Samstag, 16. Dezember 2017
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Aktuelle Infos für Ärzte

14. Dezember 2017

Impulstherapie bietet Patienten mit RRMS neue Perspektiven

Die Entwicklung und Zulassung von Alemtuzumab (Lemtrada®) hat zu einem Wandel in der Therapie der schubförmig remittierenden Multiplen Sklerose (RRMS) geführt. Seitdem können Patienten mit einer Impulstherapie bestehend aus 2 Behandlungsphasen im Abstand von einem Jahr langfristig vor neuen Schüben, einem Fortschreiten der körperlichen Behinderung und einem beschleunigten Hirnvolumenverlust geschützt werden – wie Studiendaten zeigen. Kürzlich wurden aktuelle Daten vorgestellt, die eine über 7 Jahre anhaltende Wirkung des humanisierten, monoklonalen Anti-CD52-Antikörpers auf alle Aspekte der Krankheitsaktivität aufzeigen (1-4). Möglich wird dies durch eine selektive und reversible Depletion der zirkulierenden T- und B-Zellen mit anschließender Repopulation und Reorganisation des Immunsystems (5). Um das therapeutische Potential von Lemtrada® bestmöglich zu nutzen, sei ein frühzeitiger Einsatz der Substanz wichtig, stimmten die Referenten überein.

Diabetesbedingte Sterblichkeit in Deutschland dramatisch hoch

Gut ein Fünftel aller Todesfälle in Deutschland geht aller Wahrscheinlichkeit nach auf das Konto von Diabetes mellitus. Das ist das Ergebnis einer Studie des Deutschen Diabeteszentrums (DDZ), die kürzlich in der Fachzeitschrift „Diabetes Care“ veröffentlicht worden ist. In der Konsequenz richtet die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) einen dringenden Appell an die politisch Verantwortlichen, zügig wirkungsvolle Maßnahmen zur Verhältnisprävention umzusetzen. Hierzu gehören beispielsweise die Mehrwertsteuerbefreiung für gesunde Lebensmittel sowie der „Nationale Diabetesplan“ zur Verbesserung der medizinischen Versorgung.

© RioPatuca Images / Fotolia.com
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Multidimensionale Konzepte zur Verbesserung der (Patienten-)Sicherheitskultur – Lohfert-Preis 2018 ausgeschrieben

Kulturwandel im Krankenhaus: Multidimensionale Konzepte zur Verbesserung der (Patienten-)Sicherheitskultur – so lautet das Ausschreibungsthema für den Lohfert-Preis 2018. Die Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg, Cornelia Prüfer-Storcks, übernimmt die Schirmherrschaft für den mit 20.000 Euro dotierten Förderpreis. Bewerbungsschluss ist der 28. Februar 2018.  

Fernsehen schadet dem Kinderschlaf

Kinder, die elektronische Medien nutzen, haben eine schlechtere Schlafqualität. Gleichzeitig scheint das Vorlesen oder Anschauen von Büchern den Schlaf der Kinder zu verbessern. Diese Zusammenhänge haben Forscher um die Ulmer Epidemiologen PD Dr. Jon Genuneit und Prof. Dietrich Rothenbacher in der Fachzeitschrift "Sleep Medicine" veröffentlicht. Im Zuge einer Geburtskohortenstudie haben sie erstmals die Auswirkungen von Medien auf die Schlafqualität einer homogenen Altersgruppe erforscht.

© Adam Gregor / Fotolia.com
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Kombinationsimpfstoff gegen Tetanus, Diphterie und Pertussis als Fertigspritze wieder verfügbar

