Samstag, 7. Dezember 2019
Navigation öffnen
Anzeige:

Medizin

Dezember 2019

Auxetische Membranen – Paradoxes Ersatzgewebe für die Medizin

Auxetische Membranen – Paradoxes Ersatzgewebe für die Medizin
©EMPA

Ein Material, das dicker wird, wenn man daran zieht, scheint den Gesetzen der Physik zu widersprechen. Der sogenannte auxetische Effekt, der auch in der Natur vorkommt, ist jedoch für eine Vielzahl von Anwendungen interessant. Eine neue, vor kurzem im Fachblatt Nature Communications veröffentlichte Studie der Empa zeigt nun, wie sich das erstaunliche Materialverhalten weiter steigern lässt – und sogar für die Behandlung von Verletzungen und Gewebeschäden genutzt werden kann.

Verzichtserklärung der Zulassung: Roferon-A läuft aus

Aufgrund veränderter klinischer Praxis wird Roche Roferon®-A (Interferon alfa-2a) weltweit vom Markt nehmen. Das Arzneimittel hat in den vergangenen 30 Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Behandlungsstandards bei Virusinfektionen und verschiedenen Krebsarten geleistet. Inzwischen sind erwartungsgemäß wirksamere Medikamente verfügbar, die neue Therapiestandards setzen. Zudem ist der Einsatz von Roferon®-A zur Behandlung verschiedener zugelassener Indikationen nicht mehr durch die medizinischen Leitlinien gestützt.

Angekurbelter Fettstoffwechsel schützt das Herz

Ein kleines Molekül schützt das Herz davor, dass seine Pumpfunktion sich verschlechtert. Professor Johannes Backs und Dr. Zegeye Jebessa, Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) am Universitätsklinikum Heidelberg, haben jetzt in Herzmuskelzellen von Mäusen herausgefunden, wie dieses Schutzmolekül gebildet wird. Damit könnte sich ein völlig neuer therapeutischer Ansatz eröffnen, um die Herzschwäche zu behandeln. Denn die Ergebnisse verknüpfen den Abbau gespeicherter Fette mit dem Herzen in bisher...

Darm könnte an der Entstehung von Multipler Sklerose beteiligt sein

Welche Faktoren dazu führen, dass sich das Immunsystem bei Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose (MS) gegen körpereigene Zellen richtet, sind weitgehend unbekannt. Einen potenziellen Faktor beschreibt ein Forschungsteam in der Zeitschrift PNAS. Die Mediziner zeigten im Tiermodell, dass das Protein Smad7 Immunzellen im Darm mobilisiert, welche dann Entzündungen im Nervensystem auslösen. Analysen von Darmgewebeproben von MS-Patienten bestätigten die Ergebnisse.

Schnelltest für die Asthma-Diagnose: KI-basierte Analyse des Bewegungsprofils von Immunzellen im Zellscanner

Schnelltest für die Asthma-Diagnose: KI-basierte Analyse des Bewegungsprofils von Immunzellen im Zellscanner
© Fraunhofer EMB

Ein neu entwickelter Schnelltest benötigt zur Asthma-Diagnose nur einen Tropfen Blut, was v.a. die im Vergleich zu Erwachsenen oft schwerer zu stellende Diagnose bei Kindern erleichtern könnte. Bei der Entwicklung bedienten sich das Forscherteam an der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik EMB zusammen mit Hightech-Unternehmen der Methode des Maschinellen Lernens.

Typ-2-Diabetes: Fixkombination kann HbA1C-Wert effektiver senken

Typ-2-Diabetes: Fixkombination kann HbA1C-Wert effektiver senken
© Sherry Yates / Fotolia.com

Die Zahl der Menschen mit Diabetes Typ-2 nimmt immer mehr zu. Mittlerweile sind es gegenwärtig schon an die 7 Millionen allein in Deutschland und die Dunkelziffer geht von mind. 2 Millionen aus. Ab Januar 2020 wird eine neue Behandlungsoption auf den Markt kommen. Bei der Fixkombination, die aus einem Basalinsulin (Insulin glargin 100 E/ml) und einem GLP-1-Rezeptoragonisten (Lixisenatid) besteht, ist eine einmalige tägliche Anwendung ausreichend.

Neuropathie: Lipide in der Tränenflüssigkeit messen, um Biomarker zu identifizieren

Neuropathie: Lipide in der Tränenflüssigkeit messen, um Biomarker zu identifizieren
© Fraunhofer IME

Wer ein unangenehmes Kribbeln in den Händen oder Füßen spürt oder unter schmerzhaften Missempfindungen und Taubheitsgefühlen leidet, könnte von einer Neuropathie betroffen sein – einer Erkrankung des Nervensystems, bei der Nervenfasern geschädigt werden und sich zurückbilden können. Dieser Effekt ist auf der Hornhaut bereits sichtbar, bevor erste Symptome auftreten. Durch Untersuchungen von Hornhaut und Tränenflüssigkeit etabliert ein Forscherteam eine Methode, mit der sich frühzeitig feststellen lässt, wie weit die...

