Mittwoch, 23. Mai 2018
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Aktuelle Infos für Ärzte

23. Mai 2018

Asthma: IQWiG erkennt keinen Zusatznutzen für Benralizumab an

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat für den IL-5-Rezeptor-Antikörper Benralizumab (Fasenra®) keinen Zusatznutzen anerkannt (1). Das Biologikum hat im Januar 2018 die EU-Zulassung für schweres eosinophiles unzureichend kontrolliertes Asthma erhalten. Das IQWiG kritisierte eine inadäquate Umsetzung der Vorgaben zur zweckmäßigen Vergleichstherapie (zVT) im Rahmen der zur Nutzenbewertung vorgelegten Studien ZONDA (2), SIROCCO (3) und CALIMA (4). „Die Bewertung des IQWiG ist für uns nicht nachvollziehbar. Wir haben mit unserem Nutzendossier ausschließlich die Daten eingereicht, die – wie vom Gemeinsamen Bundesausschuss gefordert – einen Vergleich mit der zVT abbilden“, so Dr. Julia Büchner, Vice President Pricing and Market Access bei AstraZeneca Deutschland. „Bereits in vergleichbaren Verfahren hat das IQWiG keinen Zusatznutzen gesehen, der Gemeinsame Bundesausschuss hingegen schon. Es wäre wünschenswert, wenn eine derartige Bewertungspraxis auch Eingang in den IQWiG-Beschluss findet. Dieser Anspruch wurde zum Start des AMNOG als lernendes System sogar explizit formuliert.“ Den Beschluss über den Zusatznutzen von Benralizumab wird letztendlich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) fassen.

Initiative PNM+ startet durch: Bessere Versorgung für Parkinson-Patienten

Morbus Parkinson ist eine der bekanntesten und häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems, rund 300.000 Menschen in Deutschland leiden daran. Tendenz steigend – allein aufgrund des demographischen Wandels. Auch 200 Jahre nach ihrer Entdeckung kann die Erkrankung nicht geheilt werden: Die Parkinson-Therapie zielt darauf ab, Krankheitszeichen und Begleiterscheinungen zu lindern. Die komplexe Erkrankung stellt die Fachkräfte dabei jedoch vor große Herausforderungen. In der Region Münsterland und Osnabrück arbeiten ab sofort Experten im Parkinsonnetz Münsterland+ (PNM+) zusammen, um ein interdisziplinäres Versorgungsteam mit einheitlichen Standards aufzubauen. Mit einem digital gestützten Konzept, das beim jetzigen Gründungstreffen am Universitätsklinikum Münster (UKM) vorgestellt wurde, möchten die Beteiligten den Informationsfluss beschleunigen und so die Diagnose und Therapie von Parkinson verbessern.

© psdesign1 / Fotolia.com
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Zulassungserweiterung für Evolocumab zur Senkung des Risikos für Herzinfarkt und Schlaganfälle

Die Europäische Kommission hat eine erweiterte Indikation für Evolocumab (Repatha®) zugelassen. Evolocumab wird bei Erwachsenen mit bekannter atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung (Myokardinfarkt, Schlaganfall oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit) zur Reduktion des kardiovaskulären Risikos durch Senkung der LDL-C-Werte angewendet. Für Patienten mit Hypercholesterinämie in der Sekundärprävention ist das eine wichtige Therapieoption, um das Risiko weiterer Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu reduzieren.

Hämophilie B: Längere Wirkdauer und weniger Blutungen mit pegyliertem rekombinanten Faktor IX

Nur noch 1x wöchentlich muss ein neues rekombinantes Faktor IX-Präparat appliziert werden, das ab sofort zur Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten mit Hämophilie B ab einem Alter von 12 Jahren zugelassen ist. Nonacog beta pegol (Refixia®, N9-GP) hat dank der Pegylierung eine deutlich längere Halbwertzeit und zugleich höhere Talspiegel als bisherige Präparate, ist gut verträglich und verbessert die Lebensqualität der Patienten.

