Donnerstag, 21. Juni 2018
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Aktuelle Infos für Ärzte

21. Juni 2018

Nanokristalle beeinflussen die Differenzierung von Stammzellen während der Knochenbildung

Wissenschaftler der Universitäten Freiburg und Basel haben einen Hauptschalter für die Regeneration von Knochengewebe identifiziert. Prof. Dr. Prasad Shastri, Professor für Biofunktionale Makromolekulare Chemie am Institut für Makromolekulare Chemie und Professor für Cell Signalling Environments im Exzellenzcluster BIOSS Centre for Biological Signalling Studies der Universität Freiburg, hat die Studie geleitet.

Wirksamkeitsvorteile von Cladribin-Tabletten bei schubförmiger MS

Gestern wurde die Vorstellung neuer Analysedaten zur Wirksamkeit und dem Nutzen-Risiko-Profil von Cladribin-Tabletten (MAVENCLAD®) im Rahmen des 4. Kongresses der European Academy of Neurology (EAN) in Lissabon bekannt gegeben. Ergebnisse einer retrospektiven Analyse der Phase-III-Studie CLARITY zeigten Vorteile bei Patienten mit schubförmig-remittierender Multipler Sklerose (RRMS) im Alter von ≤ 50 bzw. > 50 Jahren, die mit Cladribin-Tabletten behandelt wurden. Verbesserungen wurden sowohl bei der Schubrate als auch den Magnetresonanztomografie-(MRT)-Befunden im Vergleich zu Placebo beobachtet.

20. Juni 2018

Rückenschmerz bei Senioren: Chronifizierung vermeiden und Mobilität erhalten

Mit einem früh einsetzenden multimodalen Therapiekonzept lässt sich die Chronifizierung von Rückenschmerzen am besten vermeiden. Zur Erhaltung der Mobilität trägt eine unmittelbar einsetzende medikamentöse Schmerzbekämpfung am meisten bei. Sie spielt bei älteren Patienten eine noch größere Rolle als bei jüngeren, da mit Immobilität oft ein endgültiger Verlust der Selbständigkeit verbunden ist. Gerade auch bei Klinikaufenthalten von älteren Rückenschmerzpatienten sollte das Augenmerk auf der effektiven Schmerzkontrolle liegen, sagten der Wirbelsäulenchirurg Mohamed Eshaefi und Dr. Klaus Nagelschmidt, Leitender Geriater am Bethlehem Gesundheitszentrum in Stolberg, bei einem von der Grünenthal GmbH unterstützten Presserundgang.  

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com
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Sphingolipide sind Warnzeichen für Fettlebererkrankung und Insulinresistenz

Übergewicht und Typ-2-Diabetes stehen im Zusammenhang mit der nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NASH). Weltweit weisen etwa 50-75% der Betroffenen mit einem Typ-2-Diabetes eine Fettleber auf. Bei 10-20% dieser liegt sogar eine Steatohepatitis, eine Leberzirrhose oder, in selteneren Fällen als Folge, ein Leberkarzinom vor. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bestimmte biologisch aktive Substanzen, Sphingolipide, die in Leberproben gemessen wurden, das Risiko für eine Insulinresistenz und Leberentzündung anzeigen.

COPD: Tiotropium/Olodaterol-Inhaler ermöglicht mehr körperliche Belastbarkeit

Neue Daten liefern weitere Belege dafür, dass Spiolto® (Tiotropium/Olodaterol) Respimat® die körperliche Belastbarkeit bei Patienten mit COPD verbessern kann. Dies zeigen aktuelle Ergebnisse der Studien VESUTO® und OTIVATO®, die auf der diesjährigen Tagung der American Thoracic Society (ATS) in San Diego (USA) vorgestellt wurden, sowie Daten der PHYSACTO®-Studie, die jüngst im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine veröffentlicht wurden.

Wirksamkeit von Cerliponase alfa bei Ceroid Lipofuscinose 2 bestätigt

Die Ceroid Lipofuscinose 2 (CLN2) ist eine Form der Kinderdemenz und gehört zu den lysosomalen Speicherkrankheiten. Unbehandelt führt sie zu epileptischen Anfällen, zunehmender Gehirnatrophie und infolgedessen zum frühzeitigen Tod der Patienten. Durch einen Mangel an Tripeptidyl-Peptidase-1 (TPP1) kommt es zur Ablagerung von Ceroid Lipofuscin im Gehirn. Seit 2017 ist eine Enzymersatztherapie verfügbar: Cerliponase alfa (Brineura®▼) ist die rekombinante Form von TPP1 und wird direkt in den Liquorraum appliziert. Nun wurden die Studiendaten erstmals publiziert. Sie belegen, dass Brineura®▼ den Fortschritt der tödlichen Erkrankung signifikant verlangsamen kann (1).

