Donnerstag, 27. April 2017
Navigation öffnen
Anzeige:

Aktuelle Infos für Ärzte

27. April 2017

Chronotherapie – den physiologischen Schlaf-Wach-Rhythmus wiederherstellen

Circadin® ist in Deutschland ein verschreibungspflichtiges Präparat mit retardiertem Melatonin, das Schlafstörungen wirksam behandelt und eine erhöhte Tagesleistung gewährleistet. Es fördert das Ein- und Durchschlafen und wirkt auch als Chronotherapeutikum, denn es stellt die zirkadiane Rhythmik wieder her, die bei primärer Insomnie häufig gestört ist. Auch bei Alzheimer-Patienten mit komorbider primärer Insomnie ist retardiertes Melatonin effektiv. Anders als Benzodiazepine und Z-Substanzen bedingt Circadin® weder einen Hang-over-Effekt, ein Abhängigkeitspotenzial noch negative Auswirkungen auf Gedächtnis und Konzentration.

Sichere Diagnose und mögliche Therapien der Alzheimer-Demenz durch Nuklearmedizin

Durch die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung nimmt die Anzahl der Patienten mit altersabhängigen Erkrankungen wie beispielsweise den Demenzen stetig zu. Leider sind Ursachen und Mechanismen von etwa der Alzheimer-Erkrankung bislang nicht vollständig geklärt. Neue nuklearmedizinische Bildgebungsverfahren könnten hier wesentlich zu einer Lösung beitragen, sowohl was das Verständnis dieser Erkrankungen betrifft als auch hinsichtlich einer verbesserten Diagnose sowie möglicherweise in der Entwicklung und Erprobung von neuen Therapieansätzen.

26. April 2017

Arzt-Patientenkommunikation: So können gute Gespräche gelingen

Intensiver Zeitdruck in Gesundheitseinrichtungen, zwischenmenschliche Hierarchien, emotionale Nachrichten – die Hürden für qualifizierte Arzt-Patientengespräche sind groß. Wie kann eine gelungene Kommunikation im Gesundheitswesen dennoch funktionieren? Darüber diskutieren Experten des Aktionsbündnisses Patientensicherheit e.V. (APS) auf der 12. APS-Jahrestagung am 4. und 5. Mai in Berlin, zu der sowohl Ärzte als auch Patienten eingeladen sind.

© Philipps-Universität Marburg
© Philipps-Universität Marburg

Wie Ebola-Impfstoffkandidat Abwehrsystem ankurbelt

Bereits 2016 konnte die klinische Phase-I-Prüfung eines potenziellen Impfstoffs gegen das gefürchtete Ebola-Virus erfolgreich abgeschlossen werden. Die getestete Vakzine „rVSV-ZEBOV“ hat sich darin als sicherer und wirksamer Impfstoff erwiesen. Nun haben Wissenschaftler erstmals in einer weiteren Studie zeigen können, wie unser Immunsystem im Einzelnen auf den Impfstoff reagiert. Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem zugelassenen Impfstoff.

©Universitätsklinikum Heidelberg
©Universitätsklinikum Heidelberg

Genauere Einteilung der Meningeome nach Analyse riesiger Datenmengen

Wissenschaftlern gelang es, eine wesentlich genauere Einteilung der Meningeome zu erarbeiten als die aktuelle Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Das neue System unterscheidet sicherer zwischen gutartigen Tumoren, bei denen in der Regel eine Operation ausreicht, und solchen, bei denen die Patienten zusätzlich eine Bestrahlung benötigen. Basis ist der "molekulare Fingerabdruck" der Tumorzellen, ihr sogenanntes Methylierungsmuster, also das Anheften kleiner biochemischer Gruppen an bestimmte Stellen der DNA. Diese Veränderungen können darüber entscheiden, ob ein Gen abgelesen wird oder nicht.

©Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com
©Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com

Kinder mit Asthma können von Zusatztherapie mit Tiotropium profitieren

Kürzlich wurden die pädiatrischen Studien aus dem umfassenden Studienprogramm UniTinA-asthma® mit Tiotropium abgeschlossen. Sie zeigten, dass Tiotropium* als Zusatztherapie auch bei Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren mit symptomatischen Asthma ein effektiver Bronchodilatator war (1,2,3,4). Zudem waren Sicherheit und Verträglichkeit bei den Jugendlichen und Kindern ab 1 Jahr vergleichbar mit Placebo (1,2,4,9,10). „Studien bei Kindern mit Asthma werden leider vergleichsweise selten durchgeführt, obwohl es die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter ist. Die nun vorliegenden Ergebnisse zu Tiotropium sind besonders relevant, denn ebenso wie bei erwachsenen Patienten ist der Anteil von Kindern mit Asthma, die trotz Basistherapie symptomatisch sind, hoch“, erläuterte Prof. Dr. Christian Vogelberg, Leiter des Fachbereichs Kinderpneumologie/Allergologie am Universitätsklinikum Dresden, anlässlich einer Pressekonferenz von Boehringer Ingelheim.

CHMP-Empfehlung für Nusinersen zur Behandlung der spinalen Muskelatrophie

Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) hat eine positive Empfehlung zur Erteilung der Marktzulassung für Nusinersen (Spinraza®) zur Behandlung der spinalen Muskelatrophie abgegeben. Das CHMP hat Nusinersen im Rahmen eines beschleunigten Beurteilungsverfahrens evaluiert, das Patienten einen schnelleren Zugang zu Arzneimitteln ermöglichen soll, um medizinische Versorgungslücken zu schließen. Nusinersen ist das erste Arzneimittel zur Behandlung der SMA, das vom CHMP für die Zulassung in der Europäischen Union (EU) empfohlen wird.

25. April 2017

Effizientere Therapie von Multipler Sklerose: Wirkstoff direkt über die Nase ins ZNS transportieren

In einem von der EU geförderten Forschungsprojekt entwickelt ein internationales Konsortium in den kommenden Jahren eine neue Technologie für eine bessere Behandlung von Multipler Sklerose. Der innovative "Nose2Brain"-Ansatz sieht vor, einen speziellen Wirkstoff direkt über die Nase in das zentrale Nervensystem zu transportieren. Zu diesem Zweck arbeitet das Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB an einer Wirkstoffformulierung, die mittels eines speziellen Applikators direkt in der Regio olfactoria angebracht wird und dort den Wirkstoff über einen längeren Zeitraum abgeben kann.

©RGtimeline / Fotolia.com
©RGtimeline / Fotolia.com

Primäre und sekundäre Immundefekte: Individualisierte Immunglobulin-Therapie in Deutschland erhältlich

Mit Cuvitru® [Humanes Immunglobulin, (SClg), 20%ige Lösung] steht Menschen mit primären und bestimmten sekundären Immundefekten und ihren behandelnden Ärzten in Deutschland ab Mai 2017 eine neue individualisierte und maßgeschneiderte Antikörper-Ersatztherapie zur Verfügung. Mit der hoch-konzentrierten 20%igen Infusionslösung zur subkutanen Anwendung sind höhere Infusionsvolumina und Infusionsraten als bei den bisher am Markt befindlichen konventionellen subkutanen Immunglobulin (IG)-Behandlungsoptionen möglich.

©ktsdesign / Fotolia.com
©ktsdesign / Fotolia.com

Risikofaktor Lipoprotein(a)-Konzentration: Neue Einsichten erklären genetische Regulation

Ein sportlicher, nicht-rauchender und stets gesund wirkender 45jähriger, der plötzlich an einem Herzinfarkt stirbt? Dabei handelt es sich oft um einen aus der Gruppe von 20% der Bevölkerung, die eine genetisch bedingt erhöhte Lipoprotein(a)-Konzentration und damit ein hohes Risiko für Herzkreislauferkrankungen haben. Mit der Entdeckung einer neuen, weit verbreiteten Mutation liefert ein Team der Innsbrucker Sektion für Genetische Epidemiologie nun ein vielversprechendes Erklärungsmuster für die bislang weitgehend ungeklärte Regulation der Lp(a)-Konzentrationen.