Nachhaltige Behandlungskonzepte bei CED

Ein wesentliches Ziel in der Therapie der chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) Colitis ulcerosa und Morbus Crohn ist für den behandelnden Arzt neben der Remission die endoskopisch bestätigte Mukosaheilung (1). Um das Fortschreiten der Erkrankung zu unterbinden und Komplikationen zu vermeiden, sollte möglichst in einem frühen Krankheitsstadium im „window of opportunity“ (2) eine geeignete Therapie mit guter Wirksamkeit – wie der darmselektiv wirkende α4β7-Integrin-Antagonist Vedolizumab (Entyvio®*) (3) – zum Einsatz kommen. Neue Real-World-Daten bestätigen für Morbus Crohn, dass es unter einer frühzeitigen Behandlung mit Vedolizumab häufiger zu Remission und endoskopischer Heilung kommt als bei einem späteren Behandlungsbeginn (4). Für den Einsatz von Vedolizumab als First-Line-Biologikum sprechen weitere Real-World-Daten, die unter Vedolizumab höhere endoskopische Heilungsraten verzeichnen als unter einer Anti-TNFBehandlung (5,6). Zusätzlich zu den klinischen Zielen gilt es aber auch, die Therapieziele aus Patientensicht wie rasche Symptomfreiheit und insbesondere die Wiederherstellung der Lebensqualität zu erreichen (1). Für Patienten ist zudem die Sicherheit einer Therapie von großer Bedeutung. Eine neue Meta-Analyse bestätigte das günstige Nutzen-Risiko-Profil von Vedolizumab in der Langzeit-Therapie bei CU und MC in der Versorgungsrealität (7). Für ein individuell auf den Patienten zugeschnittenes Behandlungskonzept ist es erforderlich, die „Perspektiven“ von Arzt und Patient gleichermaßen zu berücksichtigen.

22. Mai 2018

Wirkweise des mikrokristallinen Tyrosin in allergischen Krankheitsmodellen

Kürzlich wurde bekannt, dass neue wissenschaftliche Studiendaten zur Wirkweise des physiologischen Depot-Adjuvans mikrokristallines Tyrosin (MCT®) im Journal of Immunology (1) veröffentlicht wurden. In der Veröffentlichung schlussfolgern die Studienautoren, dass MCT® ein vorteilhafter und pharmazeutisch vielseitig nutzbarer immunologischer Wirkverstärker sowohl in der allergenspezifischen Immuntherapie als auch in Impfstoffanwendungen für die Behandlung von Infektionskrankheiten sein könne.

© CLIPAREA.com / Fotolia.com
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Aufklärungskampagne zur Herzinsuffizienz

Die rechtzeitige Identifikation und Behandlung von Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz (cHI) hat essentiellen Einfluss auf Krankheitsverlauf und Prognose (1). Aktuelle Daten des Deutschen Herzberichtes bestätigen: Die Erkrankungshäufigkeit der cHI nimmt seit Jahren zu (2). Doch das Bewusstsein der Öffentlichkeit für diese schwere Erkrankung, deren Mortalitätsrate höher liegt als bei vielen Krebserkrankungen, ist hingegen immer noch gering (3,4). Das soll die multimediale Aufklärungskampagne von Novartis ändern. Mit dem Slogan „Helfen Sie Ihrem Herz wieder auf die Beine“ startet die zweite Welle der Kampagne zeitgleich mit den Europäischen Herzschwächetagen Ende Mai.

Antikoagulation mit Rivaroxaban auch bei Risikopatienten in zugelassenen Indikationen wirksam und sicher

Die Antikoagulation bei Patienten mit hohem thromboembolischem Risiko und Komorbiditäten stellt in der klinischen Praxis eine große Herausforderung dar. Insbesondere Patienten mit nicht valvulärem Vorhofflimmern (nvVHF) weisen neben einem höheren Alter häufig Begleiterkrankungen wie Niereninsuffizienz, Bluthochdruck oder eine koronare Herzerkrankung (KHK) auf, durch die sich das Risiko für thromboembolische Ereignisse deutlich erhöht (1). Der Faktor-Xa-Inhibitor Rivaroxaban (Xarelto®) verfügt über eine umfangreiche und konsistente Datenbasis, die aus klinischen Studien sowie Studien aus dem Praxisalltag (Real-World-Evidenz) gewonnen wurde und Patienten in verschiedenen Risikokonstellationen einschließt.

Zusammenhang zwischen Hypogonadismus und Typ-2-Diabetes beachten

„Fast jeder siebte Mann leidet unter einem erheblichen Testosteronmangel, mit Werten deutlich unter  2,5 ng/ml“, so PD Dr. med. Magnus Baumhäkel, Kardiologe und Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Mann und Gesundheit e. V. (DGMG). Ein solch ausgeprägter Hypogonadismus bleibt nicht ohne Folgen: Unter anderem haben diese Männer sehr viel häufiger Bluthochdruck (+ 41%) sowie Diabetes (+ 68%), wie die Ende 2017 veröffentlichte 20.000er Testosteronstudie zeigte.

