Journal MED

Medizin

Infiziert der Krankenhauskeim Pseudomonas aeruginosa den Menschen, nutzt er das zuckerbindende Protein LecA, um sich an menschliche Zellen anzuheften, diese zu befallen und sogenannte Biofilme zu bilden. Damit spielt LecA eine zentrale Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf von Infektionen mit diesem von der WHO als besonders kritisch eingestuften Erreger. Forschende des Helmholtz-Instituts für Pharmazeutische Forschung Saarland (HIPS) haben nun herausgefunden, dass der zugelassene Parkinson-Wirkstoff Tolcapon dazu in der Lage ist, die Aktivität von LecA gezielt zu hemmen. Diese Erkenntnis erlaubt es dem Forschungsteam, neue Strategien zur Bekämpfung von Pseudomonas-Infektionen zu entwickeln. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forschenden in der Fachzeitschrift Angewandte Chemie International Edition [1].
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Medizin
Depression: Jede zweite Person informiert sich online

Depression: Jede zweite Person informiert sich online

Jede zweite Person in Deutschland hat im Internet bereits zu Depression recherchiert. Bei den tatsächlich Erkrankten sind es sogar 78%. Je 17% der Betroffenen informieren sich über künstliche Intelligenz (KI) und soziale Medien. Damit verbunden sind Chancen, aber auch Risiken für Menschen mit Depression: Beispielsweise wurde jeder sechste Betroffene durch Social Media motiviert, Hilfe zu suchen. Andererseits fällt es zwei Drittel der Betroffenen schwer, Wahrheitsgehalt und mögliche kommerzielle Interessen von digitalen Angeboten zu beurteilen. Das zeigt das kürzlich veröffentlichte 9. Deutschland-Barometer Depression der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention.
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Medizin
Ocrelizumab überzeugt mit starken Wirksamkeitsdaten bei pädiatrischer RRMS
DGN 2025

Ocrelizumab überzeugt mit starken Wirksamkeitsdaten bei pädiatrischer RRMS

Auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) wurden die mit Spannung erwarteten Ergebnisse der OPERETTA 2-Studie diskutiert. Als erste ihrer Art liefert die Studie robuste Vergleichsdaten zur Wirksamkeit und Sicherheit von Ocrelizumab bei Kindern und Jugendlichen mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose (RRMS) und liefert erste Signale für das Potenzial von Ocrelizumab in dieser vulnerablen Patientengruppe [1].
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Medizin
Polyamine reaktivieren Darmregeneration im Alter

Polyamine reaktivieren Darmregeneration im Alter

Mit zunehmendem Alter verliert der Darm seine Fähigkeit, sich nach einer Schädigung vollständig zu regenerieren. Ein internationales Forschungsteam unter Mitwirkung des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena und der Universität Turin hat nun herausgefunden, dass Polyamine, kleine Moleküle, die im Körper selbst produziert werden, dabei eine entscheidende Rolle spielen. Durch die gezielte Aktivierung des Polyaminstoffwechsels vor einer Schädigung gelang es den Forschenden, die Regenerationsfähigkeit alternder Darmzellen in einem Mausmodell wiederherzustellen. Ein möglicher neuer Ansatz zur Behandlung altersbedingter Gewebeschäden.
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Orphan Diseases

Morbus Pompe: Tipps zur Erkennung der Frühsymptomatik

Anlässlich des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) stärkten Fachmediziner:innen der Neurologie ihre Expertise zur Erkennung der Frühsymptomatik bei Morbus Pompe. Prof. Dr. Angela Rosenbohm, Neurologin am Universitätsklinikum Ulm, erinnerte einleitend daran, bei Verdacht auf Muskelerkrankungen ggf. sogar einen diagnostischen Blick auf die Zunge der Patient:innen zu richten. So können Zungenparesen, Zungenatrophie oder auch Makroglossie einen Hinweis auf Erkrankungen, wie spinobulbäre Muskelatrophie Typ Kennedy, Gliedergürtelsyndrom oder Morbus Pompe geben. Bei einer einseitigen Zungenatrophie und Ptosis kann zum Beispiel auch ein Morbus Pompe vorliegen, bekräftigte die Expertin.
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Medizin
Lebertransplantation: Muster der chronischen Abstoßung entschlüsselt

