Donnerstag, 23. Februar 2017
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Aktuelle Infos für Ärzte

23. Februar 2017

3.000 Schritte in 30 Minuten verbessern die Prognose bei Herzinsuffizienz

Körperliches Training führt nicht wie bisher angenommen zu einer schädigenden Erweiterung der linken Herzkammer. Wissenschaftler widerlegen diese bisherige Annahme und geben Empfehlungen, wie ein Training bei Personen mit Herzschwäche aussehen sollte. „Für Herzinsuffizienz stand bisher die medikamentöse Therapie im Vordergrund. Ergänzt wurde dies durch einen Herzschrittmacher, der die Kontraktion des Herzmuskels optimiert und einen Defibrillator – beides soll einen plötzlichen Herztod durch Herzrhythmusstörungen verhindern“, sagt Prof. Martin Halle,TU München.

Reizdarmsyndrom mit Obstipation: Linaclotid wieder in Deutschland verfügbar

Als nach wie vor erstes Medikament seiner Klasse steht Linaclotid (Constella®) für die symptomatische Behandlung des mittelschweren bis schweren Reizdarmsyndroms mit Obstipation (RDS-O) bei Erwachsenen nun wieder in deutschen Apotheken zur Verfügung. Für Patienten steht damit das derzeit einzige in der Europäischen Union zugelassene Medikament, welches sich gegen die Leitsymptome eines RDS-O richtet, wieder zur Verfügung (1).

Körpereigene Sirtuine gegen altersbedingte Erkrankungen einsetzen

Sirtuine sind Enzyme, die im Organismus vielfältige Steuerungsaufgaben übernehmen. Insbesondere regulieren sie den Energiehaushalt und Stressreaktionen. Erstmals wurden Moleküle synthetisiert, die das Enzym Sirtuin 6 aktivieren können. Im Organismus des Menschen gibt es insgesamt sieben verschiedene Sirtuine ("Sirt1" bis "Sirt7"). Eine Aktivierung dieser Enzyme könnte dazu beitragen, altersbedingte Krankheiten zu verhindern oder zu behandeln.

© Zentrum für Zahnmedizin; UZH
© Zentrum für Zahnmedizin; UZH

Trigeminusneuralgie wirksamer behandeln

Die Trigeminusneuralgie verursacht blitzartig auftretende, reißende Schmerzen im Zahn- oder Gesichtsbereich. Die herkömmliche Therapie dieses chronischen Nervenschmerzes ist mit belastenden Nebenwirkungen verbunden. Ein neuartiger Wirkstoff hemmt die Schmerzen wirksam und ist gut verträglich. Dies belegen die ersten Resultate einer internationalen Studie unter Beteiligung des Zentrums für Zahnmedizin der Universität Zürich.

Grundlagenforschung: Selenoproteine nehmen Einfluss auf Darmkrebs

Wenn es um ihre Forschungsergebnisse zu Zusammenhängen zwischen Ernährung und Krankheit geht, setzt Prof. Dr. Anna Patricia Kipp jedes Wort mit Bedacht. Denn sie will kein zu große Hoffnungen auf eine rasche Prävention oder gar Heilung von (Darm-)Krebs vermeiden. Schließlich ist das, was sie macht, vor allem Grundlagenforschung. Daher spreche sie keine Empfehlungen zu einer Selen-Zugabe in die Nahrung aus, „da noch ganz viele Erkenntnisse fehlen“. Überzeugt ist die 36-Jährige allerdings schon davon, dass es einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Selen und dem Schutz vor Darmkrebs gibt – und erforscht den Zusammenhang, um die fehlenden Erkenntnisse zu gewinnen.

 © DDZ e.V
© DDZ e.V

Leberstoffwechselveränderungen durch gesättigte Fettsäuren in Palmöl

Die weltweite Ausbreitung von Übergewicht, Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes wird häufig mit dem Verzehr gesättigter Fette in Verbindung gebracht. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bereits die einmalige Aufnahme einer größeren Menge Palmöl die Empfindlichkeit des Körpers für Insulin verringert sowie vermehrte Fetteinlagerungen und Veränderungen im Energiestoffwechsel der Leber hervorruft. Die Studienergebnisse geben Aufschluss über die frühesten Veränderungen im Leberstoffwechsel, welche langfristig zu Fettlebererkrankungen bei Übergewicht und Typ-2-Diabetes führen können.

22. Februar 2017

©Simona Saluzzo/CeMM
©Simona Saluzzo/CeMM

Der erste Atemzug prägt das Immunsystem nachhaltig

Mit dem ersten Atemzug entfalten sich die Lungen schlagartig, um mit der Sauerstoffaufnahme zu beginnen. Auch Schadstoffe und Mikroorganismen strömen ein. Wie sich diese vielfältigen Funktionen des Immunsystems nach der Geburt entwickeln, war bisher kaum bekannt. Wissenschaftler konnten erstmals aufklären, wie spezielle Signalstoffe, ausgelöst durch die erstmalige Lungenentfaltung, die Immunzellen der Lunge ein Leben lang prägen und Einfluss auf die Bakterienabwehr nehmen.

