Journal MED

Medizin

Patient:innen mit Hereditärem Angioödem (HAE) leiden an rezidivierenden Schwellungsattacken der Haut, kolikartigen Abdominalschmerzen und lebensbedrohlichen Kehlkopfschwellungen.1 Die Lebensqualität ist selbst bei Patient:innen mit einer niedrigen Attackenrate stark eingeschränkt.2 Neue Studiendaten zeigen, dass der vollständig humane monoklonale Antikörper, der die proteolytische Aktivität von aktivem Plasmakallikrein und damit die Freisetzung von Bradykinin hemmt, auch diesen Patient:innen eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität sowie der Krankheitskontrolle und eine erhebliche Attackenreduktion ermöglichen kann.2
Lesen Sie mehr 
Medizin
MERS-Impfstoff zeigt langanhaltende Immunantwort

MERS-Impfstoffkandidat zeigt langanhaltende Immunantwort

Eine neue Studie zeigt erstmals, dass ein experimenteller Impfstoff gegen das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) auch zwei Jahre nach Auffrischungsimpfung eine stabile und funktionsfähige Immunantwort im Menschen auslöst. Die Ergebnisse markieren einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem wirksamen Impfstoff gegen MERS und stärken die wissenschaftliche Grundlage für die Pandemieprävention. Die klinische Langzeitstudie wurde von einem internationalen Forschungsteam des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) durchgeführt, durch das DZIF und die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) gefördert und in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht.
Lesen Sie mehr 
Medizin
Vedolizumab zeigt bei frühem Morbus Crohn besonders starke Effekte

Vedolizumab zeigt bei frühem Morbus Crohn besonders starke Effekte

Morbus Crohn verläuft chronisch progredient, mit dem Risiko struktureller Schäden, Hospitalisierungen und Operationen [1]. Frühere Studien zu Biologika, insbesondere Anti-TNFα-Therapien, legen nahe, dass ein früher Einsatz fortgeschrittener Therapien zu besseren Verläufen führen kann [2]. Für Vedolizumab, das selektiv das Integrin α4β7 blockiert und so die Migration von Lymphozyten in die Darmmukosa hemmt, lagen bislang jedoch keine prospektiven Daten vor, die Patient:innen mit frühem versus spätem Morbus Crohn systematisch vergleichen. Genau dies war Ziel der LOVE-CD-Studie [3].
Lesen Sie mehr 
Medizin
RESHAPE-Studie: Erstmals Real-World-Daten zum klinischen Akuteinsatz von Risperidon ISM®bei exazerbierter Schizophrenie
DGPPN 2025

Erstmals Real-World-Daten zum klinischen Akuteinsatz von Risperidon ISM® bei exazerbierter Schizophrenie

Der frühzeitige Einsatz von Depot-Antipsychotika steigert die Chance auf langfristigen Behandlungserfolg bei Schizophrenie, erklärte Prof. Dr. Christoph U. Correll, Berlin, bei einem Satellitensymposium [1] zur DGPPN-Jahrestagung 2025. Für das schnell wirksame Depot Risperidon ISM® liegt jetzt neue Evidenz unter klinischen Alltagsbedingungen vor. Die prospektive, nicht-interventionelle RESHAPE-Studie hat die Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Schizophrenie-Patient:innen, die aufgrund eines Rückfalls stationär behandelt wurden, untersucht [2]. Ersten Erkenntnissen nach profitieren Patient:innen mit Risperidon ISM® auch unter Routinebedingungen, u. a. von einem schnellen Wirkeintritt und einer raschen Verbesserung der Funktionsfähigkeit, sagte Prof. Dr. Thomas Messer, Pfaffenhofen [3, 4].
Lesen Sie mehr 
Infektiologie

Frühzeitige HPV-Impfung bietet die besten Aussichten auf Krebsverhinderung

Dass gegen Krebs geimpft werden kann, zählt zu den großen Fortschritten der modernen Medizin. Dass aber gerade einmal 55% der 15-jährigen Mädchen von dem wirksamen und sicheren Schutz vor Zervixkarzinomen Gebrauch machen, erscheint kaum nachvollziehbar. 19 Jahre nach Einführung der Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) stagnieren gemäß regelmäßig erhobenen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) die Quoten einer vollständigen Immunisierung. Dabei wäre die HPV-Impfung noch vor der Pubertät, aus zwei Gründen am effektivsten, HPV-assoziierte Krebserkrankungen von vornherein zu verhindern, betonte Prof. Dr. Martina Prelog von der Universitäts-Kinderklinik Würzburg.
Lesen Sie mehr 
Medizin
Verändert Social Media die psychische Diagnostik?

