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   20.10.2011
Gesundheitspolitik    
 

Verbraucherschützer: Bessere Beratung bei privater Vorsorge nötig

Die Bundesregierung muss bei der privaten Altersvorsorge nach Ansicht von Verbraucherschützern die Beratung dringend verbessern und die Kostenbelastung mindern. «Der Staat hat unseres Erachtens eine Sorgfaltspflicht sicherzustellen, dass Verbraucher gut beraten werden und effiziente, das heißt kostenschlanke Produkte bekommen», sagte Dorothea Mohn, Finanzexpertin beim Verbraucherzentrale Bundesverband, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag in Berlin. Dies sei derzeit aber bei der vor allem auf Provisionen ausgerichteten Beratung nicht möglich. Sie sprach sich daher für eine Stärkung der unabhängigen Beratung aus.


Außerdem müsse es eine Lösung hinsichtlich der Kostenbelastung geben. «Entweder kann dies über eine Kostendeckelung erreicht werden oder über ein staatlich organisiertes, kostenreduziertes Basis-Vorsorgeprodukt», forderte sie. Die Politik habe sich nun einmal dafür entschieden, die Altersversorgung in Teilen auf den privaten Vorsorgemarkt zu verlagern und dies teilweise staatlich zu fördern. «Hier hat der Verbraucher allerdings ein Problem, denn er ist in aller Regel auf Beratung angewiesen, findet aber im Wesentlichen nur interessengebundene Beratungen, weil diese auf Provisionen basieren.»

Weil der Finanzvermittler nur dann gut verdiene, wenn er mit hohen Provisionen versehene Produkte verkauft, «hat er einen Anreiz gerade solche zu empfehlen. Hohe Provisionen bedeuten für den Verbraucher aber hohe Kosten, die zulasten der Rendite gehen», erläuterte Mohn.

Dass sich die Bundesbürger angesichts der Euro-Schuldenkrise große Sorgen um ihre Altersvorsorge machen, wie aus einer am Donnerstag vorgestellten Studie der Postbank in Zusammenarbeit mit Allensbach hervorgeht, verwundert die Verbraucherschützerin nicht. «Es ist absolut nachvollziehbar, dass Verbraucher in Sorge darüber sind, was sich auf den Finanzmärkten abspielt. Aber es ist auch eine abstrakte Sorge, weil niemand mit Sicherheit hier die Zukunft prognostizieren kann.»

Die alleinige Fokussierung auf die private Altersvorsorge hält sie aber für falsch: «Die gesetzliche Rentenversicherung ist heute und bleibt auch in Zukunft die Hauptsäule der Altersvorsorge. Zumindest wäre es ein großer Fehler, diese weiter zu beschneiden.»

Die Skepsis und Zurückhaltung junger Berufstätiger mit Blick auf Vorsorge fürs Alter kann die Finanzexpertin ebenfalls gut nachvollziehen. «Es ist zwar richtig, sich möglichst früh mit dem Thema Vorsorge im Alter auseinanderzusetzen», betonte Mohn, fügte aber hinzu: «Für die jüngere Generation gibt es allerdings Gründe, Dingen wie Ausbildung, Familiengründung oder Immobilienerwerb schlicht eine höhere Priorität einräumen zu müssen.»

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Zuletzt geändert am: 20.10.2011