Sonntag, 15. Juli 2018
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Aktuelle Infos für Ärzte

13. Juli 2018

Hirntumoren: Typische Mutation in Krebszellen legt das Immunsystem lahm

Der Austausch eines einzelnen Aminosäurebausteins in einem Stoffwechselenzym kann nicht nur den Grundstein für eine Krebserkrankung legen. Er kann auch das Immunsystem aushebeln, wie Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums, der Universitätskliniken Mannheim und Heidelberg und des Deutschen Krebskonsortiums jetzt veröffentlichen. Damit blockiert er die körpereigene Abwehr im Kampf gegen das veränderte Molekül und vereitelt gleichzeitig Immuntherapien von Hirntumoren. Diese Erkenntnis eröffnet nicht nur neue Einblicke in die Krebsentstehung und -entwicklung. Sie legt auch nahe, dass ein Umdenken bei der Immuntherapie von Tumoren erforderlich ist.

© Sven Vietense / fotolia.com
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Schlafkrankheit: Erreger tarnen sich mit Zucker

Dass sich Erreger der Schlafkrankheit durch einen Austausch ihrer Oberflächenproteine der Immunabwehr entziehen, ist lange bekannt. Doch nun fanden Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum eine zusätzliche Strategie der Parasiten, dem Immunsystem zu entgehen: Sie verwirren das Abwehrsystem mit Zucker. Die Zuckerketten am Hüllprotein verhindern die Bindung schützender Antikörper und steigern so die krankmachenden Eigenschaften der einzelligen Erreger.

© TANABOON / fotolia.com
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EULAR-Daten zu Tocilizumab in der Therapie der RA und RZA

Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA), die mit RoACTEMRA® (Tocilizumab) in Kombination mit Methotrexat (MTX) behandelt wurden und unter der Therapie eine niedrige Krankheitsaktivität erreicht haben, kann MTX bei anhaltend guter Krankheitskontrolle abgesetzt werden. Dies geht aus zwei neuen Auswertungen der Phase-III-Studie COMP-ACT hervor, die beim diesjährigen Kongress der European League Against Rheumatism (EULAR) in Amsterdam präsentiert wurden. Die Analysen untersuchten die im MRT messbaren Veränderungen von Gelenkschäden sowie die patientenrelevanten Parameter (patient-reported outcomes, PROs) bei Patienten, bei denen MTX abgesetzt wurde im Vergleich zu Patienten, die weiterhin RoACTEMRA in Kombination mit MTX erhielten (1,2). Aus weiteren Studiendaten zu dem IL-6-Rezeptorinhibitor geht hervor, dass Patienten unter einer RoACTEMRA-Monotherapie eine signifikant längere Verweildauer erreichen als unter einer Therapie mit TNF-Inhibitoren in Kombination mit MTX (3).

12. Juli 2018

© francis bonami / Fotolia.com
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Epigenetik: die Spuren von Trauma und erworbenen Eigenschaften sind über Generationen nachweisbar

Traumatische Erlebnisse hinterlassen Spuren im Erbgut, verursachen Verhaltensänderungen und psychische Störungen und werden auch an die nachfolgenden Generationen weitergegeben. Doch eine positive und anregende Umgebung für den Nachwuchs kann diese Spuren beseitigen. Das zeigen Untersuchungen an Mäusen von Professor Isabelle Mansuy von der ETH Zürich. Wie Mansuy heute (9. Juli) auf dem FENS Forum 2018 in Berlin berichtet, sind diese epigenetischen Veränderungen, die nicht die Gene selbst, sondern deren Aktivität verändern, nicht nur in den Nervenzellen des Gehirns nachweisbar, sondern etwa auch in anderen Zellen.

© Clementa Moreno / fotolia.com
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Menschen mit Typ-2-Diabetes leiden häufiger an restriktiven Lungenerkrankungen

Atemnot und restriktive Lungenerkrankungen (RLD) wie zum Beispiel Lungenfibrose könnten eine späte Komplikation von Typ-2-Diabetes sein. Darauf deutet eine gemeinsame Studie von Forschern des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung (DZD) und des Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) unter Federführung des Universitätsklinikums Heidelberg hin. Die aktuellen Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Respiration veröffentlicht.

© Sebastian Kaulitzki / Fotolia.com
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Placebo: Ein Signal für das Belohnungssystem im Hirn

Der Placebo-Effekt hat ein enormes Potenzial zur Steigerung unserer körperlichen und geistigen Gesundheit. Neue Forschungen von Professorin Asya Rolls am Technion – Israel Institute of Technology – in Haifa zeigen, wie die Stimulation des Belohnungssystems im Gehirn das Immunsystem im Körper stärken kann. Sie stellte ihre Erkenntnisse heute (8. Juli) auf dem FENS-Forum der Neurowissenschaften in Berlin vor.

Wie das Immunsystem bei Alzheimer und Schmerzen helfen kann

Zwei Forscherteams aus Israel und den USA berichteten auf dem FENS-Forum der Neurowissenschaften über neue Erkenntnisse, wie Immun- und Nervensystem zusammenarbeiten. Prof. Michal Schwartz vom israelischen Weizmann Institute of Science erkundet eine radikal neue Strategie zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit, bei der das Immunsystem gestärkt wird. Das Team um Prof. Isaac Chiu, Harvard Medical School in Boston, entdeckte eine Möglichkeit, wie sich die extremen Schmerzen bei der nekrotisierenden Fasciitis – einer Gewebe zerstörenden bakteriellen Infektion – mit Hilfe von Botulinumtoxin mildern sowie die lebensbedrohliche Infektion bekämpfen lassen.