Verändert Social Media die psychische Diagnostik?

Immer mehr junge Erwachsene suchen eine psychologische Abklärung mit einer vorgefassten Erwartung an die Diagnose – oder haben sich sogar selbst schon eine gegeben. Eine neue Studie, an der 93 in Österreich zugelassene Klinische Psycholog:innen teilnahmen, zeigt: Selbst- und Wunschdiagnosen – häufig ADHS oder Autismus betreffend – treten heute deutlich häufiger auf als noch vor wenigen Jahren. Besonders oft ist dies bei jungen Frauen mit höherer Bildung und intensiver Social-Media-Nutzung der Fall. Manche reagieren auf unerwartete Ergebnisse der Testungen mit „Diagnose-Shopping". Unter Leitung der Karl Landsteiner Privatuniversität (KL Krems) wurde untersucht, wie diese Dynamik diagnostische Routinegespräche verändert – und aufgezeigt, dass die Kommunikation in der psychosozialen Versorgung nachgeschärft werden muss.
Lesen Sie mehr 
Medizin
Zoster-Impfung senkt das Demenzrisiko und kann womöglich das Fortschreiten einer Demenz verlangsamen

Zoster-Impfung senkt das Demenzrisiko und kann womöglich das Fortschreiten einer Demenz verlangsamen

Kann die Impfung gegen das Varizella-Zoster-Virus (VZV), welches Windpocken und Gürtelrose auslöst, vor einer Demenz schützen? Im Jahr 2025 sind zwei große Studien – eine aus UK, eine andere aus Australien – publiziert worden, die beide quasi ein „Real-Life-Experiment“ waren und einen eindrucksvollen Nachweis liefern. Nun bestätigt eine aktuelle Publikation den beobachteten Effekt. Zwar wurde in allen Studien ein Lebendimpfstoff verwendet, der inzwischen in Deutschland und anderen Ländern nicht mehr verwendet wird, dennoch gehen DGN-Expert:innen von einem ähnlichen Effekt des neuen rekombinanten Vakzins aus und raten Menschen ab 60 Jahren zur Impfung.
Lesen Sie mehr 
Medizin
DDG-Herbsttagung 2025

Diabetische Polyneuropathie: Unterschätzte Folgeerkrankung mit hoher Belastung

Im Rahmen der Diabetes-Herbsttagung 2025 stand die schmerzhafte diabetische Polyneuropathie im Fokus eines interdisziplinären Symposiums. Drei Experten aus Forschung, Praxis und Schmerzmedizin beleuchteten die Erkrankung aus unterschiedlichen Blickwinkeln – von den pathophysiologischen Grundlagen über Diagnostik bis hin zu modernen Therapieansätzen. Ziel war es, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen zu verbinden, um Wege zu einer besseren Versorgung und Lebensqualität für Betroffene aufzuzeigen.
Lesen Sie mehr 
Medizin
Pneumokokken-Impfung: STIKO empfiehlt PCV20 für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren

Pneumokokken-Impfung: STIKO empfiehlt PCV20 für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat am 8. Januar 2026 eine aktualisierte Empfehlung zur Pneumokokken-Impfung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 2 bis einschließlich 17 Jahren mit Risikofaktoren veröffentlicht. Entsprechend der seit 2023 gültigen Empfehlung für Erwachsene wird auch bei ihnen nun die einmalige Indikationsimpfung mit dem 20-valenten Pneumokokken-Konjugatimpfstoff PCV20 empfohlen [1]. Eine alleinige oder sequenzielle Impfung sowie Auffrischung mit dem 23-valenten Pneumokokken-Polysaccharidimpfstoff (PPSV23) wird nicht mehr empfohlen. Die STIKO begründet ihre Empfehlung mit der größeren Serotypenabdeckung durch PCV20 im Vergleich zu PCV13 und PCV15 sowie einer vermutlich besseren Wirksamkeit bzw. längeren Schutzdauer im Vergleich zu PPSV23. Zudem vereinheitlicht das neue Impfschema die Empfehlung zur Indikationsimpfung über alle Altersgruppen hinweg. Die PCV20-Impfung für Kinder und Jugendliche mit Risikofaktoren wird erst nach Aufnahme in die Schutzimpfungs-Richtlinie (SI-RL) zur Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung [1].
Lesen Sie mehr 
Medizin
Neue Empfehlungen: Meningokokken-Prophylaxe unter Komplementinhibitor-Therapie

