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Medizin

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall – doch wie stark das Gehirn in den Stunden und Tagen danach weiter geschädigt wird, lässt sich bislang nur begrenzt und punktuell mit Bildgebung erfassen. Für viele andere Organe gibt es Bluttests, die akute Verletzungen anzeigen, für das Gehirn fehlte bislang ein vergleichbarer Marker. Forschende am LMU Klinikum München und internationale Partner zeigen nun, dass ein neuer Blutmarker – Brain-derived Tau (BD-tau) – das Ausmaß der Hirnschädigung nach einem ischämischen Schlaganfall über die Zeit abbilden kann. Die Arbeit mit den Erstautoren Dr. Naomi Vlegels und Nicoló Luca Knuth wurde im Fachblatt Science Translational Medicine veröffentlicht.
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Löst das Epstein-Barr-Virus Multiple Sklerose aus?

Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass das Epstein-Barr-Virus eine Rolle bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose spielen könnte. Eine zentrale Frage bleibt jedoch offen: Fast jeder Mensch infiziert sich früh im Leben mit diesem Virus, doch nur wenige entwickeln später MS. Ein Team um Dr. Nicholas Sanderson und Prof. Dr. Tobias Derfuss vom Departement Biomedizin der Universität Basel und des Universitätsspitals Basel berichtet nun in der Fachzeitschrift Cell über neue Erkenntnisse, die zur Lösung dieses Rätsels beitragen [1].
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Handekzeme vorbeugen: Aktualisierte S2k-Leitlinie zu „beruflichen Hautmitteln"

Handekzeme vorbeugen: Aktualisierte S2k-Leitlinie zu „beruflichen Hautmitteln"

Berufstätige, deren Haut viel Kontakt zu Wasser, Reinigungs- und Desinfektionsmitteln, Kühlschmierstoffen oder anderen Reizstoffen hat, sind vermehrt von Handekzemen betroffen, da solche Tätigkeiten die Hautbarriere schädigen und Ekzeme auslösen oder verschlimmern können. Berufliche Hautmittel (Hautschutz-, Hautreinigungs- und Hautpflegemittel), die für den Einsatz am Arbeitsplatz vorgesehen sind, können hier vorbeugen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Prävention am Arbeitsplatz. Das unter Federführung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) erstellte Update der Leitlinie „Berufliche Hautmittel" gibt einen Entscheidungsrahmen für die Verwendung von beruflichen Hautmitteln am Arbeitsplatz. Die aktualisierte Leitlinie hat die Zielsetzung, die Prävention beruflich bedingter Handekzeme zu verbessern.
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Protein HIF1 als Auslöser von Sehnenbeschwerden identifiziert

Protein HIF1 als Auslöser von Sehnenbeschwerden identifiziert

Sehnen sind stark, aber nicht unverwundbar. Werden sie ständig überlastet, zum Beispiel bei intensivem Sport, können sie sich schleichend verändern, was Schmerzen hervorruft. Für diese Veränderungen ist ein Protein mit dem Namen HIF1 mitverantwortlich, wie Forschende nun in Experimenten mit Mäusen und mit menschlichem Sehnengewebe zeigen konnten. Die Erkenntnisse könnten die Suche nach neuen Therapien beflügeln, die wirken, bevor das Gewebe irreversibel geschädigt ist.
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CHIP-Mutationen erhöhen Herzrisiko bei älteren Patient:innen

CHIP-Mutationen erhöhen Herzrisiko bei älteren Patient:innen

Mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich blutbildende Stammzellen verändern und ungewollte Zellklone produzieren. Man spricht dann von „klonaler Hämatopoese mit unbestimmtem Potenzial", auf Englisch: „clonal hematopoiesis of indeterminate potential“ – abgekürzt CHIP. Einige dieser mutierten Blutzellen stehen im Verdacht, Entzündungsprozesse zu befeuern. Sie können Herz-Kreislauf-Erkrankungen neu auslösen und bereits bestehende kardiovaskuläre Probleme verschärfen. Wissenschaftler:innen des Uniklinikums Freiburg und der Charité – Universitätsmedizin Berlin wollen den genauen Mechanismus bei diesen sogenannten CHIP-Mutationen entschlüsseln, die besonders häufig bei Patient:innen mit Vorhofflimmern vorkommen. Die Deutsche Herzstiftung treibt diese in Fachkreisen viel beachtete Grundlagenforschung jetzt mit Fördergeldern in Höhe von rund 70.000 Euro voran.
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Prostata-Infektionen: Forschende entschlüsseln bakteriellen Angriffsweg

