Dienstag, 17. Oktober 2017
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Aktuelle Infos für Ärzte

17. Oktober 2017

Schmerztherapie erleichtern – durch kausale Behandlung der Opioid-induzierten Obstipation (OIC)

Opioid-Analgetika sind für die Behandlung chronischer Schmerzen essenziell (1). Sie vermitteln ihre schmerzlindernde Wirkung über µ-Opioid-Rezeptoren im zentralen Nervensystem (ZNS); im Gastrointestinaltrakt hingegen kann ihre agonistische Wirkung auf µ-Opioid-Rezeptoren zur häufigsten Nebenwirkung der Opioid-Therapie führen, der Opioid-induzierten Obstipation (OIC) (2). Unbehandelt kann die OIC die Gesamtlast der Erkrankung bei Schmerzpatienten erhöhen (3). Aufgrund der Pathogenese der OIC sind weder Erstmaßnahmen wie Flüssigkeitsaufnahme und Ballaststoffe hilfreich, auch führen Laxanzien oftmals zu keiner Linderung der Beschwerden (4,5). Bei unzureichendem Ansprechen auf Laxanzien kann der kausale Wirkansatz von peripher wirkenden µ-Opioid-Rezeptor-Antagonisten (PAMORA) wie Naloxegol (Moventig®) zur effektiven Behandlung der OIC beitragen (6)  und eine dosisgerechte Durchführung der Schmerztherapie gewährleisten, wie PD Dr. Stefan Wirz, Bad Honnef, in einem Interview berichtet.

Restless Legs Syndrom: Neue genetische Risikovarianten entdeckt

Unruhige und schmerzhafte Beine, die nachts nicht zur Ruhe kommen, zeichnen die Krankheit Restless Legs Syndrom (RLS) aus. Die Ursachen sind weitestgehend unbekannt. Ein internationales Team unter der Leitung der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München hat nun die bisher größte genomweite Assoziationsstudie zu den genetischen Ursachen der Erkrankung durchgeführt. Sie entdeckten dabei 13 neue genetische Risikovarianten und konnten zeigen, welche biologischen Prozesse betroffen sind.

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com
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Leichte Auffälligkeiten der Schilddrüsenhormone bei Älteren: Werte zunächst kontrollieren und nicht immer behandeln

Symptome wie Kälteempfindlichkeit, Müdigkeit oder depressive Verstimmungen können auf eine Unterfunktion der Schilddrüse hinweisen. Bei über 65-Jährigen ist der TSH-Wert, der anzeigt, ob eine Schilddrüsenfunktionsstörung vorliegt, allerdings altersbedingt höher als bei Jüngeren. Höher heißt nicht unbedingt, dass die Unterfunktion behandelt werden muss. Auch kann es zu einer spontanen Normalisierung der TSH-Werte kommen, und die Leitlinien empfehlen hier deshalb ein sehr zurückhaltendes Vorgehen. Darauf weisen Experten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) anlässlich der im New England Journal of Medicine veröffentlichten TRUST-Studie hin.

Rheumatoide Arthritis: Pro und Contra einer IL-6-Rezeptor-Blockade

Die frühzeitige Diagnose und einhergehend ein schnellstmöglicher Zugang zu geeigneten Behandlungsoptionen sind die wichtigsten Grundlagen der Therapie bei rheumatoider Arthritis (RA). Denn in den ersten zwei Jahren der Erkrankung schreitet die Gelenkzerstörung am schnellsten voran (1). Trotz verfügbarer Behandlungsoptionen besteht weiterhin ein hoher medizinischer Bedarf: Rund 45% der Patienten erreichen das Therapieziel einer niedrigen Krankheitsaktivität oder Remission nicht (2). Seit Juni 2017 erweitert Sarilumab (Kevzara®) das Repertoire der Therapieoptionen für erwachsene Patienten mit mittelschwerer bis schwerer RA (3). Der Interleukin-6 (IL-6)-Rezeptor-Inhibitor, der seit dem 15. August auf dem Markt ist, kann in Mono- und Kombinationstherapie eingesetzt und von den Patienten selbst alle zwei Wochen mittels Fertigpen oder Fertigspritze injiziert werden.

