Freitag, 28. Juli 2017
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Aktuelle Infos für Ärzte

27. Juli 2017

© Robert Ernst
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Mechanismus, der die „unfolded protein response“ aktiviert

Einige Zellen erfüllen hochspezialisierte Funktionen und sind unerlässlich für die Koordination vieler Prozesse, beispielsweise regulieren sie den Blutzuckerspiegel durch die Produktion von Insulin. Dem können sie nur nachkommen, indem sie sich auf eine hohe Proteinproduktion spezialisieren. Das tun sie durch die „unfolded protein response“ (UPR), ein Programm, das den Eiweißausstoß der Zellen reguliert. Fehlfunktionen können entscheidend zur Entstehung von Krankheiten wie Diabetes und Krebs beitragen. Forscher um Robert Ernst haben nun einen bisher unbekannten Mechanismus entdeckt, der die Aktivierung der UPR steuert: Eine Änderung der Membranfette setzt das Programm in Gang.

Muskelabbau und funktionelle Einschränkungen: „Mit guter Ernährung lässt sich Sarkopenie bremsen“

Wenn Menschen im Laufe des Lebens körperlich schwächer werden, gilt das oft als harmlose Alterserscheinung. Jedoch leiden 50 Millionen Menschen weltweit unter so starkem, altersbedingtem Muskelschwund, der Sarkopenie, dass sie Gefahr laufen, zu stürzen oder ihren Alltag nicht mehr selbstständig bewältigen zu können. Laut der Europäischen Arbeitsgruppe für Sarkopenie bei älteren Menschen könnte diese Zahl in den nächsten 40 Jahren auf mehr als 200 Millionen Betroffene weltweit steigen.

Frühgeborene haben kein generell erhöhtes Risiko für Angststörungen oder Depression

Sehr früh oder sehr leicht geborene Kinder leiden nicht grundsätzlich häufiger an Angst- und affektiven Störungen, etwa Depressionen, als reif geborene Kinder. Zu diesem Schluss kommen Forscherinnen und Forscher nach Analyse einer in Deutschland durchgeführten Längsschnittstudie. Sie widerlegen damit Annahmen aus früheren Studien, die ein generell erhöhtes Risiko für Depression und Angststörungen bei Frühgeborenen postuliert hatten.

© monticellllo / Fotolia
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Besser essen, länger leben: US-Studie belegt Wirkung der DASH-Diät

Wer sich gesund ernährt, darf auf ein längeres Leben hoffen. Schon geringe Verbesserungen im Ernährungsplan machen sich nach den Ergebnissen einer US-Studie nach wenigen Jahren positiv bemerkbar. Für Menschen mit erhöhtem Blutdruck empfiehlt die Deutsche Hochdruckliga e.V. Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention die sogenannte DASH-Diät. Diese hat bereits in früheren Studien eine Blutdrucksenkende Wirkung erzielt und kann den Einsatz von Medikamenten sinnvoll unterstützen.

HIV: Zulassungsempfehlung für Single-Tablet-Regime mit Darunavir

Aktuell auf dem IAS (International AIDS Society Conference on HIV Science) vorgestellte, vorläufige Ergebnisse der Phase-III-Studie EMERALD zeigten, dass vorbehandelte HIV-1-Patienten unter einem Single-Tablet-Regime (STR) aus Darunavir, Cobicistat, Emtricitabin und Tenofovir-Alafenamid (D/C/FTC/TAF) profitierten: Nach 24 Wochen wiesen 96,3% ein anhaltendes virologisches Ansprechen und eine virologische Rückfallrate von nur 1,8% auf (1). Eine weitere Analyse zur Resistenzentwicklung unter Proteaseinhibitor (PIs)-Behandlung in US-amerikanischen Proben unterstrich die hohe Resistenzbarriere von Darunavir (2).

26. Juli 2017

Forschungsergebnisse zur sexuellen Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

Obwohl die Sensibilität der Gesellschaft für sexuellen Kindesmissbrauch wächst, bleibt die Zahl minderjähriger Opfer in Deutschland hoch. Aktuelle Forschungsergebnisse des Deutschen Jugendinstituts (DJI) über das Ausmaß und den Umgang mit sexueller Gewalt in Heimen und Schulen liefern wichtige Hinweise für eine bessere Prävention. In der neuen Ausgabe des Forschungsmagazins „DJI Impulse“ werden die bisher unveröffentlichten Studien vorgestellt und notwendige Konsequenzen für Politik und Fachpraxis formuliert.

© Sagittaria / Fotolia
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Linke Mitralklappeninsuffizienz: Studie klärt, ob gleichzeitige OP der rechten Trikuspidalklappe immer vorteilhaft ist

Eine Insuffizienz der Mitralklappe in der linken Herzhälfte kann auch zur Insuffizienz der Trikuspidalklappe im rechten Herzen führen. Sollte man beide Klappen in einer Operation behandeln, wenn die Trikuspidalklappe nur leicht oder mittelgradig geschädigt ist? Darüber herrscht Uneinigkeit, auch weil belastbare Daten bisher nicht vorliegen. Eine neue Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) soll hier Klarheit schaffen.

