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Medizin

Mai 2020

Gerinnungsstörungen bei Covid-19: Blutverdünner nicht absetzen

In medizinischen Fachkreisen und den Medien häufen sich Berichte über Störungen des Gerinnungssystems bei Patienten mit Covid-19. Intensiv- und Notfallmediziner forderten daher jüngst in einer Erklärung der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), dass eine Thromboseprophylaxe und Blutverdünnung – abhängig vom Risikoprofil des Patienten - eine stärkere Rolle in der Behandlung von Covid-19-Patienten spielen müssen.

Endothelfunktion analysieren – mögliche Hochrisikopatienten für schwere COVID-19 Verläufe erkennen

Experten am Universitätsspital Zürich untersuchten die Gewebeproben verstorbener COVID-19-Patienten. Dabei fiel auf, dass das Virus auch das Gefäßendothel direkt angreift und so zu einer systemischen Gefäßentzündung im ganzen Körper führt. Patienten mit bereits vorgeschädigten Gefäßen und Dysregulationen der Gefäße sind Hochrisikopatienten für besonders schwere COVID-19-Verläufe. Mit der Technologie der Imedos Systems können Gefäßstörungen, insbesondere die endotheliale Dysfunktion,...

COVID-19: Obduktionen zeigen massive Lungenschäden als Todesursache

COVID-19: Obduktionen zeigen massive Lungenschäden als Todesursache
©Universitätsklinikum Augsburg

Eine Studie des Augsburger Universitätsklinikums, die vor kurzem im Journal of the American Medical Association (JAMA) erschienen ist, zeigt, dass das Lungengewebe von verstorbenen COVID-19 Patienten irreversibel geschädigt ist. Ursache der Schädigungen war das Virus, dessen Erbgut noch in den Atemwegen nachgewiesen werden konnte. Lungenschädigungen durch die maschinelle Beatmung konnten als Ursache weitgehend ausgeschlossen werden, da mehr als die Hälfte der Patienten nicht künstlich beatmet wurde. Die massiv beeinträchtigte Sauerstoffaufnahme der Lungen...

Covid-19: Immunantwort neben Spike-Protein auch durch weitere Proteine auslösbar

Forschungsteams der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und des Universitätsklinikums Essen haben herausgefunden, auf welche Teile des Sars-Cov-2-Virus das menschliche Immunsystem reagiert: Neben dem bisher fokussierten Spike-Protein können auch 2 weitere Proteine eine starke Immunantwort auslösen. Diese Entdeckung ist bedeutend sowohl für die Entwicklung diagnostischer Tests als auch von Impfstoffen. "Wir sollten uns dabei nicht ausschließlich auf das Spike-Protein konzentrieren", sagt Studienleiterin Prof. Dr. Nina Babel.

NEJM-Publikation: Blutgefäßschädigung als Schlüssel zu COVID-19

Das SARS-CoV-2-Virus befällt im Gegensatz zu den Grippeviren vornehmlich Endothelzellen und führt zu einer gesteigerten Entzündungsreaktion, vergleichbar mit einer Abstoßungsreaktion nach Organtransplantation. Das ist das wichtigste Ergebnis einer internationalen Studie der Unikliniken Wuppertal, Harvard, Basel, Leuven und Hannover. Die Studie wird heute mit einem Editorial in der renommierten Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht (1, 2).

Kalziumkanal an Entstehung von Pankreatitis beteiligt

An der Entstehung einer chronischen Pankreatitis sind Mutationen in einem Ionenkanal in der Zellmembran beteiligt, der eine spezifische Durchlässigkeit für Kalziumionen besitzt. Diese Entdeckung machte ein Forschungsteam der Technischen Universität München (TUM) zusammen mit weiteren Gruppen aus Deutschland, Japan und Frankreich. Damit könnten sie den Weg für neue Therapeutika zur Behandlung und Prävention der chronischen Pankreatitis ebnen.

COVID-19: Positionspapier zur Versorgung von Patienten mit Lebererkrankungen

Die Deutsche Leberstiftung hat die deutsche Übersetzung des Positionspapiers der EASL und der ESCMID mit Empfehlungen für die Behandlung von Patienten mit Lebererkrankungen herausgegeben. Patienten mit fortgeschrittenen Lebererkrankungen sowie Lebertransplantierte stellen vermutlich anfällige Gruppen für COVID-19 dar und sind wahrscheinlich einem erhöhten Infektionsrisiko und/oder einem schweren Verlauf von COVID-19 ausgesetzt.

