Mittwoch, 18. Januar 2017
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Aktuelle Infos für Ärzte

18. Januar 2017

Martin Suter ließ sich bei seinem neuen Roman „Elefant“ von klinischer Hirnforschung und CRISPR-Cas9 inspirieren

Die Vorstellung, dass es möglich sei, einen winzigen rosaroten Elefanten durch Gentechnik zu erzeugen, habe ihn nicht mehr losgelassen, schreibt Martin Suter im Nachwort zu seinem gerade erschienen Roman „Elefant“. Geweckt worden war diese Vorstellung von Mathias Jucker vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung an der Universitätsklinik in Tübingen (HIH) und dem Deutschen Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Tübingen.

Kardiologie: Schonendes Verfahren für Trikuspidalklappen-Ersatz

Für die Trikuspidalklappe im rechten Vorhof des Herzens gibt es bisher noch keine wirklich befriedigende Lösung, um die Klappe ohne Herzoperation reparieren zu können. Das liegt zum einen daran, dass die Trikuspidalklappe filigraner ist als die anderen Klappen, sie setzt sich beispielsweise aus drei Flügeln zusammen, die nicht durch einen Clip einfach wieder zusammengefügt werden könnten. Und sie liegt an einer dünnen und empfindlichen Stelle im Herzgewebe, wo wichtige Erregungsleitungs- und Nervenbahnen unser Herz steuern, die auf keinen Fall beeinträchtigt werden dürfen. Es wäre schwierig, an diesem sensiblen Ort mit einem Katheter eine neue Klappe zu platzieren.

Projekt PHAGO: Immunregulierende Therapien für Alzheimerpatienten entwickeln

Die Innovative Medicines Initiative (IMI) fördert das Forschungsprojekt PHAGO, in dem neue immunregulierende Therapien für Alzheimerpatienten entwickelt werden sollen. Seit vielen Jahren weiß man, dass sich bei den betroffenen Personen spezielle Immunzellen mit gestörter Funktion an sogenannten Amyloid-Plagues ansammeln, einer für Alzheimer charakteristischen Veränderung im Gehirn. Erst vor kurzem konnten systembiologische Untersuchungen – basierend auf Genom-Studien und Untersuchungen der Hirn-spezifischen Gen-Muster – feststellen, dass die angeborenen Immunrezeptor-Gene TREM2 und CD33/SIGLEC3 eine Rolle bei der Erkrankung spielen.

Nervenzellen modulieren Wachstum von Blutgefäßen

Ein Wissenschaftlerteam des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) rüttelt an einem Dogma der Zellbiologie. Mit detaillierten Versuchsreihen wiesen sie nach, wie Nervenzellen das Wachstum von Blutgefäßen modulieren – und nicht, wie bisher angenommen, über einen Kontrollmechanismus der Gefäßzellen untereinander. Die Ergebnisse sind wegweisend für die Erforschung und Behandlung von Gefäß- und Tumorerkrankungen als auch für neurodegenerative Erkrankungen. Die Studie der Wissenschaftler erscheint nun in Nature Communications.

Myokardinfarkt: Hoher GATA4-Spiegel kurz nach der Geburt ermöglicht Regeneration bei Mäusen

Menschliche Herzen können sich von einem Infarkt kaum erholen, das Gewebe kann sich nicht regenerieren. Anstelle von Muskelzellen und Blutgefäßen entsteht Narbengewebe, das nicht zur Pumpleistung des Herzens beitragen kann. Häufig entwickelt sich daher eine Herzschwäche. Bei Mäusen hatten Forscher aber eine hohe Regenerationsfähigkeit beobachten können – zumindest direkt nach der Geburt: Wenn die Tiere während der ersten Lebenswoche einen Infarkt bekommen, ist ihr Herz nach 21 Tagen wieder wie neu. Auch bei einem neugeborenen Menschen hatte man dieses schon einmal beobachten können: Das Herz konnte sich von einem Infarkt, der direkt nach der Geburt passiert war, nach ein paar Monaten vollständig erholen.

