Samstag, 21. Oktober 2017
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Aktuelle Infos für Ärzte

19. Oktober 2017

Eosinophile Ösophagitis: Erkennen, gezielt therapieren und Leidensdruck lindern

Wenn Brot und Fleisch in der Speiseröhre steckenbleiben, der Patient beim Verzehr solider Speisen extrem viel nachtrinken muss oder den Genuss dieser Speisen gleich ganz vermeidet, liegt die Diagnose „eosinophile Ösophagitis“ (EoE) nahe. Leitsymptom ist die Dysphagie bei geformten Speisen, manchmal begleitet von retrosternalem Schmerz. Frühzeitige Diagnose und Therapie können dann die fortschreitende Fibrosierung der Speiseröhre aufhalten, die Gefahr der Bolusimpaktierung reduzieren und die Lebensqualität verbessern. „EoE ist keine „nice-to-have“-Diagnose, sondern eine „must-to-treat“-Erkrankung“, betonte der wissenschaftliche Organisator des 208. Internationalen Symposiums der Falk Foundation e.V. Prof. Dr. Alex Straumann, Olten, die Notwendigkeit der Intervention. Die medikamentöse Therapie setzt auf topische Steroide, die sich in randomisierten kontrollierten Studien als wirksam erwiesen haben. Noch ist kein Präparat zugelassen. Für Aufmerksamkeit sorgten daher die Phase-III-Daten einer Budesonid-Schmelztablette. Sie verbessert in der Induktionstherapie über sechs Wochen Histologie und Symptomatik der EoE hochsignifikant im Vergleich zu Plazebo.

Lipidmanagement zu Hause

Mit dem innovativen Aufbewahrungssystem PraluBase® bietet Sanofi Patienten ab sofort weitere Unterstützung bei ihrem Lipidmanagement. PraluBase® ist ein Aufbewahrungs- und Erinnerungssystem für Praluent®-Fertigpens. Die von Sanofi eigens für den Hausgebrauch entwickelte Aufbewahrungsbox für Alirocumab (Praluent®) erleichtert den Patienten die Aufbewahrung ihrer Fertigpens im Kühlschrank und erinnert an die regelmäßige Injektion. Dies ist nicht nur praktisch, sondern fördert auch die Therapiesicherheit und Adhärenz der Lipidmanagement-Therapie.

© Ezume Images  / Fotolia.com
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HIV: Phase-III-Studie DRIVE-AHEAD belegt Nicht-Unterlegenheit von DOR/TDF/3TC gegenüber EFV/TDF/3TC

Die Phase-III-Studie DRIVE-AHEAD untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit des experimentellen, einmal täglich einzunehmenden NNRTI* Doravirin bei therapienaiven HIV-1-infizierten Patienten. In dieser Studie werden die Wirksamkeit und Sicherheit des Ein-Tabletten-Regimes Doravirin mit den beiden NRTIs** Tenofovirdisopoxulfumarat und Lamivudin (DOR/TDF/3TC) mit der Wirksamkeit und Sicherheit des NNRTI-basierten Ein-Tabletten-Regimes Efavirenz/TDF/3TC (EFV/TDF/3TC) verglichen. Beim primären Wirksamkeitsendpunkt – Anteil der Patienten mit einer Viruslast unter 50 HIV-1-RNA-Kopien/ml nach 48 Wochen – war DOR/TDF/3TC dem Regime EFV/TDF/3TC nicht unterlegen. Unter DOR/TD/3TC traten im Vergleich zu EFV/TDF/3TC signifikant weniger vor Studienbeginn definierte neuropsychiatrische unerwünschte Ereignisse auf. Zudem zeigte sich unter DOR/TDF/3TC von Baseline bis Woche 48 eine statistisch geringere Zunahme der Nüchternlipidwerte LDL-Cholesterin und non-HDL-Cholesterin im Vergleich zu EFV/TDF/3TC. Diese ersten Ergebnisse der Studie DRIVE-AHEAD wurden auf der 9th IAS Conference on HIV Science, die vom 23.-26. Juli 2017 in Paris/Frankreich stattfand, vorgestellt.

Schilddrüsenmediziner fordern interdisziplinäre Zusammenarbeit

Vom 12. bis 14. Oktober 2017 fand in Heidelberg das 23. Henning-Symposium zu dem Tagungsthema „Thyreologie interdisziplinär – Alternativen in Diagnostik und Therapie“ statt. „Die Behandlung von Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen wandelt sich. Das Abschätzen einer möglichen Gefährdung des Patienten ist für Ärzte heute komplexer als je zuvor“, fasst Kongresspräsident Prof. Dr. med. Peter E. Goretzki anlässlich der Auftakt-Pressekonferenz (1) zusammen. In seinem Vortrag weist Goretzki auf die immer noch hohe Zahl der Schilddrüsenoperationen hin und wünscht sich daher eine engere Zusammenarbeit von Endokrinologen, Nuklearmedizinern und Chirurgen. Ein weiteres Thema der Veranstaltung ist die Thyreoiditis, die auf Grund ihrer zahlreichen Erscheinungsformen ebenfalls den Blick "über den Tellerrand" erfordert. Außerdem in der Diskussion: Die Radioiodtherapie, die sich als eine gute und etablierte Methode u.a. in der Behandlung der Schilddrüsenüberfunktion bewiesen hat. Im Gegensatz zu einer Operation treten bei der Radioiodbehandlung wesentlich seltener Nebenwirkungen auf. Der bundesweit größte Schilddrüsenkongress wird von der Sektion Schilddrüse der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) in Zusammenarbeit mit weiteren Fachgesellschaften sowie Sanofi in Deutschland ausgerichtet.