Prostata-Infektionen: Forschende entschlüsseln bakteriellen Angriffsweg

Die bakterielle Prostatitis, eine Infektion der Prostata, die in erster Linie durch Escherichia coli (E. coli) verursacht wird, ist ein häufiges Gesundheitsproblem bei Männern. Weltweit sind etwa 1% aller Männer im Laufe ihres Lebens davon betroffen. Die Infektion entsteht, wenn Bakterien aus der Harnröhre oder der Blase in die Prostata gelangen. Die Behandlung der bakteriellen Prostatitis ist nach wie vor schwierig, da die Patient:innen oft lange Antibiotikabehandlungen mit hohen Dosen benötigen. Trotz Behandlung erleiden mehr als die Hälfte der Patient:innen innerhalb eines Jahres einen Rückfall. Seit langem vermuten Forschende, dass Bakterien in die Prostatazellen eindringen, um zu überleben und dem Immunsystem und Antibiotika zu entkommen. Bislang fehlten jedoch direkte Beweise für diese Überlebensstrategie.
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Ursache für Folgeschäden bei Diabetes entdeckt

Menschen mit Diabetes haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Herzschwäche und Nierenerkrankungen – selbst bei gut eingestellten Blutzuckerwerten. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg hat einen zentralen Immunmechanismus identifiziert, der diese Folgeerkrankungen erklären kann. Die Studie zeigt, dass das Enzym Peptidylarginin-Deiminase 4 (PAD4) bestimmte Abwehrzellen aktiviert und so Entzündungsprozesse auslöst, die Herz und Niere schädigen [1].
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Long COVID: Wie Autoantikörper das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen

Long COVID: Wie Autoantikörper das Herz-Kreislauf-System beeinträchtigen

Viele Menschen fühlen sich Monate nach einer Corona-Infektion noch immer erschöpft, kämpfen mit Herzrasen, Schwindel oder Blutdruckschwankungen. Diese Beschwerden werden heute unter Long COVID oder Post-COVID-Syndrom (PCS) zusammengefasst. Eine neue Studie von Prof. Dr. Boris Schmitz, Prof. Dr. Frank C. Mooren und ihrem Team vom Lehrstuhl für Rehabilitationswissenschaften der Universität Witten/Herdecke (UW/H) bringt nun mehr Klarheit in eine der zentralen Fragen: Warum bleiben manche Menschen so lange krank? Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass bestimmte Autoantikörper dabei eine wichtige Rolle spielen könnten.
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Guselkumab erhält Zulassung zur Behandlung von Jugendlichen und Kindern mit Plaque-Psoriasis

Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat die Zulassungserweiterung von Guselkumab für die Behandlung der mittelschweren bis schweren Plaque‑Psoriasis bei pädiatrischen Patient:innen erteilt. Der Interleukin‑23‑Inhibitor kann jetzt auch bei Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren eingesetzt werden, die für eine systemische Therapie in Frage kommen. Seit November 2017 ist der IL-23-Inhibitor bereits für die Behandlung von erwachsenen Patient:innen mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassen, die für eine systemische Therapie in Frage kommen.
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Typ-2-Diabetes: Proteinkartierung afrikanischer Genome eröffnet neue Perspektiven

Typ-2-Diabetes: Proteinkartierung afrikanischer Genome eröffnet neue Perspektiven

Erstmals haben Forschende in großem Umfang untersucht, wie Plasmaproteine mit genetischen Varianten bei Menschen afrikanischer Herkunft zusammenhängen. Damit rücken Bevölkerungsgruppen in den Fokus, die in der medizinischen Forschung bislang stark unterrepräsentiert waren. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, Typ-2-Diabetes früher und präziser zu diagnostizieren – und Therapien zu entwickeln, die gezielter auf afrikanische Patient:innen zugeschnitten sind. Durchgeführt wurde die Studie von Helmholtz Munich in Zusammenarbeit mit der Queen Mary University of London, der Technischen Universität München, dem Medical Research Council/Uganda Virus Research Institute sowie der London School of Hygiene & Tropical Medicine Uganda Research Unit.
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Prävention, Diagnostik und Therapie: Neue S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter veröffentlicht

Die neue S3-Leitlinie Delir im höheren Lebensalter ist nun veröffentlicht. Koordiniert von der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und -psychotherapie (DGGPP), wurde eine Langfassung, eine Kurzfassung, wie auch eine Patientenleitlinie von mehr als 30 weiteren Fachgesellschaften und Berufsverbänden erarbeitet. Die neue Leitlinie umfasst erstmals 69 evidenz- und konsensbasierte Empfehlungen für alle Versorgungssettings und definiert damit sektorenübergreifende Standards für die Prävention, Diagnostik, Therapie und Nachsorge eines Delirs von hochbetagten Patient:innen.
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Neue Leitlinie stärkt Frauenversorgung nach sexualisierter Gewalterfahrung