Neue Empfehlungen: Meningokokken-Prophylaxe unter Komplementinhibitor-Therapie

Komplementinhibitoren werden erfolgreich zur Therapie verschiedener Autoimmunerkrankungen eingesetzt [1]. Aufgrund ihres Wirkmechanismus ist jedoch das Risiko für eine Infektion mit bekapselten Bakterien erhöht und insbesondere die Vorbeugung einer Infektion mit Meningokokken von großer Bedeutung. Doch wie gestaltet sich die Meningokokkenprophylaxe im Rahmen einer komplementinhibierenden Therapie von Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen konkret? Eine Gruppe aus fünfzehn Expert:innen hat hierzu ein Konsensuspapier erarbeitet, das in der August-Ausgabe 2025 der Online-Zeitschrift DGNeurologie veröffentlicht wurde [2]. Die unter Federführung von Prof. Dr. Achim Berthele, Leitender Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Neurologie des TUM Universitätsklinikum München, entstandene Publikation stellt einen wichtigen Beitrag für eine effektive und sichere Behandlung neurologischer Erkrankungen in der DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz)-Region dar.
Lesen Sie mehr 
Medizin
Chronische Nierenkrankheit früh erkennen und Dialyse vermeiden

Chronische Nierenkrankheit früh erkennen und Dialyse vermeiden

Die chronische Nierenkrankheit (CKD) galt lange als schleichend fortschreitend und kaum aufzuhalten. Mehrere aktuelle Studien zeigen nun: Dieses Bild ist überholt. Moderne medikamentöse Therapien können das Fortschreiten der Erkrankung deutlich bremsen – und in vielen Fällen sogar einen langfristigen Stillstand der Nierenschädigung erreichen. Voraussetzung dafür ist jedoch eine frühzeitige Diagnose. Die Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e. V. (DGfN) fordert daher ein konsequentes, modernes Nierenscreening – insbesondere bei Risikogruppen.
Lesen Sie mehr 
Medizin
Bluthochdruck: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen weder Therapie noch gesunde Ernährung

Bluthochdruck: Nahrungsergänzungsmittel ersetzen weder Therapie noch gesunde Ernährung

Nahrungsergänzungsmittel leisten oft weniger, als sie versprechen. Sie unterliegen keiner Zulassung oder Prüfung auf Wirksamkeit und Sicherheit. Im schlimmsten Fall können sie sogar zu gesundheitlichen Schäden führen. „Das gilt auch für Nahrungsergänzungsmittel, die damit werben, den Blutdruck zu senken“, warnt Prof. Dr. Markus van der Giet, Vorstand der Deutschen Hochdruckliga e. V. „Patientinnen und Patienten mit Bluthochdruckerkrankungen sollten Nahrungsergänzungsmittel auf keinen Fall als Ersatz für blutdrucksenkende Medikamente einnehmen.“ Zur Vorbeugung von Bluthochdruck empfiehlt die medizinische Fachgesellschaft eine gesunde Ernährung.
Lesen Sie mehr 
Medizin
Darmmikrobiom sagt Komplikationen nach Pankreatitis voraus

Darmmikrobiom sagt Komplikationen nach Pankreatitis voraus

Ein europaweite Studie unter Leitung der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) zeigt, dass die mikrobielle Zusammensetzung des Darms, das sogenannte Darmmikrobiom, Langzeitkomplikationen nach einer schweren akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung vorhersagen kann. Dazu wurde das Darmmikrobiom bei Krankenhausaufnahme analysiert und basierend auf diesen Daten ein computergestütztes Modell entwickelt, das spätere Komplikationen mit den mikrobiellen Veränderungen in Zusammenhang setzt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Gut veröffentlicht [1].
Lesen Sie mehr 
Medizin
Menschen mit psychischen Erkrankungen erhalten schlechtere Diabetesversorgung

Menschen mit psychischen Erkrankungen erhalten schlechtere Diabetesversorgung

Menschen mit Diabetes und psychischen Begleiterkrankungen werden seltener leitliniengerecht medizinisch kontrolliert als Menschen mit Diabetes ohne psychische Begleiterkrankungen. Eine neue systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse mit Daten von über 5,5 Millionen Menschen zeigt erhebliche Versorgungsunterschiede – mit potenziell gravierenden Folgen für die Lebenserwartung. Die an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg durchgeführte Metaanalyse ist im Fachjournal The Lancet Psychiatry erschienen.
Lesen Sie mehr 
Medizin
Spinale Muskelatrophie: Europäische Kommission erweitert Zulassung für höherdosierte Nusinersen-Therapie