DGU baut Stipendienprogramm aus: Neue Ausschreibungen für 2018

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) hat jüngst ihr Stipendienprogramm erweitert und – parallel zu den bekannten Eisenberger-Stipendien – mit dem neuen Wolfgang Lutzeyer-Forschungsstipendium eine eigenständige Fördermaßnahme nun auch für Naturwissenschaftler in der Urologie ins Leben gerufen. „Damit konstituiert die DGU als erste medizinische Fachgesellschaft in Deutschland ein exklusives Förderinstrumentarium für Naturwissenschaftler und bietet dieser Zielgruppe eine echte Chance und Perspektive, sich innerhalb ihres eigenen Forschungsbereichs und am Standort ihrer aktuellen urologischen Klinik zu etablieren. Langfristig soll das Programm die Grundlagenforschung in der deutschen Urologie attraktiver gestalten und dazu beitragen, neue Arbeitsgruppen in urologischen Forschungslaboren aufzubauen“, so DGU-Generalsekretär Prof. Dr. Maurice Stephan Michel.

© LIGHTFIELD STUDIOS / Fotolia.com
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Programm InTherAKT verbessert medikamentöse Therapie von Altenheimbewohnern

Das Problem: Der durchschnittliche Bewohner einer Altenhilfeeinrichtung nimmt rund 12 Medikamente pro Tag ein und ist bei mehr als einem Arzt in Behandlung – wobei der betreuende Hausarzt nicht unbedingt immer von allen involvierten Fachärzten weiß. Einen aktuellen vollständigen Medikationsplan gibt es selten, eine sinnvolle Überprüfung durch den Apotheker ist somit kaum möglich. Reichlich Potenzial also für Wechsel- und Nebenwirkungen. In Münster wurde deshalb das Programm InTherAKT ins Leben gerufen, dessen Erfolge im Rahmen des Schmerzkongresses vorgestellt wurden.  

Frühzeitige Therapie mit Sacubitril/Valsartan bei chronischer Herzinsuffizienz für mehr Lebenszeit und –qualität

Daten der PARADIGM-HF-Studie belegen eine realistische Chance auf eine verbesserte Prognose für Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (HI) bei einer Therapie mit Sacubitril/Valsartan (Entresto®) (1). Sacubitril/Valsartan verbessert die physische und soziale Aktivität von Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz (= Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion, HFrEF), wie eine neue post-hoc Analyse der PARADIGM-HF-Studie zeigt (2). Die Patienten profitieren von der frühzeitigen Therapie bzw. -optimierung bei persistierender Symptomatik der chronischen Herzinsuffizienz (1).

18. Oktober 2017

Mit Procalcitonin Antibiotikatherapie steuern

Mit dem körpereigenen Infektionsmarker Procalcitonin lässt sich der Einsatz von Antibiotika bei Infektionen gezielt steuern. Die Antibiotikatherapie wird verkürzt, aber auch ihre Nebenwirkungen und die Mortalität nehmen ab. Dies berichten Forschende von Universität Basel und Kantonsspital Aarau nach einer Metaanalyse von über 6.700 internationalen Daten von Patienten mit Atemwegsinfektionen in der Fachzeitschrift The Lancet Infectious Diseases.

Klinische Daten zu Vilaprisan auf dem ESG 2017

Aktuelle klinische Daten zu Vilaprisan werden auf dem 12. Kongress der European Society of Gynecology (ESG), der seit heute und noch bis zum 21. Oktober in Barcelona, Spanien, stattfindet, präsentiert. Dabei werden Ergebnisse der Analyse um die effektivste und sicherste Dosis bei der Behandlung von Patientinnen mit Gebärmuttermyomen vorgestellt, sowie Ergebnisse einer Phase-IIb-Studie (ASTEROID 2), die die Wirksamkeit und Sicherheit bei Patientinnen mit symptomatischen Gebärmuttermyomen im Vergleich zu Placebo als auch zu Ulipristal Acetat untersuchte, gezeigt.