Die neue S1-Leitlinie „Empfehlungen zur Betreuung und Versorgung von weiblichen Betroffenen sexualisierter Gewalt“ soll sicherstellen, dass betroffene Frauen nach erlebter sexualisierter Gewalt bundesweit eine fachgerechte, traumasensible und rechtssichere Versorgung erhalten. „Mit dieser Leitlinie setzen wir ein klares Zeichen für eine noch bessere interdisziplinäre Zusammenarbeit von Gynäkologie, Rechtsmedizin, Psychotraumatologie und Fachberatungsstellen – und damit für eine Versorgung, die betroffene Frauen ernst nimmt, schützt und stärkt“, so Prof. Dr. Gert Naumann der Präsident der Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).
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Keuchhustenimpfung in der Schwangerschaft stärkt die Abwehr bei Neugeborenen

2024 wurden in Deutschland die meisten Keuchhustenfälle seit Einführung der Meldepflicht 2013 verzeichnet. Mit fast 122 Fällen pro 100.000 Einwohner waren Säuglinge unter einem Jahr am stärksten betroffen. Für 2025 erwarten Expert:innen ähnlich hohe Fallzahlen. Schutz vor der hochansteckenden Erkrankung in den ersten Lebensmonaten bietet eine Impfung werdender Mütter gegen den Keuchhusten-Erreger, das Bakterium Bordetella pertussis. Eine internationale Studie unter Leitung von Charité und Universität Radboud zeigt die Effektivität der indirekten Immunisierung. Sie ist jetzt in The Lancet Microbe erschienen [1].
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Erfolgreicher Abschluss des Pilotprojektes genomDE legt Fundament für die Genommedizin der Zukunft

Das Pilotprojekt genomDE, welches das Konzept für eine bundesweite Plattform zur medizinischen Genomsequenzierung entwickelt hat, zieht eine positive Bilanz. Seit dem Projektstart 2021 wurden entscheidende Voraussetzungen geschaffen, um Genommedizin in der deutschen Gesundheitsversorgung zu verankern: Es wurden gemeinsame Qualitätsstandards und ein Konzept zum Aufbau einer föderierten Dateninfrastruktur entwickelt und erprobt. genomDE hat so die Basis für das Modellvorhaben zur Genomsequenz­ierung geschaffen, das die Gesundheitsversorgung von Menschen mit seltenen oder onkologischen Erkrankungen durch Genom­sequenzierung verbessern soll.
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Start des Deutschen Registers für Chronische Rhinosinusitis

Nach mehr als zweijähriger intensiver Vorbereitung ist es soweit: Das Deutsche Register für Chronische Rhinosinusitis (CRS-Register) ist offiziell gestartet. Das Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC) und des Ärzteverbands Deutscher Allergologen (AeDA) setzt neue Maßstäbe in der strukturierten Erfassung von Diagnostik, Therapie und Krankheitsverlauf bei Patient:innen mit chronischer Rhinosinusitis.
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Herzinfarkt: Neue Therapie durch Ribonukleinsäure-Hemmung

Herzinfarkt: Neue Therapie durch Ribonukleinsäure-Hemmung

Eine internationale Forschungsgruppe um Prof. Dr. Klaus T. Preissner, Senior Scientist am Kerckhoff Herzforschungsinstitut mit der Justus-Liebig-Universität Gießen gGmbH, hat wichtige neue Erkenntnisse über die Rolle von extrazellulären Ribonukleinsäuren (exRNA) bei Herzinfarkt und Entzündung gewonnen. Die Studie zeigt, dass exRNA unter bestimmten Bedingungen von einem harmlosen Alarmmolekül zu einem schädigenden Krankmacher und Entzündungsmediator werden kann. Sie ist in der Fachzeitschrift „Pharmacological Research" veröffentlicht worden [1].
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Wirkstoff PAV-617 hemmt Tau-Aggregation bei Alzheimer

Wirkstoff PAV-617 hemmt Tau-Aggregation bei Alzheimer

Forschenden der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) ist es erstmals gelungen nachzuweisen, wie externe Faktoren, etwa Infektionen, das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung erhöhen. Das internationale Team um Prof. Dr. Carsten Korth und Dr. Andreas Müller-Schiffmann vom Institut für Neuropathologie (UKD) konnte diesen Mechanismus nicht nur detailliert darstellen, sondern auch schon erfolgreich einen Wirkstoff erproben, der ihn blockiert. Damit eröffnet sich das Potenzial, das Alzheimer-Risiko bei Patient:innen mit chronischen Infektionen und anderen Risikoerkrankungen zu senken.
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