Lebertransplantation: Muster der chronischen Abstoßung entschlüsselt

Eine Lebertransplantation rettet oft schwerkranke Patient:innen. Doch bleibt das Risiko, dass der Körper das neue Organ abstößt. Ärzt:innen unterscheiden zwischen akuter und chronischer Abstoßung. Während sich die akute Abstoßung gut diagnostizieren und behandeln lässt, schädigt die chronische das Organ nachhaltig und ist schwer zu erkennen – bisher nur durch Gewebeproben unter dem Mikroskop. Ein internationales Forschungsteam, geleitet von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), hat nun eindeutige molekulare Signaturen für die chronische Abstoßung nach einer Lebertransplantation entdeckt, die bei der Diagnose helfen könnten. Die Ergebnisse sind nach zehnjähriger Arbeit nun im Journal of Hepatology erschienen [1].
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Medizin
Grippe-Saison beginnt ungewöhnlich früh - EU-Gesundheitsbehörde empfiehlt sofortige Impfung

Grippe-Saison beginnt ungewöhnlich früh - EU-Gesundheitsbehörde empfiehlt sofortige Impfung

Die Grippe-Saison beginnt nach Auskunft der EU-Gesundheitsbehörde ECDC (Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten) in diesem Jahr besonders früh. Sie rät daher zur unverzüglichen Grippeimpfung. Im Europäischen Wirtschaftsraum – EU mit Liechtenstein, Island und Norwegen – gebe es derzeit einen etwa drei bis vier Wochen früheren Anstieg von Influenzafällen als in den beiden vergangenen Grippe-Saisons, berichtete die Behörde.
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Medizin

Sekundärprävention von Schlaganfällen: Asundexian erreicht primäre Endpunkte

Die Phase-III-Studie OCEANIC-STROKE zur Sekundärprävention von Schlaganfällen hat ihre primären Wirksamkeits- und Sicherheitsendpunkte erreicht. OCEANIC-STROKE zeigte die Überlegenheit von Asundexian in Kombination mit Thrombozytenaggregationshemmung und reduzierte signifikant das Risiko für ischämische Schlaganfälle, ohne die Rate schwerer ISTH-Blutungen im Vergleich zu Placebo mit Thrombozytenaggregationshemmung zu erhöhen.
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Medizin

Hypereosinophiles Syndrom: Benralizumab reduziert Zeit bis zum ersten Schub oder bis zur Verschlechterung

Auf der Tagung 2025 des American College of Allergy, Asthma and Immunology (ACAAI) wurden positive Ergebnisse der Phase-III-Studie NATRON vorgestellt. Diese zeigen, dass Benralizumab eine statistisch signifikante Verzögerung der Zeit bis zum ersten Schub oder zur ersten Verschlechterung des hypereosinophilen Syndroms (HES) bewirkt [1]. HES ist eine seltene Erkrankung, die durch erhöhte Eosinophilenzahlen charakterisiert ist. Die Studie zeigte außerdem eine stärkere Verbesserung der Fatigue-Symptome bei Behandlung mit nur einer einzelnen Dosis Benralizumab alle vier Wochen im Vergleich zu Placebo. Benralizumab ist ein Antikörper, der gezielt an den Interleukin-5-Rezeptor (IL-5R) auf der Oberfläche von Eosinophilen bindet.
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Medizin
Enlicitid Decanoat: Signifikante LDL-Cholesterinsenkung bei heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie
AHA Kongress 2025

Enlicitid Decanoat: Signifikante LDL-Cholesterinsenkung bei heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie

Anlässlich des diesjährigen Kongresses der American Heart Association (AHA) wurden erste Ergebnisse der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie CORALreef HeFH präsentiert. Die Behandlung mit Enlicitid Decanoat, einem in der Entwicklung befindlichen, einmal täglich oral einzunehmenden PCSK9-Inhibitor, führte bei Erwachsenen mit heterozygoter familiärer Hypercholesterinämie zu einer statistisch signifikanten und klinisch bedeutsamen Reduktion des LDL-Cholesterins von 59,4% verglichen mit Placebo in Woche 24. Die Daten wurden im Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht.
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Medizin
mRNA-Therapie gegen Lungenfibrose verlängert Telomere erfolgreich

mRNA-Therapie gegen Lungenfibrose verlängert Telomere erfolgreich

Die Lungenfibrose – unter anderem auch bekannt als idiopathische pulmonale Fibrose (IPF) – ist eine seltene, aber lebensbedrohliche Erkrankung. Dabei vernarbt das zwischen dem Funktionsgewebe der Lunge liegende Bindegewebe und führt zu einer wachsenden Atemnot. Derzeitige Behandlungen können das Fortschreiten der Fibrose zwar verlangsamen, aber nicht heilen. Die mittlere Lebenserwartung nach der Diagnose beträgt nur vier bis sechs Jahre. Neue Therapien sind also dringend gefragt.
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Medizin