© CLIPAREA.com / Fotolia.com
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NVHF: EU-Zulassungserweiterung für Apixaban

Die Europäische Kommission hat Apixaban jetzt auch zur Behandlung von Patienten mit nicht-valvulärem Vorhofflimmern (NVHF), die sich einer Kardioversion unterziehen müssen und die bislang keine Antikoagulation erhalten haben, zugelassen (1). Grundlage für die Zulassungserweiterung in der Europäischen Union waren die Daten der klinischen Phase-IV-Studie EMANATE*, die kürzlich im European Heart Journal veröffentlicht wurden (2). Die Ergebnisse zeigen, dass Apixaban bei Patienten mit früher Kardioversion vergleichbar wirksam und verträglich wie Heparin/VKA ist (2). Bei hoher Initialdosis von Apixaban ist es zudem möglich, eine Kardioversion bereits zwei Stunden nach der Medikamentengabe durchzuführen (2).

MS-Therapie an den Bedürfnissen des Patienten ausrichten

Bei der Behandlung von Menschen mit Multipler Sklerose (MS) vollzieht sich derzeit ein Wandel: „Wir streben zunehmend eine individualisierte, sich an den Bedürfnissen der Patienten orientierende Behandlung an“, erklärte Prof. Dr. Ralf Gold aus Bochum als Chairman der MScience.MShift-Veranstaltung von Sanofi Genzyme in Berlin. Dabei wird versucht, die Behandlung so zu gestalten, dass der Patient seinen Lebensplan realisieren kann, möglichst ohne von der MS beeinträchtigt zu werden, erläuterte Prof. Dr. Peter Rieckmann aus Bischofswiesen. Das deckt sich nach seinen Angaben mit den Erwartungen der Patienten, die auf eine nachhaltige Besserung ihrer Symptome und Beeinträchtigungen hoffen, wenn schon eine Heilung der MS nicht möglich ist.

19. Juni 2018

© JPC-PROD / Fotolia.com
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Bluthochdruck: Neue ESC/ESH-Leitlinien empfehlen die initiale Kombitherapie in einer Tablette

Die Europäischen Fachgesellschaften für Kardiologie (ESC) und Hypertonie (ESH) haben neue Leitlinien für die Diagnostik und Therapie des Bluthochdrucks entwickelt. Vollständig werden sie erst zum ESC-Kongress im August publiziert, doch sind die wesentlichen Details schon bekannt. Wesentliche Punkte sind niedrigere und differenziertere Behandlungsziele sowie neue Empfehlungen zur Initialtherapie.

© Danny S. / Fotolia.com
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Gallensteine: Aktualisierte S3-Leitlinie

Bis zu 20% der Deutschen entwickeln im Laufe ihres Lebens Gallensteine. Die meisten bemerken sie nie – nur bei etwa einem Viertel der Träger machen sich die Steine durch Beschwerden wie Koliken oder Entzündungen bemerkbar. Wann und wie Gallensteine behandelt werden sollten, regelt eine Leitlinie, die unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) entwickelt und nun nach neuestem wissenschaftlichen Stand aktualisiert wurde.

Alpha-1-Antitrypsin-Mangel: Therapie wirkt unabhängig vom Schweregrad der FEV1-Einschränkung

Alpha-1-Antitrypsin (A1-AT)-Mangel gilt als unterdiagnostiziert. Auch die neue COPD-Leitlinie empfiehlt deshalb, jeden COPD-Patienten auf die seltene Lungenerkrankung zu testen (1). Bei der Beurteilung eines einmal erkannten A1-AT-Mangels sollten Ärzte sich von Lungenfunktion und FEV1-Wert lösen, riet Prof. Dr. Joachim H. Ficker, Nürnberg, anlässlich des DGP-Kongresses (2). Vielmehr sei bei Emphysem-Erkrankungen die computertomografisch bestimmte Lungendichte dafür besser geeignet. Die Therapie mit dem humanen A1-AT Respreeza® verlangsamt die Emphysem-Progression auch unabhängig vom FEV1-Schweregrad, wie Studiendaten belegen (3) und gemäß neuer COPD-Leitlinie sollte eine solche Behandlung auch schon bei einer FEV1 > 65% erwogen werden.