ADHS: Unterstützung für den Arzt bei Erstgespräch, Diagnose und multimodaler Therapie

Eine adulte ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-Störung) kommt selten allein, sondern ist häufig mit einer affektiven Störung wie einer Depression vergesellschaftet. ADHS im Erwachsenenalter kann aber auch mit einer Suchtproblematik oder einer Angst- bzw. Zwangserkrankung einhergehen. Wie lassen sich sowohl die ADHS als auch eventuelle Komorbiditäten zuverlässig diagnostizieren und therapieren?

Sekundärer Hyperparathyreoidismus: Serum-Parathormon, -Phosphat und -Calcium in der Gesamtheit betrachten

Kürzlich wurde das „KDIGO 2017 Clinical Practice Guideline Update for the Diagnosis, Evaluation, Prevention, and Treatment of Chronic Kidney Disease – Mineral and Bone Disorder (CKD-MBD)” online publiziert (1). Neu – und zentral für die Therapie des sekundären Hyperparathyreoidismus (sHPT) –  ist die Empfehlung, die Laborparameter der CKD-MBD (Serum-Parathormon, Serum-Phosphat und Serum-Calcium) nicht isoliert zu betrachten und zu therapieren, sondern immer nur in ihrer Gesamtheit.

Hepatitis C erkennen und behandeln

Dank neuer Medikamente ist die Hepatitis C – gegen die es keine Impfung gibt – zu einer gut behandelbaren Erkrankung geworden, und fast jeder Patient hat heute die Chance auf Heilung (1). Damit könnte gelingen, was sich die WHO und das Bundesgesundheitsministerium auf die Fahnen geschrieben haben: die Hepatitis C massiv einzudämmen oder sogar ganz zu eliminieren (2,3). Die Aufklärungskampagne „Bist du Chris?“ mobilisiert nun die Bevölkerung, um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen.

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Nüsse sind kein Ersatz für die Darmspiegelung

Magen-Darm-Ärzte mahnen zur Vorsicht bei Meldungen über bestimmte Nahrungsmittel, die vor Krebs schützen sollen. „Öffentliche Erklärungen wie gerade mal wieder von Ernährungswissenschaftlern der Uni Jena über den Schutzmechanismus von Nüssen sind eher irreführend als hilfreich“, betont Dr. Dagmar Mainz, die Sprecherin der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte. „Auch Nusskonsumenten sind vor Darmkrebs nicht gefeit. Sicherheit bietet nur die Darmspiegelung.“

Rund 40 Prozent der Angstpatienten brechen MRT-Untersuchung ab

Klaustrophobie hält 15 Prozent der Patienten davon ab, sich trotz starker Schmerzen mittels der Magnetresonanztomografie untersuchen zu lassen. Dies hat für Ärzte, Therapeuten und Krankenkassen kostenintensive Folgen. Am schlimmsten betroffen ist jedoch der Patient selbst: Statt sich einer Diagnose zu stellen, leidet er oftmals monatelang unter starken Schmerzen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Angstpatienten die MRT-Untersuchung akzeptieren, wenn Fachpersonal sie vor und während des Termins persönlich intensiv begleitet und berät. Zudem ist es wichtig, dass sie aus dem MRT-Gerät herausschauen können wie bei dem innovativen Upright-MRT. Dagegen brechen mehr als ein Drittel der Befragten (39 Prozent) eine Untersuchung in einer geschlossenen MRT-Röhre mittendrin ab und im „Sandwich“-MRT steigen 16,6 Prozent aus. Das hat eine Diplomarbeit „Klaustrophobie in der MRT oder die Angst vor der Röhre“ in einer aktuellen Studie1 herausgefunden. Eine umfassende Beratung bei Bedenken vor der MRT-Untersuchung bietet den Betroffenen das neue Webportal www.angst-im-mrt.de.

Verbraucherschutz: Blei und Cadmium in Modeschmuck, Pestizide in Kräutern

Erneut gerieten preiswerte Modeschmuckartikel ins Visier der Überwachungsbehörden. Nachdem das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im vergangenen Jahr auf die erhöhten Nickelgehalte in den untersuchten Proben hingewiesen hatte, kritisierte das Bundesamt die Funde von Blei und Cadmium oberhalb der geltenden Grenzwerte. BVL-Präsident Helmut Tschiersky stellte dazu fest: „Die Hersteller und Importeure von Modeschmuck müssen eindeutig mehr tun, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden.“ Nach mehreren Einzelfunden von preiswertem Modeschmuck mit erhöhten Blei- und Cadmiumgehalten ist die Produktgruppe im Jahr 2015 verstärkt durch die amtliche Überwachung kontrolliert worden. Von den 262 durch die Kontrolleure genommenen Proben wiesen 32 Proben (12 Prozent) Bleiwerte oberhalb des geltenden Höchstgehalts von 500 mg/kg auf. Bei einer untersuchten Kette waren die beiden Karabinerhaken sogar vollständig aus Blei gefertigt. Bei 26 Proben (10 Prozent) überschritt der Cadmiumgehalt den Grenzwert von 100 mg/kg.