Sonntag, 21. Oktober 2018
Navigation öffnen

Aktuelle Infos für Ärzte

19. Oktober 2018

Perkutane Herzunterstützungssysteme: Paradigmenwechsel bei kardiogenem Schock und Protected PCI notwendig

Im Rahmen des Jahreskongresses der European Society of Cardiology (ESC) in München wurden am 25. August 2018 während des Abiomed-Symposiums „Why use percutaneous ventricular assist devices?" die hämodynamischen und klinischen Vorteile von perkutanen ventrikulären Unterstützungssystemen vorgestellt. Unter der Leitung von Dr. Nicolas van Mieghem und Dr. Giuseppe Tarantini diskutierten Experten den Nutzen und die Abläufe beim Einsatz der Impella® Herzpumpe.

Diabetes: täglicher Kontrollblick auf Fußsohlen wichtig

Die Zahl stationär behandelter diabetischer Fußsyndrome steigt stetig. Jeder vierte Diabetespatient entwickelt mit der Zeit ein Fußulkus. 40.000 amputierte Zehen und Füße gehen pro Jahr auf das Konto chronischer Fußwunden. Viele ließen sich vermeiden. Wie Patienten mit chronischen Wunden und deren Angehörige schlimmeren Folgen vorbeugen – und wie Ärzte und Pflegefachkräfte sie dabei unterstützen können: Auch darum geht es beim 1. Nürnberger Wundkongress vom 6.-8. Dezember 2018 im Nürnberger Messezentrum.

Neue Therapieansätze ermöglichen bessere Schmerzversorgung

Jedes Jahr erkranken in Deutschland eine Million Patienten an einer Post-Zoster-Neuralgie. Mithilfe einer Impfung gegen Herpes Zoster bleibt vielen Menschen zukünftig diese schmerzhafte Folge der Virus-Erkrankung erspart. Schmerzlinderung für Migräne-Patienten verspricht zudem  die präventive Gabe eines neu entwickelten CGRP-Antikörpers. „Die aktuellen Entwicklungen bedeuten einen riesigen Fortschritt bei der Versorgung unserer Patienten und sollten schnellstmöglich Einzug in den Praxisalltag erhalten“, betont Dr. med. Dipl. Lic. Psych. Johannes Horlemann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS). Prävention und Prophylaxe von chronischen Schmerzen sind ein zentrales Thema bei den zertifizierten Fortbildungsveranstaltungen (DGS-Regionalkonferenzen), die in diesem Jahr erstmalig an verschiedenen Standorten in Deutschland stattfinden.

18. Oktober 2018

Grauer Star: Neues Verfahren bei der Katarakt-Operation

Die Operation des Grauen Stars zählt mit ca. 14 Millionen OPs pro Jahr weltweit zu den am häufigsten durchgeführten chirurgischen Eingriffen. Alleine in Deutschland werden jährlich rund 650.000 Operationen durchgeführt. Forscher des Instituts für Angewandte Optik und Elektronik der TH Köln entwickeln zusammen mit den AZ Augenchirurgischen Zentren AG (AZ-AG) Köln ein präzises und kostengünstiges Verfahren, mit Vorteilen gegenüber den herkömmlichen Operationstechniken. Das Operationswerkzeug ist in der EU, den USA und China zum Patent angemeldet. Gefördert wird das Forschungsprojekt durch das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Antiblockiersystem in Arterien schützt vor Herzinfarkt

Tübinger Biochemiker haben einen körpereigenen Mechanismus entdeckt, der die Entstehung gefährlicher Blutgerinnsel im Inneren von Blutgefäßen, sog. Thrombosen, verhindern kann. Bislang wurde dieses natürliche Antiblockiersystem für Arterien vor allem an Mäusen untersucht. Erste Untersuchungen mit menschlichen Zellen haben die Ergebnisse bestätigt, sodass sie sehr wahrscheinlich auf Menschen übertragbar sind. Thrombosen zählen weltweit zu den häufigsten Todesursachen, weil sie Blutgefäße verstopfen und damit zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können. Der neuentdeckte Mechanismus könnte künftig die Therapiemöglichkeiten verbessern. Durchgeführt wurde die Studie von einem Team um Dr. Lai Wen und Prof. Robert Feil vom Interfakultären Institut für Biochemie der Universität Tübingen in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Tübingen sowie den Universitäten Lübeck und Würzburg. Sie wurde kürzlich in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.

