Dienstag, 23. Mai 2017
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Aktuelle Infos für Ärzte

23. Mai 2017

ZONDA-Studie: Benralizumab zeigt signifikanten Effekt in der Reduktion oraler Kortikosteroide bei Patienten mit schwerem Asthma

Der monoklonale IL-5-Rezeptor-Antikörper Benralizumab zeigte bei Patienten mit schwerem Asthma einen signifikanten Effekt auf die Reduktion oraler Kortikosteroide (OCS). Das belegen die Ergebnisse von ZONDA1, der bislang größten klinischen Studie mit schweren Asthmapatienten unter einer chronischen OCS-Therapie. Im Benralizumab-Arm konnte eine signifikante Reduktion bzw. häufig sogar ein Absetzen der OCS-Therapie unter Beibehaltung der Asthmakontrolle gezeigt werden: Unter dem Biologikum wurde eine mediane OCSReduktion um 75% beobachtet, verglichen mit 25% unter Placebo (1-3). Zudem wurden die Exazerbationsraten um 70% und die Hospitalisierungsraten um 93% bei Patienten mit schwerem eosinophilen Asthma signifikant gesenkt. Diese Daten wurden weltweit zum ersten Mal auf dem diesjährigen Kongress der American Thoraric Society (ATS) im Mai in Washington vorgestellt.

Retrospektive Studie: Epilepsie-Patienten sind wetterfühlig

In einer retrospektiven Studie mit über 600 Epilepsiepatienten untersuchten Neurologen des Universitätsklinikums Jena (UKJ), ob die Wahrnehmung von Epilepsie-Patienten, dass das Risiko für epileptische Anfälle mit dem Wetter schwankt, wissenschaftlich belegbar ist. Ihre Studie konnte ein tatsächlich vergrößertes Anfallsrisiko bei niedrigem Luftdruck und hoher Luftfeuchtigkeit nachweisen – sommerliche Temperaturen dagegen ließen das Risiko sinken.

Oxycodonhydrochlorid Retardtabletten bei starken Schmerzen

Betroffene chronischer Schmerzen leiden nicht nur unter Schmerzen und deren krankheitsbedingten Ursachen. Die Schmerzen beeinträchtigen die Patienten am Arbeitsplatz und in der Freizeit sehr. Schlafstörungen und Reizbarkeit können zusätzliche psychische Begleiterkrankungen wie depressive Verstimmungen begünstigen (1) und zu sozialer Isolation führen 2). Mit Oxycodonhydrochlorid Puren Retardtabletten gibt es eine Therapieoption bei starken Schmerzen.

22. Mai 2017

Relevante Forschungsprojekte gesucht – Förderausschreibung des Mukoviszidose e.V.

Der Mukoviszidose e.V. hat die Förderung neuer Projekte ausgeschrieben: Bis zum 16. Juli 2017 haben Forscher und Kliniker aus Arbeitsgruppen, die in Deutschland ansässig sind, die Gelegenheit, sich mit einem Kurzantrag für bis zu 200.000 Euro pro Einzelprojekt oder 20.000 Euro pro Kleinprojekt zu bewerben. Auch Nachwuchswissenschaftler im Bereich Mukoviszidose sind dazu aufgerufen, ihre Projektideen einzureichen. Generelle Voraussetzung für eine Förderung durch den Mukoviszidose e.V.: Die Forschungsprojekte müssen eine Relevanz für die Behandlung oder Erforschung der Mukoviszidose aufweisen.

HIV-Backbones 2017 – interaktiv diskutiert

Das kontinuierlich wachsende Angebot an antiretroviralen Therapeutika stellt den behandelnden Arzt vor neue Herausforderungen. Bewährte Kombinationen, wie Abacavir/Lamivudin (ABC/3TC) und Tenofovirdisoproxilfumarat/Emtricitabin (TD/FTC) haben jedoch auch nach der Einführung von neuen Wirkstoffen weiterhin ihren Stellenwert. Gerade bei den Backbone-Therapien werden Generika in der HIV-Behandlung an Bedeutung gewinnen und ermöglichen eine wirtschaftliche Verordnung. Die medizini-schen und wirtschaftlichen Aspekte der Backbone-Therapien wurden anhand von Fallbeispielen im Rahmen eines von Hexal unterstützten Symposiums bei der 7. Münchner AIDS- und Hepatitiswerkstatt am 24. März 2017 von HIV-Experten diskutiert.

ECCO-Leitlinie bestätigt Stellenwert der Anti-TNF-Therapie bei Morbus Crohn

Die aktualisierte Leitlinie der European Crohn's and Colitis Organisation (ECCO) (1) unterstreicht die Bedeutung der Anti-TNF-Therapie in der Induktions- und Erhaltungstherapie bei Morbus-Crohn-Patienten. Darüber hinaus betont das Expertenkomitee erstmals den hohen Stellenwert der Mukosaheilung als neues Therapieziel und in der Verlaufskontrolle (1). Eine wirksame Behandlungsoption zum Erreichen der Mukosaheilung ist die Therapie mit Adalimumab (Humira®) (2), die überdies zu einer nachhaltigen vollständigen Remission führen kann (3).

