News
Gesundheitspolitik
Apotheken bleiben zu - Protesttag für mehr Geld
Wegen eines bundesweiten Protests für höhere Vergütungen sind viele Apotheken am Montag geschlossen geblieben. Die Branche will damit weiter Druck für eine seit Jahren ausgebliebene Honoraranhebung machen. Der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda), Thomas Preis beklagte eine „chronische Unterfinanzierung“ der Apotheken und gestiegene Betriebs- und Personalkosten. Unter anderen in Berlin und München versammelten sich Apotheker:innen zu Demonstrationen. Für dringend benötigte Medikamente sollten Notdienstapotheken geöffnet bleiben.
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Medizin
Schilddrüsenknoten: Neue Leitlinie gegen Überdiagnostik
Ein fast schon klassisches Beispiel für Überdiagnostik ist der Umgang mit Schilddrüsenknoten. Um hier mehr Orientierung und Sicherheit zu vermitteln, hat die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) eine neue S3-Leitlinie vorgestellt.
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Orphan Diseases
Erste Therapie für die Behandlung der IgG4-assoziierten Erkrankung zugelassen
Die Zulassung für Inebilizumab wurde erweitert: Mit dem monoklonalen Anti-CD19-Antikörper (mAb) steht seit November 2025 erstmals eine spezifische Therapie für erwachsene Patient:innen mit aktiver Immunglobulin-G4-assoziierter Erkrankung (IgG4-RD) zur Verfügung [1]. In der Zulassungsstudie reduzierte Inebilizumab das Schubrisiko signifikant um 87% (vs. Placebo). Über die Hälfte der Patient:innen erreichte eine Komplettremission [2].
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Medizin
Transkriptionsfaktor NF-κB spielt Schlüsselrolle nach Schädel-Hirn-Trauma
Traumatische Hirnverletzungen führen oft zu Komplikationen mit dauerhaften Folgen für Gedächtnis, Konzentration und Bewegungssteuerung. Mitverantwortlich dafür sind häufig fehlgeleitete Entzündungsreaktionen im verletzten Gewebe. Forschende aus Ulm haben nun in einer Studie gezeigt, dass der Transkriptionsfaktor NF-κB bei posttraumatischen Reaktionen auf ein Schädel-Hirn-Trauma eine Schlüsselrolle spielen könnte. Wird dieser Genschalter in Astrozyten aktiviert, also in bestimmten Stützzellen des Gehirns, kommt es zu einer starken Neuroimmunantwort, die Entzündungen auslöst.
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Gesundheitspolitik
Merz: Reform für Krankenkassen soll viele Jahre tragen
Die geplante Reform für eine finanzielle Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherungen soll konkretere Formen annehmen. Eine dazu eingesetzte Kommission werde am kommenden Montag ihre Vorschläge vorlegen, sagte Kanzler Friedrich Merz (CDU) in Berlin. Er bezeichnete es als wichtig, „dass wir eine Reform machen, die für viele Jahre trägt“. Sie müsse die Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens stärken und in der Bevölkerung das Gefühl vermitteln, „dass es gerecht zugeht, dass alle ihren Beitrag leisten“.
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Medizin
Wirkstoff gegen Hepatitis E identifiziert
Etwa 70.000 Menschen sterben jedes Jahr an Infektionen mit dem Hepatitis-E-Virus. Gegen das Virus gibt es bislang weder eine Impfung noch einen spezifischen Wirkstoff. Ändern könnte sich das durch die Identifikation von Bemnifosbuvir als gegen Hepatitis-E-Viren (HEV) wirksame Verbindung. Ein internationales Forschungsteam aus Bochum, Heidelberg und Peking hat dieses sogenannte Nukleotid/Nukleosid-Analogon aus einer Bibliothek solcher Wirkstoffe herausgefiltert.
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Neurologie/Psychiatrie
Neuropathische Schmerzen: Topisches Capsaicin ist mehr als 2. Wahl
Die systemischen Therapieoptionen bei neuropathischen Schmerzen sind für ältere und/oder multimorbide Patient:innen nur bedingt geeignet. Für sie sind topische Behandlungen wie hochdosierte Capsaicin-Pflaster (HCCP) eine gut wirksame und nebenwirkungsarme Alternative, betonte Prof. Janne Gierthmühlen, Kiel, bei einem Symposium im Rahmen des Jahreskongress der Arbeitsgemeinschaft für Interdisziplinäre Spezielle Schmerz- und Palliativmedizin (AISSP) 2026.