Eltern, Familie und Angehörige sind die häufigste Infektionsquelle für Pertussis-Erkrankungen bei Säuglingen (1). Vermutlich weil Keuchhusten fälschlicherweise bis heute als „Kinderkrankheit“ angesehen wird und zudem mit seiner hohen Ansteckungsgefahr eine schnelle Verbreitung birgt, sind auch viele Erwachsene infiziert, ohne es zu wissen (2). Bei genauerem Hinschauen zeigt sich: 92% der Erwachsenen in Deutschland sind gegen das Bakterium Bordetella pertussis nicht oder unzureichend geimpft (3). Diese gewaltige Impflücke bzgl. Pertussis erklärt auch die steigenden Infektionsraten der letzten Jahre (4) und die damit einhergehende Schwierigkeit der Umsetzung einer möglichen Kokonstrategie: Säuglinge, die für eine Grundimmunisierung noch zu jung sind, haben ein besonders hohes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf, Hospitalisierung kann Folge einer Infektion sein (5). Somit wird ein Impfschutz für die den Säugling umgebende Umwelt umso wichtiger – sind es doch gerade die ungeimpften oder nicht ausreichend geimpften Eltern, Familie und Angehörige, die zur Verbreitung der Krankheit beitragen. So sollte bei Erwachsenen der Impfstatus regelmäßig vom Allgemeinmediziner überprüft werden und gem. offizieller STIKO-Empfehlung die nächste fällige Td-Auffrischimpfung einmalig als Tdap-Kombinationsimpfung erfolgen (6). Besonders Frauen im gebärfähigen Alter sowie Menschen mit einer Tätigkeit im Gesundheitsdienst sollten ihren Impfstatus regelmäßig überprüfen.

13. Dezember 2017

Erste S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Lymphödems

Erstmals ist nach den Regularien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) eine S2k-Leitlinie zu Diagnostik und Therapie des Lymphödems entwickelt worden (AWMF Reg.-Nr. 058-001). An der neuen Leitlinie waren die Gesellschaft Deutschsprachiger Lymphologen (GDL) und die Deutsche Gesellschaft für Lymphologie (DGL) federführend beteiligt. Insgesamt haben 32 wissenschaftliche Fachgesellschaften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz an der Leitlinie mitgewirkt. Auch Patientenselbsthilfegruppen wurden einbezogen.

Invasive Schimmelpilzinfektionen rechtzeitig erkennen

Pilzinfektionen werden oft unterschätzt und erst spät erkannt. Im Fokus standen sie nun bei einem Satellitensymposium* anlässlich des 17. Kongresses der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Invasive Schimmelpilzinfektionen sind bei Patienten mit supprimiertem Immunsystem eine der Hauptursachen bei nicht grunderkrankungsbedingter Mortalität. Die Experten diskutierten über die notwendige Ausweitung der Kenntnisse zu Diagnostik und Wahl der adäquaten Therapie bei invasiven Pilzerkrankungen in der Ärzteschaft. Zudem waren Sie sich einig, dass durch verbesserte Nachweismethoden und Behandlung die hohe Mortalität dieser Infektionen reduziert werden könne. Als verträgliche Therapieoption bei invasiver Aspergillose und invasiver Mukormykose**, bei der eine Behandlung mit Amphothericin B nicht angemessen ist, steht das Breitbandtriazol Isavuconazol (Cresemba®) zur Verfügung (1). Anfällig für invasive Schimmelpilzinfektionen sind vor allem immunsupprimierte Patienten, z.B. aufgrund einer hämatoonkologischen Grunderkrankung oder einer Stammzelltransplantation. Auch eine Glucocorticoid-Therapie kann mit erhöhtem Risiko für diese Infektionen assoziiert sein (2).

© ARochau / Fotolia.com
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Sport ist gut fürs Herz, Bluthochdruck schlecht – Forscher finden Gründe

Wird das Herz durch Sport belastet, gilt das als gesund. Eine Belastung durch Bluthochdruck jedoch macht es krank. Warum ist das so? Und stimmt das immer? Forscher des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) und des Universitätsklinikums Heidelberg haben neue Erkenntnisse gewonnen, wonach ein bislang nicht erkannter Signalweg vor Herzschwäche schützt oder diese auslöst – je nach Art der Belastung.

Gitterzellen übernehmen im Mausmodell die Weg-Integration

Für die Orientierung im Raum nutzen wir spezielle Nervenzellen. Ortszellen feuern immer dann, wenn wir uns an einem bestimmten Ort aufhalten. Gitterzellen hingegen vermessen Distanzen und sind wichtig für die „Weg-Integration“. So zumindest die Theorie. Jetzt liefern Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum und vom Universitätsklinikum Heidelberg erstmals den experimentellen Beweis für diese These. Sie untersuchten dafür Mäuse mit defekten Gitterzellen. Je mehr Gitterzellen beschädigt waren, desto schwerer fiel es den Nagern, sich im Raum zu orientieren.

