Donnerstag, 29. Juni 2017
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Aktuelle Infos für Ärzte

29. Juni 2017

Studie: Morbus Parkinson bei Patienten mit Hypertonie mit schwereren Verläufen

Dass es eine Verbindung zwischen zu hohem Blutdruck und der Parkinson-Krankheit geben könnte, vermuten Forscher schon länger. So hatten etwa Forscher der Universität Basel schon 2008 publiziert, dass bestimmte Medikamente gegen Bluthochdruck offenbar auch das Risiko, an Parkinson zu erkranken, reduzieren. Wie die beiden Krankheitsbilder aber genau assoziiert sind, war bislang unbekannt. Nun konnte ein britisch-italienisches Forscherteam den Zusammenhang aufzeigen und einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten von Parkinson-Patienten liefern.

EAN: Ergebnismessungen werden immer wichtiger

Ergebnismessungen (outcomes measurements) gewinnen auch in der Neurologie immer mehr an Bedeutung, aus der Sicht von Behandlern ebenso wie aus jener von Patienten oder den Finanziers von Gesundheitsdienstleistungen. Wie lässt sich objektiv feststellen und plausibel belegen, ob eine Therapie die gewünschte Verbesserung bringt, einen sinnvollen klinischen Unterschied macht oder das Fortschreiten einer Erkrankung verzögert? Steht die Behandlung in einem vertretbaren Verhältnis von finanziellem Aufwand und Patientennutzen?

Palliativ-Neurologie: Lebensbegleitende Hilfe möglichst früh anbieten

In weiten Teilen der Bevölkerung wird Palliativmedizin gemeinhin mit der Pflege von Krebspatienten im Endstadium gleichgesetzt. "Die Bedeutung dieser symptomlindernden und Lebensqualität-erhaltenden Behandlung geht aber weit über das end of life treatment in der Onkologie hinaus", erklärt Prof. David Oliver, Kent, England. In der WHO-Definition für Palliativbetreuung ist aus gutem Grund ganz generell von einer "lebensbedrohlichen Erkrankung" und nicht nur von Krebserkrankungen die Rede.

Krankheitsaktivität ist entscheidender Parameter für die Therapiewahl bei MS

Entscheidend für die Therapiewahl bei der Multiplen Sklerose ist vor allem die Krankheitsaktivität. Es besteht dabei auch die Option auf eine Impulstherapie mit Alemtuzumab bei Patienten mit aktiver RRMS, wie bei der MScience.MShift-Veranstaltung von Sanofi Genzyme in Frankfurt betont wurde. Studien zeigen, dass mit dem Antikörper eine effektiv wirksame Therapie mit zwei Behandlungsphasen im Abstand von einem Jahr und somit einem langen therapiefreien Intervall bei anhaltender klinischer Wirksamkeit zu realisieren ist.

28. Juni 2017

Positive CHMP-Stellungnahme zu Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP; wissenschaftlicher Rat der Europäischen Arzneimittel-Agentur EMA) hat eine positive Stellungnahme zum Antrag auf Marktzulassung für SOF/VEL/VOX abgegeben. Das Arzneimittel ist ein in der Entwicklung befindliches Präparat, das 1-mal täglich als Single-Tablet-Regime in einer Dosierung von 400 mg Sofosbuvir, 100 mg Velpatasvir und 100 mg Voxilaprevir zur Behandlung von Patienten mit chronischer Hepatitis-C-Virus (HCV)-Infektion eingenommen wird.  

LEADER-Studie: CHMP empfiehlt Aktualisierung der Zulassung von Liraglutid

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (Committee for Medicinal Products for Human Use, CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (European Medicines Agency, EMA) hat eine Aktualisierung der Zulassung von Liraglutid empfohlen. Die Aktualisierung basiert auf den Ergebnissen der LEADER-Studie, in der die Auswirkung von Liraglutid bis 1,8 mg bei Menschen mit Typ-2-Diabetes und einem hohen kardiovaskulären Risiko untersucht wurde (1).