Nährstoffaufnahme beeinflusst postprandiale Immunantwort

Dass es beim Typ-2-Diabetes zu einer chronischen Entzündung mit negativen Auswirkungen kommt, ist bekannt. In mehreren klinischen Studien wird daher als Diabetestherapie die Überproduktion von Interleukin-1beta (IL-1beta) gehemmt. Dieser Botenstoff löst bei Diabetespatienten eine chronische Entzündung aus und lässt die Insulin-produzierenden Betazellen absterben. Dieselbe Entzündung hat aber auch positive Aspekte, wie Forschende von der Abteilung Biomedizin Universität und Universitätsspital Basel berichten: Wenn die Entzündungsreaktion kurzfristig auftritt, spielt sie bei Gesunden eine wichtige Rolle bei der Glukoseaufnahme und der Aktivierung des Abwehrsystems.

© cdc/James Gathany
© cdc/James Gathany

Stammzellforschung: Frühe Hirnentwicklungsstörungen bei Zika-Virus-Infektion

Seit Herbst 2015 führt die Zika-Virus-Epidemie vor allem in Süd- und Mittelamerika zu einer auffälligen Zunahme von Geburten von Babys mit einem viel zu kleinen Kopf, der sogenannten „Mikrozephalie“. Der Zusammenhang zwischen der Zika-Infektion und der mit geistigen Behinderungen und anderen neurologischen Störungen einhergehenden Mikrozephalie wurde zwar allgemein anerkannt, ein wissenschaftlicher Beweis für die schädigende Wirkung von Zika auf die frühkindliche Hirnentwicklung fehlt jedoch bisher. In einem gemeinschaftlichen Forschungsprojekt haben nun Kölner Wissenschaftler einen neuen Mechanismus aufgedeckt, wie Zika-Virus zu den verursachten Missbildungen Neugeborener von Zika-Virus infizierten Mütter beiträgt.

Gen, das Ess- und Bewegungsverhalten beeinflusst, gegen Übergewicht nutzen?

Forscher haben im Rundwurm ein Gen entdeckt, welches helfen könnte, den Zyklus aus Überernährung sowie zu wenig Bewegung zu durchbrechen. Das Gen, das in ähnlicher Form auch im menschlichen Körper zu finden ist, bewirkt sowohl ein Völlegefühl als auch Müdigkeit direkt nach der Nahrungsaufnahme. Ließe sich mit diesem Wissen ein Medikament entwickeln, könnte dies den Appetit reduzieren sowie die Lust auf Bewegung steigern.

21. Februar 2017

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com
© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Bei Kopfschmerzen festen Tagesrhythmus einhalten

Gerade junge Erwachsene quälen sich immer häufiger mit Kopfschmerzen. Bei vielen beginnt es früh, sagt Prof. Hartmut Göbel, Chefarzt der Schmerzklinik Kiel. "Schon in den Schultaschen stecken Schmerztabletten." Dann beginnt, was der Schmerzmediziner eine Kopfschmerzkarriere nennt – ein permanentes Hin und Her zwischen Schmerz und Tablette, bis es irgendwann gar nicht mehr geht ohne Mittel wie Ibuprofen. Genau das gilt es zu vermeiden. "Man darf den Schmerz gar nicht erst kommen lassen", sagt Göbel.

Lungenärzte empfehlen Lungenfunktionstests für Raucher

Jeder Raucher sollte eine Messung der Lungenfunktion erhalten, um frühe Anzeichen von chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder Lungenkrebs zu erkennen. Darüber hinaus sollte Rauchern mit einer chronischen Lungenerkrankung eine professionelle Tabakentwöhnung angeboten werden. Diese und weitere Empfehlungen veröffentlicht die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) im Rahmen der Mediziner-Initiative „Klug entscheiden“.

Norovirus: Mehr Fälle wegen neuer Virusvariante

Die starke Ausbreitung der Noroviren in diesem Winter hängt Untersuchungen zufolge mit einer neuen Virusvariante zusammen:Die Variante GII.P16-GII.2 sei bei sporadischen Infektionen ebenso nachgewiesen worden wie bei Ausbrüchen in 9 Bundesländern, berichten Experten des Berliner Robert Koch-Instituts (RKI) im jüngsten epidemiologischen Bulletin. Sie hatten von September bis Dezember vergangenen Jahres 240 Proben aus 13 Bundesländern genauer untersucht.  

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