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Gesundheitspolitik
Studie: Hilfe zur Pflege kommt nicht überall an
Viele Pflegebedürftige mit geringem Einkommen nehmen laut einer neuen Studie ihnen zustehende Leistungen des Staates nicht in Anspruch. Der Pflegeexperte und Rechtswissenschaftler Thomas Klie kommt in der Studie im Auftrag des Paritätischen Gesamtverbands zu dem Schluss, dass in der häuslichen Pflege nur weniger als 20% der Betroffenen ihre Ansprüche auf „Hilfe zur Pflege“ geltend machen, wie aus der in Berlin veröffentlichten Erhebung hervorgeht.
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Schwerpunkte
Digitalgesetze: Das ändert sich 2026 für Arztpraxen
Die elektronische Patientenakte ist im Praxisalltag angekommen. Aber drohen in 2026 Honorarkürzen bei Nicht-Befüllung? Die Gesetzeslage hierzu ist unklar. Weitere Regelungen, die den digitalen Austausch zwischen Ärzt:innen und Patient:innen betreffen, treten 2026 in Kraft.
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Gesundheitspolitik
Hausärzt:innen fordern Krankenkassen zum Sparen auf
In der Debatte um die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherungen stellen Hausärzt:innen und Sozialverbände die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen infrage. Der GKV-Spitzenverband weist die Forderung zurück. Die Zahl der Kassen sei bereits stark gesunken, die Verwaltung schlank und obendrein seien die Kosten geringer als in der privaten Krankenversicherung, kontert der Verband.
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Medizin
Vorhofohrverschluss bei Vorhofflimmern: Studie zeigt keinen Vorteil gegenüber Medikamenten
Der katheterbasierte Verschluss des linken Vorhofohrs gilt als etablierte Alternative zur Hemmung der Blutgerinnung, um lebensbedrohliche Schlaganfälle bei Vorhofflimmern zu verhindern – insbesondere bei Patient:innen mit erhöhtem Blutungsrisiko. Eine jetzt im New England Journal of Medicine veröffentlichte Multicenter-Studie unter Leitung des DHZC in Zusammenarbeit mit dem AFNET e.V. und gefördert durch das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) zeigt jedoch: Bei Hochrisiko-Patient:innen zeigte sich kein Vorteil des katheterbasierten Vorhofohrverschlusses gegenüber einer rein medikamentösen Blutverdünnung [1]. Die Ergebnisse liefern erstmals eine belastbare Grundlage für die klinische Entscheidungsfindung in dieser besonders gefährdeten Patientengruppe.
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Typ-2-Diabetes
Etabliert und optimiert: Semaglutid in höherer Dosierung für stärkere Effekte
Der GLP1-Rezeptoragonist (GLP1-RA) Semaglutid hat sich sowohl im Management des Typ-2-Diabetes als auch der Adipositas als effektiv und gut verträglich etabliert. Für eine noch höhere Gewichtsabnahme bei stabiler Muskelmasse sowie stärkere HbA1c-Senkung ist das Original nun in beiden Indikationen mit höheren Dosisstärken zugelassen.
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Gesundheitspolitik
Kliniken fordern höhere Patient:innen-Zuzahlung
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) spricht sich für eine höhere Zuzahlung der Patient:innen bei Klinikaufenthalten aus. „Eine Erhöhung der Zuzahlung auf 15 Euro wäre vernünftig und vertretbar. Die Zuzahlung war 2004 mit zehn Euro pro Tag eingeführt worden, seither wurde sie nicht erhöht", sagte Vorstandschef Gerald Gaß der „Rheinischen Post“. Gaß verwies zugleich auf eine Härtefall-Regelung und eine Begrenzung auf maximal 28 Tage, für die man bei Klinikaufenthalten bezahlen muss.