Bortezomib als neue Therapie bei Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis

Die Anti-NMDA-Rezeptor-Enzephalitis ist eine häufig lebensbedrohliche Entzündung des zentralen Nervensystems. Bei dieser seltenen Autoimmunerkrankung bildet der Körper Abwehrstoffe gegen ein Protein, das bei der Signalübertragung im Gehirn eine wichtige Rolle spielt: den sogenannten NMDA-Rezeptor. Mit Hilfe eines neuen Therapieansatzes haben Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) jetzt entscheidende Fortschritte in der Behandlung dieser Krankheit erzielen können - selbst bei Krankheitsverläufen, bei denen bislang keine Therapie wirksam war. Die Ergebnisse der Studie sind jetzt in der Fachzeitschrift Neurology* veröffentlicht.

Antisense-Technik bremst Fortschreiten der Spinalen Muskelatrophie (SMA)

Mithilfe einer neuartigen genetischen Technik ist es Wissenschaftlern erstmals gelungen, das Fortschreiten der Spinalen Muskelatrophie (SMA) bei Säuglingen und Kleinkindern zu verlangsamen – einer fatalen und bislang kaum aufzuhaltenden neurodegenerativen Erkrankung. „Dies ist eine vielversprechende Behandlungsmethode für die häufigste genetische Todesursache im Kindesalter“, so Prof. Christine Klein, Leiterin des Instituts für Neurogenetik an der Universität zu Lübeck und Stellvertretende Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN).

17. Januar 2017

Multiple Sklerose: Nebenwirkung einer Alemtuzumab-Infusion und deren erfolgreiche Eindämmung

Ein Team um Prof. Dr. Aiden Haghikia und Prof. Dr. Ralf Gold von der Klinik für Neurologie der Ruhr-Universität Bochum im Katholischen Klinikum Bochum (St. Josef-Hospital) berichtet in Lancet Neurology von zwei Patienten, bei denen die Infusion von Alemtuzumab die MS-Symptome erheblich verschlimmerte. Das Team beschreibt außerdem eine Therapie, die die schädlichen Nebenwirkungen erfolgreich eindämmte. „Dieser therapeutische Algorithmus könnte vielen MS-Patienten weltweit helfen, die unter ähnlichen Nebenwirkungen von Alemtuzumab leiden“, sagt Haghikia.

DGN: Multiple Sklerose – Was können wir wirklich von Ocrelizumab erwarten?

Mit Ocrelizumab steht bald eine Therapieoption zur Verfügung, die das Fortschreiten der primär progredienten Multiplen Sklerose (MS) nachweislich verlangsamt. Die Substanz reduziert die Zahl der Läsionen im Gehirn und bremst die Krankheitsprogression, wie die jetzt veröffentlichten Ergebnisse der ORATORIO-Studie belegen. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) ordnen die Bedeutung der Ergebnisse ein.

Asthma: Zäher Schleim als entscheidender Risikofaktor

Werden allergieauslösende Stoffe wie z.B. Partikel von Hausstaubmilben oder Schimmelpilzsporen eingeatmet, kann das vor allem dann zur Entwicklung eines allergischen Asthma bronchiale führen, wenn die Selbstreinigungsfunktion der Atemwege durch zu trockenes Sekret beeinträchtigt ist. Diesen Zusammenhang haben Wissenschaftler des Zentrums für Translationale Lungenforschung Heidelberg jetzt im Tiermodell nachgewiesen. Sie entdeckten außerdem, dass die allergische Reaktion in den Atemwegen nicht, wie bisher angenommen, von fehlregulierten Immunzellen, sondern in erster Linie von den Zellen der Atemwegsschleimhaut selbst ausgelöst wird.

16. Januar 2017

ALS und frontotemporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder?

Stephen Hawking ist vielleicht ihr berühmtester Patient, doch insgesamt leiden weltweit ca. 150.000 Menschen an der ALS-Krankheit. Neurologen und Neurowissenschaftlern gelang nun ein wichtiger Schritt in der Erforschung der ALS. Mit einem neuen Analyseverfahren konnten sie zeigen, dass ALS und frontotemporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind, auch wenn ALS-Patienten nicht dement sind. Über ihre Untersuchungen berichten sie in der Fachzeitschrift Scientific Reports.