©Giovanni Cancemi / Fotolia.com
©Giovanni Cancemi / Fotolia.com

Therapierelevanz von SCN2A-Mutationen bei schwer behandelbaren Epilepsien

Wissenschaftlern ist es gelungen, SCN2A-Mutationen, die eine Epilepsie auslösen, danach zu charakterisieren, ob sie eine Überfunktion oder eine Unterfunktion des Natriumkanals bewirken. Überfunktionen werden durch Natriumkanal-Blocker deutlich abgemildert, Unterfunktionen mit dieser Therapie hingegen verstärkt. Profitieren können davon vor allem Neugeborene und Säuglinge, die an schweren epileptischen Anfällen leiden und nun gezielter behandelt werden können. Aber auch für ältere Patienten mit solchen Gendefekten kann dies relevant sein.

Patientenwebsite zur Förderung der Patientenzusammenarbeit

Erkrankt eine Person an einer lebensverändernden Krankheit, tauchen schnell Herausforderungen und Fragen im Alltag auf, die der Patient und seine Angehörigen bewältigen müssen. Ein Austausch unter Betroffenen über persönliche Schwierigkeiten im Umgang mit der Erkrankung kann dabei eine große Unterstützung sein. Mit dem Launch der Patientenwebsite www.az-patienten.de wird eine Grundlage für das direkte Gespräch mit Betroffenen und deren Angehörigen geschaffen, mit dem Ziel aus den Erfahrungsberichten Verbesserungen für das Gesundheitswesen zu erarbeiten und die eigenen Forschungsaktivitäten im Sinne der Patienten zu gestalten.

24. April 2017

Schwere Herzinsuffizienz: Linksherzunterstützungssystem HeartMate3

Erreicht die Herzinsuffizienz eines Patienten ein fortgeschrittenes Stadium, ist das Herz nicht mehr in der Lage ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. In diesem Fällen dient die Implantation eines LVAD, eines Linksherzunterstützungssystems, entweder als eine Übergangslösung, als Bridge to Transplant-Therapy oder als dauerhafte Therapie, eine sogenannte Destination-Therapy. Um die Optionen, welche ein LVAD Patienten mit Herzinsuffizienz bietet, zu diskutierten, fand am 21. April 2017 im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim ein Pressegespräch von Abbott (vormals St. Jude Medical) statt.

Kardiovaskulärer Nutzen von Liraglutid richtungsweisend für eine fachübergreifende Therapie des Typ-2-Diabetes

Kardiovaskuläre Komplikationen sind eng verzahnt mit der chronischen Stoffwechselkrankheit Typ-2-Diabetes. Sie haben den größten Anteil an der Diabetes-assoziierten Morbidität und Mortalität (1) und stellen daher eine zentrale Herausforderung in der Behandlung des Typ-2-Diabetes dar. Bislang ist der GLP-1 Rezeptor-Agonist Liraglutid (Victoza®) der einzige zugelassene Vertreter Inkretin-basierter Antidiabetika, der bei Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko einen positiven Effekt auf kardiovaskuläre Endpunkte gezeigt hat (2). Diese wichtige, Patienten-relevante Erkenntnis reiht sich ein in die überzeugenden Daten von Liraglutid hinsichtlich HbA1c-Reduktion und Gewichtskontrolle (3). Die so erweiterte Evidenzbasis macht Liraglutid zu einer der wichtigsten Behandlungsoptionen in der interdisziplinären Therapie des Typ 2 Diabetes, wie während eines Symposiums der Novo Nordisk Pharma bei der 83. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie e. V. deutlich wurde.

Real-World-Daten des SWEDEHEART-Registers: Ticagrelor reduziert signifikant kardiovaskuläre Mortalität

In den acht Jahren nach einem Myokardinfarkt ist das Risiko erneuter Infarkte im Bereich unbehandelter oder neuer atherosklerotischer Läsionen etwa doppelt so hoch wie im Bereich der gestenteten „Culprit“-Läsion. Das zeigen neue Real-World-Daten aus dem nationalen schwedischen Herzinfarktregister SWEDEHEART (1), die bei einem Symposium von AstraZeneca im Rahmen der diesjährigen Frühjahrstagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) vorgestellt wurden.