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Bioökonomie
Kunststoffrecycling im Gesundheitswesen: Funktion und Sicherheit gehen vor
Mehr als die Hälfte aller Medizinprodukte sind im Einweg zugelassen. Für das Recycling im Sinne der Kreislaufwirtschaft sind alle Stakeholder gefragt, um die Balance von Patientensicherheit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu halten.
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Gesundheitspolitik
KBV kündigt Klage gegen Honorarkürzung für Psychotherapeut:innen an
Über konkrete Vergütungen entscheidet die Selbstverwaltung des Gesundheitswesens selbst. Gegen eine Senkung bei Psychotherapeut:innen formiert sich Protest - und nun auch eine Drohung mit Rechtsmitteln. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will juristisch gegen eine Honorarkürzung für Psychotherapeut:innen in diesem Jahr vorgehen. „Diese fatale Entscheidung geht zulasten psychisch kranker Menschen und benachteiligt die Psychotherapeuten massiv", sagte KBV-Chef Andreas Gassen. Geplant sei eine Klage beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg gegen einen entsprechenden Beschluss des zuständigen Gremiums des Gesundheitswesens, das über Vergütungen entscheidet.
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RSV
RSV-Schutz: Impfung in der Schwangerschaft oder Prophylaxe mit Antikörpern?
Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) treten saisonal auf. Die höchsten Inzidenzen werden im Säuglingsalter verzeichnet, wobei die Hospitalisierungswahrscheinlichkeit in den ersten sieben Lebensmonaten am höchsten ist, mit einem Gipfel in den ersten drei Lebensmonaten. Circa 80% der schweren Verläufe treten bei zuvor gesunden Säuglingen auf. RSV-Schutzlücken sollten deshalb bestmöglich geschlossen werden.
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Gesundheitspolitik
Zunahme von psychischer Belastung bei Schüler:innen
Schüler:innen zeigen einer neuen Studie zufolge vermehrt Hinweise auf psychische Auffälligkeiten. Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nehme damit erstmals seit dem Ende der Corona-Pandemie wieder zu, teilte die Robert Bosch Stiftung unter Berufung auf das in Stuttgart veröffentlichte Deutsche Schulbarometer mit.
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Medizin
Idiopathische Lungenfibrose: Inhalatives Treprostinil verlangsamt Krankheitsprogression
Die idiopathische Lungenfibrose (IPF) ist eine schwere Erkrankung der Lungen, deren genaue Ursachen nicht vollständig aufgeklärt sind. Bisher gibt es nur zwei zugelassene Medikamente in der EU, die eine Verlangsamung des Krankheitsverlauf bewirken, allerdings auf Kosten von teils erheblichen Nebenwirkungen. „Es besteht deshalb großer Bedarf an neuen Therapien“, so Prof. Jürgen Behr, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik V für Innere Medizin und Pneumologie am LMU Klinikum München. Diese war nun federführend beteiligt an einer Studie, in der inhalativ verabreichtes Treprostinil für Patient:innen mit idiopathischer Lungenfibrose geprüft wurde [1].
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Medizin
Etwa jede dritte Frau im reproduktiven Alter ist von Schwangerschaftsverlust oder Infertilität betroffen
Wenn es im gesellschaftlichen und politischen Diskurs um die Geburtenentwicklung geht, steht meist die Zahl der geborenen Kinder pro Frau im Vordergrund, während belastende Erfahrungen wie Fehlgeburten oder ausbleibende Schwangerschaften wenig Beachtung finden. Eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) untersucht, welche reproduktiven Erfahrungen Frauen machen, und berücksichtigt dabei insbesondere Schwangerschaftsverlust und Infertilität, die zusammen „Fertilitätsbarrieren“ genannt werden. Davon ist laut der Studie in Deutschland etwa jede dritte Frau im reproduktiven Alter betroffen [1].
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Gesundheitspolitik
Pflegeausbildung: Zahl der Neuverträge steigt kräftig
Die Zahl neuer Auszubildender zur Pflegefachkraft ist im vergangenen Jahr um 8% im Vergleich zu 2024 gestiegen. Insgesamt schlossen rund 64.300 Menschen einen neuen Ausbildungsvertrag zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann ab, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.
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