor.
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Gesundheitspolitik
Neuregelungen für mehr Nierenspenden
Dringend benötigte Nierentransplantationen für schwerkranke Patient:innen sollen künftig öfter möglich werden. Der Bundesrat billigte ein vom Bundestag beschlossenes Gesetz, das bisher enge Grenzen für Organentnahmen bei lebenden Spendern weiter fasst. Damit wird der Kreis möglicher Spender:innen und Empfänger:innen vergrößert. Aufgehoben wird die Regel, dass Lebendspenden nur zulässig sind, wenn es kein Organ eines Gestorbenen gibt.
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primär biliäre Cholangitis
Seladelpar bewährt sich bei PCB in der Praxis
Seit einem Jahr ist der selektive PPARδ-Agonist Seladelpar in der Zweitlinientherapie bei primär biliärer Cholangitis (PCB) zugelassen. Anlass, eine erste Bilanz zu ziehen.
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Medizin
Neue europäische Leitlinie zur Behandlung aneurysmatischer Gehirnblutungen
Eine neue, europaweit gültige Leitlinie der drei führenden Fachgesellschaften zur Behandlung aneurysmatischer Hirnblutungen (ESO, EANS und ESMINT) wurde im Rahmen der European Stroke Organisation (ESO) Conference in Maastricht präsentiert – 13 Jahre nach der ersten Veröffentlichung einer entsprechenden Leitlinie zur Behandlung aneurysmatischer Subarachnoidalblutungen durch die ESO.
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Gesundheitspolitik
Merkels Krisenmanager für bessere Pandemie-Vorsorge
Der frühere Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) fordert eine stärkere Rolle des Bundes für den Fall einer künftigen Pandemie. Während der Corona-Pandemie habe es durch die föderale Zuständigkeitsverteilung „die unterschiedlichsten Regelungen“ in den Bundesländern gegeben, sagte der heutige Präsident der Universität Lübeck vor der Corona-Enquete-Kommission des Bundestags. Dies sei „in der Sache schwierig“ gewesen und habe in der Bevölkerung zu Verwirrung geführt. Deshalb solle im Pandemiefall „die Verantwortung des Bundes“ gestärkt werden.
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Typ-2-Diabetes
Mit Semaglutid frühzeitig und effektiv gegen relevante Parameter bei Typ-2-Diabetes
Eine reine Glukosekontrolle fasst im Behandlungsmanagement des Typ-2-Diabetes zu kurz. Entsprechend reicht auch Metformin allein häufig nicht aus, um alle relevanten Parameter zu adressieren. Leitlinien setzen daher auf einen frühzeitigen Einsatz moderner Therapien, wie Semaglutid – insbesondere bei Betroffenen mit hohem kardiovaskulärem Risiko oder chronischer Nierenerkrankung.
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Gesundheitspolitik
Mehr staatliche Unterstützung für Pflegeheime nötig
Die gesetzlichen Krankenkassen fordern Bund und Länder zu einer höheren Kostenbeteiligung auf, um die Pflegeversicherung zu entlasten. „Die Pflegeversicherung steht vor der größten Bewährungsprobe seit ihrer Einführung vor 31 Jahren“, sagte der Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Oliver Blatt, der „Rheinischen Post“. „Bisher drücken sich die Bundesländer davor, die Investitionskosten in den Pflegeheimen zu übernehmen. Würden sie hier ihre Aufgabe wahrnehmen, könnten alle Pflegeheimbewohner:innen sofort um durchschnittlich rund 500 Euro pro Monat entlastet werden“, sagte er.
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Medizin
Erhöhte Glukagonspiegel und Fettleber: Ein übersehener Zusammenhang bei Typ-2-Diabetes
Im Mittelpunkt der Typ-2-Diabetes-Forschung stand bislang vor allem Insulin: Sprechen die Körperzellen schlechter auf das in der Bauchspeicheldrüse hergestellte Hormon an, steigt der Blutglukosespiegel langfristig an. Eine aktuelle Studie des Deutschen Diabetes-Zentrums zeigt, dass auch das Hormon Glukagon bereits früh erhöht ist. Die Forschenden konnten nachweisen, dass ein erhöhter Glukagonspiegel mit einer metabolischen Dysfunktion-assoziierten steatotischen Lebererkrankung (MASLD), umgangssprachlich Fettlebererkrankung, in Zusammenhang steht – einem engen Begleiter von Typ-2-Diabetes. Die Befunde werfen neue Fragen auf, die für die Entwicklung zukünftiger Therapien relevant sein könnten.
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