EU-Zulassung für Brensocatib bei Bronchiektasen

Die Europäische Kommission hat die Zulassung für Brensocatib zur Behandlung von nicht durch zystische Fibrose (Non-CF) bedingten Bronchiektasen in der Europäischen Union (EU) bei Patient:innen ab zwölf Jahren mit zwei oder mehr Exazerbationen in den vorangegangenen zwölf Monaten erteilt. Brensocatib ist der erste und bisher einzige zugelassene Wirkstoff für diese Indikation in der EU. Die Zulassung basiert auf den positiven Daten der PHASE-III-Studie ASPEN [1] und der PHASE-II-Studie WILLOW [2].
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Medizin
Künstliche Intelligenz könnte psychiatrische Diagnosestellung verbessern

Künstliche Intelligenz könnte psychiatrische Diagnosestellung verbessern

Ein Kölner Forschungsteam testete, wie drei große Sprachmodelle Überschneidungen und Redundanzen in klinischen Fragebögen zu psychischen Erkrankungen feststellen können. Die Veröffentlichung erschien in Nature Mental Health [1]. Große Sprachmodelle können dazu beitragen, die Fragebögen zur Diagnosestellung psychischer Erkrankungen zu verbessern, indem sie die Verallgemeinerbarkeit von Symptomen optimieren und Redundanzen reduzieren. Sie können sogar zu neuartigen Konzeptualisierungen psychischer Störungen beitragen. Das ist das Ergebnis einer internationalen Studie unter Leitung von Prof. Dr. Joseph Kambeitz und Prof. Dr. Kai Vogeley von der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und der Uniklinik Köln.
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Medizin
Seltene Genvarianten erhöhen ADHS-Risiko deutlich

Seltene Genvarianten erhöhen ADHS-Risiko deutlich

In einer neuen Studie, die von Forschenden der Universität Aarhus geleitet wurde und an der das Universitätsklinikum Würzburg beteiligt war, wurden seltene genetische Varianten identifiziert, die das Risiko für die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) deutlich erhöhen. Die Studie zeigt, dass diese Varianten insbesondere in Nervenzellen im Gehirn exprimiert werden und sich negativ auf kognitive Fähigkeiten sowie den Bildungserfolg auswirken.
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Medizin
Colchicin reduziert Schlaganfälle und Herzinfarkte bei Herz-Kreislauf-Patient:innen in Cochrane-Review

Colchicin reduziert Schlaganfälle und Herzinfarkte bei Herz-Kreislauf-Patient:innen in Cochrane-Review

Nehmen Menschen mit arteriosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine niedrige Dosis des alten Gicht-Mittels Colchicin ein, verringert das ihr Risiko, erneut einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden: So lässt sich das Ergebnis eines neuen Cochrane Reviews zusammenfassen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind hierzulande die häufigste Todesursache. Da könnte Colchicin eine leicht verfügbare und kostengünstige weitere Behandlungsoption für Patient:innen mit hohem Herz-Kreislauf-Risiko sein.
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Medizin
Bakteriophagen als neue Waffe gegen Antibiotikaresistenz?

Bakteriophagen als neue Waffe gegen Antibiotikaresistenz?

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts zählen Antibiotika zu den größten Erfolgen der Medizin. Sie retten jedes Jahr Millionen Leben, verhindern Komplikationen bei Operationen und machen viele Therapien überhaupt erst möglich. Doch ihr Erfolg hat eine Kehrseite: Immer mehr Bakterien entwickeln Strategien, um den Angriffen dieser Medikamente zu entgehen. Weltweit breiten sich resistente Keime aus, gegen die kaum noch Mittel helfen.
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