Mukoviszidose-Tagung zu Strukturen der palliativen Versorgung und personalisierter Medizin

Mukoviszidose-Tagung zu Strukturen der palliativen Versorgung und personalisierter Medizin
© kasto - stock.adobe.com

Zugänge und Strukturen der palliativen Versorgung in Deutschland, Mukoviszidose (Cystische Fibrose, CF) in der digitalen Welt und die neuesten Ansätze der personalisierten Medizin – diese und viele weitere Themen diskutierten rund 800 Ärzte, Physiotherapeuten, Ernährungsberater, Pflegekräfte, Psychosoziale Fachkräfte, Rehabilitations-Spezialisten und alle weiteren an der Behandlung von Mukoviszidose-Patienten beteiligten Berufsgruppen auf der 22. Deutschen Mukoviszidose Tagung (DMT) in Würzburg.

Geschlechterunterschiede bei Darmkrebs: Vorsorgezeitraum für Frauen muss verlängert werden

Etwa 60.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland neu an Darmkrebs, auch immer jüngere Menschen sind betroffen. Neue Forschungsergebnisse zeigen nun weitreichende Geschlechterunterschiede bei dieser Tumorerkrankung. Dabei unterscheiden sich bei Mann und Frau nicht nur in Teilen die Wirkung von Chemo- und Immuntherapie, sondern auch Erkrankungshäufigkeit und -alter. Der Vorsorgezeitraum für Frauen müsse daher über das 75. Lebensjahr hinaus verlängert werden, erklärten Experten auf der Jahrespressekonferenz der Deutschen Gesellschaft für...

Verschiedenste Erscheinungsformen von Immunzellen im menschlichen Gehirn erstmalig identifiziert

Verschiedenste Erscheinungsformen von Immunzellen im menschlichen Gehirn erstmalig identifiziert
©Universitätsklinikum Freiburg

Ein internationales Forscherteam unter Leitung des Universitätsklinikums Freiburg, des Max-Planck-Instituts für Immunbiologie und Epigenetik Freiburg sowie der Charité – Universitätsmedizin Berlin, hat das hirneigene Immunsystem des Menschen im gesunden und erkrankten Gehirn neu vermessen. Dabei fanden die Forscherinnen und Forscher überraschend viele unterschiedliche Erscheinungsformen von Immunzellen, Mikroglia genannt. Mit neuartigen, hochauflösenden Techniken untersuchte das Team aus Freiburg und Berlin die Bausteine und den Stoffwechsel einzelner...

Forscher entwickeln Modell, das cholesterinabhängiges Langzeitrisiko für Herzinfarkt berechnet

Ein erhöhter Cholesterinspiegel im Körper vergrößert insbesondere für junge Menschen das Langzeitrisiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, stärker als bisher in der Medizin berücksichtigt. Dies ergab eine Studie von Forschern der Klinik und Poliklinik für Kardiologie des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Die Kardiologen um Prof. Dr. Stefan Blankenberg, Ärztlicher Leiter des Universitären Herz- und Gefäßzentrums des UKE, haben ein Modell entwickelt, mit dem sich das cholesterinabhängige Risiko für einen...

Neue Leitlinienempfehlung: ESVM empfiehlt Rivaroxaban in vaskulärer Dosis + ASS für Patienten mit pAVK

Neue Leitlinienempfehlung: ESVM empfiehlt Rivaroxaban in vaskulärer Dosis + ASS für Patienten mit pAVK
© Tatiana Shepeleva - stock.adobe.com

Die Europäische Gesellschaft für Gefäßmedizin (ESVM) empfiehlt in ihren aktuellen Leitlinien (1), dass bei erwachsenen Patienten mit symptomatischer peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK) ohne hohes Blutungsrisiko oder andere Kontraindikationen die duale antithrombotische Therapie mit Rivaroxaban (Xarelto®) in vaskulärer Dosis (2,5 mg 2x tägl.) + 100 mg Acetylsalicylsäure (ASS) 1x tägl. erwogen werden sollte.

MS-Therapie mit Teriflunomid: deutsche Beobachtungsstudie bestätigt konsistente Wirksamkeit und Sicherheit unter Praxisbedingungen

MS-Therapie mit Teriflunomid: deutsche Beobachtungsstudie bestätigt konsistente Wirksamkeit und Sicherheit unter Praxisbedingungen
© ag visuell - stock.adobe.com

Aktuelle Real-world-Daten aus der deutschen Beobachtungsstudie TAURUS-MS-I (1) bestätigen die Ergebnisse klinischer Studien (2, 3) zur Wirksamkeit und Sicherheit von Teriflunomid bei Multipler Sklerose (MS): Der Wirkstoff zeigte auch unter Real-world-Bedingungen positive Effekte auf die Schubrate und den EDSS-Wert. Über den Beobachtungszeitraum von 24 Monaten konnten eine gesteigerte Patientenzufriedenheit sowie stabile FSS-Werte (Fatigue Severity Scale) unter der Behandlung mit Teriflunomid verzeichnet werden. Dabei entsprach das Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil dem...

