Montag, 21. Januar 2019
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Aktuelle Infos für Ärzte

18. Januar 2019

Schlaganfall: Besserer Schutz durch duale Plättchenhemmung

Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) schließen sich einer vor kurzem im BMJ publizierten Praxisempfehlung an, nach einem „Mini-Schlaganfall“ (transitorische ischämische Attacke, kurz TIA) oder einem leichten ischämischen Schlaganfall für eine begrenzte Zeit eine Kombinationstherapie mit den zwei Blutplättchenhemmern Aspirin und Clopidrogrel durchzuführen. Derzeitige Praxis ist es, die Patienten nur mit einem Thrombozyten-Aggregationshemmer zu behandeln, um das Risiko eines zweiten Schlaganfalls zu senken. „Doch doppelt hält besser“, so die Experten. Schließlich kann so die Rate an Schlaganfallrezidiven deutlich reduziert werden.

© abidika / Fotolia.com
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Diabetes mellitus: Häufigkeit in Krankenhäusern wird unterschätzt

Offizielle Statistiken zu Diabetes mellitus in deutschen Krankenhäusern erfassen aufgrund methodischer Schwächen nicht das wirkliche Ausmaß der Erkrankung. Auch Diabetes als Todesursache wird offenbar weitestgehend unterschätzt. Das gibt der Fachbeirat Diabetes des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg jetzt in einer aktuellen Stellungnahme bekannt. Dabei bezieht er sich auf eine systematische Untersuchung am Universitätsklinikum Tübingen. Diese zeigt, dass tatsächlich doppelt so viele Patienten mit Diabetes in baden-württembergischen Kliniken versorgt werden als bislang angenommen. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) warnt daher vor einem Mangel an diabetologischem Fachpersonal und finanziellen Kürzungen in diesem Bereich.

Hypoglykämie: Geringe Variabilität in der Glukosesenkung sorgt für niedriges Risiko

Insuline zur Diabetesbehandlung werden immer besser. Doch ein Problem haben sie alle: Sie werden subkutan gespritzt und sind damit erst einmal am falschen Wirkort. Zu viel Insulin in der Peripherie kann ein erhöhtes Hypoglykämierisiko bedingen, da es dort zu einer vermehrten Glukoseaufnahme kommt, betonte Professor Dr. Thomas Forst, Mannheim, anlässlich des Symposiums „Insuline heute und in der Zukunft“ im Rahmen der Diabetes Herbsttagung 2018. Diesem Effekt wirken Analoginsuline entgegen, die besonders schnell absorbiert werden, wie das langwirksame Basalinsulin Insulin degludec.

© Daniela Staerk / Fotolia.com
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Glutenunverträglichkeit: Forscher entdecken Biomarker

Viele Menschen entscheiden sich für eine glutenfreie Ernährung. Während einige glauben, sie würden Gluten nicht vertragen, hören andere, dass das Klebereiweiß z.B. im Brot schädlich sei. Tatsächlich ist die Materie komplex – es gibt viele medizinische Fakten, aber auch viele Halbwahrheiten. Im englischen Sprachraum wird eine Glutenunverträglichkeit ohne Zöliakieerkrankung präzise als non-celiac gluten sensitivity definiert – kurz NCGS.

17. Januar 2019

© SerrNovik / Fotolia.com
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Rheuma: Hohes Risiko für Begleiterkrankungen

Menschen mit Gelenkrheuma haben oft auch ein erhöhtes Risiko für eine Reihe anderer Erkrankungen. Sowohl Herz-Kreislauf-Erkrankungen, als auch Erkrankungen des Bewegungsapparats, der Lunge oder der Psyche sind unter Rheumapatienten häufiger als unter gleichaltrigen Vergleichspersonen ohne rheumatoide Arthritis. Mit Sorge betrachtet die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie e.V. (DGRh) zudem, dass Rheumapatienten weniger gut rheumatologisch versorgt sind, je mehr Begleiterkrankungen sie haben. Die DGRh setzt sich deshalb intensiv dafür ein, dass alle Patienten mit einem Verdacht auf Rheuma umgehend an einen Rheumatologen überwiesen und dort mitbetreut werden.  

Asthma: Leitfaden für Anticholinergikum

Tiotropium ist das einzige langwirksame Anticholinergikum, das zur Behandlung von Patienten mit Asthma zugelassen ist. Die Globale Initiative für Asthma (GINA) bietet mit einem neuen Pocket Guide Unterstützung, um schweres Asthma zu diagnostizieren und zu behandeln. Der Leitfaden richtet sich an Allgemeinmediziner, Pneumologen und andere Mediziner, die am Management von Jugendlichen und Erwachsenen mit schwer behandelbarem oder schwerem Asthma beteiligt sind (1).

