Dienstag, 18. Dezember 2018
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Aktuelle Infos für Ärzte

18. Dezember 2018

© McCarony / Fotolia.com
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Duchenne-Muskeldystrophie: Früherkennung verbessert Prognose

Die Duchenne-Muskeldystrophie (DMD), eine seltene und tödlich verlaufende Erkrankung, führt bereits ab der frühen Kindheit zu einem fortschreitenden Muskelabbau, zunächst der Bewegungs- und später der Atem- und Herzmuskulatur. Die meist männlichen Patienten versterben vorzeitig, oft schon im dritten Lebensjahrzehnt, an Lungen- oder Herzkomplikationen (1,2). Neben der Behandlung kommt der Diagnostik der DMD besondere Bedeutung zu, denn gerade die frühzeitige Diagnose kann die Prognose der Betroffenen erheblich verbessern (3). Dabei ist es wichtig, die ersten muskelspezifischen sowie auch die unspezifischen frühen Zeichen rechtzeitig zu erkennen, um gezielte Maßnahmen einleiten zu können.

© fotomek / Fotolia.com
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Seltene Erkrankungen: FCAS geht auf Funktionsstörung des NLRP12-Proteins zurück

Ausschlag, Fieber, Gelenkschmerzen, Entzündungen im Darm – das „Familiäre kälteinduzierte autoinflammatorische Syndrom“ (FCAS) ist zwar äußerst selten, doch für die Betroffenen sehr belastend. Die Patienten weisen eine Genmutation auf, wodurch die Funktion eines Proteins namens NLRP12 gestört ist, das normalerweise Entzündungsprozessen entgegenwirkt. Nun haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass an dem Vorgang ein weiteres Protein, das sogenannte NOD2, beteiligt ist – eine Erkenntnis, welche die Forschung zu entzündlichen Darmerkrankungen ein wesentliches Stück vorantreibt.

Asthma: Inhalator ermöglicht einfache Anwendung

Die Asthmakontrolle wird oft durch Fehler bei der Anwendung des Inhalators erschwert. Bei Pulverinhalatoren ist eine ausreichende inspiratorische Kraft notwendig, um die Wirkstoffpartikel in die lungengängige Aerosolform zu bringen und einzuatmen. Eine Analyse von Daten aus einer multizentrischen Querschnittsstudie an Erwachsenen mit Asthma konnte zeigen, dass 32-38% der Patienten, die Pulverinhalatoren nutzen, nicht den zur korrekten Inhalation notwendigen kräftigen Inspirationsfluss erzeugen können (1). Dies war mit unkontrolliertem Asthma assoziiert. Diese Probleme sollen mit einer neuen Fix-Kombination aus Fluticasonpropionat und Formoterolfumarat umgangen werden.

Zervixkarzinom-Früherkennung: G-BA beschließt Einsatz von nicht DNA-basiertem HPV-Test und Dünnschichtzytologie

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 22.11.2018 ein wegweisendes Programm zur Früherkennung des Zervixkarzinoms und eine damit einhergehende Änderung der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie und der Richtlinie für organisierte Krebsfrüherkennungsprogramme beschlossen (1). Damit gilt für gesetzlich-versicherte Frauen ab 35 Jahren: Im Rahmen der Ko-Testung haben sie zusätzlich zur zytologischen Untersuchung Anspruch auf einen Test zum Nachweis einer Infektion mit humanen Papillomviren (HPV) (1).

17. Dezember 2018

© Juan Gärtner / Fotolia.com
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Forschung: Herstellung reifer Blutzellen in Bioreaktoren

Blut ist ein ganz besonderer Saft: Es erfüllt unterschiedliche Aufgaben, zum Beispiel transportieren rote Blutkörperchen Sauerstoff und weiße Blutkörperchen wehren Krankheitserreger ab. Bisher kann man Blut nicht künstlich in großem Maßstab herstellen, sondern nur durch Spenden generieren. Ein interdisziplinäres Forscherteam der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) hat nun eine neuartige Technik entwickelt: In Bioreaktoren können kontinuierlich unterschiedliche, reife Blutzellen nach Bedarf hergestellt und in einem wöchentlichen Rhythmus über einen Zeitraum von mehreren Monaten geerntet werden.