Lebensverlängerung durch richtig dosierten Sport bei Herzerkrankten

Sport wirkt lebensverlängernd. „Bereits frühe epidemiologische Studien zeigten, dass zunehmende körperliche Aktivität, zum Beispiel bei Absolventen der Harvard University, mit einer niedrigeren Mortalität verbunden war – und das auch nach der statistischen Berücksichtigung von zusätzlichen Faktoren, wie Rauchen oder Diabetes“, betont Prof. Dr. Harm Wienbergen vom Bremer Institut für Herz- und Kreislaufforschung (BIHKF) am Klinikum Links der Weser bei den Herztagen 2017 der Deutschen Kardiologischen Gesellschaft (DGK) in Berlin.

16. Oktober 2017

© Dan Race / Fotolia.com
© Dan Race / Fotolia.com

Impfprävention gegen Meningokokken-Erkrankungen nicht nur für Kleinkinder wichtig

„Jugendliche und junge Erwachsene stellen einen erheblichen Teil der Krankheitsfälle von invasiven Meningokokken-Erkrankungen (IME) dar und spielen möglicherweise eine Schlüsselrolle bei der Übertragung der Erreger“, erklärte Prof. Dr. Tino Schwarz, Chefarzt des Zentrallabors und Impfzentrums des Klinikums Würzburg Mitte, auf der 113. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). In Deutschland sind Meningokokken der Serogruppe B (MenB) mit rund 60% aller IME für die Mehrheit der Krankheitsfälle verantwortlich (Stand 2016) (1). Seit August bietet der neue Meningokokken-B-Impfstoff Trumenba® für Jugendliche ab 10 Jahren und Erwachsene jeder Altersgruppe eine wichtige Ergänzung in der Impfprophylaxe. Die Vakzine ist zur aktiven Immunisierung von Personen ab 10 Jahren gegen invasive Meningokokken-Erkrankungen, verursacht durch Neisseria meningitidis der Serogruppe B, zugelassen (2). Trumenba® ist der einzige zugelassene Impfstoff gegen MenB, der Varianten beider Unterfamilien (A und B) des Proteins fHbp enthält.

Hyperlipidämie: PCSK9-Inhibition zur Lipidsenkung bewährt sich in der Praxis – auch bei Diabetes

Essenziell bei kardiovaskulären Hochrisikopatienten ist eine ausreichende LDL-C-Senkung auf Werte unter 70 mg/dL. Auch bei Diabetikern erleichtern PCSK9-Antikörper wie Alirocumab (Praluent®) das Erreichen dieser strengen LDL-Zielwerte, wie zwei aktuelle prospektive Studien des ODYSSEY-Studienprogramms ausschließlich bei Diabetespatienten gezeigt haben. Bei Diabetikern mit gemischter Hyperlipidämie senkt Alirocumab überdies atherogene non-HDL-Lipoproteine besser als eine Vergleichstherapie.

Rheuma: Chancen und Risiken einer Therapie-Reduktion

Menschen mit Rheuma leben heute mit Hilfe moderner Medikamente häufig frei von krankheitsbedingten Schmerzen. Sind Patienten über längere Zeit beschwerdefrei, wünschen sie sich oft, auf Medikamente verzichten zu können. Experten der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) e.V. weisen darauf hin, dass eine Reduktion der medikamentösen Therapie sich für einen Teil der Patienten – wenn auch nicht für alle – eignet und nur in enger Absprache mit dem behandelnden Rheumatologen erfolgen sollte. Ein kontrolliertes, ärztlich begleitetes Absetzen könne zu mehr Lebensqualität und weniger Nebenwirkungen führen.