Anhaltende Glukokortikoid-freie Remission in der RZA-Therapie essenziell

Neue Daten der GiACTA-Studie zu RoACTEMRA® (Tocilizumab) bei Riesenzellarteriitis (RZA) belegen, dass unter der Therapie mit dem Interleukin (IL)-6R-Inhibitor in Kombination mit einem 26-wöchigen Glukokortikoid (GC)-Tapering Flares signifikant seltener und während des GC-Ausschleichens auch erst bei durchschnittlich niedrigeren GC-Dosen auftreten als bei Patienten unter alleiniger GC-Therapie (1). Dies deutet darauf hin, dass eine Krankheitskontrolle unter GC-Monotherapie generell deutlich schwieriger ist und zudem auch höhere GC-Dosen erfordert als unter RoACTEMRA. Weiterhin bekräftigen erste Real-Life-Daten die klinischen Resultate der GiACTA-Studie (2): Unter RoACTEMRA erreichten im Praxisalltag mehr als Zweidrittel der Patienten eine anhaltende GC-freie Remission (3).  RoACTEMRA hat folglich das Potenzial, eine effektive langfristige Krankheitskontrolle bei RZA zu ermöglichen. Die Bedeutung der Zulassung (4) der ersten Therapieinnovation für RZA-Patienten seit über einem halben Jahrhundert unterstreichen auch weitere aktuelle Daten (5): Diese zeigen, dass bei einer Kombinationstherapie aus Methotrexat (MTX) und GC weder die kumulative GC-Dosis noch die Rezidivrate gegenüber einer GC-Monotherapie verringert waren. Alle genannten Daten wurden bei der diesjährigen Jahrestagung der European League Against Rheumatism (EULAR) in Amsterdam vorgestellt.

Sechsfach-Impfstoff: Fünf Jahre, 50 Millionen Dosen

Seit der Zulassung 2013 wurden vom Sechsfach-­Impfstoff Hexyon® von Sanofi Pasteur allein in Deutschland drei Millionen Dosen ausgeliefert, weltweit sind es bereits 50 Millionen Dosen in 94 Ländern. Mit Hexyon® können Säuglinge ab einem Alter von sechs Wochen vor Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Hepatitis B, Poliomyelitis und Haemophilus-­influenzae-­Typ-­b (Hib) geschützt werden. Bei der Fertigung greift das Unternehmen auf mehr als 100 Jahre Erfahrung in den Bereichen Forschung und Produktion von Impfstoffen zurück und setzt auf bewährte Impfstoffkomponenten. So kommen die azellulären Pertussis-­Komponenten bereits seit der Erstzulassung von Pentavac® 1997 nun auch bei Hexyon® zum Einsatz.

11. Juli 2018

© zephyr_p / fotolia.com
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3 Jahre Substitutionstherapie Patient der ersten Stunde bleibt stabil

Im Rahmen des 19. Interdisziplinären Kongresses für Suchtmedizin in München wurde ausführlich diskutiert, welchen Stellenwert Substitol® (Morphin retard) nach 38 Monaten Praxiserfahrung einnimmt und welche Substitutionspatienten von der Behandlung profitieren können. Ein Fallbeispiel, das von Dr. med. Manfred Nowak, Landau, präsentiert wurde, zeigte einen Patienten, der seit knapp drei Jahren stabil auf Substitol® eingestellt ist.

Ixekizumab bei Psoriasis-Arthritis: langanhaltend stark wirksam über drei Jahre

Eine langanhaltende Wirksamkeit spielt sowohl für Ärzte als auch Patienten im praktischen Einsatz eine entscheidende Rolle. Für den Interleukin(IL)-17A-Inhibitor Ixekizumab (Taltz®) wurden beim diesjährigen EULARI-Kongress in Amsterdam neue Langzeitdaten der SPIRIT-P1-Studie bei aktiver Psoriasis-Arthritis (PsA) vorgestellt. Diese belegen, dass die starke Wirksamkeit auf die Gelenkbeschwerden auch über 3 Jahre erhalten bleibt (1). Darüber hinaus zeigen neue Auswertungen der Studien SPIRIT-P1 und -P2 positive Effekte auf patientenrelevante Endpunkte. So verbesserte sich die Fatigue der Patienten deutlich (2). Des Weiteren erzielten viele Patienten innerhalb von 24 Wochen eine Remission ihrer Krankheitsaktivität (3). Der zielgerichtete IL-17A-Inhibitor ist in Europa seit April 2016 zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis zugelassenII, seit Januar 2018 auch für die aktive PsAIII (4).

mod. nach Kooshapur et al.
mod. nach Kooshapur et al.

Neuer Einblick in die Reifung von krebsauslösenden miRNAs

Ein internationales Forscherteam unter Leitung des Helmholtz Zentrums München, der Technischen Universität München und der Universität Edinburgh hat mit Hilfe integrierter strukturbiologischer Untersuchungen die Reifung einer krebsauslösenden mikroRNA in der Genregulation aufgeklärt. Die Autoren hoffen, aus den in ‘Nature Communications‘ vorgestellten Ergebnissen langfristig neue Therapien ableiten zu können.

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