18. Mai 2018

© Halfpoint B / Fotolia.com
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CED: jeder fünfte Betroffene unter 20 Jahren

Jeder fünfte Patient mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) ist unter 20 Jahren (1). Die meisten Neuerkrankungen werden im Alter zwischen 16 und 35 Jahren diagnostiziert (2). Somit erkranken die meisten Patienten bereits in jungen Jahren an CED und leiden während ihres gesamten Lebens an den Symptomen. Heilbar ist die Erkrankung nicht. Zum Welt-CED Tag am 19. Mai finden weltweit Aktivitäten statt, um Aufmerksamkeit auf chronisch entzündliche Darmerkrankungen zu lenken.  

Rekombinanter Gerinnungsfaktor IX bietet Menschen mit Hämophilie B neue Behandlungsperspektiven

Der rekombinante Faktor IX (rFIX), Nonacog beta pegol (Refixia®), ist für die Behandlung und Prophylaxe von Blutungen bei Patienten im Alter von 12 Jahren und älter mit Hämophilie B (angeborener Faktor-IX-Mangel) zugelassen (1). Die Glykopegylierung des rFIX in Refixia® bewirkt ein verändertes pharmakokinetisches (PK) Profil mit einer verlängerten Halbwertszeit (2). So werden mit der einmal wöchentlichen Injektion von Refixia® mittlere Faktor-IX-Talspiegel von 27,3% (3) vor der nächsten Injektion (1) erreicht, wie im Phase-III-Studienprogramm paradigmTM gezeigt werden konnte. Dabei kam es zu 0,00 medianen annualisierten Spontanblutungen (1,3) und einer 100%igen Auflösung von Zielgelenken* (4). Auf einer Pressekonferenz von Novo Nordisk stellten Experten die Studienergebnisse vor und berichteten über die ersten Erfahrungen mit dem neuen Faktor-IX-Präparat im Rahmen von klinischen Studien sowie dessen positive Auswirkungen auf die Lebensqualität der betroffenen Patienten.

17. Mai 2018

©  RFBSIP / Fotolia.com
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Günstiges Nutzen-Risiko-Profil einer Interferon beta-Behandlung bei schwangeren MS-Patientinnen

Auf der Jahrestagung der American Academy of Neurology (AAN) im April in Los Angeles, USA, wurden erstmalig die Ergebnisse der bisher größten prospektiven Studie bei schwangeren Multiple Sklerose (MS)-Patientinnen mit Interferon beta-Behandlung präsentiert. Danach hatte eine Interferon beta-Behandlung vor der Empfängnis und/oder während der Schwangerschaft keinen negativen Einfluss auf das Ergebnis der Schwangerschaft, unabhängig vom Trimester der Exposition.

Personalisierte Prophylaxe bei Hämophilie mit Halbwertszeit-verlängertem Faktor VIII-Präparat

Therapiestandard bei der Behandlung von Hämophilie A-Patienten ist die prophylaktische Gabe von Faktor VIII (FVIII). myPKFiT ermöglicht seit dem Jahr 2014 eine personalisierte und somit optimierte Therapie mit dem bewährten rekombinanten FVIII-Präparat ADVATE® und ist nun auch für das neue Halbwertszeit-verlängerte FVIII-Präparat ADYNOVI® verfügbar. Die längere Verweildauer des Präparates auf der einen Seite und die optimierte Therapiesteuerung auf der anderen Seite können die Zahl der nötigen Injektionen verringern – eine erhebliche Therapieerleichterung für die Patienten. Mit Einführung von myPKFiT für ADYNOVI® setzt Shire neue Maßstäbe in der Hämophilie A-Therapie. Die Kombination zweier moderner Therapieansätze ermöglicht eine personalisierte und optimierte Therapie bei weniger Injektionen.

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Genial einfach: Anfang Dezember 2016 wurden 100.000 so genannte Stuhlkarten zur Früherkennung der Gallengangatresie an alle stationären niedersächsischen Geburtskliniken verschickt und dort von Kinderärzten, Gynäkologen und Hebammen in das „Gelbe Heft“ eingelegt. „Dieses Projekt ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie mit einfachen Mitteln und ohne großen technischen Aufwand ein maximaler Erfolg erzielt werden kann. Mit übersichtlich gestalteten Karten wird es Eltern leicht gemacht, sich über die Gesundheit ihres neugeborenen Kindes ein Bild zu machen – und so bei Krankheitssymptomen dafür sorgen zu können, dass ihr Kind rasch behandelt und dessen Leben solange wie möglich erhalten werden kann,“ erklärte die Niedersächsische Gesundheitsministerin Cornelia Rundt am Donnerstag, 19. Januar 2017, bei einem Pressegespräch in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Experten der Klinik für Kinderchirurgie und der Techniker Krankenkasse stellten mit Unterstützung der Ärztekammer Niedersachsen die Einführung des bundesweit einmaligen Pilotprojektes vor.

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