Spinale Muskelatrophie: Europäische Kommission erweitert Zulassung für höherdosierte Nusinersen-Therapie

Die Europäische Kommission hat die Zulassung für eine höherdosierte Therapie mit Nusinersen zur Behandlung der 5q-assoziierten Spinalen Muskelatrophie (5q-SMA) erteilt. Damit wurde die Zulassung des Antisense-Oligonukleotids erweitert: Das neue Dosierungsschema umfasst eine kürzere Aufsättigungsphase mit zwei Aufsättigungsdosen von je 50 mg/5 ml im Abstand von 14 Tagen und anschließend alle vier Monate eine Erhaltungsdosis von 28 mg/5 ml. Patient:innen, die von der bestehenden 12/12-mg-Dosis auf die höhere Dosierung umgestellt werden, erhalten anstelle der nächsten 12-mg-Dosis eine 50-mg-Dosis, gefolgt von einer Erhaltungsdosis von 28 mg alle vier Monate [1].
Lesen Sie mehr 
Medizin

Aktualisierung der Impfstrategie bei Multipler Sklerose vor und bei Immuntherapie

Die neuen Empfehlungen zur Impfstrategie bei Multipler Sklerose (MS) betonen die dringende Notwendigkeit einer proaktiven und frühzeitigen Impfung. Idealerweise sollte diese vor Beginn einer immunmodulatorischen Therapie erfolgen, um schwere Infektionen und Krankheitsrisiken zu minimieren, die den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen können. Dabei ist es essenziell, die Fragen hinsichtlich der Sicherheit und Wirksamkeit von Impfungen im Rahmen der Immuntherapie allgemein und individuell für jeden Patienten hinreichend zu klären. Als Hilfestellung für den Praxisalltag hat das krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose e.V. (KKNMS) in diesem Zusammenhang die Pocketcard Impfen aktualisiert [1].
Lesen Sie mehr 
Medizin
Ionenkanal als Ansatzpunkt für Wirkstoffe gegen Parkinson

Ionenkanal als Ansatzpunkt für Wirkstoffe gegen Parkinson

Lysosomen sind die Recycling-Zentren menschlicher Zellen. Im Inneren der membranumschlossenen Bläschen werden größere Moleküle zerlegt. Fehlfunktionen können neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson zur Folge haben. Forschende der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (H-BRS), der LMU München, der TU Darmstadt und des Unternehmens Nanion Technologies haben nun die Funktionsweise des Ionenkanals TMEM175 entschlüsselt, der entscheidend an der Regulation der Abbauprozesse beteiligt ist. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Wirkstoffen zur Behandlung oder Vorbeugung der Parkinson-Krankheit.
Lesen Sie mehr 
Medizin

Aktualisierter Cochrane Review: Wirksamkeit von Cannabis-haltigen Arzneimitteln bei Nervenschmerzen unklar

Medikamente auf Cannabis-Basis helfen bei chronischen Nervenschmerzen möglicherweise nicht oder nur wenigen Menschen, verursachen aber möglicherweise häufig unerwünschte Wirkungen. Das zeigt ein jetzt veröffentlichter, aktualisierter Cochrane Review. Allerdings ist die Studienlage derzeit unbefriedigend. Forschende fordern daher weitere Untersuchungen mit mehr Teilnehmenden und längerer Laufzeit, um das Verhältnis von potenziellem Nutzen und Risiken besser einschätzen zu können.
Lesen Sie mehr 
Medizin

Hämophilie A-Therapie: Fokus verschiebt sich auf Gelenkgesundheit und körperliche Aktivität

Auf der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2025 wurden neue Daten präsentiert, die den Fokus in der Behandlung von Hämophilie A verschieben. Weg von der reinen Blutungsrate hin zu funktionellen Endpunkten wie Gelenkgesundheit und physische Belastbarkeit [1]. Zudem bietet der vielversprechende Wirkstoff-Kandidat NXT007 einen spannenden Ausblick auf die nächste Generation therapeutischer Innovationen in der Therapie der Hämophilie A [2, 3].
Lesen Sie mehr