"myAir" verbessert Therapietreue von Schlafapnoe-Patienten bei CPAP-Behandlung erheblich

Eine neue europäische Untersuchung von Price Waterhouse Coopers weist nach, dass Patienten mit Schlafapnoe, die ResMeds myAir nutzen, eine größere Therapietreue in ihrer CPAP-Behandlung aufweisen als Patienten, die myAir nicht benutzen. myAir ist ein digitales Online-Support-Programm  das es Patienten ermöglicht, ihre eigene Behandlung zu verfolgen und personalisierte, motivationssteigernde Coaching-Nachrichten zu erhalten.

Opioide bei Rückenschmerzen: Zertifiziertes Fortbildungskonzept

Die Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen stellen Arzt und Apotheker gleichermaßen vor große Herausforderungen. Aufgrund der hohen Komplexität der Schmerztherapie und der großen Zahl Betroffener ist es erforderlich, dass beide Berufsgruppen an einem Strang ziehen. Mit dem Ziel, die schmerztherapeutische Versorgung in Deutschland zu verbessern und die Lebensqualität der Patienten zu steigern, haben die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) e.V. und der Holzkirchner Arzneimittelhersteller Hexal das interdisziplinäre Fortbildungskonzept „MENSCH – Masterclass. Education. SCHmerz“ ins Leben gerufen.

Plaque-Psoriasis: Erste Erfahrungen mit Interleukin-17A-Inhibitor Ixekizumab in der klinischen Routine

Bei der Jahrestagung der ÖGDV in Wien diskutierte eine Expertenrunde den Stellenwert der neuen Therapieoption Ixekizumab (Handelsname Taltz®) vor dem Hintergrund heutiger Patientenerwartungen und -bedürfnisse. Ixekizumab ist ein neuer Interleukin(IL)-17A-Inhibitor zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis, die für eine systemische Therapie in Frage kommen. Der humanisierte monoklonale Antikörper, der speziell für eine hohe Bindungsaffinität und Spezifität für das Zytokin IL-17A, entwickelt wurde, führte in den Zulassungsstudien zu einem hohen Maß an Erscheinungsfreiheit*. Während in Deutschland die Einführung erst für das Frühjahr 2017 geplant ist, ist der IL-17A-Inhibitor in Österreich bereits seit einigen Monaten erhältlich. Neben einem Überblick über die aktuelle Studienlage diskutierten die Experten anhand erster praktischer Erfahrungen die Übertragbarkeit der klinischen Daten in die Versorgungsrealität.

HIV: Erbgut-Schutzhülle erstmals im Innern des Virus dargestellt

Die spektakulären Bilder der Heidelberger Wissenschaftler zeigen die kegelförmige Eiweißhülle Capsid, die die Erbinformation der HI-Viren schützt – und zwar erstmals innerhalb intakter Viren. Mit Hilfe höchstauflösender bildgebender Verfahren, der so genannten Kryo-Elektronentomographie, kombiniert mit einer speziellen mathematischen Auswertung und Computeranalyse der Daten erzielte Simone Mattei, Doktorand der Teams um John Briggs, EMBL, und Hans-Georg Kräusslich, Zentrum für Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg, die dreidimensionalen Einblicke im Bereich von weniger als einem Nanometer.

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So kommen Senioren gut durch den Winter

Im Winter neigen vor allem ältere Menschen dazu, sich zu Hause einzuigeln. Aber zu wenig an Bewegung, frischer Luft und Tageslicht können schnell das Immunsystem schwächen, den Stoffwechsel verlangsamen und aufs Gemüt schlagen. „Senioren sollten auch im Winter auf ausreichend Bewegung achten. Andernfalls haben sie es im Frühjahr deutlich schwerer, wieder in Schwung zu kommen“, sagt Klaus Möhlendick, Diplom-Sportwissenschaftler bei der BARMER GEK. Regelmäßige Bewegung ist deshalb so wichtig, weil sie den altersbedingten physiologischen Funktionsverlust verlangsamt und die Lebenserwartung bei guter Gesundheit erhöht.