18. Juni 2018

MS: Langjährige Studien und Erfahrungen machen Glatirameracetat verlässlich

Was zählt wirklich in der langfristigen Therapie der schubförmig verlaufenden Multiplen Sklerose (RMS)? Aus Sicht des Versorgungsalltags und der Wissenschaft beleuchteten Prof. Dr. Orhan Aktas (Düsseldorf) und Dr. Dieter Pöhlau (Asbach) diese Frage bei einem Fachpressegespräch. Es sei eine entscheidende Anforderung, dass eine wirksame Therapie mit DMTs (Disease Modifying Therapies) und eine konsequente symptomatische Therapie aller relevanten Beschwerden der meist jungen Patienten auf lange Sicht sicher und gut verträglich ist. Unsicherheiten in der Anwendung könnten erfahrungsgemäß zu einer sinkenden Adhärenz führen – in der Praxis ist aktuell laut Aussage der zwei Neurologen der Austausch durch Nachahmer-Präparate ein Thema, gerade bei den so genannten NBCDs (Non-Biological Complex Drugs). Eine fundierte Datenbasis mit umfangreichen Studien- und Praxiserfahrungen steht bei der Wahl von MS-Therapeutika an erster Stelle, so die Experten. Am Beispiel des Immunmodulators Glatirameracetat (GA 40 und 20 mg/ml, Copaxone®) verdeutlichten sie die Bedeutung einer verlässlichen Langzeitanwendbarkeit: Zum einen weist GA 20 über zwei Millionen Patientenjahre Erfahrung auf (1). Zum anderen wurden für das 3x wöchentlich zu verabreichende GA 40 jüngst 7-Jahres-Daten veröffentlicht, die eine langfristige Wirksamkeit bestätigen (2).

© ag visuell / Fotolia.com
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Sicherheit und Wirksamkeit von Rivaroxaban bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Herzinsuffizienz bestätigt

Eine Subanalyse der COMPASS-Studie bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) und peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) mit oder ohne Herzinsuffizienz (HI) ist Ende Mai vorgestellt worden. Die Ergebnisse zeigen, dass bei Patienten mit gleichzeitiger leichter bis mittelschwerer Herzinsuffizienz die vaskuläre Dosierung von 2,5 mg Rivaroxaban zweimal täglich in Kombination mit 100 mg Acetylsalicylsäure (ASS) einmal täglich zu einer signifikanten Reduktion des primären Endpunkts, der Kombination von Herzinfarkt, Schlaganfall und kardiovaskulären Todesfällen sowie zu einer signifikanten Verbesserung des klinischen Nettonutzens um 31% führte (1).

Psoriasis vulgaris: Effektivität und Anwenderfreundlichkeit von Sprühschaum mit der Fixkombination Calcipotriol + Betamethason Dipropionat bestätigt

Die topische Behandlung ist nach wie vor die Standardtherapie bei Psoriasis vulgaris und wird in der aktuellen S3-Leitlinie für Patienten mit leichter Psoriasis empfohlen (1). Neben den Wirkstoffen kommt dabei der Galenik eine besondere Rolle zu, denn diese entscheidet maßgeblich über die Wirksamkeit eines Präparates: So bietet die Anwendung von Enstilar®, dem innovativen Sprühschaum mit der Fixkombination aus Calcipotriol und Betamethason Dipropionat (2), nachweislich Vorteile gegenüber herkömmlichen topischen Formulierungen (3,4). Wie eine aktuelle Praxisstudie verdeutlicht, genießt Enstilar® sowohl bei Ärzten als auch Patienten eine hohe Wertschätzung, was nicht zuletzt an dessen hoher Effektivität, Sicherheit und Anwenderfreundlichkeit liegt (5).

15. Juni 2018

Digitale Thoraxdrainage eröffnete neue Perspektiven

Vom Heber-Prinzip zu digitalen Systemen: Die Thoraxchirurgie hat sich im Laufe der Zeit stark verändert und verbessert – genau wie die Thoraxdrainage. Vor 10 Jahren wurde die Thoraxdrainage-Therapie, wie wir sie kannten, durch die Einführung digitaler Thoraxdrainage-Systeme vollständig überholt. Ein integrierter Motor erzeugt ein Vakuum in einem geschlossenen System, welches aus Leitungen und einem Auffangsystem für Flüssigkeiten besteht: Dieses Konzept eröffnete völlig neue Perspektiven bei der Versorgung von Thoraxdrainage-Patienten. Ein digitales Drainagesystem bietet nicht nur die Möglichkeit zur Mobilisierung aller Patienten mit Thoraxdrainage, sondern verringert auch die allgemeine Häufigkeit von Komplikationen (1). Diese Systeme überwachen den Patienten und schlagen Alarm, falls die gemessenen Daten außerhalb des Referenzbereiches liegen. Da der Unterdruck digital überwacht wird, kann die Technologie eventuell vorhandene Leckagen im System oder im Pleuraraum objektiv feststellen und quantifizieren.

30 Jahre Zulassung von MTX in der Therapie der rheumatoiden Arthritis

Bei einem Symposium in Amsterdam wurde die Zulassung von Methotrexat (MTX) vor 30 Jahren in der Therapie der rheumatoiden Arthritis gefeiert  (RA) (1,2). Seit der Zulassung reißt der Strom der neuen Erkenntnisse zu diesem Arzneimittel nach wie vor nicht ab. Dank dieser Entwicklungen wird die Wirkweise immer besser verstanden, werden neue Indikationen erschlossen und relevante Aspekte der Patientenadhärenz herausgearbeitet. In der Praxis führt dies zu einer stetigen Therapieoptimierung, auch hinsichtlich Dosierung und Darreichungsform, wie im Medac-Symposium herausgestellt wurde.

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