Transfer klinischer Studiendaten zu Baricitinib in die praktische Anwendung

Das Rheumadenken ist eingefahren, das Umdenken wird eine Herausforderung“, resümierte Prof. Jörn Kekow, Berlin, den aktuellen Status quo der Rheumatherapie auf einem Symposium im Rahmen des BDRh-Kongresses in Berlin. Anlass zum Umdenken gibt nicht zuletzt Baricitinib: der Januskinase(JAK)-Inhibitor ist seit dem 13. Februar 2017 zur Behandlung von Erwachsenen mit mittelschwerer bis schwerer aktiver rheumatoider Arthritis (RA) nach DMARD von der Europäischen Kommission zugelassen (1).    

Epilepsie: Mit innovativen Substanzen gegen Therapieresistenz

Durch zahlreiche neue Medikamente kann vielen Epilepsiepatienten heute effizient geholfen werden. Bis zu einem Drittel der Patienten sprechen allerdings nicht oder nicht ausreichend auf die verfügbaren Therapien an. Auf dem Kongress der European Academy of Neurology (EAN) in Amsterdam wurden neue Wirkstoffe, darunter Cannabinoide und Neurosteroide, als mögliche künftige Optionen bei schweren, therapieresistenten Epilepsie-Formen diskutiert. Auch schonendere neurochirurgische Verfahren und der Einsatz von Radiotherapien bringen neue Therapieansätze.

Ocrelizumab überlegen hinsichtlich Reduktion der Behinderungsprogression bei RMS und PPMS

Aktuelle Daten aus Post-hoc-Analysen des ORCHESTRA-Studienprogrammes zum neuen Endpunkt NEPAD (1, 2) (No Evidence of Progression or Active Disease; erweiterte Form des NEP-Endpunktes) zeigen: Unter Ocrelizumab verringerten sich klinische Krankheitszeichen wie Schubaktivität und Behinderungsprogression sowie in der MRT nachweisbare Läsionen signifikant. Dies gilt sowohl für Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) im Vergleich zu Interferon beta-1a als auch für Patienten mit primär progredienter MS (PPMS) im Vergleich zu Placebo. Die Ergebnisse dieser Analysen wurden auf der 3. Jahrestagung der European Academy of Neurology (EAN) in Amsterdam vorgestellt.

ADHS: psychische Komorbiditäten umfassend diagnostizieren, differenziert therapieren

Psychische Komorbiditäten wie Lernstörungen, Autismus, emotionale Störungen und Borderline-Persönlichkeitsstörung sind bei Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) häufig und können eine ADHS mitunter verdecken. Bei der 11. Internationalen ADHS-Konferenz in Berlin betonten Experten, dass eine optimale Symptomkontrolle bei psychiatrisch komorbiden ADHS-Patienten vor allem dann erreicht wird, wenn ADHS und Begleiterkrankung gemeinsam therapeutisch adressiert werden. Möglicherweise hat eine effektive ADHS-Therapie im Kindesalter sogar präventive Effekte auf psychiatrische Erkrankungen im Erwachsenenalter.

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Rückenschmerzen gelten inzwischen als Volksleiden. Zu langes Sitzen, falsches Heben von Lasten, Übergewicht oder altersbedingte Verschleißerscheinungen: die Ursachen sind vielfältig. Doch bei wem es im Rücken bereits zwickt, der läuft unter Umständen Gefahr, dass es mit der Zeit schlimmer wird oder sogar ein Bandscheibenschaden dazukommt. Beim ersten Vortrag der Reihe „Neurochirurgie zum Anfassen“ (24.2., 18:00 Uhr, Stadthaus Ulm) der Ulmer Universitätsklinik für Neurochirurgie wird der Wirbelsäulenspezialist Dr. Christoph Grimm über häufige Rückenleiden wie Bandscheibenvorfälle sprechen und Behandlungsoptionen erläutern. Der Eintritt ist frei.