Dienstag, 23. Januar 2018
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Aktuelle Infos für Ärzte

23. Januar 2018

© storm / Fotolia.com
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Risiko für erneuten Myokardinfarkt durch zuvor unbehandelte Läsionen doppelt so hoch wie durch revaskularisierte Läsionen

Am 11. Januar wurde die Publikation einer neuen Analyse von Daten aus dem fortlaufenden SWEDEHEART-Qualitätsregister, das Patienten mit einem Herzinfarkt in allen schwedischen Krankenhäusern einschließt, bekannt gegeben. Die Beobachtungsstudie PRECLUDE untersuchte das Risiko eines erneuten Myokardinfarkts abhängig von der Vorbehandlung mittels perkutaner koronarer Intervention (PCI) bei Patienten mit Myokardinfarkt in der Anamnese (1). Wie die Auswertung zeigt, ist das Risiko eines erneuten Myokardinfarkts durch Verschluss von zuvor unbehandelten Arterien doppelt so hoch wie durch den Verschluss von Arterien, in denen bereits eine PCI durchgeführt worden war (1). Für Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK), die mehr als ein großes Blutgefäß umfasst, bedeutet dies: Arterielle Gefäßläsionen, die initial nicht mit Stents behandelt wurden, stellen ein großes Risiko für einen weiteren Herzinfarkt dar. Entsprechend haben die Ergebnisse der PRECLUDE-Studie einen wichtigen Stellenwert im Hinblick auf künftige Entscheidungen zu Art und Dauer der medizinischen Behandlung nach einem ersten Herzinfarkt.

Synthetisches Protein bremst übereifriges Immunsystem im Mausmodell

Die Strategie des Immunsystems mutet wie die einer Verbrecherbande an: Mit einer Reihe von Werkzeugen schafft es ein Loch in der Wand von Bakterien, Pilze und Parasiten. Die Eindringlinge laufen im wahrsten Sinne des Wortes aus. Wendet sich dieses Komplementsystem aber gegen körpereigene Zellen, kann das schwerwiegende Folgen haben. Im schlimmsten Fall droht Nierenversagen. Forscher des Universitätsklinikums Freiburg haben nun im Labor ein Protein konstruiert, das 2 zentrale Bremsmechanismen der Komplement-Immunabwehr vereint. Bei Mäusen verlangsamte das Protein bereits die Nierenschädigung. Weitere Studien müssen nun seine Wirksamkeit im Menschen klären.

22. Januar 2018

© den-belitsky / Fotolia.com
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Vitamin D-Mangel in den Wintermonaten

Vitamin D hat eine Sonderstellung unter den Vitaminen: Es wird in unserem Körper selbst hergestellt, genauer gesagt in der menschlichen Haut. Dort entsteht es allerdings nicht von allein: Man braucht dazu das Licht der Sonne. Nur die ultravioletten Strahlen der Sonne sind in der Lage, die in der Haut lagernden Vorstufen von Vitamin D zu aktivieren und in Vitamin D umzusetzen. Dieses Vitamin ist für das Gedeihen und für ein gesundes Wachstum von Kindern von entscheidender Wichtigkeit, unterstreicht die Stiftung Kindergesundheit in einer aktuellen Stellungnahme: Ihr Körper braucht es zum Aufbau der Knochen und auch zur Versorgung des Herzmuskels und des Nervensystems mit Kalzium.

Diabetes + Hypercholesterinämie: Effektive Senkung der LDL-C-Spiegel mit Alirocumab ohne Beeinträchtigung der Blutzuckerkontrolle

„Menschen mit Diabetes und einer Dyslipidämie haben ein hohes kardiovaskuläres Risiko“, erklärte Dr. Tobias Wiesner, Leipzig, und ergänzte: „Diese Patienten können von einer Therapie mit Alirocumab (Praluent®) profitieren: Der PCSK9-Inhibitor* senkt effektiv und anhaltend die Werte von Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin (LDL-C) und non-High-Density-Lipoprotein-Cholesterin (non-HDL-C) ohne die Glukosestoffwechsellage zu beeinträchtigen* (1,2).“

@ mycteria / Fotolia.com
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Wirkstoffdoppel Fosmidomycin und Piperaquin zeigt 100% Heilungsrate bei Malaria

Ein internationales Forschungsteam hat in einer klinischen Phase-II-Studie erfolgreich ein neues Malaria-Medikament getestet. Das Therapeutikum führte bei 83 an Malaria erkrankten Probanden zur Heilung. Die neue Wirkstoffkombination wurde Professor Peter Kremsner vom Institut für Tropenmedizin an der Universität Tübingen und der DMG Deutschen Malaria GmbH entwickelt. Die Studie erschien kürzlich im Magazin Clinical Infectious Diseases und ist frei zugänglich.