MS und Migräne: Der Patient im Fokus eines individuellen Therapiemanagements

Seit mittlerweile 6 Jahren findet die jährliche ärztliche Fortbildungsveranstaltung NEUROCLUSTER von Teva statt. Im Fokus der diesjährigen Veranstaltung stand der „Versorgungsalltag von Patienten mit chronischen neurologischen Erkrankungen“. Diskutiert wurden u.a. Erfahrungen rund um Wirksamkeit und Sicherheit der Migräne-Prophylaxe sowie Möglichkeiten eines individuellen Therapiemanagements bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS).

Pneumologie/Seltene Lungenerkrankungen: „Wir schaffen es heute, jede Form der Lungenfibrose positiv zu beeinflussen“

Pneumologie/Seltene Lungenerkrankungen: „Wir schaffen es heute, jede Form der Lungenfibrose positiv zu beeinflussen“
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Eine chronische und irreversible Fibrosierung des Lungengewebes mit hoher Morbidität und Mortalität kann sich im Verlauf unterschiedlicher Erkrankungen entwickeln. Dazu gehören Autoimmunerkrankungen wie systemische Sklerose, rheumatoide Arthritis und Sjögren-Syndrom ebenso wie interstitielle Lungenerkrankungen (ILD) wie z.B exogen-allergische Alveolitis, sowie idiopathische Formen interstitieller Pneumonien. Der Tyrosinkinase-Inhibitor Nintedanib hat sich in mehreren Studien als geeignet erwiesen, den progressiven Verlust der Lungenfunktion als Endstrecke...

Wie das Gehirn Verhalten organisiert

Wie das Gehirn Verhalten organisiert
© vitstudio / Fotolia.com

Unser Gehirn muss komplexe Aufgaben in mehrere Schritte hierarchisch unterteilen und zu einem sinnvollen Verhalten koordinieren. Wie das im Detail passiert und ob dabei Neuronen diese Hierarchie widerspiegeln, war bisher unklar. Neurowissenschafter Manuel Zimmer, Professor an der Universität Wien und Gruppenleiter am Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP), und sein Team zeigten anhand des Wurms Caenorhabditis elegans, dass hierarchisches Verhalten von hierarchischer neuronaler Aktivität kontrolliert wird. Ihre Studie erscheint aktuell in Neuron.

Zurück
  ...  

Das könnte Sie auch interessieren

Extreme Hitze: Was müssen Herzpatienten beachten?

Extreme Hitze: Was müssen Herzpatienten beachten?
© Korn V. - stock.adobe.com

Sommerliche Hitze mit sehr hohen Temperaturen über 30 Grad Celsius kann zur Herausforderung besonders für ältere Menschen und diejenigen werden, die bereits wegen Herz- oder Blutdruckproblemen in Behandlung sind. Mögliche Folgen der hohen Temperaturen sind Müdigkeit und Schwindel sowie Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps, außerdem Herzrhythmusstörungen oder auch Muskelkrämpfe. „Diesen Folgen können Betroffene vorbeugen, indem sie mit ihrem behandelnden Arzt Vorsichtsmaßnahmen besprechen, die je nach Herzerkrankung...

Oft unerkannt: Frauenkrankheit Lipödem

Oft unerkannt: Frauenkrankheit Lipödem
© vanillya / fotolia.com

Etwa jede zehnte Frau in Deutschland leidet unter einem Lipödem, auch als Reiterhosenphänomen bekannt. Hierbei treten symmetrische schwammige Schwellungen an den Beinen und in 30 Prozent der Krankheitsfälle auch an den Armen auf. Die Ursache: eine Fettverteilungsstörung, die mit Wassereinlagerungen einhergeht. Lipödempatienten stehen aus mehreren Gründen unter einem sehr hohen Leidensdruck. Sie haben nicht nur sehr starke Berührungs- und Druckschmerzen, sondern auch Spannungsgefühle, sodass bereits einfache Tätigkeiten wie Haare föhnen oder...

Rund 40 Prozent der Angstpatienten brechen MRT-Untersuchung ab

Rund 40 Prozent der Angstpatienten brechen MRT-Untersuchung ab
© Medserena AG

Klaustrophobie hält 15 Prozent der Patienten davon ab, sich trotz starker Schmerzen mittels der Magnetresonanztomografie untersuchen zu lassen. Dies hat für Ärzte, Therapeuten und Krankenkassen kostenintensive Folgen. Am schlimmsten betroffen ist jedoch der Patient selbst: Statt sich einer Diagnose zu stellen, leidet er oftmals monatelang unter starken Schmerzen. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass Angstpatienten die MRT-Untersuchung akzeptieren, wenn Fachpersonal sie vor und während des Termins persönlich intensiv begleitet und berät. Zudem ist es wichtig, dass...