© Sagittaria / Fotolia.com
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Herzklappenerkrankungen: TAVI-Methode weiter etabliert – Leitlinien berücksichtigen positive Studiendaten

Bei Patienten mit Aortenklappen-Stenose besteht seit einigen Jahren die Möglichkeit, mithilfe einer Transkatheter-Aortenklappen-Implantation (TAVI) eine künstliche Klappe einzusetzen. Das erfolgt schonend und wenig eingreifend mittels eines Harzkatheters über die Leiste. Somit steht auch Patienten, für die ein herzchirurgischer Eingriff zu riskant ist, eine effektive Behandlungsmethode zur Verfügung.  „Die TAVI-Methode hat sich in Europa und den USA fulminant durchgesetzt. Wesentlich dazu beigetragen haben große randomisierte Studien, die TAVI mit einem operativen Vorgehen verglichen haben“, sagt Prof. Dr. Albrecht Elsässer (Oldenburg), Vorsitzender der AG Interventionelle Kardiologie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK), bei den DGK-Herztagen in Berlin. „Wurden in Deutschland 2008 noch 637 TAVI-Prozeduren durchgeführt, so waren es 2015 bereits mehr als 13.100.“

12. Oktober 2017

Arthroseprävention: Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik rät zu mehr Bewegung im Alltag

Ob Digital Natives, Schulkinder oder Büroarbeiter: Ein sitzender Lebensstil kann Knie- und Hüftgelenksarthrosen begünstigen. Gelenkknorpel wird spröde und baut sich ab, wenn im Rahmen von Bewegung nicht regelmäßig Nährstoffe und Flüssigkeit in seine Oberfläche gepumpt werden. Schmerzhafte Arthrosen und Bewegungseinschränkungen können die Folge sein. Menschen jeden Alters sollten sich deshalb täglich ausreichend bewegen, sagt die Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik (AE). Die Fachgesellschaft möchte ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Bewegungsmangel nicht nur Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes und Krebs begünstigt (1), sondern auch den Gelenken schaden kann.

Neue Testmethoden für die Eignung von Implantaten für MRT-Untersuchungen

Mit Herzschrittmacher oder Hüftimplantaten ins MRT (Magnet-Resonanz-Tomografie)? Viele Implantate sind für eine MRT-Untersuchung geeignet, aber nicht jedes. Häufig darf aus Sicherheitsgründen keine MRT-Untersuchung durchgeführt werden, denn die starken Magnetfelder können die Elektronik der Geräte ernsthaft beeinträchtigen oder im schlimmsten Fall den Patienten durch die Kraftwirkung, die auf das Implantat wirkt, verletzen. Für die Prüfung, ob ein Implantat für MRT-Untersuchungen geeignet ist, und damit eine sichere Untersuchung bei Implantat-Trägern gewährleistet werden kann, hat die OTH Amberg-Weiden im Rahmen eines Forschungsprojekts neue Testmethoden entwickelt.

CHMP empfiehlt Aktualisierung der Dabigatran Fachinformation

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat eine positive Empfehlung für ein Update der Fachinformation von Dabigatran (Pradaxa®) für Patienten mit Vorhofflimmern ausgesprochen. Der CHMP empfiehlt die Aufnahme von Daten der RE-CIRCUIT®-Studie, die belegten, dass schwere Blutungsereignisse bei fortlaufender Gabe von 150 mg Dabigatran zweimal täglich bei Patienten mit Vorhofflimmern, die eine Katheterablation erhalten, seltener auftraten als unter Warfarin. Die aktualisierte Fachinformation wird nach Zulassung durch die Europäische Kommission den Hinweis beinhalten, dass bei Patienten mit Vorhofflimmern, die sich einer Katheterablation unterziehen, kein Anlass für eine Unterbrechung ihrer Antikoagulation mit Dabigatran besteht.

Schablonen aus dem 3D-Drucker sorgen für genauere Passform von Kunstgelenken

Jedes Jahr erhalten rund 370.000 Deutsche ein neues Knie- oder Hüftgelenk. Dank einer minimalinvasiven Technik erholen sich die Patienten nach der Operation deutlich schneller als noch vor einigen Jahren. Plastikschablonen aus dem 3D-Drucker helfen dabei, das Gelenk korrekt zu positionieren, was die Funktion und Passgenauigkeit der Endoprothese deutlich verbessert. Obwohl die Kunstgelenke keine altersbedingten Erkrankungen heilen können, verhelfen sie Menschen mit Gelenkschmerzen zu mehr Mobilität und Lebensqualität. Was die moderne Endoprothetik ermöglicht, erklären Experten anlässlich des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) 2017.