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com
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Kreuzschmerz: Neben kurz- auch langfristiger Nutzen von Methocarbamol belegt

„Die Bedeutung Muskeltonus beeinflussender Wirkstoffe für die Behandlung von Patienten mit Rückenschmerzen wird in der aktuellen nationalen Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz (1) aufgrund unzureichender RTC-Daten unter- bzw. fehleingeschätzt“, berichtete PD Dr. Michael Überall, Nürnberg, auf einer Veranstaltung von Recordati. Seiner Einschätzung nach seien die aus der Versorgungsleitlinie resultierenden Empfehlungen, im Hinblick auf eine bedürfnisorientierte Rückenschmerzbehandlung, ungeeignet. „Im klinischen Alltag stellen wir immer wieder fest, dass Leitlinienempfehlungen und praktische Erfahrungen nicht übereinstimmen oder erstere an ihre Grenzen stoßen“, so der Schmerzmediziner weiter. Bestätigt wird dies jetzt durch eine Auswertung des PraxisRegisters Schmerz (Quartal 4/2015) (2). Sie zeigt, dass selbst Patienten mit langwierigen und komplizierten Krankheitsverläufen von einer Methocarbamol-Therapie z. B. mit Ortoton® profitieren können. Die Auswertung des PraxisRegisters Schmerz basiert auf Daten von Patienten mit der Diagnose Rückenschmerz und einer Erstverordnung von Methocarbamol.

18. Januar 2018

Wie sich Nanopartikel aus Hüftprothesen in menschlichem Gewebe ausbreiten

Endoprothesen sind aus der modernen Medizin nicht mehr wegzudenken. Sie ersetzen geschädigte Gelenke und erleichtern so vielen Menschen das Leben. Allerdings können Partikel aus Implantaten auch zu medizinischen Problemen führen. Eine Forschungsgruppe unter Beteiligung von Wissenschaftlern des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hat am Beispiel eines tantalhaltigen Hüftgelenks untersucht, welche Teilchen aus der Endoprothese sich im Gewebe nachweisen lassen und welche Folgen sie haben. Für ihre Studie wurde die Arbeitsgruppe nun von der Deutschen Gesellschaft für Endoprothetik und der Stiftung Endoprothetik ausgezeichnet.

© sudok1 / Fotolia.com
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Herzchirurgische Versorgung in Deutschland weiterhin auf hohem Qualitätsniveau

Die rund 1.000 in Deutschland tätigen Herzchirurgen führten im Jahr 2016 insgesamt 184.789 Herzoperationen durch, wovon 12,4% der Patienten als Notfälle operiert werden mussten. Insbesondere der Anstieg des Lebensalters, sowie die mit höherem Lebensalter einhergehenden vielfältigen Begleiterkrankungen der herzchirurgischen Patienten, stellen die Herzchirurgen vor immer neue Herausforderungen, denen die Herzmediziner mit der Entwicklung innovativer Operationsverfahren und -techniken begegnen. „Die nachweisbare Verbesserung der Lebenserwartung wie auch der Lebensqualität steht neben der Patientensicherheit im herzchirurgischen Fokus“, erklärt PD Dr. Harringer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie. „Die flächendeckend herzchirurgische Vollversorgung ist mit den 78 etablierten herzchirurgischen Fachabteilungen bundesweit gesichert.“

Deutscher Herzbericht: Sterblichkeit durch Herzerkrankungen angestiegen

Die Zahl der Sterbefälle durch Herzerkrankungen insgesamt hat leicht zugenommen. Wie in den Vorjahren sterben bei Betrachtung der Herzkrankheiten in der Summe deutlich mehr Frauen als Männer, wie der neue Deutsche Herzbericht 2017 dokumentiert. Einen dominierenden Einfluss auf die Sterblichkeit in allen Bundesländern haben die Koronare Herzkrankheit (KHK) mit 128.230 Sterbefällen im Jahr 2015 (2014: 121.166) und die Herzinsuffizienz mit 47.414 Sterbefällen 2015 (2014: 44.551). „Dieser Anstieg insbesondere der Herzschwäche erfordert besondere Aufmerksamkeit seitens der Herzmedizin und Anstrengungen in der Versorgung der teils schwerkranken Patienten auch angesichts der stetig zunehmenden Krankenhausaufnahmen von über 11.000 pro Jahr“, unterstreicht Prof. Dr. med. Thomas Meinertz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, bei der Vorstellung des neuen Herzberichts in Berlin.

Unbekannte Gedächtnisfähigkeit entdeckt

Jede Sekunde unseres Lebens strömt eine immense Menge an Informationen auf unsere Sinne ein. Aufgrund der außerordentlich riesigen Datenmengen war man bisher davon ausgegangen, dass die meisten dieser Informationen schnell verblassen und nur der kleine Teil langfristig gespeichert wird, den unsere Aufmerksamkeit auswählt. Diese Vermutung wird durch zahlreiche Studien gestützt. Ein Team um Prof. Dr. Christof Kuhbandner (Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie an der Universität Regensburg) konnte nun im Rahmen eines Experiments nachweisen, dass diese Vermutung falsch ist. Menschen scheinen automatisch in sehr schneller Rate detaillierte Kopien der einströmenden Informationen langfristig zu speichern – unabhängig von der aktuellen Aufmerksamkeit, ohne die Absicht etwas zu speichern und ohne überhaupt davon zu wissen.

Auch das angeborene Immunsystem kann trainiert werden

Das „Training“ von Vorläuferzellen der weißen Blutkörperchen führt zu einer anhaltenden positiven Reaktion des blutbildenden Systems. Ein Effekt, der helfen könnte, dass sich die Bildung von weißen Blutkörperchen wieder beschleunigen lässt – denn während der Chemotherapie wird dieser Prozess ausgebremst. In einer jetzt erschienenen Publikation beschreiben die Wissenschaftler diesen Trainings-Effekt auf das angeborene Immunsystem (1). Er könnte künftig dazu genutzt werden, spezifische Nebenwirkungen der Chemotherapie zu verhindern.

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