Samstag, 21. Juli 2018
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Aktuelle Infos für Ärzte

19. Juli 2018

Schmerztherapie: Mechanismen zur Toleranzentwicklung gegen Opiate

Ein internationales Wissenschaftlerteam hat weitere molekulare Details der Toleranzentwicklung gegen Opiate gefunden. In seiner Studie beschreibt es unterschiedliche Mechanismen in Ablauf und Geschwindigkeit für Morphin und synthetische Opioide, die zur Desensibilisierung der Opioidrezeptoren führen. Die jetzt in „Science Signaling“ veröffentlichten Ergebnisse liefern wichtige Ansätze für die Entwicklung synthetischer Wirkstoffe mit geringer Toleranzentwicklung und reduziertem Suchtpotenzial.

EU-Zulassung von Inotersen zur Behandlung der Hereditären Transthyretin-Amyloidose

TegsediTM (Inotersen) ist ab sofort für die Behandlung von Polyneuropathie im Stadium 1 und 2 bei erwachsenen Patienten mit hereditärer Transthyretin-Amyloidose zugelassen. Der Zulassung durch die Europäische Kommission, die die Akcea Therapeutics, Inc. (NASDAQ: AKCA) und ihre Muttergesellschaft Ionis Pharmaceuticals, Inc. (NASDAQ: IONS) heute bekannt gaben, ging die positive Stellungnahme des „Committee for Medicinal Products for Human Use (CHMP)“ der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) voraus.

© Mego-studio / Fotloia.com
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Charité startet innovatives Projekt zur Migränetherapie

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin startet jetzt gemeinsam mit ihren Partnern ein Projekt zur Smartphone-gestützten Migränetherapie (SMARTGEM). Ziel ist es, Patienten mit häufigen Migräneattacken eine effektive und ortsunabhängige Behandlungsform anzubieten. Die App ist eine Kombination aus Dokumentation, Therapiemodul und Schulung zur Selbsthilfe. Darüber hinaus werden telemedizinische Beratung sowie ärztlich moderierte Foren und Expertenchats angeboten. Das Projekt wird im Rahmen des Innovationsfonds für 3 Jahre mit mehr als 3 Millionen € gefördert.

© Robert Kneschke / Fotolia.com
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Starkes Statin mit potentem Partner: Fixkombination aus Rosuvastatin + Ezetimib

Fast 80% aller Patienten mit Hypercholesterinämie und einem hohen kardiovaskulären Risikoprofil erreichen ihre LDL-C-Zielwerte von < 70 mg/dl nicht (1,2). Aktuelle Leitlinien empfehlen für Patienten mit sehr hohem kardiovaskulären Risiko und einem Ausgangs-LDL-C zwischen 70 und 135 mg/dl eine mindestens 50%ige Senkung des LDL-C oder das Erreichen eines Zielwertes von < 70 mg/dl (1). Hierzu nennen die European Society of Cardiology (ESC) und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zur Behandlung der primären Hypercholesterinämie HMG-CoA-Reduktasehemmer als medikamentöse Erstlinientherapie (1). Statine hemmen die Cholesterinsynthese in der Leber. Wird der LDL-C-Zielwert mit dieser medikamentösen Strategie nicht erreicht, wird die Kombination eines Statins mit einem Cholesterinresorptionsinhibitor wie Ezetimib zur Therapieintensivierung empfohlen (1).

© VadimGuzhva / Fotolia.com
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Güte- und Mitgefühls-Meditationen können auch gegen ernste psychische Erkrankungen helfen

Auch schwere psychische Störungen wie Borderline-Störungen, Depressionen oder Schizophrenie lassen sich mit den beiden Methoden „compassion-based interventions“ (CBIs) und „Loving Kindness Meditation“ (LKM) behandeln und lindern. Das ist das Ergebnis einer Übersichtsarbeit von Johannes Graser, Universität Witten/Herdecke (UW/H), und Ulrich Stangier von der Frankfurter Goethe-Universität.

18. Juli 2018

© Alex / Fotolia.com
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Colitis ulcerosa: DGVS aktualisiert Leitlinie

Krampfartige Bauchschmerzen, Blut im Stuhl und immer wieder Durchfälle: In Deutschland sind rund 150.000 Menschen an der chronisch entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa (CU) erkrankt. Colitis ulcerosa, die meist im jungen Erwachsenenalter, nicht selten auch schon bei Jugendlichen und Kindern, beginnt, verläuft in Schüben und begleitet die Betroffenen in der Regel ein Leben lang. Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) haben Experten nun die Leitlinie für die Behandlung der Colitis ulcerosa auf den aktuellen Stand der Wissenschaft gebracht. Ein besonderes Augenmerk haben die Autoren dabei auf die erhöhten Infektionsrisiken von CU-Patienten und den Aspekt Ernährung gelegt. Die Rolle der Ernährung wurde viele Jahre überschätzt: Abgesehen vom Stillen gibt es keine wissenschaftlich belegte Ernährungsform, die das Risiko für die Entstehung einer CU-Erkrankung reduziert.