© Universitätsklinik Ulm für Neurologie Ulm/RKU
© Universitätsklinik Ulm für Neurologie Ulm/RKU

Neuer ALS-Bluttest: Hilfe bei der Differenzialdiagnose und Hinweise auf Krankheitsverlauf

Forschende der Universitäten Ulm und Mailand haben einen Bluttest entwickelt, der die Diagnose der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) erleichtert. Der neue Test hilft dabei, die ALS von anderen neurodegenerativen Erkrankungen zu unterscheiden. Weiterhin erlaubt er eine Prognose des Krankheitsverlaufs. Die Blutuntersuchung eignet sich besonders für größere Kohorten, beispielsweise im Zuge von klinischen Studien, sowie für Patienten, bei denen aus medizinischen Gründen keine Liquorpunktion möglich ist.

Prädiktive Medizin: Anhand von Biomarkern den Therapieerfolg bei CED vorhersagen

Die Therapiemöglichkeiten bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) haben sich in den vergangenen Jahren deutlich erweitert und dieser Trend scheint sich auch künftig fortzusetzen. Umso bedeutsamer wird die Frage, wann welcher Patient welche Therapie erhalten soll. „Wir brauchen hierzu prädiktive Strategien und Biomarker, mit deren Hilfe wir den Behandlungserfolg unter der jeweiligen Medikation vorhersagen können“, erklärte Prof. Dr. Silvio Danese, Rozzano/Italien, als wissenschaftlicher Organisator des Symposiums 213 der Falk Foundation e.V. in Mailand. Die prädiktiven Strategien könnten die Basis dafür sein, dass sich bei der Behandlung der CED tatsächlich eine zielgerichtete personalisierte Medizin etablieren kann.

Biomarker zeigt Thrombose-Risiko bei Krebspatienten

Kürzlich evaluierte eine Studie das Verhalten neutrophiler Granulozyten und deren Einfluss auf ein erhöhtes Thromboserisiko bei Krebspatienten. Die CATS-Studie, die den Zusammenhang zwischen einem aktivierten Immunsystem bei Krebspatienten und ihrem Thromboserisiko untersucht, zeigte, dass citrulliniertes Histon 3 (H3Cit), ein Protein, das von spezialisierten Immunzellen ins Blut freigesetzt wird, mit einem erhöhten Thrombose-Risiko korreliert (1).

Wie sich Gliazellen im Gehirn aus neuralen Vorläuferzellen bilden

Im Gehirn sind zwei Arten von Zellen aktiv: Nervenzellen und Gliazellen. Letztere wurden lange Zeit vor allem als Stützzellen betrachtet, spielen aber eine aktive Rolle bei der Kommunikation von Neuronen im Gehirn. Nach aktuellem Stand der Forschung sind Gliazellen zudem an der Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen beteiligt. Ein Forscherteam um Prof. Dr. Benedikt Berninger vom Institut für Physiologische Chemie der Universitätsmedizin Mainz hat nun neue Erkenntnisse erzielt, die dazu beitragen könnten, die durch Gliazellen bedingten Grundlagen neurodegenerativer Erkrankungen besser zu verstehen.

Bisher unbekannter Mechanismus der Blut-Hirn-Schranke entdeckt

Wissenschaftler der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und der Medizinischen Hochschule Hannover beschreiben im Fachmagazin PNAS (1) einen bisher unbekannten Mechanismus der Blut-Hirn-Schranke. Die Blut-Hirn-Schranke verhindert, dass schädliche Stoffe aus der Umwelt oder aus der Nahrung ins Gehirn gelangen können. Sie ist so effektiv, dass sie für Patienten mit einem Hirntumor ein Problem ist: Viele Medikamente können die Barriere nicht überwinden.

17. Oktober 2018

Nosokomiale Pneumonie und Beatmungspneumonie: Ceftolozan/Tazobactam in Phase-III-Studie Meropenem nicht unterlegen

Ceftolozan/Tazobactam (ZERBAXA®) ist seit 2015 in der EU zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit komplizierten intraabdominellen Infektionen, akuter Pyelonephritis und komplizierten Harnwegsinfektionen zugelassen. Eine Zulassungsstudie der Phase III untersuchte nun die Wirksamkeit bei beatmungsassoziierter bakterieller Pneumonie (engl.: Ventilator-Associated Bacterial Pneumonia, VABP) und nosokomialer bakterieller Pneumonie (engl.: Hospital-Acquired Bacterial Pneumonia, HABP). In einer experimentellen Dosierung von Ceftolozan/Tazobactam wurde das Ziel der Nichtunterlegenheit gegenüber der aktiven Vergleichssubstanz Meropenem in Bezug auf vordefinierte primäre Endpunkte (28-Tages-Gesamtmortalität und klinische Heilungsrate) erreicht. Basierend auf diesen Ergebnissen plant das Unternehmen MSD, die Zulassung von Ceftolozan/Tazobactam in diesen potenziellen neuen Indikationen in den USA und der EU zu beantragen.