Digitalisierung: Chancen und Risiken von Algorithmen in der Gesundheitsforschung

Kölner Forscherinnen und Forscher haben im Auftrag der Bertelsmann Stiftung eine umfassende Analyse zu den Chancen und Risiken des Einsatzes von Algorithmen in der digitalen Gesundheitsversorgung vorgelegt. Die Untersuchung zeigt, dass der Einsatz von Algorithmen die Qualität und Effizienz der Gesundheitsversorgung erhöhen kann. Das interdisziplinäre Forschungsteam des Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) der Universität zu Köln erarbeitete die Studie unter Leitung der Ethikerin Prof. Dr. Christiane Woopen.

© blindturtle / Fotolia.com
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Ätiologie von Autoimmunkrankheiten: Untersuchung von Autoantikörpern soll Aufschluss geben

Autoantikörper werden üblicherweise mit Autoimmunerkrankungen, wie zum Beispiel Rheuma, in Verbindung gebracht. Tatsächlich sind sie jedoch auch bei gesunden Menschen ein normaler Teil des Immunsystems. Es gibt offenbar ein Netzwerk von Autoantikörpern, das, fein aufeinander abgestimmt, viele Prozesse im Körper reguliert und zum Beispiel Entzündungsvorgänge beeinflussen kann. Bei Krankheiten ist dieses Netzwerk funktioneller Antikörper gestört, wie die Lübecker Professorin Gabriela Riemekasten und ihr Team von der Klinik für Rheumatologie und klinische Immunologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) am Beispiel von 3 sehr unterschiedlichen Krankheiten (Alzheimer, Eierstockkrebs und systemische Sklerose) zeigen konnten.

13. Dezember 2018

Digitalisierung: 7. Biobanken-Symposium diskutiert Möglichkeiten und Grenzen

Moderne Biobanken tragen entscheidend dazu bei, innovative diagnostische Methoden und Therapien für die Behandlung von Patienten zu entwickeln. Für die biomedizinische Forschung sind sie deshalb unverzichtbar. Unter dem Motto „Fit for purpose“ kamen am 11. und 12. Dezember 2018 rund 300 Biobankexperten in Berlin zum 7. Nationalen Biobanken-Symposium zusammen. Gemeinsam diskutierten sie Technologien, Verfahrensweisen und Trends im Biobanking.

Morbus Parkinson: Antidiabetikum lindert Symptome

Bereits letztes Jahr hatte eine randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie gezeigt, dass Exenatid, ein GLP-1-Agonist zur Behandlung des Diabetes mellitus, motorische Symptome bei Parkinsonpatienten signifikant verbesserte. Eine kürzlich veröffentlichte Subgruppenanalyse dieser Studie zeigte nun, dass der Effekt zwar über alle Studiengruppen zu beobachten war; das beste motorische Therapie-Ansprechen zeigte sich aber bei Patienten mit tremordominantem Parkinson-Phänotyp. Zudem sprachen ältere Patienten und Patienten mit einer Krankheitsdauer von über 10 Jahren weniger gut an als jüngere Patienten mit kürzerer Erkrankungsdauer.

© A Oller / Fotolia.com
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Forschung: Bakterieller Schutz durch Sulfide widerlegt

Die rasante Ausbreitung von Antibiotika-resistenten Bakterien hat weltweit die Infektionsforscher auf den Plan gerufen. Welche Mechanismen schützen die Bakterien und mit welchen Methoden kann man sie erneut angreifbar machen? Bereits 2011 postulierten Wissenschaftler in einem Science-Artikel, dass Bakterien durch Sulfid vor verschiedenen Antibiotika geschützt werden. Einen solchen „universellen“ Resistenzmechanismus konnte der DZIF-Wissenschaftler Fabian Grein nun jedoch mit einer neuen Technik widerlegen.

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