18. Mai 2017

Immunsystem: Dendritische Zellen und Epithelzellen sind Hauptakteure bei der Bakterien-Abwehr im Darm

Darm als "Wiege" unseres Immunsystems: Knapp ein Drittel unserer Antikörper-produzierenden Zellen befinden sich in der Darmschleimhaut – sie setzen sich mit den unzähligen Mikroorganismen und Fremdstoffen auseinander, die täglich mit der Nahrung in den Darm gelangen. Wissenschaftler am TWINCORE untersuchen, welche der Immunzellen im Darm besonders wichtig für die Abwehr bakterieller Erreger sind. Am Beispiel des Bakteriums Citrobacter rodentium haben sie herausgefunden, dass Dendritische Zellen und die Epithelzellen des Darms der Schlüssel zu einer effizienten Abwehr sind. Die Ergebnisse wurden kürzlich in Plos Pathogens veröffentlicht.

© nobeastsofierce / Fotolia.com
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Resistente Keime: Gen-Übertragung zwischen Bakterien

Die weltweit rasant wachsende Zahl an Bakterienstämmen, denen Antibiotika nichts mehr anhaben können, stellt die Forschung vor große Herausforderungen. Einer Lösung ist Ao.Univ.-Prof. Dr. Ellen Zechner vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Uni Graz einen großen Schritt näher gekommen. Sie hat mit ihrer Arbeitsgruppe die Struktur des Enzyms Relaxase entschlüsselt, das mithilft, DNA zwischen Bakterien auszutauschen. Durch diesen Vorgang können ganze Populationen von Krankheitserregern binnen kürzester Zeit gegen verschiedene Antibiotika resistent werden.

Günstiges Wirksamkeitsprofil der B-Zell-gerichteten Therapie bei Multipler Sklerose

Bereits 8 Wochen nach Therapiebeginn verringerte Ocrelizumab die jährliche Schubrate (ARR) bei Patienten mit schubförmiger Multipler Sklerose (RMS) signifikant im Vergleich zu Rebif® (Interferon beta-1a, IFN β-1a) (1). Dies belegen neue Analysen aus den Phase-III-Studien OPERA I und II, die kürzlich auf der 69. Jahrestagung der American Academy of Neurology (AAN) präsentiert wurden (1). In einer weiteren Analyse der gepoolten Daten der beiden OPERA-Studien bei Patienten mit früher RMS nahm im Vergleich zu IFN β-1a die Anzahl der Gadolinium-anreichernden (Gd+)-T1-Läsionen nach 96 Wochen unter Ocrelizumab um 90,8% ab (2). Darüber hinaus sind die Daten aus der aktualisierten Sicherheitsanalyse konsistent mit dem bisher bekannten günstigen Sicherheitsprofil für RMS wie auch für primär progrediente MS (PPMS) (3,4).

CED: Frühzeitige Therapieeskalation mit Adalimumab wirkt Progression entgegen

Wie CED-Patienten trotz ihrer Erkrankung ein normales Leben ohne Einschränkungen führen können, diskutierten namhafte Experten auf einem Symposium von AbbVie anlässlich des 12. Kongresses der European Crohn`s and Colitis Organisation (ECCO) in Barcelona, Spanien. Die Experten waren sich darin einig, dass die Herausforderung einer CED-Therapie darin besteht, die progrediente, irreversible Darmschädigung zu verhindern und die Lebensqualität von CED-Patienten, die selbst in Remission weit unterhalb derjenigen der Normalbevölkerung liegt, zu verbessern (1,2). Durch eine nach Versagen der konventionellen Therapie frühzeitige Therapieeskalation, z.B. mit dem TNF-Antagonisten Adalimumab (Humira®), kann die Entzündungsaktivität verringert und die Prognose von CED-Patienten verbessert werden (3,4).

© science photo / Fotolia.com
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Ruhr-Infektion: Wächter-Proteine wecken Hoffnung auf neue Therapieansätze

Unbekannte Eindringlinge an ihren Einbruchsspuren erkennen: Das können auch bestimmte Wächter-Proteine in Darmzellen, wie Forscher der Universität Hohenheim herausfanden. Dringt ein Erreger der Durchfallerkrankung Ruhr in die Darmzelle ein, bemerken NOD1-Proteine den dadurch entstandenen Schaden an der Zellstruktur und schlagen Alarm. Das Forscherteam verfolgt nun den genauen Ablauf dieses Prozesses. Die Erkenntnisse könnten helfen lebensbedrohliche Infektionserkrankungen wie die Ruhr auch dann zu bekämpfen, wenn sich die Erreger durch Mutationen vor dem Immunsystem tarnen.

Lysin-spezifische Demethylase 1 hat Schlüsselrolle bei Erhaltung von Fettzellen

Im Laufe des Lebens verändert sich die Funktion und Verteilung von Fettgewebe im Körper. Beige Fettzellen sind in der Lage, Energiereserven, also Fettpolster, mittels Wärmeentwicklung zu verbrauchen. Mit zunehmendem Alter nehmen beige Fettzellen die Gestalt von weißen Fettzellen an, verlieren ihre thermogene Aktivität und damit die Fähigkeit, das Fett zu verbrennen. Dies erhöht die Gefahr der Entstehung von Fettleibigkeit. Ein Team um die Freiburger Forschenden Prof. Dr. Roland Schüle und Dr. Delphine Duteil hat nun nachgewiesen, dass das epigenetische Enzym Lysin-spezifische Demethylase 1 (Lsd1) eine Schlüsselrolle bei dieser Transformation spielt.

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