© DDRockstar / Fotolia.com
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Neue Leitlinie "Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerzmitteln"

Zu oft, zu lange oder zu hoch dosiert: Schmerz- und Migränemittel können vorbestehende Kopfschmerzen verstärken und in eine chronische Krankheit verwandeln. Menschen mit häufigen Kopfschmerzen sollten vorbeugend dagegen aktiv werden, um nicht in einen Teufelskreis von Schmerzen und Medikation zu geraten, empfehlen die Deutsche Gesellschaft für Neurologie und die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft in ihrer neuen Leitlinie zur Diagnose und Therapie des Kopfschmerzes durch Übergebrauch von Schmerz- und Migränemitteln.

© Africa Studio / Fotolia.com
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Studien zeigen: Werbung steigert Kalorienaufnahme bei Kindern

Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) begrüßt die Forderung der Verbraucherschutzministerkonferenz, gegen an Kinder gerichtete Werbung für energiereiche Lebensmittel vorzugehen. Eine aktuelle Studie aus Australien zeigt, dass Kinder schon durch eine kurze Werbeeinwirkung messbar mehr Kalorien pro Tag zu sich nehmen. „Die Politik muss endlich Kinder vor dieser gesundheitsschädlichen Beeinflussung schützen“, sagt DANK-Sprecherin Barbara Bitzer.

17. Juli 2018

Erste Enzymersatztherapie bei Alpha-Mannosidose: Velmanase alfa ab sofort verfügbar

Ab sofort steht die erste Enzymersatztherapie zur Behandlung von Alpha-Mannosidose in Deutschland zur Verfügung: Lamzede® (Velmanase alfa) ist zugelassen zur Behandlung nicht neurologischer Manifestationen bei leichter bis mittelschwerer Alpha-Mannosidose. Lamzede® wird wöchentlich als intravenöse Infusion verabreicht und ersetzt das fehlende oder nicht funktionsfähige Enzym Alpha-Mannosidase. Dieses Enzym hilft beim Abbau von mannosereichen Oligosacchariden und beugt so deren Akkumulation in zahlreichen Geweben des Körpers vor. Wie andere Enzymersatztherapien auch, überwindet Velmanase alfa nicht die Blut-Hirn-Schranke. Lamzede® hat daher keine Auswirkungen auf neurologische Manifestationen.

© IST Austria / Birgit Rieger
© IST Austria / Birgit Rieger

Maschinelles Lernen: Neue Methode ermöglicht genaue Extrapolation

Um den sicheren Betrieb eines Roboters zu gewährleisten, ist es entscheidend zu wissen, wie der Roboter unter verschiedenen Bedingungen reagiert. Aber woher soll man wissen, was einen Roboter stört, ohne ihn tatsächlich zu beschädigen? Eine neue Methode, die Wissenschaftler des Institute of Science and Technology Austria (IST Austria) und des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme entwickelten, ist die erste Methode für maschinelles Lernen, welche Beobachtungen, die unter sicheren Bedingungen getroffen wurden, nutzt, um genaue Vorhersagen für alle möglichen Bedingungen zu treffen, die von der gleichen physikalischen Dynamik bestimmt werden. Die Methode ist speziell für reale Situationen entwickelt und bietet einfache, interpretierbare Beschreibungen der zugrundeliegenden Physik. Die Forscher stellen morgen ihre Ergebnisse auf der diesjährigen renommierten International Conference for Machine Learning (ICML) vor.

© Anatomy Insider / Fotolia.com
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Proximale Muskelschwäche + Hyper-CK-Ämie = „Red flags“ für Morbus Pompe

Proximale Muskelschwäche ist ein unspezifisches Symptom, das auf eine Vielzahl neuromuskulärer Erkrankungen hindeuten kann. In Kombination mit einer persistierenden Hyper-CK-Ämie sollte bei der Differential­diagnose jedoch unbedingt Morbus Pompe berücksichtigt werden. Ein einfacher Trockenbluttest kann hier Gewissheit bringen. Seit 12 Jahren steht eine kausale Therapie zur Verfügung. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie ist entscheidend, um die progrediente Degeneration der Skelett- und Atemmuskulatur verzögern zu können und einer irreversiblen Schädigung der Muskulatur vorzubeugen – das unterstreicht auch die aktuelle Empfehlung des Europäischen Pompe Konsortiums (EPOC) (1).

© ALDECAstudio / fotolia.com
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Besser schlafen ohne Soziale Medien

Wie reagieren Jugendliche auf die Trennung von Sozialen Medien? Haben sie Entzugserscheinungen oder vermissen sie gar nichts? Dieser Frage gingen Bildungsforscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) in einer sehr besonderen Umgebung nach: dem „Klassenzimmer unter Segeln“. Sechs Monate lang waren ausgewählte Schülerinnen und Schüler der 10. Jahrgangsstufe mit dem Dreimaster „Thor Heyerdahl“ unterwegs. Ganz ohne WLAN, dafür unter Beobachtung von Prof. Dr. Thomas Eberle und Dr. Zinaida Adelhardt vom Institut für Erziehungswissenschaften der FAU.

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