DFG-Schwerpunktprogramm zu CRISPR-Cas

Gefeiert als Wunderwerkzeug der Molekularbiologie macht das CRISPR-Cas-System in den letzten Jahren wissenschaftliche Furore. Die programmierbare Genschere ermöglicht äußerst präzise und effektive Eingriffe in das Genom von Pflanzen, Tieren und Menschen und gilt damit als „genchirurgische“ Schlüsseltechnologie für die zielgenaue Veränderung von Genen, dem sogenannten Genom-Editing. Nun fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die Forschung auf diesem Gebiet im Rahmen eines DFG-Schwerpunktprogramms. Koordiniert wird das Programm von Professorin Anita Marchfelder, die als CRISPR-Cas-Expertin am Institut für Molekulare Botanik der Universität Ulm forscht.

Zurück
  ...  

Das könnte Sie auch interessieren

Internetbasierte Hilfe für Eltern in Bayern mit chronisch kranken Kindern

Rund 100.000 Kinder in Bayern sind von Asthma betroffen, so der aktuelle bayerische Kindergesundheitsbericht. "Das ist nicht nur für die Kleinen belastend, sondern auch für deren Familien", sagt Christian Bredl, Leiter der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern. Mütter, Väter oder Geschwister kommen oft körperlich und psychisch an ihre Grenzen. Hinzu kommt, dass vier von fünf der betroffenen Eltern keine Angebote zur Familienentlastung kennen. "Wir möchten das ändern und mit dem Projekt 'Beratung von Eltern chronisch kranker Kinder im Internet - kurz BEcKI' digital niederschwellige Hilfe anbieten", so Bredl. Partner ist das Universitätsklinikum Ulm, das gemeinsam mit der TK die Kooperation ab sofort auf Bayern ausweitet.

Verbraucherschutz: Blei und Cadmium in Modeschmuck, Pestizide in Kräutern

Erneut gerieten preiswerte Modeschmuckartikel ins Visier der Überwachungsbehörden. Nachdem das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) im vergangenen Jahr auf die erhöhten Nickelgehalte in den untersuchten Proben hingewiesen hatte, kritisierte das Bundesamt die Funde von Blei und Cadmium oberhalb der geltenden Grenzwerte. BVL-Präsident Helmut Tschiersky stellte dazu fest: „Die Hersteller und Importeure von Modeschmuck müssen eindeutig mehr tun, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden.“ Nach mehreren Einzelfunden von preiswertem Modeschmuck mit erhöhten Blei- und Cadmiumgehalten ist die Produktgruppe im Jahr 2015 verstärkt durch die amtliche Überwachung kontrolliert worden. Von den 262 durch die Kontrolleure genommenen Proben wiesen 32 Proben (12 Prozent) Bleiwerte oberhalb des geltenden Höchstgehalts von 500 mg/kg auf. Bei einer untersuchten Kette waren die beiden Karabinerhaken sogar vollständig aus Blei gefertigt. Bei 26 Proben (10 Prozent) überschritt der Cadmiumgehalt den Grenzwert von 100 mg/kg.

Plötzlicher Blutdruck-Anstieg: Wann den Notarzt (112) rufen?

Regelmäßiges Blutdruckmessen ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme, um die schwerwiegenden Folgen eines unbehandelten Bluthochdrucks wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche, Vorhofflimmern oder Nierenschädigung zu verhindern. Besonders problematisch ist es, wenn der Blutdruck plötzlich ansteigt und Werte in Ruhe z. B. von 190-200 mmHg (oberer Wert) oder mehr erreicht. Für Patienten entscheidend für das weitere Vorgehen in dieser beunruhigenden Situation ist, ob der hohe Blutdruck nur mit geringfügigen Missempfindungen wie Gesichtsröte, leichtem Kopfweh, Unruhegefühl, schnellerem Schwitzen unter Belastung auftritt und der Patient keine ernsten Beschwerden hat. Dann handelt es sich um eine Bluthochdruck-Krise.