News
Medizin
Wirkstoff gegen Hepatitis E identifiziert
Etwa 70.000 Menschen sterben jedes Jahr an Infektionen mit dem Hepatitis-E-Virus. Gegen das Virus gibt es bislang weder eine Impfung noch einen spezifischen Wirkstoff. Ändern könnte sich das durch die Identifikation von Bemnifosbuvir als gegen Hepatitis-E-Viren (HEV) wirksame Verbindung. Ein internationales Forschungsteam aus Bochum, Heidelberg und Peking hat dieses sogenannte Nukleotid/Nukleosid-Analogon aus einer Bibliothek solcher Wirkstoffe herausgefiltert.
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Neurologie/Psychiatrie
Neuropathische Schmerzen: Topisches Capsaicin ist mehr als 2. Wahl
Die systemischen Therapieoptionen bei neuropathischen Schmerzen sind für ältere und/oder multimorbide Patient:innen nur bedingt geeignet. Für sie sind topische Behandlungen wie hochdosierte Capsaicin-Pflaster (HCCP) eine gut wirksame und nebenwirkungsarme Alternative, betonte Prof. Janne Gierthmühlen, Kiel, bei einem Symposium im Rahmen des Jahreskongress der Arbeitsgemeinschaft für Interdisziplinäre Spezielle Schmerz- und Palliativmedizin (AISSP) 2026.
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Gesundheitspolitik
Studie: Hilfe zur Pflege kommt nicht überall an
Viele Pflegebedürftige mit geringem Einkommen nehmen laut einer neuen Studie ihnen zustehende Leistungen des Staates nicht in Anspruch. Der Pflegeexperte und Rechtswissenschaftler Thomas Klie kommt in der Studie im Auftrag des Paritätischen Gesamtverbands zu dem Schluss, dass in der häuslichen Pflege nur weniger als 20% der Betroffenen ihre Ansprüche auf „Hilfe zur Pflege“ geltend machen, wie aus der in Berlin veröffentlichten Erhebung hervorgeht.
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Schwerpunkte
Digitalgesetze: Das ändert sich 2026 für Arztpraxen
Die elektronische Patientenakte ist im Praxisalltag angekommen. Aber drohen in 2026 Honorarkürzen bei Nicht-Befüllung? Die Gesetzeslage hierzu ist unklar. Weitere Regelungen, die den digitalen Austausch zwischen Ärzt:innen und Patient:innen betreffen, treten 2026 in Kraft.
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Gesundheitspolitik
Hausärzt:innen fordern Krankenkassen zum Sparen auf
In der Debatte um die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherungen stellen Hausärzt:innen und Sozialverbände die Zahl der gesetzlichen Krankenkassen infrage. Der GKV-Spitzenverband weist die Forderung zurück. Die Zahl der Kassen sei bereits stark gesunken, die Verwaltung schlank und obendrein seien die Kosten geringer als in der privaten Krankenversicherung, kontert der Verband.
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Medizin
Vorhofohrverschluss bei Vorhofflimmern: Studie zeigt keinen Vorteil gegenüber Medikamenten
Der katheterbasierte Verschluss des linken Vorhofohrs gilt als etablierte Alternative zur Hemmung der Blutgerinnung, um lebensbedrohliche Schlaganfälle bei Vorhofflimmern zu verhindern – insbesondere bei Patient:innen mit erhöhtem Blutungsrisiko. Eine jetzt im New England Journal of Medicine veröffentlichte Multicenter-Studie unter Leitung des DHZC in Zusammenarbeit mit dem AFNET e.V. und gefördert durch das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) zeigt jedoch: Bei Hochrisiko-Patient:innen zeigte sich kein Vorteil des katheterbasierten Vorhofohrverschlusses gegenüber einer rein medikamentösen Blutverdünnung. Die Ergebnisse liefern erstmals eine belastbare Grundlage für die klinische Entscheidungsfindung in dieser besonders gefährdeten Patientengruppe.
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Typ-2-Diabetes
Etabliert und optimiert: Semaglutid in höherer Dosierung für stärkere Effekte
Der GLP1-Rezeptoragonist (GLP1-RA) Semaglutid hat sich sowohl im Management des Typ-2-Diabetes als auch der Adipositas als effektiv und gut verträglich etabliert. Für eine noch höhere Gewichtsabnahme bei stabiler Muskelmasse sowie stärkere HbA1c-Senkung ist das Original nun in beiden Indikationen mit höheren Dosisstärken zugelassen.
