Journal MED

Aktuelles | Beiträge ab Seite 3

Medizin
 3 Min|
Neuronen, leuchtend

Neuer Schutzmechanismus für Nervenzellen bei Multipler Sklerose entdeckt

Forschende des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) haben einen bislang unbekannten Mechanismus entdeckt, der Nervenzellen bei Multipler Sklerose (MS) vor einem entzündungsbedingten Zelltod schützen kann. Im Zentrum steht ein Protein des Immunsystems – der Komplementfaktor H –, das direkt in Nervenzellen eine schützende Wirkung entfaltet. Die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Ergebnisse könnten neue Wege für Therapien eröffnen, die gezielt den Verlust von Nervenzellen bei progredienter MS verhindern [1].
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Medizin
 4 Min|
Zi-Studie: Endometriose-Verläufe in Abrechnungsdaten nur unvollständig sichtbar

Zi-Studie: Endometriose-Verläufe in Abrechnungsdaten nur unvollständig sichtbar

Routinedaten sind eine zentrale Grundlage der Versorgungsforschung, um die Realität der medizinischen Versorgung zu untersuchen. Die Behandlung von Patientinnen mit Endometriose lässt sich anhand vertragsärztlicher Abrechnungsdaten allerdings nur eingeschränkt abbilden. So werden beispielsweise wichtige Arzneimittel zur Behandlung der Erkrankung nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen und sind daher in den Abrechnungsdaten nicht erfasst. Eine weitere Herausforderung besteht darin, Patientinnen mit Endometriose in den Daten zuverlässig zu identifizieren. Wird dafür vorausgesetzt, dass eine Endometriose-Diagnose wiederholt dokumentiert wird, kann dies zu einer Unterschätzung der tatsächlichen Patientinnenzahl führen. Denn das Fehlen einer entsprechenden Diagnose in den Folgejahren bedeutet weder, dass die Erkrankung nicht mehr besteht, noch, dass die Patientin nicht weiter behandelt wird.
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Medizin
 3 Min|
Herzinfarktverdacht: Wie schnell ist eine sichere Diagnose möglich?
ESC 2026

Herzinfarktverdacht: Wie schnell ist eine sichere Diagnose möglich?

Wie schnell lässt sich bei Menschen mit akutem Brustschmerz sicher feststellen, ob ein Herzinfarkt vorliegt oder ausgeschlossen werden kann? Mit dieser Frage beschäftigen sich zwei große internationale Forschungsarbeiten, deren Ergebnisse beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in München vorgestellt wurden. Maßgeblich daran beteiligt ist Prof. Jasper Boeddinghaus, der kürzlich vom Universitätsspital Basel an das Universitätsklinikum Bonn (UKB) gewechselt ist und dort das neue Institut für klinische Herz-Kreislaufforschung aufbaut.
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Gesundheitspolitik
 4 Min|
Weniger junge Menschen konsumieren Alkohol – Rauschtrinken bleibt aber weiterhin auf hohem Stand

Weniger junge Menschen konsumieren Alkohol – Rauschtrinken bleibt aber weiterhin auf hohem Stand

Immer weniger Jugendliche und junge Erwachsene trinken Alkohol und das Durchschnittsalter beim ersten Glas Alkohol ist gestiegen – das zeigen die Daten der Drogenaffinitätsstudie 2025 zum Alkoholkonsum junger Menschen in Deutschland, die das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit nun veröffentlicht hat. Besonders auffällig: Im Vergleich zur vorherigen Befragung 2023 konsumierten weniger junge Frauen Alkohol, auch beim Rauschtrinken gab es bei ihnen einen signifikanten Rückgang. Bei Jugendlichen und jungen Männern blieb das Rauschtrinken aber weiterhin auf einem hohen Niveau.
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Medizin
 5 Min|
Hirnaneurysmen: Häufigkeit in zwei Jahrzehnten verdoppelt

Hirnaneurysmen: Häufigkeit in zwei Jahrzehnten verdoppelt

Eine aktuelle Studie in der Fachzeitschrift The Lancet Neurology wertete unter Federführung der Universitätsmedizin Mannheim 162 Studien aus sieben Jahrzehnten aus. Sie zeigt erstmals einen Anstieg der Häufigkeit von Aneurysmen von 2,9 auf 6,6% und welche Personen besonders betroffen sind: Frauen nahezu doppelt so häufig wie Männer, deutlich häufiger auch Patient:innen mit polyzystischer Nierenerkrankung, mit Bindegewebserkrankungen oder mit einer Subarachnoidalblutung in der Familie. Rauchen und Bluthochdruck erhöhen das Risiko für Aneurysmen erstmals messbar. Die Studie belegt aber auch gleichzeitig: Die wenigsten Hirnaneurysmen müssen behandelt werden.
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Gesundheitspolitik
 3 Min|
Pflegeversicherung im Minus: Defizit erhöht Druck auf Pflegereform

Pflegeversicherung im Minus: Defizit erhöht Druck auf Pflegereform

Die Finanznöte der Pflegeversicherung spitzen sich angesichts stark steigender Ausgaben weiter zu. In der ersten Hälfte des Jahres lief ein Defizit von 770 Millionen Euro auf, wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen mitteilte, der auch die Pflegekassen vertritt. Voraussichtlich im Oktober würden die Einnahmen nicht mehr reichen, um die Pflegeleistungen voll zu finanzieren. Bis zum Jahresende brauche es dann nochmals 500 Millionen Euro. Der Druck für die geplante Pflegereform der Koalition wächst damit weiter.
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Medizin
 6 Min|
Grafik: CAR-T-Zellen
Wirksamkeit von CD19-CAR-T-Zellen

Charité: CAR-T-Zell-Therapie bei schwerer rheumatoider Arthritis

Immuntherapien wie die CAR-T-Zell-Therapie werden vor allem bei Krebserkrankungen eingesetzt. Künftig sollen die aus eigenen Abwehrzellen hergestellten Präparate auch Autoimmunerkrankungen heilen helfen. An der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben jetzt sechs Patient:innen mit schwerster rheumatoider Arthritis eine solche Behandlung erhalten. Das Ergebnis dieser weltweit ersten klinischen Studie: Bei allen Teilnehmenden ging die Krankheitsaktivität deutlich zurück, so die Forschenden in Nature Medicine [1]. Drei der Behandelten konnten am Ende auf jegliche Medikamente gegen rheumatoide Arthritis verzichten.
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