Mittwoch, 20. September 2017
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Aktuelle Infos für Ärzte

20. September 2017

Pirfenidon reduziert den Krankheitsprogress bei IPF-Patienten

Das zeigt eine gepoolte Analyse von zwei Phase-III-Studien, die auf dem Kongress der European Respiratory Society (ERS) in Mailand präsentiert wurde (1). Weitere vor Ort vorgestellte Ergebnisse unterstreichen das gute Sicherheitsprofil von Pirfenidon in der Praxis (2,3). Auch die kürzlich aktualisierte deutsche S2k-Leitlinie zur medikamentösen Therapie der IPF empfiehlt den Einsatz des Antifibrotikums, neben einer frühen Therapieeinleitung ab dem Zeitpunkt der Diagnosestellung (4). Pirfenidon erhielt den höchsten Empfehlungsgrad (A, 1-a) aufgrund des klinisch relevanten Effekts auf den Krankheitsverlauf, insbesondere die signifikante Reduktion des Verlusts der forcierten Vitalkapazität (4).

© cryonoid_media / Fotolia.com
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Mikrobiom-Modulation: Neue Therapiekonzepte bei Darmerkrankungen

Das intestinale Mikrobiom trägt nicht nur zur Aufrechterhaltung der Darmbarriere und Funktionalität des Immunsystems bei, sondern beeinflusst über die Darm-Hirn-Achse emotionale und kognitive Prozesse im Hirn (1-4). Das Wissen um die Wechselbeziehung zwischen Mikrobiotika und Wirt und die klinischen Folgen wächst exponentiell. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass eine geringe Diversität und Verschiebungen im Verhältnis der Bakterienstämme zueinander zur pathologischen Entwicklung einer Vielzahl von Erkrankungen führen können (5). Die hohe Relevanz einer Modulation des Mikrobioms als Ansatzpunkt zukünftiger Therapien erörterten Experten im Rahmen eines Symposiums. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass mikrobiologische Präparate zur Symptomreduktion und zum Remissionserhalt bei Darmerkrankungen beitragen und den teilweise enormen Leidensdruck lindern können.

Riesenzellarteriitis: Interleukin-6-Blockade als neues Therapieprinzip

Der Interleukin-6-Inhibitor Tocilizumab* (RoACTEMRA®) erwies sich in der internationalen Phase-III-Studie GiACTA als wirksam in der Behandlung von Patienten mit Riesenzellarteriitis. „Die Therapie mit Tocilizumab hat einen deutlichen Glucocorticoid-sparenden Effekt“, so PD Dr. Hans Jürgen Rech, Erlangen, bei einem Symposium von Roche/Chugai im Rahmen des 45. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie in Stuttgart.

© CLIPAREA.com / Fotolia.com
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Liraglutid senkt Risiko für schwere unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse bei Risikopatienten

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (Committee for Medical Products for Human Use, CHMP) der EMA hat auf Basis der Ergebnisse der LEADER-Studie einer Aktualisierung der EU-Zulassung für Liraglutid (Saxenda®) zugestimmt. Die dementsprechend rückwirkend zum 22. Juni 2017 aktualisierte deutsche Fachinformation bildet nun auch die Studienergebnisse zu kardiovaskulären Sicherheitsdaten mit dem GLP-1 Rezeptor-Agonisten Liraglutid 1,8 mg ab.

Erforschung von Mikroausfällen im Gehirn

Schlaganfälle sind nur eine von vielen Krankheiten, bei denen die Kommunikation zwischen Nervenzellen unterbrochen wird. Auch bei Erkrankungen wie Depressionen und Demenzen finden Mikroausfälle im Gehirn statt. Meist kehrt die Funktion nach einiger Zeit wieder zurück, doch es bleiben oft Folgeschäden, sodass die Funktionsfähigkeit, wenn überhaupt, nur durch langwierige Behandlungen wiederhergestellt werden kann. Forscher der FAU haben deshalb untersucht, was während dieser Unterbrechungsphase passiert und welche Wege es gibt, um bleibende Schäden zu verhindern oder die Heilung zu beschleunigen.

19. September 2017

Entstehung von Multipler Sklerose: Superantigene als Auslöser von sekundären ZNS-Entzündungen?

„Bisher hat man vor allem den Ansatz verfolgt, dass es sich um eine Fehlleitung des Immunsystems handelt. Zahlreiche Befunde sprechen allerdings gegen die Auffassung, dass MS primär entzündlich entsteht. Vielmehr entwickeln sich Krankheitsherde über längere Zeit ohne Entzündung in Gehirn oder Rückenmark. Erst im Verlauf wandern Entzündungszellen im Sinne eines sekundären Krankheitsgeschehens aus dem Blut in die Krankheitsherde ein. Wir gehen davon aus und forschen dazu seit einigen Jahren, dass Hüllproteine von humanen endogenen Retroviren (HERV) als sogenannte „Superantigene“ der Auslöser der für MS typischen sekundären Entzündungsvorgänge im zentralen Nervensystem sind“, sagt Dr. Alexander Emmer, Universitäts- und Poliklinik für Neurologie des Universitätsklinikums Halle (Saale).

Venöse Thromboembolien: Rivaroxaban erhält Zulassungserweiterung

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP, Committee for Medicinal Products for Human Use) der europäischen Arzneimittelbehörde EMA (European Medicines Agency) hat eine weitere positive Bewertung für den oralen Faktor-Xa-Inhibitor Rivaroxaban (Xarelto®) erhalten. Es geht um die Erweiterung der Zulassung um die Dosierung von einmal täglich 10 mg Rivaroxaban zur verlängerten Vorbeugung von wiederkehrenden venösen Thromboembolien (VTE). Die Zulassungserweiterung gilt für Patienten, die bereits mindestens sechs Monate lang die gerinnungshemmende Standardtherapie erhalten haben. Nach der Zulassung wird Rivaroxaban in dieser Dosierung eine neue Behandlungsoption zusätzlich zu den einmal täglich 20 mg bieten, die in dieser Indikation bereits zugelassen sind. Die endgültige Entscheidung der Europäischen Kommission wird bis Ende November erwartet.