12. Dezember 2017

JAK-Inhibitor Tofacitinib bei Colitis ulcerosa als Induktionstherapie wirksam

Auf der diesjährigen United European Gastroenterology Week (UEGW) in Barcelona wurden neue Ergebnisse zum JAK-Inhibitor Tofacitinib präsentiert: Aktuelle Daten einer Netzwerkmetaanlayse randomisierter klinischer Studien zu Biologika und Tofacitinib zeigen im indirekten Vergleich, dass Tofacitinib als Induktionstherapie bei Patienten mit Colitis ulcerosa (CU) gegenüber Biologika eine vergleichbare Wirksamkeit oder bei TNFi-erfahrenen Patienten eine höhere Wirksamkeit erreichen kann (1). Daten aus der offenen Phase-III-Verlängerungsstudie OCTAVE (Oral Clinical Trials fOR=tofAcitinib in ulceratiVE colitis) Open belegen, dass Tofacitinib hinsichtlich der Endpunkte, Erhaltung einer Remission und Mukosaheilung, wirksam ist und ein konsistentes Sicherheitsprofil aufweist (2). In einer integrierten Analyse des gesamten OCTAVE-Studienprogramms zeigten sich darüber hinaus keine neuen oder unerwarteten Sicherheitssignale (3,4). Tofacitinib gehört zur Klasse der JAK-Inhibitoren und ist bisher in der Europäischen Union (EU) ausschließlich zur Behandlung der Rheumatoiden Arthritis (RA) zugelassen (5).

Qualitätsrichtlinien für die Ultraschalldiagnostik

Sie liefert exakte Ergebnisse, ist schonend und kostengünstig: Bei vielen Untersuchungen ist die Ultraschalldiagnostik die Methode der Wahl – vorausgesetzt, der Arzt beherrscht sie. Das ist allerdings nicht immer der Fall: Bei Diagnosen im Bauchraum erreicht ein nicht ausreichend qualifizierter Arzt beispielsweise nur eine Treffsicherheit von knapp 39% – ein Experte hingegen diagnostiziert in fast 95% der Fälle korrekt. Mit Blick auf die aktuelle Novellierung der (Muster-)Weiterbildungsordnung für Ärzte fordern Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) deshalb klare Qualitätsrichtlinien für die Ultraschalldiagnostik. Sie kritisieren, dass dazu bisher keine klaren Regelungen vorgesehen sind.

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Urologen geben Entwarnung: Sorgen vor Zeugungsunfähigkeit sind unbegründet

Eine neue Studie zur männlichen Fruchtbarkeit, veröffentlicht in der Fachzeitschrift "Human Reproductive Update", sorgt derzeit für Aufsehen. Die Untersuchungen von Mediziner Hagai Levine und seinem Team der Hebräischen Universität Jerusalem zeigen, dass die Spermienanzahl von Männern aus westlichen Ländern immer weiter abnimmt. Laut den Wissenschaftlern ist die Spermienanzahl pro Milliliter Sperma um etwa 52 Prozent gesunken. Bei der Gesamtzahl der Spermien pro Samenerguss gaben die Forscher sogar einen Rückgang von nahezu 60 Prozent an. Dennoch sieht die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) die Zeugungsfähigkeit in westlichen Industrienationen nicht akut gefährdet.

Plötzlicher Blutdruck-Anstieg: Wann den Notarzt (112) rufen?

Regelmäßiges Blutdruckmessen ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme, um die schwerwiegenden Folgen eines unbehandelten Bluthochdrucks wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Herzschwäche, Vorhofflimmern oder Nierenschädigung zu verhindern. Besonders problematisch ist es, wenn der Blutdruck plötzlich ansteigt und Werte in Ruhe z. B. von 190-200 mmHg (oberer Wert) oder mehr erreicht. Für Patienten entscheidend für das weitere Vorgehen in dieser beunruhigenden Situation ist, ob der hohe Blutdruck nur mit geringfügigen Missempfindungen wie Gesichtsröte, leichtem Kopfweh, Unruhegefühl, schnellerem Schwitzen unter Belastung auftritt und der Patient keine ernsten Beschwerden hat. Dann handelt es sich um eine Bluthochdruck-Krise.