DIVI kritisiert neue Empfehlung zur Notfallversorgung

Die Notfallversorgung in Deutschland steht vor einer Neustrukturierung. Erste Details wurden jetzt vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen bekannt gegeben. So sollen in Zukunft interdisziplinäre Notfallzentren entstehen, die von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) geführt werden. „Wir unterstützen den Aufbau zentraler Anlaufstellen“, sagt Prof. André Gries, Notaufnahme-Experte der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). „Jedoch sollten diese Zentren nicht ausschließlich unter Leitung der Kassenärztlichen Vereinigung stehen. Bei vielen kritisch kranken, aber auch zeitkritischen Patienten ist das Leitsymptom nicht richtungsweisend. Für die fachliche Diagnose, aber auch die unmittelbare Notfalltherapie muss an dieser Stelle ein in der Notfallmedizin erfahrener Facharzt eingesetzt werden“, fordert Gries, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme am Universitätsklinikum Leipzig. Kritisch betrachtet wird auch der Vorschlag, dass die KV unabhängig über die stationäre Aufnahme von Patienten entscheiden soll. „Dem müssen wir widersprechen, weil dadurch die Aufnahmeprozesse nur komplizierter und auch verzögert werden“, sagt der DIVI-Experte. Organisatorisch sei es wesentlich sinnvoller, wenn Krankenhäuser die Hoheit behielten.

11. Oktober 2017

Gezieltes Management der Atemfunktion bei Duchenne-Muskeldystrophie

Während die Diagnose der Duchenne-Muskeldystrophie (DMD) durch molekulargenetische Untersuchungsmöglichkeiten heutzutage keine Herausforderung mehr darstellt, besteht aktuell häufig eine Hürde bei der praktischen Umsetzung von frühzeitigen Atemfunktions-Untersuchungen. In der Praxis bleibt die Einschränkung der Atemmuskulatur oftmals unbemerkt und wird erst mit Vorliegen von akuten Ereignissen – wie etwa eine Sekretverlegung der Atemwege oder Aspirationspneumonien – erkannt. Dabei stellt die Früherkennung der progredient abnehmenden Atemfunktion eine elementare Voraussetzung für eine optimale Versorgung der Patienten mit DMD dar. Dazu sollten alle Potentiale verfügbarer medikamentöser und physiotherapeutischer Behandlung gänzlich ausgenutzt werden. Möglicherweise kann die Versorgung der Patienten mit DMD in Zukunft auch durch neue Therapieansätze verbessert werden. Ein interdisziplinärer Austausch komplettiert die ganzheitliche Behandlung. Zu diesem Fazit kamen Prof. Maggie C. Walter (München), Dr. Abdel Hakim Bayarassou (Bonn) und Prof. Andreas Hahn (Gießen) im Rahmen eines Symposiums der Santhera (Germany) GmbH anlässlich der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ). Santhera hat sich der Erforschung und Entwicklung einer neuen Therapie zur Behandlung des Atemfunktionsverlusts bei DMD verschrieben: Idebenon adressiert erstmals die Behandlung des zunehmenden Atemfunktionsverlusts bei Patienten mit DMD und ist zur Zulassung eingereicht.

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Orthopäden und Unfallchirurgen setzen sich für aktiven Lebensstil ein

Jedes Jahr verletzen sich 1,25 Millionen Bundesbürger beim Sport so schwer, dass sie ärztlich versorgt werden müssen (1). Überbelastung, hohe Risikobereitschaft und eine mangelnde Vorbereitung auf das Training führen immer wieder zu Unfällen. Gleichzeitig leben in Deutschland viele Millionen Menschen, die sich aufgrund einer Erkrankung nicht mehr schmerzfrei bewegen können. Auf dem Deutschen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) stellen Experten vom 24. bis 27. Oktober Therapien vor, mit denen sie Beweglichkeit bis ins hohe Alter erhalten und verlorene Beweglichkeit wiederherstellen können. Mit mehr als 10.000 Teilnehmern aus dem In- und Ausland ist der DKOU der größte europäische Kongress dieser Fachrichtung.