S1-Leitlinie zur palliativmedizinischen Versorgung von COVID-19-Patienten

S1-Leitlinie zur palliativmedizinischen Versorgung von COVID-19-Patienten
© sudok1 - stock.adobe.com

In Anlehnung an die Empfehlungen des Nationalen Ethikrates hat die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) eine S1-Leitlinie zur palliativmedizinischen Versorgung von COVID-19-Patienten entwickelt. Kernthese der Handlungsempfehlung für Ärzte und Pflegende ist, dass eine Entscheidung für oder gegen intensivmedizinische Maßnahmen nicht aufgrund des Alters des Patienten getroffen werden kann. Vielmehr solle die Gesamtsituation, wie z.B. das Vorliegen einer nicht heilbaren lebenslimitierenden Erkrankung und der Wille des Patienten berücksichtigt...

COVID-19-Register mit globaler Erfahrung intensivmedizinisch betreuter Patienten

COVID-19-Register mit globaler Erfahrung intensivmedizinisch betreuter Patienten
© momius - stock.adobe.com

Die Society of Critical Care Medicine (SCCM) und die Mayo Clinic haben sich zusammengetan, um das erste globale COVID-19-Register einzuführen, das Muster bei der Versorgung auf Intensivstationen und in Krankenhäusern in Echtzeit aufzeigt. Das von der SCCM-Abteilung Discovery gegründete Critical Care Research Network wird eine Studie durchführen, die Allgemeine Studie für Virusinfektionen und Krankheiten der Atemwege (Viral Infection and Respiratory Illness Universal Study (VIRUS)), die Variationen in der Praxis aufzeigt und eine breite Datenbank für die...

Soziale Isolation als Sterblichkeitsrisiko für ältere Menschen

Im Zuge der Corona-Pandemie wurden in Deutschland wie in den meisten Ländern Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen eingeführt. Gerade ältere Menschen sollten diese Beschränkungen streng befolgen. Das bedeutete (und bedeutet) auch bei Alleinlebenden und bei Bewohnerinnen und Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen die strikte Vermeidung von Besuchen Angehöriger und Bekannter. Die damit verbundene soziale Isolation und das Gefühl der Einsamkeit können psychische und physische Folgen haben.

Symptomkontrolle bei stabiler Angina pectoris

Begleiterkrankungen sind in der Kardiologie nicht nur prognoserelevant, sondern spielen auch in der Symptomkontrolle – etwa bei Patienten mit chronischer koronarer Herzkrankheit (KHK) und stabiler Angina pectoris (AP) – eine wichtige Rolle. Für Ärzte gilt es, die individuellen Eigenschaften der verfügbaren Antianginosa bestmöglich mit den patientenindividuellen Aspekten in Einklang zu bringen (1). Bei diesem Ansatz bildet Ranolazin (Ranexa®) als modernes Antianginosum eine wichtige Option. Denn es erweist sich als adäquate symptomatische...

SARS-CoV-2: Fragen und Antworten zu Antikörpertests

SARS-CoV-2: Fragen und Antworten zu Antikörpertests
©Corona Borealis - stock.adobe.com

Mithilfe von Antikörpertests festzustellen, wer bereits mit SARS-CoV-2 in Kontakt gekommen ist, ist Gegenstand zahlreicher Diskussionen. Das Berliner Pharmaunternehmen PharmACT AG brachte  bereits im März den weltweit ersten hochsensiblen SARS-CoV-2-Schnelltest auf den Markt, der Antikörper gegen SARS-CoV-2 im Blut detektiert – ohne Labor und innerhalb von 20 Minuten. Der Schnelltest hat neben der CE-Kennzeichnung auch eine internationale Apothekennummer. Dr. med. Gunther Burgard, medizinischer Direktor der PharmACT AG, beantwortet im Folgenden die häufigsten...

Patientenumfrage: Wie Menschen mit Rheuma die Corona-Krise erleben

Zu den Menschen, die das Robert Koch-Institut (RKI) zur Risikogruppe für einen schweren Krankheitsverlauf von COVID-19 zählt, gehören Patienten mit aktiven entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sowie diejenigen unter immunsuppressiver Therapie. Wie sich die aktuelle Situation auf die rheumatologische Versorgung sowie die Grunderkrankung auswirkt, möchte die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) nun mithilfe einer Patientenbefragung klären.

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