Freezing: Fahrradfahren bringt die Neuronen bei Parkinson-Patienten in den richtigen Takt

Patienten mit Morbus Parkinson leiden unter erheblichen Beeinträchtigungen beim Gehen, bis hin zum plötzlichen „Einfrieren“, dem sogenannten „Freezing of Gait (Gang)“. Sie trippeln dabei auf der Stelle und kommen keinen Meter mehr vorwärts. Die genaue Ursache für das „Einfrieren“ ist bisher weitgehend unbekannt. Verblüffend ist, dass die Patienten jedoch ohne Probleme weiterhin Fahrradfahren können. In einer aktuell veröffentlichten Studie entdeckten Düsseldorfer Neurowissenschaftler in Kooperation mit Forschern der Universitäten Konstanz und Aarhus eine Art „Störsignal“, das bei Patienten ohne Freezing nicht nachweisbar war.

Kardiovaskulärer Nutzen rückt in den Fokus der Therapiekriterien bei Typ-2-Diabetes

Kardiovaskuläre Komplikationen sind nicht nur Hauptursache diabetesassoziierter Mortalität und Morbidität, sondern machen auch den größten Kostenanteil in der Behandlung von Menschen mit Diabetes aus (1). Entsprechend kommt es in der modernen Therapie dieser Stoffwechselerkrankung darauf an, neben verbesserter Glykämie- und Gewichtskontrolle das kardiovaskuläre Risiko zu verringern. Als bislang einziger zugelassener GLP-1 Rezeptor-Agonist hat Liraglutid (Victoza®) einen kardiovaskulären Nutzen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und hohem kardiovaskulären Risiko nachgewiesen (2).*

18. September 2017

Umzug der Bencard Allergie GmbH: Neue Firmenzentrale in Schwabing

Am 13.09.2017 eröffnete Bencard Allergie in Anwesenheit von Ärzten und Apothekern feierlich die neue Firmenzentrale im Münchener Stadtteil Schwabing. Geschäftsführer Bodo Steinert begrüßte die Gäste mit den Worten: „Frischer Wind ist uns als Allergie-Unternehmen besonders wichtig. Mit frischem Wind in neuen Räumen geht unsere Reise von hier aus weiter. Und ich verspreche Ihnen, dass wir uns weiterhin mit viel Schwung und Engagement dafür einsetzen, innovative Therapielösungen für Allergiepatienten zu finden.“

© Spectral-Design / Fotolia.com
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Pulmonale Infektion durch nichttuberkulöse Mykobakterien: Zusätzliche Gabe von ALIS zur leitliniengerechten Therapie zeigt Wirksamkeit

Die globale Studie CONVERT erreichte mit statistischer und klinischer Signifikanz ihren primären Endpunkt der Kulturkonversion im Monat 6. Die Studie zeigte, dass nach zusätzlicher Gabe von ALIS zur leitliniengerechten Therapie (GBT, guideline-based therapy) kein Nachweis einer durch MAC verursachten NTM-Lungenerkrankung mehr im Sputum im Monat 6 bei 29% der Patienten erbracht werden konnte, verglichen mit 9% der Patienten, die nur GBT erhielten (p<0,0001). Die Studie war darauf ausgerichtet, einen Behandlungseffekt von 15% zwischen den beiden Gruppen festzustellen. In die CONVERT-Studie wurden 336 behandlungsrefraktäre erwachsene Patienten mit pulmonalen NTM-Infektionen, verursacht durch MAC eingeschlossen, die auf eine mindestens 6-monatige GBT refraktär waren. Die Patienten wurden im Verhältnis 2:1 zu ALIS plus GBT versus alleinige GBT randomisiert. Der primäre Endpunkt war der Anteil der Patienten, die bis Monat 6 eine Kulturkonversion erreichten.

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Koronare Herzkrankheit: IQWiG legt vorläufige Ergebnisse von Leitlinien-Recherche vor

Disease-Management-Programme (DMP) sollen in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden, um sie an den jeweiligen Stand des medizinischen Wissens anzupassen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat deshalb aktuelle evidenzbasierte Leitlinien zur koronaren Herzkrankheit (KHK) recherchiert, deren Empfehlungen zu Kernaussagen zusammengefasst und überprüft, ob sich aus ihnen ein Aktualisierungsbedarf ergibt. Die vorläufigen Ergebnisse liegen nun vor. Demnach könnte der Aspekt „Monitoring und Follow-up“ neu in das DMP aufgenommen werden. Bis zum 10. Oktober können Interessierte Stellungnahmen zu diesem Vorbericht abgeben.

Marktforschungsergebnisse zur Präferenz von Injektomaten bei Multipler Sklerose

Patienten mit Multipler Sklerose, die mit Betaferon® (Interferon beta-1b), Extavia® (Interferon beta-1b) oder Rebif® (Interferon beta-1a) behandelt werden, zeigen eine hohe Zufriedenheit beim Handlingtest mit dem elektronischen Injektomaten BETACONNECT®, den sie anderen Injektomaten vorziehen. Das ist das Ergebnis einer Marktforschungsstudie von Limmroth et al. bei 85 Patienten, die im Rahmen von strukturierten Face-to-Face-Interviews zu ihrer Zufriedenheit im Umgang mit verschiedenen Injektomaten (BETACONNECT®, RebiSmart® und ExtaviPro®) befragt wurden (1).

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