© nd3000 / fotolia.com
© nd3000 / fotolia.com

Rauchentwöhnung mit Virtual Reality?

Mehr als ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland raucht. Tabak ist bei uns beliebter und stärker verbreitet als jede andere Droge. Gleichzeitig zählt er zu den gefährlichsten Drogen in Deutschland: Schätzungen zufolge sterben jedes Jahr mehr als 5 Millionen Raucher an den Folgen ihrer Nikotinsucht. WissenschaftlerInnen des Forschungskollegs der Universität Siegen (FoKoS) gehen jetzt neue Wege, um Betroffenen dabei zu helfen, ihre Sucht zu überwinden. Im Forschungsprojekt ANTARES entwickeln sie eine Virtual Reality-Anwendung, mit der RaucherInnen trainieren können, dem Drang zur Zigarette zu wiederstehen.

CED: Eisenmangel erhöht den Leidensdruck

Anlässlich des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Verdauung und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) berichteten und diskutierten Experten über neue Erkenntnisse und praktische Aspekte zur Behandlung von Eisenmangel bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Bis zu 80% der Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) weisen einen Eisenmangel und etwa ein Drittel eine Anämie auf (1). Für die Patienten bedeutet dies eine erhebliche Erhöhung des Leidensdrucks und eine Einbuße an Lebensqualität (2,3). Zudem verschlechtern sich die Prognose und Produktivität (3). Um dieser zusätzlichen Patientenbelastung entgegenzuwirken, befürworten aktuelle Leitlinien zur Eisensubstitution bei CED-Patienten mit Eisenmangel(-Anämie) eine i.v. Eisengabe zumindest bei ausgeprägter Krankheitsaktivität (4), Unverträglichkeit von oralem Eisen (2,4,5), Hb-Werten < 10 g/dl (2,4,5) und Bedarf für Erythropoese-stimulierende Agentien (2,4). Umfangreiche Evidenz-basierte Studiendaten zeigen den klinischen Nutzen einer i.v. Eisentherapie mit Eisencarboxymaltose (ferinject®) bei CED-Patienten mit Eisenmangel(-Anämie) (6-9), einschließlich Verbesserungen der Lebensqualität (7,9).

Zurück
  ...  

Das könnte Sie auch interessieren

Wenn die Eltern trinken: Über 2,6 Millionen Kinder wachsen mit alkoholabhängigem Elternteil auf

Kinder von alkoholkranken Eltern haben keinen normalen Alltag und ihre Sorgen beschränken sich nicht mehr auf Schule oder Freizeit-Aktivitäten. Oftmals müssen sie sich viel zu früh Aufgaben und Sorgen eines Erwachsenen stellen und sind der Situation ausgeliefert. In Deutschland leben mehr als 2,6 Millionen Kinder in einer solchen Situation. Mindestens ein Elternteil dieser Kinder ist alkoholabhängig.

Rauchen ist Hauptursache für chronische Lungenkrankheit, die nicht heilbar ist

COPD – diese vier Buchstaben stehen für eine chronische Lungenkrankheit (chronic obstructive pulmonary disease). Sie stehen gleichzeitig auch für die weltweite Nummer Drei unter den Todesursachen. Bei 90 Prozent aller Fälle hierzulande ist die Hauptursache ziemlich klar bestimmt: das Rauchen. Zum Welt-COPD-Tag am 15. November weist Prof. Hubert Wirtz, Leiter der Abteilung für Pneumologie am UKL, auf unangenehme Wahrheiten rund um diese Krankheit hin: "COPD verkürzt die Lebenserwartung. Es ist nicht heilbar."

10 Fakten über Psychotherapie

Psychotherapie ist ein effektiver und sinnvoller Weg aus Krisen und Problemen. Wäre da nicht das Imageproblem. Um dieser Stigmatisierung entgegenzuwirken, wurde mit dem 5. Februar der Tag des Psychotherapeuten ausgerufen. Ein wichtiger Jahrestag, der zur Aufklärung von Missverständnissen beiträgt und das Bewusstsein für die lebenswichtige Arbeit schärft, die von Therapeuten täglich geleistet wird. Dr. Anabel Ternès ist Gründerin der digitalen Service-Plattform Psychologio, die Betroffenen einen vereinfachten Zugang zu einer psychotherapeutischen Behandlung ermöglicht.