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Gesundheitspolitik
Kliniken fordern höhere Patient:innen-Zuzahlung
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) spricht sich für eine höhere Zuzahlung der Patient:innen bei Klinikaufenthalten aus. „Eine Erhöhung der Zuzahlung auf 15 Euro wäre vernünftig und vertretbar. Die Zuzahlung war 2004 mit zehn Euro pro Tag eingeführt worden, seither wurde sie nicht erhöht", sagte Vorstandschef Gerald Gaß der „Rheinischen Post“. Gaß verwies zugleich auf eine Härtefall-Regelung und eine Begrenzung auf maximal 28 Tage, für die man bei Klinikaufenthalten bezahlen muss.
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Bioökonomie
Kunststoffrecycling im Gesundheitswesen: Funktion und Sicherheit gehen vor
Mehr als die Hälfte aller Medizinprodukte sind im Einweg zugelassen. Für das Recycling im Sinne der Kreislaufwirtschaft sind alle Stakeholder gefragt, um die Balance von Patientensicherheit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit zu halten.
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Gesundheitspolitik
KBV kündigt Klage gegen Honorarkürzung für Psychotherapeut:innen an
Über konkrete Vergütungen entscheidet die Selbstverwaltung des Gesundheitswesens selbst. Gegen eine Senkung bei Psychotherapeut:innen formiert sich Protest - und nun auch eine Drohung mit Rechtsmitteln. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will juristisch gegen eine Honorarkürzung für Psychotherapeut:innen in diesem Jahr vorgehen. „Diese fatale Entscheidung geht zulasten psychisch kranker Menschen und benachteiligt die Psychotherapeuten massiv", sagte KBV-Chef Andreas Gassen. Geplant sei eine Klage beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg gegen einen entsprechenden Beschluss des zuständigen Gremiums des Gesundheitswesens, das über Vergütungen entscheidet.
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RSV
RSV-Schutz: Impfung in der Schwangerschaft oder Prophylaxe mit Antikörpern?
Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) treten saisonal auf. Die höchsten Inzidenzen werden im Säuglingsalter verzeichnet, wobei die Hospitalisierungswahrscheinlichkeit in den ersten 7 Lebensmonaten am höchsten ist, mit einem Gipfel in den ersten 3 Lebensmonaten. Circa 80% der schweren Verläufe treten bei zuvor gesunden Säuglingen auf. RSV-Schutzlücken sollten deshalb bestmöglich geschlossen werden.
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Gesundheitspolitik
Zunahme von psychischer Belastung bei Schüler:innen
Schüler:innen zeigen einer neuen Studie zufolge vermehrt Hinweise auf psychische Auffälligkeiten. Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nehme damit erstmals seit dem Ende der Corona-Pandemie wieder zu, teilte die Robert Bosch Stiftung unter Berufung auf das in Stuttgart veröffentlichte Deutsche Schulbarometer mit.
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Medizin
Idiopathische Lungenfibrose: Inhalatives Treprostinil verlangsamt Krankheitsprogression
Die idiopathische Lungenfibrose (IPF) ist eine schwere Erkrankung der Lungen, deren genaue Ursachen nicht vollständig aufgeklärt sind. Bisher gibt es nur zwei zugelassene Medikamente in der EU, die eine Verlangsamung des Krankheitsverlauf bewirken, allerdings auf Kosten von teils erheblichen Nebenwirkungen. „Es besteht deshalb großer Bedarf an neuen Therapien“, so Prof. Jürgen Behr, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik V für Innere Medizin und Pneumologie am LMU Klinikum München. Diese war nun federführend beteiligt an einer Studie, in der inhalativ verabreichtes Treprostinil für Patient:innen mit idiopathischer Lungenfibrose geprüft wurde [1].