©Milan Lipowski / Fotolia.com
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Plaque-Psoriasis: Interleukin (IL)-23-Hemmer zeigt Überlegenheit in Phase-III-Studie

Auf dem dritten Inflammatory Skin Disease Summit (ISDS) in Wien wurden die Ergebnisse der Phase-III-Studie ECLIPSE vorgestellt, die die Wirksamkeit von Guselkumab in Bezug auf Plaque-Psoriasis untersuchte. Im primären Endpunkt, dem PASI 90-Ansprechen* zu Woche 48, erwies sich Guselkumab als signifikant und klinisch relevant überlegen gegenüber Secukinumab. Es sind die ersten Daten eines direkten Vergleichs zwischen dem Interleukin (IL)-23-Hemmer und dem IL-17-Inhibitor.

16. Januar 2019

Nano-Partikel: Einfluss auf Magen- und Darmflora

Das Darm-Mikrobiom leistet nicht nur unverzichtbare Dienste bei der Verdauung, sondern spielt auch bei verschiedensten Krankheiten eine Rolle. Neue Erkenntnisse über den Einfluss von Nanopartikeln auf Darm-Mikroorganismen haben nun Forscher unter Federführung der Universitätsmedizin Mainz erzielt: Die Kleinstpartikel binden an Darm-Mikroorganismen und beeinflussen so deren Lebenszyklus. Die Forscher beobachteten beispielsweise, dass eine Infektion durch den am Magenkrebs beteiligten Krankheitserreger Helicobacter pylori zurückging, nachdem sich Nanopartikel daran angelagert hatten. Diese Erkenntnisse dienen sowohl als Grundlage für weitere epidemiologische Untersuchungen als auch der Entwicklung „probiotischer Nanopartikel“.

© prudkov / Fotolia.com
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Posttraumatische Belastungsstörung: Schlafstörungen verstärken Symptomatik

Schlafprobleme könnten entscheidenden Einfluss darauf haben, dass Menschen nach schwer belastenden Erlebnissen eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln. Hierfür haben Trauma-Forscherinnen der Universität des Saarlandes in einer Schlafstudie Hinweise gefunden. Die Ergebnisse der Forschergruppe von Psychologie-Professorin Tanja Michael sprechen dafür, dass traumatische Ereignisse Schlafstörungen auslösen, die ihrerseits gedächtnisbezogene Symptome, wie Flashbacks oder Erinnerungslücken, verursachen. Mit ihren Ergebnissen wollen die Forscherinnen gezielt Trauma-Therapien verbessern und diese um eine Schlaf-Therapie ergänzen.

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com
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Forschung: Immunzellaktivierung bei Alzheimer

Mutationen des Gens TREM2 können das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, erheblich erhöhen. In einer aktuellen Studie beleuchten Wissenschaftler des DZNE und der Ludwig-Maximilians-Universität München, warum TREM2 für die Gesundheit des Gehirns so wichtig ist. Sie zeigen, dass TREM2 Immunzellen des Gehirns dazu aktiviert, vor allem im frühen Krankheitsstadium toxische Ablagerungen zu beseitigen. Die in der Zeitschrift „Nature Neuroscience“ veröffentlichte Studie hat wichtige Implikationen für die Entwicklung neuer Medikamente.

© Kateryna_Kon / Fotolia.com
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Epstein-Barr-Viren: Neue Impfstrategie

Das Epstein-Barr-Virus (EBV) ist weit verbreitet, und meist bleibt die Infektion ohne Folgen. Doch das Virus kann auch schwer krank machen. Einen wirksamen Impfschutz gibt es bislang nicht, da der Erreger schwer zu fassen ist. Jetzt haben Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg eine neue Strategie für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen EBV entwickelt, der das Immunsystem zeitgleich auf verschiedene Stadien des Erregers vorbereitet. Die Forscher sind davon überzeugt, damit einen entscheidenden Fortschritt bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen EBV erreicht zu haben.

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Rheuma ist keine Frage des Alters Rheumatoide Arthritis ist eine von mehr als 200 verschiedenen Rheuma-Erkrankungen Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober   Mehr als jeder Zehnte glaubt, Rheuma sei eine altersbedingte Krankheit, die einfach hingenommen werden müsste (1). Das ergab eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Deutschen anläßlich des Welt-Rheuma-Tages am 12. Oktober im Auftrag des Biotechnologie-Unternehmens Amgen. Dabei kann die Erkrankung in jedem Lebensalter auftreten. Auch viele junge Menschen erkranken an Rheuma: Rund 20.000 Kinder und Jugendliche sind in Deutschlandbetroffen (2). Zugleich hilft eine frühe Behandlung, die Krankheit einzudämmen.