© ia_64 / Fotolia.com
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Schweres Asthma im Fokus: 1,5 Tage – 11 Referenten – 1 gemeinsames Ziel

Gegenwärtig befindet sich die Pneumologie durch neue Leitlinien, eine Vielzahl von Therapieoptionen und innovative Wirkstoffe wie Biologika im Umbruch. Insbesondere im Bereich des schweren Asthmas scheint ein Paradigmenwechsel hinsichtlich der Therapieoptionen bevorzustehen, wie nationale Experten anlässlich der AfP PRECISION-Auftaktveranstaltung am 13. und 14. Oktober in Hamburg diskutierten. Diese Tendenz zeichnete sich bereits in den vergangenen Jahren im Rahmen der AfP*-Fortbildungsveranstaltungen ab. Mit der weltweiten Initiative AfP PRECISION – unter dem Dach der Akademie für Pneumologen (AfP) – hat sich das forschende Pharmaunternehmen zum Ziel gesetzt, den wissenschaftlichen Austausch auf praxisnahe Ebene zu transferieren und Behandlern einen Mehrwehrt für die tägliche Arbeit zu bieten: Sowohl durch interdisziplinäre Ansätze und Impulse von Kollegen als auch durch eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Klinik und Praxis.

Aderlass: Regelmäßiges Blutspenden senkt Blutdruck

Die Anzahl der Blutspenden in Deutschland geht seit Jahren zurück. Während im Jahr 2010 noch 4,9 Millionen Vollblutspenden eingereicht wurden, waren es im Jahr 2016 laut dem Paul-Ehrlich-Institut nur noch vier Millionen. Dabei können auch Spender, insbesondere wenn ihr Blutdruck erhöht ist, von einer Blutspende profitieren. Welchen positiven Einfluss das Spenden von Blut auf den Blutdruck von Hypertonie-Patienten hat und wie regelmäßiges Blutspenden das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen vermindern kann, diskutieren Experten auf der 50. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie vom 24. bis 27. Oktober 2017 in Köln.    

Biosimilars in der Rheumatologie: Medizinisch sinnvoll und ökonomisch notwendig

Mit dem Infliximab-Biosimilar CT-P13 (Remsima®) (1) und dem Rituximab-Biosimilar CT-P10 (Truxima®) (2) sind in Deutschland zwei Behandlungsoptionen als Biosimilars verfügbar, die zu den therapeutischen Standards in der Rheumatologie gehören (3). Beide Biosimilars sind vergleichbar wirksam und sicher wie die jeweiligen Referenzarzneimittel (4,5), aber deutlich kostengünstiger, konstatiert Prof. Jürgen Braun, Herne, in einem Satellitensymposium auf dem DGRh-Kongress 2017 (6). Für den Rheumatologen stellt der Einsatz von Biosimilars eine konsequente Translation der Fortschritte in der Arzneimittelherstellung dar: „Das wird unser Alltag sein“. Auch Prof. Hans-Peter Lipp, Tübingen, sieht in Biosimilars ein großes Potenzial: „Sie ermöglichen, dass finanzielle Ressourcen freigesetzt werden und mehr Patienten von innovativen Medikamenten profitieren können“.

17. Oktober 2017

Schmerztherapie erleichtern – durch kausale Behandlung der Opioid-induzierten Obstipation (OIC)

Opioid-Analgetika sind für die Behandlung chronischer Schmerzen essenziell (1). Sie vermitteln ihre schmerzlindernde Wirkung über µ-Opioid-Rezeptoren im zentralen Nervensystem (ZNS); im Gastrointestinaltrakt hingegen kann ihre agonistische Wirkung auf µ-Opioid-Rezeptoren zur häufigsten Nebenwirkung der Opioid-Therapie führen, der Opioid-induzierten Obstipation (OIC) (2). Unbehandelt kann die OIC die Gesamtlast der Erkrankung bei Schmerzpatienten erhöhen (3). Aufgrund der Pathogenese der OIC sind weder Erstmaßnahmen wie Flüssigkeitsaufnahme und Ballaststoffe hilfreich, auch führen Laxanzien oftmals zu keiner Linderung der Beschwerden (4,5). Bei unzureichendem Ansprechen auf Laxanzien kann der kausale Wirkansatz von peripher wirkenden µ-Opioid-Rezeptor-Antagonisten (PAMORA) wie Naloxegol (Moventig®) zur effektiven Behandlung der OIC beitragen (6)  und eine dosisgerechte Durchführung der Schmerztherapie gewährleisten, wie PD Dr. Stefan Wirz, Bad Honnef, in einem Interview berichtet.

Restless Legs Syndrom: Neue genetische Risikovarianten entdeckt

Unruhige und schmerzhafte Beine, die nachts nicht zur Ruhe kommen, zeichnen die Krankheit Restless Legs Syndrom (RLS) aus. Die Ursachen sind weitestgehend unbekannt. Ein internationales Team unter der Leitung der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München hat nun die bisher größte genomweite Assoziationsstudie zu den genetischen Ursachen der Erkrankung durchgeführt. Sie entdeckten dabei 13 neue genetische Risikovarianten und konnten zeigen, welche biologischen Prozesse betroffen sind.

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