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Medizin
Etwa jede dritte Frau im reproduktiven Alter ist von Schwangerschaftsverlust oder Infertilität betroffen
Wenn es im gesellschaftlichen und politischen Diskurs um die Geburtenentwicklung geht, steht meist die Zahl der geborenen Kinder pro Frau im Vordergrund, während belastende Erfahrungen wie Fehlgeburten oder ausbleibende Schwangerschaften wenig Beachtung finden. Eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) untersucht, welche reproduktiven Erfahrungen Frauen machen, und berücksichtigt dabei insbesondere Schwangerschaftsverlust und Infertilität, die zusammen „Fertilitätsbarrieren“ genannt werden. Davon ist laut der Studie in Deutschland etwa jede dritte Frau im reproduktiven Alter betroffen [1].
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Gesundheitspolitik
Pflegeausbildung: Zahl der Neuverträge steigt kräftig
Die Zahl neuer Auszubildender zur Pflegefachkraft ist im vergangenen Jahr um 8% im Vergleich zu 2024 gestiegen. Insgesamt schlossen rund 64.300 Menschen einen neuen Ausbildungsvertrag zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann ab, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.
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Infektiologie
Geschützt ab Geburt: Maternale Impfung gegen Pertussis
Neugeborene haben kein ausgeprägtes immunologisches Gedächtnis und sind in den ersten Lebensmonaten auf maternale Antikörper angewiesen. Sie müssen ihre Immunität in den ersten Lebensmonaten durch natürliche Exposition oder aktive Immunisierung aufbauen und bleiben in dieser Zeit sehr anfällig für Infektionen. Maternale Impfungen sind eine Option.
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Gesundheitspolitik
Hebammen bekommen mehr Geld
Hebammen sollen besser bezahlt und zu weniger Bürokratie verpflichtet werden. Mit einer Einigung auf zentrale Details setzte eine Arbeitsgruppe von Berufsverbänden und dem Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen den vorläufigen Schlusspunkt hinter ein monatelanges Ringen. Die Hebammenverbände hatten davor gewarnt, dass Gebärende in Deutschland andernfalls künftig schlechter versorgt würden.
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Medizin
Digitale Therapie-App bei ADHS: Ähnliche Erfolge wie Verhaltenstherapie
Erwachsene mit ADHS sind oft unkonzentriert und haben Probleme, ihrem Alltag eine Struktur zu geben. Viele Betroffene benötigen eine Therapie, die Plätze dafür sind jedoch rar. Eine digitale Anwendung kann hier sofort unterstützen und zeigt ähnliche Erfolge wie eine Verhaltenstherapie. Dies hat eine wissenschaftliche Studie mit 337 Erwachsenen gezeigt, die im Fachjournal Psychological Medicine veröffentlicht wurde [1].
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Medizin
Frühwarnsystem im Schuh: Intelligente Sensorik schützt Füße von Menschen mit Diabetes
Unbemerkte Fehlbelastungen der Füße stellen für Menschen mit Diabetes ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar. Moritz Kampe, Maschinenbau-Student der Hochschule Osnabrück, hat deshalb eine intelligente Einlegesohle entwickelt, die die Druckverteilungen beim Gehen kontinuierlich erfasst und auffällige Belastungen frühzeitig sichtbar macht. Das mobile Messsystem ermöglicht eine alltagstaugliche Überwachung außerhalb medizinischer Labore und kann so zur Prävention des Diabetischen Fußsyndroms beitragen.
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Medizin
ALS und frontotemporale Demenz: Bestimmte Nervenzellen sind besonders anfällig
Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) und frontotemporale Demenz (FTD) gehören zu einem Spektrum neurodegenerativer Erkrankungen mit überlappender Symptomatik, die durch Schwund der Muskulatur, Lähmungen, Demenz und andere schwerwiegende Beeinträchtigungen gekennzeichnet ist. Wirksame Behandlungsmöglichkeiten gibt es bislang nicht. Eine Gemeinsamkeit auf molekularer Ebene teilen viele Betroffene: Ein Protein namens TDP-43 ballt sich in den Nervenzellen des Gehirns zu Klumpen. Forschende des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und des Universitätsklinikums Ulm haben nun festgestellt, dass diese krankhaften Veränderungen vorwiegend bestimmte Zellen betreffen. Die im Wissenschaftsjournal Nature Communications veröffentlichten Ergebnisse sind wichtige Wegweiser für neue Therapieansätze [1].
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